Chemische Schädlingsbekämpfung

Einsatz von Pestiziden in flüssiger Form im Spritz-, Sprüh-, oder Nebelverfahren oder als Stäubemittel oder Granulate zur Beseitigung von sogenannten Schädlingen.

Nach der Wirkungsart sind Nervengifte, Kontaktgifte, Atemgifte, Fraßgifte und systemisch wirkende Mittel zu unterscheiden. Die C. hat wegen ihrer schnellen Anwendbarkeit und starken Wirkung eine große Verbreitung gefunden. Die C. hat erhebliche Erfolge in der Seuchenbekämpfung, dem Vorrats- und Materialschutz und zu einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität geführt.
Der Preis dieser Errungenschaften sind: Anreicherung von Pestiziden in der Nahrungskette und der Umwelt, Vergiftungen, Krebsschäden, Schädigung und Tod von "Nützlingen", Artenschwund, Artenverschiebung und Resistenzbildung. C. stellt einen massiven Eingriff in jedes Ökosystem dar und versucht eine Art künstlichen Regelkreis zu schaffen.
Die Zahl der Anwendungen in der Landwirtschaft ist in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gestiegen. Obstbäume werden bis zu 30mal, Weizen bis zu 10mal pro Vegetationszeit behandelt. Bei der üblichen C. in Form eines Sprühnebels gelangen nur etwa 40% des Wirkstoffs auf Boden und Pflanze. Bei Wind kommt es zur Abdrift auf andere Kulturen, Straßen, Tiere und Menschen. Anwender der C. sind oft nur unzureichend für diese Tätigkeit ausgebildet und informiert.

siehe auch: Pflanzenschutzmittel, Resistenz, Schädlingsbekämpfung

Autor: KATALYSE Institut

Brennessel

Die Brennessel ist eine zweihäusige Pflanze mit 60 bis 150 cm hohem starkem vierkantigem Stängel. Die männlichen und weiblichen Blüten sitzen meist auf verschiedenen Pflanzen und besitzen kreuzgegenständige, lanzett- bis herzförmige Blätter.

 

  • Systematik: Familie: Urticaceae (Brennesselgewächse), Art: Urtica dioica
  • Herkunft: Südeuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigte Breiten Eurasiens und Nordamerikas; inzwischen weltweit verbreitet
  • Anbausystem: ein- und/oder mehrjähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur von Jungpflanzen; Pflanzung im Mai, 13.600 bis 17.000 Stecklinge pro Hektar
  • Düngung: Stickstoff: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar, Kalium: 100 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusarium, Rhizoctonia; Schädlinge: Schmetterlingsraupen
  • Ernte: Das Kraut steht von August bis Oktober in Vollblüte. Maschinelle Fasergewinnung zum Blühende; Ernteprodukte: Kraut, Wurzeln und Blätter für Pharmazie und Kosmetikindustrie und Verwendung als Futter und Gemüse
  • Ertrag: Ab dem zweiten Jahr etwa 8 bis 10 Tonnen Stengelstroh ergibt etwa
    1.200 kg Reinfasern/Hektar und bis zu 2.400 kg technische Fasern/Hektar; Blätter: 20 bis 40 Tonnen/Hektar; 2,5 bis 4,0 Tonnen/Hektar Droge
  • Wirkspektrum: entwässernd, blutzuckersenkend

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Borkenkäfer

Insektenfamilie kleinster Käfer, deren Larven in der Rinde oder im Holz von Bäumen leben.

Man unterscheidet rindenbrütende B., die Bäume absterben lassen können, und holzbrütende B., die gestürzte oder gefällte Bäume so schädigen, dass das Holz nicht weiterverarbeitet werden kann. Die einzelnen Arten werden an den sog. Fraßbildern, dem Verlauf ihrer Fraßgänge, unterschieden und zum Teil entsprechend benannt. Günstige Bedingungen für Massenvermehrungen sind Monokulturen, Trockenheit, durch Luftverschmutzung geschwächte Bäume sowie große Mengen Totholz, z.B. nach Schneebrüchen.
Schädlingsbekämpfung, Biozide, Pheromone, Waldschädlinge

Autor: KATALYSE Institut

Biomasse

Als B. wird die auf der Erde vorhandene organische Substanz in lebenden, toten oder zersetzten Organismen bzw. deren Exkrementen bezeichnet. Biochemische Grundlage jeglicher B. ist der Kohlenstoff. Alle B. ist durch die von grünen Pflanzen gespeicherte Sonnenenergie entstanden.

Im Prozess der Photosynthese wird Sonnenenergie in biochemische Bindungsenergie überführt; man kann das Pflanzenreich auch als riesigen Sonnenkollektor betrachten.

Tiere nehmen mit der Nahrung diese Energie auf und bilden die tierische B.. B. wird als Nahrung, Holz, Papier und für Textilfasern benutzt (nachwachsende Rohstoffe).

Weltweit wachsen jährlich rund 80 Mrd t B. nach, etwa zur Hälfte in Form von Holz. B.-Energie ist Energie die aus verschiedenen Arten von B. mit unterschiedlichen Verfahren gewonnen wird. Zu nennen sind:
1. Verbrennung,
2. Vergasung: B., insb. Holz, wird unter Luft- und Dampfzutritt aufgeheizt. Es entsteht v.a. das brennbare Gas Methan sowie Kohlendioxid. Bei der Abtrennung unerwünschter Gase fallen giftige Abwässer an, die ebenso wie die Asche entsorgt werden müssen.
3. Pyrolyse: Zersetzung bei 500-1.000 GradC unter Luftabschluß. Dabei wird B. zu festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen mit höherem Heizwert, z.B. Holzkohle. Auch hier müssen giftige Abwässer und Schlacke entsorgt werden.
4. Alkoholische Gärung: Insb. zuckerhaltige B. wird durch Hefe in Ethanol und Methanol umgewandelt. Beide können als Agrartreibstoff verwendet werden. Die in Brasilien großtechnisch betriebene Zuckerrohr/Ethanol-Produktion ist durch die entstehenden Abwässer zu einem großen Umweltproblem geworden (Alkoholkraftstoff, Autoantrieb, alternativer).
5. Methangärung: Durch mikrobielle Zersetzung unter Luftabschluß wird B. zu Biogas bzw. bei Zersetzung von Klärschlamm zu Klärgas bzw. Deponiegas. Bio-, Klär- und Deponiegas haben eine ähnliche Zusammensetzung wie Erdgas.

Aus B. sind die fossilen Energieträger Kohle, Erdgas und Öl entstanden. Da die fossilen Energiereserven schrumpfen, wird in Zukunft B. als regenerative Energiequelle genutzt werden (nachwachsende Rohstoffe).

Autor: KATALYSE Institut

Biologische Schädlingsbekämpfung

Unter biologischer Schädlingsbekämpfung versteht man die Verwendung von Organismen und Viren, um Schädlinge (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Viren) in ihrer Anzahl zu begrenzen und um den durch sie angerichteten Schaden unter eine wirtschaftlich bedenkliche Schwelle abzusenken.

Ziel aller Maßnahmen ist nicht die Vernichtung der Schädlinge, sondern die Einschränkung ihrer Vermehrung durch natürlich vorkommende oder eingeführte Gegenspieler (Antagonisten), sogenannte Nützlinge. Die bei der chemischen Bekämpfung auftretenden Probleme der Resistenzbildung gegen ein Pestizid und die darauffolgende starke Vermehrung der resistenten Organismen, das Problem der unspezifischen Wirkung gegen Nützlinge und Schädlinge gleichzeitig und das Problem der Schädigung der Umwelt durch oft schwer abbaubare Stoffe sollen bei der biologischen Schädlingsbekämpfung vermieden werden.
Bei den "klassischen" biologischen Verfahren kommen Räuber, Parasiten und Krankheitserreger zum Einsatz. Unter Räubern versteht man solche Tiere, die sich von einer bestimmten anderen Tierart ernähren; Beispiele sind viele Vögel, Laufkäfer, Marienkäfer, Raubwanzen, Raubmilben und Larven von Schwebfliegen. Zu den Schmarotzern oder Parasiten gehören solche Organismen, die sich auf Kosten eines sogenannten Wirtes entwickeln und zu diesem Zweck ganz oder zeitweise in oder auf ihm leben, ihn aber nicht sofort abtöten, sondern durch ihre Nutzung zunächst sehr schwächen; z.B. werden Schlupfwespen zur Bekämpfung der Weißen Fliege in Gewächshauskulturen eingesetzt.
Als Krankheitserreger oder Pathogene bezeichnet man parasitische Mikroorganismen (Pilze, Bakterien) und Viren, welche in ihren Wirten Infektionen hervorrufen können, die zu einer Schwächung oder zu einem mehr oder weniger schnellen Tod des Wirtes führen. Ein Beispiel hierfür ist das Bakterium Bacillus thuringiensis, das mittlerweile weltweit in verschiedenen Präparaten vor allem zur Bekämpfung schädlicher Schmetterlingsraupen, wie z.B. des Maiszünslers oder Kohlweißlings, eingesetzt wird.
Weitere Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung sind Autozid-Verfahren (Selbstvernichtungsverfahren: Ausbringung von sterilisierten Männchen in eine Schädlingspopulation, woraufhin die nachfolgende Generation deutlich vermindert oder sogar ausgerottet wird), Resistenzzüchtung, die gezielte Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen und -tieren gegenüber Schadorganismen durch spezielle Stärkungsmittel oder Präimmunisierung ("Schutzimpfung"), und die Förderung der Nützlinge durch bestimmte Anbaumethoden (Mischkulturen, Fruchtfolge), reduzierte Bodenbearbeitung und Düngung oder Kulturmaßnahmen.
Dazu gehört das Anpflanzen von Hecken zur Förderung der Vögel sowie das Stehenlassen von Brachlandinseln als Rückzugsmöglichkeit für Nützlinge. Außerdem können mit Hilfe von Lockstoffen (Duftstoffe, Pheromone) Schädlinge in Fallen gelockt und vernichtet werden (Pheromonfallen bei Borkenkäfern).
Werden nicht die Organismen selbst, sondern nur bestimmte wirksame Stoffwechselprodukte eingesetzt, wie z.B. Antibiotika oder Toxine von Mikroorganismen, so spricht man von Biotechnischer Schädlingsbekämpfung. Im Integrierten Pflanzenbau werden Verfahren der biologischen Schädlingsbekämpfung mit biotechnischen und konventionellen Verfahren kombiniert.

Lit.: A.Krieg, J.M.Franz: Lehrbuch der Biologischen Schädlingsbekämpfung, Berlin und Hamburg 1989

 

siehe auch: Alternativer Landbau

Autor: KATALYSE Institut

Bioland

Bioland ist ein Zusammenschluss von 3.500 Biobauern insgesamt 116.000 Hektar Fläche bewirtschaften. Überdies gibt es 600 Verarbeiter, die Bioland-Rohstoffe weiterverarbeiten, wie zum Beispiel Bäcker oder Molkereien. Damit ist Bioland der Größte der neun ökologischen Anbauverbände in Deutschland.

Bioland gliedert sich in den Bundesverband mit Sitz in Mainz und acht Landesverbände, welche die Mitglieder in der jeweiligen Region betreuen. Mit Ausnahme einiger weniger Erzeuger in Südtirol sind die Betriebe nur in Deutschland angesiedelt. Auf der Homepage des Verbandes ist unter http://www.bioland.de/im-fokus.htm kann man sich über Themen wie Gentechnik, Pestizide und andere wissenswerte Texte informieren.

Die Zeitschrift bioland, Fachzeitschrift für den ökologischen Landbau; ist die auflagenstärkste Fachzeitschrift im ökologischen Landbau. Für Mitglieder des Verbandes ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Kontakt:
Bioland Bundesverband
Kaiserstr. 18
55116 Mainz
Tel: 06131 / 239 79-0
Fax: 06131 / 239 79-27
www.bioland.de

Autor: KATALYSE Institut

Hautirritation

(Hautreizung) Wird durch unterschiedlichste Auslöser, z.B. chemische Substanzen, UV-Strahlung, trockene Luft, Kosmetika, mechanische Einwirkungen hervorgerufen. 

Die Folgen einer H. können sein: Rötung, Austrocknung, Hautrisse, Entzündungen, Juckreiz, Schwellung.

Siehe auch: UV-Strahlung, Luft, Kosmetika

Autor: KATALYSE Institut

Hausstauballergie

Die allergischen Erscheinungen der H. können sich als Neurodermitis, Heuschnupfen oder als Asthma äußern, evtl. kann die H. auch Kopfschmerzen, Migräne etc. hervorrufen.

Wichtigste Hausstauballergene sind: Tier- und Menschenepithelien, Milben bzw. Milbenkot, Fasern und Schimmelpilze. Hausstaubmilben finden sich v.a. in Betten, Polstermöbeln und anderen Staubfängern. Wie bei allen Allergien ist die Vermeidung des Allergens die beste Therapie:
Dies läßt sich in gewissem Maße durch eine Wohnraumsanierung, besonders durch Schaffung einer "Ruheinsel" im Schlafzimmer erreichen: Bettfedern, Roßhaar- und Seegrasmatratzen sollten durch waschbare Materialien ersetzt werden, Haustiere, Felle und Staubfänger sollten aus der Wohnung entfernt werden. Feuchtwarmes Raumklima sollte vermieden werden.

Autor: KATALYSE Institut

Hausstaub

Partikelförmige Immissionen in Gebäuden, die sich auf Oberflächen absetzen.

Insb. durch die Vielzahl der verschiedenen Allergene, die im H. vertreten sein können, wird die Staubkonzentration in Innenräumen heute nicht mehr nur unter Reinheitskriterien betrachtet. Als die häufigsten Allergene im H. werdenSchimmelpilze und Hausstaubmilben angesehen. An der Oberfläche von Staubpartikeln lagern sich eine Vielzahl von Schadstoffen an; es handelt sich dabei in der Regel um schwerflüchtige Verbindungen wie z.B. Holzschutzmittelwirkstoffe,Pestizide oder Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Siehe auch: Allergie, Holzschutzmittelwirkstoffe, Hausstauballergie

Autor: KATALYSE Institut

Hasenpest

Bereits 10 bis 50 Bakterien der Art Francisella tularensis als Aerosol können einen Menschen infizieren. H. (Tularämie) ist aber nicht zwischen Menschen übertragbar.

Das Bakterium kann über Wochen in Boden und Wasser überleben.

Symptome: Treten zwei bis zehn Tage nach einer Infektion auf. Die Krankheit beginnt mit starkem Fieber, später kann sich eine Pharyngitis, Bronchiolitis, Pneumonie, Pleuritis oder Lymphadenitis entwickeln. Unbehandelt sterben 30 bis 60 Prozent der Betroffenen. 

Bei der ulzeroglandulären Form bilden sich nach Kontakt mit infizierten Tieren Papeln auf der Haut, die sich zu Geschwüren entwickeln. Hierbei ist die Letalität deutlich geringer.

Therapie: Es werden Streptomycin 30 mg/kg i.m. oder 3 bis 5 mg Gentamycin parenteral täglich über zehn bis 14 Tage empfohlen.

Prophylaxe: 14 Tage lang oral 100 mg Doxycyclin zweimal täglich oder 2 g Tetrazyclin täglich.

Impfung: Vakzine wurden entwickelt, sind aber nicht mehr verfügbar.

Autor: KATALYSE Institut

Hartmetall Lunge

Schwere, evtl. tödlich verlaufende Lungenfibrose durch Einatmen von metallischen Stäuben, Dämpfen und Rauchen, die bei der Sinterung sowie beim Gießen von Hartmetallen entstehen.

Wolfram, Chrom, Molybdän, Vannadium, Kobalt, Tantal, Titan, Niob, Hafnium sowie deren Oxide und Carbide können die Erkrankung auslösen. Besonders gefährdet sind die Hartmetallschleifer. Krankheitserscheinungen nach längerer Staubexposition sind Husten, Auswurf, Atemnot bis hin zu schweren Lungenfunktionsstörungen und Rechtsbelastung des Herzens (Corpulmonale).

Durch Einschränkung von Atmung und Kreislauf führt die Erkrankung zum Tod. Dieser Prozeß kann Jahre dauern. Kobalt als allergisierendes und zytotoxisches Metall hat besondere Bedeutung bei der Krankheitsentstehung. Früherscheinungen treten z.T. nach nur mehrmonatiger Exposition auf.

Technischer Arbeitsschutz: Einhaltung der TRK-Werte (Technische Richtkonzentration) für Kobalt von 0,5 mg/m3. H. ist eine anerkannte, entschädigungspflichtige Berufskrankheit. Im Zeitraum von 1978 bis 1982 wurden 180 Fälle gemeldet.

Lit.: H.Valentin et al.: Arbeitsmedizin, Stuttgart 1985

Siehe auch: Gießerei

Stand: 1993

Autor: KATALYSE Institut

Handy

Siehe Mobilfunk.

Autor: KATALYSE Institut

Grauer Star

Auch Katarakt. Trübung der normalerweise vollkommen klaren Linse des Auges. Das sonst schwarze Pupillengebiet erscheint grauweiß und trübe.

Man unterscheidet zwischen dem angeborenen Star und dem im Laufe des Lebens erworbenen Star, der insb. auf Strahlenschäden zurückzuführen ist (akute Strahlenschäden, UV-Strahlung, Mikrowelle, Mobiltelefon).
Die Erkrankungsrate einer Population an G. hängt v.a. von der akkumulierten Lebenszeitdosis an UV-Strahlung ab.

Infolge der zunehmenden UV-Strahlung, bedingt durch die Zerstörung der stratosphärischen Ozonschicht (Ozonabbau), werden weltweit jährlich mindestens 400.000 zusätzliche Fälle von G. erwartet, insb. in der Dritten Welt. Hier wird auch eine hohe Erblindungsrate befürchtet, da Behandlungsmöglichkeiten fehlen.

Autor: KATALYSE Institut

Gesundheit

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens.

Diese weitgefaßte Definition bleibt für den größten Teil der Weltbevölkerung eine utopische Zielvorstellung. Die sozialversicherungsrechtliche Darstellung geht von der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit aus.

Im engeren Sinne wird Gesundheit als das subjektive Empfinden des Fehlens körperlicher, geistiger, und seelischer Störungen/Veränderungen definiert.
Nach einem psychosomatischen Konzept liegt der Gesundheit - ähnlich der Krankheit - "ein gesundheitserzeugender" Prozess zugrunde, d.h. Gesundheit muss durch Wechselwirkung von psychischen, sozialen und physiologischen Faktoren aktiv aufrechterhalten werden.

Lit.: Uexküll, Psychosomatische Medizin, 1989

Autor: KATALYSE Institut

Gentherapie

Behandlung genetischer Defekte und die Behebung der dadurch bedingten Krankheit durch die molekulare Charakterisierung des Defekts und die Übertragung eines normal funktionierenden Gens.

Man unterscheidet die somatische Therapie, bei der in genetisch defekte Körperzellen gesunde Gene übertragen werden, von der Keimbahn-Therapie, bei der Ei- oder Samenzellen genetisch verändert und damit die Eigenschaften eines möglichen Nachkommens künstlich beeinflußt werden (z.B. zur Heilung von Erbkrankheiten).

Während die Keimbahn-Therapie beim Menschen bisher theoretisch diskutiert wird, findet die somatische Therapie in einigen Ländern z.B. den USA bereits ihre Anwendung (z.B. zur Krebstherapie). In Deutschland wurde sie, soweit bekannt ist, noch nicht durchgeführt.

Siehe auch: Gen

Autor: KATALYSE Institut

Gensonde

Bezeichnung für eine spezifische DNS- oder RNA-Sequenz, mit deren Hilfe man ein gesuchtes Gen in einer Genbank oder im Genom eines Organismusidentifizieren kann.

Die als G. benutzten Nukleinsäuren müssen zumindest teilweise in ihrer Basensequenz mit dem gesuchten Genidentisch sein. Als Sonden werden klonierte Gene, Genfragmente oder chemisch synthetisierte Nukleinsäureabschnitte verwendet.

Siehe auch: Gentechnologie

Autor: KATALYSE Institut

Genomanalyse

Die G. ist die Identifizierung aller funktionellen Bereiche (Gene) der Erbinformation des Menschen, die weltweit mit großem Aufwand betrieben wird.

Ziele sind die Aufstellung vollständiger genetischer Karten der menschlichen Erbanlagen (Genom) und die Analyse derDNS-Bereiche auf ihre Funktionen und verschiedenen Ausprägungen. 

Anwendungsgebiete: Erkennung vonErbkrankheiten im vorgeburtlichen Stadium; Erkennung genetisch bedingter Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Substanzen z.B. zur Erkennung von Krankheitsanfälligkeit bei Arbeitnehmern; genetischer Fingerabdruck. Kritiker befürchten den genetisch "gläsernen" Menschen, der entsprechend seiner genetischen Anlagen für bestimmte Krankheiten oder psychische Defekte "sortiert", nur in bestimmten Berufen eingesetzt, oder genetisch behandelt wird.

Zu 99 Prozent ist das Erbgut des Menschen entziffert. Die Endversion der Abfolge aller drei Mrd. DNA-Bausteine im menschlichen Erbgut ist das Resultat von 15 Jahren Arbeit.

Autor: KATALYSE Institut

Genom

Die Gesamtheit der Erbanlagen eines Individuums, die aus den Chromosomenbestehen, auf denen als funktionelle Einheiten die Gene lokalisiert sind.

Das G. befindet sich bei höheren Lebewesen im Kern jeder Zelle und bildet ihre Steuerzentrale. Es ist beim Menschen und vielen anderen Organismen doppelt angelegt (diploid) und besteht beim Menschen aus 2 x 22 homologen Chromosomen sowie zwei Geschlechtschromosomen, die beim Mann (X,Y) verschieden und bei der Frau (X,X) identisch sind. 

Das G. beinhaltet ca. 2 x 50.000 Gene, die allerdings nur 2% der DNS ausmachen. Die anderen 98 Prozent% dienen zur Steuerung der Genaktivität und anderer z.T. noch nicht bekannten Funktionen.

Die vollständige genetische Information des Menschen; das auf 50 000–100 000 Informationseinheiten (Gen) geschätzte Humangenom wird im Rahmen eines international organisierten Forschungsprogramms (»HUGO«, »human genome organization«) an vielen Forschungseinrichtungen aufgeklärt. Beispielsweise wird mittels DNS-Sequenzanalyse die Struktur der Desoxyribonucleinsäure allerChromosomen analysiert, u. die Genloci werden den entsprechenden Genprodukten zugeordnet, so dass im Ergebnis eine »Chromosomen-« bzw. »Genkarte« entsteht.

Autor: KATALYSE Institut

Genetische Strahlenschäden

Unter genetische Strahlenschäden versteht man alle Wirkungen ionisierenderStrahlung auf Keimzellen (Samen- und Eizellen), die zu Veränderungen des Erbgutes führen (Keimdrüsendosis).

Solche Mutationen können entstehen, wenn ionisierende Strahlung auf die DNSdes Zellkerns trifft (Strahlenschäden). Für genetische Strahlenschäden gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine Strahlendosis kann zu Mutationen führen. Die Wahrscheinlichkeit einer positiven Mutation ist bei hochentwickelten Organismen neben der Wahrscheinlichkeit negativer Folgen so gering, daß sie vernachlässigt werden kann.

Folgen sind: Totgeburten (nicht lebensfähige Mutationen), Erbkrankheiten (z.B. erblich bedingte Leukämie) und angeborene oder sich später zeigende Anomalien. Um die Gefahr der strahlenbedingten Mutationen abzuschätzen, vergleicht man sie mit der natürlichen Mutationsrate. Die Verdopplungsdosis gibt an, bei welcher Strahlendosis sich die Zahl der Mutationen gegenüber der natürlichen Mutationsrate verdoppelt. Die Ermittlung der Verdopplungsdosis ist mit vielen Unsicherheiten behaftet und wurde in den letzten Jahren stets nach unten korrigiert, sie liegt nach heutigem Wissen bei 100-1.000 mSv (Sievert) bei kontinuierlicher Bestrahlung.

In Kerala (Indien), wo aufgrund terrestrischer Strahlung Strahlenbelastungen von 15-30 mSv pro Jahr auftreten, findet man Mongolismus (Trisomie 21) und andere geistige Behinderungen aufgrund von Genschädigungen bis um das Vierfache erhöht. Die Verdopplungsdosis für Trisomie 21 beträgt nur etwa 20 mSv.

In der BRD wird die durchschnittliche genetisch signifikante 
Strahlenbelastung auf jährlich 1,6 mSv pro Person geschätzt, das sind innerhalb von 30 Jahren zeugungsfähiger Zeit 50 mSv. Dadurch werden in der ersten Generation auf 1 Mio lebendgeborene etwa 20 bis 1.200 schwerwiegende genetische Defekte erwartet.

Durch genetische Strahlenschäden kann das genetische Material der Menschheit unwiederbringlich verändert werden, wobei sich unter Umständen ein gehäuftes Auftreten von Defekten erst nach Generationen bemerkbar macht. Genetische Strahlenschäden stellen für den Fortbestand der Menschheit eine Zeitbombe von weitgehend unbekannter Sprengkraft dar.

Bedingt durch den damaligen Super-GAU von Tschernobyl traten insb. in der UdSSR und der Nordtürkei schwere genetische Strahlenschäden an Neugeborenen auf. Selbst in der relativ gering belasteten BRD kam es zu erhöhten Mißbildungsraten bei Kälbern (Bayern) und zu einer Zunahme von Trisomie 21 (nicht unumstritten).

Siehe auch: Strahlenschäden, somatische Strahlenschäden, Strahlenbelastung, Strahlenschutzverordnung

Autor: KATALYSE Institut

Gen

Funktionelle Einheit der Vererbung; abgegrenzter Bereich auf der DNS, der die Information zur Herstellung eines Proteins (z.B. eines Hormons) beinhaltet.

Die Aktivität eines G. ist regulierbar, das heißt, G. sind an- und abschaltbar bzw. in ihrer Aktivität zu verändern. Man unterscheidet Struktur-G. von Regulator-G.. Regulator-G. sind den Struktur-G. vor oder nachgeschaltet und für die Steuerung der G.-Aktivität von einzelnen oder mehreren Struktur-G. verantwortlich.

Die Gesamtheit der G. eines Lebewesens nennt man Genom. Man schätzt die Anzahl der G. beim Menschen auf ca. 50.000, von denen z.Z. bereits mehr als 1.000 bekannt sind. Von etwa 200 G. weiß man, auf welchem Chromosom sie liegen.

Siehe auch: Mutation, Proteins

Autor: KATALYSE Institut

Ganzkörperbestrahlung

Bei einer gleichmäßigen, äußeren Bestrahlung des ganzen Körpers durch ionisierende Strahlung spricht man von G..

Rechnerisch ist die Ganzkörperdosis (Strahlendosis) der Mittelwert der Äquivalentdosen von Kopf, Rumpf, Oberarmen und Oberschenkel bei einer solchen gleichmäßigen Bestrahlung.

Siehe auch: Strahlenbelastung, Strahlenschäden, Radioaktivität, Strahlung, Maßeinheiten

 

Autor: KATALYSE Institut

Ganzheitsmedizin

Medizin, die den gesamten Menschen - Körper, Geist und Seele - in seiner Umwelt zu erfassen sucht.

Im Vordergrund steht nicht das medikamentöse "Herumdoktern" an den Symptomen, sondern eine Selbstheilung des Organismus von innen heraus. Unterstützende Medikamente dazu kommen vor allem von Naturheilmitteln (Phytomedizin) und aus der Homöopathie.

Daneben wird auch das psychosoziale Umfeld des Patienten (seelische Verfassung, die Lebens- und Arbeitsbedingungen, die seelische Entwicklung in der Herkunftsfamilie, Lebenserfahrungen usw.) mit beachtet und evtl. nötige Hilfestellung durch Psychotherapie, autogenes Training etc. gegeben.

Die Behandlung kann sich weiterhin auf eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, auf Klimakuren, Akupunktur, Bäder, sportliche Betätigung usw. ausstrecken. Die G. kommt besonders bei psychosomatischen Erkrankungen, Allergien, aber auch bei Symptomen ohne schulmedizinisch feststellbare Ursachen zur Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Fitness

Unter Fitness wird in der Medizin der körperliche, geistige und emotionale Zustand eines Menschen im Verhältnis zu seinen Leistungen verstanden.

Im engeren Sinn steht Fitness für die durch Training erworbene, körperliche Leistungsfähigkeit. Die Fitness hängt unter anderem vom körperlichen Leistungspotenzial, der Intelligenz, der emotionalen Stabilität und dem Zustand des Immunsystems ab.

Autor: KATALYSE Institut

Farmer-Lunge

(Drescherlunge). Ursache der Erkrankung ist das Einatmen von mit Pilzsporen behaftetem, verschimmeltem Staub aus Heu, Stroh, Getreide und Gemüse.

Der Häufigkeitsgipfel liegt in der Zeit von Herbst bis Frühjahr, wenn Heu verfüttert wird. Die F. ist eine allergische Entzündung der Lungenbläschen. Bei dieser Allergie vom verzögerten Typ kommt es zu Husten, Auswurf, Kopf- und Thoraxschmerzen.

Der F. ähnliche Erkrankungen sind:
1. die Vogelhalterlunge. Sie tritt auf bei Personen, die in der Geflügelzucht arbeiten und dabei mit dem Staub Proteinbestandteile aus der Haut und von Exkrementen der Vögel einatmen.
2. die Befeuchterlunge. Sie entsteht durch das Einatmen von Pilzen in Druckereien und Papierfabriken mit hoher Luftfeuchtigkeit.
3. die Pilzarbeiterlunge (Pilzzucht).
4. die Käsearbeiterlunge (Käseherstellung).
Anerkannte entschädigungspflichtige Berufskrankheiten.

Lit.: Helmut Valentin et al.: Arbeitsmedizin, Bd.2, Stuttgart, New York 1985

Siehe auch: Bagassosis

Autor: KATALYSE Institut