Kanzerogen

syn. karzinogen, Krebs erzeugend.

Autor: KATALYSE Institut

Insektizide

Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

Die häufigsten Wirkstoffe sind: organische Phosphorverbindungen, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pyrethroide. I. werden zum Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich eingesetzt. Physiologisch können I. als Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem (Erregungsleitung oder -Übertragung wird gehemmt) wirken. In Westdeutschland werden jährlich über 50.000 Tonnen I. produziert.

Siehe auch: Toxaphen, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Mais

Der Mais ist eine einhäusige, getrenntgeschlechtlich (monözisch) Pflanze, die bis zu 2,5 Meter hohe Stängel hat, die in einen männlichen Blütenstand enden. Die weiblichen Blütenstände entspringen der mittleren Stängelhälfte. Die Fremdbestäubung erfolgt durch den Wind.

 

  • Systematik: Familie: Gramineen, Art: Zea mays L.
  • Herkunft: Südbrasilien/Paraguay, ursprüngliche Wildform ist nicht bekannt
  • Klima: verträgt keinen Frost und benötigt zur Keimung >10°C, das Optimum liegt bei 25°C; Niederschlagsmenge: 500 bis 700 mm; Vegetationszeit je nach Sorte und Standort: 95 bis 160 Tage
  • Anbausystem: selbstverträgliche Kulturpflanze ohne spezifische Vorfruchtansprüche
  • Aussaat: Einzelkornsaat mit pneumatischen oder mechanischen Einzelkorn Sähmaschinen; optimale Bestandsdichte in Reinkultur: 40.000 bis 55.000 Pflanzen/Hektar.
  • Düngung: eine Tonne Körner entzieht dem Boden: 20 kg Stickstoff, 8 kg Phosphat: 2 kg
    Kalium, 5 kg Magnesium.
  • Pflanzenschutz: durch Beizen des Saatgutes werden Auflaufkrankheiten vermieden.
    Im Jugendstadium ist Mais sehr empfindlich gegen Unkraut. Insektenschädlinge sind der Stengelbohrer und Maiszünsler.
  • Ernte: der Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn der Trockensubstanzgehalt 60 bis 65 Prozent beträgt
  • Ertrag: 7 bis 9 Tonnen/Hektar, große Erträge werden durch den Anbau von Hybridsorten erzielt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Leinöl

Leinöl wird als kaltgepresstes Extrakt u.a. im Lebensmittelbereich verwendet und ist als heißgepresster Rohstoff und mit Leinölverkochungen ein wichtiger Grundstoff in der Farben- und Lackproduktion.

fossil = 0 %
mineralisch = 0 %
metallisch
nachwachsend = 100%


 VI. Literatur und Quellen

  • Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon, KATALYSE Institut Köln 2006
  • Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000
  • Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002
  • Karcher, R. Jakubke, H.: Lexikon der Chemie; Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998
  • Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999
  • Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim

Autor: KATALYSE Institut

Kümmel

Kümmel ist eine zweijährige Pflanze von 30 bis 80 cm Höhe mit mehrfach fiederteiligen Blättern und weißen Blüten. Sie wächst auf mageren Wiesen und an Wegrändern. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Blattrosette, im zweiten Jahr treiben die Blütenstängel mit zwei- bis dreifach fein gefiederten Laubblättern.

 

  • Systematik: Familie: Apiaceae (Doldengewächse), Art: Carum carvi
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zweijähriger Anbau, Selbstunverträglichkeit: Anbaupause von drei Jahren
  • Aussaat: Vorkultur von Jungpflanzen oder Aussaat von Februar bis Juni; 70 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzüge bei 10 Tonnen/Hektar (Früchte, Kraut): Stickstoff: 85 kg/ Hektar, Phosphat: 39 kg/ Hektar, Kalium: 94 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Sclerotinia, Fusariosen, Schädlinge: Kümmelmotte, Gallmilbe, Läuse; Sonstige: Mäuse, Hasen, Rehe
  • Ernte: maschinell Ende Juni bis Mitte Juli
  • Qualitätsmerkmale: ätherisches und fettes Öl
  • Ertrag: ein bis zwei Tonnen/Hektar
  • Besonderheiten: gute Kalkversorgung notwendig, gute Vorfruchtwirkung für Getreide
  • Wirkspektrum: blähungsreduzierend, verdauungsfördernd, krampflösend.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Koriander

Koriander ist eine einjährige, etwa 60 cm hochwachsende Pflanze mit gefiederten, hellgrünen Blättern. Die Blüten sind kleinen weiß bis rötlich in Doppeldolden und die Früchte sind braun bis strohgelb und können 1,5 bis 5 Meter groß werden.

  • Systematik: Familie: Araliaceae (Efeugewächse), Art: Coriandrum sativum
  • Herkunft: Südeuropa
  • Klimaansprüche: subtropisch bis gemäßigt, keine Temperaturen <9°C
  • Anbausystem: einjähriger Anbau, Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Düngung: Stickstoff: 10 kg/ Hektar; Phosphat 20 kg/ Hektar, Kalium: 40 kg/ Hektar
  • Aussaat: Früchte und Vorkultur: Februar/März; Anfang April als Drillsaat; 4 bis 5 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusariumwelke, Rost; Schädlinge: Blattwanzen; Sonstige: Doldenbrand
  • Ernte: maschinell bei rotbraunen Früchten im Juli/August
  • Ertrag: Früchte: 1,2 bis 2,0 Tonnen/Hektar; Stroh/Spreu: 2,4 Tonnen/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerbstoffe und fettem Öl mit kurzkettigen Fettsäuren
  • Wirkspektrum: krampflösend, durchblutungsfördernd, Anregung der Magensaftsekretion.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Kartoffel

Die Kartoffel bildet Stauden, deren Sprossen in einen oberirdischen, bis zu zwei Meter langen laubblatttragenden und einen unterirdischen niederblatttragenden Abschnitt gegliedert sind. Die Pflanze hat unterbrochen gefiederteoder violette Blüten und kirschgroße Früchte, die bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen können.

 

  • Systematik: Solanaceen, Art: Solanum tuberosum L.
  • Herkunft: Anden Südamerikas
  • Klima: kühl-gemäßigtes, frostfreies Klima mit mittlerer Luftfeuchte, das Anbaugebiet reicht vom Äquator bis etwa 72°Nord, aufgrund großer Sortendiversitäten. Sehr hohe Tagestemperaturen vermindern den Knollenansatz ebenso wie lange Sonnenscheindauer
  • Anbausystem: auf leichten, steinfreien Böden ist die Kartoffel die tragende Frucht innerhalb der Anbaufolge mit einem sehr hohen Vorfrucht wert,ihre eigenen Vorfruchtansprüche sind dagegen sehr gering. Ihr Anteil an der Fruchtfolge sollte, aufgrund des erhöhten Krankheitsdrucks nicht höher als 25 Prozent betragen.
  • Düngung: ein Knollenertrag von 30 Tonnen/Hektar entzieht dem Boden: 150 kg Stickstoff, 45 kg Phosphat, 180 kg Kalium, 15 kg Calcium und 130 kg Magnesium. Steigerung der Stickstoff-Düngung führt zu einer Verminderung des Stärkegehalts.
  • Aussaat: nach Abklingen der Nachtfröste im April/Mai in Reihe gelegt. Der Pflanzgutbedarf liegt bei 6 bis 8 Tonnen/Hektar.
  • Pflanzenchutz: Viruskrankheiten haben wirtschaftlich große Bedeutung; Schädlinge: Kartoffelmotte, Kartoffelkäfer und Nematoden
  • Ernte: erfolgt großtechnisch mit dem Kartoffelsammelroder.
  • Ertrag: in Europa schwanken die Erträge von 7,5 bis 40 Tonne/Hektar

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Influenza

Influenza wird auch als Grippe oder Virusgrippe bezeichnet und ist eine hoch ansteckende akute Infektionskrankheit des Atmungssystems, die endemisch, epidemisch und pandemisch auftreten kann.

Kennzeichen der Grippe sind plötzlicher Beginn mit erheblichem Krankheitsgefühl, Rachenbeschwerden, Frösteln, hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Heiserkeit und trockenem, schmerzhaftem Hustenverbunden. Häufige Komplikationen sind bakterielle Lungenentzündung, Herz- und Kreislaufversagen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Als Abwehrmaßnahme werden fiebersenkende und entzündungshemmende Arzneimittel als auch Antibiotika eingesetzt.

Die vorbeugende Grippeimpfung muss jährlich wiederholt werden, da der Schutz auf wenige Monate und nur auf bekannte Erreger begrenzt ist.

Autor: KATALYSE Institut

In-vivo

(lat.) an oder im lebenden Objekt ablaufend oder durchgeführt; bezogen auf biologische Vorgänge und wissenschaftliche Experimente.

Autor: KATALYSE Institut

In-vitro

(lat.) im Reagenzglas ablaufend oder durchgeführt; bezogen auf biologische Vorgänge und wissenschaftliche Experimente.

Autor: KATALYSE Institut

Immunglobulin

Siehe Immunsystem, Allergie.

Autor: KATALYSE Institut

Humanökologie

H. ist die Wissenschaft der Struktur und Funktion der vom menschen in zunehmenden Maße veränderten Natur.

Sie untersucht systemeigenschaften der Ökosphäre (Wärme, Licht, Wasser, Luft etc.), die Wechselwirkungen und Veränderungen der Systemelemente (z.B. die Entwicklung der Kulturlandschaft) sowie das Ausmaß des Menschen von der natürlichen Umwelt.

Autor: KATALYSE Institut

Humangenomprojekt

Ziel des H. war die vollständige Entschlüsselung der DNS-Basensequenz des menschlichen Genoms.

Siehe auch: Human Genome Project.

Autor: KATALYSE Institut

Homöopathie

Griechisch: ähnliche Krankheit. Durch S. Hahnemann (1755-1843) begründetes medikamentöses Therapieprinzip.

Es werden solche Substanzen in extrem niedriger Dosis eingesetzt, die in hoher Dosis den Krankheitserscheinungen ähnliche Symptome hervorrufen würden. Dieses sog. Ähnlichkeitsprinzip wird in der klassischen H. ergänzt durch komplizierte Zuschreibungen von Stoffeigenschaften auf die Persönlichkeit des Patienten (Beispiel einer Diagnose: "das ist ein Pulsatilla-Typ").

Die Arzneistoffe werden in Dezimalschritten verdünnt. Der Exponent charakterisiert die Verdünnungsstufe: D1 = 1:10, D2 = 1:100 usw. Die H. beruht auf der Annahme, daß schwache und mittlere Reize die Lebenstätigkeit fördern, starke Reize sie dagegen hemmen.

Die H. kann in Einzelfällen z.T. erstaunliche Heilungen bewirken. Naturwissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit sind schwer zu erbringen bzw. stehen noch aus, da die H. eine sehr auf den Einzelfall bezogene Therapieform ist. Von "schulmedizinischer" Seite aus wurde/wird sie oftmals angefeindet.

Jüngste Studien aus Frankreich (J. Beneviste 1991) scheinen allerdings zu bestätigen, daß auch tausendfach in Wasser verdünnte Substanzen chemisch-physikalische Wirkung haben können - selbst wenn durch die extreme Verdünnung von der eigentlichen Substanz kein einziges Molekül mehr vorhanden ist. Als Ursache werden im Wasser zurückbleibende Magnetisierungen diskutiert.

Die H. wird hauptsächlich von Heilpraktikern angewendet. Voll approbierte Ärzte erhalten die Zusatzbezeichnung Homöopath nach Absolvierung von Zusatzkursen sowie einer 1 1/2jährigen Patenschaft durch einen anerkannten Homöopathen von der Ärztekammer.

Autor: KATALYSE Institut

Hippocampus

Der Hippocampus (irreführend als Seepferdchen bezeichnet) ist entwicklungsgeschichtlich einer der ältesten Teile der Großhirnrinde und gehört dem autonomen (vegetativen) Nervensystem an.

Er besteht aus zwei Hälften, die symmetrisch angeordnet im unteren Bereich der Schläfenlappen in beiden Hemisphären liegen. Zusammen mit der Amygdala (Mandelkern) und anderen Hirnbereichen bildet er das Limbische System. Dieses ist zuständig für die Verarbeitung und Zuordnung von Sinneseindrücken und von Gefühlen bzw. auch deren Verknüpfung. Dort werden Bilder zusammengesetzt, die die Sinnesorgane aufnehmen. Der Hippocampus ist eine wichtige Schaltzentrale für die Wahrnehmungen der Sinnesorgane und die Überführung vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis. Er „entscheidet“, was in das Langzeitgedächtnis geschoben wird. Zwar werden die Informationen im Großhirn gespeichert, aber das Erinnerungsvermögen wird vom Hippocampus gesteuert und auch, dass unterschiedliche Informationen, die zusammengehören, zusammengesetzt werden, selbst wenn größere Zeitabstände dazwischen liegen. Außerdem ist die Fähigkeit zur räumlichen Orientierung dort angesiedelt. Deshalb ist es einerseits möglich, dass man wieder zurückfindet, wenn man an einen unbekannten Ort geht, und andererseits, dass man sich daran erinnern kann und auch an andere Ereignisse, die dort stattfanden. Der Hippocampus hat auch Verbindungen zum Hypothalamus, einem Bereich im Zwischenhirn, der viele Körperfunktionen reguliert wie Temperatur, Blutdruck, Hunger- und Sättigungsgefühl, Tag-und-Nacht-Rhythmus und Hormonfunktionen.

In den letzten Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die Zellen des Hippocampus’ eine starke Teilungsfähigkeit besitzen, d. h. es werden immer wieder neue Neuronen (Einheiten aus Nervenzellen mit ihren Fortsätzen Neuriten und Dendriten, die von der Zelle ernährt werden) gebildet durch Zellteilung und Differenzierung. Man vermutet, dass diese Neubildungen mit Lernen und Vergessen zu tun haben.

Bei Verletzungen, Fehlentwicklungen oder degenerativem Abbau des Hippocampus-Gewebes, z. B. bei Demenz, gehen deshalb Erinnerungsvermögen und Orientierungssinn verloren. Ebenso die Lernfähigkeit und besonders das räumliche Lernen. Außerdem werden Autismus und Epilepsie mit Fehlfunktionen im Hippocampus in Verbindung gebracht.

Autor: KATALYSE Institut

Hautkrebs

H. gehört zu den Krebs-Arten, die weltweit am stärksten zunehmen. Hauptursache (90%) für H. ist UV-Strahlung (Sonnenbaden, Sonnenbrand), die infolge der Zerstörung der Ozonschicht (Ozonabbau) weltweit anwächst.

Andere Ursachen für H.: Ionisierende Strahlung (somatische Strahlenschäden), Arsen, Teer-Verbindungen, vererbter Hauttyp und Veranlagung, lang anhaltende Hautschädigung durch schwerwiegende Krankheiten und Spätfolge anderer Krebserkrankungen.
I.d.R. treten die relativ harmlosen H. Basalzellentumor (Basaliom) und Stachelzellenkrebs (Spinaliom) auf. Selten kommt es jedoch auch zum bösartigen schwarzen H. (malignes Melanom). Besonders gefährdet sind hellhäutige Menschen.

Die H.-Arten im einzelnen:
Basaliom (Basalzellentumor): Es tritt vorwiegend an dem Sonnenlicht ausgesetzten Hautbezirken (besonders im Gesicht) auf, bevorzugt bei alten und lichtempfindlichen Menschen. Es entsteht aus unreifen Zellen der obersten Hautschicht, die die Fähigkeit zur Verhornung verloren haben. Es wächst geschwürartig in die Tiefe und bildet i.d.R. keine Metastasen. Die operative Entfernung hat gute Heilungschancen.

Spinaliom (Stachelzellenkrebs): Es geht von den Stachelzellen der Haut aus. Vorstufen zum Spinaliom sind Hautveränderungen oder rötliche Stellen, die nicht abheilen und sich wie Sandpapier anfühlen. Das Spinaliom kann sich bösartig entwickeln, die operative Entfernung hat gute Chancen.
Plattenepithelkarzinom: Es ist seltener als das Basaliom (1:10); es wächst zerstörend und bildet Metastasen. Bevorzugt befallen wird der Übergang von Haut in Schleimhaut. Der Verlauf wird als relativ ungünstig eingeschätzt. Das vermehrte Auftreten von Hautkrebs bei Schornsteinfegern wurde schon 1775 durch Pott beobachtet.

Malignes (= bösartig) Melanom: Es zählt zu den bösartigsten Tumoren der Haut, da es ausgesprochen schnell Metastasen bildet. Es entsteht aus Pigmentzellen und bildet ein braun-schwarzes Mal. In 30% der Fälle entwickelt sich das M. aus einem Muttermal. Der Krankheitsverlauf hängt ab vom Melanomtyp, Metastasierung, Tumordicke, Eindringtiefe. Schon drei massive Sonnenbrände mit Hautabschälung genügen, um das Melanom-Risiko um das Drei- bis Vierfache zu erhöhen. Während die anderen H. meist mit Latenzzeiten von 30 Jahren auftreten, trifft das Melanom auch jüngere Menschen, meist um die 40, gelegentlich aber auch erst 20jährige, und verläuft in vielen Fällen tödlich. Wichtigstes Risikomerkmal ist die Anzahl der Leberflecken. Wenn sie sich in Form und Farbe verändern oder gar Knötchen bilden, nässen oder jucken, besteht höchste Gefahr.

Die Tumoren werden in der Regel operativ entfernt, Metastasen mit Strahlen- und/oder Chemotherapie behandelt; wichtig ist eine Früherkennung.
Häufigkeit des Auftretens: Exzessives Sonnenbaden und zunehmende UV-Strahlung haben die H.-Zahlen drastisch ansteigen lassen. In Deutschland hat sich die H.-Rate in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Insgesamt werden jährlich ca. 125.000 Bundesdeutsche von H. befallen, 8.000 von ihnen erkranken am lebensgefährlichen Melanom (das sind sechsmal so viele Menschen wie vor 20 Jahren). Die Melanomfälle nehmen derzeit alle 5 Jahre um ca. 5-10% zu. Derzeit sterben jedes Jahr etwa 2.000 Deutsche an H..
Nach einer Studie der UNO werden infolge der intensiveren UV-Strahlung (Ozonabbau) weltweit jährlich 300.000 zusätzliche H.-Erkrankungen erwartet.

Siehe auch: Krebs-Arten, UV-Strahlung

 

Autor: KATALYSE Institut

Johanniskraut

Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze von 30 bis 60 cm Höhe mit markigem, aufrechtem, reichästigem, zweikantigem Stengel, durchscheinend fein durchlöcherten Blättern und gelben Blüten mit rötlich punktierten Kronblättern.

 

  • Systematik: Familie: Hypericaceae (Johanniskraut-/Hartheugewächse), Art: Hypericum perforatum
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- und mehrjähriger Anbau
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 20 Tonnen Frischmasse/Hektar: Stickstoff: 108 kg/ Hektar, Kalium: 114 kg/ Hektar, Phosphat: 41 kg/ Hektar, Calcium: 40 kg/ Hektar, Magnesium: 13 kg/ Hektar
  • Aussaat: Mitte Mai und/oder Anfang September bis November; 8 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Welkekrankheiten, Schädlinge: Johanniskrautkäfer, Wickler
  • Ernte: ab Juni mehrere Schnitte; Triebspitzen (20 cm) des blühenden Krautes; maschinell
  • Ertrag: Blühendes Kraut: 10 bis 20 Tonnen/ Hektar; Droge pro Schnitt: 2 bis 5 Tonnen/ Hektar; und ca. 800 kg/Hektar Saatgut.
  • Qualitätsmerkmale: Blütenanteil, Gehalt an ätherischem Öl, Hypericin und Flavonoiden.
  • Besonderheiten: sehr feines Saatbett erforderlich, Auswinterungsgefahr durch Krankheiten; Cadmium-Sammler
  • Wirkspektrum: durchblutungsfördernd, gegen Depressionen und hysterische Zustände.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Hormone

Körpereigene Regulationsstoffe, Informationsüberträger zwischen den verschiedenen Zellarten des Organismus.

H. unterliegt gemeinsam mit nervalen Regelmechanismen die Steuerung von Stoffwechselprozessen, Wachstum und Fortpflanzung. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt "antreiben", "in Gang setzen". Nach der alten, lange gültige Definition waren Hormone Signal- oder Botenstoffe im Körper, die in einer Drüse gebildet werden, von dort ausgeschieden und über das Blut zu ihrem Zielorgan transportiert werden. Heute werden Hormone in verschiedene Gruppen eingeteilt, nach ihrem Herkunftsort (Hypophyse, Nebenniere, Schilddrüse usw.), nach ihrer Funktion (z. B. Wachstum, Verdauung, Fortpflanzung) und ihrer chemischen Struktur (Proteo-, Aminosäre- und Steroidhormone), und auch Neurotransmitter oder Mediatoren werden dazugerechnet.
Hormone sind in äußerst geringen Konzentrationen wirksam, das bewegt sich im Mikro-, Nano- und sogar Picogramm-Bereich. Die Produktion von Hormonen ist sehr genau auf den Bedarf abgestimmt. Ihre Wirkung ist die Stimulierung oder Hemmung einer Reaktion im Stoffwechsel. Die Regulation erfolgt durch Rückkopplung (feed back), d. h. sie werden zu jedem Zeitpunkt in der jeweils benötigten Menge hergestellt. Ist die "richtige" Konzentration erreicht, wird die Produktion zurückgefahren oder eingestellt. Daher reagiert der Körper empfindlich auf kleinste Veränderungen. Sind die Botenstoffe an ihrem Zielorgan angekommen, lagern sie sich an einen spezifischen Rezeptor an und bewirken dadurch eine Veränderung oder Umsetzung einer Stoffwechselreaktion. Hormone haben eine geringe Lebensdauer, sie sind nur Minuten bis Stunden aktiv, dann werden sie wieder abgebaut und dem Bedarf entsprechend neu synthetisiert.
Das Hormon Melatonin beispielsweise wird tagsüber nur in geringer Menge, nachts in hoher Konzentration in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet. Die Steuerung erfolgt über die Lichtstärke (Hell-Dunkel- oder zirkadianer Rhythmus). Darüber hinaus ist Melatonin bei anderen Reaktionen beteiligt, z. B. beim Immunsystem. Beim Menschen produzieren außer den Geschlechtsorganen (Östrogene, Gestagene und Androgene) und z. B. Schilddrüsen, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und bestimmte Drüsen im Gehirn (Hypophyse, Hypothalamus) die verschiedensten Hormone, von denen sich einige gegenseitig beeinflussen und die z. T. an verschiedenen Stellen im Körper wirken.
H. werden als Doping-Mittel verwendet mit z. T. erheblichen gesundheitlichen Folgen. Auch als Masthilfsmittel in der Tierhaltung werden sie eingesetzt, da dadurch ein schnellerer und größerer Masterfolg erzielt werden kann. Substanzen mit H.-Wirkung sind jedoch in Deutschland zur Anwendung in der Tierernährung wegen Rückstandsgefahr in Lebensmitteln und möglicher schädlicher Nebenwirkungen am Tier nicht zugelassen.
Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, DFD-Fleisch, PSE-Fleisch

Autor: KATALYSE Institut

Herbizide

Pflanzenschutzmittel (Pestizide) zur Verkämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 15.000 Tonnen Herbizide (Jahr: 2001)in der Land- und Forstwirtschaft gegen Unkräuter eingesetzt.

Viele Herbizid-Wirkstoffe sind ubiquitär in den Medien verteilt. Dies gilt auch für längst verbotene Herbizide wie etwa Atrazin. Der Herbizideinsatz hat starke Auswirkungen auf das Ökosystem, da mit der Floraverarmung ein Rückgang von Nutzinsekten sowie verstärktes Auftreten von Schadinsekten verbunden ist. Durch Herbizideinsatz wird zumeist das Räuber/Beute-Verhältnis zugunsten der Schädlinge verändert.
Eine differnzierte Sichtweise ist insofern notwendig, als dass ein verringerter und gezielter Herbizideinsatz in Einzelfällen sogar den Verzicht auf Insektizide ermöglicht, was auch ökonomisch die beste Lösung ist.
Nach der Wirkung können Herbizide in ätzende, Zellatmung, Keimung oder Photosynthese hemmende und Wuchsstoffe unterteilt werden. In Deutschland werden H. hauptsächlich im Getreide-, Rüben-,
Mais- und Kartoffelbau eingesetzt. Hierbei werden fünf Gruppen von Wirkstoffen unterschieden:

  • Carbonsäurederivate
  • Harnstoffderivate
  • Aromatische Nitroverbindungen
  • Heterocyclische Verbindungen
  • Bipyridylium-Salze

Die meisten Herbizide sind für Menschen und Säugetiere wenig bzw. nur schwach toxisch.

Autor: KATALYSE Institut

Henna

Henna ist ein mehrjähriger Busch. Er wird zwei bis sechs Meter hoch in Kultur aber auf 60 bis 70 cm gehalten. Die Blätter sind gegenständig, glatt, oval gespitzt, sehr kurzstielig. Weiße Blüten sind in Büscheln angeordnet.

  • Systematik: Familie: Blutweiderichgewächse (Lythraceae), Art: Lawsonia inermis L.
  • Herkunft/Vorkommen: Nordafrika bis China, v.a. Indien
  • Klimaansprüche: tropische und heiße Klimazonen
  • Anbausystem: mehrjährige Hennafelder
  • Ernte: Das Erntegut sind dunkelgrüne Blätter, die zweimal im Jahr geerntet werden. Maximale Erträge werden 4 bis 8 Jahre erreicht.
  • Ertrag: unter intensiven Anbaubedingungen 2,5 bis 3,0 kg Trockenmasse/Hektar getrocknete Blätter; enthalten etwa ein Prozent Farbstoff
  • Besonderheiten: Der rot-orange-Farbstoff findet v.a. Verwendung als Haarfärbemittel.
  • Wirkspektrum: Farbstoff zur Haut- und Haarfärbung, lokal auf Furunkel, Verbrennungen und Hautkrankheiten, zum Gurgeln bei Halsentzündungen und brennenden Füßen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Hanf

Hanf ist eine einjährige Kurztagspflanze mit verzweigtem Stängel, der 5 bis 20 cm dick wird. Er trägt fremdbefruchtende, windbestäubende Blüten und die Frucht ist eine Nuss mit nur einem ölhaltigem Samen, der 2 bis 5 mm groß wird.

 

  • Systematik: Familie: Cannabinacae; Art: Cannabis sativa
  • Klima: Faserhanf: 1900 bis 2000 °C Wärmesumme; Samenhanf: 2500 bis 3000 °C Wärmesumme, 500 bis 700 mm Niederschlag, mindestens aber 300 mm
  • Boden: nährstoffreiche, tiefgründige, nicht verdichtete und neutrale bis leicht basische Böden mit hoher Wasserspeicherkapazität
  • Fruchtfolge: zwischen zwei Getreiden, Vorfrüchte aus Leguminosen, selbstverträglicher Anbau auf gleicher Fläche zwei bis drei Jahre möglich
  • Düngung: Faserhanf: 80 bis 120 kg Stickstoff/Hektar; 60 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 80 bis 100 kg Kalium/Hektar; Samenhanf: 100 bis 125kg Stickstoff/Hektar; 70 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 120 bis 160 kg Kalium/Hektar
  • Aussaat: Ende April bis Ende Mai mit Drillmaschine, Reihenabstand bei Fasernutzung: 25 cm ergibt 30 bis 40 kg Saatgut/Hektar
  • Pflanzenschutz: bei Faserhanf keine Unkrautregulierung notwendig, bei Samenhanf mechanische Maßnahmen; Schädlinge: Hanferdfloh, kleine Hanfmotte, Maiszünsler, aber alle kaum ertragsbeeinflussend
  • Ertrag: Hanfstroh 7 bis 10 Tonnen/Hektar, Fasergehlt: 28 bis 30 Prozent (2 bis 3 Tonnen/Hektar), davon 25 Prozent Kurzfasern, 5 Prozent Langfasern; Samenertrag: 500 bis 80 kg/Hektar
  • Besonderheiten: Es ist nur der Anbau von zugelassenen Hanfsorten mit einem THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent im oberen Blattdrittel und der registrierten Sorten der EU-Sortenliste erlaubt (Antrag bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn).
  • Ökologie: Hanf ist wenig anfällig für Krankheiten, das Auftreten vonm Schädlingen verursacht in der Regel keine Ertragseinbußen, daher benötigt Hanf bei normaler Bestandstenwicklkung keine Herbizide, da es durch seine Schnellwüchsigkeit Beikräuter verdrängt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Gülle

G. entsteht bei der strohlosen Aufstallung der modernen Tierhaltung.

Dabei fallen die

Exkremente durch Gitterroste oder Bodenspalten in Vorratsgruben. In der BRD fielen 1987 insgesamt 234,4 Mio t Mist an. Davon waren 39,1 Mio t Festmist und Jauche, 139,3 Mio t G.. Bei einer jährlichen Ausbringungsmenge von 50-100 m3/ha gelangen mindestens 200 kg reinen Stickstoffs auf 1 ha Fläche. Die Hälfte dieses Stickstoffs ist sofort für Pflanzen verfügbar, gut wasserlöslich und damit eine Gefahr für das Grundwasser.

Weil aber die G.-Ausbringung bei der heutigen intensiven Viehhaltung meist mehr eine Abfallbeseitigung als eine Düngung darstellt, gelangen zum Teil noch größere Mengen auf den Acker. Jede über den Stickstoffbedarf der Kulturpflanze hinausgehende Düngung führt zur Auswaschung ins Grundwasser.
Weitere Probleme der G.-Wirtschaft: Durch das Ausgasen von Ammoniak aus der G. kommt es zu Atemwegserkrankungen der damit arbeitenden Menschen. Zudem ist Ammoniak einer der Luftschadstoffe, die zum Waldsterben beitragen. An Schadstoffen enthält Gülle Phenole, Benzoate und organische Säuren. G.-Düngung kann zu einer Verschiebung der Organismengruppen des Bodenlebens führen. Fütterungsbedingt kann G.-Düngung aus Schweinemastbetrieben eine Vergiftung des Bodens mit Kupfer zur Folge haben. Versuche, die G.-Problematik durch behördliche Regelungen (G.-Programm 1990 Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) in den Griff zu bekommen, sind als nicht geglückt zu betrachten, da sie nicht die Ursachen verändern.
Die Probleme der G.-Wirtschaft sind ganz eng mit denen der Massentierhaltung verbunden. Dieses Problembündel läßt sich nicht durch Maßnahmen wie verbesserte Ausbringungstechnik, mobile Trocknungsanlagen, G.-Tourismus, G.-Großlagerstätten usw. in den Griff bekommen.

Autor: KATALYSE Institut

Gelber Enzian

Gelber Enzian ist eine 50 bis 140 cm hohe Pflanze, die graugrüne, kräftige Staude hat einfache aufrechte Stängel. Die Blätter sind kreuzweise gegenständig und breit lanzettlich. Blütezeit Juni bis August.

 

  • Systematik: Familie: Gentianaceae (Enziangewächse), Art: Gentiana lutea
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt bis in 2500 Meter Höhe
  • Anbausystem: vier bis sechsjähriger Anbau
  • Aussaat: Samen oder Vorkultur; Saat oder Pflanzung Januar bis Mai; 7 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 70 kg/Hektar, Kalium: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Wurzelhalsfäule, Blattflecken, nichtparasitäre Vergilbungen
  • Ernte: maschinell im Frühjahr vor Austrieb oder im Herbst; maschinell; Wurzelstock: Pharmazie, Essenzen, Spirituosen
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an Bitterstoffen
  • Ertrag: 20 bis 40 Tonnen/Hektar Biomasse, 5 bis 10 Tonnen/Hektar Droge
  • Besonderheiten: Unkrautdruck im Jungpflanzenstadium
  • Wirkspektrum: gegen Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Leber- und Gallenerkrankungen, fiebrige Erkältungskrankheiten.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Eukalyptus

Der schnellwachsende Baum Eukalyptus hat ein großes natürliches Spektrum mit rund 500 Arten und erreicht eine Wuchshöhe bis 55 Meter.

  • Systematik: Familie: Myrtaceae, Arten: Eucalyptus globulus (in frostfreien Lagen bis 350 Meter NN); Eucalyptus nitens (frosttolerant, in Lagen über 300 Meter NN)
  • Herkunft: Australien
  • Klima: bevorzugt mediterranes Klima; große Anpassungsfähigkeit; Jahresdurchschnittstemperatur >12°C; Wasser ist oft der limitierende Ertragsfaktor, Niederschlagsminimum: 700 mm
  • Aussaat: Von Zuchtbäumen werden ein bis 2,5 kg Samen je Baum gewonnen, Aussaat in einem geschützten Saatbeet bzw. in sogenannten „Multipots", die Anzucht dauert 3 bis 6 Monate.
  • Anbausystem: Im Herbst oder im zeitigen Frühjahr ab einer Größe von 20 bis 30 cm, z.T. auf Dämmen von 20 cm Höhe mit 4 Meter Reihenabstand; Pflanzdichte 1.000 bis 1.500 Setzlinge je Hektar
  • Düngung: Bei der Auspflanzung werden 150 bis 300 Gramm NPK-Dünger je Setzling zugegeben; spätere Stickstoff- und Phosphordüngung wirkt nur ertragssteigernd, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht, Sättigungsrate bei 130 kg Stickstoff/Hektar/Jahr
  • Pflanzenschutz: In den ersten beiden Jahren ist mechanische Beikrautregulierung erforderlich; Befall mit dem Eukalyptus-Langhorn-Bohrer (Phoracantha semipunctata) kann zu erheblichen Zuwachseinbußen führen.
  • Ernte: Ernte erfolgt im 7. bis 15. Anbaujahr mit konventioneller Holzerntetechnik
  • Ertrag: Ertrag schwankt je nach Standort zwischen 20 und 200 Tonnen/Hektar oberirdischer Gesamtbiomasse.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Engelwurz

Engelwurz ist eine kräftige, zweijährige oder ausdauernde Pflanze von 120 bis 250 cm Höhe mit rundem, röhrigen, rötlichem Stängel, breiten gefiederten Blättern und gelbgrünen Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Araliaceae (Efeugewächse), Art: Angelica archangelica
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: ein- und zweijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Aussaat: Vorkultur, Saat oder Pflanzung März bis April; 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 40 kg/ Hektar, Kalium: 50 kg/ Hektar, Phosphat: 70 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rost, Blattschorf, Falscher Mehltau; Schädlinge: Drahtwürmer, Erdflöhe; Andere: Wühlmäuse
  • Ernte: maschinelle Ernte der Körner im August; Wurzeln im Herbst. Herstellung von Pharmazie, Essenzen und Likören aus Wurzeln und fettes Öl aus den Früchten.
  • Ertrag: Wurzeln: 10 bis 15 Tonnen/ Hektar, 2,5 bis 4,0 Tonnen/ Hektar Droge; Früchte: 1,0 bis 1,2 Tonnen/ Hektar; Röhrenstengel mit Blatt: 18 Tonnen/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Wurzeln: 0,3 bis 1 Prozent ätherisches Öl; Früchte: 0,8 bis 1,5 Prozent ätherisches Öl und 25 Prozent fettes Öl
  • Besonderheiten: Frost- und Stickstoffempfindlichkeit
  • Wirkspektrum: Magenerkrankungen, Appetitlosigkeit, Koliken, Verdauungsstörungen und bei Entzündungen

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut