Makrophagen

Die Makrophagen gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die bei der Abwehr von schädlichen Stoffen und der Vernichtung von Mikroorganismen und Tumorzellen mitwirken. Die auch als große Fresszellen (Phagozyten) bezeichneten beweglichen Zellen werden im Knochenmark gebildet, erscheinen ein paar Tage im Blut als Monozyten und wandern dann aus dem Blut in die verschiedenen Gewebe und Organe (Haut, Lunge, Darm, Knochen usw.) aus. Sie werden entsprechend ihres Standortes unterschiedlich bezeichnet, z. B. in der Leber als Kupffersche Zellen, in der Haut als Langerhans-Zellen und im Knochen als Osteoklasten. Die Makrophagen haben eine Reihe von verschiedenen Aufgaben im Organismus. Eine der wichtigsten ist die Erkennung von Fremdstoffen (Antigenen wie fremde Eiweiße, in die Lunge  oder Haut eingedrungene Partikel, Bakterien, Viren). Um die Beseitigung der Fremdstoffe bewerkstelligen zu können, sind sie zur Phagozytose befähigt. Das ist die Aufnahme der Fremdstoffe in das Zellinnere. Beim Eindringen von Fremdstoffen in den Körper bewegen sich die Makrophagen auf die Stelle zu, angelockt durch diese Fremdstoffe (Chemotaxis), binden sich an diese und umfließen sie mit ihrem Zellplasma. Nach der Aufnahme in das Zellinnere setzt die Verdauung oder Abkapselung der Stoffe bzw. Partikel ein. Die Makrophagen verfügen über viele Enzyme (Lysozym u. a.), mit denen die aufgenommenen Stoffe zersetzt werden. Auch abgestorbene Körperzellen, durch Verletzung oder Alterung, werden auf diese Weise beseitigt (phagozytiert), ebenso wie virusinfizierte und entartete Zellen. Eine weitere wichtige Funktion ist die „Präsentation“ der erkannten Antigene, damit die Immunzellen (Lymphozyten) passende Antikörper herstellen können bzw. die zelluläre Immunität in Gang kommen kann. Neben der Abwehr von Fremdstoffen bilden die Makrophagen Botenstoffe wie Interleukine und Interferone (Zytokine) und den so genannten Tumornekrosefaktor (TNF). Sie sind damit an vielen immunologischen Prozessen beteiligt: an der Stimulation der Lymphozyten, damit diese Antikörper herstellen können, an der Einleitung einer Entzündungsreaktion, der Organheilung nach Verletzungen und Entzündungen. Makrophagen arbeiten mit anderen Immunzellen zusammen wie Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), den verschiedenen Lymphozyten und Granulozyten (kleine Fresszellen).

Autor: KATALYSE Institut

Krebsrisiko

Die Abschätzung eines individuellen K. oder eines Risikos, das aufgrund bestimmter krebsauslösender Substanzen entsteht, ist äußerst problematisch und wird demzufolge kontrovers diskutiert.

Da die Vorgänge bei der Krebsentstehung noch nicht im Zusammenhang geklärt sind, kann eine Risikoabschätzung nur durch das Studium individueller Krebsfälle, epidemiologischer Studien oder mit Hilfe von Tierversuchen ermittelt werden. Substanzen, die sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen haben, sollten im praktischen Anwendungsfall so behandelt werden, als ob diese Substanz auch beim Menschen Krebs auslösen könnte.

Hierbei ist die Gesetzgebung jedoch äußerst zurückhaltend. Je nach Interessenlage - chemische Industrie, Verbraucher oder Gesetzgeber - werden Untersuchungsergebnisse unterschiedlich interpretiert. So z.B. die Frage, ob Substanzen, die mutagen, d.h. erbgutverändernd, wirken auch als krebsauslösend zu betrachten sind. Bis heute ist es unmöglich, die Kombinationswirkung verschiedenster Chemikalien im Körper zu kalkulieren.

Auch Angaben über Grenzwerte für bestimmte Chemikalien sind mit Vorsicht zu betrachten, da selbst kleinste Dosen verheerende Wirkungen haben können, wenn sie über einen genügend langen Zeitraum immer wieder auf den Organismus einwirken. Der Zeitraum zwischen der ersten Exposition gegenüber einem chemischen Kanzerogen (krebsauslösende Substanz) und der Entwicklung einer klinischen Krebssymptomatik bemißt sich gewöhnlich in Dekaden und kann 30 Jahre oder mehr betragen.

Dies erschwert einerseits die Ursachenforschung und läßt andererseits vermuten, daß angesichts der Vielzahl immer neuer Chemikalien, die in Umlauf gebracht werden, die Krebsrate in den nächsten Jahrzehnten noch ansteigen wird. Schon heute stirbt ca. jeder 5. Bundesbürger an Krebs.

Als eindeutig krebserregend gelten heute physikalische Faktoren wie ionisierende Strahlung (Somatische Strahlenschäden, Radioaktivität, Alpha-, Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung) und UV-Strahlung (Hautkrebs), bestimmte Krebsviren sowie eine Vielzahl von Chemikalien (z.B. bestimmte Nitroseverbindungen, PCB, Vinylchlorid, mehrere Halogenkohlenwasserstoffe, Benzol, Asbest u.v.a.). Einzelne von diesen Kanzerogenen geschädigte Körperzellen, die zu Tumorzellen verändert sind, müssen jedoch nicht in jedem Fall eine Krebserkrankung auslösen.

Dem Körper stehen als Abwehrmaßnahmen zur Verfügung: molekulare Reparatursysteme, die ständig die Erbsubstanz auf Schädigungen kontrollieren und diese reparieren, das Immunsystem, das veränderte Körperzellen abfängt und vernichtet sowie die Leber als Filterorgan für Tumorzellen.

Sind verschiedene Personen in gleicher Intensität einem bestimmten Kanzerogen ausgesetzt, so entscheidet über das individuelle Risiko: 1. das Alter ( 75% aller Tumorerkrankungen entstehen jenseits des 60.Lebensjahres), 2. der Zustand des Immunsystems und 3. die Erbanlagen. Der Anstieg der Krebserkrankungen ist neben verschiedensten Umwelteinflüssen also auch auf die zunehmende Lebenserwartung zurückzuführen.

Nach einer neueren Schätzung entfallen 30% der Krebserkrankungen auf Schädigungen durch Tabakgenuß (Tabakrauch, Passivrauchen), 9% durch natürliche radioaktive Stoffe (natürliche
Strahlenbelastung, Radon), 4% auf berufliche Exposition durch insb. chemische Kanzerogene, 2% auf Luft- und Wasserverschmutzung sowie ein Drittel der Erkrankungen auf nichtsachgemäße Ernährung und Ernährungsgewohnheiten. Die Bedeutung der Luftverschmutzung für die Entstehung von Lungenkrebs wurde in neueren Studien belegt (z.B. Schadstoffe aus Kfz).

Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums erkranken z.B. Vegetarier seltener an bösartigen Tumoren als Personen, die große Mengen Fleisch verzehren. Bei männlichen Vegetariern ist die Krebsrate um 50% reduziert und bei Frauen um 25%.

In der MAK-Wert-Liste werden die krebserzeugenden chemischen Substanzen aufgeführt. Kritiker behaupten jedoch, daß dort nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Anzahl kanzerogener Substanzen aufgeführt sind.

Lit.: W.-D. Rose: Krebsgifte erkennen und vermeiden, München 1987; Ökologische Briefe, 25/1990; Ökologische Briefe 17/1991

 

Siehe auch: Elektrosmog, Hochspannungsleitung, Kernkraftwerk

 

Autor: KATALYSE Institut

Krebs

Durch eine bösartige Geschwulst verursachte lebensbedrohliche Erkrankung, wobei die Geschwulst in gesundes Organgewebe hineinwächst, bis schließlich das gesamte Organ durch Tumor-Gewebe zerstört ist.

Darüber hinaus kommt es durch Zellabsiedlung zu Tochtergeschwulsten in benachbarten sowie entfernt liegenden Organen (Metastasen). Durch Ausfall lebenswichtiger Organe tritt der Tod ein.
Krebsauslösend wirken bestimmte Umweltfaktoren, sogenannte Karzinogene, in einigen seltenen Fällen auch Viren.

Weiterhin spielen auch ererbte Veranlagungen, hormonelle Einflüsse sowie Defekte der Immunabwehr eine Rolle bei der Krebsentstehung.
Karzinogen wirken können physikalische Faktoren wie z.B. radioaktive Strahlung (ionisierende Strahlung, somatische Strahlenschäden) und UV-Strahlung (Hautkrebs).

Auch eine Vielzahl chemischer Substanzen wirken karzinogen: z.B. polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH), unter diesen Benzopyren, Methylcholanthren u.a. Diese Stoffe kommen besonders im Tabakrauch, aber auch in Auto- und Industrieabgasen (Raffinerien, Chemiewerke, Kokereien, Kohle- und Ölkraftwerke) vor. Ebenfalls karzinogen wirken aromatische Amine: Anilin, Aminofluoren u.a., Arsen, Benzol, Asbest usw. (MAK-Werte).

Karzinogene erzeugen in den mit ihnen in Berührung kommenden Körperzellen die Anlage zur Geschwulstbildung. Nach einer Latenzphase von ca. 15-20 Jahren, z.T. auch früher oder erheblich später, kommt es zur Ausbildung eines bösartigen Tumors. Andere Stoffe, sogenannte Cokarzinogene, die selbst nicht krebserregend sind, die aber die Tumorentstehung beschleunigen, können diese Latenzphase verkürzen. Eine K.-Art mit besonders kurzen Latenzzeiten ist Blutkrebs (Leukämie).

Frühzeitig erkannte K.-Erkrankungen können durch entspr. Behandlung (Operation, Medikamente, Naturheilverfahren, Änderung der Lebensweise) ausgeheilt werden. In diesem Zusammenhang kommt den Früherkennungsuntersuchungen, die von der Krankenkasse bezahlt werden, besondere Bedeutung zu.

Nach den jüngsten Angaben der Statistik stirbt in Deutschland jeder fünfte Mensch an Krebs. Die bösartigen Geschwulste stehen damit nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle der Todesursachenstatistik. Bei fast allen K.-Arten beobachtet man bei uns seit 1955 eine Zunahme, besonders beim Lungen- und Gebärmutterhals-K. sowie beim K. in Mundhöhle und Rachen. Lediglich beim Magen-K. ist ein Rückgang zu verzeichnen.

Hinsichtlich der Krebssterblichkeit steht Deutschland im internationalen Vergleich an der Spitze, eng gefolgt von ihren industrialisierten Nachbarländern. Insg. zeigt sich in allen Industrieländern eine deutlich erhöhte K.-Erkrankungsrate im Vergleich zu Ländern mit geringerer Industrialisierung.

Dafür kann es mehrere Gründe geben, z.B. aufgrund der höheren Lebenserwartung, da mit zunehmendem Alter immer mehr Genschäden nicht mehr repariert werden und auch das Immunsystem schwächer wird. Auch wegen der besseren medizinischen Versorgung in den Industrieländern ist die Zahl der Todesursachen eingeschränkt. Zunehmende Umweltbelastungen als K.-Ursache werden jedoch immer stärker diskutiert und z.T. auch nachgewiesen.

Lit.: Becker/Frentzel-Beyme/Wagner: Krebsatlas der BRD, Berlin 1984

Siehe auch: Krebsrisiko, Immunsystem, Hautkrebs

Autor: KATALYSE Institut

Klinische Ökologie

K. beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Umwelt und Umweltverschmutzung auf die Gesundheit des Menschen.

Sie versucht, die krankheitsauslösenden Ursachen zu ermitteln und Maßnahmen zu erarbeiten, diese zu reduzieren. Die Abgrenzung zu anderen Wissenschaften, z.B. Ökotoxikologie, Allergologie (Allergie), Umweltmedizin, ökologische Chemie ist nicht eindeutig zu ziehen. Eine Zusammenarbeit ist wünschenswert. Arbeitsmethoden der K. sind z.B. Provokationstests, mit denen Überempfindlichkeiten auf Stoffe ausgetestet werden.

Lit.: K.D.Runow: Umweltkrankheiten, Stuttgart 1987

Autor: KATALYSE Institut

Kernspur-Dosimeter

Dosimeter zur Bestimmung der Belastung durch radioaktives Radon.

Die beim Zerfall von Radon und seinen Zerfallsprodukten entstehende Alphastrahlung hinterlässt beim Auftreffen auf speziellen Folien Spuren, die durch Ätzverfahren sichtbar gemacht und unter dem Mikroskop ausgezählt werden können.

Die Anzahl der Spuren ist proportional zur Dosis, mit der Menschen durch Radon in dem entsprechenden Raum während der Messzeit belastet werden. Über die auftretende Belastung während einer bestimmten Messzeit wird auf die mittlere Radon-Konzentration geschlossen.

Die Messzeit eines K. liegt zwischen drei Monaten und einem Jahr. Jahreszeitliche Schwankungen können somit in die Messung mit einfließen und werden im Gegensatz zu Messungen mit Aktivkohle-Dosimeter berücksichtigt.

Autor: KATALYSE Institut

Kawasakifieber

Siehe Teppichreinigungsmittel.

Autor: KATALYSE Institut

Karzinom

Siehe Krebs, Tumor.

Autor: KATALYSE Institut

Karzinogene

Stoffe bzw. Faktoren, die einen Krebs verursachen können.

Autor: KATALYSE Institut

Karies

K. ist eine Zivilisationskrankheit, die durch veränderte Ernährungsgewohnheiten bedingt ist, bei der es zu einer Erweichung der Hartsubstanzen der Zähne kommt.

Die K. ist an das Vorhandensein von Bakterien und Kohlehydraten gebunden. Die Bakterien schaffen durch das Vergären der Kohlehydrate aus zucker- und feinmehlhaltigen Lebensmitteln ein K.-förderndes, saures Milieu. Fördernd wirken weiterhin Erb- und Umwelteinflüsse, ungenügende Kautätigkeit, mangelnde Mundhygiene, Calcium- und Fluoridmangel. K. ist die häufigste Zahnerkrankung.

Autor: KATALYSE Institut

Karenzzeit

Die mit der Zulassung und in der Höchstmengenverordnung für Pestizidrückstände in Lebensmitteln festgelegte Wartezeit von der letzten Applikation eines Pflanzenschutz- oder Arzneimittels (Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel) bis zur Weitergabe der pflanzlichen oder tierischen Produkte an den Handel oder den Verbraucher.

Die K. verhindert aber nicht das Zurückbleiben von Rückständen in Pflanze oder Tier.

Siehe auch: Pestizide, Pestizidrückstände, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Kaolinlunge

auch Aluminose, ist eine Silikose der Porzellan- und Tonarbeiter.

Kaolin (= Porzellanerde) ist ein Aluminiumsilikat, das als Rohstoff in der Porzellanindustrie verwendet wird. Kaolin wird auch aufgrund seiner guten adsorbierenden Eigenschaften, ähnlich wie medizinische Kohle als Mittel gegen Durchfall verwendet.

Siehe auch: Silikose, keramische Industrie, Aluminium-Staublunge

Autor: KATALYSE Institut

Kanzerogen

syn. karzinogen, Krebs erzeugend.

Autor: KATALYSE Institut

Insektizide

Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

Die häufigsten Wirkstoffe sind: organische Phosphorverbindungen, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pyrethroide. I. werden zum Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich eingesetzt. Physiologisch können I. als Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem (Erregungsleitung oder -Übertragung wird gehemmt) wirken. In Westdeutschland werden jährlich über 50.000 Tonnen I. produziert.

Siehe auch: Toxaphen, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Mineraldünger

Als M. bezeichnet man stickstoffhaltige, phosphorsäure- oder kaliumhaltige Düngemittel, welche entweder mineralischen Ursprungs sind (Kalisalze, Chilesalpeter) oder synthetisch hergestellt werden (Kalkstickstoff).

Handelsüblich sind Einzeldünger und sog. Volldünger (NPK-Dünger). Der Einsatz der M. geht auf die Forschungen Liebigs zurück. Vielfach wird argumentiert, daß nur mit Mineraldünger eine gezielte, auf das Wachstum der Pflanze abgestimmte Ernährung möglich ist.
Der hohe Einsatz von M. in der modernen Landwirtschaft ist ein entscheidender Faktor für die Ertragssteigerung in der Landwirtschaft, hat durch Überdüngung aber auch zur Belastung von Grundwasser beigetragen. Stickstoffhaltige M. werden umgangssprachlich als Kunstdünger (Düngemittel) bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Mariendistel

Die Mariendistel ist eine zweijährige kräftige Pflanze von 50 bis 150 cm Höhe mit grünen, glänzenden, oberseits weißlich gefleckten, in Dornspitzen auslaufenden Blättern mit purpurnen Blütenköpfen.

 

  • Systematik: Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Silybum marianum
  • Herkunft: Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: Mittelmeer- bis gemäßigte Zone
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: März bis April; 20 bis 30 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 55 Tonnen Frischmasse/ Hektar: Stickstoff: 137 kg, Phosphat: 34 kg, Kalium: 340 kg, Kalzium: 265 kg
  • Pflanzenschutz: Pilze: Grauschimmel, Echter Mehltau; Schädlinge: Blattläuse; Sonstige: Vögel
  • Ernte: August, wenn Köpfe und Pflanze reif sind; maschinelle Ernte
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an Silymarin (Flavonoid) und fettem Öl
  • Ertrag: 1 bis 1,5 Tonnen/ Hektar
  • Besonderheiten: ungleichmäßige Abreife, Samenflug auf Nachbarflächen
  • Wirkspektrum: unterstützende Behandlung von chronisch entzündlichen Lebererkrankungen, Leberzirrhose oder durch Lebergifte, wie z.B. Alkohol, hervorgerufene Erkrankungen

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Maniok

Der Maniok ist eine einhäusige, mehrjährige, strauchartige Pflanze mit eingeschlechtigen Blüten. Er kann zwei bis fünf Meter hoch werden und bildet sproßbürtige Wurzeln, die durch sekundäres Dickenwachstum zylindrische
Wurzelknollen hervorbringen.

 

  • Systematik: Familie: Euphorbiaceen, Art: Manihot esculenta Crantz
  • Herkunft: Amazonas-Gebiet bis Südmexiko
  • Klima: feuchte Tropen mit Temperaturen um 25°C und Niederschlägen von 1.000 bis 3.000 mm, Anbau weltweit zwischen dem 30°nördlicher und 30° südlicher Breite
  • Anbausystem: in Monokultur vegetativ durch Stecklingspflanzungen. Nach dem Auspflanzen der Stecklinge bilden sich in großer Zahl fibröse Wurzeln an den im Boden befindlichen Nodien. Zum Erntezeit punkt (nach 6 bis 24 Monaten je nach Varietät) sind die verdickten Wurzeln meist 20 bis 60 cm lang.
  • Düngung: genügsame Kulturpflanze, Entzug durch eine Tonne frischer Wurzeln: 3 kg Stickstoff, 1 kg Phosphat, 4 kg Kalium, 2 kg Kalzium und 1 kg Magnesium.
  • Pflanzenschutz: gefährliche Krankheiten sind die afrikanische Mosaikkrankheit und die Maniokbakteriose. Bekämpfung durch resistente Sorten und virusfreie Stecklinge. Zu den Schädlingen zählen blattfressende Heu schrecken und Hornwürmer (Amerika) sowie Tripse, Spinnmilben und Schmierläuse (Afrika)
  • Ernte: der Erntezeitpunkt wird durch die Blattverfärbung angezeigt, je nach Varietät nach 6 bis 24 Monaten, süße Sorten reifen früher als bittere.
  • Ertrag: liegt zwischen 2 bis 8 Tonnen/Hektarin primitiven Anbausystemen und 20 bis
    40 Tonnen/Hektar im Intensivanbau. Die höchsten Erträge werden unter Kurztagsbedingungen erzielt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Majoran

Majoran ist eine strauchförmige Pflanze mit 20 bis 50 cm hohen, vierkantigen, verästelten Stengeln mit verkehrt eiförmigen, angerundeten, behaarten Blättern.

 

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Majorana hortensis
  • Herkunft: Südwestasien, östliches Nordafrika
  • Klimaansprüche: Mittelmeer- und gemäßigte Zone
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur: Saat im Februar, Pflanzung im Mai; 30 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug (kg/10 Tonnen Festmasse/Hektar): Stickstoff: 49 kg/ Hektar, Phosphat: 13 kg Hektar, Kalium: 54 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Keimlingskrankheiten, Rost, Septioria; Schädlinge: Majoranmotte, Springwanzen; Sonstige: Nematoden
  • Ernte: ein bis drei maschinelle Schnitte/Jahr vor der Blüte
  • Ertrag: Kraut: 10 Tonnen/ Hektar, Krautdroge: 2,5 bis 3,0 Tonnen/ Hektar; Blattanteil im Kraut etwa 60 Prozent
  • Qualitätsmerkmale: Blattanteil, Gehalt an ätherischem Öl und Gerb- und Bitterstoffen
  • Besonderheiten: Unkraut- und Herbizidempfindlichkeit, Frostresistent bis -7°C, hohes Wärmebedürfnis
  • Wirkspektrum: stärkt den Magen und wirkt schleim- und krampflösend

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Mais

Der Mais ist eine einhäusige, getrenntgeschlechtlich (monözisch) Pflanze, die bis zu 2,5 Meter hohe Stängel hat, die in einen männlichen Blütenstand enden. Die weiblichen Blütenstände entspringen der mittleren Stängelhälfte. Die Fremdbestäubung erfolgt durch den Wind.

 

  • Systematik: Familie: Gramineen, Art: Zea mays L.
  • Herkunft: Südbrasilien/Paraguay, ursprüngliche Wildform ist nicht bekannt
  • Klima: verträgt keinen Frost und benötigt zur Keimung >10°C, das Optimum liegt bei 25°C; Niederschlagsmenge: 500 bis 700 mm; Vegetationszeit je nach Sorte und Standort: 95 bis 160 Tage
  • Anbausystem: selbstverträgliche Kulturpflanze ohne spezifische Vorfruchtansprüche
  • Aussaat: Einzelkornsaat mit pneumatischen oder mechanischen Einzelkorn Sähmaschinen; optimale Bestandsdichte in Reinkultur: 40.000 bis 55.000 Pflanzen/Hektar.
  • Düngung: eine Tonne Körner entzieht dem Boden: 20 kg Stickstoff, 8 kg Phosphat: 2 kg
    Kalium, 5 kg Magnesium.
  • Pflanzenschutz: durch Beizen des Saatgutes werden Auflaufkrankheiten vermieden.
    Im Jugendstadium ist Mais sehr empfindlich gegen Unkraut. Insektenschädlinge sind der Stengelbohrer und Maiszünsler.
  • Ernte: der Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn der Trockensubstanzgehalt 60 bis 65 Prozent beträgt
  • Ertrag: 7 bis 9 Tonnen/Hektar, große Erträge werden durch den Anbau von Hybridsorten erzielt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

LPG

Abkürzung für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften und DDR-Form der sowjetischen Kolchose.

Die L. waren von 1960 bis 1990 die herrschende Unternehmensform in der Landwirtschaft der DDR. Sie vereinten mehr als drei Viertel der primären Agrarproduktion auf sich. Mit dem gesellschaftlichen Umbruch in der DDR und deren Beitritt zur BRD standen die 3.844 LPG, davon 1.162 LPG Pflanzen- und 2.682 LPG Tierproduktion, vor einer schwierigen Wandlung. Die Umwandlung der LPG in eingetragene Genossenschaften, Personen- oder Kapitalgesellschaften durch Rechtsformwechsel.
Siehe auch Stichwörter: Agrarfabrik und konventioneller Landbau

Autor: KATALYSE Institut

Lindan

L. gehört zu der Gruppe der Organochlorpestizide, ist umweltstabil, d.h. ist schwer abbaubar, weltweit in allen Medien analytisch nachweisbar und reichert sich in der Nahrungskette an.

L. wirkt als Nervengift und gehört der Wassergefährdungsklasse 3 (stark wassergefährdend) an. Hauptaufnahmepfade des Menschen sind Lebensmittel und die Innenraumluft. Die L.-Aufnahme des Menschen lag 1990 durchschnittlich bei 1 ng/kg Körpergewicht/Tag.

Für Lebensmittel sind folgende Grenzwerte in der Pflanzenschutzmittelhöchstmengenverordnung vorgeschrieben:

  • 2 mg/kg für Blatt- und Sprossgemüse, Schaffleisch, Schalentiere und Fische
  • 1 mg/kg für Frucht- und Wurzelgemüse, alle Fleischsorten (außer Schaf) und tierische Speisefette
  • 0,5 mg/kg für Tee und Weintrauben
  • 0,1 mg/kg für Eier, Getreide, Kartoffeln, Möhren, Hülsenfrüchte
  • 0,01 mg/kg für Säuglingsnahrung

Der ADI-Wert beträgt 10 µg/kg/Tag
Trinkwassergrenzwert: 100 ng/Liter
Richtwert für Innenräume (nach BgVV): 1 µg/m3
MAK-Wert als Gesamtstaub: 0,1 µg/m3 Luft
BAT im Vollblut: 20 µg/Liter
In Tierversuchen traten gehäuft Lebertumore bei Mäusen auf.

Autor: KATALYSE Institut

Leitpflanzen

siehe: Zeigerpflanzen

(Z. sind Wildpflanzen, deren Anwesenheit auf spezifische Eigenschaften eines Standortes hindeuten, da sie verstärkt oder ausschließlich dort auftreten (Bioindikatoren).)

 

Autor: KATALYSE Institut

Leinöl

Leinöl wird als kaltgepresstes Extrakt u.a. im Lebensmittelbereich verwendet und ist als heißgepresster Rohstoff und mit Leinölverkochungen ein wichtiger Grundstoff in der Farben- und Lackproduktion.

fossil = 0 %
mineralisch = 0 %
metallisch
nachwachsend = 100%


 VI. Literatur und Quellen

  • Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon, KATALYSE Institut Köln 2006
  • Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000
  • Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002
  • Karcher, R. Jakubke, H.: Lexikon der Chemie; Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998
  • Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999
  • Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim

Autor: KATALYSE Institut

Leindotter

Leindotter ist eine einjährige (bis winterannuelle), krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 30 bis 120 cm. Sie trägt dünne Wurzeln und Stängel und hat traubige Blütenstände. Die Blüte dauert 20 bis 30 Tage, die Frucht ist ein Schötchen mit 8 bis 16 Samen.

 

  • Systematik: Familie: Cruciferae, Brassicaceae (Kreuzblütler), Art: Camelina sativa L. Crantz
  • Herkunft: Südeuropa und südwestasiatischer Raum
  • Klima: kontinental
  • Aussaat: nach der Keimphase von etwa 20 Tagen Ende März; Aussaatmenge etwa 400 Körner pro m2; Blattfläche und Bodenbedeckung im Vergleich mit anderen Brassica-Arten (
    Raps, Rübsen) gering.
  • Düngung: Stickstoffdüngergaben je nach Bodenbeschaffenheit 60 bis 120 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: langsame Jugendentwicklung und geringes Unkrautunterdrückungsvermögen erfordert intensive Unkrautbekämpfung
  • Ernte: im Frühsommer, Vegetationszeit 100 bis 110 Tage; maschinelle Ernte
  • Ertrag: 0,6 bis 2,9 Tonnen/Hektar in Mitteleuropa; enge Standortabhängigkeit
  • Besonderheiten: Ölgehalt zwischen 33 und 42 Prozent; Fettsäuremuster abweichend von dem der übrigen Cruziferen: höherer Alpha-Linolensäuregehalt (35 bis 45 Prozent), geringerer Erucasäureanteil (1 bis 2 Prozent), relativ hoher Gehalt an Eicosensäure (15 bis 20 Prozent); 25 bis 30 Prozent Rohproteingehalt vergleichbar mit
    Raps.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut