Ethylenoxid

E. (Ethenoxid, 1,2-Epoxyethan, Oxiran) ist ein farbloses, explosives Gas. Es ist mutagen und krebserregend (MAK-Liste III A2).

Für E. wird daher seit 1984 kein MAK-Wert mehr angegeben; etwa 100-200 mg/l Atemluft wirken für den Menschen in wenigen Augenblicken tödlich. Der TRK-Wert wurde auf 1 ppm (ml/m3) festgesetzt. Einatmen von E. bewirkt Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel, Lungenödem, Leber- und Nierenschäden, Augenreizungen sowie Übelkeit und Erbrechen.

Inhalationen von höheren Konzentrationen können tödlich wirken. Der Kontakt mit flüssigem E. führt zu Erfrierung und Verätzung der betroffenen Körperpartien. Da E. keinen ausgeprägten Eigengeruch und damit keine geruchsbedingte Warnfunktion besitzt, kann es ohne Meßinstrumente nicht erkannt werden. Es wirkt bereits bei niedrigen Konzentrationen allmählich betäubend und kann somit zu schweren Vergiftungen führen.

E. ist nach der Gefahrstoffverordnung ein gefährlicher Stoff, der vor allem in der chemischen Industrie (bei Herstellung und Weiterverarbeitung), aber auch im Gesundheitswesen (als Desinfektionsmittel) für Krankheitsfälle bei den Beschäftigten verantwortlich ist. E. wird industriell für die Herstellung von Tensiden und Kunststoffen sowie zur Pharmazeutikaproduktion u.a. verwendet. Produktionsmenge 1991 Westdeutschland: 594.000 t.

Autor: KATALYSE Institut

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