Karenzzeit

Die mit der Zulassung und in der Höchstmengenverordnung für Pestizidrückstände in Lebensmitteln festgelegte Wartezeit von der letzten Applikation eines Pflanzenschutz- oder Arzneimittels (Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel) bis zur Weitergabe der pflanzlichen oder tierischen Produkte an den Handel oder den Verbraucher.

Die K. verhindert aber nicht das Zurückbleiben von Rückständen in Pflanze oder Tier.

Siehe auch: Pestizide, Pestizidrückstände, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Kaolinlunge

auch Aluminose, ist eine Silikose der Porzellan- und Tonarbeiter.

Kaolin (= Porzellanerde) ist ein Aluminiumsilikat, das als Rohstoff in der Porzellanindustrie verwendet wird. Kaolin wird auch aufgrund seiner guten adsorbierenden Eigenschaften, ähnlich wie medizinische Kohle als Mittel gegen Durchfall verwendet.

Siehe auch: Silikose, keramische Industrie, Aluminium-Staublunge

Autor: KATALYSE Institut

Kanzerogen

syn. karzinogen, Krebs erzeugend.

Autor: KATALYSE Institut

Insektizide

Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

Die häufigsten Wirkstoffe sind: organische Phosphorverbindungen, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pyrethroide. I. werden zum Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich eingesetzt. Physiologisch können I. als Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem (Erregungsleitung oder -Übertragung wird gehemmt) wirken. In Westdeutschland werden jährlich über 50.000 Tonnen I. produziert.

Siehe auch: Toxaphen, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Mineraldünger

Als M. bezeichnet man stickstoffhaltige, phosphorsäure- oder kaliumhaltige Düngemittel, welche entweder mineralischen Ursprungs sind (Kalisalze, Chilesalpeter) oder synthetisch hergestellt werden (Kalkstickstoff).

Handelsüblich sind Einzeldünger und sog. Volldünger (NPK-Dünger). Der Einsatz der M. geht auf die Forschungen Liebigs zurück. Vielfach wird argumentiert, daß nur mit Mineraldünger eine gezielte, auf das Wachstum der Pflanze abgestimmte Ernährung möglich ist.
Der hohe Einsatz von M. in der modernen Landwirtschaft ist ein entscheidender Faktor für die Ertragssteigerung in der Landwirtschaft, hat durch Überdüngung aber auch zur Belastung von Grundwasser beigetragen. Stickstoffhaltige M. werden umgangssprachlich als Kunstdünger (Düngemittel) bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Mariendistel

Die Mariendistel ist eine zweijährige kräftige Pflanze von 50 bis 150 cm Höhe mit grünen, glänzenden, oberseits weißlich gefleckten, in Dornspitzen auslaufenden Blättern mit purpurnen Blütenköpfen.

 

  • Systematik: Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Silybum marianum
  • Herkunft: Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: Mittelmeer- bis gemäßigte Zone
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: März bis April; 20 bis 30 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 55 Tonnen Frischmasse/ Hektar: Stickstoff: 137 kg, Phosphat: 34 kg, Kalium: 340 kg, Kalzium: 265 kg
  • Pflanzenschutz: Pilze: Grauschimmel, Echter Mehltau; Schädlinge: Blattläuse; Sonstige: Vögel
  • Ernte: August, wenn Köpfe und Pflanze reif sind; maschinelle Ernte
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an Silymarin (Flavonoid) und fettem Öl
  • Ertrag: 1 bis 1,5 Tonnen/ Hektar
  • Besonderheiten: ungleichmäßige Abreife, Samenflug auf Nachbarflächen
  • Wirkspektrum: unterstützende Behandlung von chronisch entzündlichen Lebererkrankungen, Leberzirrhose oder durch Lebergifte, wie z.B. Alkohol, hervorgerufene Erkrankungen

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Maniok

Der Maniok ist eine einhäusige, mehrjährige, strauchartige Pflanze mit eingeschlechtigen Blüten. Er kann zwei bis fünf Meter hoch werden und bildet sproßbürtige Wurzeln, die durch sekundäres Dickenwachstum zylindrische
Wurzelknollen hervorbringen.

 

  • Systematik: Familie: Euphorbiaceen, Art: Manihot esculenta Crantz
  • Herkunft: Amazonas-Gebiet bis Südmexiko
  • Klima: feuchte Tropen mit Temperaturen um 25°C und Niederschlägen von 1.000 bis 3.000 mm, Anbau weltweit zwischen dem 30°nördlicher und 30° südlicher Breite
  • Anbausystem: in Monokultur vegetativ durch Stecklingspflanzungen. Nach dem Auspflanzen der Stecklinge bilden sich in großer Zahl fibröse Wurzeln an den im Boden befindlichen Nodien. Zum Erntezeit punkt (nach 6 bis 24 Monaten je nach Varietät) sind die verdickten Wurzeln meist 20 bis 60 cm lang.
  • Düngung: genügsame Kulturpflanze, Entzug durch eine Tonne frischer Wurzeln: 3 kg Stickstoff, 1 kg Phosphat, 4 kg Kalium, 2 kg Kalzium und 1 kg Magnesium.
  • Pflanzenschutz: gefährliche Krankheiten sind die afrikanische Mosaikkrankheit und die Maniokbakteriose. Bekämpfung durch resistente Sorten und virusfreie Stecklinge. Zu den Schädlingen zählen blattfressende Heu schrecken und Hornwürmer (Amerika) sowie Tripse, Spinnmilben und Schmierläuse (Afrika)
  • Ernte: der Erntezeitpunkt wird durch die Blattverfärbung angezeigt, je nach Varietät nach 6 bis 24 Monaten, süße Sorten reifen früher als bittere.
  • Ertrag: liegt zwischen 2 bis 8 Tonnen/Hektarin primitiven Anbausystemen und 20 bis
    40 Tonnen/Hektar im Intensivanbau. Die höchsten Erträge werden unter Kurztagsbedingungen erzielt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Majoran

Majoran ist eine strauchförmige Pflanze mit 20 bis 50 cm hohen, vierkantigen, verästelten Stengeln mit verkehrt eiförmigen, angerundeten, behaarten Blättern.

 

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Majorana hortensis
  • Herkunft: Südwestasien, östliches Nordafrika
  • Klimaansprüche: Mittelmeer- und gemäßigte Zone
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur: Saat im Februar, Pflanzung im Mai; 30 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug (kg/10 Tonnen Festmasse/Hektar): Stickstoff: 49 kg/ Hektar, Phosphat: 13 kg Hektar, Kalium: 54 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Keimlingskrankheiten, Rost, Septioria; Schädlinge: Majoranmotte, Springwanzen; Sonstige: Nematoden
  • Ernte: ein bis drei maschinelle Schnitte/Jahr vor der Blüte
  • Ertrag: Kraut: 10 Tonnen/ Hektar, Krautdroge: 2,5 bis 3,0 Tonnen/ Hektar; Blattanteil im Kraut etwa 60 Prozent
  • Qualitätsmerkmale: Blattanteil, Gehalt an ätherischem Öl und Gerb- und Bitterstoffen
  • Besonderheiten: Unkraut- und Herbizidempfindlichkeit, Frostresistent bis -7°C, hohes Wärmebedürfnis
  • Wirkspektrum: stärkt den Magen und wirkt schleim- und krampflösend

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Mais

Der Mais ist eine einhäusige, getrenntgeschlechtlich (monözisch) Pflanze, die bis zu 2,5 Meter hohe Stängel hat, die in einen männlichen Blütenstand enden. Die weiblichen Blütenstände entspringen der mittleren Stängelhälfte. Die Fremdbestäubung erfolgt durch den Wind.

 

  • Systematik: Familie: Gramineen, Art: Zea mays L.
  • Herkunft: Südbrasilien/Paraguay, ursprüngliche Wildform ist nicht bekannt
  • Klima: verträgt keinen Frost und benötigt zur Keimung >10°C, das Optimum liegt bei 25°C; Niederschlagsmenge: 500 bis 700 mm; Vegetationszeit je nach Sorte und Standort: 95 bis 160 Tage
  • Anbausystem: selbstverträgliche Kulturpflanze ohne spezifische Vorfruchtansprüche
  • Aussaat: Einzelkornsaat mit pneumatischen oder mechanischen Einzelkorn Sähmaschinen; optimale Bestandsdichte in Reinkultur: 40.000 bis 55.000 Pflanzen/Hektar.
  • Düngung: eine Tonne Körner entzieht dem Boden: 20 kg Stickstoff, 8 kg Phosphat: 2 kg
    Kalium, 5 kg Magnesium.
  • Pflanzenschutz: durch Beizen des Saatgutes werden Auflaufkrankheiten vermieden.
    Im Jugendstadium ist Mais sehr empfindlich gegen Unkraut. Insektenschädlinge sind der Stengelbohrer und Maiszünsler.
  • Ernte: der Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn der Trockensubstanzgehalt 60 bis 65 Prozent beträgt
  • Ertrag: 7 bis 9 Tonnen/Hektar, große Erträge werden durch den Anbau von Hybridsorten erzielt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

LPG

Abkürzung für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften und DDR-Form der sowjetischen Kolchose.

Die L. waren von 1960 bis 1990 die herrschende Unternehmensform in der Landwirtschaft der DDR. Sie vereinten mehr als drei Viertel der primären Agrarproduktion auf sich. Mit dem gesellschaftlichen Umbruch in der DDR und deren Beitritt zur BRD standen die 3.844 LPG, davon 1.162 LPG Pflanzen- und 2.682 LPG Tierproduktion, vor einer schwierigen Wandlung. Die Umwandlung der LPG in eingetragene Genossenschaften, Personen- oder Kapitalgesellschaften durch Rechtsformwechsel.
Siehe auch Stichwörter: Agrarfabrik und konventioneller Landbau

Autor: KATALYSE Institut

Lindan

L. gehört zu der Gruppe der Organochlorpestizide, ist umweltstabil, d.h. ist schwer abbaubar, weltweit in allen Medien analytisch nachweisbar und reichert sich in der Nahrungskette an.

L. wirkt als Nervengift und gehört der Wassergefährdungsklasse 3 (stark wassergefährdend) an. Hauptaufnahmepfade des Menschen sind Lebensmittel und die Innenraumluft. Die L.-Aufnahme des Menschen lag 1990 durchschnittlich bei 1 ng/kg Körpergewicht/Tag.

Für Lebensmittel sind folgende Grenzwerte in der Pflanzenschutzmittelhöchstmengenverordnung vorgeschrieben:

  • 2 mg/kg für Blatt- und Sprossgemüse, Schaffleisch, Schalentiere und Fische
  • 1 mg/kg für Frucht- und Wurzelgemüse, alle Fleischsorten (außer Schaf) und tierische Speisefette
  • 0,5 mg/kg für Tee und Weintrauben
  • 0,1 mg/kg für Eier, Getreide, Kartoffeln, Möhren, Hülsenfrüchte
  • 0,01 mg/kg für Säuglingsnahrung

Der ADI-Wert beträgt 10 µg/kg/Tag
Trinkwassergrenzwert: 100 ng/Liter
Richtwert für Innenräume (nach BgVV): 1 µg/m3
MAK-Wert als Gesamtstaub: 0,1 µg/m3 Luft
BAT im Vollblut: 20 µg/Liter
In Tierversuchen traten gehäuft Lebertumore bei Mäusen auf.

Autor: KATALYSE Institut

Leitpflanzen

siehe: Zeigerpflanzen

(Z. sind Wildpflanzen, deren Anwesenheit auf spezifische Eigenschaften eines Standortes hindeuten, da sie verstärkt oder ausschließlich dort auftreten (Bioindikatoren).)

 

Autor: KATALYSE Institut

Leinöl

Leinöl wird als kaltgepresstes Extrakt u.a. im Lebensmittelbereich verwendet und ist als heißgepresster Rohstoff und mit Leinölverkochungen ein wichtiger Grundstoff in der Farben- und Lackproduktion.

fossil = 0 %
mineralisch = 0 %
metallisch
nachwachsend = 100%


 VI. Literatur und Quellen

  • Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon, KATALYSE Institut Köln 2006
  • Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000
  • Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002
  • Karcher, R. Jakubke, H.: Lexikon der Chemie; Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998
  • Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999
  • Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim

Autor: KATALYSE Institut

Leindotter

Leindotter ist eine einjährige (bis winterannuelle), krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 30 bis 120 cm. Sie trägt dünne Wurzeln und Stängel und hat traubige Blütenstände. Die Blüte dauert 20 bis 30 Tage, die Frucht ist ein Schötchen mit 8 bis 16 Samen.

 

  • Systematik: Familie: Cruciferae, Brassicaceae (Kreuzblütler), Art: Camelina sativa L. Crantz
  • Herkunft: Südeuropa und südwestasiatischer Raum
  • Klima: kontinental
  • Aussaat: nach der Keimphase von etwa 20 Tagen Ende März; Aussaatmenge etwa 400 Körner pro m2; Blattfläche und Bodenbedeckung im Vergleich mit anderen Brassica-Arten (
    Raps, Rübsen) gering.
  • Düngung: Stickstoffdüngergaben je nach Bodenbeschaffenheit 60 bis 120 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: langsame Jugendentwicklung und geringes Unkrautunterdrückungsvermögen erfordert intensive Unkrautbekämpfung
  • Ernte: im Frühsommer, Vegetationszeit 100 bis 110 Tage; maschinelle Ernte
  • Ertrag: 0,6 bis 2,9 Tonnen/Hektar in Mitteleuropa; enge Standortabhängigkeit
  • Besonderheiten: Ölgehalt zwischen 33 und 42 Prozent; Fettsäuremuster abweichend von dem der übrigen Cruziferen: höherer Alpha-Linolensäuregehalt (35 bis 45 Prozent), geringerer Erucasäureanteil (1 bis 2 Prozent), relativ hoher Gehalt an Eicosensäure (15 bis 20 Prozent); 25 bis 30 Prozent Rohproteingehalt vergleichbar mit
    Raps.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Lein

Lein oder Flachs (Linum) ist eine krautige Pflanze, die wertvolle Rohstoffe liefert.

Sein Anbau ist besonders in Wasserschutzgebieten geeignet, da er einen geringen Nährstoffbedarf hat, nitratunverträglich (Gülleausbringung ist unmöglich) und selbstunverträglich (kann nicht jährlich angebaut werden und verhindert somit Monokulturen) ist. Lein lässt sich industriell fast vollständig verwerten.

Die Langfasern können für hochwertige Textilien (Kleidung), die Kurzfasern für den textilen und für den technischen Bereich (Asbestersatz, Geotextilien) genutzt werden. Leinöl kann als Lebensmittel Anwendung finden (Speiseöl, Öl).
Auch für Pharmazeutika, Naturfarben, Lacke, Firnisse, Seifen, Linoleum und indirekt und für Weichmacher in Kunststoffolien kann Faserlein als nachwachsender Rohstoff dienen. Der beim Ölpressen anfallende Ölkuchen ist ein wertvolles eiweißhaltiges Viehfutter. Innerhalb der EU wird der Anbau von Faserlein gefördert, da sich verstärkte Absatzchancen bemerkbar machen.

siehe: Sanfte Chemie

Autor: KATALYSE Institut

Landwirtschaftsklausel

Bundes- und Landesnaturschutzgesetze enthalten durchweg Formulierungen, die die land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung gegenüber dem Naturschutz privilegieren.

Hierbei wird keinerlei Unterscheidung zwischen konventionellem Landbau und ökologisch notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung von natürlichen Biotopen vorgenommen. Diese auch als Agrarprivileg bezeichneten L. sind politisch sehr umstritten, da die Landwirtschaft als Hauptverursacher des Artensterbens und als bedeutender Grundwassergefährder (Pestizide, Grundwasser) gilt.
Ihre Streichung würde allein jedoch noch keine effektive Änderung der rechtlichen Stellung des Naturschutzes gegenüber der Landwirtschaft erbringen. Hierzu bedürfte es weitergehender Änderungen in der Landwirtschaft und eines Abbaus des Vollzugsdefizites im Naturschutz.

Autor: KATALYSE Institut

Landwirtschaftliche Technik

Synonym Landtechnik. L. beinhaltet die Planung, Produktion und den Einsatz von Landmaschinen und landwirtschaftlichen Gebäuden.

Sie ist hauptsächlich auf den konventionellen Landbau ausgelegt. Spezielle Geräte für den alternativen Landbau werden z.T. in Selbsthilfe von Landwirten entwickelt. Der in letzter Zeit steigende Einsatz von immer schwereren Maschinen führt zu Bodenverdichtungen und einer Störung der Bodenorganismen.

siehe: Spritzgeräte

Autor: KATALYSE Institut

Landwirtschaft

Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung.

Große Umweltprobleme gehen vom Konventionellen Landbau aus (Agrarfabrik, Agrarpolitik, Integrierter Pflanzenbau, Massentierhaltung).
Nachhaltige L.: alternativer Landbau, ökologischer Landbau; Artgerechte Tierhaltung, Nachwachsende Rohstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Kunstdünger

siehe: Mineraldünger, Düngemittel

Autor: KATALYSE Institut

Kümmel

Kümmel ist eine zweijährige Pflanze von 30 bis 80 cm Höhe mit mehrfach fiederteiligen Blättern und weißen Blüten. Sie wächst auf mageren Wiesen und an Wegrändern. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Blattrosette, im zweiten Jahr treiben die Blütenstängel mit zwei- bis dreifach fein gefiederten Laubblättern.

 

  • Systematik: Familie: Apiaceae (Doldengewächse), Art: Carum carvi
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zweijähriger Anbau, Selbstunverträglichkeit: Anbaupause von drei Jahren
  • Aussaat: Vorkultur von Jungpflanzen oder Aussaat von Februar bis Juni; 70 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzüge bei 10 Tonnen/Hektar (Früchte, Kraut): Stickstoff: 85 kg/ Hektar, Phosphat: 39 kg/ Hektar, Kalium: 94 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Sclerotinia, Fusariosen, Schädlinge: Kümmelmotte, Gallmilbe, Läuse; Sonstige: Mäuse, Hasen, Rehe
  • Ernte: maschinell Ende Juni bis Mitte Juli
  • Qualitätsmerkmale: ätherisches und fettes Öl
  • Ertrag: ein bis zwei Tonnen/Hektar
  • Besonderheiten: gute Kalkversorgung notwendig, gute Vorfruchtwirkung für Getreide
  • Wirkspektrum: blähungsreduzierend, verdauungsfördernd, krampflösend.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Kulturlandschaft

Durch menschliche Einwirkungen strukturell veränderte Naturlandschaft.

Letztere befindet sich im ökologischen Gleichgewicht, während es in der K. bei falscher Nutzung gestört ist. In der Industrielandschaft (= Funktions- oder Produktionslandschaft) als dritter Stufe treten starke Störungen des ökologischen Gleichgewichts auf.

Autor: KATALYSE Institut

Krapp

Krapp ist ein ausdauerndes Rötegewächs, dessen vierkantiger Stengel bis zu 2 Meter lang wird und mit kleinen Widerhaken ausgestattet ist. Die langzettlichen Blätter sind zu viert bzw. zu sechst im Quirl angeordnet. Ausbildung von tiefsitzenden langen Rhizomen; außen rot und innen gelb gefärbt.

 

  • Systematik: Familie: Rubiaceae, Art: Rubia tinctorum L.
  • Herkunft: Südeuropa, Kleinasien
  • Klimaansprüche: feuchtes und warmes Klima; Pflanze ist frosthart
  • Anbausystem: nach Hackfrüchten und vor Sommergetreide, ausdauernde Kultur
  • Aussaat: Aussaat März bis April; gleichmäßigere Bestände durch Auspflanzung von vorgezogenen Pflanzen oder Wurzelstockteilen im Herbst oder Frühjahr
  • Düngung: hoher Nährstoffbedarf: Stickstoff 120 bis 160 kg/Hektar, Phosphat: 100 kg/Hektar, Kalium: 240 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: langsame Jugendentwicklung, daher ist im ersten Jahr eine Unkrautbekämpfung erforderlich
  • Ernte: Ernte der Wurzeln mit einem Siebkettenroder; Waschen, Schneiden und Trocken
  • Ertrag: 1,5 Tonnen trockene Wurzeln/Hektar, Farbstoffgehalt maximal zwei Prozent der Trockenmasse
  • Besonderheiten: Gewinnung eines intensiv roten Farbstoffes. Der Farbstoff wird aus der Wurzel der Färberröte (Rubia tinctoria) gewonnen. Der Hauptfarbstoff Alizarin kann mit Hilfe von Beizen auf Fasern, z.B. Wolle aufgebracht werden. Nachdem die synthetische Herstellung von Alizarin aus Erdöl möglich wurde, brach der Anbau in Frankreich und in der Magdeburger Börde völlig zusammen. Heute wird der Krappfarbstoff in der Herstellung von Naturfarbenherstellern in Beschichtungsmaterialien und für die Textilfärbung verwendet.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Koriander

Koriander ist eine einjährige, etwa 60 cm hochwachsende Pflanze mit gefiederten, hellgrünen Blättern. Die Blüten sind kleinen weiß bis rötlich in Doppeldolden und die Früchte sind braun bis strohgelb und können 1,5 bis 5 Meter groß werden.

  • Systematik: Familie: Araliaceae (Efeugewächse), Art: Coriandrum sativum
  • Herkunft: Südeuropa
  • Klimaansprüche: subtropisch bis gemäßigt, keine Temperaturen <9°C
  • Anbausystem: einjähriger Anbau, Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Düngung: Stickstoff: 10 kg/ Hektar; Phosphat 20 kg/ Hektar, Kalium: 40 kg/ Hektar
  • Aussaat: Früchte und Vorkultur: Februar/März; Anfang April als Drillsaat; 4 bis 5 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusariumwelke, Rost; Schädlinge: Blattwanzen; Sonstige: Doldenbrand
  • Ernte: maschinell bei rotbraunen Früchten im Juli/August
  • Ertrag: Früchte: 1,2 bis 2,0 Tonnen/Hektar; Stroh/Spreu: 2,4 Tonnen/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerbstoffe und fettem Öl mit kurzkettigen Fettsäuren
  • Wirkspektrum: krampflösend, durchblutungsfördernd, Anregung der Magensaftsekretion.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Konventioneller Landbau

Der K. ist die derzeit übliche moderne Landbaumethode.

Kennzeichen sind: intensive Bodennutzung, Spezialisierung, Konzentration von landwirtschaftlichen Betrieben, hoher Kapital- und Energieeinsatz (Agrochemikalien), Entkoppelung von Vieh- und Ackerbau (Massentierhaltung, Hormone, Futtermittelzusätze), Monokulturen und aggressiver Einsatz von landwirtschaftlicher Technik. Diese Form der Landwirtschaft ist die Folge der Agrarpolitik in Deutschland sowie der EG. Heute ernährt ein Landwirt durchschnittlich 28 Menschen, 1950 waren es noch 4.
Die Folgen für die Umwelt sind:
- Belastung des Bodens und in der Folge auch des Grund- und Trinkwassers durch den Einsatz von Herbiziden, Pestiziden, schwermetallbelasteten Klärschlämmen, nitrathaltiger Gülle und Düngemitteln, die Nitrate, Phosphate und Schwermetalle (v.a. Blei, Zink, Kupfer und Quecksilber) enthalten. Der Einsatz von Dünger stieg in der BRD von 1960 bis 1988 um 75%, der von Pflanzenschutzmitteln sogar um 285%.
- Verminderung der Bodenfruchtbarkeit durch bestimmte Feldfrüchte (z.B. Futtermais), die den Boden übermäßig beanspruchen. Auch Monokulturen (v.a. beim Getreideanbau) und das Fehlen von Fruchtfolgen führt zum Auslaugen der Böden.
- Bodenerosion durch großflächige Monokulturen ohne Hecken und Windschutzvorrichtungen, insb. bei Mais, Hopfen, Raps, Weizen und anderen Getreiden, sowie von Überweidung durch Ziegen und Schafe, v.a.in den Mittelmeerländern (Erosion).
- Erhebliche Boden- und Luftbelastung durch Gülle (natürlicher Dünger, insb. Schweinemastgülle) und Kunstdünger: es kommt zu Verätzungen von Pflanzen und zu Geruchsbelästigung (Olf) durch Ammoniak in der Umgebung von Mastgroßbetrieben. Das aus der Gülle ausgewaschene Ammonium ist mitverantwortlich für das Waldsterben, das aus Gülle und Kunstdünger entweichende Methan trägt maßgeblich zum Treibhauseffekt bei.
Durch Überdüngung setzen Mikroorganismen verstärkt N2O (Distickoxid, Lachgas) frei, das ebenso den Treibhauseffekt verstärkt.
Durch Einsatz von schweren Maschinen kommt es außerdem zu Lärmbelästigungen und Bodenverdichtungen: Hohlräume werden verschlossen, Wasser kann nicht mehr einsickern (Versickerung). Der K. wurde zudem zum Energieverbraucher im großen Stil. Durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume (z.B. das Trockenlegen von Feuchtwiesen) wird das Artensterben verstärkt.
Nicht zuletzt hat der K. natürlich auch entscheidenden Einfluß auf die Qualität der produzierten Nahrungsmittel (Nahrungskette).
Prinzipiell unterscheidet sich die Landwirtschaft der ehemaligen DDR nicht von dem K. des Westens. Allerdings wurde der Wandel von der bäuerlichen Landwirtschaft zu Agrarfabriken im Osten wesentlich flächendeckender und systematischer vollzogen.
Die Folge waren LPGs und VEGs mit Produktionseinheiten mit Durchschnittsgrößen von 5.000 ha und Viehbeständen von durchschnittlich 2.000 Milchkühen, 5.000 Mastrindern oder 24.000 Mastschweinen bei scharfer organisatorischer Trennung von Pflanzenproduktion und Tierhaltung.
Direkte Folgen auf die Umwelt sind z.B., daß im Gebiet der ehemaligen DDR heute 1,2 Mio Menschen Wasser trinken müssen, dessen Nitratgehalt die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung zeitweise oder ständig übersteigt. Am härtesten betroffen sind die ehemaligen Bezirke Halle, Gera, Chemnitz und Leipzig. 400.000 Menschen müssen nach vorsichtigen Schätzungen von Experten mit Pestiziden verseuchtes Wasser trinken.
Nach Vorstellung des Landwirtschaftsministeriums soll die ehemalige DDR zum agrarstrukurell schlagkräftigsten Gebiet Europas gemacht werden, in dem kein privater Bauer unter 200 ha zu wirtschaften anfange. Laut Minister Kiechle sollten zwischen Oktober 1990 und Ende 1991 50% der 800.000 Landarbeitskräfte ihre Arbeit verlieren.
Eine ganze Reihe politischer Bestrebungen versucht in jüngster Zeit, den umweltschädigenden Auswirkungen des "industriellen" K. zu begegnen: durch Verminderung und Verbote von Pestiziden (z.B. Atrazin), die Förderung von Flächenstillegungen oder des ökologischen Landbaus, durch die Wiedereinrichtung oftmals trockengelegter Feuchtgebiete oder den gezielten Anbau nachwachsender Rohstoffe (öl- und gasliefernde Pflanzen).

siehe auch: Alternativer Landbau

Autor: KATALYSE Institut