Nutzwertanalyse

Die N. ist ein Verfahren zur Alternativbewertung verschiedener Entscheidungen. Sie findet v.a. dann Anwendung, wenn die von einer Entscheidung abhängigen Konsequenzen sich nicht oder nur schwer ökonomisch ausdrücken lassen.

Mit dem Nutzwert wird stattdessen eine dimensionslose Kennzahl ermittelt. Alle Bewertungskriterien werden mittels einer Funktion in einen ungewichteten Teilnutzwert transformiert, mit Gewichtungsfaktoren multipliziert und anschließend aufsummiert. Alle monetär bewertbaren Größen lassen sich ebenfalls in Teilnutzwerte überführen.

Ein Bespiel hierfür ist die Entscheidung für ein bestimmtes Abgasreinigungsverfahren. Jede Alternative reduziert die Emission unterschiedlicher Schadstoffe in verschiedener Menge. Um die günstigste Alternative zu ermitteln, werden alle Schadstoffe entsprechend ihrer Schädlichkeit (z.B. MAK-Wert oder MIK-Wert) bewertet und mit der eingesparten Schadstoffmenge multipliziert. Mit einem Gewichtungsfaktor für die prinzipielle Bewertung der Emission wird der Teilnutzwert gebildet.

Gleiches wird nun auch für andere Beurteilungskriterien wie z.B. Lärm, Wirtschaftlichkeit, Imagegewinn usw. durchgeführt. Die Summe der so gebildeten Teilnutzwerte ist der Nutzwert. Je höher der Nutzwert, desto günstiger, im Sinne der vorgegebenen Gewichtungsfaktoren, arbeitet das Abgasreinigungsverfahren.

Die Schwierigkeit der N. liegt in der Wahl der Transformationsfunktion sowie in der Gewichtung der einzelnen Teilnutzwerte untereinander. Eine Gefahr besteht darin, dass das Ergebnis einfache dimensionslose Werte sind, die dann meist nicht mehr hinterfragt werden, ähnlich einem Warentest.

Vergleiche auch die Stichworte: Produktlinienenanalyse und Ökobilanz.

Autor: KATALYSE Institut

Veröffentlicht in Alphabetisch, N, N - S, Weiteres / Sonstiges.

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