Wasserstoffperoxid

f}W. (Wasserstoffsuperoxid, H2O2) ist in 30-40%iger Lösung stark ätzend.

Mindestens 60%ige W.-Lösung hat einen MAK-Wert von 1 ml/m3 (ppm) entsprechend 1,4 mg/m3. W. wird heute als Bleichmittel (z.B. als 2%ige Lösung für Haare), früher auch als Konservierungsstoff (heute verboten) eingesetzt. W. entsteht bei der Lebensmittelbestrahlung. Produktionsmenge 1991, Westdeutschland: 82.000 t.
Sauerstoffbleiche

Autor: KATALYSE Institut

Olf

Das Auftreten des sog. Sickbuilding-Syndroms hat zu einer Festlegung der Kriterien für die Behaglichkeit und zu einer Einführung der Einheiten O. und Dezipol geführt.

Das O. (lat. Olfactus = Geruchssinn) ist eine Einheit zur Bewertung der Stärke einer Geruchsquelle und ist definiert als die Geruchsstärke, die von einem Menschen mit Standardeigenschaften (1,8 m2 Hautoberfläche, sitzende Tätigkeit, 0,7 Duschbäder/Tag, täglich frische Wäsche) verursacht wird. Ermittelt wird diese Geruchsstärke über Testpersonen (Riecherkollektiv), die die Geruchsintensität einer bestimmten Geruchsquelle im Vergleich mit genormten Geruchsquellen bestimmen.

Die Grundidee ist, über den Geruch ein Maß für die vielen (bis zu 8.000) Luftverunreinigungen in Innenräumen und damit ein Maß für die erforderliche Lüftungsrate zu erhalten. Vorteilhaft ist es daher, wenn Hersteller von Baustoffen, Teppichen, Farben, Möbeln usw. die Geruchsintensität ihrer Produkte in O. angeben würden, damit Bauherren zwischen einem geruchsintensiveren Produkt und einer größeren Lüftungsanlage wählen können.

Kritisch anzumerken bleibt der O. nichts über die Qualität (z.B. angenehme Duftstoffe oder schädliche Lösemittel) eines Geruches aussagt.

Beispiele für typische Geruchsemissionen in olf:

    Personen:

  • Person sitzend 1 olf
  • Kind (12 Jahre) 2 olf
  • Athlet 30 olf
  • Raucher (dauernd) 25 olf
  • Raucher (normal) 5 olf

    Baustoffe:

  • Teppich (Wolle) 0,2 olf/m2
  • Teppich (Kunstfaser) 0,4 olf/m2
  • PVC/Linoleum 0,2 olf/m2
  • Marmor 0,01 olf/m2
  • Gummidichtung (Fenster, Tür) 0,6 olf/m2

Autor: KATALYSE Institut

Öl

Unter Ö. versteht man Gemische aus flüssigen Kohlenwasserstoffen.

Im Energiesektor wird Ö. v.a. aus Erdöl gewonnen (Raffinerie, Heizöl). Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung von Ö. durch Kohleverflüssigung.
Ö. können auch aus nachwachsenden Rohstoffen auf pflanzlicher oder tierischer Basis erzeugt werden (Biomasse). Sojaöl, Rapsöl, Leinöl, Olivenöl, Palmöl, Rizinusöl sind Beispiele von Ö., die hauptsächlich im Nahrungsmittelsektor Verwendung finden (Speiseöle), zunehmend aber auch im technischen Bereich eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Oktanzahl

Die O. kennzeichnet den Kraftstoffeinfluß auf die Klopffestigkeit bei Ottomotoren.

Eine hohe O. bedeutet einen langen Zündverzug (geringe Zündwilligkeit) des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Je kürzer der Zündverzug ist, um so höher ist die Gefahr der Selbstzündung und die Klopfgefahr im Motor.

Beim Klopfen (auch Klingeln) verbrennt der Kraftstoff fast augenblicklich. Es entstehen örtlich hohe Drücke, die den Motor beschädigen können. Das Klopfen hängt außer vom Kraftstoff (Benzin, Autogas, Alkoholkraftstoff), den Kraftstoffzusätzen, noch von der Verdichtung und den Zündbedingungen ab.

Die O. eines Kraftstoffes wird in einem Prüfmotor durch Vergleich mit einer Mischung aus Heptan und Isooktan ermittelt. Für Heptan ist die O. mit 0, für Isooktan mit 100 festgelegt worden. Die ROZ (Research-O.) gilt für die Beschleunigung aus niedrigen Drehzahlen, die MOZ (Motor-O., niedrigere Werte) bei höheren Drehzahlen und Vollast. Für gasförmige Kraftstoffe gilt entsprechend die Methanzahl (MZ).

Autor: KATALYSE Institut

Ökostrom

Mit Zertifikaten wird die Qualität des Ö. garantiert. Für die Vergabe solcher Zertifikate ist die Zusammensetzung des Ö. entscheidend.

Manche Zertifikate verlangen die reinvestition eines teils der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen und dass die Anlagen ein gewisses Alter nicht überschreiten dürfen. In Deutschland gibt es derzeit vier Zertifikate.

"OK power" von EnergieVision e.V.
Das Zertifikat wird vom Öko Institut e.V.,dem WWF Deutschland und der Verbraucher-Zentrale NRW vergeben. Im Mittelpunkt steht die Garantie, dass die mit dem Gütesiegel zertifizierte Ö. zu einer Umweltentlastung führt. Hierzu muss der Anbieter den Neubau von Kraftwerken auf regenerativer Basis nach quantifizierten Mindestbedingungen fördern. Das Gütesiegel wird für Ö.-Modelle vergeben:

Händlermodell
Der Kunde wird mit Strom aus erneuerbaren Energien beliefert, der zu zwei Drittel aus Anlagen stammt, die nicht älter als drei Jahre sind. Die Hälfte dieser Neuanlagen sollen außerhalb des Förderbereichs des Erneuerbare Energien Gesetzes entstehen.

Fonds- oder Zuschussmodelle
Hier wird der gleiche Strom wie bisher geliefert. Der Aufpreis auf den üblichen Tarif wird für die Investitionen neuer regenerativer Kraftwerke verwendet. Das Gütesiegel steht für die Verwendung der Fördermittel. Zudem wird der Anbieter verpflichtet, seine Kunden über die Art des gelieferten Stroms zu informieren.

Grüner Strom Label e.V.
Der Grüne Strom Label e.V. wurde von Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind u.a. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund Deutschland, der Bund der Energieverbraucher sowie EUROSOLAR. Auch hier gibt es zwei Varianten:

Grüner Strom Gold Label
Das "Goldene Label" wird für Angebote vergeben, die zu 100 Prozent regenerativ erzeugten Strom nutzen.

Grüner Strom Silber Label
Das "Silberne Label" kann für Strom aus erneuerbaren Energiequellen erteilt werden, dem ein Anteil von maximal 50 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung beigemischt ist. Desweiteren wird zwischen "Händlermodell" und "Zuschußmodell" unterschieden. Beim Händlermodell (Gold oder Silber) liefert der Anbieter dem Kunden Grünen Strom, der den Bezug konventionellen Stroms ersetzt, während beim Zuschußmodell (Gold) der Kunde konventionellen Strom bezieht, dem Anbieter aber regelmäßig Zuzahlungen leistet, die dieser für die Finanzierung von Anlagen zur Erzeugung von Grünem Strom verwendet

Landesgewerbeanstalt Bayern
Die Landesgewerbeanstalt Bayern hat Ö.-Siegel geschaffen, nachdem Sachverständige der LGA überprüfen, ob der angebotene Öko-Strom aus regenerativen Quellen wie Windkraft, Wasserkraft, Biogas, Sonnenenergie, Geothermie (Öko-Strom, regenerativ) oder aus der effektiven Kraft-Wärme-Kopplung stammt. Das Ö.-Gütezeichen wird in zwei Ausführungen vergeben:

Öko-Strom (regenerativ)
Die Stromerzeugung muss aus erneuerbaren Energien erfolgen.und es wird eine Investition in Neuanlagen auf Basis einer Marktprognose gefordert.

Öko-Strom (effektiv)D
ieses Gütezeichen kann vergeben werden, wenn mindestens 25 Prozent der Energiegewinnung aus regenerativen Energiequellen stammt, die restliche Strommenge muß mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden.

TÜV
Beim TÜV-Zertifikat müssen Anbieter erneuerbaren Energiequellen nutzen und bestimmte Vergabekriterien erfüllen. So muss mindestens ein Viertel des Stroms aus Anlagen stammen, die für das Ö.-Angebot geschaffen wurden . Maximal 75 Prozent kann anderen regenerativen Energiequellen stammen (wie etwa aus Wasserkraftwerken. Das TÜV-Zertifikat verlangt jedoch, dass es ein "wesentliches Ziel der Unternehmenspolitik der Zubau von Erzeugungskapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist.

Autor: KATALYSE Institut

Ökosphäre

siehe Biosphäre

Autor: KATALYSE Institut

Ökosozialprodukt

Die Kritik an dem in der wirtschaftspolitischen Diskussion dominierenden Indikator des Bruttosozialprodukts führte zu verschiedenen Vorschlägen, Umweltaspekte in einen solchen Indikator mit einzubeziehen.

Diese Konzepte werden in der Regel dem Begriff des Ö. zugeordnet.
In der zeitlichen Dimension hat sich die Frage nach dem Sinn und Zweck des Bruttosozialprodukts als wirtschaftspolitische Orientierungsgröße gewandelt. Bis in die sechziger Jahre war der Indikator Bruttosozialprodukt unangefochtenes Maß des wirtschaftlichen Wachstums. In den 70er Jahren wurden Konzepte des qualitativen Wachstums entwickelt, die darauf abzielten, die Berechnung des Bruttosozialprodukts zu verändern, indem bestimmte Produktionen, die als nicht wohlfahrtsfördernd eingestuft wurden, ausgeschlossen und insb. außermarktliche Produktionen, wie z.B. Haushaltsproduktionen, einbezogen werden.

In den 80er Jahren mehrten sich die Hinweise, daß sich die Diskrepanz zwischen dem Indikator Sozialprodukt und der realen Wohlfahrtsentwicklung immer mehr vergrößert. Die Beeinträchtigung der Ökosystem-Potentiale und der Abbau von Naturvermögen, aber auch die kompensatorischen Kosten zur Verminderung von Umweltbelastungen und zur Reparatur von Umweltschäden (Externe Kosten) tragen in der Sozialproduktsrechnung zu einer Überschätzung der nachhaltigen Nettoproduktion bei (Leipert). Damit verlieren die Wachstumsraten des Bruttosozialprodukts ihre Bedeutung als Wohlfahrtsindikatoren für die Gesellschaft. Es wird damit ein Indikator erforderlich, der einerseits die wirtschaftliche Entwicklung erfaßt, auf der anderen Seite die Naturnutzung in Rechnung stellt. Zielgröße müßte von daher ein Indikator sein, der die wirtschaftliche Entwicklung in Abhängigkeit von den Naturnutzungen erfaßt.
Die Diskussion über die Entwicklung des Ö. steht noch am Anfang. Das Ö. berechnet sich nach Stahmer aus dem Bruttosozialprodukt unter Abzug der quantitativen Verminderung z.B. der Bodenschätze und des Bestandes an Pflanzen und Tieren und der qualitativen Verschlechterung der Umweltmedien Boden, Luft und Wasser in der Berichtsperiode.
Bei diesem Konzept sind allerdings eine Vielzahl z.T. komplizierter Bewertungsfragen zu lösen, zudem existieren erhebliche statistische Defizite in diesem Bereich. Die Einbeziehung von Umweltfaktoren in ökonomische Rechnungslegungssysteme ist damit nur begrenzt möglich, zugleich besteht die Gefahr, dass ein Schwerpunkt der Aufnahme solcher Faktoren und Dimensionen erfolgt, die leicht monetarisierbar sind.
Gegenwärtig gehen die Überlegungen in zwei Richtungen, einerseits sollen zu den Berechnungen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Ergänzungen vorgenommen werden, die die ökonomisch-ökologischen Wechselwirkungen einbeziehen (Satellitensysteme), auf der anderen Seite gibt es auch Überlegungen, eine ökologische Gesamtrechnung zu etablieren.
Aufgrund der erwähnten methodischen und statistischen Probleme ist auf absehbare Zeit zu erwarten, daß die traditionelle Sozialproduktsrechnung wie bisher fortgeführt und durch ein Rechenwerk für die Darstellung der ökonomischen/ökologischen Zusammenhänge ergänzt wird.
Externe Kosten

Autor: KATALYSE Institut

Ökoprofit

Ö. ist ein Instrument des Betrieblichen Umweltschutz, dass in Deutschland als Projekt im Rahmen der Lokalen Agenda 21 in rund zwanzig Kommunen durchgeführt wird.

Ziel von Ö. ist die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes durch geeignete Maßnahmen z.B. zur Vermeidung von
Abfall, Reduzierung von Emissionen, Einsparungen von Energie und „sauberer“ Produktion (engl. Cleaner production). Gleichzeitig werden damit spürbare Kostenreduzierungen in den beteiligten Unternehmen erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Im österreichischen Graz wurde das Konzept von ÖkoProfit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umweltschutztechnik) entwickelt und seit 1993 in Kooperation zwischen Stadt, Verbänden und Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Die Stadt München hat das ÖkoProfit in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer 1998 übernommen, auf deutsche Verhältnisse „übersetzt“ und mit Erfolg umgesetzt.

Ausgehend von bekannten Umweltproblemen untersucht und hinterfragt Ö. Produktionsprozesse, Verwaltungsabläufe sowie alle anderen Tätigkeiten auf ihre optimierte Material- und Energienutzung. Dazu werden Produkte, Technologien und Einsatzstoffe kritisch überprüft, um Emissionen und Abfälle zu vermeiden bzw. eine Verwertung nicht vermeidbarer Abfälle zu ermöglichen. Mit dem Ö. leisten die teilnehmenden Unternehmen im Rahmen der Lokalen Agenda 21 einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation in ihrer Kommune.

Das Öko Profit ist im besonderen Maße für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) geeignet, die bisher nur wenig Umweltschutzmaßnahmen eingeführt bzw. umgesetzt haben. Speziell in kleineren Unternehmen wie etwa Handwerksbetrieben wird durch das Ö. ein kostengünstiger und wirksamer Einstieg in das Umweltmanagement ermöglicht. Für größere Unternehmen liegt der Vorteil der Teilnahme an Ö. in einer standardisierten und mit anderen Betrieben abgestimmten Vorgehensweise gegenüber Behörden und bei der Präsentation der Umweltleistungen in der Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Ö. besteht die Möglichkeit bei einer erweiterten (insgesamt 3 Jahre dauernden) Teilnahme zum ÖkoAudit (Validierung nach EMAS und/oder Zertifizierung nach ISO 14.000 ff.) zu gelangen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologisches Gleichgewicht

Das Ö. bezieht sich auf den Zustand eines Ökosystems, dessen Arten- und Individuenbestand und damit auch Stoffhaushalt und Energieumsatz über längere oder kürzere Zeiträume um einen konstanten Mittelwert pendelt.

Es handelt sich dabei um ein dynamisches Gleichgewicht, das sich nach der sich fortwährend ändernden Gesamtkapazität des Ökosystems richtet. Je nachdem, ob die Kapazität durch Umweltfaktoren erhöht oder erniedrigt ist, finden mehr oder weniger Arten im System Platz (Ökologische Nische). Artenverminderung durch menschliche Eingriffe ist aus der Sicht des Naturschutzes immer als negativ zu bewerten, da sie das Ö. gefährdet (Artensterben).

Autor: KATALYSE Institut

Ökologischer Landbau: Adressen zu dem Thema

Die Begriffe ökologische Landwirtschaft, biologische Landwirtschaft, organische Landwirtschaft, Ökolandbau oder alternative Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet weitgehend auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Mineraldünger und Gentechnik, wie sie zum Teil in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Den Erzeugnissen der ökologischen Landwirtschaft dürfen vor dem Verkauf als Bio-Lebensmittel keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe zugefügt werden. 2013 wurden weltweit 43,1 Millionen Hektar, knapp ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, ökologisch bewirtschaftet. Flächenbezogen ist der Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Österreich (19,5 %) und Liechtenstein (31 %) am höchsten.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Planstelle

Durch Kombination der verschiedenen abiotischen und biotischen Umweltfaktoren wird in einem Ökosystem eine Vielfalt von ökologischen Planstellen angeboten.

Wird eine derartige Stelle besetzt, bildet die besetzende Art eine ökologische Nische aus. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von den ökologischen Lizenzen, die ein Biotop für die Ausbildung bestimmter Nischen erteilt. Reich strukturierte und das ganze Jahr über vielfältig bleibende Biotope, wie etwa der tropische Regenwald, sind artenreicher als einseitig ausgebildete und im Winter verarmte Biotope der gemäßigten Breiten. Die erdgeschichtliche Entwicklung getrennter Kontinente hat bewirkt, dass ähnliche ökologische Planstelle von verschiedenen Tierarten besetzt werden. Man bezeichnet dieses Phänomen als Stellenäquivalenz der verschiedenen geographischen Räume.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Kriegsführung

Unter dem Begriff Ö. werden alle Methoden der Kriegsführung zusammengefaßt, bei denen bewusst Eingriffe in Ökosysteme erfolgen.

Hierunter sind z.B. der Einsatz von Entlaubungsmitteln und biologischen Waffen einzuordnen. Der Golfkrieg 1990/91 zeigte, dass auch Erdöl als ökologische Waffe eingesetzt werden kann. Die Ö. wird bei kriegerischen Auseinandersetzungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Chemie

Die Ö. untersucht die stofflichen Vorgänge in der Ökosphäre (Biosphäre) und stellt eine Art Verbindungsglied dar in einem breiten interdisziplinären Rahmen, der von den Geowissenschaften über Biologie, Landwirtschaft, Chemie usw.
bis zu speziellen biochemischen und pharmakologischen Fragestellungen reicht. Die Ö. untersucht die Konsequenzen, die sich aus der Anwendung und dem Verhalten von Chemikalien für die stoffliche Umweltqualität ergeben, einschl. Persistenz, Transport und Verteilung (=Dispersion), Akkumulation und Reaktionen anthropogener (menschengemachter bzw. -verursachter) Chemikalien in allen belebten und unbelebten Umweltbereichen. Ein enger Zusammenhang besteht zwischen der Ö. und der Ökotoxikologie, die sich mit den biologischen Konsequenzen anthropogener Chemikalien für die belebte Umwelt beschäftigt.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologie und Volkswirtschaftslehre

Theoriegeschichtliches: Am Beginn der neuzeitlichen Theoriebildung in der Ökonomie stand die physiokratische These der Produktivität der Natur.

Sie drückt aber lediglich eine Vorahnung der industriellen Ausbeutung der Natur im Gewande der landwirtschaftlichen Produktion aus. Mit der Vervielfältigung der industriellen Betätigungsweisen tritt daher in der ökonomischen Klassik die menschliche Schöpferkraft, die Arbeit, in den Mittelpunkt der Erklärung für das Entstehen ökonomischen Reichtums. Die natürlichen Bedingungen des Produzierens stellen in dieser Perspektive nur eine marginale Beschränkung dar, denn alles erscheint prinzipiell machbar. Diese natürlichen Beschränkungen werden in der neoklassischen Theorierichtung in der Folgezeit zu einem ganz anderen Weltbild verallgemeinert: hier sind alle verfügbaren Güter - egal ob natürlich gegeben oder menschlich produziert - unzureichend gegenüber den unbegrenzten Wünschen des Konsumenten; sie sind "knapp". Diese Knappheiten anzuzeigen und ihnen entsprechend die Güter optimal (um)zuverteilen, ist die Aufgabe der Preise bzw. des Marktes. In diesem bis heute vorherrschenden Theorierahmen wird auch die mit der neuzeitlichen Industrialisierungsdynamik verbundene Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlagen behandelt.
Umweltökonomie: Grundlage der Umweltökonomie ist das Heranziehen von unterschiedlichen Instrumentarien der ökonomischen Analyse für die Bewältigung des Problems der "knapp" gewordenen Naturgüter. Denn durch die Nutzung dieser Güter wird das von dieser Theorierichtung bevorzugte Marktoptimum gestört. Hier wird zum einen auf das von A. Marshall aufgebrachte Konzept der "externen Effekte" zurückgegriffen: der Beobachtung, dass es jenseits des Marktgeschehens eine direkte Beeinflussung zwischen den Wirtschaftsakteuren gibt (sei es als direkte Schädigung, sei es als direkte Begünstigung). Um die dadurch entstehenden Verzerrungen zu beseitigen, müssen die externen Effekte wieder "internalisiert" werden: Die mit der Umweltnutzung verbundenen Schädigungen Dritter (Beispiel Gesundheitsschäden durch Emission spezieller Stoffe) müssen durch preisähnliche Regelungen direkt beim Verursacher dieser Schädigungen veranschlagt werden. Zum anderen müssen natürliche Güter, die privat verfügbar sind (Beispiel Erzvorrat im Boden), im Zeitverlauf einer Preissteigerung unterworfen werden, die für ihre Eigentümer Erträge erbringt, die mindestens der Kapitalverzinsung entspricht (Hotelling-Regel). Wenn diese Bedingung gegeben ist, liegt in der Sicht dieser Theorie eine optimale Nutzung der entsprechenden Ressourcen vor. Beide Problemkreise der Umweltökonomie hängen miteinander zusammen, wenn etwa die externen Schädigungen über einen längeren Zeitraum wirken oder wenn mit dem Abbau der privaten Ressource Schädigungen Dritter verbunden sind. Die Behandlung dieser komplexeren umweltökonomischen Probleme steckt aber noch in den Anfängen.
Ausblick: Während in der Umweltökonomie die Natur als ein (lineares) Gut aufgefaßt wird, weist die moderne Ökologie gerade darauf hin, daß die natürlichen Grundlagen des Wirtschaftens selbst ein Produktions- und Verteilungssystem darstellen, das nach eigenen (nichtlinearen) Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Dem entspricht eine grundsätzliche Unsicherheit über die (ökonomischen)Folgen der menschlichen Nutzung dieser Grundlagen. Die Informationsbeschaffung und -verteilung wird also zu einer weiteren bisher kaum thematisierten Problemkomponente der Umweltnutzung. Diese "realen" Schwierigkeiten haben in zweifacher Hinsicht eine Öffnung des umweltökonomischen Horizonts zur Folge.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologie

Die Ö. ("Haushaltslehre") wurde von dem Biologen Ernst Haeckel 1866 als Teilgebiet der Biologie eingeführt.

Ö. im weitesten Sinne befasst sich mit Kausal- und Funktionszusammenhängen auf den drei Ebenen der Organismen, der Populationen und der Biozönosen. Ö. ist die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und der unbelebten (Klima, Boden und Wasser) und der belebten (z.B. Artgenossen, Feinde) Umwelt (biotische und abiotische Umweltfaktoren). Ö. beschreibt Stoffhaushalte und Energieflüsse, die Leben auf der Erde erst ermöglichen. Die Ö. sollte nicht als Fachdisziplin, sondern als das Gegenteil jeder Spezialisierung angesehen werden, nämlich als Versuch, die Umwelt unter Einbeziehung aller möglichen Kenntnisse aus zahlreichen Wissenschaften zu verstehen. Die Ö. verbindet die gewonnenen Einzeldaten aus den verwandten Wissenschaften zu einem Gesamtverständnis, wodurch problematische Entwicklungen der Zukunft aufgezeigt und Lösungsvorschläge gemacht werden können. Die Autökologie untersucht Umwelteinflüsse auf die Individuen einer Art. Dem-Ö. (Populations-Ö.) betrachtet Beziehungen einer Population zur Umwelt. Die Synökologie beschäftigt sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) sowie zwischen diesen und der Umwelt.

Lit.: G.Czihak, H.Langer, H.Ziegler: Biologie; Berlin,Heidelberg, New York 1990; Osche: Ökologie, Freiburg, Basel, Wien 1979; D.Heinrich, M.Hergt: dtv-Atlas zur Ökologie, München 1990

Autor: KATALYSE Institut

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist das Organisation und das Management von Maßnahmen derInformation und Kommunikation zwischen Organisationen und Öffentlichkeit.

Funktionen sind Information, Kommunikation, Persuasion, Imagegestaltung, kontinuierlicher Vertrauenserwerb, Konfliktmanagement und das Herstellen von gesellschaftlichem Konsens.

Autor: KATALYSE Institut

Öffentlicher Personennahverkehr

Ab 1950 entwickelte sich das Automobil zunehmend zum Massenverkehrsmittel und die Fahrgastzahlen im ÖPNV sanken. Darauf reagierten die Verkehrsunternehmen mit der Bildung von Verkehrsverbünden, die den Grundsatz "eine Fahrkarte, viele Verkehrsmittel" umsetzten und neben dem Tarifverbund auch zunehmend eine abgestimmte Planung vornahmen.
Als erster Verkehrsverbund wurde im Jahre 1965 der HVV (Hamburger Verkehrsverbund) in Hamburg gegründet, der das Stadtgebiet sowie einige Randgemeinden umfasste. Deutschlands größter Verkehrsverbund ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr VRR.

Der Ö. hat eine hohe Bedeutung für die Gewährleitung der Mobilität in Ballungsräumen. Während Ö. zunächst überhaupt Verkehr ermöglichte, steht heute die Entlastung der Ballungsräume und der Großstädte von Individualverkehr und von Luft-Schadstoffen im Mittelpunkt.

Ein Blick auf die Struktur des städtischen Verkehrs zeigt, dass diese Sichtweise nicht der Realität entspricht. In den meisten Städten Deutschlands, die noch über ein gut ausgebautes Ö.-Netz verfügen, beträgt der Anteil der Wege die mit dem

KFZ zurückgelegt werden unter 50 Prozent.

Die Durchschnittliche Belegung von KFZs beträgt rund 1,3 Personen (26 Prozent). Würde man den Fahrer abziehen so wäre ein großer Teil der Fahrzeuge überhaupt als unbesetzt zu sehen. Rund 23 von 24 Stunden sind die

KFZ in der Regel überhaupt außer Betrieb (geparkt).

Busse und Straßenbahnen sind meistens um die 20 Stunden im Einsatz, U-Bahnen teilweise noch länger. Dazu kommt noch das Nachtautobusnetz. Die Auslastung liegt während der gesamten Betriebszeit bei rund 30 Prozent.

So verursacht ein gut besetzter Bus pro Fahrgast nur etwa 10 bis 25 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eines gut besetzten Autos und nimmt erheblich weniger Straßenraum ein. Gerade der Flächenverbrauch für den ruhenden Verkehr (Parken)ist sehr hoch und wird in der Regel bei vergleichenden Betrachtungen nicht berücksichtigt.

Autor: KATALYSE Institut

OECD

Tensidverordnung

Autor: KATALYSE Institut

Nutzwertanalyse

Die N. ist ein Verfahren zur Alternativbewertung verschiedener Entscheidungen. Sie findet v.a. dann Anwendung, wenn die von einer Entscheidung abhängigen Konsequenzen sich nicht oder nur schwer ökonomisch ausdrücken lassen.

Mit dem Nutzwert wird stattdessen eine dimensionslose Kennzahl ermittelt. Alle Bewertungskriterien werden mittels einer Funktion in einen ungewichteten Teilnutzwert transformiert, mit Gewichtungsfaktoren multipliziert und anschließend aufsummiert. Alle monetär bewertbaren Größen lassen sich ebenfalls in Teilnutzwerte überführen.

Ein Bespiel hierfür ist die Entscheidung für ein bestimmtes Abgasreinigungsverfahren. Jede Alternative reduziert die Emission unterschiedlicher Schadstoffe in verschiedener Menge. Um die günstigste Alternative zu ermitteln, werden alle Schadstoffe entsprechend ihrer Schädlichkeit (z.B. MAK-Wert oder MIK-Wert) bewertet und mit der eingesparten Schadstoffmenge multipliziert. Mit einem Gewichtungsfaktor für die prinzipielle Bewertung der Emission wird der Teilnutzwert gebildet.

Gleiches wird nun auch für andere Beurteilungskriterien wie z.B. Lärm, Wirtschaftlichkeit, Imagegewinn usw. durchgeführt. Die Summe der so gebildeten Teilnutzwerte ist der Nutzwert. Je höher der Nutzwert, desto günstiger, im Sinne der vorgegebenen Gewichtungsfaktoren, arbeitet das Abgasreinigungsverfahren.

Die Schwierigkeit der N. liegt in der Wahl der Transformationsfunktion sowie in der Gewichtung der einzelnen Teilnutzwerte untereinander. Eine Gefahr besteht darin, dass das Ergebnis einfache dimensionslose Werte sind, die dann meist nicht mehr hinterfragt werden, ähnlich einem Warentest.

Vergleiche auch die Stichworte: Produktlinienenanalyse und Ökobilanz.

Autor: KATALYSE Institut

NR-Grenzkurven

Die N. sind häufig verwendete Grenzkurven zur Bestimmung der Lautstärke eines breitbandigen Geräuschs mit stark herausragenden Einzelfrequenzen, wie z.B. Motoren, Ventilatoren etc. als Einwertangabe.

Autor: KATALYSE Institut

Noxe

Noxe sind "Stoffe", die auf den menschlichen Organismus in irgendeiner Form schädigend wirken können.

Bei diesen "Stoffen" handelt es sich um Mikroorganismen oder Teile davon (z.B. Zellwandbruchstücke), ihre Dauer- oder Fortpflanzungsformen (Sporen) oder Stoffwechsel- (z.B. Toxine) und Ausscheidungsprodukte (z.B. Milbenkot).

siehe auch Schädigender Stoff, Giftstoff

Autor: KATALYSE Institut