Externe Kosten

Kosten, die nicht in den Marktpreisen enthalten sind, da sie nicht vom eigentlichen Verursacher getragen werden, werden als externe Kosten bezeichnet.

Hierzu gehören beispielsweise die Kosten für das Waldsterben, Gesundheitsschäden, Bau- und Materialschäden, Klimaveränderung etc. infolge der Emission von Luftschadstoffen. Derartige Kosten sind volkswirtschaftlich kontraproduktiv, obwohl sie zu einer Steigerung des Bruttosozialproduktes beitragen.
Den Kosten von 475,5 Mrd DM/Jahr standen im Jahre 1989 Ausgaben für den Umweltschutz in Höhe von 32,3 Mrd DM/Jahr entgegen. Den Fehlbetrag werden kommende Generationen zu tragen haben. Dies zeigt, wie erforderlich die Weiterentwicklung unserer Wirtschaftsordnung hin zu einer ökologischen Marktwirtschaft ist. Nur eine Internalisierung der externe Kosten, d.h. einer Zurechnung der externe Kosten zu dem jeweiligen Produkt, z.B. durch eine Ökosteuer oder entsprechende Abgaben, stellt sicher, daß der größte Vorteil der Marktwirtschaft, nämlich die Tendenz, sich quasi selbststeuernd auf wirtschaftliche Optima zuzubewegen, erhalten bleibt.
Die externe Kosten in Höhe von 6.000 DM pro Pkw (Auto, Lastkraftwagen) und Jahr entsprechen dem Betrag, den es kosten würde, jedem, der auf sein Auto verzichtet, eine ganzjährige Netzkarte für den Öffentlichen Personennahverkehr, alle fünf Jahre ein Fahrrad zu 1.000 DM und zusätzlich jedes Jahr rund 15.000 Bahnkilometer 1. Klasse zu schenken.
Regenerative Energiequellen

Lit.: UPI: Ökologische und soziale Kosten der Umweltbelastung in der BRD im Jahr 1989, UPI-Bericht Nr. 20, Heidelberg; O.Hohmeyer: Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung, Social Costs of Energie consumption, Heidelberg

Autor: KATALYSE Institut

FAE

Fettalkoholethoxylate

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FAES

Fettalkoholethersulfate

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Fäkalien

F. (Exkremente) sind vom tierischen und menschlichen Organismus nicht weiter verwertbare, ausgeschiedene Stoffe (Kot und Urin).
Sie bestehen aus Wasser, Darmbakterien, abgestoßenen Epithelien (Schleimhäuten), Sekreten (Ausscheidungen) der Verdauungsdrüsen, nicht resorbierbaren (aufnehmbaren) Nahrungsbestandteilen sowie Gärungs- und Fäulnisprodukten. Der typische F.-Geruch rührt v.a. von den bei Fäulnisprozessen entstehenden Verbindungen Indol und Skatol (Kot) und Ammoniak (Urin) her. Die braune oder braungelbe Färbung ist auf die Abbauprodukte der Gallenfarbstoffe zurückzuführen. Da die F. für die Pflanzen wertvolle Nährstoffe enthalten, sind sie nach Umsetzung (Kompostierung) ein optimales Düngemittel.

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Fallout

Bei Atomwaffenexplosionen und schweren Kernkraftunfällen (GAU) gelangen radioaktive Substanzen (Radioaktivität) in die Atmosphäre und fallen in Form fester Stoffe oder Niederschlag als Fallout auf die Erde zurück.

Auf diese Weise gelangen sie auf Pflanzen, in den Boden, ins Grundwasser und letztendlich in die biologischen Kreisläufe (Anreicherung).

Je nach Explosions- bzw. Unfallablauf und Wetterlage werden die radioaktiven Stoffe nur einige hundert Kilometer weit getragen oder verteilen sich über weite Teile der Erde. Die gesundheitlichen Folgen des Fallout hängen von den radioaktiven Stoffen und ihren Halbwertszeiten ab.

Krebsfälle durch Fallout der oberirdischen Atomwaffenversuche: Atomwaffentests.
Tschernobyl

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Farben

Der Farbeindruck wird durch Farbmittel (Pigmente) hervorgerufen, welchen, um sie als Mal-F. verwenden zu können, Bindemittel zugemischt sind.

Dies sind pflanzliche Öle und Harze (Öl-F.), Milcheiweiß oder Eigelb (Tempera-F.) oder Pflanzenschleime und Dextrine (Aquarell-F.). Künstler-F. bestehen zu 50 bis 85% aus Pigmenten. Die ältesten anorganischen Pigmente sind die natürlichen Erdfarben, wie z.B. Kreide (Calciumcarbonat), Ocker (Eisenoxidhydrat plus Ton), Umbra (Manganoxid, daneben Eisenoxid und Ton), Graphit (Kohlenstoff) usw., welche ungiftig sind. Unter den künstlichen anorganischen Pigmenten (Mineraloxid-F.) gibt es einige sehr stark giftige oder umweltschädliche, das sind besonders diejenigen, die den chemischen Elementen Arsen, Quecksilber, Blei, Cadmium, Chrom und Uran entstammen.

Die Gruppe der künstlichen organischen Farbstoffe umfaßt eine sehr große Anzahl von Farbtönen. Benzidin-Azofarbstoffe haben sich als krebserregend erwiesen. Generell gilt für den Umgang mit F., daß man Hautkontakt vermeiden sollte, nichts verschluckt und Reste bei kommunalen Sammelstellen für Sonderabfall abgibt. Wasser-F. und Finger-F. für Kinder dürfen keine Schwermetallpigmente enthalten. Aus der Produktion kommen aber Rückstände von Schwermetallen vor, für die Höchstmengen festgelegt sind.

In der Textilfärbung sind die natürlichen Farbstoffe fast vollständig von künstlichen organischen Farbstoffen verdrängt worden. Man unterscheidet zwei Arten von Textilfarbstoffen: die Direktfarbstoffe, die auf die Faser aufziehen, und die Reaktivfarbstoffe, die eine chemische Reaktion mit der Faser eingehen. Wenn auch die verwendeten Farbstoffe nicht oder nur mäßig giftig sind, sollte man beim Färben Handschuhe benutzen, um evtl. Gefahren auszuschließen.

Bei den Direkt-F. werden gelegentlich zusätzlich Fixiermittel und Nachbehandlungsmittel eingesetzt. Diese Mittel können Formaldehyd freisetzen. Andere Nachbehandlungsmittel können Kupfer- und Chromsalze enthalten. Besonders die Salze des 6-wertigen Chroms sind stark giftig und krebserregend. Während natürliche F., die aus Materialien wie Zwiebelschalen, Reseda, Blauholz, Walnußhüllen usw. gewonnen werden, unbedenklich sind, sind es die notwendigen Hilfsmittel nicht immer.

Stoffmal- und Stoffdruck-F. enthalten als Lösemittel Xylol und 20-60% Benzin, deren Dämpfe gesundheitsschädlich sind. Beim Malen sollte man auf gute Belüftung achten.
Das zum Entfärben von Textilien verwandte Natriumdithionit (Hydrosulfit) ist stark giftig und daher auch als solches mit dem Andreaskreuz gekennzeichnet. Das ebenfalls zur Entfärbung benutzte Natriumhypochlorit setzt bei seiner Anwendung Chlor-Dämpfe frei, weshalb von der Benutzung dieses Mittels auch abgeraten werden muss.

Autor: KATALYSE Institut

Farbstoffe

Sammelbezeichnung für lösliche Färbemittel, die den unlöslichen Farbpigmenten (Pigmente) gegenüberstehen.

Man kennt etwa 100 Farbpigmente, aber mehrere zehntausend Farben. Ca. 500 davon werden in größerem Maßstab für die verschiedensten Anwendungen produziert. Der Verbrauch weltweit lag 1978 bei 800.000 t, Produktion BRD 130.000 t (1985). Für einige u.a. in der Textilfärbung wichtige Azo-F. wurden giftige und krebserregende Eigenschaften nachgewiesen.

Körpereigene, auf der Haut befindliche Stoffe können die Azo-F. wieder in die Ausgangskomponenten aromatische Amine spalten, die überwiegend krebserzeugendes Potential besitzen. Textil-F. können Allergien auslösen. Die Stempelfarben Kristallviolett und Methylviolett sind erbgutschädigend, die für Lebensmittel zugelassenen F. teilweise allergen.

In der Natur kommen ungeheuer viele F. vor, die schon früher vom Menschen und auch heute wieder in Naturfarben verwendet werden, wie z.B. das Alizarin des Krapp, Saflorgelb der Färberdistel oder Luteolin der Reseda.

Im Unterschied zu den synthetisch erzeugten F. fallen bei der Bereitstellung der natürlichen F. keine giftigen Nebenprodukte an sowie keine deponierungsbedürftigen Abfälle. Alle Reste sowie die F. selbst sind kompostierbar und damit in den natürlichen Stoffkreislauf eingegliedert (Kompostierung).

Autor: KATALYSE Institut

Eutroph

nährstoffreich (Gegensatz: oligotroph).

Eutrophe Seen besitzen wegen der starken Vermehrung des pflanzlichen Planktons eine geringe Sichttiefe und häufig eine grün-braune Wasserfarbe. Die obere warme Wasserschicht ist durch die Stoffwechselvorgänge der Algen sauerstoffreich, während das kalte Tiefenwasser durch die sauerstoffzehrenden Abbauvorgänge sauerstoffarm ist.

Autor: KATALYSE Institut

Euro-Diesel

E. gibt es noch nicht, soll es aber bald geben.

 

Die EU hatte 1991 das CEN (Comit Europen de Normalisation) zur europäischen Normung aller Kraftfahrstoffe (z.B. einheitliche Oktanzahl für Ottokraftstoffe oder Schwefelgehalt im Dieselkraftstoff) aufgefordert.

Die Anforderungsnormen für Kraftstoffe sind auf der Basis der europaeinheitlichen EN-Normen als DIN EN 228 (Ottokraftstoff), DIN EN 589 (Autogas) und DIN EN 590 (Dieselkraftstoff) in Deutschland eingeführt und durch die 10. Verordnung zum BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) verbindlich gemacht worden.

Außer Anforderungsnormen für Mineralölprodukte gibt der FAM auch die Prüfnormen heraus, nach denen die in den Anforderungsnormen festgelegten Eigenschaften untersucht werden. Zu jedem genormten Qualitätsmerkmal gehört wenigstens eine - vielfach international abgestimmte - Prüfnorm.
Für bleifreies Benzin gibt es die Europäische Norm (EN 228, entspricht DIN 51 607).

Laut Dieselkraftstoffnorm DIN EN 590 dürfen Diesel bis zu 5 Prozent Biodiesel beigemischt werden. Für Ottokraftstoffe wie Benzin und Super ist die Norm DIN EN 228 entscheidend, die einen Ethanol-Anteil von bis zu 5 Prozent erlaubt. Im Fall von Ethyl-Tertiär-Butylether (ETBE, ein chemischer Abkömmling von Bio-Ethanol), das ebenfalls Benzin und Super beigemischt wird, sind bis zu 15 Prozent zulässig.

Die Kraftstoffqualitätsverordnung (Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen - 10. BImSchV, die Anfang 1994 in Kraft getreten ist) hat die frühere Benzinqualitätsverordnung abgelöst. Mit der letzten Änderung der Kraftstoffqualitätsverordnung wurden 1999 die Vorgaben der europäischen Kraftstoffrichtlinie auch für die deutschen Kraftstoffe verbindlich festgeschrieben sowie die Bezeichnungen "schwefelarm" für Kraftstoffe mit weniger als 50 mg Schwefel je kg Kraftstoff bzw. "schwefelfrei" für solche mit weniger als 10 mg/kg verbindlich gemacht.

Autor: KATALYSE Institut

Ether

Zumeist leichtflüchtige, brennbare Flüssigkeiten (Dimethylether gasförmig). Luft/Ether-Gemische sind hochexplosiv.

Chlorierte E.-Derivate sind stark giftig, bei Vergiftungen Arzt bzw. Klinik aufsuchen! Vorkommen in der Natur: Methyl-E.-Derivate bei Alkaloiden, Blütenfarbstoffen, Geruchsstoffen (z.B. Vanillin), in Zuckern (auch Cellulose, Stärke). Verwendung: Löse- und Extraktionsmittel; Weichmacher; Sprüh-Treibgase; Narkosemittel (Diethylether).

Gesundheitsschädigende Wirkung: unterschiedlich narkotisierend und schleimhautreizend. Chloralkyl-E.: stark schädigend, Verätzungen (obere Atemwege, Augen); erheblich giftiger als einfache E.; Bis(chlormethyl)-E.: Eines der stärksten menschlichen Karzinogene (Bronchial-, Lungenkarzinome).

Herstellung und Verarbeitung soll in Zukunft unterbleiben (MAK-Wert-Liste, III A1), kein gesundheitlich unbedenklicher MAK-Wert anzugeben. Bildung der Substanz soll aus Formaldehyd und Salzsäure (Chlorwasserstoff) an feuchter Luft in wenigen Minuten erfolgen.

Monochlordimethyl-E.: eindeutig krebserregender Arbeitsstoff, da technisch mit ca. 7% Bis(chlormethyl)-E. verunreinigt (MAK-Wert-Liste, III A1), 2,2'-Dichlordiethyl-E.: Verwendung in Beiz-, Wasch- und Mercerisierlösungen, Insektizid. MAK-Wert 10 ppm entspricht 60 mg/m3. Als nicht krebserregend eingestuft (1984), stark schleimhautreizend (Husten, Würgreiz, Übelkeit).

Autor: KATALYSE Institut

Etherische Öle

Sammelbezeichnung für duftende pflanzliche Stoffe, die im Gegensatz zu den fetten Ölen schnell und ohne Rückstand verdampfen.

Sie sind Gemische von Alkoholen, Estern, Ketonen, Terpenen und anderen Stoffen. Gewonnen werden sie durch Wasserdampfdestillation oder Auspressen. Sie können auch durch chemische Synthese hergestellt werden. Verwendung: in Haushaltsprodukten, Kosmetika häufig als Duftstoffe; viele werden medizinisch eingesetzt: Zitronen-, Lavendel-,

Eukalyptus-, Fichtennadelöl, Menthol.

Campher wurde früher als Mittel zur Abtreibung benutzt; wegen desinfizierender und antiparasitärer Wirkung auch als Wurmmittel. Terpentinöl wurde früher als Lösemittel in Lacken verwendet und ist heute in einigen Naturfarbenprodukten enthalten.
Bei Anwendung von E. als Badezusatz größere Empfindlichkeit von Kindern beachten.

Campher und Menthol: Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern (tödlich unter 1 g). MAK-Wert Campher: 2 ml/m3 (ppm) (entspricht 13 mg/m3).
E. reizen die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege. Sie werden auch unter die Haut aufgenommen.

Im Terpentinöl nordischer Kiefern ist allergenes Delta-3-Caren enthalten. Daher wurde der MAK-Wert vorläufig auf 100 ppm = 560 mg/m3 festgelegt. Da die Nadelbäume des Mittelmeer- und Alpenraumes (Lärchenharz) Delta-3-Carengehalte oft unter der Nachweisgrenze enthalten, ist diese undifferenzierte Einordnung der MAK-Liste zur Bewertung ungeeignet.

Autor: KATALYSE Institut

Ethylen

Ethylen, auch Ethen genannt, ist ein farbloses, schwach süßlich riechendes, brennbares Gas. Luftgemische mit 3 bis 29 Volumenprozent Ethylen sind explosiv.

Toxikologie: Ethylen ist wenig giftig, wirkt aber in höheren Konzentrationen in Verbindung mit Sauerstoff narkotisch. Eine ausreichende Narkosetiefe erfordert jedoch derart hohe Ethylen-Konzentrationen, dass im Gemisch nicht ausreichend Sauerstoff zur Erhaltung der vitalen Funktionen vorhanden ist.

Verwendung: Ethylen ist ein Pflanzenhormon, das vielfältige Wirkungen auf den Pflanzenstoffwechsel besitzt. In den USA behandelt man grün geerntete Bananen, Orangen und Zitronen mit Ethylen, um sie künstlich ausreifen zu lassen; andererseits kann man durch künstliches Entfernen von Ethylen aus Lagerfrüchten deren Frische erhalten.

Ethylen gehört mengenmäßig zu den wichtigsten Rohstoffen der organischen Chemie. So ist Ethylen die Ausgangsbasis für rund 30 Prozent aller Petrochemikalien.

Produktion: In Europa stellt Deutschland den größten Ethylen-Produzenten dar (2,9 Mio t 1989), gefolgt von Frankreich (2,5 Mio t) und England (1,9 Mio t). Etwa die Hälfte des Ethylen wird zur Herstellung von Polyethylen benutzt. Die andere Hälfte wird zur Herstellung einer Vielzahl von chemischen Basischemikalien eingesetzt.

Die Herstellung von Ethylen erfolgt durch Dampfpyrolyse von Naphtha nach dem Steamcracking-Verfahren. Zum Cracken (Spalten) wird der Kohlenwasserstoff mit Dampf gemischt
und auf 500 bis 650 °C vorgeheizt. Im Reaktor wird das Gemisch bei Temperaturen zwischen 700° und 900° C innerhalb einer Sekunde gecrackt. Mit der anschließenden Kühlung wird die
Zersetzung der gebildeten Produkte (Ethylen, Propylen, C4-Fraktion, Benzol) verhindert. Der Produktstrom wird anschließend gewaschen, getrocknet und fraktioniert. Zur Reingewinnung der Produkte (Ethylen, Propylen und Benzol) aus sind weitere spezielle Aufarbeitungsschritte notwendig.
Weltweit werden 97 Prozent der Ethylenproduktion durch die Dampfpyrolyse (Steamcracking) von Kohlenwasserstoffen hergestellt.

In Westeuropa und Japan fehlte es lange Zeit an ethanreichem Erdgas, so dass das aus Erdöl gewonnene Naphtha als der hauptsächliche Ethylen-Rohstoff genutzt wurde. Zunehmende Verwendung von Erdgas haben in Westeuopa den Naphthaanteil auf unter 80 Prozent sinken lassen.

Daten zu Ethylen (Ethen)
Index-Nr. 601-010-00-3 F+R12
EG-Nr. 200-815-3 R67
CAS-Nr. 74-85-1

Kennzeichnung
Symbol: F+
R: 12-67
S: (2-)9-16-33-46 

Literatur und Quellen
Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon.de, KATALYSE Institut, Köln 2006

Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000

Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002 

Karcher, R.  Jakubke, H.: Lexikon der Chemie;  Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998

Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999

Ullmann: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim 1987

Autor: KATALYSE Institut

Ethylenoxid

E. (Ethenoxid, 1,2-Epoxyethan, Oxiran) ist ein farbloses, explosives Gas. Es ist mutagen und krebserregend (MAK-Liste III A2).

Für E. wird daher seit 1984 kein MAK-Wert mehr angegeben; etwa 100-200 mg/l Atemluft wirken für den Menschen in wenigen Augenblicken tödlich. Der TRK-Wert wurde auf 1 ppm (ml/m3) festgesetzt. Einatmen von E. bewirkt Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel, Lungenödem, Leber- und Nierenschäden, Augenreizungen sowie Übelkeit und Erbrechen.

Inhalationen von höheren Konzentrationen können tödlich wirken. Der Kontakt mit flüssigem E. führt zu Erfrierung und Verätzung der betroffenen Körperpartien. Da E. keinen ausgeprägten Eigengeruch und damit keine geruchsbedingte Warnfunktion besitzt, kann es ohne Meßinstrumente nicht erkannt werden. Es wirkt bereits bei niedrigen Konzentrationen allmählich betäubend und kann somit zu schweren Vergiftungen führen.

E. ist nach der Gefahrstoffverordnung ein gefährlicher Stoff, der vor allem in der chemischen Industrie (bei Herstellung und Weiterverarbeitung), aber auch im Gesundheitswesen (als Desinfektionsmittel) für Krankheitsfälle bei den Beschäftigten verantwortlich ist. E. wird industriell für die Herstellung von Tensiden und Kunststoffen sowie zur Pharmazeutikaproduktion u.a. verwendet. Produktionsmenge 1991 Westdeutschland: 594.000 t.

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Ethan

Zweiter gesättigter Kohlenwasserstoff in der homologen Alkanreihe.

Bestandteil von Erdgas, wird hauptsächlich durch katalytisches Cracken von Erdöl gewonnen. Ausgangsmaterial von Polyethylen. Reifungshormon von Pflanzen. Durch Umwandlung zu Ethylenoxid im Organismus wahrscheinlich krebserzeugendes Potential.

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Ethanol

(Äthanol, Etylalkohol, Weingeist, Alkohol). Klare, farblose, würzig riechende und brennend schmeckende, leicht entzündliche Flüssigkeit, bildet mit Luft ein explosives Gemisch.

Chemische Formel C2H5OH, Schmelzpunkt -114,4 Grad C, Siedepunkt 78,3 Grad C, Flammpunkt 13 Grad C, Zündtemperatur 425 Grad C, Explosionsgrenze 3,4-15 Vol%, MAK 1000 ppm = 1900 mg/m3.

E. kommt in der Natur überall vor, wo nasse, zucker- oder stärkehaltige Substanzen durch allgegenwärtige Hefezellen vergoren werden (Fallobst, Brotteig usw.). Menschliches Blut enthält 0,002-0,003% E.

Reines E. ist für alle Organismen giftig. E. wird daher auch als Desinfektions- und Konservierungsmittel (Konservierungsstoffe) verwendet. E. findet v.a. Anwendung als Lösungsmittel für Erzeugnisse wie Lacke, Anstrichfarben, Möbelpolituren, Klebstoffe, Arzneimittel und Sprengstoffe, aber auch als "Baustein" bei der Herstellung von Chemikalien mit hohem Molekulargewicht.

Bakterien werden in 70%igem E. abgetötet. Auf den Menschen wirkt E. in kleinen Mengen (meist in Form von alkoholischen Getränken aufgenommen) anregend, in größeren Mengen berauschend. Verstärkende Wirkung einiger Medikamente z.B. Beruhigungs- und Schlafmittel sowie schwächende Wirkung von z.B. Vitaminen und Antikonzeptionsmitteln. E. wird im menschlichen Körper mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,1 g/kg Körpergewicht und Stunde abgebaut.

Vergiftungserscheinungen:
Wärmegefühl, Enthemmung, Ermüdung, Rauschzustand, zuletzt kann Narkose und Atemstillstand eintreten (Alkoholtod bei ca. 5 Promille). E. erweitert die Blutgefäße, wodurch Untertemperatur (Körpertemperatur unter 30 Grad C) entstehen kann (Erfrieren Betrunkener bei wenigen Kältegraden). Die Wirkung ist dabei individuell verschieden und von unterschiedlichen Faktoren abhängig (Geschlecht, Alter, Hunger, Ermüdung). Besonders gefährlich ist E. während einer Schwangerschaft für das ungeborene Kind.

Die Letaldosis (Letal) für ein 5-6jähriges Kind liegt bei 30 Gramm E. Jährlich werden in Deutschland über 2.500 Babys mit Mißbildungen geboren, die auf E. zurückzuführen sind.

Konsumieren Frauen täglich mehr als 20 Gramm reines E. (rd. 0,5 l Bier oder 0,2 l Wein) und Männer mehr als 60 Gramm, ist mit schweren gesundheitlichen Schäden zu rechnen. Regelmäßiger Genuß von E. kann zu einer Abhängigkeit und zu körperlichen, seelischen und sozialen Schädigungen führen (Alkoholismus). Alkoholismus ist die häufigste Suchterkrankung in Deutschland.

Die Zahl der behandlungsbedürftigen Alkoholiker wurde von der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahr (Hamm) mit 2,5 Mio für 1990 angegeben (davon ca. 10% Jugendliche!). Nach Schätzungen sind 1990 allein in Westdeutschland 20.000-40.000 Menschen an E. oder seinen unmittelbaren Folgen gestorben. Hinzu kommt eine schwer zu ermittelnde Dunkelziffer von Alkoholikern, da der Beginn der Abhängigkeit nicht exakt zu bestimmen ist.

Das Bundesarbeitsgericht Kassel entschied Anfang 1991, dass ein alkoholkranker Arbeitnehmer entlassen werden darf, wenn er nicht zu einer Entziehungsbehandlung bereit ist oder die Behandlung erfolglos ist!
Der Pro-Kopf-Verbrauch alkoholischer Getränke lag in Westdeutschland 1990 bei 175,6 l, was rd. 11,8 l reinem E. entspricht.

Synthetischer E. wurde früher aus Acetylen hergestellt, heute hauptsächlich aus Ethylen. Bei der alkoholischen Gärung wird Zucker durch Hefezellen in Kohlendioxid und E. umgewandelt. Eine Faustregel besagt, dass in der Praxis aus 100 kg Zucker mit einer Ausbeute von etwa 50 Liter reinem Alkohol gerechnet werden kann. Hierbei entstehen 4-5% Nebenprodukte, die für den Geschmack E.-haltiger Getränke wichtig sind. In der Natur kommt Alkohol nur in einer Konzentration von max. 15 Prozent vor, weil die Organismen, die ihn bilden, bei höherer Konzentration absterben. Durch Nachgärung und technische Maßnahmen können maximal 18% E.-Lösung hergstellt werden. Konzentrationen über 18% erhält man nur durch Destillation.

Bei der Destillation werden Stoffe mit unterschiedlichen Siedetemperaturen durch Verdampfung und anschließender Kondensation getrennt. In der Brennerei wird z.B. der leichtflüchtige Trinkalkohol (E.) und andere flüchtige Stoffe wie die Aromakomponenten vom restlichen Gemisch getrennt. Um ausreichende E.-Reinheiten z.B. für Trinalkohol zu erhalten, wird der Vorgang meist mehrfach durchgeführt.

Es besteht immer noch ein staatliches Monopol auf Herstellung, Einfuhr, Reinigung und Handel mit zusätzlicher Besteuerung (Branntweinmonopolgesetz vom 8.4.1922). In der Deutschland wurden 1985 87.000 t Synthese-E. hergestellt (ähnliche Mengen aus der Gärung). Weltweit werden etwa 5,3 Mt/a E. aus Agrarprodukten erzeugt.
Wegen seines hohen Heizwertes eignet sich E. als Brennstoff und im Gemisch mit Benzin als Motortreibstoff (Alkoholkraftstoff).

Autor: KATALYSE Institut

Ethen

Ethylen

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Erythem

Entzündliche Rötung der Haut oder Schleimhaut, bedingt durch starke Durchblutung.

Die Ursachen und Erscheinungsbilder sind sehr vielfältig; E. treten als Symptome bei unterschiedlichsten Krankheiten auf. Sie können Teil einer allergischen Reaktion sein oder auch durch chemische Noxen verursacht sein. Zum Teil heilen sie schnell ab, sie können aber auch immer wieder auftreten oder jahrelang bestehenbleiben.

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Essentiell

Lebensnotwendige Stoffe, die ein Organismus nicht selbst aufbauen kann,

z.B. {nlink"215"}Vitamine.

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Erdstrahlen

E. sind ein Sammelbegriff für z.T. physikalisch nicht exakt faßbare Strahlen, die vom Erdboden, insb.
im Bereich von Wasseradern und Verwerfungen ausgehen.

Es ist umstritten, ob sich die fraglos vorhandenen Auswirkungen von E. auf das Wohlempfinden von Mensch und Tier vollständig auf bekannte physikalische Größen wie z.B. elektrisches und magnetisches Feld, elektromagnetische Strahlung (Elektrosmog) und ionisierende Strahlung (Radioaktivität) zurückführen lassen, oder ob es noch zusätzliche, physikalisch bislang nicht verstandene Wirkungen gibt.

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Ergosterin

E. ist ein Provitamin des Vitamins D2 und Stoffwechselprodukt von Hefen, Schimmel- und Speisepilzen.

E. ist sehr beständig und wird selbst durchs Kochen nicht zerstört. E. ist nicht gesundheitsschädlich. Da es in

Nutzpflanzen gar nicht oder nur in Spuren vorkommt, ist es aber ein Indikator für den Pilz- oder Hefenbefall von Nahrungsmitteln, so z.B. auch für den Befall durch Mykotoxine und andere Pilzgifte.

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Epichlorhydrin

(1-Chlor-2,3-epoxypropan) Ausgangsstoff für Epoxidharze.

Im Tierversuch krebserregend, starker Verdacht eines karzinogenen Risikos für den Menschen (MAK-Wert-Liste III A2). Chlorierter Kohlenwasserstoff, der ökotoxisch (für Fisch, Plankton, Säugetiere) ist und bei der Beseitigung in Müllverbrennungsanlagen saures Chlorwasserstoff-Gas bildet.

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Epoxidharz

Zu 90% hergestellt durch Kondensation von Epichlorhydrin und Bisphenol, flüssige bis viskose, glasige Stoffe.

Vernetzung durch Umsetzung mit Härtern (Polyamine, Säuren: ätzende, teilweise brennbare Substanzen). Je nach Vernetzungsgrad flüssiges, breiiges oder festes Produkt. Verwendung: als Lackharze (50%), Elektroindustrie, (Zweikomponenten-) Klebstoffe, Kunststoffverstärkungen.

Technische Eigenschaften: Haftung an Werkstoffen ohne Korrosion an Metallen, widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und Chemikalien. Produktion in der BRD 76.000 t (1985). Nach Kontakt mit E. sofort die betroffenen Stellen gründlich mit Wasser spülen!
Gesundheitsschädigung: Reizung und Sensibilisierung der Haut (Haut- und Augenkontakte (Lidödeme etc.) meiden); bei beruflicher Belastung: Rötungen, Schwellungen an ausgesetzten Körperpartien, Allergien, Reizung der Atemwege, die von den Ausgangsstoffen Epichlorhydrin, Bisphenol und Härtesubstanz herrühren.

Bei festen Harzen sind fast keine Reizwirkung und bisher keine carcinogenen Eigenschaften bei längerandauernder (beruflicher) Belastung festgestellt worden. Staubförmige E., die bei Renovierungsarbeiten auftreten können, lösen allergische Erkrankungen aus.

Autor: KATALYSE Institut