Polybromierte Biphenyle (PBB)

Als Ersatzstoffe für die persistenten und als potentielle Dioxinbildner (Dioxine und Furane) erkannten PCB, als Flammschutzmittel und Weichmacher für Kunststoffe (insb. PVC) produziert.

In vielen Gebrauchsgegenständen wie z.B. Geräterückseiten von Fernsehern in mehreren Prozenten enthalten. Im Brandfall können sich aus den P. zusammen mit den Chloratomen des PVC-Kunststoffs in hohem Ausmaße Dioxine bilden, die gemischt halogeniert sind und als über 2.000 verschiedene Einzelverbindungen auftreten. Ist die Analytik mit dem Nachweis dieser Einzelverbindungen schon total überfordert, ist die toxikologische Beurteilung aller dieser Verbindungen im einzelnen völlig unmöglich. Da die Folgen des Einsatzes nicht zu übersehen sind, ist ein Verbot der P. dringend angebracht.

Autor: KATALYSE Institut

Polyamid

P. ist ein hornartiger Kunststoff, in dessen kettenförmigen Molekülen die Amidgruppe regelmäßig auftritt.

P. wird v.a. als Textilfaser (in Teppichböden u.a.), aber auch als Hartplastik verwendet. Die Herstellung von P. ist mit einem hohen Abfallaufkommen verbunden. P. wird auch als NylonR bezeichnet. P.6, welches aus E-Caprolactam hergestellt wird, ist unter dem Namen PerlonR bekannt. Die bedeutendsten P. sind P.6 und P.66, die aus Hexamethyldiamin und Adipinsäure hergestellt werden. NylonR war die erste vollsynthetische Faser auf dem Markt.
Produktionsmenge 1991, Westdeutschland: 208.000 t P..

Autor: KATALYSE Institut

Polyacrylnitril

Polymerisationsprodukt des Acrylsäurenitrils, das aufgrund noch vorhandener größerer Produktionskapazitäten von Acrylnitril, trotz krebserzeugenden Potentials, immer noch in großen Mengen produziert wird.

Autor: KATALYSE Institut

Polyacrylharze

P. sind thermoplastische, witterungsbeständige Kunststoffe, die durch Polymerisation von Acrylsäure bzw. Methacrylsäure und einiger wichtiger Derivate (= Abkömmlinge), z.B. Acrylsäureesteer und Acrylamid, entstehen (Acrylglas).

Zwar gelten die P. als hochmolekulare Verbindungen selbst nicht als gesundheitsschädlich, jedoch ist der Ausgangsstoff Methylmethacrylat ein starker Reizstoff, der auf Augen, Haut und Schleimhäute wirkt. Das als Zwischenprodukt der P.-Synthese benutzte Acrylsäurenitril ist sogar eine zumindest im Tierversuch krebserzeugende Substanz, die die Arbeitnehmer der P.-Produktion mit unkalkulierbarem Krebsrisiko belastet. Da eine chemische Reaktion nie ganz vollständig verläuft, haben auch die P. immer noch geringe Restgehalte ihrer Ausgangsstoffe. Dieses Problem der sog. Rest-Monomeren besteht prinzipiell bei allen Kunststoffen. Beschichtungen auf Basis wasserverdünnbarer P. können wegen der Alkalienbeständigkeit nur lösemittelhaltig abgebeizt werden.

In der BRD betrug die Produktion von P. 1986 209.00 t.

Autor: KATALY

Autor: KATALYSE Institut

Poldergebiete

P. sind durch Absenkungen entstandene, vom Grundwasser überflutete Gebiete.

Durch den Abbau z.B. von Steinkohle im Untertagebergbau entstehen große Hohlräume, die später in sich zusammenfallen. Hierdurch kommt es zu Absenkungen von stellenweise mehr als 10 m. Insb. im Einzugsbereich von Flüssen und einem geringen Abstand zum Grundwasserspiegel führt dies zu überfluteten, versumpften Gebieten, den P.. Liegen P. in bebauten Gebieten, müssen diese Flächen ständig entwässert werden, um Schäden an der Bebauung möglicht gering zu halten (Steinkohle).

Autor: KATALYSE Institut

Pol

P. (lateinisch Pollutio = Verschmutzung) Einheit für die empfundendene Luftqualität (Raumklima).

Ein P. ist definiert als ein Olf (Geruchsstärke) pro l/s Luftvolumenstrom. Um handhabbare Zahlenwerte zu erhalten, wurde das Dezipol eingeführt.

Autor: KATALYSE Institut

Plutonium

Chemisches Element, Symbol Pu, Ordnungszahl 94, es existieren Isotope von Pu 232 bis Pu 247, Schmelzpunkt 640 Grad C, Siedepunkt 3.327 Grad C, Dichte 19,8 g/cm3, silberweißes Metall.

Plutonium ist der gefährlichste radioaktive Stoff, der in Kernkraftwerken entsteht. Plutonium kommt in der Natur nicht vor, sondern wird in Kernkraftwerken und bei Atombombenexplosionen (Atomwaffen) aus Uran-238 durch Neutroneneinfang erzeugt (erbrütet) und technisch in der Wiederaufarbeitung aus abgebrannten Brennelementen gewonnen. Von besonderem Interesse ist Pu 239. Physikalische Halbwertszeit 24.110 Jahre, biologische Halbwertszeit 120 Jahre, d.h. in einem Menschenleben wird weniger als die Hälfte des aufgenommenen Plutonium ausgeschieden. Bei Aufnahme von Plutonium über die Nahrung kann die sofortige Einnahme von Chelatbildnern die Verweildauer im Körper verkürzen.

Plutonium zerfällt unter Aussendung von Alpha- und Gammastrahlung. Plutonium eignet sich als Spaltstoff mit kleiner kritischer Masse für Atomwaffen und zum Einsatz in Kernreaktoren (Kernspaltung, Schneller Brüter). Plutonium ist aufgrund seiner Alphastrahlung und hoher spezifischer Aktivität einer der gefährlichsten Krebserzeuger. Die größte Gefahr geht von Plutonium aus, wenn es über die Luft eingeatmet wird. Verschiedenen Studien nach reicht eine von der Lunge aufgenommene durchschnittliche Menge von 0,001 bis 0,26 mg Plutonium aus, um Lungenkrebs zu erzeugen, bzw. 1 g Plutonium kann 3.800 bis 1 Mio Lungenkrebsfälle verursachen. Über die Nahrung aufgenommen reichert sich Plutonium im Körper v.a. in Knochen, Leber, Keimdrüsen und Galle an (Anreicherung) und kann u.a. Knochen- und Lebertumore sowie Leukämie auslösen (Krebs, Strahlenschäden).

Weitere Gefahren: Plutonium ist auch chemisch giftig und sehr reaktionsfreudig. Kommt es mit Luft oder Wasser in Kontakt, verbrennt es, bildet feinste Staubpartikel, die als Schwebeteilchen (Aerosole) durch die Luft fliegen. Plutonium gelangte in den letzten Jahrzehnten durch oberirdische Atomwaffentests, Brände und Lecks in militärischen Atombombenzentren, Kernkraftwerksunfälle (GAU, Tschernobyl) und Wiederaufarbeitsanlagen in die Umwelt und führt dort aufgrund seiner langen Halbwertszeit zu langanhaltenden Verseuchungen. Plutonium-haltiger Boden muss sorgsam abgetragen und endgelagert werden (Atommüll). Aus der englischen Wiederaufarbeitsanlage Sellafield (ehem. Windscale) wurden mindestens 15 kg Plutonium in die Irische See geleitet. Arbeiter dieser Anlage wiesen bis zu 600fach erhöhte Plutonium -Konzentrationen in ihren Lungen auf (verglichen mit der englischen Normalbevölkerung. Der Plutonium -Brennelemente-Fabrik in Hanau (Ex-Alkem) wurde 1991 die abschließende Betriebsgenehmigung erteilt.
Plutonium -haltige Brennelemente: Mischoxid(MOX)-Brennelemente.

Autor: KATALYSE Institut

Plausibilitätsprinzip

Rechtsprinzip z.B. der japanischen Rechtssprechung und wichtiger Schritt in Richtung auf Umkehr der Beweislast.

Erscheint es als wahrscheinlich, dass ein Produzent für die Verseuchung eines Gewässers verantwortlich ist, dann reicht es aus, ihn zur Rechenschaft zu ziehen, ohne dass die Beweisführung zu eindeutigen Ergebnissen kommen muss. Allerdings muss der Geschädigte beim P. immer noch Beweise liefern im Gegensatz zum umgekehrten Beweislastprinzip.
Umweltpolitik in Japan, Verursacherprinzip

Autor: KATALYSE Institut

Plastifizierung

Verfahren zum Kunststoffrecycling. Bezeichnung für das Zermahlen und Wiedereinschmelzen von Kunststoffgemischen.

Es muss ein Mindestanteil von 60% Thermoplasten (Polyolefine) vorhanden sein, um den Schmelzprozess durchführen zu können. Produkte der P. sind meist dunkle, grobe und minderwertige Produkte (Parkbänke, Blumenkübel, Lärmschutzwände), die nach ihrem Gebrauch nicht mehr recyclingfähig sind. Zwar lassen sich durch die P. andere Wertstoffe (

Holz, Metalle) einsparen, doch werden die Kunststoffe nicht in den Kreislauf zurückgeführt. Damit handelt es sich also nicht um ein echtes Recycling, und die P. kann nicht als Alternative zur Kunststoffvermeidung (Abfallvermeidung) oder sortenreinen Kunststofftrennung (Getrennte Sammlung) angesehen werden. Die P. wird daher oft auch als "verzögerte Deponierung" bezeichnet; die durch die Hydrozyklon-Technik prinzipiell wieder erhältlichen Polyolefine werden durch die P. dem Recyclingkreislauf entzogen.

Autor: KATALYSE Institut

Plasmide

Plasmide sind relativ kleine, ringförmig geschlossene DNS-Stränge in vielen Bakterienarten, die nicht dem Genom zuzuordnen sind. Sie sind für das Wachstum der Bakterien entbehrlich, verleihen ihnen aber besondere Eigenschaften.

Oftmals versetzen sie das Bakterium in die Lage, mit anderen Bakterienzellen in direkten Kontakt zu treten und das Plasmid auszutauschen. In vielen Fällen tragen Plasmide Resistenz-(R)-Faktoren ( Resistenz) gegen
Antibiotika, die in der Gentechnik oft auch künstlich als physiologische Markierung integriert werden. Plasmide haben in der Gentechnik eine grosse Bedeutung als Vektoren aufgrund ihrer geringen Grösse und ihrer Übertragbarkeit zwischen Bakterien.

Autor: KATALYSE Institut

Plasma

(Griechisch "Geformtes, Gebildetes"). Das Proto-P. einer menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Zelle setzt sich aus der Grundsubstanz (Cyto-P.) und den Zellorganellen zusammen.

Blut-P. ist die zellfreie Blutflüssigkeit.
In der Physik versteht man unter P. ein vollständig ionisiertes, sehr heißes Gas aus weitgehend frei beweglichen negativen und positiven Ionen sowie freien Elektronen. Die Teilchen befinden sich, ähnlich den Molekülen oder Atomen eines normalen Gases, in ungeordneter Wärmebewegung. Durch die freie Beweglichkeit der Ladungsträger besitzt das P. eine relativ hohe Leitfähigkeit, die mit zunehmender Temperatur ansteigt. In einem P. sind daher die Eigenschaften eines normalen Gases mit denen eines elektrischen Leiters vereint (4. Aggregatzustand der Materie). Das Sterninnere besteht ausschließlich aus P.. Technische Anwendung der P.-Physik findet man in der Kernfusion und in der Schadstoffanalytik (P.-Fackel, ICP).

Autor: KATALYSE Institut

Pinselreiniger

Zumeist aus regenerierten
Abfallösemitteln hergestellt und daher häufig mit gesundheitsschädlichen Stoffen verunreinigt.

Auf lösemittelhaltige P. könnte fast vollständig verzichtet werden, wenn wasserverdünnbare Beschichtungsmitteln stärkere Anwendung fänden. Hier genügen dann zur Säuberung frisch benutzter Pinsel P. auf Seifenbasis.
Nitroverdünner

Autor: KATALYSE Institut

Pigmente

Als Pigmente werden, im Gegensatz zu den Farbstoffen, die in der Löse- oder Bindemitteln unlöslichen farbgebenden Stoffe bezeichnet.

Es wird unterschieden zwischen anorganischen Pigmenten (zum Beispiel Titandioxid, Bleiweiss, Cadmiumpigmente, Chromatpigmente) und organischen Pigmenten (zum Beispiel Azo-Pigmente) sowie den natürlichen Pigmenten, den Erdfarben und den künstlichen Mineralfarben.

Wirtschaftlich betrachtet bilden die anorganischen Pigmente für die Herstellung von Lacken und Anstrichfarben, so wie die Einfärbung von Emaille, Keramik, Glas etc. den Hauptanteil. Die Umweltbelastung durch anorganische Pigmente ist gravierend: Zahlreiche Rohstoffe für die anorganische Pigmentherstellung gelten als stark giftig und teilweise krebserzeugend (strenge Kennzeichnungspflicht), insbesondere Blei- und Cadmiumverbindungen.

Cadmiumverbindungen sind teilweise krebserzeugend, ebenso manche Chromverbindungen. Bei der Herstellung von Titandioxid (TiO2) nach dem Sulfatverfahren fällt Dünnsäure an, die bis 1990 auf hoher See verklappt wurde. Nach dem Bau von Dünnsäurerecyclinganlagen ist die Verklappung in Deutschland eingestellt worden (Abfallbeseitigung auf See).

Autor: KATALYSE Institut

Physikalische Speicher

Energiespeicher, die sich physikalische Gesetzmäßigkeit zur Speicherung zunutze machen.

Die Grenzen zwischen chemischen Speichern und P. sind oft fließend. Reine P. sind z.B. Schwungradspeicher (Kinetische Energie), Pumpspeicherseen (Potentielle Energie), Kondensatoren (elektrische Ladung) etc.. Auch alle thermischen Speicher wie Warmwasserspeicher, Latentwärmespeicher etc. gehören letztlich zu den P..
Eine interessante Anwendung eines P. ist die Speicherung von Elektrizität in einem supraleitenden (verlustfreien) Elektromagneten. Diese befindet sich allerdings noch im Forschungsstadium.

Autor: KATALYSE Institut

Photosynthese

Nur grüne Pflanzen (und einige Mikroorganismen) sind in der Lage, die eingestrahlte Sonnenenergie (Globalstrahlung) in den Kreislauf der Natur einzubringen. Sie legen damit den Grundstein für fast alles irdische Leben. In einem komplexen Prozess, Photosynthese genannt, zerlegen diese Lebewesen mit Hilfe von Sonnenlicht und ihrer Blutfarbstoffe, vor allem den grünen Chlorophyllen, Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff.

Der Wasserstoff wird mit dem Kohlendioxid der Luft zu Glucose (Traubenzucker) zusammengesetzt, der Sauerstoff wird an die Atmosphäre abgegeben. In der Glucose ist nun die Strahlungsenergie der Sonne in den Bindungen zwischen Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff chemisch gespeichert ( chemische Speicher) und kann in einem umgekehrten Prozess, bei der die Glucose wieder aufgespalten wird, von der Pflanze selbst, aber auch von allen anderen Lebewesen, die die Pflanze zu sich nehmen, zur Aufrechterhaltung ihrer Lebensprozesse genutzt werden.

Formal lautet die Gleichung der Photosynthese: 6CO2 + 12 H2O + Strahlungsenergie der Sonne ergibt C6H12O6 + 6O2 +6H2O (Kohlendioxid + Wasser + Strahlungsenergie der Sonne ergibt Glucose + Sauerstoff + Wasser). Viele Umweltgifte reduzieren die Photosyntheseaktivität. Schwefeldioxid wird von Pflanzen wie das lebensnotwendige Kohlendioxid über die Spaltöffnungen der Blätter und Nadeln aufgenommen und zerstört das Chlorophyll ( Chlorose, Nekrose). Auch Fluorwasserstoff, Chlorwasserstoff und Ozon stören die Photosynthese. In Gewässern findet eine Reduktion der Photosynthese beim pflanzlichen Plankton durch Schwermetalle und chlorierte Kohlenwasserstoffe statt. Viele Herbizide wirken ebenfalls hemmend auf die Photosynthese.

Siehe auch unter: Assimilation, Biomasse, Produzenten.

Autor: KATALYSE Institut

Phosphorwasserstoff

(Phophor(III)hydrogen) P. ist ein farbloses Gas, das zur Vernichtung tierischer Schädlinge (Kornkäfer, Mäuse), z.B. als Räuchermittel für Getreide, gebraucht wird.

Er bildet sich bei der Einwirkung feuchter Luft auf trockenes Zink- oder Aluminiumphosphid. Wichtigste Vergiftungsquelle durch gasförmigen P. ist technisch unreines Acetylen, aber auch Ferrorsilicium entwickelt beim Feuchtwerden P. und Arsenwasserstoff.
P. wirkt auf das zentrale Nervensystem und irritiert die Lungen. P. gilt für Fische als sehr toxisch. Bei der Anwendung als Schädlingsbekämpfungsmittel hat P. schon zur Vergiftung von Menschen geführt. Vergiftungserscheinungen: Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Krämpfe, die zum Tode führen können. Chronische Vergiftungen sind nicht bekannt; die zugeführten kleinen Dosen werden im Blut laufend entgiftet. MAK-Wert 0,1 ppm (ml/m3), Nachweis: Konstante Bestimmung in der Luft mit Dräger-Röhrchen.
P. wird auch in der Elektronikindustrie eingesetzt.
Saatgutbehandlung, Schädlingsbekämpfung

Lit.: W.Wirth, C.Gloxhuber: Toxikologie, Stuttgart 1985

Autor: KATALYSE Institut

Phosphonate

P. sind phosphororganische Komplexbildner mit direkter Phosphor-Kohlenstoffbindung. Diese ist vergleichsweise stabil, und entsprechend ist die biologische Abbaubarkeit der P. schlecht.

Eher sind P. einem physikalischen Abbau unter Lichteinfluß zugänglich. In jedem Fall entstehen schließlich die eutrophierenden Phosphate. Neben der Gefahr einer Remobilisierung von Schwermetallen wiegt schwer, dass P. die Wirksamkeit der dritten Reinigungsstufe bei der Phosphat-Elimination in Kläranlagen verringern können. P. werden dort zu 50-70% an den Klärschlamm adsorbiert. Auch unter anaeroben Bedingungen im Faulturm findet kein Abbau statt. Es muss davon ausgegangen werden, dass P. unverändert in der Größenordnung von 1 g/kg Trockenmasse Klärschlamm ausgetragen werden. Über das Verhalten von P. im Boden bei landwirtschaftlicher Nutzung des Klärschlamms liegen kaum Daten vor. P. scheint dort aber relativ mobil zu sein.
Über den Verbleib der 30-50% nicht im Klärwerk eliminierten P. können keine zuverlässigen Angaben gemacht werden. Daten über die P.-Gehalte in Gewässern liegen nicht vor.
Die aquatische Toxizität der P. ist mäßig und liegt bei 200 mg/l (LC50-Werte an Fischen).
P. finden in der Technik Einsatz als Korrosioninhibitoren, zur Brauchwasserbehandlung und als Peroxid-Stabilisatoren. In letzterer Eigenschaft werden sie in geringen Mengen (unter 1%) Waschmitteln mit Sauerstoffbleiche zugesetzt (Beispiel: 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP)). HEDP u.a. P. haben dabei das stark umstrittene EDTA abgelöst. Angesichts der ungünstigen Umwelteigenschaften besteht aber auch bei den P. weitgehende Übereinstimmung, deren Verbrauch nicht auszuweiten; z.Z. werden pro Jahr etwa 800 t in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt.
In den Vergabekriterien für das Umweltzeichen von Baukastenwaschmitteln (1991) wird der P.-Gehalt auf max. 0,4% beschränkt.

Autor: KATALYSE Institut

Phosphin

siehe Phosphorwasserstoff

Autor: KATALYSE Institut

Phosphatfällung

siehe Fällung, Weitergehende Abwasserreinigung, Eutrophierung

Autor: KATALYSE Institut

Phosphatersatzstoffe

Die sich seit Ende der 60er Jahre abzeichnende Brisanz des Phosphateintrags in unsere Oberflächengewässer (Eutrophierung) führte schon frühzeitig zur Entwicklung von P.

Aber erst die zweite Stufe der Phosphatreduzierung in Waschmitteln laut Phosphathöchstmengenverordnung machte 1984 eine breite Einführung von P. in die Rezepturen notwendig - damals noch im Gemisch mit Phosphat.
Heute haben die seit 1986 auch von den großen Herstellern angebotenen Haushalts-Pulverwaschmittel ohne Phosphat die nur phosphatreduzierten vollständig verdrängt.
Folgende Gerüststoffe kommen als P. in Frage, wobei kein P. das Phosphat vollständig ersetzen kann, weshalb i.d.R. Kombinationen von P. Einsatz finden:
1. Zeolith A ist heute Grundlage nahezu aller Pulverwaschmittel weltweit.
2. Nitrilotriacetat ist als P. geeignet. Infolge der kontroversen Diskussion findet es in Deutschland jedoch keinen Einsatz in Waschmitteln. Es ist auch nicht anzunehmen, dass sich dies bald ändert.
3.Polycarboxylate werden heute überwiegend in Kombination mit Zeolith A eingesetzt. Wegen ihrer mangelnden biologischen Abbaubarkeit (Abbau) werden sie aber von Herstellern von Alternativwaschmitteln abgelehnt.
4. Citrate: Die Salze des Naturstoffs Citronensäure besitzen ein deutliches Komplexbildungsvermögen und prinzipiell auch ein Remobilisierungspotential für Schwermetalle. Andererseits erfolgt aber ihr biologischer Abbau so rasch, dass die ökologische Verträglichkeit dieser P. als gut zu beurteilen ist. Leider ist die Waschleistung der Citrate bei höheren Temperaturen nicht zufriedenstellend.
5. Natrium-Schichtsilikat (Handelsname SKS-6): dieser neuartige P. ist wie das Zeolith A anorganischer Natur, mit dem Unterschied, dass SKS-6 aluminiumfrei ist, was hinsichtlich der Produktlinienanalyse günstigere Eigenschaften vermuten lässt. Ein weiterer Vorteil ist die Löslichkeit des SKS-6, während seine Instabilität in der Kochwäsche besondere Maßnahmen erfordert. Dieser empfehlenswerte P. ist bisher nur in einigen Alternativwaschmitteln eingeführt. Größere Produktionskapazitäten befinden sich erst im Aufbau.

 

Autor: KATALYSE Institut

Phosphate

Im engeren Sinne Bezeichnung für Salze der einfachen Phosphorsäure (Orthophosphorsäure H3PO4).

Umgangssprachlich werden so aber auch die Salze höherer, d.h. längerkettiger Phosphorsäuren bezeichnet. Herausragende Bedeutung haben die P. als Düngemittel in der Landwirtschaft, doch finden sich weitere zahlreiche Anwendungen, so in der Lebensmitteltechnologie (z.B. als Backpulver, Schmelzsalze), Färberei, Metallverarbeitung, Papierfabrikation etc. Der früher bedeutende Einsatz des Pentanatriumtri-P. als Gerüststoff in Wasch- und Reinigungsmitteln ist dagegen unter dem Eindruck des Eutrophierungs-Problems und den daraus resultierenden Einsatzbeschränkungen in den Industriestaaten stark rückläufig.
Die nationalen Strategien zur Erreichung einer P.-Reduzierung waren unterschiedlich: Sie reichten vom P.-Verbot in Waschmitteln wie in der Schweiz und Norwegen über Einsatzbeschränkungen z.B. in Deutschland und Österreich (Phosphathöchstmengenverordnung) bis hin zu Industrievereinbarungen (Beispiel Niederlande, wo sich die Industrie bis 1990 zum vollständigen P.-Ersatz in Waschmitteln verpflichtete).
Während für deutsche Haushaltswaschmittel die P.-Substitution abgeschlossen ist, verbleiben noch allerdings mengenmäßig wesentlich kleinere Einsatzbereiche von P. in gewerblichen Produkten und v.a. bei Maschinen-Spülmitteln. Die P.-Belastung der Oberflächengewässer aus Wasch- und Reinigungsmitteln ist drastisch zurückgegangen, so dass heute der Anteil anderer Belastungsquellen zunehmend in den Vordergrund tritt.
Entsprechend haben sich in den 80er Jahren die P.-Gehalte und -Frachten in deutschen Oberflächengewässern verringert. Lag noch 1978-81 die Gesamt-P.-Fracht im Rhein an der Meßstelle Lobith (deutsch-niederländische Grenze) stabil bei knapp 1,5 kg/s Phosphor, war diese 1989 auf fast 0,6 kg/s Phosphor abgesunken, was einer Gesamtphosphatkonzentration von 0,33 mg/l entsprach (laut RIWA-Jahresbericht 1989).
Dagegen war in Flüssen wie der Mosel, deren Einzugsgebiet zu einem erheblichen Teil in Ländern ohne gesetzliche P.-Regulierung liegt, bis 1986 keine Abnahme der P.-Konzentration festzustellen.
Angesichts der bedrohlichen Eutrophierung der kontinentalen Küstengewässer reicht die P.-Substitution in Wasch- und Reinigungsmitteln nicht aus. Stammten noch 1950 um 15% des in die Randmeere eingetragenen Phosphors aus Luftverschmutzung, Einleitungen und v.a. den Flüssen, waren es 1980 53%. Auf der 2. Internationalen Nordseeschutzkonferenz 1987 und der Ministerkonferenz der Ostseeanrainerstaaten 1988 wurde daher grundsätzlich beschlossen, die Schad- und Nährstoffeinträge in Nord- und Ostsee bis 1995 um 50% zu verringern (bezogen auf 1985). In Umsetzung dieser Zielvorgabe wurde bezüglich des Gesamtphosphoreintrags aus Kläranlagen (Abwasserreinigung) ein Grenzwert von 2 mg/l Phosphor (bei Anlagenkapazitäten ab 20.000 Einwohnergleichwerten (EW)) und 1 mg/l Phosphor (ab 100.000 EW) verabschiedet. Diese Mindestanforderungen sind in den Anhang 1 der Allgemeinen Rahmen-Verwaltungsvorschrift über Mindestanforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer eingeflossen und finden sich in ähnlicher Weise in der EG-Richtlinie 92/271 wieder, welche allerdings erst bis zum Jahre 2005 vollständig umgesetzt werden muss.
Die Einhaltung dieser Grenzwerte erfordert den Aufbau einer dritten Reinigungsstufe in den betroffenen Kläranlagen, da die P.-Elimination der heute noch überwiegenden zweistufigen, mechanisch-biologischen mit 39% gegenüber 90% nicht ausreicht. Eine ähnliche P.-Eliminierung kann durch eine Klärgrube (80%) erzielt werden.
Angesichts dieser Entwicklung zu flächendeckender P.-Fällung wurden in jüngster Zeit Stimmen laut, P. wieder als Gerüststoff in Waschmittel einzuführen, um problematischen Phosphatersatzstoffen aus dem Weg zu gehen. Soweit dies Nitrilotriacetat (NTA) betrifft, besteht kein Handlungsbedarf, da es in Deutschland praktisch nicht in Waschmitteln verwendet wird. Die Polycarboxylate sind zwar nicht biologisch abbaubar, ob von ihnen aber schädliche Einflüsse ausgehen, ist im Gegensatz zum P. umstritten. Vom Zeolith A und Citrat gehen nach übereinstimmender Ansicht keine nennenswerten Gefahren aus.
Andererseits müssten bei Wiedereinführung der P.-Waschmittel die heute erreichten niedrigen Dosierungsempfehlungen (nur noch etwa die Hälfte der Mitte der 80er Jahre üblichen) zumindest teilweise wieder angehoben werden.
Weiterhin gelten die scharfen P.-Einleitungswerte nur für mittlere und größere Kläranlagen ab 20.000 Einwohner. Allein in Westdeutschland gibt es 7.915 kleinere Kläranlagen, die das Abwasser von rd. einem Fünftel der Bevölkerung behandeln (Stand 1987). Bei einer Rückkehr zu P.-Waschmitteln würde der derzeitige Eintrag von 8.600 t/Jahr Phosphor aus diesen Anlagen auf 20.500 t/Jahr steigen.
In Ostdeutschland müssen überhaupt erst einmal Kläranlagen gebaut bzw. saniert werden. Schließlich sind auch 6% der Bewohner der alten Bundesländer nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen und weitere Anteile Mischabwasser (Abwasser und Regenwasser) gehen ohne Klärung in die Vorfluter.
Dringend erforderliche Maßnahmen bleiben daher:
- Beibehaltung der P.-Substitution in Waschmitteln und Ausdehnung auf alle
Reinigungsmittel (Maschinenspülmittel)
- Verminderung der P.-Belastung durch die Landwirtschaft
- Erhöhung des Anschlußgrades an öffentliche Abwasseranlagen und der Mischwasserrückhaltung
- weiterer Ausbau der P.-Elimination in Kläranlagen.

Autor: KATALYSE Institut