Lagertank

Ein L. kann auf zweierlei Weise zu einem Umweltproblem werden:

1. Wenn er zum Lagern wassergefährdender Stoffe dient, besteht die Gefahr von Leckagen. Wassergefährdende Stoffe sind z.B. Heizöl oder Benzin, insb. aber auch chlorierte Kohlenwasserstoffe; bereits 1 l dieser Stoffe kann mehrere Mio lGrundwasser ungenießbar machen. Wie wichtig dieser Bereich ist, zeigt die Tatsache, daß jährlich zwischen 1.000 und 2.000 Unfälle und Schäden bei Lagerung und Transport wassergefährdender Stoffe erfaßt werden, davon der größte Teil bei der Lagerung. In 95% der Fälle waren an den Unfällen Mineralöle bzw. ihre Folgeprodukte beteiligt. Für entsprechende L. gelten daher besondere Sicherheitsvorschriften:
- Die Lagerbehälter müssen doppelwandig sein oder als einfache Behälter in einem flüssigkeitsdichten Auffangraum stehen.
- Undichtigkeiten der Behälterwände müssen durch ein Leckanzeigegerät selbständig angezeigt werden.

2. Neben Flüssigkeiten können aus L. auch Dämpfe der Flüssigkeiten austreten, die u.U. giftig sind. Wenn ein Tank geleert wird, füllt sich der leere Tank mit dem Dampf der darin gelagerten Flüssigkeiten. Beim erneuten Befüllen wird dieser Dampf dann aus dem Behälter gedrückt, was bei großen Tanks und häufigen Füll- und Entleervorgängen zu beträchtlichen Emisssionen führen kann.
Die TA Luft schreibt daher für Mineralöltanklager emissionsmindernde Maßnahmen wie Gaspendelsysteme (Gasrückführ-Zapfpistole) vor.
Kohlenwasserstoff-Emissionen bei Lagerung und Verteilung von Benzin: Betankungsverluste

Autor: KATALYSE Institut

Kybernetik

Die K. beschäftigt sich als eine übergreifende Wissenschaft mit der Erfassung von Funktionsweise und Steuerung beliebiger Systeme.
Dabei handelt es sich zumeist um komplexe Systeme, wie z.B. das Ökosystem. Komplexe bzw. vernetzte Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen haben, schwer überschaubar sowie kaum vorhersehbar sind. In der K. ist die Rückkopplung die zentrale Organisationsform. Mit Hilfe des kybernetischen Regelkreises werden positive und negative Rückkopplungen dargestellt. Kreisläufe mit positiver Rückkopplung (z.B. Krebswachstum) sind meist instabil, Systeme mit negativer Rückkopplung (z.B. Körpertemperatur) meist stabil.
Die K. beschäftigt sich weniger mit den Details eines Systems als mit der Erkennung von Struktur und Wechselwirkungen. Das kybernetische Denken in vernetzten Systemen ist grundlegend für das Verständnis der Ökologie natürlicher Systeme.
Entropie, Weltmodelle

Lit.: F.Vester: Neuland des Denkens, München 1984

Autor: KATALYSE Institut

Kunststoffrecycling

Produktionsabfälle aus der Kunststoffindustrie werden seit Jahren dem K. zugeführt, da sie sortenrein anfallen und wieder im Produktionsprozess eingesetzt werden können.

Probleme treten dagegen beim K. der 2 Mio t Kunststoffe auf, die jährlich im Haus- und Gewerbemüll (Hausmüll,
Abfall) anfallen. Da diese Kunststoffe vermischt und stark mit anderen Stoffen (Papier, Metalle) verunreinigt sind, ist die Trennung und Aufbereitung sehr schwierig. Saubere und damit verwertbare Kunststoffe kann man lediglich über eine getrennte Sammlung erreichen (Recycling). Ein Gesamtkonzept zum K. existiert in Deutschland z.Z. nicht; verschiedene Verfahren befinden sich in der Erprobung.

Hydrierung, Hydrolyse, Hydrozyklon, Pyrolyse, Plastifizierung
Nach Berechnungen der TU Berlin können Regranulate am Markt nur mit massiven Subventionen abgesetzt werden, da ihre Kosten 2-3 mal höher sind als bei Neu-Kunststoffen.

Da die Frage des K. derzeit noch nicht befriedigend gelöst ist, sollte man sich vor Kaufentscheidungen überlegen, ob eine ökologisch sinnvollere Alternative (z.B. Mehrwegverpackung aus Glas) angeboten wird (Abfallvermeidung).
Brennstoff aus Müll

Autor: KATALYSE Institut

Kunststoffkommission

Die K. erstellt Positivlisten für Additive (Weichmacher, Zusatz- und Hilfsstoffe) in Verpackungsmaterialien.

Sie spricht Empfehlungen für den maximalen Übergang (Migration) von Verpackungsinhaltsstoffen (und Restmonomergehalten) auf Lebensmittel aus. Die Empfehlungen haben gesetzesähnlichen Charakter und ihre Einhaltung wird durch die amtliche Lebensmittelüberwachung überprüft. Die K. ist industrienah besetzt und ihre Aussagen sind entsprechend mit Vorsicht zu genießen.

Autor: KATALYSE Institut

Kühllast

Um in einem Bauteil eine bestimmte Temperatur zu halten, z.B. 20 Grad C in einem Wohnraum, ergibt sich ein Raumwärmebedarf, um einer Unterkühlung vorzubeugen, sowie eine K., um einer Überhitzung vorzubeugen.

Die K. setzt sich dabei aus inneren Lasten wie Abwärme von Personen und Maschinen sowie aus äußeren Lasten wie Sonneneinstrahlung und Außentemperatur zusammen.
Da bei unserer heutigen Architektur in erster Linie die Gestaltung und weniger das energetische Verhalten eines Gebäudes im Vordergrund steht, haben viele Gebäude neben einem hohen Wärmebedarf häufig auch eine sehr hohe K.. Großflächig verglaste Fensterflächen ohne ausreichenden Sonnenschutz machen aus einem Gebäude einen Sonnenkollektor, nur mit dem Unterschied, dass die einfallende Energie mit einem hohen zusätzlichen Energieaufwand als Abwärme an die Umgebung wieder abgegeben werden muss.
In den USA z.B. hat der Anteil der K. am Gesamtenergiebedarf ein derartiges Ausmaß angenommen, dass die Lastspitzen in der Elektrizitätsversorgung im Sommer entstehen. Dies hat zum Erfolg der Solarkraftwerke in Kalifornien beigetragen, da Solarkraftwerke ihre maximale Leistung genau dann produzieren, wenn auch die K. maximal ist. So hilft Solarenergie, die eingefangene Sonnenenergie wieder wegzukühlen. Eine andere Methode, durch K. verursachte Lastspitzen abzubauen, stellt der Einsatz von Eisspeichern dar. Allerdings lässt sich die K. und der damit verbundene Energiebedarf durch eine intelligente Bauweise wesentlich sinnvoller reduzieren.

Autor: KATALYSE Institut

Kugelschreiber

K. enthalten Minen mit Schreibflüssigkeit.

Sie besteht aus Farbpigmenten und Lösungsmittel. Als Lösungsmittel werden Glykole, Glykolether (Ethylenglykol) und Benzylalkohol eingesetzt. Vergiftungen durch K.-Minen sind bekannt; Symptome: Bauchschmerzen, Schwächegefühl, häufiges Urinieren.

Lit.: J.Velvart: Toxikologie der Haushaltsprodukte, Stuttgart 1989

Autor: KATALYSE Institut

Zwischenlager

siehe Brennstoffkreislauf.

Autor: KATALYSE Institut

Kreide

Der Begriff Kreide hat zwei Bedeutungen. Zum einem ist es weißer Kalkstein, der besonders in England, Nordfrankreich, Dänemark und Norddeutschland abgelagert wurde. Andererseits beschreibt der Begriff des Erdzeitalter der Kreide, das vor etwa 135 Mio. Jahren begann.

Der weiße Kalkstein (Kreide) findet Verwendung zum Zeichnen, Polieren, Putzen, als Düngemittel und Bindemittel für Farben. Dazu wird eingesumpfte K. mit Leimgemischt und bis zur Streichfähigkeit verdünnt. Durch Zusatz von Leinöl wird die Wischfestigkeit verbessert. Auf allen neutralen Untergründen im Innenbereich verwendbar.

Als Kreide wird auch das jüngste Erdzeitalter am Ende des Mesozoikums (Erdmittelalter) bezeichnet. Sie begann vor etwa 135 Millionen Jahren und endete vor etwa 65 Millionen Jahren.

Zum Ende der Kreidezeit bilden sich die heute bekannten Kontinente. Berühmt sind die Kreidefelsen auf Rügen, in der fränkischen Alb und am Alpennordrand.

Kreide als Material ist ein relativ weiches, Sedimentgestein von meist sehr heller, weißer Farbe, das im späten Erdmittelalter aus den kalkhaltigen Schalen von Foramiferen gebildet wurde. Foramiferen oder "Kammerlinge" (Thalamophoren) waren "Wurzelfüßler" mit einem Gehäuse aus Kalk oder organischen Stoffen, die in dem weit ausgedehnten Meer der sogenannten "Kreidezeit" so häufig vorkamen, dass sie zum Leitfossil dieser erdgeschichtlichen Formation wurden.

Autor: KATALYSE Institut

Kostenwirksamkeitsanalyse

Die K. ist ein monetäres Beurteilungsverfahren als Hilfsmittel für Investitionsentscheidungen.

Hierbei werden verschiedene Varianten dahingehend verglichen, mit welchen Kosten welches Ziel am günstigsten zu erreichen ist.
Im Umweltschutz gelangt die K. z.B. beim Kohlendioxid-Problem zur Anwendung. Hierbei werden die Kosten pro eingespartet CO2 verschiedener Einsparungsstrategien miteinander verglichen.

Autor: KATALYSE Institut

Kosten-Nutzen-Analyse

Die K. ist ebenfalls wie die Nutzwertanalyse oder die Kostenwirksamkeitsanalyse ein Verfahren, mit dessen Hilfe es ermöglicht wird, die Auswirkungen von Entscheidungen besser beurteilen und optimieren zu können.

Während die anderen Verfahren monetär schwer bewertbare Größen wie Umweltverschmutzung, Resourcenschonung etc. in dimensionslose Kennzahlen überführen, werden bei der K. alle direkten und indirekten Kosten (Externe Kosten) sowie alle direkten und indirekten Nutzen (externe Nutzen) einander gegenübergestellt. Eine Gewichtung der Unterziele erfolgt nicht, da der Nutzenbeitrag in Geldeinheiten ausgedrückt wird. Bei der K. ist die ökonomische Effizienz im allgemeinen mit einem volkswirtschaftlichen Nutzen, der sich z.B. in einer Bruttosozialproduktsteigerung äußert, verbunden.

Das Problem bei diesem Verfahren liegt in der Internalisierung der externen Kosten bzw. Nutzen. Welche Kosten verursacht z.B. die durchnittliche Abgasmenge eines Pkw am Waldsterben oder die Kosten für Lungenkrebstote in Folge von Asbest?

In den Haushaltsordnungen von Bund und Ländern wird die Durchführung von K. für Maßnahmen mit erheblichen finanziellen Belastungen gefordert.

Autor: KATALYSE Institut

Kosmetika

Der Anwendung von K. und Körperpflegemitteln liegt der Wunsch zugrunde, die gesunde Frische der Jugend zu erhalten, besonders hervorzuheben oder auch nur vorzutäuschen.

Die Herstellung und der Verkauf dieser Mittel sind durch das Lebensmittelgesetz bzw. die K.-Verordnung, die 1978 herausgegeben und inzwischen neunmal geändert wurde, geregelt. K. sollen ihre Wirkung auf der Haut entfalten. Der Haut ist ein Film aus Schweiß, Talg und abgestorbenen Hornzellen aufgelagert, welcher zusammen mit den darunterliegenden Hautschichten eine wirksame Barriere gegen das Eindringen von schädlichen Stoffen in das Körperinnere darstellt und den Körper vor zu großen Wasserverlusten schützt. Eine natürliche Bakterienflora und der schwach saure pH-Wert von ca. 5 verhindern, daß sich schädliche Bakterien und Pilze auf der Haut ausbreiten können. Voraussetzung für einen störungsfreien Ablauf der Hautfunktionen ist eine ausreichende Versorgung mit Aufbaustoffen, die nur von innen, d.h. über die Blutbahn erfolgen kann. Eine "Ernährung" der Haut, wie oft in der Werbung behauptet, ist von außen nicht möglich. Trotzdem können Stoffe über die Haut aufgenommen werden und im Körper ihre unter Umständen schädliche Wirkung entfalten. Besonders gut werden z.B. fettlösliche Stoffe (Lösemittel) oder organische Stoffe mit sehr kleinen Molekülen aufgenommen. Über die Schleimhäute oder über verletzte Haut können Stoffe besonders leicht in den Körper eindringen. Das Reinigen der Haut (Seife) bewirkt eine weitgehende Zerstörung des Wasser-Fett-Films, der sich jedoch je nach Alter innerhalb einer gewissen Zeitspanne wieder neu bildet. Bei trockener Haut oder nach längerem Kontakt mit Wasch- oderLösemitteln kann das Auftragen von Hautcremes sinnvoll sein. Zusätzlich zu den Grundstoffen Wasser und Fett bringt man mit den Cremes noch eine Reihe weiterer Hilfs- und Wirkstoffe mit auf die Haut auf. Dazu zählen:
- Emulgatoren, die bewirken, daß sich die Fett- und Wasserphase miteinander mischen,
- Stabilisatoren, welche ein spätes Auseinanderfallen der Phasen verhindern,
- Konservierungsmittel und Antioxidantien, die einem mikrobiellen Zerfall und einer Fettzersetzung entgegenwirken,
- ferner gegebenenfalls Feuchthaltemittel, Verdickungsmittel und Parfümstoffe.
Neben diesen Grund- und Hilfsstoffen kommen noch verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz: etherische Öle und Pflanzenextrakte, Eiweißstoffe, Fermente usw. Grundsätzlich muss befürchtet werden, dass jeder dieser zugesetzten Stoffe Allergien hervorrufen kann.
Dies gilt insb. beim Auftragen von K. auf wunde oder verletzte Haut. Während eine Reihe von Stoffen, die bei vielen Personen Allergien auslösten, jetzt nicht mehr verwendet werden, bleibt die Anwendung von Konservierungsstoffen problematisch.Konservierungsstoffe sind einerseits nötig, um K. vor Befall mit Mikroorganismen zu schützen. Andererseits können sie Allergien auslösen, die natürliche Bakterienflora der Haut angreifen und so unter Umständen die Widerstandskraft gegenSchadstoffe, Bakterien und Pilze herabsetzen. Als Konservierungsstoff werden meist Benzoesäureester (PHB-Ester) in einer Konzentration von 0,01-0,1% zugesetzt.
Nach derzeitigem Recht brauchen die K.-Hersteller die Inhaltsstoffe ihrer Produkte nicht auf den Packungen anzugeben. Dies ist jedoch für den Gesundheitsschutz unbedingt nötig. Dem Verbraucher würde die Auswahl erheblich erleichtert und die Beratung von Allergiepatienten wäre einfacher. Bis jetzt gibt es nur Auflagen zur Deklaration für bestimmte Stoffe; dies ist z.B. für Formaldehyd ab einer bestimmten Konzentration der Fall. Unterhalb dieser Konzentration darf es unerwähnt bleiben.
Aufgrund der undurchsichtigen Zusammensetzung der K. und der Gefahr von Allergie oder sonstigen Nebenwirkungen gilt die Regel, möglichst wenig und nur gut bekannte Markenprodukte anzuwenden.

Lit.: KATALYSE e.V. (Hrsg.): Kosmetik, Reinbek 1984

Autor: KATALYSE Institut

Korrosion

K. ist eine von der Oberfläche ausgehende, allmähliche Zerstörung von Metallen, aber auch nichtmetallischer Werkstoffe.

Die K. wird v.a. durch Wasser und Aerosole vorangetrieben. Die Oberflächenzerstörung entsteht über chemische Reaktionen und mechanischen Angriff (Erosion). Besonders Schwefeldioxid und die daraus entstehende Schwefelsäure beschleunigen die natürliche K. von Metallen und carbonatgebundenen Natursteinen (Kölner Dom, Akropolis). Die K. verursacht wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe.

Vorsorgemaßnahmen gegen K. sind die Verwendung möglichst reiner und homogener Metalle, bestimmte Legierungszusätze, das Anbringen von Überzügen und Schutzschichten auf die Oberflächen und natürlich die Reduzierung der K.-fördernden Schadstoffe (Rauchgasentschwefelungsanlage).

Autor: KATALYSE Institut

Körperstromdichte

Wenn elektrische Ladungen bewegt werden, wird ein magnetisches Feld erzeugt. Magnetfelder wiederum erzeugen im Innern des Körpers Wirbelströme, elektrische Felder Verschiebungsströme. Die Ladungen und damit die Eigenschaften von Molekülen werden verändert, was die Funktion der Zellen beeinträchtigen kann. Die so entstehende Körperstromdichte (KSD) ist abhängig von der Leitfähigkeit bzw. dem Wassergehalt des Gewebes und von der Frequenz. Die KSD ist umso größer, je stärker das induzierende Feld ist. Körperstromdichten sind Ableitströme, d. h. sie werden an der Oberfläche (Haut) abgeleitet.

Körperströme werden auch auf natürliche Weise erzeugt; nämlich bei Nerven-, Muskel- und Hirntätigkeit. Die dabei entstehenden Ströme bewegen sich im Bereich unter bzw. bis ca. 1 mA/m2. Diese natürlichen Körperströme können mit entsprechenden Geräten, dem
EEG(Gehirn), EMG (Muskel) und EKG (Herz) an der Körperoberfläche abgeleitet werden, was zeigt, dass die erzeugten Ströme im Gewebe weitergeleitet werden. Kommen künstliche Ströme hinzu, werden die natürlichen Ströme überlagert und es kann zu Störungen kommen. Die außen an der Körperoberfläche abgeleiteten Ströme sagen nichts über die Verhältnisse im Innern des Körpers aus. Die Ströme können sehr stark voneinander abweichen, da der Wassergehalt der Gewebearten verschieden ist und an Organgrenzen so genannte „Hot Spots“ auftreten können, Bereiche mit hoher Feldkonzentration.

Körperstromdichten bis 1 mA/m2 sind also physiologisch, d. h. verträglich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sind Magnetfelder bis 2 mA/m2 unbedenklich. Bis 10 mA/m2 können leichte biologische Wirkungen, zwischen 10 und 100 mA/mdeutlich wahrnehmbare festgestellt werden. Bei Körperstromdichten über 100 bis 1000 mA/m2 treten Gesundheitsgefahren auf, über 1000 mA/m2 können zu Kammerflimmern und Extrasystolen führen, also zu akuten Gesundheitsschäden.

Die in vielen Ländern gültigen Grenzwerte für 50/60 Hz wurden von diesen Erkenntnissen, gewonnen durch Tierversuche, abgeleitet. Ob diese Vorgehensweise heute noch angewendet werden sollte, ist sehr umstritten, was sich in den wiederholten (berechtigten) Forderungen nach niedrigeren Grenzwerten ausdrückt.

Autor: KATALYSE Institut

Kopieren

Elektrophotographische Vervielfältigung.

Das abgelichtete Papier wird als Negativ auf eine lichtempfindliche Fotoleitertrommel übertragen, die an den nicht gefärbten (belichteten) Bereichen entladen wird, so dass nur an den gefärbten (unbelichteten) Stellen (Schriftzeichen) Toner (Farbpulver) an der Trommel elektrostatisch haften bleibt. Mit Hilfe eines Drahts (Corona) wird das eingezogene Kopierpapier entgegengesetzt der Tonerpartikel geladen, mit der Folge daß die auf der Trommel befindlichen Partikel auf dem Papier, als Positiv des Originals, anhaften. Sie werden gewalzt und in einer Fixier-(Heiz-)Einheit auf dasPapier aufgeschmolzen.
Laser- und LED-Drucker funktionieren nach dem gleichen Prinzip.
Das Problem der Toxizität und Karzinogenität der Tonerpartikel, das bis vor nicht allzulanger Zeit in der Diskussion war, ist durch die Senkung des Gehalts an mutagenen und karzinogenen Nitropyrenen (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, PAK) um 95%, erheblich vermindert worden. Es ist beim Einfüllen und der Entsorgung des Toners jedoch weiterhin darauf zu achten, dass Tonerstaub nicht in die Atemwege gelangt.
Durch den Betrieb von Kopiergeräten können am Arbeitsplatz erhöhte Ozonkonzentrationen auftreten (Laserdrucker), die gesundheitliche Schäden hervorrufen (Ozon), daher ist beim Kauf der Geräte darauf zu achten, daß sie mit einem Aktivkohlefilter ausgestattet sind, der den Ozonausstoß senkt.
Dem Problem der Ozonanreicherung ist insofern Rechnung zu tragen, daß Kopiergeräte nur in Räumen aufgestellt werden sollten, in denen sich keine Dauerarbeitsplätze befinden. Ist das nicht zu realisieren, so ist häufig zu lüften.
Ein Anhaltspunkt zur Berücksichtigung von Aspekten des Umwelt- und Gesundheitsschutzes beim Kauf von Kopiergeräte ist das Umweltzeichen "weil emissionsarm und abfallmindernd" (RAL-UZ-62), das bereits verschiedenen Modellen verliehen wurde.

Autor: KATALYSE Institut

Kooperationsprinzip

Das K. ist ein im Umweltbericht 1976 festgelegtes Leitbild für die Gestaltung der Umweltpolitik, welches besagt, dass diese nur durch ein enges Zusammenwirken von Regierung, gesellschaftlichen Kräften und Bürgern konsensfähig bleibt und Ergebnisse bringt (Vorsorgeprinzip,Verursacherprinzip).

Es hat vor allem eine frühzeitige Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen an umweltpolitischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen zum Ziel (Bürgerbeteiligung). In der Realität entwickelte sich das K. hauptsächlich zu einer Zusammenarbeit von Regierung und Industrie (u.a. Branchenabkommen). Bürgerinitiativen und Umweltverbände werden zwar teilweise (spät) angehört (Anhörung), jedoch nur selten direkt an Entscheidungen beteiligt.

 

Autor: KATALYSE Institut

Kontamination

Verseuchung von Gegenständen, Räumen oder Umwelt (Boden) durch giftige Chemikalien, insb. auch radioaktive Substanzen (Radioaktivität).

Kommen Menschen in direkten Kontakt mit radioaktiven Stoffen, z.B. durch Betreten kontaminierter Räume, so werden auch sie als kontaminiert bezeichnet (Inkorporation). Eine Entseuchung oder Dekontamination ist im allgemeinen sehr schwierig.

Die in Kernkraftwerken, Forschung und Medizin (Nuklearmedizin, Strahlentherapie) anfallenden kontaminierten Arbeitsgeräte und die Arbeitskleidung müssen als Atommüll entsorgt werden und dürfen auf keinen Fall in den Normalmüll geraten. Kontaminiertes Wasser darf nicht ins Abwasser gelangen, kontaminierter Boden muss abgetragen und entsorgt werden.

Kontaminierte Menschen können durch Abschmirgeln der äußeren Hautschicht die Aufnahme radioaktiver Substanzen über die Haut verringern und durch Einnahme geeigneter Nahrungsmittel bzw. chemischer Substanzen die Verweildauer der radioaktiven Stoffe im Körper verkürzen (Halbwertszeit). Kontamination von Menschen findet in erster Linie bei Betriebsunfällen in Kernkraftwerken statt und kann zu hohen Strahlenschäden bis hin zu akuten Strahlenschäden führen (Tschernobyl).

Lit.: H.Kater: Atomkraftwerksgefahren aus ärztlicher Sicht, Hameln 1983

Autor: KATALYSE Institut

Kontaktgift

Substanz, die durch Berührung allein giftig wirkt.

Einige Insektizide wirken z.B. als Kontaktgift; sie entfalten ihre Wirkung nur, wenn das Insekt damit direkt in Berührung kommt. Davon unterschieden werden die Atem- und Fraßgifte.

Autor: KATALYSE Institut

Konsumenten

Begriff aus der Ökologie.
Konsumenten (= heterotrophe Organismen: Tiere,Pilze, viele Bakterien) verwerten die von den Produzenten aufgebauten organischen, energiehaltigen Stoffe zu ihrer Ernährung. K. 1. Ordnung sind Pflanzenfresser, K. 2., 3. und höherer Ordnung sind Fleischfresser.

In Ökosystemen unterscheidet man:

  1. Primärkonsumenten oder Konsumenten erster Ordnung: (Pflanzenfresser Herbivoren) und Saprophage
  2. Sekundärkonsumenten oder Konsumenten zweiter Ordnung: (Fleischfresser Carnivoren)
  3. Tertiärkonsumenten oder Konsumenten dritter Ordnung: Carnivore, die sich von Carnivoren ernähren

In dem Modell der Nahrungskette, gegliedert nach Trophieniveaus, folgen die Konsumenten den Produzenten. In einem Ökosystem wird die Produktion der Konsumenten durch die der Produzenten limitiert.

Autor: KATALYSE Institut

Konkurrenz

Lebewesen stehen in einem Konkurrenz-Verhältnis zueinander, wenn sie die gleichen für sie wesentlichen Umweltfaktoren eines Biotops nutzen, diese aber nicht für alle sie beanspruchenden Lebewesen ausreichen.

Es kommt zur Selektion und Vermehrung der am besten angepassten und zur Verdrängung der weniger gut angepassten Lebewesen (Ursache: Mutation).
Bei der interspezifischen Konkurrenz besteht der Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Arten und führt über den Selektionsdruck, bei ausreichender Zeitdauer, zu einer kontinuierlichen Anpassung an spezifische Umweltfaktoren und damit zur Erschließung ökologischer Nischen (Spezialisierung) oder zu einer Verdrängung in Bereiche, die nicht dem physiologischen Optimum einer Art entsprechen.
Die intraspezifische K., der Wettbewerb zwischen Individuen einer Art, reguliert im wesentlichen die Dichte einer Population. Es gibt in der Tierwelt eine Vielzahl von Mechanismen, wie z.B. Rangordnung oder Territorialität, die die K. und den damit verbundenen Stress herabsetzen. Auch die Rivalität (eine spezielle Form der Konkurrenz) spielt sowohl in Bezug auf Rangordnung- oder Revierkämpfe, als auch in Bezug auf Partnerwahl eine entscheidende Rolle innerhalb einer Population einer Art.  
Der Mensch ist globaler Konkurrent für alle Organismen, da er in der Lage ist, jedes Biotop für sich zu nutzen.

Autor: KATALYSE Institut

Kompaktwaschmittel

Bezeichnung für einen auf dem europäischen Markt neuen Typus von pulverförmigen Waschmittelkonzentraten.

Kompaktwaschmittel enthalten grundsätzlich die gleichen Inhaltsstoffe wie herkömmliche Pulverwaschmittel, allerdings in abgewandelter Zusammensetzung (Waschmittel). So werden die härteunabhängigen Wirkstoffe, wie der Bleichaktivator TAED(Sauerstoffbleiche) und die Enzyme, verstärkt eingesetzt. Reduziert ist der Kristallwassergehalt und der Füllstoff Natriumsulfat (Glaubersalz) ist weitgehend aus den Pulvern verbannt. Die Dosierungsempfehlungen deutscher Produkte sind kaum noch härteorientiert, weil die Rezepturen auf die überwiegenden Härtebereiche 2-3 (Wasserhärte) optimiert wurden. Statt dessen wird eine stark schmutzabhängige Dosierung empfohlen. Da die K. eine höhere Dichte verglichen mit herkömmlichen Pulvern aufweisen, ergibt sich eine deutliche Verpackungseinsparung.
K. gibt es heute sowohl im Segment der Voll- als auch der Feinwaschmittel. Seit Einführung der ersten K. 1989 ist der Marktanteil bei den Universalwaschmitteln Ende 1991 bereits auf 36% gestiegen.
Prinzipiell stellen K. eine Möglichkeit dar, bei angemessener Dosierung zu einer mengenmäßigen Entlastung des Abwassers zu kommen. Entscheidend für die Reduzierung wird sein, inwieweit der Verbraucher sein Dosierungsverhalten an die Empfehlungen und die heute überwiegend vorliegende normal verschmutzte Wäsche anpasst. Zumindest für Japan, wo die K. schon früher auf den Markt kamen und 1991 die herkömmlichen Pulver auf einen Marktanteil von unter 20% zurückgedrängt haben, scheint diese Abwasserentlastung durch K. nicht eingetreten zu sein. Den Nachteil mangelnder Flexibilität teilen die K. mit den herkömmlichen Vollwaschmitteln, da die darin integrierte Sauerstoffbleiche für zahlreiche Waschfälle überflüssig oder bei Buntwäsche eher schädlich ist. Insofern sind kompakte Fein- und Buntwaschmittel deutlich günstiger einzuschätzen und sollten bedarfsweise kombiniert mit einem Fleckensalz die Vollwaschmittel - egal ob herkömmlich oder kompakt - ersetzen.

Autor: KATALYSE Institut

Kolloide

Stoffe mit einer Teilchengröße von 1/100-1/1.000 mycrom Durchmesser, die in einem anderen Medium (=Dispersionsmittel) fein verteilt sind.

K. haben eine große Bedeutung in der Landwirtschaft, Biologie und Medizin, z.B. spielen k. Tonteilchen im Boden eine große Rolle für das Pflanzenwachstum.
Beispiele für K.: Tabakrauch (festes K. in Gas; Aggregatzustände), Nebel bzw. Spray (flüssiges K. in Gas; Aerosol ) oder Seifenschaum (gasförmiges K. in Flüssigkeit).
Bodentypen

Autor: KATALYSE Institut

Kombinationswirkungen

Wirkungen, die durch das Zusammenspiel mehrerer Umweltfaktoren auf einen Organismus ausgehen.

K. zeigen z.B. viele Chemikalien, ionisierende Strahlung zusammen mit Chemikalien, Arzneimittel zusammen mit Alkohol u.a.
Synergismus

Autor: KATALYSE Institut