Ricin

Das Toxin wird aus der Christuspalme (Ricinus communis) gewonnen. R. blockiert die zelluläre Proteinsynthese, ist aber weniger giftig als Botulinum- oder Entero-Toxin.

Höhere Dosierungen führen innerhalb von zwei Tagen zu Lungenödemen, Zyanose und schließlich zu Atemversagen. Eingenommenes R. kann innere Blutungen auslösen.

Therapie: Nur adjuvant.
Impfung: Derzeit nicht möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Resistenz

R. ist die Fähigkeit eines Organismus den Angriff eines potenziellen Erregers bis zu einem bestimmten Grade abzuwehren oder der Wirkung eines schädlichen Agens (z.B. eines Pflanzenschutzmittels) zu widerstehen.

Resistenzen werden nach Antibiotika-R., Pathogen.-R und Virus-R. usw. unterschieden.

Organismen können durch Mutation und Selektion resistent werden. Bakterielle Krankheitserreger können eine Antibiotikum-Resistenz entwickelt und die Behandlung von Infektionskrankheiten erschweren.

Einige Unkräuter sind inzwischen gegen Herbizide, Insekten gegen Insektizide oder Pilze gegen Fungizide resistent.

Zum Schutz gegen Infektionen, die bei Kulturpflanzen große Ernteschäden anrichten können, werden sogenannte Resistenzzüchtungen an den pflanzen vorgenommen. Die Faktoren, die für eine bestimmte R. zuständig sind werden gezielt in den Pflanzen gezüchtet. Klassischerweise werden Wildpopulationen oder primitive Sorten, die noch Resistenzgene aufweisen für diese Züchtung eingesetzt. Nachteile können geringere Ernteerträge und toxische Inhaltsstoffe sein, die erst durch aufwendige Rückkreuzungen beseitigt werden müssen.

Bei der "In-vivo-Selektion" werden Zellkulturen aus den einzelnen Kulturpflanzen hergestellt, die Stressfaktoren ausgesetzt werden. Die überlebenden Zellen bilden gegen den Stressfaktor eine R. aus, die nach Regeneration der Zellen wieder ganze Pflanzen mit den entsprechenden R. bilden.

Mit Hilfe der gentechnischer Methoden kann der langwierige Züchtungsprozess zur Herstellung von R. in Kulturpflanzen enorm abgekürzt werden. Genmanipulierte Pflanzen sind jedoch aufgrund ihrer unwägbaren Risiken und einer nicht mehr möglichen Rückholbarkeit nach der Freisetzung in die Umwelt abzulehnen.

Die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegen Krankheitserreger bezeichnet man als Immunität und umfasst die Anpassung des Immunsystems an die Krankheitserreger.

Autor: KATALYSE Institut

Reinigungsmittel

Eine unübersehbare Vielfalt an Pflege- und R. wird heute dem Verbraucher angeboten. Die Palette reicht vom Backofenspray über Mülleimerdeos bis zum Desinfektionsreiniger.

Fast alle R. gelangen nach ihrem Gebrauch ins Abwasser und belasten Kläranlagen (Abwasserreinigung) und Vorfluter. Wie auch bei den Waschmitteln sind unter den Inhaltsstoffen von R. insb. die Tenside als umweltrelevante Schadstoffe zu nennen.

Anders als dort ist in einigen Produkten noch das eutrophierende Phosphat (Spülmittel) zugegen. Einige R. enthalten aktive Chlorverbindungen (Sanitärreiniger) und tragen zur AOX-Belastung des Abwassers bei. Wieder andere wirken aufgrund ihrer hohen Alkalität (ph-Wert, Rohrreiniger) korrosiv auf Mensch und Materialien. Gefahren gehen auch von lösemittelhaltigen Produkten (Fleckentferner, Bodenbehandlungsmittel, Putzmittel) aus.

Nur ein kleiner Teil der auf dem Markt offerierten R. ist wirklich nötig. Praktisch alle haushaltsüblichen Reinigungsvorgänge lassen sich mit Seife, einem milden Allzweckreiniger, Scheuermittel, Spülmittel sowie Essig(reiniger) und Alkohol (Spiritus) auf preiswerte und relativ umweltschonende Weise erledigen.

Autor: KATALYSE Institut

Pappel

Die Pappel - auch Espe genannt - ist ein Pionierbaum mit geringen Ansprüchen an Boden und Klima. Sie bruacht viel Lichtund steht häufig auf freien Flächen. Die Pappel wird meist um 20 Meter hoch und hat ihr Wachstum bereits mit 60 Jahren beendet. Die vegetative Vermehrung findet über Stecklinge oder Gewebekultur statt.

  • Systematik: Familie: Salicaceae, Arten: Populus trichocarpa (= Balsampappel); Populus tremula (= Espe/Aspe/Zitterpappel). Ist die in Mitteleuropa am meisten verbreitete Pappelart. Weitere Arten: die seltene Schwarzpappel (Populus nigra) und die Silber-Pappel (Populus alba).
  • Herkunft: Nordamerika, Europa, Asien
  • Klima: Vegetationszeit >130 Tage, Temperatur in der Vegetationszeit> 13°C
  • Anbausystem: beste Wuchsleistung auffrischen, lockeren Lehm- und Sandböden; Beikrautregulierung im Pflanzjahr mechanisch oder chemisch erforderlich, ggf. Mäusebekämpfung; Umtriebszeit 4 bis 10 Jahre; Manuelle oder maschinelle Pflanzung, 3.500 bis 7.000 Pflanzen/Hektar.
  • Düngung: in der Regel nicht erforderlich
  • Pflanzenschutz: Rostpilzbefall bei feuchtem Frühsommer möglich, dadurch Ertragseinbußen wegen vorzeitigem Blattfall; Schneebruch- und Frostgefahr bei Balsampappeln.
  • Ernte: Ernte mit Mähhäcksler bei maximal 7 bis 8 cm Stockdurchmesser
  • Ertrag: 10 bis 15 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag
  • Besonderheiten: In Siedlungsnähe nur männliche Pappeln anbauen, da der Samenflug weiblicher Pappeln Allergien auslösen und Filter verstopfen kann; nicht auf drainierten Standorten pflanzen, da das Wurzelsystem der Pappel Drainagerohre verstopft.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Ölpalme

Die Ölpalme ist ein Schopfbaum, der eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen kann. Er besitzt Fruchtstände mit bis 4.000 Steinfrüchten und hat eine Lebensdauer von 80 bis 200 Jahren.

  • Systematik: Familie: Palmae (Palmen), Art: Elaeis guineensis Jacq.
  • Herkunft: tropischer Regenwaldgürtel Westafrika; teils auch im tropischen Mittel- und Südostamerika vermutet.
  • Klima: feuchte Tropen; Temperatur 24 bis 28°C; jährliche Niederschläge 1.500 bis 1.800 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur ggf. Terrassierung; Bodenbedeckungspflanzen v.a. Leguminosen; anfangs Zwischenkulturen (Mais, Hirse)
  • Aussaat: Vorkeimung der Samen, nach dem ersten Jahr Auspflanzung, günstig zu Beginn der Regenzeit; in der Plantage ca. 150 Palmen/Hektar
  • Düngung: für 150 Palmen/Hektar bei 8 bis 15 Jahren: 190 kg Stickstoff, 25 kg Phosphor, 250 kg Kalium, 60 kg Magnesium: 100 kg Calcium.
  • Pflanzenschutz: wichtige Krankheitserreger sind Pilze; Insektenschädlinge z.B. Nashornkäfer, Palmbohrer; örtlich auch Ratten.
    Ernte: nach 4 bis 5 Jahren; ohne Trockenperiode ganzjährig, ansonsten ein- bis mehrmalig; Ernte durch Abschlagen der Früchte
  • Ertrag: Neupflanzungen (Malysia) bis 30 Tonnen/Hektar Fruchtstände, daraus 7 Tonnen Palmöl und 0,8 Tonnen Palmkernöl.
  • Besonderheiten: Fruchtfleisch enthält 45 bis 50 Prozent Palmöl mit hohem Ölsäure- und Palmitinsäuregehalt; Kerne enthalten 48 bis 52 Prozent Palmkernöl mit hohem Laurinsäure- und Myristinsäureanteil.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Rauchen

siehe Tabakrauch, Passivrauchen, Nikotin.

Autor: KATALYSE Institut

Öllein

Der Öllein ist ein einjähriges Kraut mit einer Wuchshöhe von 20 bis 80 cm. Die Pflanze ist stark verzweigt, besitzt einen rispigen Blütenstand, der über mehrere Wochen täglich neue Blüten öffnet. Die Frucht ist eine Kapsel mit bis zu zehn ölhaltigen Samen.

  • Systematik: Familie: Linaceae (Leingewächse), Art: Linum usitatissimum L.
  • Herkunft: Südwestasien (Öllein; Faserlein: mediteraner Raum, Nordafrika)
  • Klima: kontinental; Temperaturminimum für Keimung etwa 3°C, spät frosttoleranz (-3 bis -5°C); Niederschläge 120 mm Mai bis Juni; Langtagspflanze
  • Anbausystem: selbstunverträglich, Anbauabstände von 5 bis 6 Jahren notwendig (Leinmüdigkeit)
  • Aussaat: März, spätestens Anfang April; bei ökologischem Anbau erst Mitte April wegen Vorsaat-Unkrautbekämpfung; Bestandesdichte 200 bis 450 (z.T. bis 800) Pflanzen pro m2
  • Düngung: spezielle Düngung nicht unbedingt notwendig; Stickstoff: 40 bis 60 kg/Hektar; Phosphor: 90 kg/Hektar; Kalium: 120 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Beikrautbekämfpung während Jugendentwicklung notwendig; Saatgutbeizung als Vorbeugung gegen verschiedene Erreger; Hauptschädling Leinerdfloh
  • Ernte: Ende August bis Ende September; maschinell
  • Ertrag: 1,6 bis 2,5 max. 4,0 Tonnen Samen/Hektar;
  • Besonderheiten: Samen enthalten ca. 30 bis 48 Prozent Leinöl, Fettsäuremuster: 40 bis 68 Prozent, Linolensäure, 15 bis 30 Prozent Ölsäure, 10 bis 30 Prozent Linolsäure; ökologischer Anbau als nachwachsender Rohstoff möglich.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Quecksilberthermometer zerbrochen! Was nun?

Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Zimmertemperatur flüssig ist und bei Luftkontakt leicht verdampfen kann. Quecksilberdämpfe sind äußerst giftig – die Einatmung von nur 0,1 - 1 mg täglich führt zu chronischen Vergiftungen, da 80 Prozent des eingeatmeten Quecksilbers vom Körper aufgenommen und nur ungefähr 20 Prozent wieder ausgeatmet werden.

Flüssiges Quecksilber – sollte es dagegen versehentlich verschluckt werden – wird vom Magen-Darm-Trakt zu über 90 Prozent wieder ausgeschieden.

Da die Quecksilbermenge in einem Thermometer jedoch gering ist (ca. 1 g), kommt es bei deren Freisetzung wahrscheinlich nicht zu akuten oder chronischen Vergiftungserscheinungen. Trotzdem sollte die Gefahr des Einatmens umgehend minimiert und das Quecksilber möglichst rückstandslos entfernt werden. Dabei sind folgende Sicherheitsvorkehrungen zu beachten:

  • Nicht über den vom Quecksilber verseuchten Bodenbereich laufen!
  • Quecksilberdampfverwirbelungen vermeiden! Deshalb: Keinen Staubsauger einsetzen! Aufgewirbelten Dampf durch Lüften entfernen.
  • Einweg-Handschuhe tragen, um eine Aufnahme über die Haut zu verhindern.
  • Schmuck ablegen, da das Quecksilber mit vielen Metallen (darunter auch Gold und Silber) sofort chemische Verbindungen, so genannte Amalgame, bildet.

Es gibt folgende Möglichkeiten, das Quecksilber zu entfernen:

1. Zusammenbringen der Quecksilbertröpfchen durch:

  • Zusammenschieben mit einem festen Blatt Papier
  • Zusammenkehren mit einem Pinsel oder Bürstchen

2. Mechanische Aufnahme des Quecksilbers durch:

  • Aufsaugen mit einer Einwegspritze, einer Pipette oder einem Schwamm
  • Entfernen mit Hilfe eines breiten Klebebands

3. Mit Spezialverfahren:

  • Die mit Quecksilber benetzte Fläche mit einem Schnellabsorber (z.B. Mercurisorb, in Apotheken erhältlich) überstreuen und anschließend mit einem den Packungen beigefügten Pinsel gut vermischen. Dieses Absorptionsmittel bindet in weniger als fünf Minuten die gewichtsgleiche Menge des Metalls.
    Nach der Aufnahme des Quecksilbers alle Materialien, die damit in Kontakt gekommen sind, und das Quecksilber selbst in ein verschließbares Glasgefäß, Plastikbehälter oder eine Plastiktüte füllen und mit Klebeband verschließen. Diese quecksilberhaltigen Abfälle gehören zum Sondermüll und können über Apotheken entsorgt werden – sie gehören keinesfalls in den Hausmüll!

Falls es Körperkontakt mit Quecksilber gab:

  • Bei Verdacht einer Quecksilbervergiftung grundsätzlich einen Arzt konsultieren.
  • Nach Einatmen von Quecksilberdampf sofort an die frische Luft gehen und einen Arzt konsultieren.
  • Nach Hautkontakt die betroffenen Stellen intensiv waschen.
  • Bei Augenkontakt mit Quecksilber gründlich mit Wasser ausspülen und einen Augenarzt konsultieren.
  • Nach Verschlucken von Quecksilber 1-2 Gläser Wasser trinken, aber kein Erbrechen auslösen (so das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) und einen Arzt konsultieren.
  • Kleidung, die mit Quecksilber getränkt ist, sofort ausziehen.

UNSER TIPP: Kaufen Sie sich ein digitales oder ein Alkohol-Fieberthermometer! Damit sind Sie dann für immer auf der sicheren Seite – für ca. 10 Euro.

Weitere Informationen unter:

  • Giftnotrufzentrale Berlin (Tel. im Notfall: 030 / 19 240, für allg. Anfragen: 030 / 30 686-711)
  • www.dguv.de/bgia/stoffdatenbank
  • www.chemiekalienlexikon.de

Autor: KATALYSE Institut

Ölbaum

Der Ölbaum ist ein immergrüner, trockenresistenter Baum von 10 bis 20 Meter Höhe, der ein intensives Wurzelwerk, zweisamige,weiß-grüne bis schwarz-blaue Steinfrüchte (Oliven) trägt.

  • Systematik: Familie: Oleaceae (Ölbaumgewächse), Art: Olea europaea L. ssp. europaea
  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Klima: mediterran; Jahresmitteltemperaturen von 15 bis 20°C, frostempfindlich; Jahresniederschlag 500 bis 700 mm, mindestens 200 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur; Trockenanbau oder intensiv unter Bewässerung
  • Aussaat: Ausbringen von Samen August bis September in Anzuchtkästen; Vermehrung vegetativ durch Pfropfung; Pflanzdichte: etwa 100 bis 300 Bäume/Hektar unter Bewässerung, etwa 20 bis 100 Bäume/Hektar im Trockenanbau.
  • Düngung: Nährstoffzufuhr je Baum zweckmäßig: 0,5 bis 1 kg Stickstoff; 0,13 bis 0,16 kg Phosphor; 0,4 bis 0,8 kg Kalium; Verdopplung der Mengen für sehr ertragreiche Sorten.
  • Pflanzenschutz: Hohe Widerstandsfähigkeit; größte Verluste durch Insekten wie Olivenfliege, Olivenmotte, Schildläuse.
  • Ernte: erste Ernte im dritten bis fünften Standjahr, in Extensivpflanzungen ggf. erst im zwanzigsten Jahr; geerntet wird Dezember bis Februar durch Abstreifen oder Abschütteln mit Geräten oder Handernte
  • Ertrag: im Mittelmeerraum 100 bis 700 Tonnen/Hektar, nur jedes zweite Jahr Volltracht maximal 12 Tonnen/Hektar (Kalifornien).
  • Besonderheiten: Fruchtfleisch enthält 23 bis 60 Prozent, der Kern 10 bis 15 Prozent Rohfett; das Öl der gesamten Olive besteht zu 60 bis 85 Prozent aus Ölsäure, 4 bis 15 Prozent Linolsäure; Rohproteinanteil 5 bis 6 Prozent; Olivenöl ist reich an Provitamin A und Tocopherol (Vitamin E).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Quasiberufskrankheit

Seit 1963 gibt es die Möglichkeit, auch nicht in der Liste der Berufskrankheiten stehende Krankheiten im Einzelfall wie Berufskrankheiten zu entschädigen.

Es handelt sich um Krankheiten, für die im geltenden Berufskrankheiten-Verzeichnis noch nicht im ausreichenden Maße arbeitsmedizinische und epidemiologische Erkenntnisse vorliegen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologischer Landbau

(Syn.: Organisch-biologischer Landbau, alternativer Landbau). Der Ö. versteht den landwirtschaftlichen Betrieb als ein mehr oder weniger geschlossenes Ökosystem.

Ziel ist es die landwirtschaftliche Produktion mit möglichst geringem Verbrauch an nicht erneuerbaren Hilfsquellen; Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe, Hilfs- und Produktionsmittel für die wirtschaftende Tätigkeit des Menschen.Ressourcen durchzuführen. Der ökologisch wirtschaftende Betrieb orientiert sich dementsprechend am Leitbild eines möglichst geschlossenen Nährstoffkreislaufes im Betrieb, d.h. die Erträge und Aufwendungen von Ackerbau und Viehhaltung bilden ein gekoppeltes System: die Ernährung der Tiere erfolgt überwiegend mit hofeigenen Futtermitteln, die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert den Ackerflächen, von denen sie letztlich stammen, rückgeführt.

Der Einsatz zugekaufter, betriebsfremder Futtermittel ist im Ö. nach Eine A. umfasst alle Lebewesen, die sich miteinander fortpflanzen können; es ist eine potentielle Fortpflanzungsgemeinschaft.
Art und Menge begrenzt. Damit es nicht zu einem Nährstoffüberschuß kommt, der zur Belastung von Als U. werden, geprägt durch deutlich anthropogene Sichtweise, die den Menschen umgebenden Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) mit den dort lebenden Organismen in ihrer Gesamtheit bezeichnet.Umwelt und Grundwasser führen kann, darf die Tierzahl pro Fläche von z.B. zwei Milchkühen pro Hektar nicht überschritten werden. Der für das Pflanzenwachstum notwendige Stickstoff wird über den Anbau von Leguminosen, welche mit Hilfe von symbiontischen Bakterien Luftstickstoff binden, in den Boden gebracht.

Aus diesem Grund ist ein gewisser Anteil an Leguminosen in der Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge (20 - 25% Hauptfruchtleguminosen) unabdingbar. Mineralische Stickstoffdünger dürfen im Ö. nicht eingesetzt werden, synthetische Mineraldünger, Pestizide zur Vernichtung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 17.000 Tonnen H. (Pflanzenvertilgungsmittel) in der Land- und Forstwirtschaft gegen „Unkräuter“ eingesetzt. Herbizide sowie P. sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind. Der Begriff P. steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel.Pestizide sind ebenfalls nicht zulässig, wie auch die tiefe Bodenwendung mit dem Pflug abgelehnt wird.

Die durch Entnahme und Verkauf von Erntegut entstehenden Nährstoffverluste können durch Zukauf organischer Dünger ersetzt werden. Als Mineralstoffgaben werden P, S, K, Ca und Mg enthaltende Gesteine in Form von Gesteinsmehl auf den Boden aufgebracht, wie z.B. Basalt, Granit, Gneis u. Porphyr (Si), Silikatgestein, Patentkali und Holzasche (K), Kalkstein, Der Begriff Kreide hat zwei Bedeutungen. Zum einem ist es weißer Kalkstein, der besonders in England, Nordfrankreich, Dänemark und Norddeutschland abgelagert wurde. Andererseits beschreibt der Begriff des Erdzeitalter der Kreide, das vor etwa 135 Mio. Jahren begann.Kreide, Mergel (Ca) und Silikatgestein, Dolomit (Mg).

Das zentrale Gestaltungselement des ökologischen Ackerbaus ist die Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge. Unter Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge versteht man die Anbaufolge verschiedener Kulturen (die auch Hackfrüchte und Leguminosen mit einbezieht). Da verschiedenen Kulturpflanzen unterschiedliche Ansprüche an den Boden stellen gilt es, die Wirkungen der Vorfrucht mit den Ansprüchen der nachfolgenden Frucht auf möglichst optimale Weise abzustimmen.
Eine ausgewogene Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge ist unerlässlich für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die vorbeugende Unkraut- und Schädlingsbekämpfung. Die Planung einer Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge, die den Ansprüchen der einzelnen Kulturen Rechnung trägt, muss Standortverhältnisse, pflanzenbauliche Faktoren, Ackerflächenverhältnisse, Futterbedarf, Arbeitskapazitäten sowie betriebs- und marktwirtschaftliche Aspekte in Einklang bringen.

 

Fehler bei der Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge wirken sich im Ö. besonders stark aus, weil sie nicht ohne weiteres durch Einsatz von Betriebsmitteln kompensiert werden dürfen. Dem Schädlingsbefall wird durch die Wahl resistenter Arten, durch den Erhalt von Hecken und Rainen (Lebensraum von Fraßfeinden der Schädlinge) sowie dem Verzicht auf Monokulturen auf Ö.-Höfen vorgebeugt.
Als Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).Insektizide werden u.a. Brennesseljauche, Algenkalk u. Silikatgesteinmehl (als Bei S. handelt es sich um in der Luft verteilte, feste Teilchen, die je nach Größe in Grob- und Fein-S. unterschieden werden.Staub) sowie pflanzliche Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).Insektizide (Quassia, P. ist ein natürliches Insektizid (chemisch: Ester sekundärer Alkohole), das aus Chrysanthemenblüten gewonnen wird und schon den Römern als "persisches Insektenpulver" gegen Läuse und Flöhe half. Pyrethrum, Rotenon) eingesetzt. Als Chemikalien zur Bekämpfung parasitärer Pilze und unerwünschter Mikroorganismen in der Landwirtschaft sowie bei Textilien, Teppichen, Farben, Futtermitteln und in der Medizin.Fungizide sind Chemisches Element der VI. Hauptgruppe, Ordnungszahl 16, leuchtendgelbe Kristalle, Dichte 1,96 g/cm3, Nichtmetall. Schwefel und Kupfersalze erlaubt.
Gesetzliche Bestimmungen: In der EWG-VO Nr. 2092/91 des Rates über den Ö. und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel sind Erzeugungs- u. Kennzeichnungs-Vorschriften erlassen. Dort sind die Grundregeln des Ö. geregelt, die während einer Umstellzeit von mindestens zwei bzw. drei Jahren befolgt werden müssen.
Sie beinhalten Hinweise zur siehe Melioration.Bodenverbesserung und zur Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden. Erzeugnisse des Ö. dürfen nach der VO nicht mit ionisierenden Strahlen behandelt oder mit gentechnischen Methoden hergestellt werden.
Erzeugnisse aus Ö. werden durch die in den EU-Mitgliedsstaaten gebräuchlichen Angaben - in Deutschland: „Öko“ und „Bio“ - gekennzeichnet. Seit Herbst 2000 ist der Gültigkeitsbereich dieser VO auch auf den Bereich der Tierhaltung und tierische Lebensmittel erweitert worden.
Im Jahr 2002 wurden 696.978 Hektar, dass entspricht 4,1 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands im Ö. von 15.626 Betrieben (das sind rund 3,3 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe) bewirtschaftet. Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus Ö. ist in den letzten Jahren stark gestiegen und beträgt derzeit etwa 2 Prozent des gesamten deutschen Lebensmittelumsatzes. Rund ein Drittel der Ökoprodukte werden im Lebensmitteleinzelhandel verkauft.

Willer/Lünzer/Haccius: Ökolandbau in Deutschland; Sonderausgabe Nr. 80 der Stiftung Ökologie und Landbau, Bad Dürkheim 2002
Lit.: EWG-VO Nr. 2092/91 des Rates über den ökologischen Landbau u. die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse u. Lebensmittel vom 24.6.1991
AGÖL - Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (Hrsg.): Rahmenrichtlinien für den ökologischen Landbau - Richtlinien der AGÖL für eine gemeinsame Grundlage der angeschlossenen Anbauverbände; 1996
Manuel Schneider: Mythen der Landwirtschaft - Fakten gegen Vorurteile, Irrtümer und Unwissen - Argumente für eine ökologische Agrarkultur; Verlag Stiftung Ökologie & Landbau, Bad Dürkheim, 2000

Autor: KATALYSE Institut

Psychopharmaka

Arzneimittel, welche die Psyche beeinflussen, z.B. Aufputschmittel, Beruhigungsmittel, Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, Betablocker, Tranquilizer.

Autor: KATALYSE Institut

Nutzwald

siehe Stichwörter: Forstwirtschaft, Waldfunktionen, Waldpflege

Nutzpflanzen

Nutzpflanzen sind in Kultur (Ackerbau) genommene Pflanzen, die als Nahrungsmittel, Futtermittel für (Nutz-)Tiere oder als nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Die heute überwiegend genutzten Nutzpflanzen sind kultivierte Sorten, die entzweder durch Züchtung oder gentechnische Methoden (Gentechnik) in Ertrag und Resistenzen optimiert werden. Wild wachsende Nutzpflanzen werden überwiegend noch von den verbliebenen Naturvölkern genutzt.

Viele heutige, heimische Nutz- und Kulturpflanzen wurden nach Eroberungen und Entdeckungen nach Mitteleuropa eingeführt. Beispielsweise stammt die Kartoffel aus den Andenländern, der Mais aus Mexiko, die Sonnenblume aus den südwestlichen USA und der Weizen aus dem Nahen Osten.

Hier finden Sie eine Auswahl von heimischen und tropischen Nutzpflanzen mit ihrem landwirtschaftlichen Profil:

  • Arnika
  • Basilikum
  • Baumwolle
  • Brennessel
  • Chinaschilf
  • Eibisch
  • Engelwurz
  • Eukalyptus
  • Faserlein
  • Gelber Enzian
  • Hanf (Cannabis)
  • Henna
  • Indigofera
  • Johanniskraut
  • Jojoba
  • Jute
  • Kamille
  • Kartoffel
  • Kenaf
  • Kokospalme
  • Koriander
  • Krapp
  • Kümmel
  • Leindotter
  • Mais
  • Majoran
  • Maniok
  • Mariendistel
  • Mohn
  • Niembaum
  • Ölbaum
  • Öllein
  • Ölpalme
  • Pappel
  • Parakautschukbaum
  • Pfefferminze
  • Raps
  • Rharbarber
  • Ringelblume
  • Sachalin-Staudenknöterich
  • Soja
  • Sonnenblume
  • Sonnenhut
  • Topinambur
  • Waid
  • Wau
  • Weide
  • Weizen
  • Wolfsmilch
  • Wurzelzichorie
  • Zitronenmelisse
  • Zuckerhirse
  • Zuckerrohr
  • Zuckerrübe

Autor: KATALYSE Institut

Niembaum

Der Niembaum ist ein immergrüner bis 20 Meter hoher Baum mit etwa 2,5 Meter Stammumfang und tiefreichenden Pfahlwurzeln. Er trägt männliche oder Zwitterblüten und einsamige, manchmal auch zweisamige, grün-gelbe Steinfrüchte.

  • Systematik: Familie: Meliaceae (Mahagonigewächse), Art: Antelaea azadirachta (L.) Adelbert (syn. Azadirachta indica Juss. )
  • Herkunft: Myanmar (Burma) und Indien
  • Klimaansprüche: Subtropen und semiaride Gebiete der Tropen, toleriert Temperaturen bis 50 °C, durchschnittlicher Jahresniederschlag 400 bis 1200 mm
  • Anbausystem: Straßen- oder Feldrainbaum, Plantagen möglich (Dauerkultur)
  • Aussaat/Pflanzung: Samen, Wurzelschösslinge; Verbreitung durch Vögel
  • Düngung: keine Düngung notwendig
  • Pflanzenschutz: Schäden durch bestimmte Insekten (Aonidiella oreintalis) insbesondere in einigen Teilen Afrikas möglich; Fraßschäden durch weidende Tiere (Ziegen, Kamele); manchmal durch Ratten und Stachelschweine
  • Ernte: ab vierten bis fünften Jahr beginnen die höchsten Erntemengen
  • Ertrag: durchschnittlich 20 bis 30 kg Früchte, bis 50 kg Früchte, in Extremfällen 150 kg im Jahr möglich; 350 kg Blätter pro Jahr
  • Besonderheiten: Ölgehalt in Samen 48 Prozent; insektizide Wirkstoffe (Azadirachtine) in Blättern und Samen; 100 kg Früchte ergeben wirksamen biologischen Pflanzenschutz für etwa ein Hektar landwirtschaftliche Fläche, bei dem bisher keine. Resistenzbildung aufgetreten ist.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Niem

Niem ist die Kurzbezeichnung für das Öl, welches aus dem subtropischen
Niembaum gewonnen wird.

Der Niembaum ist ein immergrüner Tiefwurzler, dessen Samen für die Herstellung eines biologischen Pflanzenbehandlungsmittels verwendet werden kann. Eine Resistenzbildung bei Niem ist bisher nicht aufgetreten, insektenfressende Nützlinge werden nicht beeinflußt und für Warmblüter ist Niem ungiftig. Niem bietet die Möglichkeit die Abhängigkeit von Pestizideinfuhren (Pestizidexport)zu verringern.

In China, Nicaragua und auf den Philippinen wird der
Niembaum zur Aufforstung verwendet. In Indien werden seit alters her die Inhaltsstoffe und das Niemöl für medizinische Zwecke genutzt.

Autor: KATALYSE Institut

Nematizide

Pestizide zur Bekämpfung von Bodenälchen (Nematoden).

In Monokulturen finden gerade Wurzelparasiten ideale Vermehrungsbedingungen und richten teilweise große Ernteschäden an. N. gehören unterschiedlichen chemischen Gruppen an (halogenierte Kohlenwasserstoffe, organische Phosphorverbindungen etc.). Da N., um wirken zu können, gut im Boden verteilt werden müssen, benutzt man Begasungsmittel oder in Wasser lösliche Substanzen. N. sind oft auch gegen Insekten und Pilze wirksam.

Autor: KATALYSE Institut

Nachwachsende Rohstoffe

Mit dem Begriff Nachwachsende Rohstoffe werden pflanzliche und tierische Rohstoffe beschrieben, die aus der Land- und Forstwirtschaft stammen, biologisch erneuerbar sind und nicht für Ernährungs- oder Fütterungszwecke genutzt werden, sondern stofflich oder energetisch genutzt werden.

Der Begriff der Nachwachsenden Rohstoffe stammt aus der Zeit der Ölkrise in den siebziger Jahren, in der sich erstmals die Verknappung der fossilen Rohstoffe (Erdöl, Erdgas usw.) abzeichnete und eine Diskussion in Gang setzte, die sich für alternative Energie- und Rohstoffquellen aus erneuerbaren Quellen aussprach. Mit Ende der Ölkrise kam diese Diskussion jedoch wieder schnell zu Erliegen.

Erst 1992 mit der EU-Agrarreform, die helfen sollte die Nahrungsmittelüberschüsse abzubauen, wurde das Thema Nachwachsende Rohstoffe durch die Möglichkeit des Anbaus von Nachwachsenden Rohstoffen auf Stilllegungsflächen (ehemalige Flächen der Nahrungsmittelerzeugung) erneut belebt. In Deutschland ist seit dieser Zeit ein starker Anstieg der Anbauflächen Nachwachsender Rohstoffe zu verzeichnen. Die Flächeninanspruchnahme stieg von 380.000 Hektar (1994) auf 1,56 Mio. Hektar im Jahr 2006, davon fast 400.000 Hektar auf Stilllegungsflächen. Einen weiteren Auftrieb erfuhren Nachwachsende Rohstoffe durch die seit 2005 stark steigenden Energie- und Kraftstoffkosten.

Anbauflächen Nachwachsender Rohstoffe in Deutschland im Jahr 2006:


  • Raps 1.100.000 Hektar
  • Energiepflanzen 295.000 Hektar (v.a.
    Mais, Getreide)
  • Stärke (v.a.

    Kartoffel und

    Weizen) 128.000 Hektar

  • Zucker 18.000 Hektar
  • Heilpflanzen 10.000 Hektar
  • Sonnenblumen 5.000 Hektar
  • Leinöl 3.000 Hektar
  • Faserpflanzen (Hanf, Flachs, Kenaf) 2.000 Hektar

Aus den Zahlen ist erkennbar, dass bisher nur wenige Nutzpflanzen in einen nennenswerten Anbau getreten sind, obwohl die Zahl und das Potenzial der Nutzpflanzen für die Gewinnung Nachwachsender Rohstoffe beträchtlich ist. Nachfolgend einige heimische und tropische Nutzpflanzen mit ihrem landwirtschaftlichen Profil, die als Nachwachsende Rohstoffe genutzt werden können:

  • Arnika
  • Basilikum
  • Baumwolle
  • Brennessel
  • Chinaschilf
  • Eibisch
  • Engelwurz
  • Eukalyptus
  • Faserlein
  • Gelber Enzian
  • Hanf (Cannabis)
  • Henna
  • Indigofera
  • Johanniskraut
  • Jojoba
  • Jute
  • Kamille
  • Kartoffel
  • Kenaf
  • Kokospalme
  • Koriander
  • Krapp
  • Kümmel
  • Leindotter
  • Mais
  • Majoran
  • Maniok
  • Mariendistel
  • Mohn
  • Niembaum
  • Ölbaum
  • Öllein
  • Ölpalme
  • Pappel
  • Parakautschukbaum
  • Pfefferminze
  • Raps
  • Rharbarber
  • Ringelblume
  • Sachalin-Staudenknöterich
  • Soja
  • Sonnenblume
  • Sonnenhut
  • Topinambur
  • Waid
  • Wau
  • Weide
  • Weizen
  • Wolfsmilch
  • Wurzelzichorie
  • Zitronenmelisse
  • Zuckerhirse
  • Zuckerrohr
  • Zuckerrübe

Im pflanzlichen Bereich unterscheidet man bei nachwachsenden Rohstoffen zwischen Industriepflanzen (z.B. Öl-, Zucker- und Faserpflanzen) und Energiepflanzen (z.B. Getreidestroh, Chinaschilf, Baumhölzer). Die Nutzung von Holz als Bau- und Konstruktionsmaterial, von Pflanzenfasern für die Textilherstellung, von tierischen und pflanzlichen Fetten zur Seifenherstellung u.a. sind Beispiele für altbekannte Verwendungen von nachwachsenden Rohstoffen. In der deutschen Industrie stammen heute etwa zehn Prozent aller eingesetzten Grundsubstanzen aus nachwachsenden Rohstoffen.
Eine Fokussierung Nachwachsender Rohstoffen auf die Erzeugung von Kraftstoffen (z.B. Biodiesel) oder Energieträger, wie etwa aus Raps und Mais, erscheint in einem mittelfristigen Energiemix sinnvoll, langfristig müssen jedoch andere alternative Energieträger - wie etwa Wasserstoff  aus Solarenergie eingesetzt werden. Bereits heute umfasst der Rapsanbau, dessen Ertrag überwiegend in die Biodiesel-Erzeugung geht, 1,1 Mio. Hektar Anbaufläche.
Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wirft auch altbekannte und neue Probleme auf, wie etwa der großflächige Anbau in Monokulturen, der Einsatz der Gentechnik zur Steigerung der Erträge sowie fehlende Höchstmengenverordnungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Zunehmend gewinnen mit Hilfe züchterischer und genetischer Methoden hergestellte „maßgeschneiderte“ Rohstoffe an Bedeutung.
Ziel aller Bemühungen um den Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen sollte die Erhaltung einer vielseitigen Landwirtschaft, die auf einer möglichst weitgehend ökologischen Basis eine breite Palette von Rohstoffen erzeugen und anbieten kann. Dies kann erreicht werden, wenn der Anbau ökologischer gestaltet, hochwertige Produkte mit effizienten Verarbeitungsverfahren hergestellt und am Ende ihrer Nutzung mit der Verwertung wieder in ökologische Kreisläufe eingliedert werden können.

Quellen:

  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe 2006 (Internetseite: www.fnr.de; am 15.06.2007)
  • Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe; C.F. Müller Verlag, Heidelberg, 1998
  • Farbstoffe aus der Natur; Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 1997
  • Nutzhanf vom konventionellen zum ökologischen Anbau; Deukalion Verlag, Holm, 1996
  • Hanf & Co - Die Renaissance der heimischen Faserpflanzen; Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 1996

Autor: KATALYSE Institut

Pseudo-Krupp

P. ist eine Erkrankung des Kehlkopfes und der Luftröhre, bei der durch eine virale Infektion, meist Influenza - oder Parainfluenza -, aber auch durch Masernviren die Schleimhäute der Luftwege stark anschwellen.

Die plötzlich auftretenden Symptome sind bellender, krampfartiger Husten, meist in den Abendstunden, ziehendes Geräusch beim Einatmen, Erstickungsangst und zunehmende Panik beim Kind. P.-Anfälle häufen sich im Herbst und im Winter mit einem Gipfel im Oktober und November. Es sind Kinder zwischen 6 Monaten und 5-6 Jahren betroffen, Jungen etwas häufiger als Mädchen. Kinder mit Veranlagungen zu Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen scheinen besonders gefährdet zu sein. P. darf nicht mit der weitaus gefährlicheren Epiglottitis (Kehlkopfentzündung) verwechselt werden, die auch Erwachsene befällt und durch das rasante Zuschwellen des Kehlkopfbereichs oft tödlich verläuft.

Therapie: Das Kind soll feucht-kühle (Nacht-)Luft oder die herausströmende Kaltluft vor dem geöffneten Kühlschrank einatmen; oder man läßt mit der Handbrause zunächst heißes, dann kaltes Wasser in die Badewanne laufen und geht mit dem Kind in die feuchte Badezimmeratmosphäre. Der Arzt verordnet häufig Cortison-Zäpfchen (Rectodelt-Zäpfchen).

Vorbeugung: Keine trockene Heizungsluft, nicht rauchen. Formaldehyd und andere Innenraumluftbelastungen sind aus Kinderzimmern fernzuhalten.
Zahlreiche Studien versuchen herauszufinden, ob zusätzliche Faktoren, wie z.B. Allergien, erbliche Faktoren, Klimawerte, insb. aber Luftverschmutzungen, als Auslöser der Krankheit eine Rolle spielen. In letzter Zeit wird vermehrt die Innenraumluftbelastung als Auslöser diskutiert.

Hier sind Ausgasungen aus Teppichböden, Möbeln, Farben, das Rauchen (Tabakrauch), Haustiere und erhöhte Stickoxid- bzw. Formaldehyd-Abgaben durch Gasfeuerung zu nennen.
Was die Außenluftverschmutzung angeht, so gibt es sowohl Untersuchungen, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung durch insb. Schwefeldioxid, Stickoxide und Schwebstäube und P.-Anfällen zeigen, als auch Untersuchungen, die Luftschadstoffe lediglich als kleinen zusätzlichen Faktor ausweisen, der das Krankheitsgeschehen verstärkt.

Die unterschiedlichen Einschätzungen beruhen größtenteils auf methodischen Mängeln der einzelnen Studien. So wurden i.d.R. nicht alle P.-auslösenden Faktoren (wie z.B. Wetterbedingungen, geographische Lage, Jahreszeit, Wohnsituation, Tabakrauch der Eltern usw.)vollkommen erfaßt.

Dazu kommt, daß die in Kinderkliniken und bei Kinderärzten registrierten Anfälle nicht die tatsächliche Häufigkeit widerspiegeln, da ein Großteil der P.-Fälle zu Hause von den Eltern behandelt wird und somit gar nicht registriert werden. Im Hinblick auf eine Vielzahl von Umweltkrankheiten und insb. auch im Zusammenhang mit der ständig steigenden Zahl der allergieerkrankten Kinder sollten weitere, statistisch gesicherte und methodisch ausgereifte Untersuchungen erfolgen.

Autor: KATALYSE Institut

Polycyclischearomatische Kohlenwasserstoffe

PAK, englisch PAH, Gruppe von ringförmigen Kohlenwasserstoff-Verbindungen, deren Molekülgerüst aus mehreren miteinander verbundenen Benzolringen (Benzol) besteht.

P. sind v.a. in Teer, Erdöl und Kohle enthalten. P. entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material (insb. Holz und fossile Brennstoffe, Holzverbrennung) und sind deshalb in der Umwelt weit verbreitet. Autoabgase (Diesel mehr als Benzin, Schadstoffe aus Kfz) und Tabakteer (Tabakrauch) enthalten P..

Zahlreiche P. sind krebserregend, die gesamte Gruppe steht in der MAK-Werte-Liste unter der Rubrik III A2: Im Tierversuch krebserzeugend. Am besten untersucht ist bisher das Benzo[a]pyren. Weitere Untersuchungen sind dringend notwendig, insbesondere da zahlreiche Berufszweige mit P. in Berührung kommen (Teer).

Grenzwerte für P.: Trinkwasser: 0,0002 mg/l (Trinkwasserverordnung), geräucherte Fleischwaren: 1 µg/kg (ppb)
Benzo[a]pyren. Notwendig wäre es, den Grenzwert auch auf andere Lebensmittel, insb. Gemüse, zu übertragen, da es hier, bedingt durch Luftverschmutzung, häufig zu wesentlich höheren Konzentrationen kommt als bei Fleischwaren.

Beim Grillen von Fleischprodukten entstehen infolge unvollständiger Verbrennung der Holzkohle P (Grillen).

Autor: KATALYSE Institut

Pocken

P.-Erreger sind Variola-Viren.

Symptome: Sieben bis 18 Tage nach der Infektion treten hohes Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen auf. Zwei bis drei Tage später entwickeln sich Hauteffloreszenzen, überwiegend im Gesicht sowie an Händen und Armen. Die Letalität beträgt bis zu 30 Prozent bei ungeimpften Personen.

Therapie: Bisher ist kein wirkungsvolles Virustatikum vorhanden. Antibiotika können bei Sekundärinfektionen helfen.

Prophylaxe: In den ersten Tagen nach Exposition kann eine Impfung den Krankheitsverlauf abschwächen oder den Ausbruch verhindern.

Experimente haben Hinweise ergeben, daß der Polymerase-Hemmer Cidofovir eine Ausbreitung der Viren innerhalb der ersten zwei Tage nach Exposition verhindern kann.

Impfung: Ein Impfstoff ist in Deutschland nicht mehr verfügbar.

Autor: KATALYSE Institut

Pilzkrankheiten

P. spielen in der Forstwirtschaft v.a. als Waldschädlinge auf bereits erkrankten Bäumen eine Rolle.

Im Zusammenhang mit dem Waldsterben treten Schüttepilze (Nadeln werden befallen und fallen ab) und Blasenrostpilze (befallen ebenfalls Nadeln) sowie Blattbräunepilze vermehrt auf. Auch die holzzerstörenden Fäulepilze wie z.B. Hallimasch und Rotfäule nehmen zu. Rotfäule bedeutet erhebliche wirtschaftliche Einbußen für den Betrieb, da sie das massen- und wertmäßig wichtigste untere Stammdrittel befällt und entwertet (Waldschädlinge, Biozide, Schädlingsbekämpfung im Wald, Waldsterben).

Zu P. beim Menschen: P. treten in den Industrieländern in den letzten Jahren immer häufiger auf. Ursachen sind die Einnahme von Breitspektrum-Antibiotika und Glukokorticaiden sowie veränderte Eßgewohnheiten mit vermehrtem Verzehr von Süßigkeiten und Kohlenhydraten.

Bereits Säuglinge werden von Soor (Hefepilz: Candida albicans) in der Mundschleimhaut oder/und im Windelbereich - gefördert durch luftundurchlässige Höschenwindeln - befallen. Weit verbreitet ist auch der Fußpilz sowie P. an den Geschlechtsorganen.

Lit.: K.Langbein u.a.: Bittere Pillen, Köln 1990

Autor: KATALYSE Institut

Photoallergie

P. oder auch Lichtdermatose entsteht durch schädigende Einwirkung von Licht oder UV-Strahlung auf die Haut.

Dabei können Stoffe oder Bestandteile aus Nahrung, Arzneimitteln oder Kosmetika verstärkend oder auslösend wirken. Es wird unterschieden in:

  • Sonnenbrand. Entsteht durch übermäßige UV-Bestrahlung, ist im eigentlichen Sinne keine P..
  • Phototoxische Reaktionen. Durch eine vorherige Einwirkung von z.B. Teerpräparaten, Bergamotteöl, Tetracycline, aber auch Wiesenpflanzen, Parfüme kommt es nach Sonnenbestrahlung zu Hautreaktionen wie Rötung, Schuppung, Bläschenbildung.
  • P. im engeren Sinne als Allergie tritt nur selten auf. Hier kommt es nach der Einwirkung von Stoffen (z.B. Sulfonamide) zu einer Sensibilisierung des Körpers und bei Sonnenbestrahlung zu einer wie oben beschriebenen Hautreaktion.
  • Bestimmte Hautkrankheiten, die durch Lichteinwirkung verschlimmert werden.

Siehe auch: UV-Strahlung, Sonnenbaden, Hautkrebs

 

Autor: KATALYSE Institut