Waldfläche

Die W. der Erde beträgt etwa 3,9 Mrd ha. Durch unterschiedliche Eingriffe des Menschen nimmt sie ständig ab

Allein durch Raubbau am tropischen Regenwald, aber auch durch emissionsbedingtes Waldsterben und Ausdehnung von Siedlungsflächen, nimmt die W. jährlich ca. 13,5 Mio ha ab. Die Folgen sind u.a. Klimaveränderungen, Überschwemmungen, Ausbreitung der Wüsten, Verlust von fruchtbarem Humus und im Gebirge häufigerer Abgang von Lawinen und Steinschlägen (Waldfunktionen, Alpen ).
Die W. Deutschlands beträgt 10,4 Mio ha und bedeckt 30% des Landes. In Europa ist etwa eine Fläche von 1,1 Mrd ha mit Wald bedeckt, das sind etwa 39% der Gesamtfläche (s. Tab).

Autor: KATALYSE Institut

Urwald

U. sind definitionsgemäß bislang vom Menschen unberührte oder nicht veränderte, wildwachsende Waldgebiete.

Sie zeichnen sich durch eine stabile Struktur, einen ausgeglichenen Nährstoffkreislauf und optimal angepaßte Pflanzenmischung aus. Gleichaltrige, verjüngte Reinbestände können sich nach Waldbränden u.a. Naturkatastrophen bilden. Die größten zusammenhängenden U.-Flächen finden sich heute in tropischen und subtropischen Gebieten, werden derzeit aber durch intensiven Raubbau ausgeholzt und in Ödland verwandelt (Regenwald).

Aber auch außerhalb der Tropen wird U. vernichtet. In Ländern wie Kanada und Finnland werden riesige natürliche U. für die kommerzielle Holznutzung gefällt, ohne daß eine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben wird.

Mehr als 25% der Primärproduktion an Pflanzenmasse wird allein von (sub)tropischen Regenwäldern und regengrünen Monsunwäldern geliefert, außeredem ein wesentlicher Anteil an Sauerstoff.

In Deutschland gibt es so gut wie keine echten U. mehr. Nach dem Bundeswaldgesetz von 1975 sollen aber landschaftstypische Naturwälder zur Sicherung von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erhalten oder wiederhergestellt werden (Bayerischer Wald).

Eine forstwirtschaftliche Nutzung dieser Wälder ist nicht, eine Begehung nur über schmale, vorgeschriebene Wege erlaubt. Bei Gefährdung benachbarter Wirtschaftswälder durch Schädlinge u.ä. sind aber Forstschutzmaßnahmen (Anwendung von Pestiziden, Holzeinschlag u.ä.) erlaubt.

Autor: KATALYSE Institut

Trinkwasserschutzgebiet

Nach der DIN 2000 soll Trinkwasser als Naturprodukt so naturbelassen wie möglich sein.

Das Wasserschutzgebiet wird durch Verordnung festgesetzt. Vom DVGW und Länderarbeitsgemeinschsft sind gemeinsam Schutzgebietsrichtlinien erstellt worden.

siehe auch Stichwort Wasserschutzgebiet

Autor: KATALYSE Institut

Symbiose

Mit S. ist eine Beziehung zwischen zwei Arten gemeint, von der beide Beteiligten profitieren

Im englischen Sprachgebrauch wird hierfür der Begriff Mutualismus verwendet. Das englische "symbiosis" ist dagegen der Überbegriff für das "Zusammenleben" verschiedener Arten - egal ob es sich um Parasitismus, Kommensalismus oder Mutualismus handelt.

Beispiel:
Im Ökosystem Korallenriff sind die in Korallen und anderen Tieren lebenden einzelligen Algen von zentraler Bedeutung. Sie werden auch Zooxanthellen genannt und gehören vorwiegend zu den Dinoflagellaten und Diatomeen. Eine ähnliche Bedeutung haben vermutlich bestimmte Bakterien für die Lebensgemeinschaften an den mittelozeanischen Tiefseerücken. Statt Licht nutzen sie als Energiequelle
anorganische Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methan, die zusammen mit der heißen Lava aus den unterseeischen Vulkanschloten strömen. Zu den Wirtstieren der auch frei lebenden Bakterien gehören Muscheln und Röhrenwürmer (Pogonophoren). Die heute bekannten Beispiele für Endosymbiose sind auch für Evolutionsbiologen interessant. Sie liefern einen Hinweis, wie eukaryotische Zellen (mit Zellkern) aus den einfacher gebauten Prokaryoten (Bakterien) entstanden sein könnten.

Quelle: Haegele, Gerd: Korallenriffe, CD-ROM im Habitat-Verlag, München 2004
Bestellung unter: www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut

Stiftung Ökologie & Landbau

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.

Aktuelle Aktivitäten der SÖL:/liste}

  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
  • Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
  • Forschung(Wissenschaftstagungen)
  • zwischen Institutionen
  • Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
  • Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
  • Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

Autor: KATALYSE Institut

Sport und Umwelt

Auch Sportler beeinflussen die Umwelt (Klima, Lärm, Gewässer, landschaft, Abfalkl usw.). Deshalb sind in diesem Bereich beispielhafte Maßnahmen zu integrieren.

Lärm: Lärm von Sportplätzen, Bolz-, Kinderspielplätzen u.ä. wird nach einem Beschluss des Lärmausschusses für Immissionsschutz (LAI; Hinweise zur

Ermittlung und Beurteilung des durch Freizeitaktivitäten verursachten Lärms) durch verschiedene Zuschläge (Spielgeräusche + 5 Dezibel [dB], menschliche Äußerungen + 5 dB, nach Feierabend, Wochenende usw. + 6 dB) lauter eingestuft als tatsächlich gemessen. Der LAI kommt dabei zu dem Ergebnis, dass Sportausübung in der Freizeit in Wohnungsnähe kaum noch ohne Auflagen möglich ist. Die Sportverbände wenden hiergegen ein, dass eine derart undifferenzierte Übertragung der Beurteilungsweise von Industrielärm (Freizeitlärm, Lärmgrenz- und –richtwerte) auf den Sport nicht vorgenommen werden könne.

Nicht nur Menschen sind durch den Lärm von Sporttreibenden betroffen. Besonders Wasservögel werden selbst durch geräuscharmes Zurufen oder Schwimmen in Naturgewässern stark gestört.
Abgase: Werden v.a. von allen Motorsportarten produziert, aber auch indirekt z.B. durch den Autoverkehr zu Großveranstaltungen des Sports, Abhilfe könnte durch die stärkere Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs geschaffen werden.

Gewässerverschmutzung: Als Beispiel für eine Gewässerverschmutzung durch den Sport sei die Belastung von Seen durch Motorboote genannt. Auf vielen deutschen Seen ist daher das Befahren mit Motorbooten verboten oder stark eingeschränkt.
Abfall: Der Sportler trägt seinen
Abfall z.B. als Skifahrer oder als Bergwanderer bis in die höchsten Gletscherregionen und beeinflusst dadurch vom Menschen bisher kaum berührte und z.T. sehr empfindliche Ökosysteme. Als oberstes Gebot sollte immer gelten, dass man Verpackungen o.ä., die man mit in die Natur nimmt, wieder mit nach Hause nimmt und sie dort entsorgt.

Landschaftsverbrauch: Der Landschaftsverbrauch springt besonders ins Auge bei Großprojekten wie Autorennstrecken oder Skipisten, für die z.T. große Flächen in ohnehin vom Waldsterben bedrohten Mittel- und Hochgebirgen abgeholzt werden. Zudem trägt der Sportler, der am Wochenende über breite Strassen mit seinem Auto schnell in die unberührte Natur fahren will, zur Erhöhung des Verkehrsflächenflächenbedarfs bei. Einen unvertretbar hohen Landschaftsverbrauch verursachen auch Rallyefahrer oder Mountainbiker, für die es einen besonderen Reiz darzustellen scheint, in möglichst unberührten und unbebauten Gebieten ihr Unwesen zu treiben und damit empfindliche Biotope und Geotope zerstören.

Von den rund 170.000 Sportstätten in Deutschland besteht bei der Mehrzahl in naher Zukunft ein erheblicher Sanierungsbedarf, insbesondere aufgrund des schlechten energetischen Zustands. Der im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes entwickelte Leitfaden "Contracting für kommunale Sportstätten - Strategien zu Klimaschutz und Kostensenkung" zeigt Wege auf, wie der für die Sanierung notwendige Finanzbedarf mit diesem Instrument gedeckt werden kann. Er erklärt die verschiedenen Contracting-Modelle, gibt Hinweise auf die haushaltsrechtliche Handhabung und vergaberechtliche Fragen, enthält Musterverträge und stellt an einer Reihe von Best-Practice-Beispielen Energieeinsparpotenziale dar. Etwa zwei Drittel der 170.000 Sportstätten sind grundsätzlich für Contracting geeignet. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden auch die durch Contracting erzielbaren CO2-Minderungspotentiale imSportstättenbereich untersucht und damit aufgezeigt, welchen Beitrag der Sport zum Klimaschutz leisten kann.

Im Sportstättenbereich beträgt das Einsparpotenzial rund eine Million Tonnen Treibhausgase. Würden die hierfür notwendigen Investitionen mit Hilfe des Instruments Contractinggetätigt, könnten die Haushalte der Sportstättenbetreiber - überwiegend sind dies die Kommunen - bereits im Vertragszeitraum laufender Projekte jährlich um 12 bis 37 Millionen Euro entlastet werden. Nach Ablauf der Verträge wird mit finanziellen Einsparungen zwischen 60 bis 185 Millionen Euro jährlich gerechnet. Diese Zahlen belegen, dass der Sporteinen erheblichen Beitrag zur Erfüllung des Klimaschutzziels der Bundesregierung leisten kann. Darüber hinaus würde eine vollständige Umsetzung des Contracting-PotenzialsInvestitionen im Umfang von ca. 420 bis 1.260 Mio. Euro auslösen und etwa 2.850 bis 8.540 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Grundsätze der Planung von Sport- und Freizeiteinrichtungen sind im Bundesbaugesetz (Baugesetzbuch) niedergelegt. Die Belange des Sports müssen auch in der Bauleitplanung berücksichtigt werden.

Folgende Lösungsansätze sind im Konflikt zwischen Sport und Umweltschutz denkbar:

  • In innerstädtischen Bereich mit Unterversorgung an Sportanlagen: Nutzung und Rekultivierung aufgegebener Industrieflächen oder Mitbenutzung großer leerstehender Parkplätze.
  • Im Außenbereich: Anwendung von Lösungen mit geringem zusätzlichen Landschaftsverbrauch, z.B. Golfplätze auf ökologisch minderwertigen Flächen wie ehemaligen landwirtschaftlichen Monokulturen oder Rekultivierungsgebieten anlegen; Anlage von Wander-, Jogger- und Radwegen so, dass besonders empfindliche Biotope durch gezielte Streckenführung geschützt werden.

Die Fußball-WM 2006 in Deutschland soll die weltweit erste klimaneutrale Sportgroßveranstaltung werden. Darüber hinaus sorgen anspruchsvolle, konkrete Ziele in den Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehr dafür, dass die WM bereits jetzt zu einem Erfolg für den Umweltschutz zu werden verspricht. Im Mittelpunkt des Umweltkonzepts "Green Goal" stehen quantifizierte Ziele zur Verminderung von Umweltbelastungen durch das sportliche Großereignis. Auf der Basis einer Ist-Analyse sollen inden Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehrsemissionen Einsparungen von insgesamt jeweils 20 Prozent erfolgen. Dies wiegt umso schwerer, da - anders als bei den Olympischen Spielen in Sydney -insgesamt 12 Spielorte in ganz Deutschland ausgewählt wurden und dabei zumeist bereits vorhandene Stadien genutzt werden. Die erzielten Einsparungen werden auch die Betriebskosten der Stadiensenken. Eine Reihe der Stadien arbeitet bereits mit Umweltmanagementsystemen, die entsprechende Effizienzpotenziale aufdecken.

Experten gehen davon aus, dass die Fußball-WM in Deutschland - bedingt vor allem durch das Verkehrsaufkommen - rund 100 000 Tonnen an Treibhausgasen zusätzlich produzieren wird, die durch Klimaschutzinvestitionen ausgeglichen werden sollen.

Autor: KATALYSE Institut

Schutzwald

Bezeichnung für die Wälder in alpinen Regionen, die die Täler vor Lawinen, Geröll und Erdrutschen sichern sollen

Der alpine S. geriet erstmals im Sommer 1987 ins öffentliche Interesse, nachdem starke Regenfälle im italienischen Veltin-Tal einen von Fachleuten lange vorhergesagten Bergrutsch auslösten. Dabei wurden drei Ortschaften zerstört. Innerhalb von 6 Wochen wurde das Tal 2mal überflutet.

Seither gibt es immer wieder Pressemeldungen über Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutsche, die sich auf die zunehmende Zerstörung des S. zurückführen lassen. Der S. ist v.a. durch den sauren Regen sowie durch den Tourismus (Freizeit und Umwelt) bedroht. Jährlich kommen über 40 Mio Touristen in die Alpenregion, überqueren Hunderttausende das Gebirge auf ihrer Fahrt in den Süden. Die Autoabgase (Schadstoffe aus Kfz) schädigen zusammen mit den durch Ferntransport herangetriebenen anderen Luftschadstoffen den S..

In bestimmten Lagen ist der Wald fast zu 100% krank, viele Bäume sind bereits abgestorben. Aufforstungen bleiben vielerorts ohne Erfolg: Ein zu hoher Schalenwildbestand und ein versauerter Boden sorgen dafür, daß die geflanzten Bäume nur wenige Jahre alt werden.

Der Bau von über 12.000 Schleppliften und 40.000 Skipisten hat große Löcher in den alpinen S. gerissen. Ausgehend von diesen Pisten frißt sich die Erosion immer weiter vor, so daß immer mehr Wald zerstört wird. Für den Bau von Zweitwohnungen und Hotels mitten im Wald mußten ebenfalls viele Bäume sterben. Diese Art von Tourismus entzieht sich sehr schnell selbst den Boden. Ist der S. erst einmal zerstört, kann die betroffene Region kaum noch touristisch genutzt werden.

Außerdem, und dies ist noch viel schlimmer, verschwinden ganze Ortschaften unter Lawinen und Erdrutschen, werden die betroffenen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte aller Ortschaften in den Alpen akut bedroht. Der S. braucht unseren Schutz. Folgende Maßnahmen sind zwingend erforderlich:

Begrenzung des Massentourismus, Bauverbot im S., insb. kein Bau von weiteren Freizeiteinrichtungen, Reduzierung der Schalenwildmenge, EG-weite Geschwindigkeitsbegrenzung, Schaffung attraktiver Alternativen wie z.B. guter Bahnanbindungen (Schienenverkehr) und Verlagerung von Gütern auf die Bahn, um den Lkw-Verkehr zu reduzieren (Alpentransitverkehr, Kombinierter Verkehr).

  • Waldfunktionen, Alpen

Autor: KATALYSE Institut

Renaturierung

Rückführung von genutzten Flächen in einen mehr oder weniger naturnahen Zustand.

Renaturiert werden alte Industriestandorte, Tagebaue (Braunkohle), Kiesgruben, unwirtschaftliche landwirtschaftliche Randzonen und Gewässer. In einer intensiv genutzten Kulturlandschaft ist R. zum Erhalt naturnaher Ruhezonen erforderlich. Jedoch kann damit der Verlust an Naturlandschaft durch Bebauung und Versiegelung nicht kompensiert werden. Die Rückzugsgebiete vieler Pflanzen und Tiere sind mittlerweile so zerschnitten, klein und weit auseinanderliegend und die genutzten Äcker, Wiesen und Gärten so artenarm, daß eine Wiederbesiedlung nahezu ausgeschlossen ist. Im Gegensatz zur R. von Gewässern und Feuchtgebieten, die durch die Flugverbreitung von Insekteneiern und Pflanzensamen im Gefieder von Wasservögeln begünstigt wird, ist die R. von Trockenrasen und Torfmooren, wenn überhaupt, nur in Hunderten bis Tausenden von Jahren möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Regenwald

Der Regenwald ist der immergrüne Wald der inneren Tropen mit ganzjährig heißem, feuchtem Klima. Die tropischen Regenwald sind die artenreichste Lebensgemeinschaft auf der Erde.

In ihnen leben mindestens die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Bäume des Regenwald werden bis zu 60 m und mehr hoch. Durch Brandrodung für Viehzucht und Landwirtschaft, Staudämme (Wasserkraft), Bergbau und Industrie, Brennholzeinschlag und Holzkohleproduktion (

Holz) und v.a. auch Holzexporte (Tropenholz) ist der Bestand des Regenwald weltweit bedroht.

Der Tropenholz-Einschlag zerstört i.d.R. zunächst nicht den gesamten Wald, ist aber häufig Wegbereiter für die weitere Zerstörung, da er den Regenwald über Straßen etc. zugänglich macht. Laut FAO-Bericht wurden 1989 17 Mio ha Regenwald zerstört. Die Auswertung von Satellitenphotos ergab für 1990 sogar eine Fläche von 20 Mio ha. 40% der 1980 bis 1991 erfolgten Abholzung entfielen auf Südamerika, 30% auf Asien und die Pazifik-Regionen und 30% auf Afrika.

Die Regenwald-Zerstörung ist eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit. Folgen hieraus ergeben sich nicht nur für die örtliche Tier- und Pflanzenwelt (Artensterben), die Nahrungsgrundlagen der dort lebenden Menschen und die gesamte Ökologie (Erosion, Überschwemmungen usw.), sondern auch für das globale Klima (Treibhauseffekt).
Aus diesen Gründen fordern viele Umweltgruppen einen Boykott von Tropenholz und eine Einschränkung des Fleischkonsums.

In vielen Ländern mit Regenwald laufen neue Nutzungskonzepte an, die in Waldprodukten nicht nur Nutzholz sehen, sondern andere Waldprodukte, die teilweise einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Wert aufweisen, fördern. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht im Regenwald-Schutz auch die Existenzsicherung der lokalen Bevölkerung durch verbesserte Formen der Waldnutzung und -bewirtschaftung im Sinne einer ökologisch und sozial verträglichen Nutzung.

Dabei geht es z.B. um die nachhaltige Gewinnung von Waldprodukten wie Rattan, Kautschuk, Nahrungsmittel (Honig, Früchte, Nüsse u.a.), Gewürze, Duft- und Geschmacksstoffe, Baumsäfte und -harze, Heilkräuter und Arzneimittel. So hatten z.B. 1988 die medizinischen Endprodukte, die aus dem Regenwald gewonnen wurden, bereits einen kommerziellen Wert von ca. 15 Mrd US Dollar.

Die nachhaltige Nutzung des Regenwald ist Plantagen-Monokulturen vorzuziehen. Monokulturen produzieren nicht so hochwertige Qualitäten wie im Regenwald gewachsene Produkte, z.B. Teakholz. Außerdem ist in Monokulturen i.d.R. ein Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln notwendig, um den Ertrag zu sichern.

Eine weit bessere Nutzung von Regenwald und der Gewinnung seiner Produkte kann in sog. Nutzreservaten geschehen. Grundvoraussetzung dafür ist aber eine ökologische und soziale Bodenreform, die die Belange der Bewohner voll berücksichtigt (Anbau der eigenen Grundnahrungsmittel). Dann wäre ein Grundstock für eine ökologische Nutzung vieler verschiedener Waldprodukte des Regenwald gegeben, die mit einfachen landesüblichen Mitteln zu ernten und zu verarbeiten sind.

Lit.: C.Niemitz (Hrsg.): Das Regenwaldbuch, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut

Plenterwald

In einem P. finden sich auf kleinster Fläche Bäume aller Entwicklungsstufen nebeneinander.

Er wird in der Hauptsache aus Buchen, Tannen und Fichten gebildet. Seinen einzigartigen ökologischen Aufbau verdankt der P. der Tatsache, daß der Förster in ihm immer nur einzelne Bäume schlagen läßt, statt, wie auch heute noch häufig üblich, auf einer größeren Fläche alle Bäume zu fällen. In einen P. muß der Förster meist nicht eingreifen, um die durch das Entnehmen einzelner Bäume entstandenen Lücken im Wald wieder zu schließen.

Kleinere Baumexemplare, die vorher im Schatten standen, drängen jetzt zum Licht und schließen das Blätterdach innerhalb weniger Jahre. Ein P. bietet viele verschiedene Lebensräume. Meist bietet er mehr Tier- und Pflanzenarten eine Heimat als ein Urwald, der in unseren Breiten ja hauptsächlich aus alten Buchen bestehen würde, die u.a. durch ihr dichtes Blätterdach den Wald sehr dunkel und damit artenarm machen. Leider wird nur auf 1% der westdeutschen Waldfläche geplentert. Vorkommen: Schwarzwald, Allgäu und Bayerischer Wald.

Autor: KATALYSE Institut

Pionierphase

Die P. bezeichnet in der Ökologie die Erstbesiedlung von bis dahin lebewesenfreien Arealen.

Neubildungen der Erdkruste geben Gelegenheit, P. zu beobachten, wie z.B. an der Südküste Islands, wo im November 1963 durch einen unterseeischen Vulkanausbruch die ca. 240 ha große Vulkaninsel Surtsey entstand.

Die Erstbesiedlung beginnt immer mit autotrophen und heterotrophen Spezialisten (Pionierarten) wie Blaualgen, Flechten, Moosen, Rädertierchen. Die Pionierarten verändern die abiotischen und biotischen Umweltfaktoren des Lebensraumes so, daß andere weniger spezialisierte Lebewesen Fuß fassen können, die die Pionierarten verdrängen. Eine Sekundärgesellschaft entsteht, die wiederum über eine Reihe von Sukzessionen in das Klimaxstadium übergeht.
Graphik: Klimaxstadium einer Biozönose

Autor: KATALYSE Institut

Paläontologie

Die P. beschäftigt sich mit der Entwicklung der Lebewesen und der Lebensbedingungen in der Erdgeschichte, deren Erkenntnisse im Wesentlichen aus Fossilien gewonnen werden

Überreste von Pflanzen, Tieren und Menschen liefern wichtige Hinweise über die ERdgeschichte. Ihre zeitliche Einordnung erfolgt durch geologische Schichten und radioaktiv zerfallende Isotope.

Wichtig ist auch der Vergleich mit bereits bekannten Leitfossilien aus der gleichen Schicht. Aufgrund von Fossilienfunden werden unterschiedliche Ansätze der Lebensumstände der Lebewesen und der Erdgeschichte rekonstruiert. Obwohl Fossilfunde in vielen Fällen auf Zufälle zurückgehen sind heute mindestens 250.000 verschiedene fossile Arten und unzählige Milliarden von Individuen bekannt.

Autor: KATALYSE Institut

Ökosystem

Ökosystem eine mehr oder weniger abgegrenzte ökologische Funktionseinheit, die sich aus einer Biozönose und deren Biotop zusammen setzt.

Vollständige Ökosystem e können folgendermaßen charakterisiert werden:
Es handelt sich um offene Systeme mit Zu- und Abfuhr von Energie und Stoffen sowie ihrem internen Kreislauf, der drei ernährungsphysiologische Typen von Organismen umfasst: nur die autotrophen Pflanzen können als primäre Produzenten (Erzeuger) ausschließlich aus abiotischen Quellen energiereiche

organische Verbindungen aufbauen (Photosynthese, primäre Produktion).

Davon leben die Konsumenten (Verbraucher), entweder direkt als Herbivore (Pflanzenfresser) oder indirekt als Carnivore (Fleischfresser, Räuber) erster, zweiter oder weiterer Ordnung. Die toten organischen Rückstände der Produzenten und Konsumenten (Detritus) werden schließlich durch Destruenten (Zersetzer) wieder zu anorganischen Stoffen abgebaut und damit erneut dem Kreislauf zur Verfügung gestellt.

Zu den Haupt-Ökosystem der Welt zählen: Meere, Flußmündungen, Meeresküsten, Ströme, Flüsse, Seen und Teiche, Sümpfe, Wüsten, Tundren, Graslandschaften oder Steppen und Wälder.
Zu den in Deutschland besonders gefährdeten Ökosystem zählen Wattenmeer, Moore, oligotrophe Seen, Auenlandschaft, Halbtrocken- und Trockenrasen und Heiden.
Nährstoffkreislauf, Nahrungskette, Detritus, ökologische Nische

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Nische

Die Ö. bestimmt die Rolle und Funktion einer Art im Ökosystem, ist sozusagen der Beruf einer Art.

Der Begriff der Ö. ist also keine Ortsangabe, sondern beschreibt die artspezifischen Beziehungen einer Art mit der Umwelt. Die Einnischung ist das wirkungsvollste Prinzip zur Vermeidung interspezifischer Konkurrenz und ermöglicht die Koexistenz vieler Arten im gleichen Biotop. Anschaulich ist z.B. die Einnischung unserer heimischen Vogelarten in den Wäldern.

Autor: KATALYSE Institut

Naturschutzgesetz

siehe Stichwort Bundesnaturschutzgesetz.

Autor: KATALYSE Institut

Naturschutzgebiet

N. sind, gemäß 13 des Bundesnaturschutzgesetzes, naturnahe Gebiete, bestimmt zum Schutz von Pflanzen und Tieren sowie deren Lebensräumen.

Nutzung und Betreten der Gebiete sollten so weit eingeschränkt sein, daß keine Zerstörung oder Veränderung des Gebietes erfolgt. Die Fläche aller Naturschutzgebiete in Deutschland betrug 2002 1.009.513 ha, das entspricht 2,8% der Gesamtfläche (Flächennutzung). Nur ca. 13% umfassen eine Fläche von 200 ha oder mehr; eine Mindestgröße ist aber zum Erreichen des Schutzziels notwendig. N. haben den größten Schutzstatus.

Trotzdem genießen sie keinen vollen Schutz, sondern werden durch landwirtschaftliche Nutzung (Landwirtschaftsklausel), Erholungseinrichtungen, Anpflanzungen fremder Hölzer u.ä. vielfach beeinträchtigt (Freizeit und Umwelt). Bei ca. einem Drittel der N. ist das Schutzziel gefährdet. Viele vom Aussterben bedrohte Arten werden von den N. nicht erfaßt (Artenschutz). Naturschutzverbände halten eine Vergrößerung auf mindestens 10% der deutschen Fläche für erforderlich.

  • Bundesnaturschutzgesetz

Autor: KATALYSE Institut

Naturschutz

Die Aufgabe des Naturschutzes ist der Erhalt von wildlebenden Pflanzen- und Tierarten, ihrer Lebensgemeinschaften und natürlicher Lebensgrundlagen sowie der Erhalt von Landschaften und Landschaftsteilen unter natürlichen Bedingungen.

Die Schutzziele werden im Bundesnaturschutzgesetz festgelegt. Insbesondere sollen

  • die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts erhalten,
  • die Regenerations- und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter bewahrt,
  • die Tier- und Pflanzenwelt in ihren Lebensräumen geschützt,
  • die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert von Natur und Landschaft dauerhaft bewahrt

und so die Lebensgrundlage des Menschen und die Voraussetzungen für die Erholung von Natur und Landschaft nachhaltig gesichert werden.

Durch die Ausweisung von besonderen Schutzgebieten, die vor unerwünschten Veränderungen bewahrt werden, sollen in der Praxis Natur- und Artenschutz sowie der Schutz von natürlichen Lebensgemeinschaften und ihren Lebensräumen (den Biotopen) verwirklicht werden.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Schutzgebieten:
Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate, Landschaftsschutzgebiete, Naturparke oder Naturdenkmäler.

Der Schutz der Natur als staatliche Verantwortlichkeit reicht in Deutschland mit der Ausweisung des ersten Naturschutzgebietes (1836) und ersten Naturschutzgesetzen (z.B.1875 preußisches Schutzwaldgesetz) in das 19. Jahrhundert zurück. Das Reichs-Naturschutzgesetz von 1935 stellte bereits einen verhältnismäßig weitreichenden Schutz dar und behielt bis zum in Kraft treten des Bundesnaturschutzgesetzes 1976 Geltung.

Erst in den siebziger Jahren erhielt der Naturschutz neue Impulse, u.a. durch die Arbeiten des Club of Rome (Grenzen des Wachstums; Weltmodelle). Erst in dieser Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass die natürlichen Ressourcen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und die natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Nutzung erhalten werden müssen.

Bislang werden zum Schutz der Natur vorwiegend erhaltende (konservierende) Maßnahmen (Artenschutz, Naturschutzgebiete) ergriffen, die sich v.a. am Nutzen für den Menschen orientieren. Erst in jüngster Zeit setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass ganzheitlicher Naturschutz, der den ökologischen Erfordernissen unserer Umwelt Rechnung trägt, unabhängig von dem konkreten kurzfristigen Nutzen des Menschen zu erfolgen hat.

Als weiterer Schritt zum Schutz der Natur trat 1992 die europäische Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) in Kraft. Mit der Unterzeichnung der Richtlinie verpflichten sich die EU-Mitgliedsstaaten ein europaweites Netz von ausgewiesenen Schutzgebieten einzurichten (Natura 2000).

  • Bundesnaturschutzgesetz, Umweltschutz, Artenschutz

Autor: KATALYSE Institut

Naturpark

Naturparks sind großräumige Schutzgebiete, die dem Erhalt von Kulturlandschaften dienen und als Erholungsgebiete von der Bevölkerung genutzt werden können.

Der Schutz erfolgt durch die Ausweisung der überwiegenden Fläche als Landschaftsschutzgebiet oder Naturschutzgebiet (§ 16 Bundesnaturschutzgesetz). Wie andere Schutzgebiete, sollen Naturparks vor zerstörenden Eingriffen bewahrt werden. Dieses Schutzziel verträgt sich jedoch häufig nicht mit der gleichzeitigen Nutzung als Erholungs- und Fremdenverkehrsgebiete, nach deren Erfordernissen Naturparks geplant und erschlossen werden, so werden z.B. Wanderwege, Parkplätze oder Campingplätze angelegt. Die daraus resultierende Nutzung führt zu starken Belastungen dieser Landschaften.

In Deutschland gibt es derzeit 95 Naturparke (Stand: 2006), die etwa 24 Prozent d.h. rund 8,4 Millionen Hektar umfassen.

Autor: KATALYSE Institut

Naturnahe Wälder

Wenn auch vom Förster begründet, zeichnen sich N. dadurch aus, daß sie den Wäldern ähneln, die natürlich an einem bestimmten Standort wachsen würden.

Ein N. kann, wenn der Mensch geschickt eingreift, wesentlich artenreicher sein als ein natürlich wachsender Wald. So würde ein natürlicher Wald in unseren Breiten im Endstadium seiner Entwicklung (Klimaxstadium) v.a. aus Buchen bestehen.

Die Buche ist jedoch sehr "unduldsam", d.h., nur wenige andere Pflanzenarten können unter ihrem Dach gedeihen. Reine Buchenbestände sind daher recht artenarm.

Im Gegensatz zu Monokulturen

  • bieten N. u.a. mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Sie sind damit stabiler gegen Schädlingsbefall,
  • sind N. oft unempfindlicher gegen Windwurf. In ihnen wachsen häufig Bäume unterschiedlicher Höhe, so daß das Kronendach keine glatte Oberfläche bildet; auftretende Windböen werden besser "abgefangen",
  • sind N. von Luftschadstoffen teilweise stärker betroffen. Das "aufgerauhte" Kronendach des gestuften Waldes filtert besonders gut Schadstoffe aus der Luft.

Autor: KATALYSE Institut

Naturdenkmal

Ein N. ist ein besonders schützenswertes Einzelobjekt in der Natur, wie z.B. Standorte seltener Tiere und Pflanzen, alte Bäume, Quellen, Felsformationen und Höhlen, Wasserfälle oder große Einzelbäume.

N. werden aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder ästhetischen Gründen sowie angesichts ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit unter Schutz gestellt (§ 17 Bundesnaturschutzgesetz).

Autor: KATALYSE Institut

Nationalparks in Deutschland

(Stand: 14.07.2004; EUROPARC Deutschland)

Bundesland

Nationalpark

Gründung

Gesamtfläche (ha)

Bayern Bayrischer Wald 1970 24.250
Bayern Berchtesgaden 1978 20.778
Schleswig-Holstein Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 1985 441.500
Niedersachsen Niedersächsisches Wattenmeer 1985 234.230
Hamburg Hamburgisches Wattenmeer 1990 11.700
Mecklenburg- Vorpommern Vorpommersche Boddenlandschaft 1990 80.500
Mecklenburg- Vorpommern Jasm und 1990 3.003
Mecklenburg- Vorpommern Müritz 1990 31.878
Sachsen Sächsische Schweiz 1990 9.300
Sachsen-Anhalt Hochharz 1990 5.868
Niedersachsen Harz 1994 15.800
Brandenburg Unteres Odertal 1995 10.600
Thüringen Hainrich 1997 7.600
Hessen Kellerwald-Edersee 2004 5.724
Nordrhein-Westfalen Eifel 2004 10.700
Deutschland gesamt     913.431

Autor: KATALYSE Institut

Nationalpark

N. sind großräumige, mindestens 1.000 ha umfassende Naturlandschaften von besonderer Eigenart, Schönheit oder Seltenheit, in einem möglichst natürlichen, vom Menschen unberührten Zustand.

N. unterliegen strengen Schutzbestimmungen, um den vorhandenen vielfältigen Tier- und Pflanzenartbestand zu erhalten und ihn vor menschlichen Eingriffen zu schützen (nach § 14 Bundesnaturschutzgesetz). Die Mehrzahl der deutschen N. sind sogenannte Ziel-Nationalparke, in denen die Kriterien der ungestörten Naturentwicklung nur zum Teil erfüllt werden. Häufig werden die Schutzziele in Gebieten nicht erreicht, in denen traditionelle Lebens- und Wirtschaftsweisen der ansässigen Bevölkerung und touristische Aktivitäten zugelassen sind.

In Deutschland gibt es derzeit 15 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 913.431 ha. Ungefähr 80 % dieser Fläche sind Watt- und Wasserflächen.

  • Naturschutz, Biosphärenreservat, Landschaftsschutzgebiet, Bundesnaturschutzgesetz

Autor: KATALYSE Institut

Moor

Man unterscheidet je nach Entstehung die im Grundwasserbereich, zum Beispiel bei der Verlandung von Seen, gebildeten nährstoffreichen Niedermoore (=Flachmoore) und die vom Grundwasser unabhängig wachsenden über ihre Umgebung sich uhrglasförmig erhebenden nährstoffarmen Hochmoore, die vom Regenwasser gespeist werden

Moore sind nach der Eiszeit entstanden und weisen mindestens 30 cm dicke Torflager mit einer charakteristischen Floar und Fauna auf.

Moore gehören zu den in ihrem Bestand stark gefährdeten Biotopen (Feuchtgebiete). Seit dem letzten Jahrhundert erfolgte eine systematische Kultivierung der Moore. Die Trockenlegung grosser Moorflächen für die landwirtschaftliche Nutzung (Melioration) und der industrielle Abbau der Torfschichten für den Gartenbau (Torf) sind die Ursachen für den starken Rückgang der Moorgebiete.

Die Entwässerungen führen zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels (Grundwasser) und damit zu einer Verringerung der Trinkwasserreserven. Moore sind zwar gesetzlich geschützt, aber der starke Einfluss von Landwirtschaft und Industrie zerstört sie auch weiterhin. Wichtig für den Schutz der Moore ist ein verändertes Verbraucherverhalten, zum Beispiel durch die Nutzung alternativer Bodenverbesserungsmittel (Torf).

Vor allem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden Torfabbaugebiete durch Wiedervernässung rekultiviert (Rekultivierung). Es handelt sich jedoch um eine sehr langfristige Maßnahme, die bis zur vollständigen Moorregeneration mehrere Jahrhunderte dauert.

11.250 km² Westdeutschlands waren ehemals Moore. In Niedersachsen, einst eines der moorreichsten Gebiete Europas, sind nur noch 1-2% der einstigen Moorfläche intakt. In Schleswig-Holstein existieren von früher 45.000 ha Moor heute nur noch auf 100 Hochmoore verteilte 5.600 ha.

Autor: KATALYSE Institut

MAB-Programm

Internationales UNESCO-Programm zu Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur- und Kulturlandschaften, mit dem Leitthema "Mensch und Biosphäre" (MAB), das im Oktober 1970 beschlossen wurde.

Aufgabe des M. ist es, auf internationaler Ebene wissenschaftliche Grundlagen für eine umweltgerechte Nutzung und Erhaltung der natürlichen Ressourcen zu entwickeln, mit dem Ziel, das Spannungsfeld zwischen Mensch und Umwelt zu untersuchen sowie Wege zu einer nachhaltigen Verbesserung dieser Beziehung aufzuzeigen.

Das M. war von Beginn an auf weltweite Zusammenarbeit ausgerichtet. Weltweit wurden bislang in 111 UNESCO-Mitgliedsländern Nationalkomitees gegründet. Das deutsche M.-Komitee besteht aus 17 Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen sowie Vertretern der Bundesministerien.

Autor: KATALYSE Institut