Pseudo-Krupp

P. ist eine Erkrankung des Kehlkopfes und der Luftröhre, bei der durch eine virale Infektion, meist Influenza - oder Parainfluenza -, aber auch durch Masernviren die Schleimhäute der Luftwege stark anschwellen.

Die plötzlich auftretenden Symptome sind bellender, krampfartiger Husten, meist in den Abendstunden, ziehendes Geräusch beim Einatmen, Erstickungsangst und zunehmende Panik beim Kind. P.-Anfälle häufen sich im Herbst und im Winter mit einem Gipfel im Oktober und November. Es sind Kinder zwischen 6 Monaten und 5-6 Jahren betroffen, Jungen etwas häufiger als Mädchen. Kinder mit Veranlagungen zu Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen scheinen besonders gefährdet zu sein. P. darf nicht mit der weitaus gefährlicheren Epiglottitis (Kehlkopfentzündung) verwechselt werden, die auch Erwachsene befällt und durch das rasante Zuschwellen des Kehlkopfbereichs oft tödlich verläuft.

Therapie: Das Kind soll feucht-kühle (Nacht-)Luft oder die herausströmende Kaltluft vor dem geöffneten Kühlschrank einatmen; oder man läßt mit der Handbrause zunächst heißes, dann kaltes Wasser in die Badewanne laufen und geht mit dem Kind in die feuchte Badezimmeratmosphäre. Der Arzt verordnet häufig Cortison-Zäpfchen (Rectodelt-Zäpfchen).

Vorbeugung: Keine trockene Heizungsluft, nicht rauchen. Formaldehyd und andere Innenraumluftbelastungen sind aus Kinderzimmern fernzuhalten.
Zahlreiche Studien versuchen herauszufinden, ob zusätzliche Faktoren, wie z.B. Allergien, erbliche Faktoren, Klimawerte, insb. aber Luftverschmutzungen, als Auslöser der Krankheit eine Rolle spielen. In letzter Zeit wird vermehrt die Innenraumluftbelastung als Auslöser diskutiert.

Hier sind Ausgasungen aus Teppichböden, Möbeln, Farben, das Rauchen (Tabakrauch), Haustiere und erhöhte Stickoxid- bzw. Formaldehyd-Abgaben durch Gasfeuerung zu nennen.
Was die Außenluftverschmutzung angeht, so gibt es sowohl Untersuchungen, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung durch insb. Schwefeldioxid, Stickoxide und Schwebstäube und P.-Anfällen zeigen, als auch Untersuchungen, die Luftschadstoffe lediglich als kleinen zusätzlichen Faktor ausweisen, der das Krankheitsgeschehen verstärkt.

Die unterschiedlichen Einschätzungen beruhen größtenteils auf methodischen Mängeln der einzelnen Studien. So wurden i.d.R. nicht alle P.-auslösenden Faktoren (wie z.B. Wetterbedingungen, geographische Lage, Jahreszeit, Wohnsituation, Tabakrauch der Eltern usw.)vollkommen erfaßt.

Dazu kommt, daß die in Kinderkliniken und bei Kinderärzten registrierten Anfälle nicht die tatsächliche Häufigkeit widerspiegeln, da ein Großteil der P.-Fälle zu Hause von den Eltern behandelt wird und somit gar nicht registriert werden. Im Hinblick auf eine Vielzahl von Umweltkrankheiten und insb. auch im Zusammenhang mit der ständig steigenden Zahl der allergieerkrankten Kinder sollten weitere, statistisch gesicherte und methodisch ausgereifte Untersuchungen erfolgen.

Autor: KATALYSE Institut

Polycyclischearomatische Kohlenwasserstoffe

PAK, englisch PAH, Gruppe von ringförmigen Kohlenwasserstoff-Verbindungen, deren Molekülgerüst aus mehreren miteinander verbundenen Benzolringen (Benzol) besteht.

P. sind v.a. in Teer, Erdöl und Kohle enthalten. P. entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material (insb. Holz und fossile Brennstoffe, Holzverbrennung) und sind deshalb in der Umwelt weit verbreitet. Autoabgase (Diesel mehr als Benzin, Schadstoffe aus Kfz) und Tabakteer (Tabakrauch) enthalten P..

Zahlreiche P. sind krebserregend, die gesamte Gruppe steht in der MAK-Werte-Liste unter der Rubrik III A2: Im Tierversuch krebserzeugend. Am besten untersucht ist bisher das Benzo[a]pyren. Weitere Untersuchungen sind dringend notwendig, insbesondere da zahlreiche Berufszweige mit P. in Berührung kommen (Teer).

Grenzwerte für P.: Trinkwasser: 0,0002 mg/l (Trinkwasserverordnung), geräucherte Fleischwaren: 1 µg/kg (ppb)
Benzo[a]pyren. Notwendig wäre es, den Grenzwert auch auf andere Lebensmittel, insb. Gemüse, zu übertragen, da es hier, bedingt durch Luftverschmutzung, häufig zu wesentlich höheren Konzentrationen kommt als bei Fleischwaren.

Beim Grillen von Fleischprodukten entstehen infolge unvollständiger Verbrennung der Holzkohle P (Grillen).

Autor: KATALYSE Institut

Pocken

P.-Erreger sind Variola-Viren.

Symptome: Sieben bis 18 Tage nach der Infektion treten hohes Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen auf. Zwei bis drei Tage später entwickeln sich Hauteffloreszenzen, überwiegend im Gesicht sowie an Händen und Armen. Die Letalität beträgt bis zu 30 Prozent bei ungeimpften Personen.

Therapie: Bisher ist kein wirkungsvolles Virustatikum vorhanden. Antibiotika können bei Sekundärinfektionen helfen.

Prophylaxe: In den ersten Tagen nach Exposition kann eine Impfung den Krankheitsverlauf abschwächen oder den Ausbruch verhindern.

Experimente haben Hinweise ergeben, daß der Polymerase-Hemmer Cidofovir eine Ausbreitung der Viren innerhalb der ersten zwei Tage nach Exposition verhindern kann.

Impfung: Ein Impfstoff ist in Deutschland nicht mehr verfügbar.

Autor: KATALYSE Institut

Pilzkrankheiten

P. spielen in der Forstwirtschaft v.a. als Waldschädlinge auf bereits erkrankten Bäumen eine Rolle.

Im Zusammenhang mit dem Waldsterben treten Schüttepilze (Nadeln werden befallen und fallen ab) und Blasenrostpilze (befallen ebenfalls Nadeln) sowie Blattbräunepilze vermehrt auf. Auch die holzzerstörenden Fäulepilze wie z.B. Hallimasch und Rotfäule nehmen zu. Rotfäule bedeutet erhebliche wirtschaftliche Einbußen für den Betrieb, da sie das massen- und wertmäßig wichtigste untere Stammdrittel befällt und entwertet (Waldschädlinge, Biozide, Schädlingsbekämpfung im Wald, Waldsterben).

Zu P. beim Menschen: P. treten in den Industrieländern in den letzten Jahren immer häufiger auf. Ursachen sind die Einnahme von Breitspektrum-Antibiotika und Glukokorticaiden sowie veränderte Eßgewohnheiten mit vermehrtem Verzehr von Süßigkeiten und Kohlenhydraten.

Bereits Säuglinge werden von Soor (Hefepilz: Candida albicans) in der Mundschleimhaut oder/und im Windelbereich - gefördert durch luftundurchlässige Höschenwindeln - befallen. Weit verbreitet ist auch der Fußpilz sowie P. an den Geschlechtsorganen.

Lit.: K.Langbein u.a.: Bittere Pillen, Köln 1990

Autor: KATALYSE Institut

Photoallergie

P. oder auch Lichtdermatose entsteht durch schädigende Einwirkung von Licht oder UV-Strahlung auf die Haut.

Dabei können Stoffe oder Bestandteile aus Nahrung, Arzneimitteln oder Kosmetika verstärkend oder auslösend wirken. Es wird unterschieden in:

  • Sonnenbrand. Entsteht durch übermäßige UV-Bestrahlung, ist im eigentlichen Sinne keine P..
  • Phototoxische Reaktionen. Durch eine vorherige Einwirkung von z.B. Teerpräparaten, Bergamotteöl, Tetracycline, aber auch Wiesenpflanzen, Parfüme kommt es nach Sonnenbestrahlung zu Hautreaktionen wie Rötung, Schuppung, Bläschenbildung.
  • P. im engeren Sinne als Allergie tritt nur selten auf. Hier kommt es nach der Einwirkung von Stoffen (z.B. Sulfonamide) zu einer Sensibilisierung des Körpers und bei Sonnenbestrahlung zu einer wie oben beschriebenen Hautreaktion.
  • Bestimmte Hautkrankheiten, die durch Lichteinwirkung verschlimmert werden.

Siehe auch: UV-Strahlung, Sonnenbaden, Hautkrebs

 

Autor: KATALYSE Institut

Pest

Erreger der P. ist Yersinia pestis.

Symptome: Bei der Beulenpest sind die Lymphknoten vergrößert und können eitern. Lungenpest beginnt mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Myalgie. Innerhalb eines Tages folgt Husten mit zunehmend blutigem Sputum, dann Dyspnoe, Schock und Atemstillstand. Die Inkubationszeit liegt bei ein bis sieben Tagen.

Therapie: Spätestens einen Tag nach Symptom-Beginn muß die Behandlung erfolgen, etwa mit täglich intramuskulär 30 mg Streptomycin pro kg Körpergewicht über 10 Tage, oder mit initial 200 mg, dann 100 mg Doxycyclin zweimal täglich intravenös über 10 bis 14 Tage.

Prophylaxe: Zweimal täglich 500 mg Tetrazyclin oder 100 mg Doxycyclin über sieben Tage.

Impfung: Impfstoffe wurden entwickelt, sind aber nicht verfügbar.

Autor: KATALYSE Institut

Pentachlorphenol

P. (PCP) ist ein desinfizierendes und pilztötendes Pulver. P. wurde bis Mitte der 80er Jahre u.a. zur Konservierung (Holz- und Bautenschutz, Lacke, Farben, Klebstoffe, Textilien, Leder und Zellstoff) und als Zwischenprodukt in der Farb- und Arzneimittelindustrie und als Pflanzenschutzmittel sowie in Bor- und Schneidölen eingesetzt.

P. ist fast immer mit Dioxinen verunreinigt. Dioxine bilden sich bei der Herstellung von Chlorphenolen aus chlorierten Benzolen durch Umsetzung mit Alkalien. Der Gehalt der technischen Verunreinigungen mit Dioxinen und Furanen ist abhängig vom Produktionsprozess, aber auch heute noch enthalten P. relativ hohe Dioxin- und Furankonzentrationen. Durch das breite Einsatzfeld von P. ist es heute weltweit fast in allen Medien nachweisbar.

In Deutschland stehen Vergiftungen durch P.-haltige Holzschutzmittel im Vordergrund. Noch 1979 waren in den 47.000 t in Deutschland verkauften Holzschutzmitteln fast 10.000 t P. enthalten. Trotzdem erhielt 1983 noch fast jedes dritte Produkt das IfBt-Prüfzeichen - und damit dem Segen des Bundesgesundheitsamtes. Mit der Gefahrstoff-Verordnung von 1986 wurde die Verwendung von P. als Holzschutzmittel weiter eingeschränkt: P.-haltige Holzschutzmittel durften nicht mehr verwendet werden, wenn die Luft von Wohn- und Arbeitsräumen belastet werden kann.

Das biologisch schwer abbaubare P. ist ein starkes Gift und hemmt die Energieübertragung in der Zelle. P. kann sowohl über Nahrung als auch über die Haut aufgenommen werden. Akute Vergiftungserscheinungen sind gekennzeichnet durch beschleunigte Atmung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Krämpfe, Bewusstlosigkeit. Bei langfristiger Einwirkung treten Leber- und Nierenschäden, ständige Müdigkeit und Abmagerung auf. Ein MAK-Wert kann nicht angegeben werden, da P. im Tierversuch eindeutig krebserregend wirkt und somit keine unbedenkliche Arbeitsplatzkonzentration existiert. Darüber hinaus besteht der begründete Verdacht der erbgut- und fruchtschädigenden Wirkung technischer P.

Die Hauptaufnahme von P. erfolgt über Luft und Staub oder direkt über die Haut und über die Nahrung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt als Gesamtaufnahme 3 µg/kg/Tag an.

Grenz- und Richtwerte:

  • Raumluft: 1 µg/m3 max. duldbare Raumluftkonzentration (Empfehlungs-/Richtwert), Zielwert der PCP-Richtlinie zur Dauerbelastung: 0,1µg/m3. In der Raumluft gilt ein Wert von 100 bis 500 ng/m3, im Hausstaub von 1 bis mg/kg und im

    Holz von 500 bis 1000 mg/kg als deutliche P.-Belastung.

  • Arbeitsplatz: kein Grenzwert, da krebserzeugend in der MAK-Liste Kategorie 2 eingestuft
  • Materialien (z.B. Leder oder Teppichböden): 5 mg/kg nach Chemikalien-Verbotsverordnung, Materialien, die diesen Grenzwert ausschöpfen, gelten als stark belastet.
  • Trinkwasser: 0,1 µg/Liter
  • Nahrungsmittel: 10 µg/kg
  • Getreide: 30 µg/kg

Untersuchungen haben ergeben, dass v.a. Lederwaren mit P. belastet sein können. Dabei ist v.a. Leder aus tropischen Ländern negativ aufgefallen, das bis zu 200 mg P./kg enthalten kann. Leder aus deutschen Gerbereien bietet große Sicherheit vor P.

Autor: KATALYSE Institut

Passivrauchen

Unfreiwilliges Einatmen von Tabakrauch.

P. ist nachweislich gesundheitsschädlich. Zahlreiche Schadstoffe sind im Nebenstromrauch (Rauch, der vom Raucher nicht aktiv eingeatmet wird) in wesentlich höheren Konzentrationen vorhanden als im Hauptstromrauch (vom Raucher aktiv eingeatmet), da die Temperatur in der Glühzone der "gezogenen" Zigarette viel höher ist und dort die Sauerstoffversorgung zur vollständigen Verbrennung ausreicht.

Passivraucher tragen ein unverhältnismäßig hohes Krebsrisiko, da sie krebserregende Rauchbestandteile schlechter abbauen können als Raucher. Es fehlt ihnen v.a. an den schadstoffabbauenden Enzymen, die Raucher aufgrund der chronischen Belastung durch Tabakrauch verstärkt produzieren (z.B. das Atmungsenzym Cytochrom P450).

Unter den Nichtrauchern sterben jährlich schätzungsweise 1.000 Frauen und 2.000 Männer an Lungenkrebs. Es besteht der berechtigte Verdacht, daß etwa die Hälfte von ihnen dem P. zum Opfer fiel.

Autor: KATALYSE Institut

Östrogen

Ö. sind weibliche Geschlechtshormone, die u.a. die Ausbildung der primären und sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale bewirken.

In Medikamenten sind sie Bestandteil der "Pille" und Mittel gegen Beschwerden in den Wechseljahren. Ö. u.a. Hormone werden illegal bei der Masttierhaltung als Wachstumsförderer eingesetzt.

Siehe auch: Hormon, Futtermittelzusätze, Massentierhaltung

 

Autor: KATALYSE Institut

Organdosis

Eine O. ist die Strahlendosis, die ein bestimmtes Organ, z.B. die Schilddrüse, aufgenommen hat. Organbelastungen treten insb. durch inkorporierte (Inkorporation) natürliche und künstliche Radionuklide auf, die sich im Körper in bestimmten Organen anreichern (Anreicherung).

O. können zu Funktionsbeeinträchtigungen und Krebs in den betreffenden Organen führen (Strahlenschäden). Handelt es sich bei den bestrahlten Organen um Eierstöcke oder Hoden, so spricht man von Keimdrüsendosis.
Das Konzept, neben der Ganzkörperdosis (Strahlendosis) auch einzelne O. zu begrenzen, wird in den jüngsten Empfehlungen der internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) fast vollständig durch das Konzept der effektiven Dosis ersetzt (Strahlendosis, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten).

Siehe auch: Strahlenschutzverordnung.

Autor: KATALYSE Institut

Onkologie

Lehre von den Geschwulstkrankheiten. Die O. beinhaltet die Erforschung der Ursachen von Krebserkrankungen

Durch Chemikalien, ionisierende Strahlen, onkogene Viren und Bakterien, Reizungen und Hormonen sowie die Entwicklung von entsprechenden Therapieformen. In der O. werden zunehmend gentechnische Verfahren eingesetzt (Gentherapie).

Autor: KATALYSE Institut

Mundraub

Mundraub ist eine Internetplattform für Obstallmende.

Auf dieser werden öffentliche Fundstellen für Obst- und Fruchtgewächse angegeben. Damit verfolgt Mundraub das Ziel, auf vergessene Früchte der Kulturlandschaft hinzuweisen und diese so als Teil der Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu schützen.
Die Fundstellen können von allen Internetnutzern auf der MundraubMap eingetragen und abgerufen werden. Auf dieser Karte kann man Fundstellen von Obstbäumen, Nüssen, Beeren und Kräutern finden.
Seit 2010 ist mundraub.org online und es wurden bis heute weltweit über 5.000 Fundstellen - die meisten Fundstellen befinden sich in Deutschland - eingetragen. Seit 2011 gibt es ein Mundräuberhandbuch, in welchem auf allgemeine Regeln zur Nutzung und Pflege von Obstbäumen eingegangen wird.
Die "Mundräuberregeln" sollen einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit der Natur und den kulturellen und privatrechtlichen Gegebenheiten der Region sicherstellen.

Kontakt:
Terra Concordia gUG Deutschland
Bouchéstr. 79b
12435 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 - 54 82 11 01
Fax: +49 (0) 30 - 89 64 82 77
E-Mail: info@mundraub.org
www.mundraub.org

Autor: KATALYSE Institut

No-effect-level

N. ist definiert als die höchste Dosis eines Stoffes, die auch bei andauernder Aufnahme keine erkennbaren und meßbaren Wirkungen (Schäden) hinterläßt.

In der Toxikologie wird mit N. auch die höchstmögliche, tägliche Menge einer Substanz bezeichnet, die weder nachteilige Wirkungen noch strukturelle Veränderungen auf die Versuchstiere ausübt. Tierversuche können nicht die für den Menschen tatsächliche Toxizität eines Stoffes widergeben, daher wird ein Sicherheitsfaktor von 10 bis 1000 (meist 100) angelegt, um den ADI-Wert (akzeptable tägliche Aufnahmemenge) für den Menschen für die betreffende Substanz zu ermitteln.

Autor: KATALYSE Institut

Mohn

Der Mohn ist ein einjähriges Kraut mit einer Wuchshöhe von einem bis 1,6 Meter. Er besitz eine Pfahlwurzel, seine Frucht ist eine Kapsel mit Scheidewänden, die ölhaltige Samen enthalten. Es wird zwischen geschlossenen Kapseln (Schließmohn), geöffneten Kapseln (Schüttmohn) unterschieden.

  • Systematik: Familie: Papaveraceae (Mohngewächse),Art: Papaver somniferum L.
  • Herkunft: Asien
  • Klima: gemäßigt bis subtropisch; während Keimung und Jugendphase kühl (bis -5°C), zur Blüte- und Reifezeit sonnig-warme Witterung; Langtagspflanze
  • Aussaat: Im Frühjahr; Bestandsdichte: 50 bis 70 Pflanzen pro m2
  • Düngung: geringes Nährstoffaneignungsvermögen erfordert gute Phosphor und Kaliumversorgung der Böden; Stickstoffbedarf 40 bis 80 kg/Hektar wegen möglicher Reifeverzögerung problematisch; empfindlich gegen Bormangel.
  • Pflanzenschutz: relativ krankheitsunempfindlich; Pilzbefall möglich; Schädlinge: Mohnkapselrüßler, Mohngallmücke; langsame Jugendentwicklung bedingt intensive Unkrautbekämpfung
  • Ernte: Mitte August; Vegetationszeit 120 bis 140 Tage; Mähdrusche; Druschabfälle können aufgrund Morphingehaltes nicht verfüttert werden
  • Ertrag: Erträge der Samen können zwischen 0,5 und 3 Tonnen/Hektar schwanken
  • Besonderheiten: Ölgehalt der Samen zwischen 40 und 50 Prozent; Fettsäuremuster weist
    60 bis 70 Prozent Linolsäure, 12 bis 22 Prozent Ölsäure, 10 bis 12 Prozent
    Palmitinsäure auf; Milchsaft enthält pharmakologisch wichtige Alkaloide (u. a. Morphin, Kodein, Noscapin); morphinarme (>0,01 Prozent) Blaumohnsorte Przemko seit 1996 in BRD zugelassen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Nikotin

Hauptalkaloid der Tabakpflanze (Alkaloide); z.Z. rauchen ca. 70% der männlichen und 35% der weiblichen erwachsenen Erdbewohner.

Obwohl die gesundheitsschädigende Wirkung des Rauchens ein Ausmaß wie das der Infektionskrankheiten erreicht hat, steigt der Tabakkonsum pro Kopf weiter an. N. wird bei der Inhalation sehr rasch bis zu 95% über die Schleimhaut resorbiert. Ähnlich wie Acetylcholin wirkt N. erregend auf die Nervenzelle; diese Wirkung erschöpft sich nach einiger Zeit, und es tritt eine gegenläufige Wirkung ein. N. bewirkt die Verlangsamung der Herzfrequenz, Blutdrucksenkung, Anregung der Darmtätigkeit. Die Effekte sind individuell stark verschieden, wodurch eine therapeutische Anwendung unmöglich wird.

Die Verweilzeit des N. im Körper ist sehr kurz, was die hohe Rauchfrequenz der N.-Abhängigen erklärt. Die tödliche Dosis liegt bei 1 mg/kg Körpergewicht, die durch einen Teeaufguß von 4-6 Zigaretten erreicht wird.

Chronische Wirkungen sind: nervliche Labilität, Gefäßveränderungen (z.B. Arteriosklerose, "Raucherbein") und Blutdruckanstieg; weiterhin Magen-/Darmerkrankungen, Erhöhung des Grundumsatzes bzw. des Kalorienverbrauchs, Mißbildungen, Frühgeburten, Netzhautschäden. Besonders wichtige Wirkungen des Tabakrauchens sind Erkrankungen der Atemwege, Lungenkrebs, Mund- und Rachenkrebs und andere Krebs-Arten.

Siehe auch: Passivrauchen, Tabakrauch

 

Autor: KATALYSE Institut

Nickel

Chemisches Element der VIII. Nebengruppe, silberglänzendes, gut formbares, ferromagnetisches Metall.

Symbol Ni, Ordnungszahl 28, Schmelzpunkt 1.453 Grad C, Siedepunkt 2.732 Grad C, Dichte 8,9 g/cm3, silberglänzendes, gut formbares, ferromagnetisches Metall.
- MAK-Stoffliste III A 1 (eindeutig krebserregend gilt für atembaren Staub von N.-Metall und N.-Verbindungen)
- TRK 0,5 mg/m3 (Stäube und Rauche) bzw. 0,05 mg (für atembare Tröpfchen).

N. ist für lebende Organismen (Organismus) essentiell, für den Menschen wird eine tägliche Aufnahmemenge von 0,025 bis 0,075 mg empfohlen. Bei empfindlichen Personen kann eine Allergie durch Hautkontakt ausgelöst werden, z.B. durch N.-haltigem Schmuck und Textilien, die N.-haltige Reissverschlüse, Knöpfe usw. enthalten. Man schätzt, dass rund 20 Prozent der weiblichen Bevölkerung und zwischen 2 und 4 Prozent der männlichen Bevölkerung sensiblisiert sind.

Der Mensch nimmt Nickel hauptsächlich durch die Nahrung auf, Raucher haben mit dem im Zigarettenrauch enthaltenen Nickeltetracarbonyl eine zusätzliche N.-Belastung. Eine maßgebliche Zusatzbelastung mit N. kann durch die Verwendung von Stahlpfannen bei erstmaligen Gebrauch mit säurehaltigen Lebensmitteln entstehen, da N. dann aus der Legierung gelöst werden kann.

Die N.-Aufnahme von Kleinkindern bis 12 Monaten liegt zwischen 30 und 300 µg/Tag, was im Verhältnis zum geringern Körpergewicht eine hohe Belastung darstellt. Die Angaben zur N.-Aufnahme von Erwachsenen schwanken wischen 0,08 mg/Tag und 0,11 mg/Tag.

N. ist fruchtschädigend und erbgutverändernd bei inhalativer Aufnahme.
Der Grenzwert für Trinkwasser liegt seit 2003 bei 0,02 mg/Liter.

In der Erdkruste kommt N. zu ca. 0,015 Prozent vor. Man vermutet, dass sich im Erdinneren größere Mengen befinden, so schätzt man den Gesamtgehalt der Erde an N. auf ca. 3 Prozent. Für die technische Gewinnung sind v.a. die Erze Garnierit und Pentlandit von Bedeutung. Der N.-Gehalt der Gesamtvorräte von N.-Erzen wird auf 110 Mt geschätzt.

Ende der neunziger Jahre betrug die Weltproduktion an N. 600.000 bis 800.000 t. N. wird hauptsächlich als Bestandteil von mehr als 3.000 Legierungen mit Kupfer, Chrom, Eisen, Cobalt usw. wegen besonders guter Eigenschaften (physikalische Eigenschaften, Korrosions- und Hitzebeständigkeit) verwendet. Anwendung finden diese Legierungen z.B. als Münzen, Behälter und rostfreien Stahl z.B. für Küchengeräte. N. dient ferner als Elektrodenmaterial von Akkumulatoren und als Katalysator.

Autor: KATALYSE Institut

Neurodermitis

N. ist eine der häufigsten Hauterkrankungen.

Sie ist allergisch bedingt, verläuft chronisch und geht mit starkem Juckreiz einher. 60% der N.-Patienten sind familiär mit genetisch bedingten allergischen Erkrankungen belastet. Aufgrund der allergischen Disposition können natürliche oder künstliche Allergene aus der Umwelt die Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp hervorrufen.

Auslösend für N. sind v.a. Nahrungsmittel und Lebensmittelzusatzstoffe sowie Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare und Schimmelpilzsporen.

Siehe auch: Allergie

Autor: KATALYSE Institut

Nesselsucht

Siehe Nahrungsmittelallergie, Allergie.

Autor: KATALYSE Institut

Naturheilmittel

Medikamente, die von der Naturheilkunde eingesetzt werden, z.B. Zubereitungen aus Pflanzen oder Salzen.

N. unterliegen dem Arzneimittelgesetz und benötigen den Nachweis der Unbedenklichkeit für eine Marktzulassung. Ein naturwissenschaftlicher Nachweis für ihre Wirksamkeit ist nicht erforderlich, jedoch muss sich die Anwendung durch Erfahrungswerte begründen lassen. Krankenkassen erstatten N. nicht bzw. nur, wenn deren Anwendung ausdrücklich begründet ist. Daraus ergibt sich ein Wettbewerbsnachteil für N..

Siehe auch: GATT, Genbank, Artenschutz, Salzen

Autor: KATALYSE Institut

Naturheilkunde

N. arbeitet mit den Mitteln der Natur.

Im Gegensatz zur Schulmedizin erfolgt ihre Anwendung weniger aufgrund naturwissenschaftlich nachgewiesener Erkenntnisse, sondern sie basiert auf Erfahrungswissen. Die N. wird auch oft als sanfte Medizin bezeichnet, da die Eingriffe in den Körper nicht so drastisch sind.

Es wird vielmehr versucht, die körpereigene Krankheitsabwehr zu steigern. Methoden der N. sind z.B. die Phytomedizin, Akupunktur, Homöopathie, physikalische Verfahren wie Bäder, Massagen, Kälte- und Wärmeanwendungen.

Autor: KATALYSE Institut

Mutation

Veränderung des genetischen Materials in Zellen.

Mutation in Körperzellen (somatische Mutation) können zur Veränderung im Wachstums oder der Funktion der Körperzellen bis hin zu Krebs führen, Mutation in Keimzellen (Keimzellen-Mutation) können sich auf die Nachkommen auswirken.

Nach der darwinistischen Evolutionstheorie bilden (Keimzellen-)Mutation und Selektion die Grundpfeiler der Evolution, bei der sich die bestangepaßten Organismen durchsetzen. Mutation sorgen für die genetische Bandbreite der Organismen, aus denen dann mittels Selektion ausgewählt wird (Konkurrenz).
Mutation können spontan erfolgen, durch mutagene Chemikalien oder ionisierende Strahlung (Strahlenschäden) verursacht werden oder durch Fehler in der Meiose (natürliche Chromosomenreduktion) auftreten.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Mutationen:

  1. Gen-Mutation (auch Punkt-Mutation): eine Mutation, die die Basensequenz der DNS eines einzelnen Gens ändert (austauscht, eliminiert oder einfügt). Gen-Mutation. können in vielen Fällen von zelleigenen Reparaturmechanismen behoben werden.
  2. Chromosomen-Mutation (Chromosomenaberrationen): insb. durch chemische Substanzen oder ionisierende Strahlung (Strahlenschäden) ausgelöste Veränderungen der Form und Struktur von Chromosomen, wie z.B. Verlust, Verlagerung oder Einbau von Chromosomenstücken. Chromosomen-Mutation haben meist schwerwiegende Folgen; sie wirken in der überwiegenden Zahl bei Keimdrüsen-Mutation schon vorgeburtlich tödlich.
  3. Genom-Mutation: Mutation, die die Anzahl der Chromosomen erhöht oder erniedrigt. Beim Menschen z.B. führt das 3fache statt 2fache Vorhandensein des Chromosoms 21 zum Mongolismus.

In der Pflanzenzüchtung spielt die Vervielfachung (Polyploidisierung) von Chromosomensätzen eine wichtige Rolle bei der Vergrößerung der Früchte und damit Steigerung der Erträge. Polyploide Abkömmlinge sind oft unfruchtbar, so daß Bauern ihr Saatgut nicht mehr selbst von der Ernte abzweigen können, sondern auf Genbänke von Konzernen angewiesen sind.

Die meisten Gen- und Chromosomen-Mutation wirken sich gerade bei höheren Organismen nachteilig aus und führen zu Totgeburten, Mißbildungen und Krankheiten. Neue Chemikalien müssen daher nach dem Chemikaliengesetz vor der Zulassung Mutagenitäts-Tests (Ames-Test) absolvieren. Die zunehmende Radioaktivität in der Umwelt (Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitung, Brennstoffkreislauf, Atommüll) erhöht dauerhaft die Mutation-Rate und kann zur genetischen Zeitbombe werden (Genetische Strahlenschäden).

Spontane Mutation bei Bakterien versetzen diese in die Lage, in kurzer Zeit
Antibiotika-Resistenzen zu entwickeln, indem die Umwelt (antibiotikahaltiges Medium) aus den mutierten Bakterien die (zufällig) resistenten selektiert.

Autor: KATALYSE Institut

Mutagenität

Fähigkeit einer chemischen Substanz oder ionisierender Strahlung als Mutagen Erbgutveränderungen (Mutation) zu bewirken.

Als Testorganismen zur Bestimmung der M. werden Bakterien, Pilze, Taufliegen, Nagetiere oder Zellkulturen herangezogen.

Siehe auch: Ames-Test, ionisierender Strahlung

 

Autor: KATALYSE Institut

Morbidität

(Lateinisch morbidus = krank.) Verhältnis der Zahl der Erkrankten zur Zahl der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum (z.B. die Zahl der Krebskranken nach einem Atomunfall).

Autor: KATALYSE Institut

Mobilfunk

770 Millionen Handys sind weltweit bis Anfang 2001 verkauft worden. Im Laufe des Jahres 2002 wird voraussichtlich eine Milliarde Handys erreicht sein. Viele Experten sind Anfang der 90er Jahre davon ausgegangen, dass im Jahr 2000 auf dem Weltmarkt gerade 60 Millionen Geräte verkauft sein würden.

In den letzten Jahren ist die Anzahl der Handybenutzer auch in Deutschland sehr stark angestiegen: waren es im Jahre 1993 noch 800.000 Mobilfunkteilnehmer im C-Netz, so wird mit gut 55 Mio. Mobilfunkan­schlüs­sen inzwischen die Zahl der Festnetzanschlüsse in Deutschland deutlich über­troffen.

Immer mehr Menschen möchten eine ständige Erreichbarkeit erlangen. Sende- und Empfangseinheiten in Form von Antennen (Basisstationen), die für den Empfang und die Weiterleitung der Signale unerlässlich sind, sieht man überall in der Landschaft. Besonders gefragte Aufstellorte sind vor allem Hochhäuser und Kirchen. Zunehmend stellen An- und Bewohner von hohen Gebäuden Fragen, ob durch die Nähe einer Basisstation eine mögliche Gefahr gegeben ist.

Elektrosmog ist das Schlagwort, das ist die Hochfrequenzstrahlung (HF), auch elektromagnetische Strahlung genannt, mit der die Informationen vom Handy zur Basisstation und umgekehrt übertragen werden. Als gesundheitlich bedenklich wird dabei angesehen, dass das Handy in unmittelbarer Kopfnähe betrieben wird.

Viele Studien und Forscher versuchen zu belegen, ob und inwiefern Mobiltelefonieren gefährlich ist. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: dass das Mobiltelefonieren Auswirkungen auf den Körper hat, ist unstrittig. Die gesundheitliche Relevanz ist jedoch noch nicht geklärt. Es gibt noch keine aussagekräftige Langzeitstudie in diesem Zusammenhang. Verständlich, denn diese neue Technologie ist ja erst seit ein paar Jahren in großem Maßstab in Betrieb. Wie genau die Reaktionen des Körpers auf die digitalen Funkwellen aussehen, wird sich innerhalb der nächsten Jahre klären. Es gibt Hinweise darauf, dass elektromagnetische Strahlung Verhaltensänderungen bewirkt.

In Deutschland gibt es vier Mobilfunknetzkanbieter: T-Mobil (D1-Netz), D2 Vodaphone (D2-Netz), E-plus (E1-Netz) und Viag Interkom (E2-Netz). Zusammen betreiben sie ca. 50.000 Sende- und Empfangsanlagen, die in Deutschland verteilt sind, und fast täglich kommen neue hinzu. Vor allem die neue UMTS-Technik sorgt dafür, dass die Republik nun noch einmal mit zusätzlich ca. 40.000 UMTS-Sendeanlagen versehen wird.

Die Sende- und Empfangstürme und die Mobiltelefone strahlen HF-Strahlung aus. Die Leistung der momentan handelsüblichen Mobiltelefone liegt bei bis zu 2 Watt im D-Netz und 1 Watt im E-Netz. Je schlechter die Verbindung ist bzw. je weiter man von einer Basisstation entfernt ist, desto höher wird die erbrachte Leistung des Mobiltelefons, d.h. umso höher ist die HF-Strahlung, der man ausgesetzt ist.

Die HF-Strahlung wird zum Teil vom Körper absorbiert und führt u. a. zu einer lokalen Erwärmung des Körpergewebes (dies ist die so genannte thermische Wirkung). Die Wissenschaft sieht in dieser Erwärmung einzelner Körperpartien ein Risiko für die Gesundheit. Generell stellen Menschen mit einer schlechten Thermoregulation (Personen mit Fieber, Diabetiker, Kinder und ältere Menschen) eine Risikogruppe dar. Besonders problematisch ist der unvermeidliche Betrieb in unmittelbarer Kopfnähe, denn z. B. besonders für das Auge könnte es zu negativen Folgen kommen, da es durch eine mangelnde Durchblutung keinen großen Wärmeausgleich durchführen kann. Die physikalischen Prozesse im Nervensystem und Gehirn werden auch beeinflusst. Inwieweit in diesem Zusammenhang gesundheitliche Auswirkungen auftreten können, muss die medizinische Forschung zukünftig ermitteln.

Neben diesen thermischen Auswirkungen werden auch noch andere Einflüsse auf den Stoffwechsel und die Zellstruktur diskutiert, die nicht auf die lokale Erwärmung zurückzuführen sind. Diese so genannten nicht-thermischen Auswirkungen auf den Körper sind zwar ohne Zweifel vorhanden, doch kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob oder inwiefern dies unserem Organismus langfristig schadet. Durch eine stetige Bestrahlung kann es unter besonderen Umständen z.B. zu einer Schwächung des Immunsystems kommen, einige Wissenschaftler gehen daher von einer verminderten Krebsabwehr aus. Ganz besondere Wirkungen wurden wiederholt bei digital gepulster und amplitudenmodilierter Strahlung, wie sie bei den D- und E-Netzen verwendet wird, festgestellt.

Hier spielen weniger die Leistungsfluss-Spitzenwerte als vielmehr die Puls- und Modulationsfrequenz eine Rolle. Fest steht, dass es Auswirkungen auf die Gehirnaktivität gibt, gestritten wird über die Aussagekraft der jeweiligen Studien. Stand der Dinge auch hier: man weiß, dass es messbare Veränderungen gibt, unklar ist die gesundheitliche Relevanz. Zur genaueren Klärung sind zurzeit mehrere Studien weltweit in Arbeit.

Die Bundesregierung hält nach wie vor an den im internationlen Vergleich recht hohen Grenzwerten fest und begründete dies im Dezember 2001 wie folgt:

"Deutschland hat 1996 als erstes EU-Land rechtlich verbindliche Re­gelun­genzur Begrenzung elektromagnetischer Felder geschaffen. Die geltenden Grenzwerte gewährleisten nach heutiger Kenntnis den Schutz der Bevölke­rung vor nachgewiesenen Gesundheitsgefahren. Eine vom Bundesumweltministerium veran­lasste Prüfung der Strahlenschutzkommission über die Einführung von Vor­sorgewerten nach dem "Schweizer Mo­dell" hat darüber hinaus kein rele­vantes Risiko ergeben, sodass die Einführung von Vorsorgewerten zum gegenwärtigen Zeitpunkt wis­senschaftlich nicht gerechtfertigt ist. Statt des­sen erachtet es die SSK als notwendig, die Kenntnisse über mögliche ge­sundheitli­che Beeinträchtigungen durch weitere Forschung zu verbessern."

Was empfiehlt das KATALYSE Institut dem Verbraucher?
Wenn man unbedingt ein Handy haben muss, so sollte man bewusst damit umgehen und folgende Vorsorgehinweise beachten:

  • Beim Kauf eines Handys auf geringen SAR-Wert achten.
  • Nicht unnötig oft mobil telefonieren
  • Das Handy so oft wie möglich ausschalten.
  • Auf keinen Fall stundenlange Gespräche führen.
  • Träger von Herzschrittmachern sollten besonders vorsichtig sein, da Störungen nicht auszuschließen sind (z.B. das eingeschaltete Handy nicht ständig in der Brusttasche tragen).
  • Träger von Hörgeräten sollten entweder Abstand vom Handy bewahren oder das Hörgerät ggf. ausschalten (da es sonst zu Störungen kommen könnte).
  • Bei entsprechenden Verboten (z.B. im Krankenhaus, im Flugzeug oder an der Tankstelle) die Anweisungen befolgen und das Handy ausschalten bzw. auf keinen Fall telefonieren.

Was muss man im Auto bedenken?
Beim Telefonieren mit dem Handy aus dem Auto heraus ergibt sich folgende Problematik. Aus folgenden Gründen muss das Handy mit hoher Leistung senden:
1. Man muss praktisch durch die Karosserie hindurch senden,
2. Bedingt durch das schnelle Fahren wechselt man häufig die Mobilfunkbasiszelle, um den Kontakt nicht zu verlieren.
Eine Freisprechanlage und eine Außenantenne für das Telefonieren im
Auto können die Belastungen für die Insassen erheblich verringern.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, empfehlen wir die neue Ausgabe unseres Buches zum Elektrosmog. Dieses Buch gibt umfassende Antworten auf Fragen, wie sich die alltägliche Belastung durch künstliche elektromagnetische Felder auf unser Leben auswirkt und wie diese Belastungen einzuschätzen sind. In dieses Werk sind neueste Erkenntnisse zu Auswirkungen auf die Gesundheit, z.B. auch beim Betrieb von Radaranlagen, aufgenommen worden.

Katalyse Institut für angewandte Umweltforschung e.V. (Hrsg.),
6., überarbeitete und erweiterte Auflage 2003.
256 Seiten. Kartoniert,
€ 27,80 sFr 48,60; ISBN 3-7880-7679-8

im Buchhandel oder direkt bei:
C.F. Müller Verlag, Hüthig GmbH & Co. KG
Im Weiher 10, D-69121 Heidelberg
Tel.: 06221/489-555, Fax: 06221/489-623
http://www.huethig.de, E-Mail:cfmueller@huethig.de

Autor: KATALYSE Institut