Bringsystem

Dem Bürger wird die Möglichkeit gegeben, getrennt gesammelte Wertstoffe (getrennte Sammlung, Recycling) zu Recyclingcontainern, die an zentralen Punkten aufgestellt sind, oder zu Recyclinghöfen zu bringen.

Durch ein B. können 15-30 Gew.-% des Hausmülls als Wertstoff (Altpapier, Altglas, Metall etc.) getrennt erfaßt und recycelt werden. Die Wertstoffe beinhalten wenig Fremdstoffe und sind daher gut verwertbar. Höhere Recyclingquoten können durch das Holsystem erzielt werden, da die Bereitschaft der Bevölkerung, Wertstoffe einer getrennten Sammlung zuzuführen, mit zunehmender Entfernung zwischen Wohnung und Wertstoffcontainer abnimmt.

Der Vorteil des B. gegenüber dem Holsystem liegt in den niedrigen Kosten und der Möglichkeit, weit mehr Materialien getrennt erfassen zu können. So gibt es z.B. Mehrkammercontainer, mit denen man bis zu 5 Fraktionen aus dem Hausmüll getrennt voneinander sammeln kann.

Autor: KATALYSE Institut

Global 2000

Global 2000 ist eine unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation mit Sitz in Wien, welche Umweltthemen auf internationaler Ebene zur Sprache bringt. Das Ziel von Global 2000 ist es gewaltfrei und unter Ausschöpfung aller demokratischer Mittel, nicht nur die Symptome (End of Pipe- Lösungen) zu behandeln, sondern auch Ursachenbekämpfung zu praktizieren.

Die Umweltschutzorganisation setzt sich kritisch mit der Globalisierung auseinander, macht sich gegen die Nutzung der Gentechnik und Atomkraft stark. Sie unterstützen die indigenen Völker, mit dem Ziel den Regenwald zu erhalten und setzten sich kritisch mit dem
Klimawandel und dem Treibhauseffekt auseinander. Ebenso wird im Projekt NAWARO für die verstärkte Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen gekämpft. Global 2000 setzt sich gegen den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft ein und zeigt als Alternative den ökologischen Landbau auf. Der Umgang mit Wasser, Strom und Verkehr wird ebenfalls kritisch hinterfragt und Anregungen gegeben, wie jeder seinen Beitrag leisten kann, um die Ressourcen der Erde zu schonen. Für genauere Informationen sendet Global2000 kostenlose Broschüren zu.
Viermal jährlich erscheint das Magazin „Global News“
Global 2000 ist österreichisches Mitglied im „Friends Of The Earth International“.

Kontakt:
Flurschützstraße 13
1120 Wien
Tel. 01/812 57 30-0
Fax 01/812 57 28

E-Mail: office@global2000.at
www.global2000.at

Autor: KATALYSE Institut

Bodenbelastung

Der Boden bedarf aufgrund seiner hohen B. durch Schadstoffe und andere menschliche Eingriffe eines besonderen Schutzes.

Bis in die erste Hälfte der 80er Jahre ging man davon aus, daß Gewässerschutz, Luftreinhaltung und Naturschutz ausreichende Instrumente seien, auch den Schutz des Bodens zu gewährleisten. Obwohl ein Bodenschutzgesetz mehrfach angekündigt wurde, fehlt bis heute ein solches eigenes rechtliches Instrumentarium zum Schutz des Bodens, wie Umweltverbände es seit Jahren fordern. Auch im Bundesnaturschutzgesetz fehlen bisher entsprechende Ausführungsbestimmungen.

Der Boden (Pedosphäre) ist die außenliegende belebte Deckschicht der Erdkruste, die die Bodenorganismen beherbergt. Als Lebensgrundlage und integrierender Bestandteil der natürlichen Umwelt des Menschen bedarf er besonderen Schutzes und besonderer Vorsorge. In Substanz und Gesundheit ist der Boden durch eine Vielzahl menschlicher Eingriffe (Bodennutzung, direkter und indirekter Schadstoffeintrag) stark gefährdet. An sich ist der Boden als komplexes System ineinandergreifender und sich bedingender Regelkreise mit hoher Regenerationsfähigkeit ausgestattet. Im Gegensatz zu den relativ stabilen Medien Luft und Wasser verfügt er über eine außerordentlich hohe Speicherkapazität und nimmt daher im System globaler Stoffkreisläufe die Funktion eines Zwischenlagers ein.

Der Boden filtert Schadstoffe aus Luft und Gewässern und speichert sie im Rahmen bestimmter, je nach Bodenart verschiedener Belastungsgrenzen auf bzw. baut sie ab. Die Eigenschaft als Puffer bringt es mit sich, daß störende Einflüsse oder Schädigungen über lange Zeiträume kaum oder gar nicht zu erkennen sind. Erst bei Überschreiten der B.-Grenze werden die vorher gebundenen Schadstoffmengen mobilisiert und können dann nicht nur Bodenfauna und -flora nachhaltig schädigen, sondern den gesamten Naturhaushalt beeinträchtigen (Remobilisierung).

Erschwerend für B. und Bodenschutz wirkt sich aus, daß die Bodenentwicklung, ein jahrhundertelanger Prozeß von Verwitterung, chemischer und biologischer Zersetzung.

Autor: KATALYSE Institut

Glas

Glas ist ein anorganisches Schmelzprodukt, das sich, ohne merklich zu kristallisieren, abkühlen lässt und erstarrt.

Die Rohstoffe für die Glasherstellung sind Sand (70 Prozent), Kalkstein/Dolomit, Feldspat und Soda. Für diese Materialien sind sowohl in Deutschland als auch weltweit ausreichend Ressourcen vorhanden. Auch die flächendeckenden Altglas-Sammlungen sind inzwischen zu einer guten Rohstoffquelle bei der Herstellung bestimmter Glassorten v.a. farbiger Gläser geworden. Je nach Glas-Sorte und Verwendungszweck sowie Herstellungsverfahren variiert die Zusammensetzung der Rohstoffe und Zusätze. Die Erzeugnisse der Glasindustrie bestehen aus Flachglas (Fenster), Glasfasern, Mineralwolle), Schaumglas und Hohlglas. Letzteres umfasst vor allem die Kategorie Behälter-Glas (z.B. Flaschen), die etwa 2/3 der gesamten Glasproduktion ausmacht.

Autor: KATALYSE Institut

Biotonne

Gefäß zur getrennten Sammlung von kompostierbaren Bestandteilen aus dem Hausmüll.

siehe Holsystem, Kompostierung

Autor: KATALYSE Institut

Biopol

B. ist ein eingetragenes Warenzeichen des Unternehmen ICI für einen abbaubaren Kunststoff (Copolymere), aus Hydorxybuttersäure (HB) und der ihr verwandten Hydroxyvaleriansäure (HV).

 

HB-reiche Coplymere sind hart und spröde wie hart-PVC; HV-reiche Copolymere ähneln dem weichen, zähen Polyethylen.

B. wir biotechnologisch als Bakterien-Stoffwechselprodukt aus Kohlenhydraten gewonnen. V.a. der relativ hohe Zuckerpreis sorgt dafür, dass B. mindestens doppelt so teuer ist wie der Massenkunststoff Polypropylen.

Aufgrund seiner biologischen Abbaubarkeit ist B. als Bestandteil von Injektionsverpackungen in der Human- und Veterinärmedizin geeignet. Darüber hinaus eignet sich B. als Rücklage für Windeln, Damenbinden sowie medizinisches Material.

Anfang der 90er Jahre wurde B. als Material für Shampooflschen getestet, hier haben sich v.a. Probleme in der Entsorgung der kompostierbaren B.-Verpackung durch Anhaftung von Shampooresten ergeben, die eine Kompostierung erschweren. Weiterhin ist eine Vermischung der üblichen Massenkunststoffe mit B. in der Wertstoffsammlung unerwünscht.

Autor: KATALYSE Institut

Giftmüllexport

Geschätzte 5-6 Mio t Sonderabfall fallen in Deutschland alljährlich an, die Tendenz ist steigend.

Die Menge könnte sich mit Inkraftreten der neuen TA Abfall auf 11-18 Mio t erhöhen. In Deutschland kostet die Entsorgung 1 t Sonderabfall 280-350 DM, im Einzelfall können die Preise jedoch erheblich höher liegen (bis zu 4.000 DM z.B. für die Verbrennung PCB-haltiger Abfälle). Stärker noch als beim "normalen" Müll, der z.T. auch legal aus finanziellen Gründen ins Ausland gebracht wird (Abfalltourismus), ist beim G. der Gewinnanreiz ausschlaggebend.

Der "Handel" folgt dem bekannten Wirtschaftsgefälle aus den westlichen Industrieländern in die armen und ärmsten Länder der Welt, die im Extremfall für die Annahme 1 t Sonderabfall 100 DM und weniger erhalten. Während sich vor allem die afrikanischen Staaten gegen diese Geschäfte zu wehren beginnen, entsteht in Osteuropa gerade ein aufnahmewilliger, weil devisenbedürftiger Markt.

Ein Überblick über die Menge der anfallenden Sonderabfälle und damit eine Einschätzung des Ausmaßes illegaler Exporte ist nicht vorhanden. Es existieren allenfalls offizielle Daten, die niedriger sind als die wirklichen. G. ist in Deutschland wie in anderen westlichen Industrieländern offiziell geächtet, Kontrollen greifen allerdings nur im Einzelfall.

Nach Schätzungen von Greenpeace haben die westlichen Industrieländer von 1986 bis 1991 10 Mio t hochgiftigen Müll exportiert, weitere 160 Mio t versuchte man vergeblich loszuwerden. Die Profite dieser illegalen Geschäfte lassen sich nach Schätzungen mit denen im Drogen- und Waffenhandel vergleichen.

Lit.: C.Grefe/A.Bernstorff: Zum Beispiel Giftmüll, Göttingen 1992

Autor: KATALYSE Institut

Biomüll

Organischer Anteil (Kompost) im Hausmüll.

siehe Kompostierung, Biogas

Autor: KATALYSE Institut

Giftmüll

Siehe Sonderabfälle.

Autor: KATALYSE Institut

Bioabfall

Unter Bioabfall (auch Biomüll genannt) werden v.a. organische (pflanzliche und tierische) Abfälle aus privaten Haushalten und Garten verstanden, die durch Mikroorganismen, Bodenlebewesen und Enzyme abgebaut werden können.

Seit 1990 hat sich die Erfassung von Bioabfällen in den Kommunen fast flächendeckend durchgesetzt. Bioabfälle werden biologisch durch Kompostierung oder Vergärung behandelt. Die Folgeprodukte Kompost und Gärgut, werden im Garten- und Landschaftsbau sowie der Landwirtschaft eingesetzt. Das Gärgut und der Kompost müssen dabei die strengen hygienischen Anforderungen der Bioabfallverordnung erfüllen.

Organische Abfälle machen rund ein Drittel unseres Hausmülls aus. Sie können in modernen Kompostieranlagen oder im eigenen Garten zu wertvollem Kompost verarbeitet werden.

Neben Gartenabfällen, wie Rasenschnitt, Laub und verblühte Blumen gehören nur biologisch abbaubare Abfälle, wie Obst- und Gemüsereste, einschließlich Kaffeesatz samt Filter, Teebeutel, Essensreste, Knochen, Eierschalen, verdorbene Lebensmittel in den Biomüll. Tierische Lebensmittel, wie Wurst, Fleisch und Fisch dürfen in einigen Kommunen nicht in den Biomüll gegeben werden. Plastik und Verpackungen gehören dagegen nicht in den Biomüll.

Autor: KATALYSE Institut

Gewerbeabfälle

In industriellen Betrieben fallen Abfälle an, die wegen ihrer Mengen oder Schadstoffgehalte nicht gemeinsam mit Hausmüll entsorgt werden.

Die Tab. gibt Mengen von industriellen Abfällen und deren Verbleib an. Bei einer Eigenentsorgung verfügen die Betriebe über eigene Abfallbehandlungsanlagen, und bei Fremdentsorgung werden die Abfälle von einem Fremdunternehmen abgeholt und entsorgt.
Man erkennt, daß die Verwertungsgrade für G. sehr gering sind. Durch verschiedene Maßnahmen wird versucht, die Gewerbemüllmenge zu verringern:

  • Recycling innerhalb eines Produktionsprozesses oder einer Firma (Beispiel: Wiederaufarbeitung von Dünnsäure),
  • Recycling zwischen Industriebetrieben (Fremdentsorgung) vermittelt über Abfallbörsen,
  • Verwendung rohstoffsparender Technologien (Beispiel Runderneuerung von Altreifen).

Mit ca. 95 Gew.-% kommt ein Großteil der G. aus der verarbeitenden (chemischen) Industrie und aus dem Baugewerbe.
Ein Problem bilden die in großen Mengen anfallenden Sonderabfälle, die i.d.R. auf Sondermülldeponien gebracht werden, da in Deutschland keine ausreichenden Behandlungsanlagen vorhanden sind. Besonders hervorzuheben sind dabei das verarbeitende Gewerbe und Krankenhäuser.
Hausmüllähnlicher Gewerbemüll

Lit.: UBA (Hrsg.): Berlin, Daten zur Umwelt (erscheinen in zweijährigen Abständen)

Autor: KATALYSE Institut

Bauschutt

Unter B. fasst man Bodenaushub, Straßenaufbruch und Baustellenabfälle zusammmen.

B. besteht aus mineralischen Stoffen und beinhaltet alle Abfälle, die während und durch eine Baumaßnahme anfallen, wie Beton, Fliesen und Keramik, Mörtel, Putz und Rigips, Steine und Ziegel. Zu B. zählen nur Aushub, Steine oder Ziegelschutt; Kunststoffe,

Holz, Papier usw. müssen als
Abfall gesondert entsorgt werden. Der mineralische Bauschutt wird meist in geeigneten Anlagen zerkleinert und der Wiederverwendung beispielsweise im Straßenbau zugeführt.

B. ist hauptsächlicher Beansprucher von knappem Deponieraum. In den nächsten Jahren wird sich dieser Trend durch den immensen Sanierungsbedarf in den neuen Bundesländern noch verstärken.

Um die Mengen zu verringern, müssen Bemühungen zu B.-Vermeidung und -recycling dringend verstärkt werden. Möglichkeiten hierzu sind:

  • Wahl möglichst langlebiger Baustoffe und Konstruktionen,
  • Einsatz wiederverwendbarer Baustoffe und Bauteile,
  • Entwicklung geeigneter Recyclingverfahren (Recycling).

Bisher wird B. als Untergrundmaterial im Straßenbau und sofern es sich um reinen Bodenaushub handelt, zu Schüttung von Lärmschutzwänden und zur Rekultivierung von Auskiesungsflächen verwendet.

B. kann Schadstoffe enthalten, die eine Gefahrenquelle bei der Entsorgung bzw. Verwertung darstellen. Fensterrahmen aus PVC vergrößern den Eintrag von Chlor in die Müllverbrennung und sind Ursachen für die Entstehung von Dioxinen und Furanen. Reste von Farben und Lacken können aus Deponien ausgewaschen werden und das Grundwasser gefährden.

Damit B.überhaupt recycelt und Schadstoffe aus dem B. ferngehalten werden können, muss direkt auf der Baustelle eine möglichst sortenreine Trennung stattfinden. Dies ist nur möglich, wenn bereits bei der Planung eines Gebäudes darauf geachtet wird, dass möglichst einfache Konstruktionen mit geringer Materialvielfalt und einfach trennbaren Schichten sowie weniger umweltgefährdene Stoffe eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Getrennte Sammlung

Durch die G. können die im Abfall enthaltenen Wertstoffe sortenrein erfaßt und einer Wiederverwertung zugeführt werden.

Nahezu flächendeckend werden in der alten BRD Papier und Glas getrennt gesammelt, in kleinerem Umfang auch Kunststoffe, Metalle, Textilien und Biomüll. Zur Erfassung der Wertstoffe werden in der Praxis verschiedene Sammelsysteme angewendet, wobei man zwischen Holsystemen (grüne Tonne,

Biotonne, Mehrkammermüllsystem) und Bringsystemen (Container, Recyclinghöfe) unterscheidet. Durch die G. ist theoretisch eine Reduzierung der Hausmüllmenge um 15 bis 75 Gew.-% zu erzielen. Mit der G. erfaßte Wertstoffe können i.a. gut verwertet werden.

Getrennt gesammeltes Mischglas ist relativ unproblematisch zur Erzeugung von Buntglas einsetzbar. Um auch Weißglas als Recyclingprodukt herstellen zu können, sollte die Glassammlung möglichst nach Farben getrennt (Weiß-, Grün- und Braunglas) erfolgen. Aufgrund der Recyclingschwierigkeiten sollte der Einsatz von Weißglas jedoch ganz vermieden werden, zumal Lebensmittel (z.B. Milchprodukte) in Buntglas länger haltbar sind und lediglich aus optischen Gründen in Weißglas verkauft werden. Kunststoffe sind nur dann verwertbar, wenn sie sortenrein getrennt sind (Kunststoffe, Kunststoffabfälle, Kunststoffrecycling).

Diese sortenreine Trennung ist jedoch für häusliche Abfälle nur schwer und unter erheblichem Sortieraufwand zu bewerkstelligen. Aluminium ist gut verwertbar, sollte jedoch aufgrund des hohen Energieeinsatzes möglichst vermieden werden. Probleme bereitet auch das Recycling von Weißblechdosen, da sie mit Zinn legiert sind. Getrennt gesammelter organischer Müll läßt sich zu hochwertigem Kompost verarbeiten, der im Gegensatz zu Kompost aus Hausmüllsortieranlagen wenig mit Schadstoffen belastet ist. Daher ist er gut für einen Einsatz als Bodenverbesserungsmaterial geeignet (Kompostierung).

Eine kostensparende und ökologisch sinnvolle Alternative zur G. von organischem Material stellt die Eigenkompostierung dar, deren Förderung durch entsprechende Maßnahmen der
Abfall- und Umweltberatung anzustreben ist. Um möglichst hohe Verwertungserfolge zu erzielen, ist eine ausführliche Aufklärung der Bevölkerung zu Fragen der G. notwendig.
Bei allen Bemühungen zur G. ist es jedoch besser, Müll zu vermeiden, als ihn zu verwerten.

 

Siehe auch Abfallvermeidung, Abfallverwertung

Autor: KATALYSE Institut

Batterieentsorgung

Der geschätzte Verbrauch allein an Primärbatterien liegt für 1992 bei 500 Mio Stück. Batterien machen somit einen erheblichen Anteil der metallischen Schadstoffe in Haushalten aus. Im Jahr 1988 enthielten die in der BRD verbrauchten Primärbatterien rund 63 t Quecksilber, 3.000 t Zink, 10 t Silber und 47 t Cadmium. Es existieren je nach Anforderung verschiedene Batterietypen, die auf unterschiedlichen elektro-chemischen Verfahren basieren und sich somit in ihrer Zusammensetzung erheblich unterscheiden.

Enthalten Batterien besonders viel Quecksilber, Cadmium oder Blei, sind diese neuerdings mit dem ISO-Symbol 7000/1135 gekennzeichnet (Verbrauchsmengen solcher Batterien: quecksilberhaltige Knopfzellen - 41 t/a, Nickel-Cadmium-Akkumulatoren - 1.200 t/a, Blei-Akkumulatoren - 120.000 t/a). Solche Batterien müssen seit dem 1.4.1989 nach Gebrauch dem Händler oder einer Sammelstelle zugeführt werden. Werden diese Batterien nach chemischen Systemen getrennt eingesammelt, ist oftmals ein Recycling der enthaltenen Stoffe lohnenswert.

Blei aus Blei-Akkumulatoren wird heute schon zu rund 95% wiederverwertet. Andere Batteriearten (z.B. Zink-Kohle-Batterien oder Alkali-Mangan-Batterien) enthalten so wenig wertvolle Metalle, daß ein Recycling noch zu teuer ist und zur Zeit nur wenige Pilotanlagen in Betrieb sind. Obwohl die Hersteller von Batterien eine "Entsorgung" von nicht mit dem ISO-Symbol gekennzeichneten Batterien mit dem normalen Hausmüll empfehlen, ist es sinnvoll diese zu einer Sammelstelle für Altbatterien zu bringen, da sie auch Spuren gefährlicher Metalle enthalten können. Es ist jedoch wichtig, daß sie nicht mit den für ein Recycling nach chemischen Systemen getrennt gesammelten Batterien vermischt werden.

Es hat sich gezeigt, daß der Rücklauf verbrauchter Batterien zur verkauften Menge nur rund 25% beträgt, wovon 83% ungegliedert vorliegen. Ein verünftiges Recycling ist so noch nicht möglich.
Beim Recycling von Batterien und Akkumulatoren werden erhebliche Mengen an Stäuben freigesetzt, die Blei, Antimon, Arsen und Cadmium enthalten können. In den bisherigen Anlagen wird der Staubauswurf mit der Abluft auf 20 mg/m3 begrenzt (TA Luft 1986), in den letzten Jahren sanierte Anlagen erreichen weniger als 5 mg/m3 durch den Einsatz von Gewebefiltern. Dabei wird der abgeschiedene Staub zurückgewonnen.
Bleihütte

Lit.: Wirtschaft und Umwelt, 12/1991

Autor: KATALYSE Institut

Geplante Obsoleszenz

‚Geplante Obsoleszenz‘ beschreibt die Strategie von Unternehmen/Herstellern, die Lebensdauer ihrer Produkte absichtlich zu verkürzen, damit der Verbraucher/Käufer schneller ein neues Produkt kaufen muss.

Dabei werden die Produkte so geplant und hergestellt, dass minderwertige Qualität (z.B. Plastik anstatt Metall) oder Schwachstellen eingebaut werden und einzelne Teile des Produkts nach relativ kurzer Zeit funktionsuntüchtig werden. Dies führt dazu, dass das Produkt nicht mehr im vollen Umfang oder gar nicht mehr benutzt werden kann. Zudem kann der Verbraucher/Käufer die fehler- oder schadhaften Teile nicht oder nur teuer ersetzen. Der Neukauf zahlt sich dadurch für den Käufer mehr aus als die Reparatur, da diese meist zu teuer bzw. nicht möglich ist. Viele Hersteller bieten bewusst keine Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteile oder Anleitungen (erschwert die Eigenreparatur) an. Durch fest eingebaute Teile, wie z.B. Akkus, müsste man bei der Reparatur das ganze Bauteil ersetzten. Dies ist schwieriger und teurer als der Neukauf.
Allerdings muss auch der Verbraucher beim Kauf auf diese Merkmale (eingebaute Akkus, etc.) und auf die Qualität der Bauteile achten. Ein Indikator ist der Preis: Billige Produkte versprechen meist nie die gleiche Qualität wie teurere Produkte, da für diesen Preis nur minderwertige Materialien mit einer geringeren Lebensdauer eingebaut werden.

Eine weitere Möglichkeit der Obsoleszenz besteht darin, dass bestimmte Anwendungen oder Zubehör nicht mehr mit einem Vorgängermodell kompatibel sind und daher nicht benutzt werden können. Dies ist vor allem bei Computern, Handys und anderen Elektrogeräten der Fall. Neue Anwendungen, Features, angeblich leistungsfähigere Modelle oder ein neues Design führen dazu, dass in den Köpfen der Verbraucher die Produkte schnell 'veraltet' sind (Bedarfweckungsgesellschaft). Hier muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden, so dass der Markt langlebige Produkte mit hoher Qualität anbieten müssen.

Die schnelle Alterung der Produkte wird heute fast in allen Produktbereichen beobachtet. Dies lohnt sich insbesondere in der Elektroindustrie. Doch auch die Autoindustrie scheint 'geplante Obsoleszenz' anzuwenden. Beweisen lässt sich die 'geplante Obsoleszenz' nur schwer, doch die Häufigkeit der verfrühten Alterung weißt daraufhin, dass diese Praktik in der Industrie angewendet wird. Zudem gibt es einige Produkte, die vor einigen Jahrzehnten länger gehalten haben als heute (bekanntes Beispiel ist die verkürzte Lebensdauer der Glühbirne von 2500 auf 1000 Stunden).

Die ‚geplante Obsoleszenz‘ bewirkt nicht nur, dass der Verbraucher häufiger ein Produkt neu kaufen muss, sondern auch, dass der damit verbundene hohe Ressourcen- und Energieverbrauch und das steigende Müllaufkommen ein Problem für die Umwelt bedeutet. An der ‚geplanten Obsoleszenz‘ verdienen vor allem die Produzenten/Unternehmen.

Viele Verbraucher wehren sich inzwischen gegen diesen Betrug und die damit verbundene Umweltverschmutzung und bilden Repair Cafés, Reparatur-Communities (z.B. iFixit) und Austausch-Plattformen. Auf murks-nein-danke.de kann man auffälligen Verschleiß melden und so für andere Verbraucher sichtbar machen. Auch die Grüne Informationstechnologie (Green IT) versucht eine Alternative zur Strategie der 'geplanten Obsoleszenz' zu bieten.

Siehe auch Green IT

Lit.

  • Felstermann, Guido (2013): ZDF Zoom: Kaum gekauft, schon kaputt - Der Ärger mit den Elektrogeräten. [Reportage]. ZDF: Mainz.
  • MEDIA 3.14 – ARTICEL Z (2011): Kaufen für die Müllhalde. Strasbourg: Arte. [Stand: 15.05.2013].
  • Poprawa, Peter (2012): Geplante Obsoleszenz. [Stand: 16.05.2013].

Autor: KATALYSE Institut

Basisabdichtung

Die B. soll das Austreten von schadstoffbelastetem Sickerwasser, das in jeder Deponie entsteht, in den Untergrund und das Grundwasser verhindern (Deponiesickerwasser).

Die B. ist ein kombiniertes System aus der eigentlichen Abdichtung und der Fassung und Ableitung des Sickerwassers über Dränagen. Der Abstand der B. zum höchsten Grundwasserspiegel muß mindestens 1 m betragen. Die Kombinationsabdichtung einer Deponie soll heute aus einer dreilagigen mineralischen Abdichtung (jeweils 20 cm verdichteter Ton) und einer 2 mm starken PEHD-Dichtungsbahn (Polyethylen) bestehen. Untersuchungen der Bundesanstalt für Materialprüfung zeigen, daß Kunststoffabdichtungen u.a. bei bestimmten Lösemitteln und chlorierten Kohlenwasserstoffen nicht dicht sind.
Von den 295 Hausmülldeponien in der alten BRD hatten nach einer Umfrage des statistischen Bundesamtes 66% eine mineralische B., 4% eine B. aus Kunststoff und 30% eine Kombination von beiden. Erschreckende Ergebnisse kamen zur Qualität der B. zutage: Lediglich 39% aller Hausmülldeponien besitzen eine vollständige B. (48% teilweise, 13% ohne Angaben!).

Autor: KATALYSE Institut

Autorecycling

In Westdeutschland werden jährlich knapp 2 Mio Autos endgültig stillgelegt.

Die Verwertung der Autowracks erfolgt durch Schrottbetriebe. Die durchschnittlich 1.000 kg schweren Autos (zu 94,5% Pkw) bestehen zu ca. 70% aus Eisenmetallen, zu 4,5% aus Nichteisenmetallen (Metalle) und zu 12,5% aus Kunststoffen (Prozentangaben bezogen auf das Gewicht). Die Eisenmetalle werden schon seit langem in Shredderanlagen wiederverwertet, wobei der Autoschrott durch Getriebeöl, Schmiere und Spuren von PCB oder durch bleihaltige Batterien (Blei) verunreinigt ist. Daher gelten Shredderabfälle seit Oktober 1990 als Sonderabfall. Die Verwertung der restlichen Bestandteile, v.a. der ständig steigenden Kunststoffmengen (Kunststoffe), bereitet noch Probleme.

Der Kunststoffanteil stieg von 2,9% (1970) auf 12,5% (1990). Durch die zum 31.12.1993 geplante Einführung einer Rücknahmepflicht für Altautos beabsichtigt die Bundesregierung, das Autowrackrecycling voranzutreiben. Hierbei sollen Autohersteller zur Kennzeichnung der bei der Herstellung verwendeten Kunststoffe (Kennzeichnungspflicht), sowie zur Verwendung von Mindestanteilen an recyclierten und recycelbaren Werkstoffen bei der Neuproduktion verpflichtet werden (Kennzeichnungspflicht).

Des weiteren soll schon die Produktion von Neuwagen so gestaltet werden, daß nach einer Stillegung eine weitestgehende Zerlegung ermöglicht wird. Die Verwertung der Autowracks soll von den Herstellern geregelt und finanziert werden. Durch Zuschläge auf den Preis für ein Neuauto legen die Hersteller die Verwertungskosten jedoch auf den Käufer um.

Lit.: UBA (Hrsg.): Daten zur Umwelt 1990/91, Berlin, 1992

Autor: KATALYSE Institut

Gelbe Tonne

Mülltonne zur Sammlung von Verpackungsmüll, die vom Dualen System bereitgestellt und entleert wird.

Siehe auch Verpackungsverordnung, Grüner Punkt.

Autor: KATALYSE Institut

Atomtransporte

siehe Brennstoffkreislauf

 

Autor: KATALYSE Institut

Flugasche

Als F. wird der bei der Verbrennung entstehende Staub bezeichnet, der durch eine Rauchgasentstaubungsanlage abgeschieden wird.

Die F. enthält je nach Art der Verbrennung zahlreiche sehr giftige Stoffe wie Schwermetalle und Dioxine. Besonders schadstoffreich ist die F. aus Müllverbrennungsanlagen. Deshalb ist die Verwendung von F. in der Bauindustrie problematisch, und im Fall der Deponierung sollte sie nur auf Sondermülldeponien (Sonderabfälle) gelagert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Atommüll

Sämtliche radioaktive und radioaktiv verstrahlte Materialien, die bei der Nutzung von Radioaktivität durch den Menschen anfallen und keine weitere Verwendung finden, werden Atommüll genannt.

 

Zu den radioaktiven Abfällen zählen u.a. neben kontaminierter Arbeitskleidung (Kontamination) auch abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken. Überall, wo mit radioaktiven Stoffen gearbeitet wird, entsteht Atommüll: Forschung, Industrie (Lebensmittelbestrahlung, Leuchtfarben), Medizin (Nuklearmedizin, Strahlentherapie), Atomwaffenproduktion, vor allem aber auch im Kernkraftwerksbereich (Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitung und Brennstoffkreislauf).
Der flüssige, gasförmige oder feste Atommüll wird in Wiederaufbereitungsanlagen für die Endlagerung in Zement verfestigt.
Je nach Aktivität unterscheidet man zwischen schwachaktiven Atommüll (Aktivität kleiner als 0,1 Curie/m3), mittelaktiven Atommüll (0,1-1.000 Curie/m3) und hochaktiven Atommüll (über 1.000 Curie/m3).
Dieser Atommüll muss so gelagert werden, dass keine radioaktiven Substanzen in die Umwelt gelangen und somit keine radioaktive Strahlung Menschen und die biotische Umwelt erreicht.
Das eigentliche Problem stellt dabei der hochaktive Atommüll dar, der fast ausschließlich aus dem Kernkraftwerksbereich stammt. Darunter fallen abgebrannte Brennelemente, die direkt endgelagert werden sollen, und Atommüll aus den Wiederaufbereitungsanlagen (Brennstoff-kreislauf).

Die Wiederaufarbeitung vermindert durch die Plutoniumabtrennung die Aktivität des Atom-mülls lediglich um den Faktor 2-5 unter Beibehaltung der Plutoniumaktivität und führt zudem zu hohen radioaktiven Belastungen beim Betrieb. Dabei fällt nicht nur hochgiftiges, waffentaugliches Plutonium, sondern auch radioaktive Abgase, Flüssigkeiten und Abfälle an, die trotz Reinigungsmaßnahmen, noch radioaktive Bestandteile enthalten. Diese werden meist in Glasblöcke eingeschmolzen (Verglast). Nach der Aufbereitung sind 1 – 10 Prozent des Materiales wiederverwendbar, während 90 – 99 Prozent als hoch radioaktiver Abfall entsorgt werden muss. Die Aktivität des Atommülls ist bei direkter Endlagerung, wie auch nach Wiederaufarbeitung, erst nach einigen Mio. Jahren auf die von Natururan (Uran) abgeklungen. Daher muss der hochaktive Atommüll für diese Zeit mit größter Sorgfalt von der Umwelt ferngehalten werden (Halbwertszeit). Dazu wird nach passenden und sicheren Anlagen, den sogenannten Endlagern, gesucht.

Endlagerung:
Endlagerung ist ein weltweit ungelöstes Problem, da ein Endlager für über eine Millionen Jahre vor einer möglichen
Strahlenbelastung der Biosphäre schützen muss. Der radioaktive
Abfall wird in Behältern, die eine Entweichung von Radioaktivität verhindern sollen, eingeschlossen. Allerdings können diese im Laufe der Zeit undicht werden. Deshalb wird die Endlagerung von Atommüll in tief gelegenen Gesteinsschichten bevorzugt, da das Gestein radioaktive Strahlung von der Biosphäre abschirmen soll.

Radioaktive Belastungen der Umwelt können entstehen, wenn die Behälter durch Strahlenbe-lastung und Hitze spröde werden oder gar brechen. Dabei können radioaktive Gase aus dem Salzstock entweichen. Die größte Gefahr besteht, wenn radioaktive Substanzen ins Grundwasser gelangen. Ob dies möglich ist, hängt z.B. von der geologischen Stabilität des Salzstocks (auch gegen Erdbeben), den Grundwasserströmen um den Salzstock und möglichen Strukturveränderun-gen des Salzes durch die Strahlung und durch Wärmeabgabe des Atommülls ab. Salzstöcke, z.B. in den USA oder in Deutschland, die lange als sicher galten, zeigen bereits nach wenigen Jahren Grundwasserprobleme. Viele Länder werden gezwungen sein, bis weit ins 21. Jahrhundert den Atommüll in oberirdischen Zwischenlagern (Brennstoffkreislauf) zu lagern.

Schwach- und mittelaktiver Atommüll werden in vielen Ländern schon in Fässern in alten Bergwer-ken, in Granitgestein oder in Salzstöcken gelagert. Die Versenkung im Meer wurde erst 1994 weltweit gestoppt.
Keines der 31 Länder (Stand: 2011), die mit Kernenergie arbeiten, hat bisher eine sichere, dauerhafte, politisch und gesellschaftlich akzeptierte Lösung gefunden, hochradioaktiven
Abfall zu beseitigen (vgl. Stamm 2012).
Für hochaktiven Atommüll sind u.a. Salzstöcke in Erprobung. Viele Länder forschen nach Möglichkeiten hoch radioaktiven Müll in Granit- oder Tongestein oder in Lehmschichten zu lagern.

Situation in Deutschland:
Bis jetzt wird in Deutschland der direkt endzulagernde radioaktive
Abfall und die radioaktiven Rückstände der Wiederaufbereitung (die in Großbritannien oder Frankreich durchgeführt wird) in Castorbehältern gelagert. An Kernkraftstandorten oder in Zwischenlagern in Ahaus und Gorleben verbleiben diese, bis ein Endlager gefunden ist.Es gibt 17 Zwischenlager für Atommüll. Doch für diesen zwischengelagerten Atommüll muss noch ein Endlager gefunden werden.

In Deutschland wurde von 1965 bis 1992 das Endlager in Asse erprobt.  46.930 m3 radioaktive Abfälle wurden in Fässern dort eingelagert. Das Eindringen von Salzlösung und die Instabilität des Bergwerks verdeutlichen die Problematik der Endlagerfrage, da eine radioaktive Kontamination im Bergwerk festgestellt wurde.

Bis 1998 wurden  schwach- und mittelaktive Abfälle im Endlager Morsleben entsorgt, doch laut Bundesamt für Strahlenschutz würde das Endlager nach heutigen Anforderungen keine Genehmigung zur Einlagerung von radioaktiven Abfällen erhalten (vgl. bfs 2012). Nun wurde die Stilllegung (Sicherer Abschluss der radioaktiven Abfälle von der Biosphäre) des Endlagers beantragt.
Es ist außerdem geplant, dass radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung im Endlager Konrad  eingelagert werden sollen.  Von 1979 – 2000 und erneut ab 2010 wurde bzw. wird Gorleben als mögliches Endlager erforscht (Untersuchungen sollen bis 2017 dauern). Doch schon in den 90er Jahren wurden einige kritische Probleme in Gorleben festgestellt: Neben Topfrissen (Frostrisse, die die Gefrierrohre in topfförmiger Anordnung umgeben und einen Salzlösungseintrag ermöglicht), die durch Verpressen der Risse mit Zement behoben wurden, scheinen auch tektonische Risse vorzuliegen. Beim Jahreswechsel 1991/92 kam es zudem zu unerwarteten Salzlaugenzuflüssen.

Bis Ende 2015 soll die Kommission für die Endlagersuche Grundlagen und Kriterien für die Atommüll-Lagerung/Standortauswahl erarbeitet haben, so dass 2030 ein Endlager benannt werden kann.
Doch bis ein Endlager gefunden ist, wächst der zwischengelagerte 'Atommüll-Berg' um jährlich über 400t radioaktiven Müll. Bis zum Jahr 2011 sind insgesamt ca. 133.000 m³ radioaktive Reststoffe und über 14.500 Tonnen Schwermetall von bestrahlten Brennelementen in Deutschland angefallen (vgl. bfs 2012). Laut Bundesamt für Strahlenschutz (2012) werden bis 2080 ca. 300.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle entstehen.

Lit.:

  • Statistisches Bundesamt (2012): Endlager. [Stand: 26.03.2013].
  • Stamm, S. (2012): Wie andere Länder mit Atommüll umgehen. [Stand: 26.03.2013].
  • BUND: Atommüll: das ungelöste Entsorgungsproblem. [Stand: 26.03.2013].
  • Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung Hannover (1991): Hydrologische, salzgeologische und ingenieursgeologisch/ geomechanische Begutachtung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die Anlagen des Bundes zur Sicherstellung und Endlagerung radioaktiver Abfälle im Salzstock Gorleben. [Stand: 26.03.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Faulgas

Siehe Biogas, Klärgas, Deponiegas.

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Essbare Verpackung

Auf der ANUGA 1989 in Köln wurden erstmals E. aus Stärke vorgestellt. Inzwischen sind E. für Pralinen, Einweggeschirr und -becher in der Anwendung.

Die Verwendung essbarer Rohstoffe als Verpackungsmaterial findet jedoch sehr schnell seine Grenzen, da die Verpackungseigenschaften von Stärke sehr begrenzt sind. E. unterliegen weiterhin den gleichen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen (v.a. den Hygienebestimmungen) wie Nahrungsmittel und können daher nicht ohne eigene Umverpackung verkauft werden.

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Abfallverwertung

Abfallverwertung umfaßt Maßnahmen, die dazu dienen, im Abfall enthaltene Wertstoffe bzw. Energiepotentiale zu verwerten(Recycling, getrennte Sammlung, Sortierung von Müll, Verpackungsverordnung).

Im Sprachgebrauch, besonders in der Werbung, wird A. oft mit Abfallvermeidung gleichgesetzt, was jedoch falsch ist. Denn Ziel der Abfallvermeidung ist es, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen, wodurch eine Abfallverwertung überflüssig wird.

Autor: KATALYSE Institut

Abfallvermeidung

Abfallvermeidung bedeutet, Abfälle gar nicht erst entstehen zu lassen. Fälschlicherweise wird häufig der Begriff Abfallverwertung als Abfallvermeidung bezeichnet. Bei der Abfallverwertung handelt es sich jedoch lediglich um eine sinnlose Deponierung der bereits entstandenen Abfälle zu vermeiden.

 
Das Müllaufkommen lässt sich mittels Abfallverwertung meist jedoch kaum reduzieren. Da recyclingfähige Produkte als umweltfreundlich eingestuft werden, konsumiert der Verbraucher sie guten Gewissens oftmals sogar in verstärktem Maße. Das durch diese Konsumsteigerung erhöhte Abfallaufkommen hebt die Müllreduzierung, die durch das Recycling erzielt wird, häufig auf.

Zudem kan durch Recycling, die bei der Produktion von Verpackungen entstehenden Umweltbelastungen nicht verhindern. Dies schafft alleine die Abfallvermeidung, indem beispielsweise Einwegverpackungen gar nicht erst produziert bzw. konsumiert werden, können wertvolle Rohstoffe sowie Energie eingespart und die Entstehung von Abfällen verhindert werden. Abfallvermeidung ist somit die effektivste und umweltverträglichste Methode Müllmengen zu reduzieren.

Das Abfallvermeidungsgebot (§ 1a) im Abfallgesetz trägt dieser Tatsache prinzipiell Rechnung. Von der Möglichkeit (gem. §14), rechtliche Vermeidungsgebote zu erlassen, hat die Bundesregierung bisher aber erst einmal mit der Verordnung über Rücknahme und Pfanderhebung von Getränkepackungen (1988) Gebrauch gemacht.

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