Forstwirtschaft

F. ist die planmäßige Bewirtschaftung von Wäldern zur Holzgewinnung.

In Europa und Nordamerika ist von wenigen Gebieten abgesehen die moderne F. eingeführt, in der das "Prinzip der Nachhaltigkeit" einen sehr hohen Wert besitzt, welches aussagt, dass nur die Menge
Holz eingeschlagen werden darf, die auch nachwachsen kann. Trotzdem verändert auch die moderne F. i.d.R. den Wald nachhaltig durch Anpflanzen von Monokulturen (Waldschädlinge, Übersäuerung des Bodens, Sturmschäden), Verwendung schwerer Nutzfahrzeuge und Schadstoffeintrag z.B. durch Verwendung synthetischer Kettenöle.
Da heute mehr und mehr Waldbesitzer erkennen, dass sie in ihrem Wald die Gegebenheiten der Natur nicht völlig außer acht lassen können, ohne schwerwiegende ökonomische Rückschläge befürchten zu müssen, werden z.B. in Deutschland wieder mehr Mischwälder begründet (Urwald, Naturnahe Wälder, Plenterwald).
Während die meisten Länder Europas und Nordamerikas den größten Teil des eingeschlagenen Holzes zu den unterschiedlichsten Dingen weiterverarbeiten (Holzindustrie, Holzwerkstoffindustrie), ergibt sich außerhalb dieser Regionen ein völlig anderes Bild. In Ländern der Dritten Welt findet der überwiegende Teil des Holzeinschlags als Brennholz für Industrie und Bevölkerung Verwendung (s. Tab. bei Holz). I.d.R. spielt in diesen Ländern die F. nur eine untergeordnete Rolle. Vorherrschend ist der Raubbau am Wald, der zur fortschreitenden Zerstörung führt (Regenwald).

siehe auch: Waldpflege

Autor: KATALYSE Institut

Flurbereinigung

Zielsetzung der F. ist die "Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft" sowie seit 1976 die "Förderung der allgemeinen Landeskultur".

"Allgemeine Landeskultur" bedeutet, dass bei der F. den Belangen des Umweltschutzes, der Erholung, des Naturschutzes und der Landschaftspflege in besonderem Maße Rechnung getragen werden muss (37, 2 FlurbG).

siehe auch: Land, Forstwirtschaft

 

Autor: KATALYSE Institut

Flachs

siehe: Faserlein

Autor: KATALYSE Institut

Fischsterben

siehe: Sauerstoffzehrung, Eutrophierung, Fischerei, Meeresverschmutzung, Ölpest, Endosulfan

Autor: KATALYSE Institut

Faserlein

Faserlein ist eine apikal gering verzweigte, einstengelige Pflanze von 80 bis 120 cm Höhe mit kleinen schmal-lanzettlichen Blättern und meist blauen, gestielten Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Linaceae (Leingewächse), Art: Linum usitatissimum
  • Herkunft: Vorderasien
  • Klimaansprüche: gemäßigt-feucht; Wasserbedarf in der Hauptwachstumsphase 120 bis 150 mm; beste Qualitäten werden bei 700 bis 1000 mm Jahresniederschlag erzielt
  • Anbausystem: einjähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von sieben Jahren
  • Aussaat: Anfang März bis Anfang April; 300 bis 400 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne/Hektar Stroh: Stickstoff: 7 kg/Hektar, Phosphat: 5 kg/Hektar, Kalium: 38 kg/Hektar; Samen: Stickstoff: 15 kg/Hektar, Phosphat: 16 kg/Hektar, Kalium: 11 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusarium, Flachswelke, Mehltau; Schädlinge: Erdflöhe, Thripse; Somstige: Vögel
  • Ernte: im Herbst, wenn gelbe Verfärbung der Fruchtstand-Äste und Samenrascheln in den Kapseln auftritt; anschließende Feld- oder Standröste; maschinell
  • Ertrag: aus 7 Tonnen/Hektar Stroh wird eine Tonne Langfasern und 700 kg Kurzfasern gewonnen; Samen: 900 bis 1800 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Bastfasergehalt und -qualität, hochwertiges Öl
  • Besonderheiten: Hoher Unkrautdruck; Spätfrost-, Stickstoff- und Herbizidempfindlichkeit

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Eutrophierung

Eutrophierung bezeichnet die Gewässeranreicherung mit Pflanzennährstoffen (Überdüngung). Dieser Prozeß findet meist in langsam fließenden oder stehenden Gewässern statt und kann durch menschliche Eingriffe stark beschleunigt werden.

Durch den Menschen zusätzlich eingeführte Nährstoffe sind v.a. Stickstoffverbindungen (Nitrate und Ammonium-Stickstoff) und Phosphate. Sie stammen aus abgeschwemmten Düngemitteln und aus dem kommunalen Abwasser (Exkremente, Waschmittel) und gelangen gemeinsam mit natürlichen Nährstoffen (z.B. durch den Laubfall) in die Gewässer (Gewässerbelastung).
In Seen setzt durch das große Nährstoffangebot ein Massenwachstum von Algen ein (Phyto-Plankton). Die Algen trüben das Wasser, so dass nach einiger Zeit nur noch in der oberflächennahen Schicht genügend Licht für die Photosynthese vorhanden ist. Die Algen der tieferen Schichten sterben ab. Durch die anschließenden Zersetzungsprozesse werden große Mengen an Sauerstoff verbraucht (Sauerstoffzehrung).
In fortgeschrittenem Stadium führt dies zu Fäulnis und Bildung toxischer Stoffe wie z.B. Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Methan. Die Gesamtartenzahl sinkt sehr stark ab, es kann zu einem verstärktem Fischsterben kommen, der See „kippt um“ (Hypertrophie).
Um Eutrophierung zu verhindern oder bereits überdüngte Gewässer in einen niedrigeren Trophiezustand (Trophiesystem) zurückzuführen, muss die Nährstoffzufuhr verringert werden. Möglichkeiten Maßnahmen sind:

  • Verringerung des Phosphateintrags z.B. durch biologische Phosphatelimination oder Phosphatfällung (Fällung) in der dritten Reinigungsstufe (weitergehende Abwasserreinigung), Phosphatersatzstoffe in Waschmitteln, Ringkanalisation.
  • Verringerung des Stickstoffeintrags z.B. durch biologische Stickstoffelimination in der dritten Reinigungsstufe (Abwasserreinigung, Denitrifikation, Nitrifikation) und v.a. geringeren Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft (ökologischer Landbau).

    Während v.a. seit 1990 der Nährstoffeintrag aus dem Abwasser durch aufwendigere Klärtechnik erheblich reduziert werden konnte, befindet sich der Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft (diffuse Einträge) weiterhin auf hohem Niveau.
    Nach einer Verringerung der Nährstoffeinträge reagieren Seen nur sehr langsam auf die verbesserte Nährstoffsituation, da Nährstoffe im Boden gespeichert und später wieder freigesetzt werden können. Ursprünglich nährstoffarme Seen (oligotroph) lassen sich aufgrund des atmosphärischen Nährstoffeintrags meist nicht mehr in den Ausgangszustand zurückversetzen

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Europäisches Holz

E. wird zum größten Teil in Plantagen (Wirtschaftswald) "künstlich" angepflanzt und gezüchtet.

In der modernen Forstwirtschaft in Deutschland und den meisten europäischen Ländern herrscht das Gesetz der Nachhaltigkeit, d.h. es dürfen nur so viele Bäume eingeschlagen werden, wie an Baummasse nachwächst. Dadurch wird sichergestellt, daß die Waldfläche nicht verkleinert wird. Aufgrund unseres marktwirtschaftlichen Gesellschaftssystems werden hauptsächlich schnellwachsende Spezien wie Fichte, Tanne und Kiefer angepflanzt.
Andere hochwertige Hölzer wie z.B. Eiche werden wegen ihrer langen Wachstumszeit von 160 und mehr Jahren und der daraus resultierenden langen Kapitalbindung weniger häufig angepflanzt. Bei richtiger Holzartenauswahl können europäische Hölzer für alle bautechnischen Anwendungen mit langer Lebensdauer eingesetzt werden (s. Grafik).
Zur Verwendung kommt nicht nur das Massivholz, sondern es werden auch sog. Holzwerkstoffe (z.B. Spanplatten) hergestellt.

siehe auch: Waldsterben, Tropenholz, Wirtschaftswald

Autor: KATALYSE Institut

Eukalyptus

Der schnellwachsende Baum Eukalyptus hat ein großes natürliches Spektrum mit rund 500 Arten und erreicht eine Wuchshöhe bis 55 Meter.

  • Systematik: Familie: Myrtaceae, Arten: Eucalyptus globulus (in frostfreien Lagen bis 350 Meter NN); Eucalyptus nitens (frosttolerant, in Lagen über 300 Meter NN)
  • Herkunft: Australien
  • Klima: bevorzugt mediterranes Klima; große Anpassungsfähigkeit; Jahresdurchschnittstemperatur >12°C; Wasser ist oft der limitierende Ertragsfaktor, Niederschlagsminimum: 700 mm
  • Aussaat: Von Zuchtbäumen werden ein bis 2,5 kg Samen je Baum gewonnen, Aussaat in einem geschützten Saatbeet bzw. in sogenannten „Multipots", die Anzucht dauert 3 bis 6 Monate.
  • Anbausystem: Im Herbst oder im zeitigen Frühjahr ab einer Größe von 20 bis 30 cm, z.T. auf Dämmen von 20 cm Höhe mit 4 Meter Reihenabstand; Pflanzdichte 1.000 bis 1.500 Setzlinge je Hektar
  • Düngung: Bei der Auspflanzung werden 150 bis 300 Gramm NPK-Dünger je Setzling zugegeben; spätere Stickstoff- und Phosphordüngung wirkt nur ertragssteigernd, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht, Sättigungsrate bei 130 kg Stickstoff/Hektar/Jahr
  • Pflanzenschutz: In den ersten beiden Jahren ist mechanische Beikrautregulierung erforderlich; Befall mit dem Eukalyptus-Langhorn-Bohrer (Phoracantha semipunctata) kann zu erheblichen Zuwachseinbußen führen.
  • Ernte: Ernte erfolgt im 7. bis 15. Anbaujahr mit konventioneller Holzerntetechnik
  • Ertrag: Ertrag schwankt je nach Standort zwischen 20 und 200 Tonnen/Hektar oberirdischer Gesamtbiomasse.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

EU-Öko-Verordnung

Am 22.7.1991 trat die "Verordnung über den ökologischen Landbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel" in Kraft.

Kurz bezeichnet als EU-Öko-Verordnung (EWG-VO 2092/91) einschließlich der im August 1999 in Kraft getretenen Regelungen für den tierischen Bereich (EWG-VO Nr. 1804/99).

EU-Verordnungen sind gesetzesähnliche Rechtsnormen, d.h. die EU legt für die Qualität und Glaubwürdigkeit ökologisch erzeugter Lebensmittel in allen Staaten der Gemeinschaft einen Maßstab und Rahmen fest.

Die EU-VO umfasst die Erzeugung, Kennzeichnung und Kontrolle von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau. Seit Juni 1992 dürfen nur noch Waren mit der Bewerbung "ökologisch" auf den Markt gebracht werden, wenn sie den Kriterien der EG-VO genügen.

Die EU-VO kann in einem einfachem Verfahren abgeändert und ergänzt werden (Art. 14). Ein von Vertretern der EU-Staaten gebildeter Ausschuss entscheidet über die Annahme von Anträgen.
Darüber hinaus sieht die Verordnung vor, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb drei Jahre lang nach den Grundsätzen der EU-VO wirtschaften muss, bevor er seine Erzeugnisse als aus ökologischem Landbau" stammend kennzeichnen darf (Anhang I, 1). Scharf kritisiert wurde die Möglichkeit auch nur einen Teil des landwirtschaftlichen Betriebes auf Ökolandbau umzustellen.

Hier sind die deutschen Verbände mit ihren Richtlinien wesentlich strenger und erkennen nur Betriebe an, die komplett umgestellt haben.
Die Zutaten für verarbeitete und zusammengesetzte Öko-Produkte sind nicht immer in ökologischer Qualität ausreichend verfügbar.

Die EU-Öko-Verordnung sieht daher die Verwendung einiger Zutaten aus konventioneller Landwirtschaft vor, wenn diese für die Herstellung eines Erzeugnisses notwendig und in ökologischer Qualität nachweislich weder in der EU erzeugt noch importiert werden können. Es müssen jedoch mindestens 70 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Erst bei mindestens 95 Prozent Öko-Anteil kann das Lebensmittel als "reines" Öko-Produkt verkauft werden. Beträgt der Öko-Anteil an den Zutaten zwischen 70 und 95 Prozent, muss der jeweilige Prozentanteil deutlich sichtbar (neben der Verkehrsbezeichnung des Erzeugnisses) angegeben werden. Die Festschreibung dieser zweiteiligen Deklaration kann zur Verbrauchertäuschung führen. Untersuchungen haben ergeben, dass Verbraucher von Öko-Lebensmitteln v.a. zwei Eigenschaften, nämlich die Gesundheitsverträglichkeit des Produktes (geringerer Verarbeitungsgrad, weniger schädliche Rückstände), und Umweltverträglichkeit der Produktion (weniger Umweltbelastung durch den Anbau und die Verpackung der Lebensmittel) fordern.
Zur Verarbeitung und Herstellung von Öko-Lebensmittel enthält der EU-Öko-Verordnung nur Mindestanforderungen. Allerdings schützt sie die Begriffe ökologisch, biologisch, Bio, Öko, die nach der Verordnung gleichrangig als Synonym verwendet werden können. Und mindestens einmal im Jahr werden die Betriebe von einer zugelassenen Ökokontrollstelle geprüft. Nach erfolgter Prüfung darf der Betrieb mit dem Vermerk EWG-Kontrollsystem Ökologische Agrarwirtschaft seine Produkte kennzeichnen.

Seit 1989 wird die Einführung des ökologischen Landbaus im Rahmen der Agrarumweltprogramme der Bundesländern auf der Grundlage einer EU-Verordnung gefördert. Der Bund fördert darüber hinaus eine standortangepasste Landbewirtschaftung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK).

Die Kernpunkte der EU-Öko-Verordnung sind:

  • Generelles Verbot der Verwendung gentechnisch veränderter Organismen und auf deren Grundlage hergestellter Produkte
  • Flächengebundene Tierhaltung
  • Umstellungsvorschriften für Betriebe und Tiere aus nicht ökologischer Herkunft
  • Keine Anbindehaltung von Tieren
  • Fütterung mit ökologisch erzeugten Futtermitteln ohne Zusatz von
    Antibiotika oder Leistungsförderer
  • Erhaltung der Tiergesundheit v.a. durch Förderung der natürlichen Widerstandskraft
  • Regelmäßige Kontrollen und Herkunftsnachweise für ökologisch erzeugtes Fleisch
  • Die Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln ist verboten.

Autor: KATALYSE Institut

EU-Agrarpolitik

siehe Stichworte Agrarpolitik und GATT

Autor: KATALYSE Institut

Engelwurz

Engelwurz ist eine kräftige, zweijährige oder ausdauernde Pflanze von 120 bis 250 cm Höhe mit rundem, röhrigen, rötlichem Stängel, breiten gefiederten Blättern und gelbgrünen Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Araliaceae (Efeugewächse), Art: Angelica archangelica
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: ein- und zweijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Aussaat: Vorkultur, Saat oder Pflanzung März bis April; 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 40 kg/ Hektar, Kalium: 50 kg/ Hektar, Phosphat: 70 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rost, Blattschorf, Falscher Mehltau; Schädlinge: Drahtwürmer, Erdflöhe; Andere: Wühlmäuse
  • Ernte: maschinelle Ernte der Körner im August; Wurzeln im Herbst. Herstellung von Pharmazie, Essenzen und Likören aus Wurzeln und fettes Öl aus den Früchten.
  • Ertrag: Wurzeln: 10 bis 15 Tonnen/ Hektar, 2,5 bis 4,0 Tonnen/ Hektar Droge; Früchte: 1,0 bis 1,2 Tonnen/ Hektar; Röhrenstengel mit Blatt: 18 Tonnen/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Wurzeln: 0,3 bis 1 Prozent ätherisches Öl; Früchte: 0,8 bis 1,5 Prozent ätherisches Öl und 25 Prozent fettes Öl
  • Besonderheiten: Frost- und Stickstoffempfindlichkeit
  • Wirkspektrum: Magenerkrankungen, Appetitlosigkeit, Koliken, Verdauungsstörungen und bei Entzündungen

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Endrin

Handelsname u.a.: Mäuse-Kindrin, Fugacid Wühlmausmittel.

Analog Aldrin, Dieldrin stark toxisch wirkende Chlorkohlenwasserstoffverbindung (chlorierte Kohlenwasserstoffe), als Kontakt- und Fraßgift (Blattläuse, Raupen, Milben, Mäuse), sehr beständig (nur geringer Abbau). Seit Frühjahr 1982 völliges Anwendungsverbot wegen Vogelsterbens im Bodenseegebiet nach Einsatz von E.-haltigen Produkten.

Autor: KATALYSE Institut

Eibisch

Eibisch ist eine mehrjährige, gering verzweigte Pflanze vom 60 bis 120 cm Höhe mit samtig behaartem Stengel, gezähnten, eiförmigen Blättern und rötlichen Blüten mit Außenkelch.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Althea officinalis
  • Herkunft: Osteuropa bis Westasien
  • Klimaansprüche: feuchtwarm
  • Anbausystem: zweijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Düngung: Stickstoff: 100 kg/Hektar in drei Teilgaben, Kalium: 120 kg/Hektar, Phosphat: 70 kg/Hektar, Calcium: 400 kg/Hektar
  • Aussaat: Vorkultur: April bis Juni und/oder September bis Oktober; Direktsaat im August; 7 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Malvenrost; Schädlinge: Malvenblattfloh, -motte, Blattläuse, Hopfenspinnmilbe; Sonstige: Wühlmäuse
  • Ernte: Wurzeln: Oktober bis November und/oder Februar bis April; Blätter: Mai bis Juni maschinell
  • Ertrag: Wurzeln: 8 bis 12 Tonnen/Hektar, 2,0 bis 4,0 Tonnen/Hektar Droge;
    1,2 Tonnen/Hektar Blätter; 400 kg/Hektar Droge
  • Ertragsmerkmale: Wurzel (geschält): Schleim (10 bis 15 Prozent), Pektin (11 Prozent), Stärke (37 Prozent), Zucker, Gerbstoff
  • Wirkspektrum: Schutz der Schleimhäute; gegen Hustenreiz

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

EcoStep

Kleinbetriebsmanagementsystem
EcoStep bietet für kleine und mittlere Unternehmen aller Bereiche ein professionelles Betriebsmanagementsystem. Qualität, Arbeitssicherheit und Umweltschutz werden dabei gemeinsam betrachtet. Es orientiert sich an den klassischen Grundsätzen moderner Managementsysteme: 

  • Vermittlung und transparente Darstellung von unternehmensspezifischen Abläufen,
  • geregelter Aufbau von Verantwortung und Zuständigkeiten
  • gerichtsfeste Dokumentation der Unternehmensorganisation,
  • kontinuierliche Verbesserung aller Abläufe im Unternehmen.

Zu EcoStep gehört ein anwenderfreundliches Handbuch, das alle Schritte einfach und eingängig darstellt. Alle teilnehmenden Betriebe werden in Workshops geschult. Die Treffen mit anderen Teilnehmern bietet durch Erfahrungsaustausch auch einen Blick „über den Tellerrand“ des eigenen Unternehmens. Zudem finden individuelle Betriebsberatungen vor Ort statt. Handbuch, Workshops und individuelle Betriebsberatungen garantieren zusammen eine problemlose Einführung von EcoStep im Unternehmen. Das Ergebnis für Teilnehmer ist:

  • Kostenminimierung,
  • Risikominimierung,
  • Rechtssicherheit,
  • Imageverbesserung und eine
  • effektive Ablauforganisation.

EcoStep wurde im Rahmen der Umweltallianz Hessen entwickelt. Die Umweltallianz Hessen ist eine Kooperation der Hessischen Landesregierung mit der hessischen Wirtschaft. Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Behörden und die Teilnehmer des Pilotprojektes haben ihre Erfahrungen eingebracht. So ist ein System entstanden, das den Anforderungen der Praxis gerecht wird.

EcoStep ist integrativ: Qualität, Arbeitssicherheit und Umweltschutz werden gemeinsam betrachtet.
EcoStep ist offen: es ist für alle Branchen geeignet. EcoStep ist kostengünstig: das Konzept zur Einführung garantiert geringe Kosten bei höchstem Nutzwert.
EcoStep ist zukunftsfähig: das modulare System erlaubt jederzeit die Berücksichtigung von technischen, organisatorischen oder rechtlichen Änderungen.
EcoStep ist ausbaufähig: ein Upgrade auf zertifizierte Managementsysteme ist möglich.

Mit EcoStep wird ein hoher Umweltstandard erreicht. EcoStep hilft den Unternehmen ihre Organisation zu verbessern, Ressourcen und damit Kosten einzusparen und so ihre Wettbewerbssituation nachhaltig zu verbessern.
Je 15 Unternehmen aus Wirtschaft und Weinbau in Deutschland, Italien und Frankreich werden EcoStep im Konvoi einführen. Die gewonnenen Erfahrungen in anderen Ländern und speziell im Weinbau sowie die Anregungen der neuen Teilnehmer führen zur weiteren Optimierung und einer größeren Verbreitung von EcoStep.
Mit EcoStep werden die Grundlagen für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg gebildet und die Ausgangsbasis für folgende zertifizierte Systeme gelegt: Im gewerblich/industriellen Bereich mit  ISO 9000 : 2000 ISO, 14001 und EMAS. Im Weinbau: mit IFS,  HACCP, DLG empfohlenes Weingut und ISO 22000.

Weitere Informationen:
KATALYSE Institut Düsseldorf
Bereich Umweltmanagement
Lindenstr. 240
40235 Düsseldorf
Ansprechpartner: Andrea Bartelmeß und Hans Moll-Benz
Tel. 0211-68 22 26;  Fax 0211-68 17 63

Autor: KATALYSE Institut

Durchforstung

Siehe Waldpflege.

Fast der gesamte Wald Deutschlands und der europäischen Länder ist Nutzwald, d.h., die dort wachsenden Bäume werden früher oder später gefällt, das Holz verkauft.

Autor: KATALYSE Institut

Düngung in der Forstwirtschaft

Düngung spielt in der Forstwirtschaft eine untergeordnete Rolle, da die Entnahme von Biomasse im Vergleich zur Landwirtschaft gering ist, vorausgesetzt, Rinde und Äste bleiben im Bestand, und nur die Stämme werden geerntet.

Unter diesen Umständen genügt die Nährstoffzufuhr durch Gesteinsverwitterung und der Eintrag aus der Luft, um den Entzug auszugleichen. D. ist deshalb nur auf äußerst armen Standorten, dort, wo früher die Streu genutzt und dem Boden viele Nährstoffe entzogen wurden, sowie zur Anregung des Humusabbaus nötig bzw. sinnvoll, oder um Kulturen einen besseren Start zu ermöglichen (Melioration). D. gegen das Waldsterben wird erprobt:

- um die vom Menschen verursachte beschleunigte Versauerung der Böden zu stoppen,
- um die Bodenlebewelt zu aktivieren, die Streuzersetzung zu beschleunigen und den Auflagehumus abzubauen,
- um die vermehrte Auswaschung von Kalzium und Magnesium zu stoppen,
- um Mineralstoffauswaschung aus Blättern und Nadeln auszugleichen.

Eine D. im Wald kann nur unter sorgfältiger Abwägung aller Umstände, besonders der chemischen Zusammensetzung des Bodenwassers sowie der Emissionen bei der Düngemittelproduktion ins Auge gefasst werden. D. kann die Widerstandskraft gegen Frost, Schneebruch und Schädlinge herabsetzen. Kalkung führt zu einem beschleunigten Abbau des Auflagehumus, so daß mehr Stickstoff freigesetzt werden kann, als die Bäume aufnehmen können.
Nicht nur Nährstoffauswaschung ist die Folge, auch das Grundwasser wird durch Nitrate gefährdet. Ist die Mykorrhiza oder das Feinwurzelsystem geschädigt, können die Bäume die zusätzlichen Nährstoffe und Spurenelemente meistens nicht aufnehmen.

siehe auch: Waldboden, Waldsterben, Nährstoffkreislauf, Humus

Autor: KATALYSE Institut

Düngemittel

D. sind Stoffe, die dem Boden zugeführt werden, um die Erträge der Kulturpflanzen zu steigern.

Man unterscheidet organische Dünger, welche hauptsächlich im landwirtschaftlichen Betrieb selbst erzeugt werden (sog. Wirtschaftsdünger), von Mineraldüngern (i.d.R. Handelsdünger). An einem natürlichen Pflanzenstandort herrscht ein Nährstoffkreislauf; die von der Pflanze dem Boden entzogenen Mineralien gelangen spätestens beim Absterben der Pflanze wieder in den Boden zurück. Wenn diesem System keine Stoffe dauerhaft entzogen werden, bleibt es stabil, und bedarf keiner Düngung.
Wird das System jedoch durch den Entzug von Erntegut durchbrochen, muss gedüngt werden. Hauptnährelemente für das Pflanzenwachstum sind: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel; Spurenelemente sind: Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Chlor, Natrium, Bor und Molybdän. Eine einseitige Düngung fördert das Pflanzenwachstum nur so lange, wie der Boden die nicht gedüngten Elemente zur Verfügung stellt.
Zudem übersteigt die Menge an aufgebrachten D. oft die Nährstoffaufnahme der Pflanzen, was zu einer Nährstoffanreicherung des Bodens führt. Handelsdünger (Mineraldünger) sind entweder Einzeldünger wie Nitrat (Blaukorn) oder Kornkali oder aber Volldünger (Mehrnährstoffdünger: NPK, Nitrophoska) mit oder ohne Zusätze von Spurenelementen. Die Anwendung von Handelsdüngern begann um 1830, in nennenswertem Ausmaß jedoch erst um 1880.
Die Anwendung synthetischer Stickstoffdünger setzte nach Ende des Ersten Weltkrieges ein, da weltweit große Kapazitäten zur Stickstoffsynthese für die Munitionsherstellung eingerichtet worden waren und die Landwirtschaft als neuer Absatzmarkt gefunden wurde. Gerade eine reichliche Anwendung von D., insbesondere von Stickstoffdüngern, führt durch Auswaschungen zu Belastungen des Bodens und des Grundwassers mit Nitrat und Phosphor, erhöhtem Nitratgehalt in den Nahrungspflanzen und zu erhöhter Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit der Kultur- und Nutzpflanzen. Zudem wird durch die Überdüngung die Existenz von Pflanzen und Tieren in angrenzenden nährstoffarmen Lebensräumen bedroht.
Nachteilig ist der sehr hohe Energieverbrauch bei der Stickstoffsynthese; so werden zur Herstellung einer Tonne Düngestickstoff nach dem Haber/Bosch-Verfahren etwa 1,2 t Rohöl verbraucht. Die nichtstickstoffhaltigen D. wie z.B. Kornkali sind relativ unproblematisch, allerdings ist hier die Gefahr von Verunreinigungen mit toxischen Schwermetallen gegeben.

Lit.: A.Finck: Pflanzenernährung in Stichworten, Kiel 1982

siehe auch: Ökosystem, Eutrophierung, Wasser

Autor: KATALYSE Institut

Dieldrin

Stark giftiges, farbloses bis gelbliches, naphthalinähnlich riechendes Pulver im Wasser unlöslicher, insektizid wirkender, chlorierter Naphthalinabkömmling (Polychlorierte Naphthaline), chemisch mit Endrin verwandt, Kontakt- und Fraßgift (als Saatbeizmittel gegen beißende Insekten im Rüben- und Kartoffelbau eingesetzt), im Boden sehr beständig (Persistenz), in vielen Ländern, z.B. Deutschland, USA wegen Rückstandsproblematik (chlorierte Kohlenwasserstoffe, Bioakkumulation, Nahrungskette) verboten.
Sehr schnelle Aufnahme durch Haut, Schleimhaut und über die Nahrung. Im Körper in unveränderter Form in Fettgewebe und Milch nachweisbar.

siehe auch: Aldrin

Autor: KATALYSE Institut

DDT

Abk. für Dichlordiphenyltrichlorethan, das wohl bekannteste Insektizid (Pflanzenschutzmittel).

DDT gehört zu den persistenten (Persistenz) chlorierten Kohlenwasserstoffen. 1874 erstmals synthetisiert. 1939 entdeckte Müller (Ciba Geigy) die insekttötenden Eigenschaften. DDT erweckte die höchsten Hoffnungen hinsichtlich der landwirtschaftlichen Produktion, des Vorratsschutzes und der Seuchenbekämpfung. Weltweiter, massiver Einsatz zur Malariabekämpfung (dafür Medizin-Nobelpreis). DDT ist das klassische Beispiel für den bedenkenlosen Einsatz neuer Technologien ohne Abschätzung der Folgen.
DDT wirkt als Kontakt- und Fraßgift. Durch die empfindlichen Tastorgane der Insekten dringt das Gift in das Zentralnervensystem. Die Substanz ist äußerst stabil und wird in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut (Abbau). Man findet sie daher heute in der gesamten Umwelt (Muttermilch). 95% aller Muttermilchproben dürften nach geltendem Recht nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden.
Wirkung von DDT auf Warmblüter (z.B. Menschen): Erscheint bald nach der Aufnahme durch die Nahrung im Blutkreislauf. Wird diesem aber schnell wieder entzogen und im Fettgewebe, Gehirn, Leber und anderen Organen gepeichert. Diese können dann ein Vielfaches der tödlichen Dosis enthalten. Die Speicherung im Fett ist eine Art der Entgiftung des Organismus. Die Wiederausscheidung des DDT erfolgt langsam im Lauf von Monaten. Gefahr entsteht bei schnellem Abbau des Fettpolsters (Krankheiten, Streß, Schwangerschaft etc.).
DDT ist mutagen (Mutagenität) und steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. In Verbindung mit anderen Stoffen zeigen sich verstärkende Wirkungen (Synergismus). Obwohl DDT in vielen Ländern verboten ist, beträgt die globale Produktion und damit die in die Umwelt eintretende Menge 60.000 t/a und wird primär in den tropischen Entwicklungsländern ausgebracht.
Die Anwendung trotz großer ökotoxikologischer Bedenken wird mit der Gefahr der Malaria-Krankheit für die ansässigen Menschen und der - im Vergleich zu anderen insektizid wirksamen Produkten - niedrigen Kosten für die DDT-Ausbringung begründet. So rät auch die FAO von einem totalen Anwendungsverbot ab. Die bisher im Boden angereicherte Menge wird auf 300.000 t geschätzt.
Ein weiteres Problem ist die zunehmende Resistenz der Schädlinge (von den malariaübertragenden Anophelesmücken sind bereits 24 Arten resistent), die zum Einsatz von immer neuen und mehr Insektiziden zwingt. In der BRD existiert seit 1972 ein Gesetz über den Verkehr mit DDT, das zuletzt 1986 geändert wurde und, von Ausnahmen (Forschungszwecke) abgesehen, die Produktion, den Vertrieb und den Umgang mit DDT verbietet.

siehe auch: Nahrungskette, Bioakkumulation

Autor: KATALYSE Institut

DDE

Abk. für Dichlordiphenyldichlorethylen. Entsteht zum einen als Beiprodukt bei der Herstellung von DDT (ca. 4%) und zum anderen beim Abbau von DDT in der Umwelt.

Gegen DDT resistente (Resistenz) Insekten sind wahrscheinlich in der Lage DDT zu DDE abzubauen. Bei Labortieren wurde Mutagenität und Karzinogenität von DDE nachgewiesen.

Autor: KATALYSE Institut

DDD

Abk. für Dichlordiphenyldichlorethan.

DDD fällt bei der Produktion von DDT als Beiprodukt an (ca. 0,3%). Entsteht auch durch Umwandlungsprozesse von DDT und ist biologisch sehr schwer abbaubar (Persistenz, Abbau). Die jährlich in die Umwelt eintretende Menge beträgt schätzungsweise bis zu 10.000 t.

Autor: KATALYSE Institut

Dauergrünland

D. ist landwirtschaftliche Nutzfläche, die als Weide oder Wiese zur Heu- und Silagegewinnung genutzt wird.

Je nach Intensität und Art der Nutzung (Düngung, Pestizide, Art der Beweidung, Mahdhäufigkeit) kann D. ökologisch wertvolle Fläche darstellen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Landwirte für die Berücksichtigung ökologischer Aspekte auf D. staatliche Ausgleichszahlungen erhalten. Da beim D. im Gegensatz zu Ackerkulturen der Boden das ganze Jahr über durch eine Vegetationsdecke geschützt ist, bietet D. wirksamen Schutz vor Boden-Erosion in Überschwemmungsgebieten und Hanglagen.

Autor: KATALYSE Institut

Chlordan

C. ist Insektizid ein breitwirkendes Kontakt-, Fraß-und Atemgift gegen Bodenschädlinge und in Deutschland seit 1971 verboten. Wird heute noch in der Termitenbekämpfung eingesetzt.

Wie andere chlorierte Kohlenwasserstoffe ist auch C. als äußerst problematisch einzustufen, da es schlecht abbaubar (Abbau) ist und sich im Fettgewebe anreichert. Akute Vergiftungen über die Nahrungskette können zu Schädigungen von Leber, Nieren, Herz, Lunge und Darm führen, beim Inhalieren von Stäuben können Entzündungen der Atemwege und der Lunge auftreten.
C. ist ubiquitär nachweisbar, wichtigster Aufnahmepfad sind Lebensmittel, hierdurch Anreicherung in Fettgewebe, Nieren und Muskelgewebe und kann bei Diäten mobilisiert werden. Konzentrationen in der Muttermilch sind meist um den Faktor 10 höher als in Kuhmilch.
C. steht im Verdacht Krebs zu erzeugen (Hinweise aus Tierversuchen, daher Einstufung in MAK-Liste III b). Beim Menschen allerdings unzureichende Datenlage für eine Beurteilung.
MAK-Wert: 0,5 mg/m3, LD50 bei Ratten: 283 bis 590 mg); ADI-Wert: 0,0005 mg/kg; Trinkwassergrenzwert in den USA: 0,002 mg/Liter

Autor: KATALYSE Institut

Chinaschilf

Chinaschilf ist ein mehrjähriges Gras, wächst bis zu drei Meter hoch, gehört wie
Mais zu den C-Pflanzen, deren Biomasse-Produktion durch die Zwischenspeicherung von Kohlenstoff besonders hoch ist.

 

  • Systematik: Familie: Poaceae, Art: Miscanthus sinensis x giganteus
  • Herkunft: Ostasien
  • Klima: humides Klima, Vegetationsperiode 1. Mai bis 31. Oktober; benötigte Jahrestemperatursumme 2.500°C bis 3.000°C; Niederschlagsminimum in der Vegetationsperiode 350 bis 500 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur 15 bis 20 Jahre
  • Aussaat: Nach Anzucht werden Jungpflanzen mit 20 bis 30 cm Länge Ende Mai bis Ende Juni auf dem Acker ausgepflanzt, Standraum eine Pflanze je m², im ersten Standjahr ist eine mechanische Beikrautregulierung notwendig
  • Düngung: Stickstoff: 50 bis 100 kg/Hektar/Jahr
  • Pflanzenschutz: Bisher keine spezifischen Krankheiten oder Schädlinge bekannt
  • Ernte: Ernte der Stengel im Spätherbst oder Frühjahr über Ballenlinie oder Häksellinie
  • Ertrag: Blätter verbleiben auf dem Feld, 15 bis 30 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag. Die nach der Ernte gebildeten jungen Triebe sind auswinterungsgefährdet, daher empfiehlt sich in klimatischen Grenzlagen eine Ernte erst im späten Frühjahr, Vorteil: Die Stengel werden „gefriergetrocknet", der Wassergehalt im Erntegut sinkt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut