Kosmetika

Der Anwendung von K. und Körperpflegemitteln liegt der Wunsch zugrunde, die gesunde Frische der Jugend zu erhalten, besonders hervorzuheben oder auch nur vorzutäuschen.

Die Herstellung und der Verkauf dieser Mittel sind durch das Lebensmittelgesetz bzw. die K.-Verordnung, die 1978 herausgegeben und inzwischen neunmal geändert wurde, geregelt. K. sollen ihre Wirkung auf der Haut entfalten. Der Haut ist ein Film aus Schweiß, Talg und abgestorbenen Hornzellen aufgelagert, welcher zusammen mit den darunterliegenden Hautschichten eine wirksame Barriere gegen das Eindringen von schädlichen Stoffen in das Körperinnere darstellt und den Körper vor zu großen Wasserverlusten schützt. Eine natürliche Bakterienflora und der schwach saure pH-Wert von ca. 5 verhindern, daß sich schädliche Bakterien und Pilze auf der Haut ausbreiten können. Voraussetzung für einen störungsfreien Ablauf der Hautfunktionen ist eine ausreichende Versorgung mit Aufbaustoffen, die nur von innen, d.h. über die Blutbahn erfolgen kann. Eine "Ernährung" der Haut, wie oft in der Werbung behauptet, ist von außen nicht möglich. Trotzdem können Stoffe über die Haut aufgenommen werden und im Körper ihre unter Umständen schädliche Wirkung entfalten. Besonders gut werden z.B. fettlösliche Stoffe (Lösemittel) oder organische Stoffe mit sehr kleinen Molekülen aufgenommen. Über die Schleimhäute oder über verletzte Haut können Stoffe besonders leicht in den Körper eindringen. Das Reinigen der Haut (Seife) bewirkt eine weitgehende Zerstörung des Wasser-Fett-Films, der sich jedoch je nach Alter innerhalb einer gewissen Zeitspanne wieder neu bildet. Bei trockener Haut oder nach längerem Kontakt mit Wasch- oderLösemitteln kann das Auftragen von Hautcremes sinnvoll sein. Zusätzlich zu den Grundstoffen Wasser und Fett bringt man mit den Cremes noch eine Reihe weiterer Hilfs- und Wirkstoffe mit auf die Haut auf. Dazu zählen:
- Emulgatoren, die bewirken, daß sich die Fett- und Wasserphase miteinander mischen,
- Stabilisatoren, welche ein spätes Auseinanderfallen der Phasen verhindern,
- Konservierungsmittel und Antioxidantien, die einem mikrobiellen Zerfall und einer Fettzersetzung entgegenwirken,
- ferner gegebenenfalls Feuchthaltemittel, Verdickungsmittel und Parfümstoffe.
Neben diesen Grund- und Hilfsstoffen kommen noch verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz: etherische Öle und Pflanzenextrakte, Eiweißstoffe, Fermente usw. Grundsätzlich muss befürchtet werden, dass jeder dieser zugesetzten Stoffe Allergien hervorrufen kann.
Dies gilt insb. beim Auftragen von K. auf wunde oder verletzte Haut. Während eine Reihe von Stoffen, die bei vielen Personen Allergien auslösten, jetzt nicht mehr verwendet werden, bleibt die Anwendung von Konservierungsstoffen problematisch.Konservierungsstoffe sind einerseits nötig, um K. vor Befall mit Mikroorganismen zu schützen. Andererseits können sie Allergien auslösen, die natürliche Bakterienflora der Haut angreifen und so unter Umständen die Widerstandskraft gegenSchadstoffe, Bakterien und Pilze herabsetzen. Als Konservierungsstoff werden meist Benzoesäureester (PHB-Ester) in einer Konzentration von 0,01-0,1% zugesetzt.
Nach derzeitigem Recht brauchen die K.-Hersteller die Inhaltsstoffe ihrer Produkte nicht auf den Packungen anzugeben. Dies ist jedoch für den Gesundheitsschutz unbedingt nötig. Dem Verbraucher würde die Auswahl erheblich erleichtert und die Beratung von Allergiepatienten wäre einfacher. Bis jetzt gibt es nur Auflagen zur Deklaration für bestimmte Stoffe; dies ist z.B. für Formaldehyd ab einer bestimmten Konzentration der Fall. Unterhalb dieser Konzentration darf es unerwähnt bleiben.
Aufgrund der undurchsichtigen Zusammensetzung der K. und der Gefahr von Allergie oder sonstigen Nebenwirkungen gilt die Regel, möglichst wenig und nur gut bekannte Markenprodukte anzuwenden.

Lit.: KATALYSE e.V. (Hrsg.): Kosmetik, Reinbek 1984

Autor: KATALYSE Institut

Korrosion

K. ist eine von der Oberfläche ausgehende, allmähliche Zerstörung von Metallen, aber auch nichtmetallischer Werkstoffe.

Die K. wird v.a. durch Wasser und Aerosole vorangetrieben. Die Oberflächenzerstörung entsteht über chemische Reaktionen und mechanischen Angriff (Erosion). Besonders Schwefeldioxid und die daraus entstehende Schwefelsäure beschleunigen die natürliche K. von Metallen und carbonatgebundenen Natursteinen (Kölner Dom, Akropolis). Die K. verursacht wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe.

Vorsorgemaßnahmen gegen K. sind die Verwendung möglichst reiner und homogener Metalle, bestimmte Legierungszusätze, das Anbringen von Überzügen und Schutzschichten auf die Oberflächen und natürlich die Reduzierung der K.-fördernden Schadstoffe (Rauchgasentschwefelungsanlage).

Autor: KATALYSE Institut

Korrekturflüssigkeiten

K. enthalten als Farbpigmente Titandioxid und als Lösungsmittel häufig Toluol oder Trichlorethan (1,1,1-).
Im Handel sind aber auch K. ohne diese giftigen Lösemittel erhältlich.

Lit.: J. Velvart: Toxikologie der Haushaltsprodukte, Bern 1989

Autor: KATALYSE Institut

Körperstromdichte

Wenn elektrische Ladungen bewegt werden, wird ein magnetisches Feld erzeugt. Magnetfelder wiederum erzeugen im Innern des Körpers Wirbelströme, elektrische Felder Verschiebungsströme. Die Ladungen und damit die Eigenschaften von Molekülen werden verändert, was die Funktion der Zellen beeinträchtigen kann. Die so entstehende Körperstromdichte (KSD) ist abhängig von der Leitfähigkeit bzw. dem Wassergehalt des Gewebes und von der Frequenz. Die KSD ist umso größer, je stärker das induzierende Feld ist. Körperstromdichten sind Ableitströme, d. h. sie werden an der Oberfläche (Haut) abgeleitet.

Körperströme werden auch auf natürliche Weise erzeugt; nämlich bei Nerven-, Muskel- und Hirntätigkeit. Die dabei entstehenden Ströme bewegen sich im Bereich unter bzw. bis ca. 1 mA/m2. Diese natürlichen Körperströme können mit entsprechenden Geräten, dem
EEG(Gehirn), EMG (Muskel) und EKG (Herz) an der Körperoberfläche abgeleitet werden, was zeigt, dass die erzeugten Ströme im Gewebe weitergeleitet werden. Kommen künstliche Ströme hinzu, werden die natürlichen Ströme überlagert und es kann zu Störungen kommen. Die außen an der Körperoberfläche abgeleiteten Ströme sagen nichts über die Verhältnisse im Innern des Körpers aus. Die Ströme können sehr stark voneinander abweichen, da der Wassergehalt der Gewebearten verschieden ist und an Organgrenzen so genannte „Hot Spots“ auftreten können, Bereiche mit hoher Feldkonzentration.

Körperstromdichten bis 1 mA/m2 sind also physiologisch, d. h. verträglich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sind Magnetfelder bis 2 mA/m2 unbedenklich. Bis 10 mA/m2 können leichte biologische Wirkungen, zwischen 10 und 100 mA/mdeutlich wahrnehmbare festgestellt werden. Bei Körperstromdichten über 100 bis 1000 mA/m2 treten Gesundheitsgefahren auf, über 1000 mA/m2 können zu Kammerflimmern und Extrasystolen führen, also zu akuten Gesundheitsschäden.

Die in vielen Ländern gültigen Grenzwerte für 50/60 Hz wurden von diesen Erkenntnissen, gewonnen durch Tierversuche, abgeleitet. Ob diese Vorgehensweise heute noch angewendet werden sollte, ist sehr umstritten, was sich in den wiederholten (berechtigten) Forderungen nach niedrigeren Grenzwerten ausdrückt.

Autor: KATALYSE Institut

Kork

K. wird aus der Rinde der K.-Eiche gewonnen und als Bodenbelag, Tapete und Wärmedämmung verwendet.

Bodenbeläge und Tapeten aus K. sind angenehm wegen ihrer hohen Oberflächentemperatur und ihrer Sorptionsvermögen (Raumklima), jedoch z.T. gesundheitlich bedenklich, da in vielen Fällen, z.T. auch bei Bioprodukten, die einzelnen K.-Teilchen durch Kunstharz gebunden sind. Auch die zur Verarbeitung angebotenen Spezialkleber enthalten meist Kunstharze, nur selten werden Naturharze (Klebstoffe) verwendet.
Zur Wärmedämmung wird K. (Baustoffklasse B 2, Brandschutz) als K.-Schrot, Back-K. und imprägnierter K. geliefert.
Back-K., reinexpandiert: durch Erhitzen erfolgt ein Aufblähen der K.-Teilchen, durch das austretende Harz verkleben die
Teilchen und können zu Platten verpreßt werden. Wird bei zu hohen Temperaturen expandiert, entsteht Benzo(a)pyren, das später ausgast und am unangenehmen Geruch zu erkennen ist. Gesundheitlich unbedenklich ist Back-K., der benzpyrenfrei mit Prüfzeugnis erhältlich ist und als Wärmedämmung für flächige Bauteile (Wände, Dächer) verwendet werden kann.
K.-Schrot: Lose Schüttung ohne Bindemittel, gesundheitlich unbedenklich, wenn nicht expandiert (expandierter K.-Schrot oft hoher Benzpyrengehalt).
Imprägnierter K.: gegen Feuchtigkeitsaufnahme i.d.R. mit Bitumen imprägniert, daher gesundheitlich bedenklich.
Der verstärkte Einsatz von K. ist ökologisch bedenklich, da ein zu häufiges Schälen den K.-Eichen schadet. Eine Aufforstung mit K.-Eichen in Portugal und Spanien wäre sinnvoll, da sie dort standortgerecht weitere Boden-Erosion verhindern würden. Die Verwendung von K. sollte z.Z. auf hochwertige Innenbauteile beschränkt werden. K. ist wiederverwendbar und unbehandelt gut kompostierbar.
Baustoffklasse (Brandschutz), Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherzahl: k-Wert

Lit.: KATALYSE u.a. (Hrsg.): Das ökologische Heimwerkerbuch, Reinbek 1985

Autor: KATALYSE Institut

Koralleninseln

Viele Inseln der tropischen Meere verdanken ihre Entstehung unmittelbar dem Wachstum von Korallen und anderen Riff bildenden Organismen. Diese Koralleninseln unterscheiden sich grundlegend von anderen Inseltypen, die entweder vulkanischen Ursprungs sind oder Vorposten beziehungsweise Reste kontinentaler Landmassen.

Korallen ertragen wenn überhaupt nur kurzfristiges Trockenfallen bei Ebbe und können nicht über den Meeresspiegel hinauswachsen. In der Brandung, Strömung und den Gezeiten lagern sich feine Sedimente auf dem Riffdach ab und führen zur Bildung einer Sandbank. Tropische Wirbelstürme können ähnliches quasi über Nacht bewirken und dabei nicht nur feinen Sand, sondern auch Korallenbruchstücke und sogar tonnenschwere Korallenblöcke auf den Riffkranz werfen und einen Korallen-Cay bilden. Unter günstigen Umständen stabilisiert sich der lose Haufen und backt zu einer immer dichteren und festeren Landmasse zusammen.

Wie läuft die Besiedlung einer Koralleninsel ab?
In diesem Anfangsstadium ist die Sand- und Schutt-Ansammlung noch ein sehr unwirtlicher Lebensraum. Der Boden bietet wenig Nährstoffe und die Versorgung mit Süßwasser ist ein noch größeres Problem für die Besiedlung durch Landpflanzen. Zu den ersten Besiedlern von Koralleninseln gehören deswegen Meeresschildkröten und vor allem Vögel, die dort rasten und nisten, ihre Nahrung aber im Meer finden. Vögel bringen Pflanzensamen auf die Inseln, die entweder in ihrem Gefieder stecken oder mit dem Kot ausgeschieden werden. Andere Pflanzensamen werden durch die Luft angeweht oder wie die schwimmfähigen Samen vieler Mangrovenpflanzen am Strand angespült.

Die ersten Pflanzen, die eine Insel erfolgreich besiedeln, sind anspruchslose Pioniere, die gut mit Trockenperioden, Nährstoff- und Wasserarmut und salzhaltigem Brackwasser zurechtkommen. Ihre Überreste tragen erheblich zur Humusbildung bei und damit auch zu einer verbesserten Fähigkeit des Bodens, Süßwasser zu speichern. Bei ausreichender Größe der Insel kann Regenwasser imBoden auch eine Süßwasserlinse bilden, die quasi auf dem schwereren Salzwasser schwimmt und von den Pflanzenwurzeln erreicht werden kann.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM:

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Autor: KATALYSE Institut

Kopieren

Elektrophotographische Vervielfältigung.

Das abgelichtete Papier wird als Negativ auf eine lichtempfindliche Fotoleitertrommel übertragen, die an den nicht gefärbten (belichteten) Bereichen entladen wird, so dass nur an den gefärbten (unbelichteten) Stellen (Schriftzeichen) Toner (Farbpulver) an der Trommel elektrostatisch haften bleibt. Mit Hilfe eines Drahts (Corona) wird das eingezogene Kopierpapier entgegengesetzt der Tonerpartikel geladen, mit der Folge daß die auf der Trommel befindlichen Partikel auf dem Papier, als Positiv des Originals, anhaften. Sie werden gewalzt und in einer Fixier-(Heiz-)Einheit auf dasPapier aufgeschmolzen.
Laser- und LED-Drucker funktionieren nach dem gleichen Prinzip.
Das Problem der Toxizität und Karzinogenität der Tonerpartikel, das bis vor nicht allzulanger Zeit in der Diskussion war, ist durch die Senkung des Gehalts an mutagenen und karzinogenen Nitropyrenen (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, PAK) um 95%, erheblich vermindert worden. Es ist beim Einfüllen und der Entsorgung des Toners jedoch weiterhin darauf zu achten, dass Tonerstaub nicht in die Atemwege gelangt.
Durch den Betrieb von Kopiergeräten können am Arbeitsplatz erhöhte Ozonkonzentrationen auftreten (Laserdrucker), die gesundheitliche Schäden hervorrufen (Ozon), daher ist beim Kauf der Geräte darauf zu achten, daß sie mit einem Aktivkohlefilter ausgestattet sind, der den Ozonausstoß senkt.
Dem Problem der Ozonanreicherung ist insofern Rechnung zu tragen, daß Kopiergeräte nur in Räumen aufgestellt werden sollten, in denen sich keine Dauerarbeitsplätze befinden. Ist das nicht zu realisieren, so ist häufig zu lüften.
Ein Anhaltspunkt zur Berücksichtigung von Aspekten des Umwelt- und Gesundheitsschutzes beim Kauf von Kopiergeräte ist das Umweltzeichen "weil emissionsarm und abfallmindernd" (RAL-UZ-62), das bereits verschiedenen Modellen verliehen wurde.

Autor: KATALYSE Institut

Kooperationsprinzip

Das K. ist ein im Umweltbericht 1976 festgelegtes Leitbild für die Gestaltung der Umweltpolitik, welches besagt, dass diese nur durch ein enges Zusammenwirken von Regierung, gesellschaftlichen Kräften und Bürgern konsensfähig bleibt und Ergebnisse bringt (Vorsorgeprinzip,Verursacherprinzip).

Es hat vor allem eine frühzeitige Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen an umweltpolitischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen zum Ziel (Bürgerbeteiligung). In der Realität entwickelte sich das K. hauptsächlich zu einer Zusammenarbeit von Regierung und Industrie (u.a. Branchenabkommen). Bürgerinitiativen und Umweltverbände werden zwar teilweise (spät) angehört (Anhörung), jedoch nur selten direkt an Entscheidungen beteiligt.

 

Autor: KATALYSE Institut

Konventioneller Landbau

Der K. ist die derzeit übliche moderne Landbaumethode.

Kennzeichen sind: intensive Bodennutzung, Spezialisierung, Konzentration von landwirtschaftlichen Betrieben, hoher Kapital- und Energieeinsatz (Agrochemikalien), Entkoppelung von Vieh- und Ackerbau (Massentierhaltung, Hormone,Futtermittelzusätze), Monokulturen und aggressiver Einsatz von landwirtschaftlicher Technik. Diese Form der Landwirtschaft ist die Folge derAgrarpolitik in Deutschland sowie der EG. Heute ernährt ein Landwirt durchschnittlich 28 Menschen, 1950 waren es noch 4.

Die Folgen für die Umwelt sind:
- Belastung des Bodens und in der Folge auch des Grund- und Trinkwassers durch den Einsatz von Herbiziden, Pestiziden, schwermetallbelasteten Klärschlämmen, nitrathaltiger Gülle und Düngemitteln, die Nitrate, Phosphate und Schwermetalle(v.a. Blei, Zink, Kupfer und Quecksilber) enthalten. Der Einsatz von Dünger stieg in der BRD von 1960 bis 1988 um 75%, der von Pflanzenschutzmitteln sogar um 285%.

- Verminderung der Bodenfruchtbarkeit durch bestimmte Feldfrüchte (z.B. Futtermais), die den Boden übermäßig beanspruchen. Auch Monokulturen (v.a. beim Getreideanbau) und das Fehlen von Fruchtfolgen führt zum Auslaugen der Böden.

- Bodenerosion durch großflächige Monokulturen ohne Hecken und Windschutzvorrichtungen, insb. bei
Mais, Hopfen,
Raps,

Weizen und anderen Getreiden, sowie von Überweidung durch Ziegen und Schafe, v.a.in den Mittelmeerländern (Erosion).

- Erhebliche Boden- und Luftbelastung durch Gülle (natürlicher Dünger, insb. Schweinemastgülle) und Kunstdünger: es kommt zu Verätzungen von Pflanzen und zu Geruchsbelästigung (Olf) durch Ammoniak in der Umgebung von Mastgroßbetrieben. Das aus der Gülle ausgewaschene Ammonium ist mitverantwortlich für das Waldsterben, das aus Gülle und Kunstdünger entweichende Methan trägt maßgeblich zum Treibhauseffekt bei.

Durch Überdüngung setzen Mikroorganismen verstärkt N2O (Distickoxid, Lachgas) frei, das ebenso den Treibhauseffekt verstärkt.

Durch Einsatz von schweren Maschinen kommt es außerdem zu Lärmbelästigungen und Bodenverdichtungen: Hohlräume werden verschlossen, Wasser kann nicht mehr einsickern (Versickerung). Der K. wurde zudem zum Energieverbraucher im großen Stil. Durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume (z.B. das Trockenlegen von Feuchtwiesen) wird das Artensterben verstärkt.

Nicht zuletzt hat der K. natürlich auch entscheidenden Einfluß auf die Qualität der produzierten Nahrungsmittel (Nahrungskette).
Prinzipiell unterscheidet sich die Landwirtschaft der ehemaligen DDR nicht von dem K. des Westens. Allerdings wurde der Wandel von der bäuerlichen Landwirtschaft zu Agrarfabriken im Osten wesentlich flächendeckender und systematischer vollzogen.

Die Folge waren LPGs und VEGs mit Produktionseinheiten mit Durchschnittsgrößen von 5.000 ha und Viehbeständen von durchschnittlich 2.000 Milchkühen, 5.000 Mastrindern oder 24.000 Mastschweinen bei scharfer organisatorischer Trennung von Pflanzenproduktion und Tierhaltung.

Direkte Folgen auf die Umwelt sind z.B., daß im Gebiet der ehemaligen DDR heute 1,2 Mio Menschen Wasser trinken müssen, dessen Nitratgehalt die Grenzwerte derTrinkwasserverordnung zeitweise oder ständig übersteigt. Am härtesten betroffen sind die ehemaligen Bezirke Halle, Gera, Chemnitz und Leipzig. 400.000 Menschen müssen nach vorsichtigen Schätzungen von Experten mit Pestiziden verseuchtes Wasser trinken.

Nach Vorstellung des Landwirtschaftsministeriums soll die ehemalige DDR zum agrarstrukurell schlagkräftigsten Gebiet Europas gemacht werden, in dem kein privater Bauer unter 200 ha zu wirtschaften anfange. Laut Minister Kiechle sollten zwischen Oktober 1990 und Ende 1991 50% der 800.000 Landarbeitskräfte ihre Arbeit verlieren.

Eine ganze Reihe politischer Bestrebungen versucht in jüngster Zeit, den umweltschädigenden Auswirkungen des "industriellen" K. zu begegnen: durch Verminderung und Verbote von Pestiziden (z.B. Atrazin), die Förderung von Flächenstillegungen oder des ökologischen Landbaus, durch die Wiedereinrichtung oftmals trockengelegter F. sind Flächen, die zum Teil ständig von seichtem Wasser bedeckt sind.Feuchtgebiete oder den gezielten Anbau nachwachsender Rohstoffe (öl- und gasliefernde Pflanzen).

Autor: KATALYSE Institut

Kontamination

Verseuchung von Gegenständen, Räumen oder Umwelt (Boden) durch giftige Chemikalien, insb. auch radioaktive Substanzen (Radioaktivität).

Kommen Menschen in direkten Kontakt mit radioaktiven Stoffen, z.B. durch Betreten kontaminierter Räume, so werden auch sie als kontaminiert bezeichnet (Inkorporation). Eine Entseuchung oder Dekontamination ist im allgemeinen sehr schwierig.

Die in Kernkraftwerken, Forschung und Medizin (Nuklearmedizin, Strahlentherapie) anfallenden kontaminierten Arbeitsgeräte und die Arbeitskleidung müssen als Atommüll entsorgt werden und dürfen auf keinen Fall in den Normalmüll geraten. Kontaminiertes Wasser darf nicht ins Abwasser gelangen, kontaminierter Boden muss abgetragen und entsorgt werden.

Kontaminierte Menschen können durch Abschmirgeln der äußeren Hautschicht die Aufnahme radioaktiver Substanzen über die Haut verringern und durch Einnahme geeigneter Nahrungsmittel bzw. chemischer Substanzen die Verweildauer der radioaktiven Stoffe im Körper verkürzen (Halbwertszeit). Kontamination von Menschen findet in erster Linie bei Betriebsunfällen in Kernkraftwerken statt und kann zu hohen Strahlenschäden bis hin zu akuten Strahlenschäden führen (Tschernobyl).

Lit.: H.Kater: Atomkraftwerksgefahren aus ärztlicher Sicht, Hameln 1983

Autor: KATALYSE Institut

Kontaktgift

Substanz, die durch Berührung allein giftig wirkt.

Einige Insektizide wirken z.B. als Kontaktgift; sie entfalten ihre Wirkung nur, wenn das Insekt damit direkt in Berührung kommt. Davon unterschieden werden die Atem- und Fraßgifte.

Autor: KATALYSE Institut

Konsumenten

Begriff aus der Ökologie.
Konsumenten (= heterotrophe Organismen: Tiere,Pilze, viele Bakterien) verwerten die von den Produzenten aufgebauten organischen, energiehaltigen Stoffe zu ihrer Ernährung. K. 1. Ordnung sind Pflanzenfresser, K. 2., 3. und höherer Ordnung sind Fleischfresser.

In Ökosystemen unterscheidet man:

  1. Primärkonsumenten oder Konsumenten erster Ordnung: (Pflanzenfresser Herbivoren) und Saprophage
  2. Sekundärkonsumenten oder Konsumenten zweiter Ordnung: (Fleischfresser Carnivoren)
  3. Tertiärkonsumenten oder Konsumenten dritter Ordnung: Carnivore, die sich von Carnivoren ernähren

In dem Modell der Nahrungskette, gegliedert nach Trophieniveaus, folgen die Konsumenten den Produzenten. In einem Ökosystem wird die Produktion der Konsumenten durch die der Produzenten limitiert.

Autor: KATALYSE Institut

Konervierungsstoffe

Unter dem Begriff Konservierungsstoffe (E200-E283) werden alle Zusatzstoffe zusammengefasst, die Mikroorganismen in oder auf Lebensmitteln abtöten oder in der Vermehrung hemmen.

Mit Ausnahme von Milch- und Essigsäure bedürfen alle K. der Zulassung (Zusatzstoff-Zulassungs-Verordnung).
E-Nummern und Lebensmittelzusatzstoffe.

Lit.: KATALYSE: Was wir alles schlucken, Hamburg 1985

Im Falle fehlender oder nicht ausreichender Konservierung kann ein erheblicher Schaden entstehen. Unzureichend konservierte Lebensmittel können beim Verzehr zur Erkrankung des Verbrauchers führen. Immer wieder kommt es z. B. zu Salmonellen-Infektionen durch den Verbrauch von Nahrungsmitteln. Tückisch ist die krebserzeugende Wirkung von Aflatoxinen, das sind Ausscheidungsprodukte von Schimmelpilzen. Wenn man die Entwicklung von Schimmelpilzen unterbindet, reduziert man zugleich die Bildung von Aflatoxinen. Neben der chemischen Konservierung durch Konservierungsmittel gibt es auch physikalische Verfahren zur Konservierung, die nach wie vor erhebliche technische Bedeutung besitzen. Dazu zählt die Konservierung durch:

  • Erhitzen (Pasteurisieren, Sterilisieren)
  • Wasserentzug (Trocknung)
  • Luftabschluss (Paraffinschicht für Käse u. ä., Vakuumieren) und
  • Tiefkühlen (≤ −18 °C).

Autor: KATALYSE Institut

Konkurrenz

Lebewesen stehen in einem Konkurrenz-Verhältnis zueinander, wenn sie die gleichen für sie wesentlichen Umweltfaktoren eines Biotops nutzen, diese aber nicht für alle sie beanspruchenden Lebewesen ausreichen.

Es kommt zur Selektion und Vermehrung der am besten angepassten und zur Verdrängung der weniger gut angepassten Lebewesen (Ursache: Mutation).
Bei der interspezifischen Konkurrenz besteht der Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Arten und führt über den Selektionsdruck, bei ausreichender Zeitdauer, zu einer kontinuierlichen Anpassung an spezifische Umweltfaktoren und damit zur Erschließung ökologischer Nischen (Spezialisierung) oder zu einer Verdrängung in Bereiche, die nicht dem physiologischen Optimum einer Art entsprechen.
Die intraspezifische K., der Wettbewerb zwischen Individuen einer Art, reguliert im wesentlichen die Dichte einer Population. Es gibt in der Tierwelt eine Vielzahl von Mechanismen, wie z.B. Rangordnung oder Territorialität, die die K. und den damit verbundenen Stress herabsetzen. Auch die Rivalität (eine spezielle Form der Konkurrenz) spielt sowohl in Bezug auf Rangordnung- oder Revierkämpfe, als auch in Bezug auf Partnerwahl eine entscheidende Rolle innerhalb einer Population einer Art.  
Der Mensch ist globaler Konkurrent für alle Organismen, da er in der Lage ist, jedes Biotop für sich zu nutzen.

Autor: KATALYSE Institut

Kompaktwaschmittel

Bezeichnung für einen auf dem europäischen Markt neuen Typus von pulverförmigen Waschmittelkonzentraten.

Kompaktwaschmittel enthalten grundsätzlich die gleichen Inhaltsstoffe wie herkömmliche Pulverwaschmittel, allerdings in abgewandelter Zusammensetzung (Waschmittel). So werden die härteunabhängigen Wirkstoffe, wie der Bleichaktivator TAED(Sauerstoffbleiche) und die Enzyme, verstärkt eingesetzt. Reduziert ist der Kristallwassergehalt und der Füllstoff Natriumsulfat (Glaubersalz) ist weitgehend aus den Pulvern verbannt. Die Dosierungsempfehlungen deutscher Produkte sind kaum noch härteorientiert, weil die Rezepturen auf die überwiegenden Härtebereiche 2-3 (Wasserhärte) optimiert wurden. Statt dessen wird eine stark schmutzabhängige Dosierung empfohlen. Da die K. eine höhere Dichte verglichen mit herkömmlichen Pulvern aufweisen, ergibt sich eine deutliche Verpackungseinsparung.
K. gibt es heute sowohl im Segment der Voll- als auch der Feinwaschmittel. Seit Einführung der ersten K. 1989 ist der Marktanteil bei den Universalwaschmitteln Ende 1991 bereits auf 36% gestiegen.
Prinzipiell stellen K. eine Möglichkeit dar, bei angemessener Dosierung zu einer mengenmäßigen Entlastung des Abwassers zu kommen. Entscheidend für die Reduzierung wird sein, inwieweit der Verbraucher sein Dosierungsverhalten an die Empfehlungen und die heute überwiegend vorliegende normal verschmutzte Wäsche anpasst. Zumindest für Japan, wo die K. schon früher auf den Markt kamen und 1991 die herkömmlichen Pulver auf einen Marktanteil von unter 20% zurückgedrängt haben, scheint diese Abwasserentlastung durch K. nicht eingetreten zu sein. Den Nachteil mangelnder Flexibilität teilen die K. mit den herkömmlichen Vollwaschmitteln, da die darin integrierte Sauerstoffbleiche für zahlreiche Waschfälle überflüssig oder bei Buntwäsche eher schädlich ist. Insofern sind kompakte Fein- und Buntwaschmittel deutlich günstiger einzuschätzen und sollten bedarfsweise kombiniert mit einem Fleckensalz die Vollwaschmittel - egal ob herkömmlich oder kompakt - ersetzen.

Autor: KATALYSE Institut

Kolloide

Stoffe mit einer Teilchengröße von 1/100-1/1.000 mycrom Durchmesser, die in einem anderen Medium (=Dispersionsmittel) fein verteilt sind.

K. haben eine große Bedeutung in der Landwirtschaft, Biologie und Medizin, z.B. spielen k. Tonteilchen im Boden eine große Rolle für das Pflanzenwachstum.
Beispiele für K.: Tabakrauch (festes K. in Gas; Aggregatzustände), Nebel bzw. Spray (flüssiges K. in Gas; Aerosol ) oder Seifenschaum (gasförmiges K. in Flüssigkeit).
Bodentypen

Autor: KATALYSE Institut

Kombinationswirkungen

Wirkungen, die durch das Zusammenspiel mehrerer Umweltfaktoren auf einen Organismus ausgehen.

K. zeigen z.B. viele Chemikalien, ionisierende Strahlung zusammen mit Chemikalien, Arzneimittel zusammen mit Alkohol u.a.
Synergismus

Autor: KATALYSE Institut

Kohlenstoff

Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Symbol C, Ordnungszahl 6, Schmelzpunkt 3.550 Grad C, Siedepunkt 4.830 Grad C, Dichte 3,15 g/cm3 (Diamant), 2,1 - 2,3 g/cm3 (Graphit), Nichtmetall.

K. kommt zu 0,09% in der ca. 16 km mächtigen oberen Erdkruste vornehmlich als fossile Biomasse vor (Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle). K. verbrennt bei höheren Temperaturen zu Kohlendioxid, bei nicht ausreichender Sauerstoffzufuhr zu Kohlenmonoxid. Ruß und Staub fallen bei der Verbrennung von K. als umweltbelastende Stoffe in der Atmosphäre an. K. ist Grundbaustein des organischen Lebens (Assimilation, Photosynthese).
Kohle, Kohlenwasserstoff, C-14 (radioaktiver K.),
organische Verbindungen

Autor: KATALYSE Institut

Kohle

Rohe Braun-K. hat einen im Vergleich zu Stein-K. wesentlich höheren Wassergehalt (bis zu 60% im Vergleich zu bis zu 5%) und einen auf das Trockengewicht bezogen niedrigeren Heizwert. Im vereinten Deutschland decken 1990 Braun-K. 21,7% und Stein-K. 15,6% des Primärenergieverbrauchs (Energie). In den neuen Bundesländern beherrscht die Braun-K. mit einem Anteil von knapp 70% den Primärenergiemarkt. Die BRD besitzt große Energiereserven an K..
Umweltbelastungen durch Nutzung der K. treten auf bei der Förderung: Störung des Wasserhaushalts, Landschaftszerstörung, Bodenabsenkungen (Braun-, Steinkohle), und infolge von Schadstoffemissionen bei Weiterverarbeitung (Kokerei) und v.a. bei der Verbrennung; wichtigste Schadstoffe: Schwefeldioxid, Stickoxide, Staub und Kohlendioxid.
K. enthält im Vergleich zu Erdöl und

Holz viel Schwefel. Techniken zur Minderung des Schwefeldioxid-Ausstoßes: Brennstoffentschwefelung, Wirbelschichtfeuerung, Rauchgasentschwefelungsanlage.

Autor: KATALYSE Institut

Kochsalz

Natriumchlorid

Autor: KATALYSE Institut

Klon

Population genetisch identischer Zellen, die durch Zellteilung aus einer Zelle entstanden ist und daher identisches Erbgut besitzen.

Autor: KATALYSE Institut

Klonen

(Klonieren) Herstellen genetisch identischer Nachkommen oder DNS-Fragmente von einem Individuum.

Dies kann bei Organismen durch einfache Zellteilung geschehen oder mit Hilfe gentechnischer Methoden (Gentechnologie). In der Tier- und Pflanzenzucht werden die Zellen eines Embryos in einem Stadium, in dem die Zellen noch nicht differenziert sind, d.h. noch keine spezifische Funktionen übernehmen.

Autor: KATALYSE Institut

Knopfzellen

Besondere, meist sehr kleine Bauform von Batterien.

Sie finden daher in Hörgeräten, Taschenrechnern, Uhren, kleinen Radios usw. Anwendung. Es gibt verschiedene K., die auf unterschiedlichen elektro-chemischen Prinzipien basieren. Häufige Typen sind: Quecksilberoxid-, Silberoxid-, Zink-Luft-, Alkali-Mangan-, Lithium-Batterien und auch Nickel-Cadmium-Akkus. K., die einen hohen Prozentsatz giftiger Metalle enthalten, sind mit dem ISO-Symbol 7000/1135 gekennzeichnet und müssen dem Handel oder einer Sammelstelle nach Gebrauch zurückgegeben werden (Batterie-Entsorgung).
K. sind unbedingt von Kleinkindern fernzuhalten, da sie wegen ihrer Größe leicht verschluckt werden können. Sollte eine K. dennoch verschluckt werden, auf keinen Fall warten bis sie über den Darm ausgeschieden wird. Sofort versuchen sie durch Erbrechen aus dem Körper zu entfernen und auf jeden Fall einen Arzt benachrichtigen.

Autor: KATALYSE Institut