Schutzwald

Bezeichnung für die Wälder in alpinen Regionen, die die Täler vor Lawinen, Geröll und Erdrutschen sichern sollen

Der alpine S. geriet erstmals im Sommer 1987 ins öffentliche Interesse, nachdem starke Regenfälle im italienischen Veltin-Tal einen von Fachleuten lange vorhergesagten Bergrutsch auslösten. Dabei wurden drei Ortschaften zerstört. Innerhalb von 6 Wochen wurde das Tal 2mal überflutet.

Seither gibt es immer wieder Pressemeldungen über Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutsche, die sich auf die zunehmende Zerstörung des S. zurückführen lassen. Der S. ist v.a. durch den sauren Regen sowie durch den Tourismus (Freizeit und Umwelt) bedroht. Jährlich kommen über 40 Mio Touristen in die Alpenregion, überqueren Hunderttausende das Gebirge auf ihrer Fahrt in den Süden. Die Autoabgase (Schadstoffe aus Kfz) schädigen zusammen mit den durch Ferntransport herangetriebenen anderen Luftschadstoffen den S..

In bestimmten Lagen ist der Wald fast zu 100% krank, viele Bäume sind bereits abgestorben. Aufforstungen bleiben vielerorts ohne Erfolg: Ein zu hoher Schalenwildbestand und ein versauerter Boden sorgen dafür, daß die geflanzten Bäume nur wenige Jahre alt werden.

Der Bau von über 12.000 Schleppliften und 40.000 Skipisten hat große Löcher in den alpinen S. gerissen. Ausgehend von diesen Pisten frißt sich die Erosion immer weiter vor, so daß immer mehr Wald zerstört wird. Für den Bau von Zweitwohnungen und Hotels mitten im Wald mußten ebenfalls viele Bäume sterben. Diese Art von Tourismus entzieht sich sehr schnell selbst den Boden. Ist der S. erst einmal zerstört, kann die betroffene Region kaum noch touristisch genutzt werden.

Außerdem, und dies ist noch viel schlimmer, verschwinden ganze Ortschaften unter Lawinen und Erdrutschen, werden die betroffenen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte aller Ortschaften in den Alpen akut bedroht. Der S. braucht unseren Schutz. Folgende Maßnahmen sind zwingend erforderlich:

Begrenzung des Massentourismus, Bauverbot im S., insb. kein Bau von weiteren Freizeiteinrichtungen, Reduzierung der Schalenwildmenge, EG-weite Geschwindigkeitsbegrenzung, Schaffung attraktiver Alternativen wie z.B. guter Bahnanbindungen (Schienenverkehr) und Verlagerung von Gütern auf die Bahn, um den Lkw-Verkehr zu reduzieren (Alpentransitverkehr, Kombinierter Verkehr).

Autor: KATALYSE Institut

Veröffentlicht in N - S, Natur- & Artenschutz, S.