Category Archives: H
Haarfärbemittel
H. werden unterschieden in Direktfarben und echte Haarfarben.
Bei Direktfarben genügen eine oder mehrere Haarwäschen, um die Farbe wieder zu entfernen. Der Farbstoff ist nur oberflächlich an der Haarsubstanz angelagert, es findet keine chemische Reaktion statt. Für das Haar selbst ist der Vorgang unbedenklich, aber die Farben leiten sich meist vom Anilin ab, das als krebserregend bekannt ist und in kosmetischen Mitteln nicht enthalten sein darf.
Die echten (permanenten) Haarfarben bedienen sich der Oxidationsfärbung.
Bei Zusatz eines Oxidationsmittels verbinden sich Farbzwischenprodukte miteinander, wodurch der eigentliche Farbstoff entsteht. Insb. die Vorbehandlung ist für das Haar schädlich: Das Haar muß mit Alkalien verquollen werden (meist mit Ammoniak), sonst können die Farbzwischenprodukte nicht ins Haarinnere eindringen. Außerdem wird das Haar v.a. durch das Oxidationsmittel - meist 5% Wasserstoffperoxid - geschädigt, indem dieses die Haarsubstanz angreift.
Noch viel bedenklicher als die negativen Auswirkungen durch H. auf das Haar selbst sind die Nebenwirkungen, die von einigen der Farbzwischenprodukte bekanntgeworden sind. Einige von ihnen sind stark allergen, krebserregend oder mutagen (z.B. Resorcin, Naphthol, Diaminophenole). Zunehmend werden Kollektionen auf Basis von Henna angeboten.
Dabei muß man unterscheiden zwischen Produkten, denen andere Farbstoffe zur Veränderung des Farbtons beigemischt, und solchen, die durch chemische Synthese modifiziert sind. Beim Bleichen der Haare muß das Haar wie beim Färben alkalisch aufgelockert werden. Das Oxidationsmittel (Wasserstoffperoxid) verändert die Haarstruktur besonders bei Wiederholung stark. Das Haar wird u.a. porös, rauh und glanzlos.
Lit.: KATALYSE u.a. (Hrsg.): Chemie im Haushalt, Reinbeck 1984
Autor: KATALYSE Institut
Haarwaschmittel
Shampoo
Autor: KATALYSE Institut
Hydrologie
Hydrologie ist die Wissenschaft vom Wasser und beschäftigt sich mit der Erforschung des Wassers auf und unter der Erdoberfläche.
Die Hydrologie beschäftigt sich mit Wasser in Räumen und Zeit, seiner Zirkulation und seinen physikalischen, chemischen sowie biologisch verursachten Eigenschaften und Wirkungen. Dabei sind die Wechselwirkungen zwischen den natürlichen Voraussetzungen und den auf diese zurückwirkende anthropogenen Einflüssen eingeschlossen.
Autor: KATALYSE Institut
Heizkostenverordnung
Die H. wurde aufgrund des Energieeinsparungsgesetzes vom 20.6.1980 erlassen. Die H. bestimmt, daß der Heizenergieverbrauch von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern verbrauchsabhängig abgerechnet werden muß.
Untersuchungen haben ergeben, daß die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung zu einem sparsameren Umgang der Bewohner mit Heizenergie führt. So sank z.B. der Verbrauch in Gebäuden nach Einführung der verbrauchsabhängigen Abrechnunung um bis zu 30%.
Autor: KATALYSE Institut
Höhenstrahlung
Siehe: Kosmische Strahlung
Autor: KATALYSE Institut
Hybrid
H. (Synonym: Bastard) ist der Nachkomme von Elterntieren, die verschiedenen Rassen, Unterarten oder sogar Arten angehören.
Bekanntestes Beispiel ist der Maulesel und Maultiere, die aus der Kreuzung von Pferden und Eseln hervorgehen. H. sind teilweise wie Maultiere und Maulesel unfruchtbar und müssen immer wieder neu gezüchtet werden.
Autor: KATALYSE Institut
Hochmoor
H. wachsen aus dem nährstoffreichen Grundwasserbereich heraus.
Torfmoose (Sphagnumarten) binden das nährstoffarme Niederschlagswasser. H. sind 3.000-8.000 Jahre alt. Jährlich wachsen sie um ca. 1 mm in die Höhe.
Ca. 90% der norddeutschen H. sind durch ihre Zerstörung verlorengegegangen. H.-Reste in Norddeutschland sollen durch Rekultivierungsmaßnahmen erhalten werden und sind geschützte Gebiete.
Autor: KATALYSE Institut
Hörvorgang
Hörorgan des Menschen ist das Ohr. Auftreffende Schallwellen werden durch den Gehörgang zum Trommelfell geleitet.
Hierdurch wird das Trommelfell in Schwingungen versetzt, die über die Brücke der Gehörknöchelchen (Hammer, Amboß und Steigbügel) vom Mittelohr zum Innenohr übertragen werden. In dem flüssigkeitsgefüllten Innenohr findet der eigentliche H. statt. In der Schnecke (Cortisches Organ) wird die Bewegungsenergie der in Schwingung versetzten Flüssigkeit über ca. 30.000 hochempfindliche Haarzellen in elektrochemische Impulse umgewandelt, die über den Hörnerv in die Hörzentren des Gehirns weitergeleitet werden.
Autor: KATALYSE Institut
Hörschwelle
Der Schalldruck, bei dem das menschliche Hörorgan gerade eine Hörempfindung wahrnimmt, wird als H. bezeichnet.
Die H. ist stark frequenzabhängig und gibt die untere Grenze des Hörbereichswieder. Um festzustellen, ob eine Gehörschädigung vorliegt, kann die H. mittels Audiometrie überprüft werden. Liegt eine Gehörschädigung vor, so beginnt die H. erst bei wesentlich höheren Schalldrücken.
Autor: KATALYSE Institut
Hörbereich
Der Bereich, in dem das menschliche Gehör Schall erfassen kann, wird als H. bezeichnet.
Er wird durch Lautstärke und Tonhöhe (Frequenz) gekennzeichnet. Die Grenzen des wahrnehmbaren Schalls sind: niedrige, gerade noch wahrnehmbare Lautstärken (Hörschwelle), hohe, kaum erträgliche Lautstärken (Schmerzgrenze), tiefe, gerade noch wahrnehmbare Freuenzen (Infraschall) und hohe, gerade noch wahrnehmbare Frequenzen (Ultraschall).
Der H. eines gesunden, jungen Menschen ist nachstehender Abb. zu entnehmen.
Siehe auch: Dezibel, Schallbewertung, Lärmschwerhörigkeit
Autor: KATALYSE Institut
Immunglobulin
Siehe Immunsystem, Allergie.
Autor: KATALYSE Institut
Humanökologie
H. ist die Wissenschaft der Struktur und Funktion der vom menschen in zunehmenden Maße veränderten Natur.
Sie untersucht systemeigenschaften der Ökosphäre (Wärme, Licht, Wasser, Luft etc.), die Wechselwirkungen und Veränderungen der Systemelemente (z.B. die Entwicklung der Kulturlandschaft) sowie das Ausmaß des Menschen von der natürlichen Umwelt.
Autor: KATALYSE Institut
Humangenomprojekt
Ziel des H. war die vollständige Entschlüsselung der DNS-Basensequenz des menschlichen Genoms.
Siehe auch: Human Genome Project.
Autor: KATALYSE Institut
Homöopathie
Griechisch: ähnliche Krankheit. Durch S. Hahnemann (1755-1843) begründetes medikamentöses Therapieprinzip.
Es werden solche Substanzen in extrem niedriger Dosis eingesetzt, die in hoher Dosis den Krankheitserscheinungen ähnliche Symptome hervorrufen würden. Dieses sog. Ähnlichkeitsprinzip wird in der klassischen H. ergänzt durch komplizierte Zuschreibungen von Stoffeigenschaften auf die Persönlichkeit des Patienten (Beispiel einer Diagnose: "das ist ein Pulsatilla-Typ").
Die Arzneistoffe werden in Dezimalschritten verdünnt. Der Exponent charakterisiert die Verdünnungsstufe: D1 = 1:10, D2 = 1:100 usw. Die H. beruht auf der Annahme, daß schwache und mittlere Reize die Lebenstätigkeit fördern, starke Reize sie dagegen hemmen.
Die H. kann in Einzelfällen z.T. erstaunliche Heilungen bewirken. Naturwissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit sind schwer zu erbringen bzw. stehen noch aus, da die H. eine sehr auf den Einzelfall bezogene Therapieform ist. Von "schulmedizinischer" Seite aus wurde/wird sie oftmals angefeindet.
Jüngste Studien aus Frankreich (J. Beneviste 1991) scheinen allerdings zu bestätigen, daß auch tausendfach in Wasser verdünnte Substanzen chemisch-physikalische Wirkung haben können - selbst wenn durch die extreme Verdünnung von der eigentlichen Substanz kein einziges Molekül mehr vorhanden ist. Als Ursache werden im Wasser zurückbleibende Magnetisierungen diskutiert.
Die H. wird hauptsächlich von Heilpraktikern angewendet. Voll approbierte Ärzte erhalten die Zusatzbezeichnung Homöopath nach Absolvierung von Zusatzkursen sowie einer 1 1/2jährigen Patenschaft durch einen anerkannten Homöopathen von der Ärztekammer.
Autor: KATALYSE Institut
Hippocampus
Der Hippocampus (irreführend als Seepferdchen bezeichnet) ist entwicklungsgeschichtlich einer der ältesten Teile der Großhirnrinde und gehört dem autonomen (vegetativen) Nervensystem an.
Er besteht aus zwei Hälften, die symmetrisch angeordnet im unteren Bereich der Schläfenlappen in beiden Hemisphären liegen. Zusammen mit der Amygdala (Mandelkern) und anderen Hirnbereichen bildet er das Limbische System. Dieses ist zuständig für die Verarbeitung und Zuordnung von Sinneseindrücken und von Gefühlen bzw. auch deren Verknüpfung. Dort werden Bilder zusammengesetzt, die die Sinnesorgane aufnehmen. Der Hippocampus ist eine wichtige Schaltzentrale für die Wahrnehmungen der Sinnesorgane und die Überführung vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis. Er „entscheidet“, was in das Langzeitgedächtnis geschoben wird. Zwar werden die Informationen im Großhirn gespeichert, aber das Erinnerungsvermögen wird vom Hippocampus gesteuert und auch, dass unterschiedliche Informationen, die zusammengehören, zusammengesetzt werden, selbst wenn größere Zeitabstände dazwischen liegen. Außerdem ist die Fähigkeit zur räumlichen Orientierung dort angesiedelt. Deshalb ist es einerseits möglich, dass man wieder zurückfindet, wenn man an einen unbekannten Ort geht, und andererseits, dass man sich daran erinnern kann und auch an andere Ereignisse, die dort stattfanden. Der Hippocampus hat auch Verbindungen zum Hypothalamus, einem Bereich im Zwischenhirn, der viele Körperfunktionen reguliert wie Temperatur, Blutdruck, Hunger- und Sättigungsgefühl, Tag-und-Nacht-Rhythmus und Hormonfunktionen.
In den letzten Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die Zellen des Hippocampus’ eine starke Teilungsfähigkeit besitzen, d. h. es werden immer wieder neue Neuronen (Einheiten aus Nervenzellen mit ihren Fortsätzen Neuriten und Dendriten, die von der Zelle ernährt werden) gebildet durch Zellteilung und Differenzierung. Man vermutet, dass diese Neubildungen mit Lernen und Vergessen zu tun haben.
Bei Verletzungen, Fehlentwicklungen oder degenerativem Abbau des Hippocampus-Gewebes, z. B. bei Demenz, gehen deshalb Erinnerungsvermögen und Orientierungssinn verloren. Ebenso die Lernfähigkeit und besonders das räumliche Lernen. Außerdem werden Autismus und Epilepsie mit Fehlfunktionen im Hippocampus in Verbindung gebracht.
Autor: KATALYSE Institut
Hautkrebs
H. gehört zu den Krebs-Arten, die weltweit am stärksten zunehmen. Hauptursache (90%) für H. ist UV-Strahlung (Sonnenbaden, Sonnenbrand), die infolge der Zerstörung der Ozonschicht (Ozonabbau) weltweit anwächst.
Andere Ursachen für H.: Ionisierende Strahlung (somatische Strahlenschäden), Arsen, Teer-Verbindungen, vererbter Hauttyp und Veranlagung, lang anhaltende Hautschädigung durch schwerwiegende Krankheiten und Spätfolge anderer Krebserkrankungen.
I.d.R. treten die relativ harmlosen H. Basalzellentumor (Basaliom) und Stachelzellenkrebs (Spinaliom) auf. Selten kommt es jedoch auch zum bösartigen schwarzen H. (malignes Melanom). Besonders gefährdet sind hellhäutige Menschen.
Die H.-Arten im einzelnen:
Basaliom (Basalzellentumor): Es tritt vorwiegend an dem Sonnenlicht ausgesetzten Hautbezirken (besonders im Gesicht) auf, bevorzugt bei alten und lichtempfindlichen Menschen. Es entsteht aus unreifen Zellen der obersten Hautschicht, die die Fähigkeit zur Verhornung verloren haben. Es wächst geschwürartig in die Tiefe und bildet i.d.R. keine Metastasen. Die operative Entfernung hat gute Heilungschancen.
Spinaliom (Stachelzellenkrebs): Es geht von den Stachelzellen der Haut aus. Vorstufen zum Spinaliom sind Hautveränderungen oder rötliche Stellen, die nicht abheilen und sich wie Sandpapier anfühlen. Das Spinaliom kann sich bösartig entwickeln, die operative Entfernung hat gute Chancen.
Plattenepithelkarzinom: Es ist seltener als das Basaliom (1:10); es wächst zerstörend und bildet Metastasen. Bevorzugt befallen wird der Übergang von Haut in Schleimhaut. Der Verlauf wird als relativ ungünstig eingeschätzt. Das vermehrte Auftreten von Hautkrebs bei Schornsteinfegern wurde schon 1775 durch Pott beobachtet.
Malignes (= bösartig) Melanom: Es zählt zu den bösartigsten Tumoren der Haut, da es ausgesprochen schnell Metastasen bildet. Es entsteht aus Pigmentzellen und bildet ein braun-schwarzes Mal. In 30% der Fälle entwickelt sich das M. aus einem Muttermal. Der Krankheitsverlauf hängt ab vom Melanomtyp, Metastasierung, Tumordicke, Eindringtiefe. Schon drei massive Sonnenbrände mit Hautabschälung genügen, um das Melanom-Risiko um das Drei- bis Vierfache zu erhöhen. Während die anderen H. meist mit Latenzzeiten von 30 Jahren auftreten, trifft das Melanom auch jüngere Menschen, meist um die 40, gelegentlich aber auch erst 20jährige, und verläuft in vielen Fällen tödlich. Wichtigstes Risikomerkmal ist die Anzahl der Leberflecken. Wenn sie sich in Form und Farbe verändern oder gar Knötchen bilden, nässen oder jucken, besteht höchste Gefahr.
Die Tumoren werden in der Regel operativ entfernt, Metastasen mit Strahlen- und/oder Chemotherapie behandelt; wichtig ist eine Früherkennung.
Häufigkeit des Auftretens: Exzessives Sonnenbaden und zunehmende UV-Strahlung haben die H.-Zahlen drastisch ansteigen lassen. In Deutschland hat sich die H.-Rate in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Insgesamt werden jährlich ca. 125.000 Bundesdeutsche von H. befallen, 8.000 von ihnen erkranken am lebensgefährlichen Melanom (das sind sechsmal so viele Menschen wie vor 20 Jahren). Die Melanomfälle nehmen derzeit alle 5 Jahre um ca. 5-10% zu. Derzeit sterben jedes Jahr etwa 2.000 Deutsche an H..
Nach einer Studie der UNO werden infolge der intensiveren UV-Strahlung (Ozonabbau) weltweit jährlich 300.000 zusätzliche H.-Erkrankungen erwartet.
Siehe auch: Krebs-Arten, UV-Strahlung
Autor: KATALYSE Institut
Hormone
Körpereigene Regulationsstoffe, Informationsüberträger zwischen den verschiedenen Zellarten des Organismus.
H. unterliegt gemeinsam mit nervalen Regelmechanismen die Steuerung von Stoffwechselprozessen, Wachstum und Fortpflanzung. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt "antreiben", "in Gang setzen". Nach der alten, lange gültige Definition waren Hormone Signal- oder Botenstoffe im Körper, die in einer Drüse gebildet werden, von dort ausgeschieden und über das Blut zu ihrem Zielorgan transportiert werden. Heute werden Hormone in verschiedene Gruppen eingeteilt, nach ihrem Herkunftsort (Hypophyse, Nebenniere, Schilddrüse usw.), nach ihrer Funktion (z. B. Wachstum, Verdauung, Fortpflanzung) und ihrer chemischen Struktur (Proteo-, Aminosäre- und Steroidhormone), und auch Neurotransmitter oder Mediatoren werden dazugerechnet.
Hormone sind in äußerst geringen Konzentrationen wirksam, das bewegt sich im Mikro-, Nano- und sogar Picogramm-Bereich. Die Produktion von Hormonen ist sehr genau auf den Bedarf abgestimmt. Ihre Wirkung ist die Stimulierung oder Hemmung einer Reaktion im Stoffwechsel. Die Regulation erfolgt durch Rückkopplung (feed back), d. h. sie werden zu jedem Zeitpunkt in der jeweils benötigten Menge hergestellt. Ist die "richtige" Konzentration erreicht, wird die Produktion zurückgefahren oder eingestellt. Daher reagiert der Körper empfindlich auf kleinste Veränderungen. Sind die Botenstoffe an ihrem Zielorgan angekommen, lagern sie sich an einen spezifischen Rezeptor an und bewirken dadurch eine Veränderung oder Umsetzung einer Stoffwechselreaktion. Hormone haben eine geringe Lebensdauer, sie sind nur Minuten bis Stunden aktiv, dann werden sie wieder abgebaut und dem Bedarf entsprechend neu synthetisiert.
Das Hormon Melatonin beispielsweise wird tagsüber nur in geringer Menge, nachts in hoher Konzentration in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet. Die Steuerung erfolgt über die Lichtstärke (Hell-Dunkel- oder zirkadianer Rhythmus). Darüber hinaus ist Melatonin bei anderen Reaktionen beteiligt, z. B. beim Immunsystem. Beim Menschen produzieren außer den Geschlechtsorganen (Östrogene, Gestagene und Androgene) und z. B. Schilddrüsen, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und bestimmte Drüsen im Gehirn (Hypophyse, Hypothalamus) die verschiedensten Hormone, von denen sich einige gegenseitig beeinflussen und die z. T. an verschiedenen Stellen im Körper wirken.
H. werden als Doping-Mittel verwendet mit z. T. erheblichen gesundheitlichen Folgen. Auch als Masthilfsmittel in der Tierhaltung werden sie eingesetzt, da dadurch ein schnellerer und größerer Masterfolg erzielt werden kann. Substanzen mit H.-Wirkung sind jedoch in Deutschland zur Anwendung in der Tierernährung wegen Rückstandsgefahr in Lebensmitteln und möglicher schädlicher Nebenwirkungen am Tier nicht zugelassen.
Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, DFD-Fleisch, PSE-Fleisch
Autor: KATALYSE Institut
Holz
Holz ist das Zellgewebe von Bäumen. Es besteht zum größten Teil aus Zellulose und zelluloseähnlichen Stoffen.
Holz gehört zu den regenerativen Energiequellen und ist ein nachwachsender Rohstoff. Er ist ein vielseitig verwendbares Material, v.a. als Bauholz, für den Möbelbau und als Energieträger.
Holz hat aufgrund seiner Bearbeitbarkeit, seines Aussehens und seiner positiven bauphysikalischen Eigenschaften (wärmedämmend und -speichernd, feuchtigkeitsregulierend, atmungsaktiv, hohes Elastizitätsmodul, hohe Oberflächentemperatur) vielfältige Einsatzmöglichkeiten und schafft ein angenehmes Raumklima.
Bauholz muss zum Schutz gegen Pilze und Insekten nur in wenigen Fällen mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Wichtiger ist es, das H. durch konstruktive Maßnahmen wie Dachüberstände und Sockel vor Niederschlägen und Eindringen von Wasser zu schützen (konstruktiver Holzschutz).
Holz ist der Grundstoff für Holzwerkstoffe wie Spanplatten, Sperrholz, Holzfaserplatten und Holzwolleleichtbauplatten.
In den Wäldern Deutschlands wird derzeit weniger Holz genutzt als zuwächst. Der gesamte Holzzuwachs liegt bei rund 60 Mio. Kubikmeter jährlich. Der durchschnittliche Holzeinschlag an Nutzholz beträgt nur rund 40 Mio. Kubikmeter jährlich.
Dadurch werden jährlich rund 4,2 Mio. Tonnen Kohlenstoff im Holz bzw. 6,6 Mio. Tonnen Kohlenstoff in der Baumbiomasse zusätzlich gebunden. Weiter vergrößern wird sich der Kohlenstoffspeicher Wald im Zuge der Aufforstung ehemals landwirtschaftlich genutzter Flächen in Deutschland.
Der Holzeinschlag in den Tropen und Subtropen sowie borealen Wäldern führt weltweit zu katastrophalen Umweltschäden. Ursachen: zu starke Holznutzung durch die Bevölkerung, der andere Energieträger nicht zugänglich sind, und besonders großflächige Waldrodungen zur landwirtschaftlichen Nutzung und industriellen Holzgewinnung (Regenwald, Tropenholz, europäisches Holz). Folgen sind: Bodenerosion, Versteppung, Klimaveränderung (Klima,Treibhauseffekt).
Autor: KATALYSE Institut
Herbizide
Pflanzenschutzmittel (Pestizide) zur Verkämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 15.000 Tonnen Herbizide (Jahr: 2001)in der Land- und Forstwirtschaft gegen Unkräuter eingesetzt.
Viele Herbizid-Wirkstoffe sind ubiquitär in den Medien verteilt. Dies gilt auch für längst verbotene Herbizide wie etwa Atrazin. Der Herbizideinsatz hat starke Auswirkungen auf das Ökosystem, da mit der Floraverarmung ein Rückgang von Nutzinsekten sowie verstärktes Auftreten von Schadinsekten verbunden ist. Durch Herbizideinsatz wird zumeist das Räuber/Beute-Verhältnis zugunsten der Schädlinge verändert.
Eine differnzierte Sichtweise ist insofern notwendig, als dass ein verringerter und gezielter Herbizideinsatz in Einzelfällen sogar den Verzicht auf Insektizide ermöglicht, was auch ökonomisch die beste Lösung ist.
Nach der Wirkung können Herbizide in ätzende, Zellatmung, Keimung oder Photosynthese hemmende und Wuchsstoffe unterteilt werden. In Deutschland werden H. hauptsächlich im Getreide-, Rüben-,
Mais- und Kartoffelbau eingesetzt. Hierbei werden fünf Gruppen von Wirkstoffen unterschieden:
- Carbonsäurederivate
- Harnstoffderivate
- Aromatische Nitroverbindungen
- Heterocyclische Verbindungen
- Bipyridylium-Salze
Die meisten Herbizide sind für Menschen und Säugetiere wenig bzw. nur schwach toxisch.
Autor: KATALYSE Institut
Henna
Henna ist ein mehrjähriger Busch. Er wird zwei bis sechs Meter hoch in Kultur aber auf 60 bis 70 cm gehalten. Die Blätter sind gegenständig, glatt, oval gespitzt, sehr kurzstielig. Weiße Blüten sind in Büscheln angeordnet.
- Systematik: Familie: Blutweiderichgewächse (Lythraceae), Art: Lawsonia inermis L.
- Herkunft/Vorkommen: Nordafrika bis China, v.a. Indien
- Klimaansprüche: tropische und heiße Klimazonen
- Anbausystem: mehrjährige Hennafelder
- Ernte: Das Erntegut sind dunkelgrüne Blätter, die zweimal im Jahr geerntet werden. Maximale Erträge werden 4 bis 8 Jahre erreicht.
- Ertrag: unter intensiven Anbaubedingungen 2,5 bis 3,0 kg Trockenmasse/Hektar getrocknete Blätter; enthalten etwa ein Prozent Farbstoff
- Besonderheiten: Der rot-orange-Farbstoff findet v.a. Verwendung als Haarfärbemittel.
- Wirkspektrum: Farbstoff zur Haut- und Haarfärbung, lokal auf Furunkel, Verbrennungen und Hautkrankheiten, zum Gurgeln bei Halsentzündungen und brennenden Füßen.
Literatur:
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
- KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
- Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
- Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005
Autor: KATALYSE Institut
Hanf
Hanf ist eine einjährige Kurztagspflanze mit verzweigtem Stängel, der 5 bis 20 cm dick wird. Er trägt fremdbefruchtende, windbestäubende Blüten und die Frucht ist eine Nuss mit nur einem ölhaltigem Samen, der 2 bis 5 mm groß wird.
- Systematik: Familie: Cannabinacae; Art: Cannabis sativa
- Klima: Faserhanf: 1900 bis 2000 °C Wärmesumme; Samenhanf: 2500 bis 3000 °C Wärmesumme, 500 bis 700 mm Niederschlag, mindestens aber 300 mm
- Boden: nährstoffreiche, tiefgründige, nicht verdichtete und neutrale bis leicht basische Böden mit hoher Wasserspeicherkapazität
- Fruchtfolge: zwischen zwei Getreiden, Vorfrüchte aus Leguminosen, selbstverträglicher Anbau auf gleicher Fläche zwei bis drei Jahre möglich
- Düngung: Faserhanf: 80 bis 120 kg Stickstoff/Hektar; 60 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 80 bis 100 kg Kalium/Hektar; Samenhanf: 100 bis 125kg Stickstoff/Hektar; 70 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 120 bis 160 kg Kalium/Hektar
- Aussaat: Ende April bis Ende Mai mit Drillmaschine, Reihenabstand bei Fasernutzung: 25 cm ergibt 30 bis 40 kg Saatgut/Hektar
- Pflanzenschutz: bei Faserhanf keine Unkrautregulierung notwendig, bei Samenhanf mechanische Maßnahmen; Schädlinge: Hanferdfloh, kleine Hanfmotte, Maiszünsler, aber alle kaum ertragsbeeinflussend
- Ertrag: Hanfstroh 7 bis 10 Tonnen/Hektar, Fasergehlt: 28 bis 30 Prozent (2 bis 3 Tonnen/Hektar), davon 25 Prozent Kurzfasern, 5 Prozent Langfasern; Samenertrag: 500 bis 80 kg/Hektar
- Besonderheiten: Es ist nur der Anbau von zugelassenen Hanfsorten mit einem THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent im oberen Blattdrittel und der registrierten Sorten der EU-Sortenliste erlaubt (Antrag bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn).
- Ökologie: Hanf ist wenig anfällig für Krankheiten, das Auftreten vonm Schädlingen verursacht in der Regel keine Ertragseinbußen, daher benötigt Hanf bei normaler Bestandstenwicklkung keine Herbizide, da es durch seine Schnellwüchsigkeit Beikräuter verdrängt.
Literatur:
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
- KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
- Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
- Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005
Autor: KATALYSE Institut
Hautirritation
(Hautreizung) Wird durch unterschiedlichste Auslöser, z.B. chemische Substanzen, UV-Strahlung, trockene Luft, Kosmetika, mechanische Einwirkungen hervorgerufen.
Die Folgen einer H. können sein: Rötung, Austrocknung, Hautrisse, Entzündungen, Juckreiz, Schwellung.
Siehe auch: UV-Strahlung, Luft, Kosmetika
Autor: KATALYSE Institut
Hausstauballergie
Die allergischen Erscheinungen der H. können sich als Neurodermitis, Heuschnupfen oder als Asthma äußern, evtl. kann die H. auch Kopfschmerzen, Migräne etc. hervorrufen.
Wichtigste Hausstauballergene sind: Tier- und Menschenepithelien, Milben bzw. Milbenkot, Fasern und Schimmelpilze. Hausstaubmilben finden sich v.a. in Betten, Polstermöbeln und anderen Staubfängern. Wie bei allen Allergien ist die Vermeidung des Allergens die beste Therapie:
Dies läßt sich in gewissem Maße durch eine Wohnraumsanierung, besonders durch Schaffung einer "Ruheinsel" im Schlafzimmer erreichen: Bettfedern, Roßhaar- und Seegrasmatratzen sollten durch waschbare Materialien ersetzt werden, Haustiere, Felle und Staubfänger sollten aus der Wohnung entfernt werden. Feuchtwarmes Raumklima sollte vermieden werden.
Autor: KATALYSE Institut
Hausstaub
Partikelförmige Immissionen in Gebäuden, die sich auf Oberflächen absetzen.
Insb. durch die Vielzahl der verschiedenen Allergene, die im H. vertreten sein können, wird die Staubkonzentration in Innenräumen heute nicht mehr nur unter Reinheitskriterien betrachtet. Als die häufigsten Allergene im H. werdenSchimmelpilze und Hausstaubmilben angesehen. An der Oberfläche von Staubpartikeln lagern sich eine Vielzahl von Schadstoffen an; es handelt sich dabei in der Regel um schwerflüchtige Verbindungen wie z.B. Holzschutzmittelwirkstoffe,Pestizide oder Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
Siehe auch: Allergie, Holzschutzmittelwirkstoffe, Hausstauballergie
Autor: KATALYSE Institut
