Fensterrahmen

F. bestehen meist aus den Rahmenmaterialien Holz, Kunststoff oder Aluminium.

Holz und Kunststoff haben heute einen Marktanteil von ca. 42%, 14% entfallen auf Aluminium. Von der konstruktiven Seite her genügen alle drei F.-Werkstoffe den generellen Ansprüchen an die Gebrauchstauglickeit von Fenstern. Große Unterschiede in der Beurteilung der Rahmenmaterialien gibt es aber bei den Kriterien Rohstoffgewinnung, Herstellung, Energieverbrauch, Nachnutzung und Entsorgung (s. Tab.). So ist der Primärenergiebedarf zur Herstellung eines F. aus Aluminium trotz seines geringen Gewichts ca. 45mal höher als bei einem F. aus
Holz und 3-4mal höher als bei einem Kunststoff- oder Aluminium-Holz-F. (Aluminiumherstellung). Heimisches Holz ist das ökologisch günstigste Material für F. (Europäisches Holz). Kunststoff-F. werden aus dem Grundstoff PVC unter Berücksichtigung besonderer Rezepturen, die die produktspezifischen Erfordernisse gewährleisten, erstellt. So werden 64% aller verarbeiteten Stabilisatoren (Blei, Organozinnverbindungen, Cadmium/Zink, Barium/Zink, Barium/Cadmium und Zink) in der Hart-PVC-Herstellung eingesetzt.

Bis 1991 wurden in Westdeutschland pro Jahr bis zu 450 t Cadmium als PVC-Stabilisatoren verbraucht, welche heute vorwiegend durch bleihaltige Stabilisatoren ersetzt werden. Ebenfalls sehr problematisch sind die bei der Verbrennung von PVC freiwerdende Dioxine und Furane. Die Aluminiumherstellung ist energieintensiv und verursacht große Umweltbelastungen durch die Deponierung von toxischem Rotschlamm und das bei der Herstellung entweichende hochtoxische Fluor.

Autor: KATALYSE Institut

Fensterfolie

F. dient dazu, die Wärmeverluste einfachverglaster Fenster preiswert zu verringern.

Die F. wird innen auf den Rahmen angebracht, wodurch ein Luftraum zwischen F. und Außenscheibe entsteht. Der Einsatz von F. amortisiert sich innerhalb weniger Winter, auch wenn nicht die k-Werte einer Doppelverglasung erreicht werden (Fenster).
Infolge des besseren Dämmwerts kondensiert weniger Wasserdampf am Fenster.

Autor: KATALYSE Institut

Fenster

Fenster sind Teile der umschließenden Außenhaut eines Gebäudes und damit Grenzflächen zwischen innen und außen. Das charakteristische Merkmal des Fensters ist die Transparenz des Glases.

Das F. dient als Einfallsmöglichkeit für das natürliche Licht und ermöglicht dem Nutzer des Gebäudes den Kontakt zu seiner Außenwelt. Gleichzeitig schützt das Fenster vor den anderen äußeren Einflüssen wie Wind, Regen, Hitze, Kälte, Lärm und Einbruch. Das Bauteil F. besteht aus den Fensterrahmen, Glas und Dichtungsstoffen.

Zu den formalen Anforderungen an die Konstruktion zählen in der Hauptsache:
- Größe, Format, Teilung
- Öffnungsart
- Rahmenwerkstoff und
- Oberflächenbehandlung.

In der Grobgliederung unterscheidet man folgende Fensterarten:
Einfachfenster mit Einfachverglasung, Einfachfenster mit Mehrscheiben-Isolierglas und Wärmeschutzverglasung, Verbundfenster und Kastenfenster (vgl. Tab.). Der Wärmeverlust der verschiedenen F.-Typen ist sehr unterschiedlich (vgl. Tab.) (k-Wert). Es ist 1992 geplant, in der neuen Wärmeschutzverordnung die Wärmeschutzverglasung für Neubauten vorzuschreiben.

Gerade in bezug auf Wintergärten ist zu beachten, daß aber auch beste Fenster in ihrem k-Wert kaum an selbst ungedämmtes Mauerwerk herankommen. So hat z.B. eine ungedämmte 36,5 cm dicke Leichthohlziegel-Wand inkl. Putz einen k-Wert von 0,36.

F. können sich je nach Konstruktion und Lage im Haus (Himmelsrichtung) für den Energiehaushalt positiv oder negativ auswirken. Nach Süden orientierte F. lassen die Sonnenstrahlen in den Innenraum und erwärmen ihn. Durch sonnenabgewandte F. hingegen wandert die Wärme aus dem Innenraum nach draußen.

Tips für die Fensterinstallation in einem energiebewußt gebauten Haus:
- große Fensterflächen nach Süden und Südwesten hin orientieren,
- kleine Fenster nach Norden mit hohem Wärmedämmwert,
- Anbringung und Benutzung von gedämmten Fensterläden,
- Fenster nach Süden sollten im Idealfall als Kastenfenster konstruiert sein (so kann bei Sonnenschein ein Flügel ausgehängt werden, damit die Lichtdurchlässigkeit/Aufheizfaktor größer wird).

Wenn neue Fenster mit Fugendichtungen eingebaut werden, muß aufgrund des dadurch geringeren Luftaustauschs öfter gelüftet werden, um die Innenraumluft zu verbessern (Stoßlüften). Superdämmfenster benötigen eine aufwendige Technologie, höheren Energieeinsatz bei der Herstellung, höhere Anteile an synthetischen Stoffen auch im Verbund miteinander, und ergeben dadurch größere Probleme beim Recycling.

Autor: KATALYSE Institut

Fassadenbegrünung

Die Nutzung von Fassaden als Bewuchsflächen hat positive Auswirkungen auf das Klima des Gebäudes und der Umgebung.

Die F. bietet Schutz vor Witterungseinflüssen wie Wind, Sonne, Regen und dient der Luftverbesserung durch Binden von Schadstoffen und die Produktion von Sauerstoff. Sie absorbiert Schall und hat klimaregulierende Wirkungen durch Wärmedämmung im Winter und Sonnenschutz und Kühlung im Sommer. Der Bewuchs stellt zudem bei intakt verputztem Mauerwerk einen Schutz der Fassade selbst dar.

Fassaden können direkt durch selbständige Wurzelkletterer, mit Hilfe von Rankgerüsten oder Spalieren bewachsen werden. Die Auswahl der Pflanzen ist abhängig von der jeweiligen Lage zur Sonne, den Bodenverhältnissen, Klima und Material der Außenwand. Für Süd-, Südwest- und Südostseiten eignen sich blattabwerfende Pflanzen, für West-, Ost- und Nordseiten eignen sich immergrüne Pflanzen.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenluft

B. ist die gasförmige Phase des Bodens, die alle Teile des Porenvolumens des Bodens erfüllt, die kein Bodenwasser enthalten.

Die B. wird durch die biologischen Vorgänge im Porenraum beeinflußt, wodurch ihre Zusammensetzung oftmals von der der atmosphärischen Luft abweicht. Der Kohlendioxid-Gehalt der B. ist i.d.R. höher; außerdem reichern sich bei hoher Bodenfeuchte (anaerobe Bedingungen) die Gase Methan und Schwefelwasserstoff an.

Die Durchlüftung des Bodens ist abhängig vom Bodengefüge, den Wasserverhältnissen, der Korngröße der Bodenpartikel und ihrer Lagerungsdichte. Eine gute Durchlüftung fördert die Aktivität der Bodenorganismen und damit die Humusbildung (Humus) und Mineralisierung, was die Bodenfruchtbarkeit verbessert. Zudem ist ihr Vorhandensein notwendig für die Atmung der Pflanzenwurzeln.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenlösung

Die B. ist die wäßrige Phase des Bodens, aus der die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen, die darin gelöst als Ionen vorliegen.

Die Konzentration an Nährstoffen in der B. ist relativ konstant, da ein Gleichgewicht zwischen dem Nährstoffentzug und der Nachlieferung von Nährstoffen, die an die Bodenaustauscher gebunden sind, besteht. Des weiteren ist die B. neben den Bodenaustauschern das Medium des Bodens, in dem sich Schadstoffe anreichern.

Siehe auch: Ionen

Autor: KATALYSE Institut

Bodenhorizonte

Führt man einen senkrechten Schnitt durch einen Boden, so wird ein Profil erkennbar, das von unterscheidbaren Schichten, den B., gebildet wird.

Die B. sind verschieden in Farbe, Grad der Verwitterung und Mineralisierung wie auch Humifizierung (Humus) und stellen oftmals innerhalb eines Bodenprofils unterschiedliche Zustände der Bodenentwicklung dar. Die B. werden je nach ihren chemisch/physikalischen Eigenschaften und ihrer Lage im Bodenprofil mit definierten Buchstabensymbolen benannt:

L = Laubstreu aus weitgehend unzersetztem organischen Material;
O = Horizont bestehend aus organischem Material;
A = Mineralhorizont im Oberboden;
B = Mineralhorizont im Unterboden;
C = Ausgangsgestein der Bodenbildung;
h = humusreich;
v = verwittert.

Autor: KATALYSE Institut

Bodengefüge

(Bodenstruktur) Je nach räumlicher Anordnung der festen Bodenbestandteile und dem Anteil der Bodenporen, unterscheidet man verschiedene Gefügeformen, die nicht nur den Wasser-, Luft-, und Wärmehaushalt direkt, sondern darüber hinaus indirekt die Aktivität der Bodenorganismen, die Bodenentwicklung und die Ertragsfähigkeit des Bodens beeinflussen:

Einzelkorngefüge: Alle Partikel des Bodens liegen isoliert nebeneinander vor; Kohärentgefüge (Verbundgefüge): Bodenpartikel werden durch Kohäsionskräfte zusammengehalten und bilden eine ungegliederte Masse dichtester Packung, die für Wasser, Luft und Wurzeln undurchlässig ist; Aggregatgefüge (Krümelgefüge): Bodenpartikel bilden unter Einfluß hoher biologischer Aktivität und intensiver Durchwurzelung lockere Aneinanderlagerungen, zusammen mit luft- und wassergefüllten Poren, die als Krümel bezeichnet werden.

Siehe auch: Bodenbestandteile, Wasser, Luft, Aktivität, Bodenorganismen, Bodenentwicklung.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenentwicklung

B. ist die Veränderung der Eigenschaften der Bodenbestandteile und ihrer Schichtung in Abhängigkeit von der Art des Ausgangsgesteins (weich, hart; basisch, sauer) und der Dauer und Art des Einflusses der Klimafaktoren, des Grund- oder Stauwassers, der Flora und Fauna sowie menschlichen Einwirkungen.

Diese Einflüsse bestimmen die Prozesse der B., die zu einer Ausdifferenzierung eines Bodenprofils und damit zur Entwicklung bestimmter Bodentypen führen: Verwitterung und Mineralbildung, Humusbildung (Humus), Gefügebildung (Bodengefüge), Tonverlagerung, Vernässung, Versalzung etc.. Die Bodentypen stellen jeweils kein Endstadium der B. dar, sondern sie können sich in bestimmter Art und Weise ineinander umwandeln, wie die Graphik zeigt (Erklärung der Kürzel s. Bodenhorizonte.

Siehe auch: Bodenbestandteile, Flora, Fauna.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenentseuchung

Bodendesinfektion. Schnelle und vollständige Abtötung von Schädlingen und Krankheitserregern im Boden.

Die B. wird bei Blumen und Anzuchterden sowie beim Auftreten von Nematoden (Bodenälchen) im Zuckerrübenanbau aufgrund zu enger Fruchtfolgen angewandt. B. erfolgt physikalisch durch Heißdampf oder Flammen sowie chemisch durch Biozide wie Chlorpikrin, Methylbromid, Dazomed, Varpan, Tropex, Chlornitrobenzol und
Lindan.

Die Bodendämpfung, d.h. das Einleiten überhitzten Dampfes in den Boden, kann im Gegensatz zu chemischen Mitteln auch unmittelbar vor dem Pflanzen oder Säen angewendet werden. Nachteile der chemischen B. sind neben der hohen Toxizität der verwendeten Biozide und der Gefahr für den Anwender die Schädigung des Bodenlebens (Edaphon) (Bodenorganismen) und damit der Bodenfruchtbarkeit.
B. bzgl. radioaktiver Stoffe: Dekontamination

Lit.: BMU: Maßnahmen zum Bodenschutz, Bonn 1987, BMI: Bodenschutzkonzeption der Bundesregierung, Stuttgart 1985.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenbestandteile

Der Boden ist der Teil der belebten, obersten Erdkruste, der nach unten durch festes oder lockeres Gestein und nach oben durch die Vegetationsdecke bzw. die Atmosphäre begrenzt wird.

Er ist kein homogenes Gebilde, sondern setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen: anorganische, mineralische Bestandteile, organische Bestandteile, Bodenorganismen, Bodenluft und Bodenwasser.

Anorganische, mineralische B. werden durch die Verwitterung von Gesteinen gebildet. Es treten dabei z.T. Moleküle in Form von Oxiden oder Hydroxiden auf, die sich dann wieder zu komplexen Mineralverbindungen (Tonminerale) verbinden können.

Es entstehen zudem auch Gesteinsbruchstücke unterschiedlicher Größe, die als Ton (0,2-2 mycrom), Schluff (2 mycrom-0,6 mm), Sand (0,6-2 mm) und Kies (2-60 mm) bezeichnet werden.
Organische B. sind alle in und auf dem Boden befindlichen, abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Stoffe sowie deren organische Umwandlungsprodukte.

Es besteht im Boden ein Gleichgewicht zwischen der Anlieferung (z.B. Laubstreu) und dem Abbau (Humifizierung, Mineralisierung) organischer Substanz. Humus ist als organischer B. von großer Bedeutung für die Mineralstoffversorgung von Pflanzen.

Organische Bestandteile bilden die einzige natürliche Stickstoffquelle im Boden und sind somit unverzichtbar für die Pflanzenernährung. Sie stellen zudem die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Bodenorganismen dar und verbessern den Wasser-, Luft- und Temperaturhaushalt des Bodens.

Je nach Ausgangsgestein, Klima und Pflanzenbewuchs ist das Verhältnis der Bestandteile unterschiedlich. Bei einem Anteil von mehr als 30% organischer Substanz spricht man von einem organischen Boden. Im gemäßigten mitteleuropäischen Klimaraum liegt der Anteil an organischer Substanz meist in einem Bereich von 3-10%.

Siehe auch: Atmosphäre.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenaustauscher

Die Tonminerale und die organische Substanz des Bodens tragen negative Ladungen, an die sich Kationen anlagern (Sorption).

Die sorbierten Kationen, die zum großen Teil pflanzliche Nährstoffe bilden (z.B. Mg2+, Ca2+, K+), können gegen andere ausgetauscht werden (z.B.: gegen Wasserstoff-Ionen aus Pflanzenwurzeln oder gegen Kalium-Ionen aus Dünger), so daß sie in pflanzenverfügbarer Form in der Bodenlösung vorliegen. Diesen Vorgang nennt man Kationenaustausch. Das Ausmaß des Austausches (Austauschkapazität) wird von der Anzahl der Ladungen der Bodenbestandteile und ihrer räumlichen Anordnung bestimmt.
Umweltbelastungen wie z.B. die Ansäuerung des Bodens (saurer Regen) können die Austauschverhältnisse erheblich beeinträchtigen, da eine deutliche Senkung des pH-Werts der Bodenlösung die Zerstörung der Tonminerale, die Ausschwemmung von Nährstoffen und die Freisetzung pflanzengiftigen Aluminiums zur Folge hat.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenatmung

Als B. bezeichnet man die Kohlendioxidabgabe und Sauerstoffaufnahme durch die Atmung der Bodenorganismen und Pflanzenwurzeln in die bzw. aus der Bodenluft.

Vor allem die Bodentemperatur, aber auch wechselnde Wasser-, Luft- und Nährstoffangebote, verändern die Aktivität der Bodenorganismen und verursachen damit Schwankungen in der B.. Das Ausmaß der B. ist bei feinkörnigen Böden höher als bei grobkörnigen, bei feuchten höher als bei trockenen und in Jahreszeiten mit lebhafter biologischer Aktivität höher als in Jahreszeiten mit trägem Bodenleben.
Die Kohlendioxidabgabe als Indikator der B. ist ein Maß für die biologische Aktivität eines Bodens. Von Wald- und Kulturland werden im Durchschnitt etwa 4.000 m3 (8.000 kg) Kohlendioxid je Hektar und Jahr an die Atmosphäre abgegeben, von denen etwa 2/3 aus der Atmung der Bodenorganismen und 1/3 aus der Wurzelatmung stammen.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenabsenkung

Siehe: Erosion, Bergbau, Steinkohle.

Autor: KATALYSE Institut

Boden

Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste.

Er ist nach unten durch festes oder lockeres Gestein und nach oben durch eine Vegetationsdecke bzw. die Atmosphäre begrenzt. Böden bestehen aus Mineralien unterschiedlicher Art und Größe, sowie mehr oder minder zersetzten organischen Stoffen, dem so genannten Humus. Minerale und Humus bilden ein Bodengefüge.

Ein Boden ist ein Naturkörper, bei dem ein Ausgangsgestein unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen und einer bestimmtem Vegetation durch bodenbildende Prozesse (Verwitterung, Mineralbildung, Zersetzung, Humifizierung, Gefügebildung und Verlagerung) umgewandelt wurde bzw. immer noch wird.

Autor: KATALYSE Institut

Biosphäre II

B. ist der Versuch, eine lebensfähige, künstliche Biosphäre zu schaffen.

B. besteht aus einem gigantischen Glashaus, das 13.000 m2 in der Wüste von Arizona bedeckt. 3.800 verschiedene Tier- und Pflanzenarten leben in fünf künstlichen, von der Außenwelt luftdicht abgeschlossenen, Klimazonen: Tropischer Regenwald, Ozean mit Korallenriff, Savanne, Wüste und landwirtschaftliche Anbauflächen. Mit Hilfe modernster Technik werden der Natur nachempfundene Kreisläufe zwischen Luft, Wasser und Boden zu einem selbstregulierenden System.
1991 ließen sich acht Wissenschaftler für zwei Jahre in die B. einschließen. Sie wollen untersuchen, wie eine derartige künstliche Welt bzgl. Stabilität, Luftqualität und Artenentwicklung funktioniert und ob mit Hilfe optimaler Rohstoffnutzung und vollständigem Recycling eine Selbstversorgung und damit Überleben möglich ist.
B. dient damit als Modell für spätere Weltraumsiedlungen.
Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob B. ein wissenschaftliches Experiment oder ein Öko-Disneyland darstellt. Kosten: 100 Mio US-Dollar.
Umweltprobenbank

Lit.: Bild der Wissenschaft, 12/90

Autor: KATALYSE Institut

Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Dieses Gesetz trat an die Stelle des früheren Stromeinspeisegesetzes und gilt unter Experten als das weltweit mit Abstand fortschrittlichste staatliche Programm zur Markteinführung erneuerbarer Energien.

Seit April 2000 fördert die Bundesregierung den Ausbau und die Entwicklung der erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG). Durch das
EEG sollte eine CO2-neutrale Energieerzeugung gewährleistet und die Abhängigkeit von Rohstoff-Importen verringert werden.

Die Ziele des EEGs sind u.a. einen marktwirtschaftlichen Ausgleich zu schaffen und durch eine Planungs- und Investitionssicherheit Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu liefern, da die erneuerbaren Energien ohne Förderung gegenüber konventioneller Energieerzeugung noch nicht wirtschaftlich sind.

Dies liegt an mehreren Gründen:

  • Fossile Energien werden bis heute subventioniert. Die geschätzten Energiesubventionen laut IEA von fossilen Energieträgern beliefen sich weltweit 2010 auf 409 Mrd. Us-D für fossile und 66 Mrd-UsD für erneuerbare Energien. (vgl. Belschner &  Westphal 2012; IEA 2011)
  • Die Kosten durch Umweltverschmutzung, hervorgerufen durch konventionelle Energien, werden nicht berücksichtigt.
  • Entwicklungsbedarf bei Wirkungsgrad und Speicherung der erneuerbaren Energien

Die wichtigsten Bausteine des EEGs:

  • Feste Vergütung (über einen Zeitraum von 20 Jahren) für eingespeisten Strom aus erneuerbaren Energien an private und gewerbliche Stromerzeuger. Dieser Vergütungssatz ist abhängig von Technologie, Standort und Jahr. Jährlich sinkt die Vergütung um einen bestimmten Prozentsatz, so dass sich eine frühe Inbetriebnahme von erneuerbaren Energien auszahlt (Vergütungsregelung).
    Die einzelnen Vergütungssätze (
    EEG-Novelle 2012) kann man hier nachlesen.
  • Die Erneuerbaren-Energien-Anlagen werden sofort ans Stromnetz angeschlossen und die Abnahme des Stroms ist garantiert (Abnahmeregelung).

Dies wird vor allem durch die
EEG-Umlage finanziert. Die Berechnung der
EEG-Umlage ist (seit 2010) wie folgt geregelt: „Die erwartete Differenz zwischen den Verkaufserlösen an der Strombörse und den Kosten für die Vergütungszahlungen an die
EEG-Anlagenbetreiber sowie der Vermarktung des EEG-Stroms werden über die EEG-Umlage anteilig auf den gesamten EEG-pflichtigen Stromnetzverbrauch umgelegt. Mögliche Über- beziehungsweise Unterdeckungen des EEG-Kontos aufgrund einer von der Prognose abweichenden Marktentwicklung sind dann im jeweiligen Folgejahr auszugleichen.“ (BMU 2012, S. 42).

Gesetzesnovellen in den letzten Jahren sollten die Förderung den wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen. So hat der Gesetzgeber zum 1.1.2004 ein Photovoltaik - Vorschaltgesetz zum
EEG verabschiedet. Es regelt die Vergütung für Solarstrom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen. Seit 2009 wird die Vergütung an den Solaranlagenausbaus abhängig gemacht. Dabei gilt, dass die Vergütung sinkt, je mehr Anlagen ans Stromnetz gehen.
Durch die Energiewende angeregt ist seit Anfang 2012 die „Novelle des erneuerbaren-Energien-Gesetzes“ in Kraft getreten, die u.a. eine „Flexibilitätsprämie und eine optionale Marktprämie beinhaltet, die einen bedarfs- und marktorientierten Betrieb der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien anreizen soll“ (BMU 2012, S. 9). Doch die Novelle wird als „Ergebnis heftiger Lobby-Kämpfe“ (Werner Eckert 2012) kritisiert. Zum Beispiel wird die höhere Vergütung der Offshore-Anlagen (Windenergie im Meer) negativ bewertet, da diese größtenteils nur von großen Energiekonzernen finanziert und gebaut werden können und die hohe Vergütung die
EEG-Umlage vermutlich weiter steigen lassen wird. Dagegen sind z.B. die Vergütungen der Onshore-Anlagen (Windenergie an Land) geringer.
Auch in Zukunft wird das
EEG Erneuerungen und Veränderungen erfahren.

Kritik:

Häufig werden das EEG und der Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Strompreissteigerungen verantwortlich gemacht. Doch gerade die erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren für eher sinkende Großhandelspreise an der Leipziger Strom-Börse verantwortlich (aber auch das Überangebot an kohlebasierter Grundlast und der niedrige CO2-Preis sind dafür mitverantwortlich). Diese sinkenden Preise führen aber dazu, dass die EEG-Umlage steigt (Differenz zwischen dem an der Börse erzieltem Erlös und der garantierten Einspeisevergütung wird größer). Von den niedrigen Börsenstrompreisen profitieren in erster Linie die Stromeinkäufer und Großabnehmer, die den Strom direkt an der Börse kaufen. Da aber gerade energieintensive Unternehmen von den Netzentgelten und der EEG-Umlage befreit sind, muss der private Stromverbraucher überproportional die Last der wegen der geringeren Börsenpreise steigenden EEG-Umlage tragen (die EEG-Umlage beträgt für das Jahr 2013 5,277 ct/kWh. 2004 betrug die Umlage nur 0,35 ct/kWh, 2010 2,047 ct/kWh und 2012 3,592 ct/kWh).

Energieintensive Unternehmen profitieren somit doppelt, da sie preiswerten Strom einkaufen können und gleichzeitig von der
EEG-Umlage und Netzentgelten befreit werden, während die BürgerInnen einerseits eine höhere
EEG-Umlage bezahlen und die eigentlich niedrigeren Stromeinkaufspreise nicht ausreichend an sie weitergereicht werden, oder anders formuliert: der Kleinverbraucher subventioniert die Strom-Großverbraucher.

Die Strompreissteigerung der letzten Jahre muss aber auch den gestiegenen Brennstoffpreisen der fossilen Energieträger (z.B. bei Öl und Gas) und politischen Beschlüssen angelastet werden. So hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Umlage indirekt durch folgende Beschlüsse erhöht: Zu einem werden nun Unternehmen schon ab einem Verbrauch von 1 Gigawattstunde/Jahr (anstatt 10 Gigawattstunden) als energieintensive Unternehmen von der Umlage befreit und zum anderen hätten schon in den letzten Jahren die Umlagen erhöht werden müssen. Die
EEG-Umlage war für die Jahre 2010 - 2012 zu niedrig kalkuliert. Doch die Kanzlerin hatte im Wahlkampf 2009 eine stabile Umlage versprochen. Diese Unterdeckung muss nun durch eine besonders starke Erhöhung der Umlage ausgeglichen werden. Da die Preisgarantien jährlich sinken (siehe Vergütungsregelung) sagen Prognosen allerdings voraus, dass die Umlage nur bis etwa 2020 weiter ansteigt.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass (unflexible) Grundlastwerke (z.B. Atomkraftwerke) das schwankende Stromangebot der Erneuerbaren Energien nicht ausgleichen können, so dass die Erneuerbaren-Energien-Anlagen (z.B. Windkraft) gerade dann teilweise vom Netz genommen werden müssen, wenn besonders viel erneuerbare Energie erzeugt werden könnte (ein Überangebot an eingespeister Energie würde zu einem instabilen Stromnetz führen). Im
EEG ist allerdings eine Entschädigungszahlungen an die Betreiber dieser Anlagen für die so entstehenden Verluste geregelt und diese Kosten fließen auch in die
EEG-Umlage mit ein. Dies bedeutet, dass der Verbraucher teilweise durch die
EEG-Umlage Atomstrom finanziert. Auch über die Steuern bezahlen die BürgerInnen die Atomsubventionen der Bundesregierung (in Höhe von 127 Mrd. Euro oder 2,6 ct/kWh) (vgl. Wurzbacher 2013).

Ein weiterer Kritikpunkt am
EEG ist, dass trotz der Förderung der Solarenergie deutsche Solaranlagen-Hersteller nicht profitieren konnten. Das
EEG unterstützt nur die Betreiber der erneuerbaren-Energien-Anlagen, die wiederum die Hardware vor allem von billigeren chinesischen Solar-Herstellern beziehen.

Bei der
EEG Förderung steht unter anderem die Förderung von Bioenergie und Biogasanlagen in der Kritik. Durch diese Förderung ist es für Landwirte profitabler geworden z.B.
Mais für die energetische Biomassennutzung auf ihren Anbauflächen anzubauen, anstatt Nahrungsmittel oder Tierfutter zu produzieren.  Daher muss
Mais für Tierfutter inzwischen importiert werden, z.B. aus den Tropen, wo der Regenwald für diesen Anbau abgeholzt wird, oder aus Ländern mit geringeren Umweltstandards als in Deutschland. So sorgte Anfang 2013 der Import von mit Schimmelpilzen belasteten
Mais aus Serbien, der hier zu Tierfutter weiterverarbeitet wurde, für Aufsehen, während die Bauern vor Ort
Mais zur Energiegewinnung anbauten. Die hohen Pachtpreise, die durch den wachsenden Wettbewerb um Ackerflächen entstehen, sorgen für einen teuren, sich für die Bauern nicht mehr lohnenden Getreide-Anbau. Des Weiteren gefährden die vielen
Mais-Monokulturen die Biodiversität und sind auch für steigende Lebensmittelpreise mitverantwortlich. Umweltschutzorganisationen fordern daher eine Änderung in der Biogasförderung, so soll z.B. die Biogaserzeugung vor allem aus Reststoffen (Gülle, Schnittgut) gewonnen werden und ein Biomassen-Anbau für die energetische Nutzung soll auf Mischkulturen beruhen. In der
EEG Novelle 2012 wurde teilweise schon auf diese Forderungen eingegangen. Es gibt nun zwei Rohstoffvergütungsklassen (nachwachsenden Rohstoffe sowie ökologisch vorteilhafte Einsatzstoffe (z.B. Gülle oder Landschaftspflegematerial)). Weiterhin wurden bei der Grundvergütung eine Wärmenutzungverpflichtung eingeschlossen und die Begrenzung des Einsatzes von
Mais und Getreidekorn geregelt. Inwieweit diese Regelungen die Probleme der Bioenergie lösen, bleibt abzuwarten.

Das
EEG ist in vielen Punkten inkonsequent und ineffektiv. So müssen z.B. Sonderregelungen für die Wirtschaft, durch die nicht der Wirtschaftsstandort Deutschland erhalten wird, sondern die Unternehmen auf Kosten der privaten Stromkunden profitieren, abgeschafft werden. Trotzdem ist das
EEG ist für die benötigte Energiewende unerlässlich. Deshalb muss das
EEG verbessert und gestärkt werden.

Trotz der Kritikpunkt weist das
EEG auch einige wichtige Erfolge auf:

  • Steigender Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch (setzt sich aus den Energieprodukten, die in Industrie, Verkehr, Haushalten, im Dienstleistungssektor, in der Landwirtschaft sowie in der Energiewirtschaft benötigt werden, zusammen). Im Jahr 2011 betrug der Anteil 11,3%.
  • Durch
    EEG geförderte Erneuerbare-Energien-Anlagen eingesparte CO2 Emissionen betrugen im Jahr 2008 53 Millionen Tonnen (Vgl. BMU 2009)
  • Technologieentwicklung in Deutschland (z.B. höherer Wirkungsgrad der Erneuerbaren-Energein-Anlagen und deutsche Windenergiehersteller mit weltweit leistungsstärksten Windenergieanlagen)
  • Förderung eines wichtigen Wirtschaftsfaktors in Deutschland (über 382.000 Arbeitsplätze in der Branche der erneuerbaren Energien) (vgl. BMU 2012)
  • Vermeidung von Umweltschäden
  • Vermeidung von Energieimporten

siehe auch: Bioenergie, Regenerative Energiequellen, dezentrale Energieversorgung, Photovoltaik, Windenergie, Strom, Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermische Energie

Lit.

  • Aachener Stiftung Kathy Beys (2012): Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). [Stand: 23.10.2012].
  • Belschner, Tobias und Westphal, Kirsten (2012): Weltweite Energiesubventionen auf dem Prüfstand. - In: ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE TAGESFRAGEN, 62. Jg. , Heft 3, S. 51-58. [Stand: 23.10.2012]
  • BMU (2009): BMU-Stellungnahme zur erneuten RWI-Kritik am EEG: Altbekannt und längst widerlegt. [Stand: 31.01.2012]
  • BMU (2012): Erneuerbare Energien in Zahlen – Nationale und Internationale Entwicklung. S.42-43. [Stand: 31.01.2013]
  • Bundesverband WindEnergie e.V. (2012): Vergütung der Windenergie an Land. [Stand: 31.01.2013]
  • IEA (2011): IEA analysis of fossil-fuel subsidies. [Stand: 23.10.2012]
  • IWR (2013): Strompreise für Verbraucher steigen - Börsen-Strompreise sinken auf Rekordtiefs. [Stand: 18.03.2013].
  • Eckert, Werner (2012): Argumente werden oft ausgeblendet. [Stand: 23.10.2012]
  • Übertragungsnetzbetreiber (2012): EEG-Umlage 2013. [Stand:30.10.2012]
  • Wurzbacher, Karin (2012): EEG-Umlage: Preistreiber oder Zukunftsinvestition?. [Stand: 18.03.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Erdfarben

Mineralische Pigmente, die durch Brennen und Mahlen von eisenoxidhaltigen Erden gewonnen werden.

E. sind ungiftig und werden von Naturfarbenherstellern insb. in Dispersionsfarben eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Biosphäre

Die B. ist der von Lebewesen bewohnte Raum, die Gesamtheit der belebten Umwelt.

Sie umfaßt als Schicht von ca. 20 km nur einen dünnen Gürtel der Erde. Als globales Ökosystem unterliegt sie ständigem Wandel. Alle Bereiche und Glieder der B. sind durch ein komplexes, auf Wechselwirkungen gründendes System von abiotischen und biotischen Stoffkreisläufen untereinander verkettet: Wasserkreislauf, Gaskreisläufe (z.B. Kohlenstoff, Sauerstoff), Feststoffkreisläufe (z.B. Phosphor) (= abiotisch - unbelebt), Beziehungen zwischen Organismen verschiedener Art und Ordnung, (= biotisch - belebt, Biozönose, Nahrungskette). Der Mensch greift durch eine Vielzahl von Tätigkeiten in die B. ein:
- Nutzung von Landschaft für Im B. fördert man aus der Erde Metallerze, Salze, Gesteine und fossile Brennstoffe. Bergbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft,
- Erschließung von Landschaft durch Besiedlung, Industrieansiedlung und Verkehr (Flächennutzung),
- Verschmutzung und Zerstörung von Boden, Wasser und Luft (Deponie).
Jeder Eingriff des Menschen in die B. bringt eine Fülle von gewollten und ungewollten Auswirkungen von lokalem bis hin zu weltweitem Ausmaß mit sich: z.B. Klimaveränderungen, Waldsterben, Eutrophierung von Gewässern. Das Schema zeigt die Einteilung der B. in die Bereiche (untere) Atmosphäre, Hydrosphäre (Gewässer), Pedosphäre (Boden) und (oberste) Lithosphäre (Gesteinsschicht).
Verlandung, Biotische Umweltfaktoren

Lit.: F. Klötzli: Ökosysteme, Stuttgart 1988

Autor: KATALYSE Institut

Bakterien

Große Gruppe einzelliger, haploider (einfacher Chromosomensatz, Chromosomen) Organismen, oftmals mit Plasmiden, aber ohne echten Zellkern.

Nach ihrer äußeren Gestalt werden Bakterien in Kokken (Kugeln), Stäbchen und gekrümmte Stäbchen eingeteilt. Die Größe von Bakterien liegt in einem Bereich von 0,2-5 Mikrometer. Sie vermehren sich durch Zellteilung und haben unter optimalen Bedingungen eine Generationszeit von etwa 20 min (E.coli). Bakterien existieren fast überall, sowohl in arktischen Gebieten wie auch heißen Schwefelquellen und in hohen Luftschichten. Unter ungünstigen Lebensbedingungen können einige Arten Dauerformen ausbilden, die sogenannten Sporen.

Bakterien sind für die Stoffkreisläufe in der Natur und den Stoffwechsel vieler Organismen unentbehrlich wie z.B. Luftstickstoff-bindende Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchte oder die Darmbakterien des Menschen (E.coli). Einige Bakterien-Arten verursachen schwere Infektionen wie z.B. Tuberkulose, Typhus, Syphilis oder Lebensmittelvergiftungen.

Die Mehrzahl lebt heterotroph (nicht selbständig) und ernähren sich:
Saprophyten spalten die organischen Stoffe von toten Tieren und abgestorbenen Pflanzen. Im Fäulnisprozess zersetzen sich die Eiweißstoffen unter Luftabschluss oder im Verwesungsprozess unter Sauerstoffverbrauch oder im Gärungsprozess unter Energiegewinnung durch Spaltung energiereicher Stoffe.
Parasiten sind Krankheitserreger und zerstören Gewebe und vergiften den Organismus des Wirtes mit ihren Stoffwechselprodukten.
Symbionten leben z.B. im Darm von Pflanzenfressern und zerlegen dort die Zellulose.

Die selbstständigen (autotroph) Bakterien ernähren sich:
Mit Hilfe der Photosynthese können sie Chlorophyll assimilieren. Diese Photosynthese funktioniert nur unter anaeroben Bedingungen.
Bei der Chemosynthese oxidieren bestimmte Bakterien anorganische Verbindungen und gewinnen so Energie.

Die Bekämpfung schwerer bakterieller Infektionskrankheiten wurde mit der Entdeckung der
Antibiotika möglich; eine zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika ist zu beobachten.

Der hohe Stoffumsatz und die große Vielfalt der Stoffwechselreaktionen machen die Bakterien in vielen Bereichen nutzbar, so z.B.

  • zur Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Käse, Sauerkraut, Joghurt etc.),
  • zur Klärung von Abwässern in der biologische Stufe von Kläranlagen (Abwasserreinigung) oder
  • zur biotechnischen Produktion von Arzneimitteln und Lebensmittelzusatzstoffen (z.B. der Geschmacksverstärker Glutamat oder Vitamine).

Die vergleichsweise einfachen genetischen Strukturen, die Möglichkeit zur Übertragung genetischen Materials mit Hilfe von Plasmiden und die kurze Generationszeit haben Bakterien zu bevorzugten Objekten der Gentechnologie werden lassen.

Allgemein bekämpft man Bakterien, indem man sie abtötet oder in ihrer Entwicklung hemmt. Abtöten, keimfrei machen oder sterilisieren kann durch Ausglühen, Auskochen, mit Desinfektions- und Konservierungsmittel erfolgen. Pasteurisiert wird durch mehrmaliges Erhitzen auf 60°C und Abkühlen auf 10°C. Ungünstige Lebensbedingungen für Bakterien schafft man durch niedere Temperaturen (Kühlschrank), Räuchern, Einsalzen und Einlegen in Essig oder einer Zuckerlösung.

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut