Tinnitus

Bei einem durch starke Lärmbelastung geschädigten Ohr kann es neben der 7-Lärmschwerhörigkeit auch zu einen mehr oder minder lauten Pfeifen oder Klingeln im Ohr kommen.

Diese Phänomen wird als T. (Ohrgeräusch) bezeichnet. Es entsteht infolge einer starken Überlastung der Sinneszellen (Hörvorgang) des Cortischen Organs und sollte als Warnsignal verstanden werden. Entwickelt sich eine Lärmschwerhörigkeit langsam, so kann sich auch der T. nur zögernd bemerkbar machen. Tritt die Schwerhörigkeit als Folge von Knallen sehr plötzlich auf (Knalltrauma), kann auch der T. nach der Lärmüberlastung unvermittelt in Erscheinung treten. 

Der T. ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der westlichen Welt. In Deutschland rechnet man mit etwa 8 bis 12 Millionen Betroffenen. Der Leidensdruck durch den "Verlust der Stille" ist enorm. Während bislang fast völlige Ratlosigkeit gegenüber dem T. herrschte, sind in jüngster Zeit eine Reihe moderner und vielversprechender Behandlungsansätze entwickelt worden.

Autor: KATALYSE Institut

Trinkwasserverbrauch

Der tägliche T. in Deutschland beträgt 127 Liter pro Einwohner und Tag. Er ist damit zusammen mit Belgien der niedrigste Wasserverbrauch in der Europäischen Union.

Hauptverbraucher sind Haushalte, Kleingewerbe und Industrie. In Westdeutschland stieg der T. für Haushalte und Kleingewerbe von 1970 bis 1991 von 1.889 auf 2.876 Mio m3/a und in Ostdeutschland von 499 auf 640 Mio m3/a. Im gleichen Zeitraum sank der T. der Industrie von 1.056 auf 647 Mio m3/a (Ostdeutschland: von 284 auf 218).

Der Wasserbedarf des einzelnen wird durch die häuslichen Lebensgewohnheiten (sanitäre Ausstattungen der Wohnungen, Zahl und Art der wasserverbrauchenden Geräte, Ansprüche an die Körperpflege) bestimmt. Durch den verhältnismäßig niedrigen Wasserpreis und die Gewißheit, jederzeit in beliebiger Menge über Wasser verfügen zu können, werden Bemühungen, Wasser zu sparen scheinbar unnötig.

Aufgrund der bereits jetzt qualitativ knappen Trinkwasservorräte in Deutschland sind Einsparungen beim T. jedoch dringend erforderlich. Durch Mehrfachnutzung des Wassers, wassersparende WC-Spülkästen und Armaturen ( Duschen ) sowie wassersparende Waschmaschinen und Geschirr-Spülmaschinen kann der T. im Haushalt um bis zu 50% gesenkt werden (Wassersparen, Regenwassernutzung ).

Der gesamte Wasserverbrauch (nicht nur Trinkwasser , sondern auch Wasser, das nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht) in Westdeutschland beträgt 110 Mio m3/Tag. Hiervon gehen 63% auf das Konto der Elektrizitätswerke und 28,3% auf das von Industrie und Gewerbe. Haushalte verbrauchen 8% und Kleingewerbe sowie öffentliche Einrichtungen 3%.

Die Wasserversorgungsunternehmen bilden die Preise nach dem Kostendeckungsprinzip. Damit gehen alle anfallenden Kosten in den Trinkwasserpreis ein. Durch unterschiedliche Gegebenheiten vor Ort bei Gewinnung, Transport und Verteilung kann der Wasserpreis variieren. Er liegt zwischen einer und sechs Mark pro Kubikmeter (1000 Liter). Durchschnittlich kosten heute drei Liter Trinkwasser knapp einen Pfennig. Trinkwasser ist damit das preiswerteste Getränk.

Autor: KATALYSE Institut

Trinkwasseraufbereitung

Die T. dient der Herstellung einwandfreien Trinkwassers. Die Richtlinien dazu finden sich in der Trinkwasserverordnung (TVO).

Bei der T. in den großen Wasserwerken kommt eine Vielzahl von Verfahren und Verfahrenskombinationen zum Einsatz, die im wesentlichen drei Aufgaben erfüllen sollen:

  1.  die Entfernung von Verunreinigungen,
  2.  die Stabilisierung, die sicherstellen soll, dass sich die Beschaffenheit des Wassers während seiner Verteilung und dem Gebrauch nicht verändert und keine Korrosionsschäden an den Wasserrohren auftreten, und
  3.  die Hygienisierung, die unerwünschte Keime aus dem Wasser entfernen soll.

Je nach den Eigenschaften des Wasser und der Art der Verschmutzung werden hauptsächlich folgende Verfahren zur T. angewendet:

- Siebung: Mit Hilfe von Rechen und Mikrosieben werden grobe und feine Teilchen, z.B. Sand oder Plankton aus Oberflächengewässern, zurückgehalten.

- Sedimentation: Das Wasser durchläuft sehr langsam sogenannte Absetzbecken, in denen sich nicht gelöste Partikel absetzen. Da sehr viele kleine Teilchen (Feinstoffe) für die Sedimentation zu leicht sind bzw. durch Filter nicht zurückgehalten werden, setzt man Flockungsverfahren ein (Flockung).

- Filtration: Schwebstoffe, Ausfällprodukte und andere Rückstände der Enteisenung, Entmanganung, Entsäuerung und Enthärtung werden eliminiert. Je nach der Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers unterscheidet man zwischen Langsam- und Schnellfiltern. In den Schnellfiltern werden die Verunreinigungen hauptsächlich mechanisch zurückgehalten. In den Langsamfiltern spielen neben physikalischen Vorgängen (Sedimentation, Adsorption, Filtration) auch biologische und chemische Prozesse (Abbau, Oxidation chemischer Verbindungen) eine Rolle.

- Oxidation: Gehört seit Beginn der Trinkwasserversorgung zu den wichtigsten T.-Schritten, Hierzu werden Chlor, Chlordioxid, Ozon, Wasserstoffperoxid und Kaliumpermanganat verwendet. Diese Stoffe gehen Oxidationsreaktionen mit organischen und anorganischen Wasserinhaltsstoffen ein, die dadurch dem Wasser entzogen werden können. Schwer abbaubare organische Substanzen können durch Oxidation in leichter abbaubare Bruchstücke zerlegt werden, die dann in weiteren Reinigungsschritten entfernt werden.

- Entsäuerung: Wässer mit einem hohen Säuregehalt (in natürlichen Wassern hauptsächlich Kohlensäure) haben materialangreifende Eigenschaften. Dadurch vermögen sie Metalle (Eisen, Blei, Zink, Cadmium, Kupfer) sowie Asbestzementfasern aus den Wasserleitungsrohren zu lösen (Korrosion). Um dies zu verhindern, schreibt die TVO vor, dass das Trinkwasser im sogenannten »Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht« sein soll. In Abhängigkeit vom Härte und Säuregehalt werden verschiedene Entsäuerungsverfahren angewendet. Durch Filtration über halbgebrannten Dolomit oder Marmor und durch Zugabe alkalischer Substanzen, z.B. Calciumhydroxid, wird die überschüssige Kohlensäure chemisch neutralisiert.

- Enthärtung/Entcarbonisierung: Wasserhärte, Wasserenthärtung.

- Des weiteren sind eine Reihe von Chemikalien durch die TVO zugelassen, die zur Hemmung der Korrosion, zum Einstellen des pH-Wertes, zum Entzug bestimmter Inhaltsstoffe durch Fällung oder zum Einstellen z.B. eines bestimmten Salzgehaltes dem Trinkwasser zudosiert werden dürfen.

- Desinfektion: Die Desinfektion erfolgt mit Hilfe der Chlorung, Ozonierung und ultravioletter Strahlung statt.

Ein breites Spektrum an Verfahren und Maßnahmen zur Entfernung schädlicher Substanzen aus dem Trinkwasser ist vorhanden. Aber all diese Verfahren haben Grenzen. Es existiert kein Eliminierungsverfahren, das selektiv nur die Schadstoffe entfernt, sondern meist werden auch erwünschte Inhaltsstoffe reduziert. Außerdem entfernt kein Verfahren die Schadstoffe vollständig. Schließlich wäre es ökologisch und langfristig auch ökonomisch sinnvoller, durch vorbeugende Maßnahmen die Schadstoffe erst gar nicht in die Gewässer gelangen zu lassen, anstatt in immer aufwendigere „Aufbereitungsanlagen“ zu investieren.

Autor: KATALYSE Institut

Tierarzneimittel

T. müssen nach dem Arzneimittelgesetz zugelassen werden (§ 21 AMG). Homöopathische Arzneimittel werden nur registriert (§ 38 ff. AMG).

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin ist zuständig für die Zulassung bzw. Registrierung von T. Dort werden auch Ergebnisse über unerwünschte Wirkungen von Tierarzneimitteln gesammelt, ausgewertet und falls erforderlich, risikomindernde Maßnahmen ergriffen, was auch zum Widerruf der Zulassung führen kann.

T. werden aus therapeutischen und wirtschaftlichen Gründen, z.B. zur Verkürzung der Mastzeiten, eingesetzt. Rückstände dieser Stoffe können insbesondere bei kontinuierlicher Aufnahme zu gesundheitlichen Problemen beim Menschen führen (Allergien, Resistenz gegen pathogene Keime).

Autor: KATALYSE Institut

Tiefkühlkost

T. umfaßt Speisen oder Speisenkomponenten, Obst und Gemüse, Eiskrem und Backwaren, die zur Verlängerung der Haltbarkeit bei -18 Grad C tiefgefroren, transportiert und gelagert werden (Fast Food, Fertiggerichte).

Tiefkühlen zählt zu den schonendsten Konservierungsverfahren, ist aber unter ökologischen Aspekten wegen seines hohen Energiebedarfs während Verarbeitung und Lagerung bei Hersteller, Handel und Verbraucher (Gefriergeräte) als umweltbelastend zu bezeichnen.

Autor: KATALYSE Institut

Thunfisch

Der Thunfisch ist das größte Mitglied der Makrelenfamilie, ist ein langer, spindelförmiger Raubfisch und ein sehr beliebter Speisefisch.

Der Thunfisch ist ein Schwarmfisch der warmen Meeresgebiete. Er hat einen eleganten Körperbau, charakterisiert durch je eine Reihe kurzer einstrahliger Flössel, mit einem halbmondförmigen Schwanz. Die Oberseite ist dunkel graublau, die Unterseite ist weiß. Es sind mehrere Unterarten bekannt, von denen der Weiße und Rote Thunfisch die bekanntesten sind. Der Weiße Thunfisch wird bis einem Meter lang und lebt hauptsächlich im Atlantik und Mittelmeer, der Rote Thunfisch wird bis vier Meter lang und lebt auch im Pazifik.

Das Fleisch des Thunfisch ist dunkelrot, fett und vitaminreich, beim weißen Thunfisch ist es heller und fettärmer.

Logos und Aufdrucke auf  Thunfisch-Konserven wie z.B. "delphinfreundlich gefangen" oder "dolphin friendly" sind nicht geschützt und werden möglicherweise auch von Thunfisch-Importeuren verwendet, die nicht dem Kontrollprogramm angeschlossen sind.

Autor: KATALYSE Institut

Thiabendazol

T. (E233) wird wegen seiner fungiziden Eigenschaften (Pflanzenschutzmittel) gegen Pilzbefall von Citrusfrüchten, Bananen, Kernobst und Zwiebeln eingesetzt.

T. ist unter der Bezeichnung E233 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.

Autor: KATALYSE Institut

Tropenholz

Tropenholz ist das Holz, das in den Tropen im sog. Regenwald wächst und eingeschlagen wird.

Deutschland gehört zu den Hauptimportländern von Tropenholz. Einsatzgebiete sind u.a.: Möbel, Innenausbau, Fenster, Garten- und Wasserbau. Im Gegensatz zur deutschen Forstwirtschaft wird in den Tropenländern i.d.R. keine Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bzw. im Holzeinschlag, sondern Raubbau am Wald betrieben. Da die Regenwald-Zerstörung, die eng mit dem Export von Tropenholz verknüpft ist, zu den größten Umweltkatastrophen überhaupt zählt, rufen verschiedene Umweltorganisationen seit Jahren zum Boykott von Tropenholz auf. Tropenholz kann in fast allen Anwendungen ohne größere Probleme durch geeignetes europäisches Holz ersetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Trogbauweise

Die T. ist eine Form der Lärmschutzbauten. Hierbei handelt es sich um Straßen in Tieflage.

Im Gegensatz zu Einschnitten, die an den Seiten abgeböscht sind, bildet bei der T. die Straße mit den senkrechten Wänden an der Seite einen Trog. Die Schutzwirkung der T. wird häufig überschätzt, da zwischen den schallharten Stützmauern Mehrfachreflexionen auftreten, die die Schirmwirkung teilweise wieder aufheben oder im Extremfall die Schallwellen auf einen bestimmten Punkt konzentrieren können.

Autor: KATALYSE Institut

Trockenmauerwerk

T. besteht aus versetzt aufgeschichteten natürlichen oder künstlichen Steinen, die unvermörtelt bleiben.

Die Erstellung von Naturstein-T. z.B. für Gartenmauern und Weinbergterrassen ist eine fast ausgestorbene Kunst, die sehr viel handwerkliches Können und Augenmaß erfordert. Dagegen wird T. aus künstlichen Steinen neuerdings vermehrt im Wohnungsbau eingesetzt. Viele Steinhersteller bieten heute speziell angefertige Steinformate an, die unvermörtelt versetzt werden können. Diese sind besonders passgenau gearbeitet und sind an der Stoßfuge so geformt, dass sie verzahnt gesetzt werden können.
Eine Zwischenstufe zwischen Mauerwerk und T. bilden die Steinarten, bei denen nur die Lagerfuge (horizontale Steinauflage), nicht aber die Stoßfuge vermörtelt wird. T. bzw. Mauerwerk mit unvermörtelter Stoßfuge aus gut wärmedämmenden Steinen wie Leichtbetonsteinen oder Porenbetonstein besitzt einen geringeren k-Wert als vermörteltes Mauerwerk und ist schneller und damit kostengünstiger herzustellen.
Inzwischen experimentiert man auch damit, die Lagerfugen unvermörtelt zu belassen. Das heute schon praktizierte Verkleben ist ein Zwischenschritt zwischen Mörtel- und Trockenfuge. Der Nachteil ist, dass beim anschließenden Verputzen die Wand rißanfällig wird und wegen der fehlenden Dämpfungswirkung in der Fuge, die Wand den Schall gut weiterleitet.

siehe auch: Bauphysik, Kalksandstein, Ziegel, Steinen

Autor: KATALYSE Institut

Trittschall

Schall, der beim Begehen und ähnlicher Anregung einer Decke als Körperschall entsteht und z.T. als Luftschall in einen darunterliegenden oder benachbarten Raum abgestrahlt wird.

Zur Verhinderung bzw. Herabsetzung der Schallübertragung sind heute schwimmende Estriche üblich. Aber auch weichfedernde Gehbeläge, v.a. Teppiche, sind wirkungsvoll.

siehe auch: Schalldämmung

Autor: KATALYSE Institut

Transparente Wärmedämmung

Unter T. fasst man Materialien zusammen, die gleichzeitig eine hohe Energiedurchlässigkeit für Sonnenstrahlung und gute Wärmedämmeigenschaften (Wärmedämmung) aufweisen.

T. wird bei Häusern außen vor das Mauerwerk aufgebracht. Die Sonnenstrahlung durchdringt die T. und wird an der Wandoberfläche des Mauerwerks in Wärme umgewandelt. Bedingt durch den Wärmewiderstand von T. geht der Großteil der gewonnenen Wärme durch das Mauerwerk nach innen und wird als Strahlungswärme an den Raum abgegeben. Die Mauer dient gleichzeitig als Wärmespeicher und bestimmt - in Abhängigkeit von Material und Dicke - die Zeitverzögerung beim Wärmetransport in das Gebäudeinnere.
Zur Gebäudeheizung mit T. sind nur Häuser mit massiven Außenwänden geeignet. Je nach Ausrichtung, Wandaufbau und Dimensionierung von T. ist ein Energiegewinn von 100-200 kWh/m2 und Heizperiode erreichbar (passive Solarenergienutzung, Solararchitektur). So kann mit ergänzenden Maßnahmen der Heizenergieverbrauch um bis zu 80% gesenkt werden.
Um im Sommer Überhitzungen zu vermeiden, ist ein temporärer Wärmeschutz (z.B. Rollos) erforderlich, der vollautomatisch vor die T. gefahren wird. Für T. kommen sowohl verschiedene Materialien wie auch verschiedene Strukturen in Frage, wie z.B. Kapillar- oder Wabenmaterial, Aerogelgranulat oder Acrylglasschaum (Acrylatharz).
Die bislang in Demonstrationsobjekten realisierten Fassaden mit T. sind Prototypen, eine bewährte Standardlösung ist noch nicht gefunden. Standardisiert und preisgünstig könnte T. eine entscheidende Rolle im zukünftigen Häuserbau spielen.

siehe auch: Niedrigenergiehaus

Autor: KATALYSE Institut

Träger öffentlicher Belange

Nach §4, Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB) sind die T. bei der Bauleitplanung zu beteiligen.

T. sind zuvorderst, aber nicht notwendigerweise Behörden und benachbarte Gemeinden. Durch die in §1, Absatz 4 und 5 BauGB genannten, bei der Bauleitplanung zu berücksichtigenden Ziele kann der Kreis der T. sachlich abgegrenzt werden. Auch haben die Länder insofern Verwaltungsvorschriften erlassen. Keine T. sind grundsätzlich Vereine oder sonstige Organisationen. Es ist den Gemeinden allerdings nicht verwehrt, diese zu beteiligen.

Autor: KATALYSE Institut

Torf

T. ist der Sammelbegriff für im Wasser zersetztes pflanzliches Material.

T. besitzt eine faserige bis bröckelige Struktur und enthält in frischem Zustand 75-90% Wasser ist eine Verbindung von zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Die Bezeichnung Wasser wird v.a. für den flüssigen Aggregatzustand verwendet, im festen, also gefrorenen Zustand wird es Eis genannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampf Wasser bedeckt rund 2/3 der Erdoberfläche und befindet sich in einem ständigen Kreislauf.Wasser. In früheren Erdzeitaltern stellte T. in Mooren die erste Stufe der Umwandlung zu Kohle dar. Unter weitergehendem Ausschluß von Sauerstoff und bei

einem niedrigen pH-Wert ist der mikrobielle Abbau der abgestorbenen Pflanzenteile gehemmt - ein Inkohlungsprozeß, der zur T.-Bildung führt, beginnt. Heute findet man T. in Moorgebieten in Schichten, die einige Meter dick sind und jährlich ca. 1 mm wachsen. Moore entstehen in Feuchtgebieten (Moor).
Durch landwirtschaftliche Nutzung (Niedermoore), T.-Abbau (Hochmoore) und Trockenlegung sind in den letzten 100 Jahren über 90% der ehemaligen Moorgebiete in Westdeutschland zerstört worden. Entsprechend sind heute zahlreiche Moortiere und -pflanzen vom Aussterben bedroht (Artensterben). Hierzu zählen u.a. die T.-Moose der Hochmoore und über 50% der in Mooren brütenden Vogelarten.
Jährlich werden 400-1.000 ha Hochmoorfläche, dies entspricht 13 Mio m3 T., abgetorft. 90% der abbauwürdigen T.-Vorräte in Westdeutschland liegen in Niedersachsen (Moor). Bei gleichbleibendem Verbrauch wird der Weiß-T. in 30-40 Jahren, der Schwarz-T. in ca. 150 Jahren aufgebraucht und damit auch die letzten Moore und mit ihnen zahlreiche im Moor heimische Tiere und Pflanzen verschwunden sein. Europa: Große Mengen T. werden im östlichen Europa und in der Sowjetunion abgebaut und exportiert.
T. findet zu 90% im Gartenbau (T.-Mull), zur Herstellung von Aktivkohle (T.-Koks) und z.T. noch als Brennstoff Verwendung. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist T. zudem zur Bodenverbesserung wenig geeignet, da er nährstoffarm ist, sich in Sandböden zersetzt, in schlecht durchlüfteten Böden verkohlt und durch seinen hohen Säuregehalt nachteilig auf den Boden wirken kann. Alternativen sind Rindenmulch und Rindenhumus (Baumrindenabfälle aus der Holzindustrie).

siehe auch: Melioration, Organische Böden, Kompostierung

Autor: KATALYSE Institut

Terpentinöl

Terpentinöl besteht überwiegend aus Terpenen der Formel C10H16. Terpentin zählt zu den mehr als 8.000 Terpenen und ist gut löslich und wird daher sind farben- und Lackindustie eingesetzt wird.

Terpentinöl wird durch Destillation des Harzausflusses von Kiefern gewonnen und wird heute wegen seines hohen Preises praktisch nur noch als Lösemittel in Lacken von Naturfarbenherstellern verwendet.

Es reizt Augen und Haut sowie die Schleimhäute der Atmungsorgane, außerdem kann es bei höheren Konzentrationen an Delta-3-Caren sensibilisierend wirken.
Terpentinöl verschiedener Kieferarten hat unterschiedliche eine Zusammensetzung, hauptsächlich aus Alpha- und Beta-Pinen bestehend. Terpentinöl alpiner Nadelhölzer ist in der österreichischen Kosmetik-Verordnung aufgeführt.

Autor: KATALYSE Institut

Teppichböden

T. sind textile Bodenbeläge, die sich aus der Nutzschicht, dem Trägermaterial und einer Rückenbeschichtung zusammensetzen.

In den letzten Jahren nahm der Marktanteil textiler Bodenbeläge immer mehr zu. T. können aus Naturfasern (Schurwolle, Ziegenhaar, Kokos, Sisal) oder Chemiefasern (Polyamid 6, Polyacryl, Polyester u.a.) bestehen. T. werden mit folgenden Zusatzausrüstungen behandelt: chemische Antistatika, Antisoiling-Präparate, Mottenschutzmittel, antimikrobielle Ausrüstung u.a. Die Rückenbeschichtung besteht aus geschäumtem oder ungeschäumtem PVC, Synthese-Latex, Natur-Latex oder Polyurethan.
Raumluftbelastungen (Raumklima) entstehen v.a. durch Ausgasungen aus der Rückenbeschichtung. Bei Laboruntersuchungen wurden Substanzen wie z.B. 4-Phenylcyclohexen, Ethylbenzol, Xylol, Trichlormethan u.a. gemessen. T. ohne Rückenbeschichtung hatten hingegen kaum Ausgasungen. T. werden i.d.R. vollflächig mit dem Untergrund verklebt. Aus den verwendeten Klebstoffen können gesundheitsgefährdende Stoffe ausgasen, weswegen T. vielfach wieder nach alter Methode verspannt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Tausend-Dächer-Programm

Programm des Bundesforschungsministeriums (BMFT) zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen (Solarzellen).

Das T. startete am 22.9.90 und soll Ende 1992 auslaufen.
Gefördert werden Photovoltaikanlagen von 1 bis maximal 5 kW Spitzenleistung, die im Netzverbund (Solarzelle) betrieben werden. Das BMFT zahlt einen Zuschuß in Höhe von 50%, die Bundesländer i.d.R. weitere 20%. Die Zuschüsse beziehen sich auf tatsächliche Kosten bis zu einer maximal förderfähigen Summe von 27.000 DM. Insgesamt sollen 2.250 Anlagen gefördert werden. Anfang 1992 lagen 30.000 Anfragen und 2.000 formelle Anträge vor.
Kritisiert wurden am T.: Die Fördermittel hätten erheblich effektiver für solare Warmwasserversorgung (Sonnenkollektoren) eingesetzt werden können, die in Deutschland die mit Abstand sinnvollste Nutzung der Solarenergie darstellt.
Ein weiterer Kritikpunkt war, dass ausschließlich Solarzellen aus deutscher Produktion förderungsfähig waren, wodurch sich das T. als Subventionsprogramm für AEG, Nukem und Siemens entpuppte. Diese Firmen hatten vor Inkrafttreten des T. ihre Preise deutlich angehoben. Seit 1992 gilt das T. auch für Hersteller aus anderen EG-Ländern.

Autor: KATALYSE Institut

Tapeten

T. sind Wandbeläge aus unterschiedlichen Materialien wie z.B. Papier, Kunststoffe, Kunstfaser, Naturfasern oder Metallfolien.

Durch T. mit einem hohen Kunststoffanteil wird die Wasserdampfdiffussionsfähigkeit (Diffusionswiderstand) der Wand beeinträchtigt; am wenigsten durch Papier-T. und am meisten durch Vinyl-T. Zur Erhöhung der Nassreißfestigkeit werden viele T. mit Kunstharzen hergestellt.
Durch T. kann das Raumklima nachteilig beeinflusst werden, z.B. Staubbildung, Ausgasungen chemischer Stoffe, Freisetzung von Weichmachern auf der T.-Oberfläche (bei Vinyl-T.), Schimmelpilzwachstum und Bakterien.

Autor: KATALYSE Institut

Tageslichtnutzung

Tageslicht ist der sichtbare Teil der Globalstrahlung im Wellenlängenbereich von 380-780 nm (Elektromagnetische Strahlung).

Optimierte T. wird eingesetzt, um in überwiegend tagsüber genutzten Gebäuden den Einsatz an künstlicher Beleuchtung (Licht, Strom) zu reduzieren. Es handelt sich hierbei nicht um eine technische Applikation, die jederzeit zu einem bestehenden Gebäudesystem addiert werden kann, sondern um einen integralen Entwurfsbestandteil aus dem Aufgabengebiet des Architekten. Das Ziel der T. ist eine gleichmäßigere Verteilung des Tageslichtes im Raum verbunden mit einer Anhebung der Tageslichtmenge in der Raumtiefe.
Konventionelle Seitenfenster in Fassaden bewirken eine hohe Lichtmenge in der Nähe des Fensters und sehr wenig natürliches Licht in der Raumtiefe. Verbesserungen dieser schlechten Lichtverteilung bieten folgende Maßnahmen: Zweiseitige Beleuchtung des Raumes, Heranziehen der Flachdachflächen zur Belichtung der oberen Geschosse eines Gebäudes und lichtlenkende Maßnahmen im Fensterbereich, die gleichzeitig Sonnenschutzfunktionen übernehmen (Lichtlenkung).
Gleichzeitig erfordert die optimierte T. Maßnahmen zur gezielten Steuerung der künstlichen Beleuchtung in Abhängigkeit der vorhandenen Tageslichtmenge an einem bestimmten Punkt im Raum. T. in Kombination mit tageslichtabhängiger Steuerung der künstlichen Beleuchtung kann bis zu 50% die Betriebskosten für die künstliche Beleuchtung reduzieren bei gleichzeitiger Verbesserung der Arbeitsplatzqualität.

siehe auch: Gesundheitliche Auswirkungen: Licht

Autor: KATALYSE Institut

Tabakrauch

Das Rauchen von Tabakwaren stellt nicht nur für den Rauchenden eine große Gesundheitsgefährdung dar, sondern erfüllt durch den Zwang zum Passivrauchen in Innenräumen den Tatbestand einer langfristigen Körperverletzung.

Tabak ist ein Gemisch von Gasen und Aerosolen mit mehreren tausend Substanzen, von denen bisher einige hundert identifiziert wurden. Toxikologisch wichtige Bestandteile von Zigarettenrauch sind u.a. Kohlenwasserstoffe, Alkohole (auch Methanol), Phenole, Nikotin, Nitrosamine, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Stickoxide, Blausäure, Schwefelwasserstoff, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Dioxine, Schwermetalle (z.B. Cadmium, Arsen, Chrom u.a.), Formaldehyd, radioaktives Polonium. Nikotin ist in einer Dosis von ca. 50 Milligramm tödlich, Tabakwaren dürfen daher nicht in den Mund von Kindern gelangen!
Beim Rauchen gelangt das Nikotin in die Blutbahn und reizt das Nervensystem (Nikotin). Es kommt zu einer Beeinflussung von Herz, Magen, und anderen Körperteilen. In den Industrienationen stirbt jeder fünfte Mensch vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Das Leben dieser Tabakopfer wird im Schnitt um 15 Jahre verkürzt. Neben dem Lungenkrebs stehen bösartige Geschwülste der Lippen, Mundhöhle, Zunge, des Kehlkopfes, der Speiseröhre und Harnblase, der Niere und der Bauchspeicheldrüse im Vordergrund, hinzu kommen Gefäßerkrankungen und chronische Bronchitis. Wird das Rauchen eingestellt, vermindert sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erheblich.
Die gesundheitsschädigende Wirkung des Passivrauchens ist heute unumstritten. Der Nebenstrom des Rauches (den der Passivraucher einatmet) enthält 10-20mal höhere Konzentrationen krebserzeugender Nitrosamine und ein Mehrfaches an krebserzeugendem Benzo[a]pyren als der Hauptstrom, den der Raucher inhaliert. Angehörige der Gaststättenberufe erkranken häufiger an Bronchialkrebs als die übrige Bevölkerung.
Besonders rücksichtslos ist das Rauchen bei Schwangeren, denn das heranwachsende Kind raucht mit. Raucherinnen haben doppelt so häufig Frühgeburten, und die Geburtsgewichte der Säuglinge sind deutlich niedriger. Die geistige Entwicklung von Kindern starker Raucherinnen ist häufig beeinträchtigt. Die Missbildungsrate steigt nicht nur als Folge des Rauchens der Mutter, sondern auch des Vaters an. Rauchen ist die mit Abstand stärkste bekannte krankheitserregende Ursache.
Nicht zuletzt ist auch der durch Raucher angerichtete volkswirtschaftliche Schaden (Klinikbehandlung) erheblich. Das Recht des Nichtrauchers auf körperliche Unversehrtheit muss Vorrang haben vor dem Recht des Rauchers auf den Genuss seines Suchtmittels. Ein Rauchverbot überall dort, wo Nichtraucher von Rauchern zum Mitrauchen gezwungen werden, ist daher eine dringende Gesundheitsschutzmaßnahme.
Einschneidende Maßnahmen gegen die Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen scheitern meist am Einfluss der Tabak-Lobby. Die Mitarbeiterzahl in der Tabakindustrie ist seit 1960 auf rund ein Siebtel der ursprünglichen Zahl gesunken, die Zigarettenproduktion konnte aber verdreifacht werden. 1999 produzierten 31 tabakverarbeitende Unternehmen in Deutschland 204,631 Milliarden Zigaretten.

Autor: KATALYSE Institut

Thermostromgenerator

Ein T. besteht aus einer Reihe von Kohleplatten die mit zwei verschiedenen Metall-Legierungen (NiCu/NiCr) an den Enden der Platten beschichtet sind. Die beschichteten Flächen bilden ein grossflächiges Thermoelement.

Die Kohleplatten dienen als Elemententräger und sind gleich Stomleiter zwischen den Elementenfädchen. Mehrere Elemente in Reihe verbunden ergeben eine Thermosäule. Eine typische Eigenschaft des Thermoelementes ist die hohe Stromdichte definiert in Ampere/mm2. Eine Seite wird erhitzt, die andere gekühlt, so entsteht in Verbindung mit einem Verbraucher im Stromkreis ein sehr hoher elektrischer Strom mit niedriger Gleichspannung.

Die wirksame Stromdichte (ca. 1 Ampere/mm2) ist proportional der im Einschmelzprozess entstandenen Fläche der intrakristallinen Struktur
zwischen den zwei verschiedenen Legierungen, diese ist um ein Vielfaches grösser als die physikalische Fläche. Durch die wellenartig formierte
Oberfläche vergrössert sich die Kontaktfläche zwischen den beiden Metall-Legierungen zusätzlich.

Ein Thermoelement mit einer Kontaktflaeche von 500 cm2 und 8000 C ergibt 0,06 Volt(EMK) und hat bei einer Leistungsanpassung (Ri=Ra) in Verbindung mit einem Verbraucher (Widerstand) im Stromkreislauf: 25000 Ampere x 0,03 = 750 Watt.

Mehrere hunderte Thermoelemente in Reihe geschaltet ergeben eine hohe elektrische Leistung. Der geschätzte Wirkungsgrad liegt bei mehr als 10 Prozent und ist sehr abhängig von der
Temperaturdifferenz zwischen den gegenüber (oben-unten) plazierten Elementen, der Zusammensetzung der Legierungen und den Gesamtinnenwiderstand
der Thermosäule.

Für die Erwärmung des unteren Teils der Thermosäulen im Brennraum sind alle flüssigen und gasförmigen Brennstoffe geeignet,
insbesondere empfehlenswert ist die Verwendung von flüssigem Wasserstoff, der aus Sonnenenergie gewonnen werden kann. Durch das Kühlsystem des thermischen Generators fliesst der noch flüssige Wasserstoff im Wärmetauscher bis zum Brennraum, dadurch wird die Kühlung im oberen Teil des Generators effektiver genutzt.

Thermostromgeneratoren sind in jeder Grösse
herstellbar, sind lautlos, keinem Verschleiss ausgesetzt und haben keine nennenswerten beweglichen Teile. Die praktische Anwendung thermoelektrischer Generatoren als Elektroantrieb für Fahrzeuge aller Art ist mit dieser
innovativen Technologie überhaupt erst möglich.

Einen wichtigen Stellenwert hat ein neuartiger am Generator integrierter Niederspannung/
Hochstrom-Mehrphasen-Stromwandler (DC/AC) unkonventioneller Bauart (nicht zum Patent angemeldet), der den Gleichstrom, z.B. 100.000 Ampere bei 50 Volt, mit vernachlässigbar geringen Verlusten in Wechselstrom umwandelt. Der
Stromwandler unterbricht periodisch und umgepolt den Stromfluss mit konstanter oder variabler Frequenz in Intervallen von Millisekunden.

Der entstandene Wechselstrom steht in Verbindung mit der Primärwicklung eines Transformators. In der Sekundärspule erzeugt das wechselnde Magnetfeld
durch Induktion eine vorgegebene hohe Wechselspannung. Der Stromwandler, eine Neuentwicklung in der Elektrotechnik eignet sich hervorragend für den immens hohen Gleichstrom der Thermoelemente, aber auch für jede andere
Gleichstromquelle.

Als Miniaturkonstruktion für genormte Elektronik-Platinenraster ist der Anwendungsbereich sehr vielfältig. Gute Perspektiven haben Thermostromgeneratoren als stationäre Blockkraftwerke,insbesondere ist aber auch der umweltfreundliche Einsatz im Schiffbau möglich. Nahezu unbegrenzt ist die Funktionsdauer eines Thermostromgenerators wenn die vorgegebenen Temperaturgrenzwerte eingehalten werden.

Die Erforschung intermolekularer thermovoltaischer Prozesse mit geeigneten Legierungen und die Weiterentwicklung in Bezug auf grossdimensionierte
Elemente eröffnen neue Wege auf der Suche nach leistungsfähigeren Thermoelementen.

Autor: KATALYSE Institut

Tenside

Tenside sind grenzflächenaktive Stoffe, welche sich bevorzugt in der Berührungsfläche zweier Medien konzentrieren, z.B. in der Grenzfläche Wasser/Luft.

Durch Tenside wird die Oberflächenspannung des Wassers reduziert und Gegenstände können besser benetzt werden. Ähnlich können sich Tenside zwischen Schmutz und andere Materialien schieben, Verunreinigungen ablösen und schließlich in der Tenside-Lösung dispergieren. Dies macht Tenside als waschaktive Substanzen zur wichtigsten Wirkstoffgruppe in Wasch- und Reinigungsmitteln. Darüber hinaus finden Tenside vielfältigen Einsatz als Emulgatoren, Textilhilfsmittel, Antistatika, Flotationschemikalien etc. in zahlreichen Bereichen der Technik.

Grundsätzlich unterscheidet man je nach elektrischer Ladung die Tenside in 4 Klassen:

  • Anionische Tenside mit einer negativen Ladung stellen nach wie vor die bedeutendste Gruppe. Wichtige Vertreter sind die Seife, linearen Alkylbenzolsulfonate (LAS), Alkansulfonate (SAS), Fettalkoholethersulfate (FAES) und die Fettalkoholsulfate (FAS).
  • Nichtionische Tenside sind ungeladen und erobern sich aufgrund ihrer Toleranz gegen Wasserhärte, der guten Löslichkeit und Niedrigtemperatureigenschaften immer größere Marktanteile. Wichtigste Vertreter sind die Fettalkoholethoxlate (FAE). Interessante Neuentwicklungen stellen die vollständig auf Basis nachwachsender Rohstoffe erzeugten Zucker-Tenside vom Typ der Alkylpolyglucoside (APG) dar. Dagegen sinkt der Verbrauch der erheblich umweltbelastenden Alkylphenolethoxylate (APEO).
  • Kationische Tenside tragen eine positive Ladung und haben weltweit v.a. eine Aufgabe: Sie werden als sog. Avivagemittel und Antistatika in Weichspülern und kosmetischen Pflegepräparaten eingesetzt. Wichtigster Vertreter ist das Distearyldimethylammoniumchlorid (DSDMAC), dessen unzureichende Abbaubarkeit das Umweltbundesamt bei den Herstellern von Weichspülern vorstellig werden ließ. Auch wenn die Industrie weiterhin darauf beharrt, DSDMAC sei ein unweltverträgliches Tenside, erklärte sie sich doch bereit, bis Ende 1991 diesen Stoff in Weichspülern durch besser abbaubare Tenside zu ersetzen.
  • Amphotere Tenside haben zwitterionischen (Ionen) Charakter, tragen also in einem Molekül sowohl eine positive wie eine negative Ladung. Wichtigster Vertreter sind die Betaine. Amphotere Tenside haben insg. nur geringere Bedeutung und werden wegen ihrer Hautverträglichkeit v.a. bei Körperreinigungsmitteln und gelegentlich bei milden Haushalts- (Spülmitteln) und Desinfektionsreinigern (Desinfektion) eingesetzt.

Angesichts der Tensidmengen, die zu einem erheblichen Teil ins Abwasser gelangen, ist die aquatische Toxizität der Tenside von erheblicher Bedeutung. Sie liegt typischerweise mit LC50-Werten von 1-20 mg/Liter (für Fische) hoch, einzelne Tenside sind mit Werten von einigen Zehnteln Milligramm/Liter sogar ausgesprochen fischgiftig.

Noch wichtiger ist die biologische Abbaubarkeit (Abbau) dieser Massenchemikalien. Als nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg die gut eliminierbare Seife teilweise durch das petrochemische Tenside Tetrapropylenbenzolsulfonat (TPS) ersetzt wurde, führten bald Schaumberge auf deutschen Oberflächengewässern nur zu deutlich vor Augen, was die schlechte Abbaubarkeit solcher Substanzen für Folgen hat.

Das daraufhin verabschiedete Detergentiengesetz (Detergentien) und sein Nachfolger, das Waschmittelgesetz forderten im Rahmen der Tensid-Verordnung eine Mindestabbaubarkeit von 80 Prozent für anionische und nichtanionische Tenside. Allerdings betrifft dies ausschließlich die Primärabbaubarkeit, welche den Verlust der Grenzflächenaktivität, also der Waschkraft, umfasst. Damit ist der Abbau aber noch nicht abgeschlossen. Erst nach völliger Umsetzung der Tenside in Kohlendioxid, Biomasse, Wasser und anorganische Salze ist der sogenannte Endabbau (Mineralisation) verwirklicht.

Während die heute eingesetzten Tenside den geforderten Primärabbaugrad leicht erfüllen, stellen sich beim Endabbau erhebliche Unterschiede heraus (s. Tab). Ein weiterer Aspekt ist, ob die Mineralisation tatsächlich 100 % erreicht und ob ein Abbau auch unter den anaeroben Bedingungen z.B. des Faulturms (Abwasserreinigung) erfolgt.

Was die Wirkung der Tenside auf den Menschen angeht, steht v.a. ihre Schadwirkung gegenüber der Haut im Vordergrund. Konzentrierte Tensid-Lösungen sind haut- und schleimhautreizend. Aber auch in anwendungsüblicher Verdünnung können sie, insb. bei beruflicher Exposition (Hausfrauen, Reinigungspersonal) zur chronischen Schädigung der Haut (irritative Kontaktdermatitis, Hausfrauenekzem) führen. Auslösend wirkt die massive Entfettung, verbunden mit nachfolgendem Austrocknen und Einreißen der Haut, die damit weiteren schädlichen Einflüssen durch Keime und Reizstoffe verstärkt ausgesetzt ist.

Autor: KATALYSE Institut

Teer

T. sind flüssige bis halbfeste Erzeugnisse, die durch Schwelen, Verkoken und Vergasen von Steinkohle, Braunkohle, Torf u.a. fossilen Rohstoffen, aber auch aus Holz entstehen können.

Die Verarbeitung von T. erfolgt insbesondere zu Chemiegrundstoffen für die Produktion von Rußen, Kunststoffen Farbstoffen, Pflanzenschutzmitteln und Pharmazeutika. und zu Graphitelektroden für die Aluminiumherstellung.
T. ist stark gesundheitsschädlich, insbesondere durch seine krebserzeugenden Inhaltsstoffe wie Benzol, Toluol, Naphtalin, Xylol und anderen polycylclischen, aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Epidemologische Studien haben gezeigt, dass Beschäftigte, die mit T.-Produkten arbeiten ein erhöhtes Krebsrisiko tragen.
Bei den gesundheitlichen Wirkungen bildet
Holz-T. eine Ausnahme. Es wird bei Temperaturen unter 280 °C aus
Holz destilliert und weist nur geringe Mengen PAK auf
Im Baubereich ist heute T. vollständig durch Bitumen ersetzt worden.
Mit T. verwandte Produkte sind neben Pech, Ruß, Rohparaffin und Asphalt auch Bitumen zu nennen. Sogenannte Teersande wie sie beispielsweise in großen Lagerstätten in Kanada vorkommen, werden nach dem starken Anstieg des Weltölpreis 2000/2001 zunehmend als wirtschaftliche Rohölquelle genutzt. Mehrere Ölkonzerne haben bereits ihre milliardenschwere Investitionen in die Nutzung und Verarbeitung von Teersand angekündigt.

Autor: KATALYSE Institut

Trias

T. bedeutet übersetzt Dreiheit und ist der erste Abschnitt der Erdgeschichte Dieser umfasst das ältere Drittel des Erdmittelalters (Mesozoikums).

Im Zeitalter der T. gab es erste Säugetiere und Dinosaurier. Die T. begann vor 250 Millionen Jahren und endete vor 200 Millionen Jahren. Das Ende der T. ist durch ein Massensterben von Tieren und Pflanzen geprägt.
Die T. fasst die drei Fossilienabschnitte bzw. geologische Formen von Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper zusammen.

Autor: KATALYSE Institut