rem

R. (= rad equivalent man) ist die alte Einheit für die Äquivalentdosis infolge ionisierender Strahlung.
Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Radonkuren

Anwendung von Radon zu therapeutischen Zwecken. Heilanzeigen von R. sind z.B. rheumatische Erkrankungen, Gelenk und Wirbelsäulenerkrankungen und Arthrosen.

Da es sich bei Radon um ein radioaktives Gas (Radioaktivität) handelt, entsteht während einer R. eine zusätzliche
Strahlenbelastung und ein damit verbundenes erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Bei einem viermaligen Besuch einer R. entspricht dies, auf die Lebenszeit umgerechnet, im Durchschnitt einer Verdopplung der Strahlendosis durch Radon (Radon). Die tatsächliche Dosis, die man während einer R. erhält, kann allerdings stark schwanken und hängt von vielen Faktoren ab. Eine relativ kleine Belastung entsteht beim Verabreichen von Radon, welches von Schwebeteilchen (und somit auch von den besonders kritischen Zerfallsprodukten) gereinigt wurde, an Inhalationsplätzen in einem Kurhaus. Höhere Belastungen entstehen beim direkten Einfahren in Stollen mit radonhaltiger Luft. Schwebeteilchen, an denen sich die Zerfallsprodukte des Radons anlagern, werden mit der Luft eingeatmet und können sich in der Lunge festsetzen.
Da bislang eindeutig keine besseren Heilerfolge von R. im Vergleich zu Kuren ohne Radonanwendung nachgewiesen werden konnten, ist von R. abzuraten.

Autor: KATALYSE Institut

Radionuklid

R. sind instabile Atomkerne oder Nuklide, die dem radioaktiven Zerfall unterliegen (Radioaktivität).

Sie wandeln sich direkt oder über radioaktive Zwischenprodukte (Tochternuklide) in stabile Nuklide um. Jedes R. hat eine für sich charakteristische physikalische Halbwertszeit. Es gibt nur wenige natürlich vorkommende R. (Natürliche
Strahlenbelastung), die überwiegende Zahl kann nur künstlich hergestellt werden durch Kernspaltung (Kernkraftwerk) oder bestimmte Kernreaktionen.

Autor: KATALYSE Institut

Radioaktivität

Mit Radioaktivität wird die Eigenschaft bestimmter Atomkerne (Radionuklide) bezeichnet, von selbst, ohne äussere Einwirkung zu zerfallen (radioaktiver Zerfall) und dabei eine für den Zerfall charakteristische ionisierende Strahlung auszusenden (Alpha-, Beta-, Gamma-, Röntgen-, Neutronenstrahlung).

Die Zerfallsprodukte sind in der Regel selbst radioaktiv. Wie schnell radioaktive Atomkerne zerfallen, hängt von ihrer physikalischen Halbwertszeit ab. Die emittierte Strahlung kann beim Menschen Strahlenschäden verursachen. Radioaktive Atomkerne kommen natürlich vor (natürliche
Strahlenbelastung) und werden künstlich erzeugt (Kernkraftwerk).

Übersicht über die wichtigsten radioaktiven Atomkerne: Radionuklide,
Strahlenbelastung, Strahlenschäden, Radioaktivität und Strahlung, Masseinheiten.

Autor: KATALYSE Institut

Radioaktive Strahlung

Die beim Zerfall eines radioaktiven Präparates entstehende Strahlung

Es hat sich eingebürgert, Strahlung, die beim Zerfall radioaktiver Atomkerne (Radionuklide, Radioaktivität) ausgesandt wird, radioaktive Strahlung zu nennen.

Exakter müsste man von ionisierender Strahlung sprechen, die von radioaktiven Atomkernen emittiert wird, denn die Strahlung selbst ist nicht radioaktiv. Zur radioaktiven Strahlung zählen: Alpha-, Beta-, Gamma-, Röntgen-, Neutronenstrahlung.

Autor: KATALYSE Institut

Pechblende

Radioaktives, uranhaltiges Mineral (UO2) mit Beimischungen unterschiedlicher Mengen von zum Beispiel Thorium und Blei.

Autor: KATALYSE Institut

Radioaktive Nuklide

R. sind instabile Atomkerne oder Nuklide, die dem radioaktiven Zerfall unterliegen (Radioaktivität). Sie wandeln sich direkt oder über radioaktive Zwischenprodukte (Tochternuklide) in stabile Nuklide um.

Jedes R. hat eine für sich charakteristische physikalische Halbwertszeit. Es gibt nur wenige natürlich vorkommende R., hierzu gehören: Kalium-40, Kohlenstoff-14 und Wasserstoff-3 sowie Nuklide der Uran- und Thoriumreihe (Natürliche
Strahlenbelastung). Die überwiegende Zahl kann nur künstlich hergestellt werden durch Kernspaltung (Kernkraftwerk) oder bestimmte Kernreaktionen.

Die radioaktiven Nuklide jedes chemischen Elementes liegen in einem bestimmten prozentualen Verhältnis zusammen mit ihren stabilen Isotopen vor. Sie werden mit der Nahrung, dem Trinkwasser oder durch Inhalation aufgenommen. Aus dieser Aufnahme resultiert eine jährliche Exposition von durchschnittlich 0,25 mSv (ohne Radon und seine Zerfallsprodukte), der größte Anteil entfällt dabei auf Kalium-40.

Jede Exposition gegenüber ionisierender Strahlung wie sie von Radionukliden ausgeht wirkt mutagen, dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Strahlung natürlicher und künstlicher Quellen.
Die Anwesenheit von Radionukliden und anderer Komponenten der natürlichen Hintergrundstrahlung legen die Vermutung nahe, dass der Mensch Schutzmechanismen dagegen entwickeln konnte. Epidemologische Befunde weisen jedoch daraufhin, dass die Hintergrundstrahlung für einen Teil der sogenannten spontanen Krebsrate verantwortlich ist.

Autor: KATALYSE Institut

Nuklid

Einen Atomkern, bestehend aus einer bestimmten Anzahl von Protonen und Neutronen bezeichnet man in der Kernphysik als N..

Ein N. mit seiner zugehörigen Elektronenhülle stellt ein Isotop eines chemischen Elements dar. N. (bzw. Isotope) können stabil oder instabil sein. Im Falle von Instabilität zerfallen N. unter Aussendung von ionisierender Strahlung spontan in andere stabile oder instabile N.; dieser Vorgang wird als Radioaktivität bezeichnet. Es existieren ca. 340 natürlich vorkommende N., von denen ca. 270 stabil sind, und ca. 1.500 künstlich erzeugte.
Instabile N. werden auch als Radionuklide bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Nuklearmedizin

In der N. werden kurzlebige radioaktive Substanzen (Radioaktivität) zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Zur Diagnose werden dem Patienten kleine Mengen radioaktive Stoffe verabreicht (Inkorporation) und mit Strahlenmeßgeräten (Strahlenmessung) untersucht, wie sich diese Stoffe im Körper verteilen, anreichern bzw. ausgeschieden werden. So können die Funktionen zahlreicher Organe (z.B. Schilddrüse, Herz, Niere, Leber) überprüft und Tumore, z.B. in Knochen, erkannt werden.

Häufig verwandtes Radionuklid war Iod-131, welches zunehmend von dem gesundheitlich unbedenklicheren Technetium-99m verdrängt wird. 90% der Untersuchungen sind mit einer effektiven Dosis (Strahlendosis) von 0,5 bis 5 mSv (Sievert) für den Patienten verbunden, in seltenen Fällen (Nierenuntersuchung) kommt es zu Belastungen bis zu 20 mSv. Diese vergleichsweise hohen Strahlenbelastungen werden i.d.R. durch den diagnostischen Nutzen der Untersuchungen kompensiert. Therapeutisch kommt Iod-131 zur Bestrahlung von Schilddrüsentumoren zum Einsatz (Radioiodtherapie). Hierzu wird wie bei der Diagnose dem Patienten radioaktives Iod verabreicht. Für medizinisches Personal und Umwelt können in der Nuklearmedizin erhebliche Strahlenbelastungen auftreten. Das medizinische Personal kommt ständig in Kontakt mit radioaktiven Stoffen und muß jegliche Inkorporation dieser Substanzen vermeiden. Die Strahlenexposition von Mitarbeitern in großen nuklearmedizinischen Abteilungen liegt pro Jahr bei etwa 1 bis 3 mSv. Darüber hinaus ist darauf zu achten, daß keinerlei direkte Abgabe radioaktiver Stoffe ins Abwasser oder in den Normalmüll stattfindet. Radioaktive Ausscheidungen und kontaminierte (Kontamination) Arbeitsgeräte müssen als schwachaktiver Atommüll entsorgt werden. Dies ist nur im medizinischen Labor möglich; sobald der Patient zu Hause ist, gelangen seine Ausscheidungen, in denen sich noch radioaktive Substanzen befinden, i.d.R. ins Abwasser. Weitere Strahlenbelastungen im medizinischen Bereich entstehen in der Strahlentherapie, in Heilbädern (Radonkuren) und insb. bei der Röntgendiagnostik.

Strahlenbelastung, Strahlenschäden

Autor: KATALYSE Institut

Nuklearer Winter

Verdunklung der Atmosphäre durch Atomwaffen-Explosionen.

Durch Atomwaffen-Explosionen bedingte großflächige Brände schleudern Ruß- und Staubpartikel in die Troposphäre und Stratosphäre (Atmosphäre). Diese absorbieren je nach Stärke der Explosion

über Wochen oder Monate das Sonnenlicht, verdunkeln die Erdoberfläche und führen so zu Temperaturstürzen und Ernteausfällen. Im schlimmsten Fall sind große Teile des irdischen Lebens von Kälte- und Hungertod bedroht.
Durch die Verbrennung des Luftstickstoffs entstehen ferner Stickoxide, die zum Abbau der stratosphärischen Ozonschicht beitragen (Ozonabbau). Nach dem Absinken der Ruß- und Staubpartikel kommt es zu einem starken Anstieg von UV-Strahlung und damit von Hautkrebsfällen.
Amerikanische und russische Wissenschaftler kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, daß infolge des N. ein begrenzter Atomkrieg nicht führbar ist.

Lit.: P.R.Ehrlich, C.Sagan, C.Thomas u.a.: Die Nukleare Nacht, Köln 1985

Autor: KATALYSE Institut

Nukleare Tagelöhner

N. werden meist ungelernte Arbeiter genannt, die in Kernkraftwerken und Wiederaufarbeitungsanlagen an Stellen besonders hoher Radioaktivität eingesetzt werden.

Oft können sie nur wenige Tage oder Wochen dort arbeiten, bis sie ihre zulässige Höchstdosis von 50 mSv erhalten haben (Strahlenschutzverordnung, Strahlendosis). Es soll sogar vorkommen, daß N. ohne Strahlenschutzüberwachnung arbeiten. N. haben aufgrund ihrer hohen Strahlenbelastungen ein stark erhöhtes Krebsrisiko (Somatische Strahlenschäden). In Deutschland sind unter N. bereits berufsbedingte Krebsfälle sowie Mißbildungen bei deren Kindern aufgetreten (Genetische Strahlenschäden).
Güte der Strahlenschutzüberwachnung: Dosimeter.

Autor: KATALYSE Institut

Neutronenstrahlung

N. besteht aus schnell fliegenden Neutronen, die bei der Kernspaltung, Kernfusion und selten auch beim radioaktiven Zerfall (Radioaktivität) freigesetzt werden.

Als Folge kosmischer Primärstrahlung (Kosmische Strahlung) entsteht N. in der Atmosphäre. N. hat den Hauptanteil an der Sofortwirkung von Atomwaffen, insb. der Neutronenbombe. Da Neutronen ihre Energie über Stöße optimal auf die etwa gleich schweren Wasserstoffkerne übertragen und diese dabei aus ihren chemischen Bindungen reißen, richtet N. besonders schwere Strahlenschäden in Organismen an, die ja vorwiegend aus Wasserstoffverbindungen aufgebaut sind. N. reicht in Luft einige km. Schutz vor N.: Abschirmung.
Freie Neutronen sind radioaktiv und zerfallen mit der physikalischen Halbwertszeit von 10,6 min in Proton und Elektron.
Ionisierende Strahlung, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Symbiose

Mit S. ist eine Beziehung zwischen zwei Arten gemeint, von der beide Beteiligten profitieren

Im englischen Sprachgebrauch wird hierfür der Begriff Mutualismus verwendet. Das englische "symbiosis" ist dagegen der Überbegriff für das "Zusammenleben" verschiedener Arten - egal ob es sich um Parasitismus, Kommensalismus oder Mutualismus handelt.

Beispiel:
Im Ökosystem Korallenriff sind die in Korallen und anderen Tieren lebenden einzelligen Algen von zentraler Bedeutung. Sie werden auch Zooxanthellen genannt und gehören vorwiegend zu den Dinoflagellaten und Diatomeen. Eine ähnliche Bedeutung haben vermutlich bestimmte Bakterien für die Lebensgemeinschaften an den mittelozeanischen Tiefseerücken. Statt Licht nutzen sie als Energiequelle
anorganische Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methan, die zusammen mit der heißen Lava aus den unterseeischen Vulkanschloten strömen. Zu den Wirtstieren der auch frei lebenden Bakterien gehören Muscheln und Röhrenwürmer (Pogonophoren). Die heute bekannten Beispiele für Endosymbiose sind auch für Evolutionsbiologen interessant. Sie liefern einen Hinweis, wie eukaryotische Zellen (mit Zellkern) aus den einfacher gebauten Prokaryoten (Bakterien) entstanden sein könnten.

Quelle: Haegele, Gerd: Korallenriffe, CD-ROM im Habitat-Verlag, München 2004
Bestellung unter: www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut

Stiftung Ökologie & Landbau

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.

Aktuelle Aktivitäten der SÖL:/liste}

  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
  • Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
  • Forschung(Wissenschaftstagungen)
  • zwischen Institutionen
  • Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
  • Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
  • Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

Autor: KATALYSE Institut

Sport und Umwelt

Auch Sportler beeinflussen die Umwelt (Klima, Lärm, Gewässer, landschaft, Abfalkl usw.). Deshalb sind in diesem Bereich beispielhafte Maßnahmen zu integrieren.

Lärm: Lärm von Sportplätzen, Bolz-, Kinderspielplätzen u.ä. wird nach einem Beschluss des Lärmausschusses für Immissionsschutz (LAI; Hinweise zur

Ermittlung und Beurteilung des durch Freizeitaktivitäten verursachten Lärms) durch verschiedene Zuschläge (Spielgeräusche + 5 Dezibel [dB], menschliche Äußerungen + 5 dB, nach Feierabend, Wochenende usw. + 6 dB) lauter eingestuft als tatsächlich gemessen. Der LAI kommt dabei zu dem Ergebnis, dass Sportausübung in der Freizeit in Wohnungsnähe kaum noch ohne Auflagen möglich ist. Die Sportverbände wenden hiergegen ein, dass eine derart undifferenzierte Übertragung der Beurteilungsweise von Industrielärm (Freizeitlärm, Lärmgrenz- und –richtwerte) auf den Sport nicht vorgenommen werden könne.

Nicht nur Menschen sind durch den Lärm von Sporttreibenden betroffen. Besonders Wasservögel werden selbst durch geräuscharmes Zurufen oder Schwimmen in Naturgewässern stark gestört.
Abgase: Werden v.a. von allen Motorsportarten produziert, aber auch indirekt z.B. durch den Autoverkehr zu Großveranstaltungen des Sports, Abhilfe könnte durch die stärkere Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs geschaffen werden.

Gewässerverschmutzung: Als Beispiel für eine Gewässerverschmutzung durch den Sport sei die Belastung von Seen durch Motorboote genannt. Auf vielen deutschen Seen ist daher das Befahren mit Motorbooten verboten oder stark eingeschränkt.
Abfall: Der Sportler trägt seinen
Abfall z.B. als Skifahrer oder als Bergwanderer bis in die höchsten Gletscherregionen und beeinflusst dadurch vom Menschen bisher kaum berührte und z.T. sehr empfindliche Ökosysteme. Als oberstes Gebot sollte immer gelten, dass man Verpackungen o.ä., die man mit in die Natur nimmt, wieder mit nach Hause nimmt und sie dort entsorgt.

Landschaftsverbrauch: Der Landschaftsverbrauch springt besonders ins Auge bei Großprojekten wie Autorennstrecken oder Skipisten, für die z.T. große Flächen in ohnehin vom Waldsterben bedrohten Mittel- und Hochgebirgen abgeholzt werden. Zudem trägt der Sportler, der am Wochenende über breite Strassen mit seinem Auto schnell in die unberührte Natur fahren will, zur Erhöhung des Verkehrsflächenflächenbedarfs bei. Einen unvertretbar hohen Landschaftsverbrauch verursachen auch Rallyefahrer oder Mountainbiker, für die es einen besonderen Reiz darzustellen scheint, in möglichst unberührten und unbebauten Gebieten ihr Unwesen zu treiben und damit empfindliche Biotope und Geotope zerstören.

Von den rund 170.000 Sportstätten in Deutschland besteht bei der Mehrzahl in naher Zukunft ein erheblicher Sanierungsbedarf, insbesondere aufgrund des schlechten energetischen Zustands. Der im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes entwickelte Leitfaden "Contracting für kommunale Sportstätten - Strategien zu Klimaschutz und Kostensenkung" zeigt Wege auf, wie der für die Sanierung notwendige Finanzbedarf mit diesem Instrument gedeckt werden kann. Er erklärt die verschiedenen Contracting-Modelle, gibt Hinweise auf die haushaltsrechtliche Handhabung und vergaberechtliche Fragen, enthält Musterverträge und stellt an einer Reihe von Best-Practice-Beispielen Energieeinsparpotenziale dar. Etwa zwei Drittel der 170.000 Sportstätten sind grundsätzlich für Contracting geeignet. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden auch die durch Contracting erzielbaren CO2-Minderungspotentiale imSportstättenbereich untersucht und damit aufgezeigt, welchen Beitrag der Sport zum Klimaschutz leisten kann.

Im Sportstättenbereich beträgt das Einsparpotenzial rund eine Million Tonnen Treibhausgase. Würden die hierfür notwendigen Investitionen mit Hilfe des Instruments Contractinggetätigt, könnten die Haushalte der Sportstättenbetreiber - überwiegend sind dies die Kommunen - bereits im Vertragszeitraum laufender Projekte jährlich um 12 bis 37 Millionen Euro entlastet werden. Nach Ablauf der Verträge wird mit finanziellen Einsparungen zwischen 60 bis 185 Millionen Euro jährlich gerechnet. Diese Zahlen belegen, dass der Sporteinen erheblichen Beitrag zur Erfüllung des Klimaschutzziels der Bundesregierung leisten kann. Darüber hinaus würde eine vollständige Umsetzung des Contracting-PotenzialsInvestitionen im Umfang von ca. 420 bis 1.260 Mio. Euro auslösen und etwa 2.850 bis 8.540 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Grundsätze der Planung von Sport- und Freizeiteinrichtungen sind im Bundesbaugesetz (Baugesetzbuch) niedergelegt. Die Belange des Sports müssen auch in der Bauleitplanung berücksichtigt werden.

Folgende Lösungsansätze sind im Konflikt zwischen Sport und Umweltschutz denkbar:

  • In innerstädtischen Bereich mit Unterversorgung an Sportanlagen: Nutzung und Rekultivierung aufgegebener Industrieflächen oder Mitbenutzung großer leerstehender Parkplätze.
  • Im Außenbereich: Anwendung von Lösungen mit geringem zusätzlichen Landschaftsverbrauch, z.B. Golfplätze auf ökologisch minderwertigen Flächen wie ehemaligen landwirtschaftlichen Monokulturen oder Rekultivierungsgebieten anlegen; Anlage von Wander-, Jogger- und Radwegen so, dass besonders empfindliche Biotope durch gezielte Streckenführung geschützt werden.

Die Fußball-WM 2006 in Deutschland soll die weltweit erste klimaneutrale Sportgroßveranstaltung werden. Darüber hinaus sorgen anspruchsvolle, konkrete Ziele in den Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehr dafür, dass die WM bereits jetzt zu einem Erfolg für den Umweltschutz zu werden verspricht. Im Mittelpunkt des Umweltkonzepts "Green Goal" stehen quantifizierte Ziele zur Verminderung von Umweltbelastungen durch das sportliche Großereignis. Auf der Basis einer Ist-Analyse sollen inden Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehrsemissionen Einsparungen von insgesamt jeweils 20 Prozent erfolgen. Dies wiegt umso schwerer, da - anders als bei den Olympischen Spielen in Sydney -insgesamt 12 Spielorte in ganz Deutschland ausgewählt wurden und dabei zumeist bereits vorhandene Stadien genutzt werden. Die erzielten Einsparungen werden auch die Betriebskosten der Stadiensenken. Eine Reihe der Stadien arbeitet bereits mit Umweltmanagementsystemen, die entsprechende Effizienzpotenziale aufdecken.

Experten gehen davon aus, dass die Fußball-WM in Deutschland - bedingt vor allem durch das Verkehrsaufkommen - rund 100 000 Tonnen an Treibhausgasen zusätzlich produzieren wird, die durch Klimaschutzinvestitionen ausgeglichen werden sollen.

Autor: KATALYSE Institut

Schutzwald

Bezeichnung für die Wälder in alpinen Regionen, die die Täler vor Lawinen, Geröll und Erdrutschen sichern sollen

Der alpine S. geriet erstmals im Sommer 1987 ins öffentliche Interesse, nachdem starke Regenfälle im italienischen Veltin-Tal einen von Fachleuten lange vorhergesagten Bergrutsch auslösten. Dabei wurden drei Ortschaften zerstört. Innerhalb von 6 Wochen wurde das Tal 2mal überflutet.

Seither gibt es immer wieder Pressemeldungen über Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutsche, die sich auf die zunehmende Zerstörung des S. zurückführen lassen. Der S. ist v.a. durch den sauren Regen sowie durch den Tourismus (Freizeit und Umwelt) bedroht. Jährlich kommen über 40 Mio Touristen in die Alpenregion, überqueren Hunderttausende das Gebirge auf ihrer Fahrt in den Süden. Die Autoabgase (Schadstoffe aus Kfz) schädigen zusammen mit den durch Ferntransport herangetriebenen anderen Luftschadstoffen den S..

In bestimmten Lagen ist der Wald fast zu 100% krank, viele Bäume sind bereits abgestorben. Aufforstungen bleiben vielerorts ohne Erfolg: Ein zu hoher Schalenwildbestand und ein versauerter Boden sorgen dafür, daß die geflanzten Bäume nur wenige Jahre alt werden.

Der Bau von über 12.000 Schleppliften und 40.000 Skipisten hat große Löcher in den alpinen S. gerissen. Ausgehend von diesen Pisten frißt sich die Erosion immer weiter vor, so daß immer mehr Wald zerstört wird. Für den Bau von Zweitwohnungen und Hotels mitten im Wald mußten ebenfalls viele Bäume sterben. Diese Art von Tourismus entzieht sich sehr schnell selbst den Boden. Ist der S. erst einmal zerstört, kann die betroffene Region kaum noch touristisch genutzt werden.

Außerdem, und dies ist noch viel schlimmer, verschwinden ganze Ortschaften unter Lawinen und Erdrutschen, werden die betroffenen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte aller Ortschaften in den Alpen akut bedroht. Der S. braucht unseren Schutz. Folgende Maßnahmen sind zwingend erforderlich:

Begrenzung des Massentourismus, Bauverbot im S., insb. kein Bau von weiteren Freizeiteinrichtungen, Reduzierung der Schalenwildmenge, EG-weite Geschwindigkeitsbegrenzung, Schaffung attraktiver Alternativen wie z.B. guter Bahnanbindungen (Schienenverkehr) und Verlagerung von Gütern auf die Bahn, um den Lkw-Verkehr zu reduzieren (Alpentransitverkehr, Kombinierter Verkehr).

  • Waldfunktionen, Alpen

Autor: KATALYSE Institut

Renaturierung

Rückführung von genutzten Flächen in einen mehr oder weniger naturnahen Zustand.

Renaturiert werden alte Industriestandorte, Tagebaue (Braunkohle), Kiesgruben, unwirtschaftliche landwirtschaftliche Randzonen und Gewässer. In einer intensiv genutzten Kulturlandschaft ist R. zum Erhalt naturnaher Ruhezonen erforderlich. Jedoch kann damit der Verlust an Naturlandschaft durch Bebauung und Versiegelung nicht kompensiert werden. Die Rückzugsgebiete vieler Pflanzen und Tiere sind mittlerweile so zerschnitten, klein und weit auseinanderliegend und die genutzten Äcker, Wiesen und Gärten so artenarm, daß eine Wiederbesiedlung nahezu ausgeschlossen ist. Im Gegensatz zur R. von Gewässern und Feuchtgebieten, die durch die Flugverbreitung von Insekteneiern und Pflanzensamen im Gefieder von Wasservögeln begünstigt wird, ist die R. von Trockenrasen und Torfmooren, wenn überhaupt, nur in Hunderten bis Tausenden von Jahren möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Regenwald

Der Regenwald ist der immergrüne Wald der inneren Tropen mit ganzjährig heißem, feuchtem Klima. Die tropischen Regenwald sind die artenreichste Lebensgemeinschaft auf der Erde.

In ihnen leben mindestens die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Bäume des Regenwald werden bis zu 60 m und mehr hoch. Durch Brandrodung für Viehzucht und Landwirtschaft, Staudämme (Wasserkraft), Bergbau und Industrie, Brennholzeinschlag und Holzkohleproduktion (

Holz) und v.a. auch Holzexporte (Tropenholz) ist der Bestand des Regenwald weltweit bedroht.

Der Tropenholz-Einschlag zerstört i.d.R. zunächst nicht den gesamten Wald, ist aber häufig Wegbereiter für die weitere Zerstörung, da er den Regenwald über Straßen etc. zugänglich macht. Laut FAO-Bericht wurden 1989 17 Mio ha Regenwald zerstört. Die Auswertung von Satellitenphotos ergab für 1990 sogar eine Fläche von 20 Mio ha. 40% der 1980 bis 1991 erfolgten Abholzung entfielen auf Südamerika, 30% auf Asien und die Pazifik-Regionen und 30% auf Afrika.

Die Regenwald-Zerstörung ist eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit. Folgen hieraus ergeben sich nicht nur für die örtliche Tier- und Pflanzenwelt (Artensterben), die Nahrungsgrundlagen der dort lebenden Menschen und die gesamte Ökologie (Erosion, Überschwemmungen usw.), sondern auch für das globale Klima (Treibhauseffekt).
Aus diesen Gründen fordern viele Umweltgruppen einen Boykott von Tropenholz und eine Einschränkung des Fleischkonsums.

In vielen Ländern mit Regenwald laufen neue Nutzungskonzepte an, die in Waldprodukten nicht nur Nutzholz sehen, sondern andere Waldprodukte, die teilweise einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Wert aufweisen, fördern. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht im Regenwald-Schutz auch die Existenzsicherung der lokalen Bevölkerung durch verbesserte Formen der Waldnutzung und -bewirtschaftung im Sinne einer ökologisch und sozial verträglichen Nutzung.

Dabei geht es z.B. um die nachhaltige Gewinnung von Waldprodukten wie Rattan, Kautschuk, Nahrungsmittel (Honig, Früchte, Nüsse u.a.), Gewürze, Duft- und Geschmacksstoffe, Baumsäfte und -harze, Heilkräuter und Arzneimittel. So hatten z.B. 1988 die medizinischen Endprodukte, die aus dem Regenwald gewonnen wurden, bereits einen kommerziellen Wert von ca. 15 Mrd US Dollar.

Die nachhaltige Nutzung des Regenwald ist Plantagen-Monokulturen vorzuziehen. Monokulturen produzieren nicht so hochwertige Qualitäten wie im Regenwald gewachsene Produkte, z.B. Teakholz. Außerdem ist in Monokulturen i.d.R. ein Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln notwendig, um den Ertrag zu sichern.

Eine weit bessere Nutzung von Regenwald und der Gewinnung seiner Produkte kann in sog. Nutzreservaten geschehen. Grundvoraussetzung dafür ist aber eine ökologische und soziale Bodenreform, die die Belange der Bewohner voll berücksichtigt (Anbau der eigenen Grundnahrungsmittel). Dann wäre ein Grundstock für eine ökologische Nutzung vieler verschiedener Waldprodukte des Regenwald gegeben, die mit einfachen landesüblichen Mitteln zu ernten und zu verarbeiten sind.

Lit.: C.Niemitz (Hrsg.): Das Regenwaldbuch, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut

Plenterwald

In einem P. finden sich auf kleinster Fläche Bäume aller Entwicklungsstufen nebeneinander.

Er wird in der Hauptsache aus Buchen, Tannen und Fichten gebildet. Seinen einzigartigen ökologischen Aufbau verdankt der P. der Tatsache, daß der Förster in ihm immer nur einzelne Bäume schlagen läßt, statt, wie auch heute noch häufig üblich, auf einer größeren Fläche alle Bäume zu fällen. In einen P. muß der Förster meist nicht eingreifen, um die durch das Entnehmen einzelner Bäume entstandenen Lücken im Wald wieder zu schließen.

Kleinere Baumexemplare, die vorher im Schatten standen, drängen jetzt zum Licht und schließen das Blätterdach innerhalb weniger Jahre. Ein P. bietet viele verschiedene Lebensräume. Meist bietet er mehr Tier- und Pflanzenarten eine Heimat als ein Urwald, der in unseren Breiten ja hauptsächlich aus alten Buchen bestehen würde, die u.a. durch ihr dichtes Blätterdach den Wald sehr dunkel und damit artenarm machen. Leider wird nur auf 1% der westdeutschen Waldfläche geplentert. Vorkommen: Schwarzwald, Allgäu und Bayerischer Wald.

Autor: KATALYSE Institut

Pionierphase

Die P. bezeichnet in der Ökologie die Erstbesiedlung von bis dahin lebewesenfreien Arealen.

Neubildungen der Erdkruste geben Gelegenheit, P. zu beobachten, wie z.B. an der Südküste Islands, wo im November 1963 durch einen unterseeischen Vulkanausbruch die ca. 240 ha große Vulkaninsel Surtsey entstand.

Die Erstbesiedlung beginnt immer mit autotrophen und heterotrophen Spezialisten (Pionierarten) wie Blaualgen, Flechten, Moosen, Rädertierchen. Die Pionierarten verändern die abiotischen und biotischen Umweltfaktoren des Lebensraumes so, daß andere weniger spezialisierte Lebewesen Fuß fassen können, die die Pionierarten verdrängen. Eine Sekundärgesellschaft entsteht, die wiederum über eine Reihe von Sukzessionen in das Klimaxstadium übergeht.
Graphik: Klimaxstadium einer Biozönose

Autor: KATALYSE Institut

Phänologie

Der Begriff Phänologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Lehre von den Erscheinungen".
Gemeint sind die periodischen Wachstums- und Entwicklungserscheinungen von pflanzlichen und tierischen Lebewesen in ihren zeitlichen Abhängigkeiten. Die Phänologie untersucht die Entwicklung der Pflanzen und Tiere im Jahresablauf, indem sie die Eintrittszeiten auffälliger Erscheinungen notiert.

Bei Pflanzen sind dies z. B. Daten für Blattentfaltung, K. ist eine Form der ungeschlechtlichen Vermehrung, bei der aus einem Muttertier genetisch identische Tochterindividuen herauswachsen.

Knospung und Blüte, die so genannten phänologischen Phasen. Phänologische Beobachtungen haben eine sehr lange Tradition. Die ältesten phänologischen Aufzeichnungen der Kirschblüte stammen aus Japan und sind auf das Jahr 705 datiert.

Erste flächendeckende phänologische Beobachtungen gehen auf Initiative des schwedischen Botanikers Carl von Linné zurück, der 1750 in Schweden ein Beobachtungsnetz mit 18 Stationen einrichtete, das jedoch leider nur drei Jahre lang Beobachtungen durchführte.

Während die Phänologie in den 1970er und 1980er Jahren eher ein Schattendasein führte, erlangte sie weltweit in den 1990er Jahren einen neuen Aufschwung. Das Interesse an phänologischen Beobachtungen resultiert einerseits aus dem Bedarf an Bodenbeobachtungen zur Eichung von Geofernerkundungsdaten. Andererseits führt der weltweit beobachtete Anstieg der Lufttemperatur zu einer verstärkten Nachfrage nach Indikatoren zur Beurteilung der Auswirkungen von Klimaänderungen in Natur und Gesellschaft.

Autor: KATALYSE Institut

Paläontologie

Die P. beschäftigt sich mit der Entwicklung der Lebewesen und der Lebensbedingungen in der Erdgeschichte, deren Erkenntnisse im Wesentlichen aus Fossilien gewonnen werden

Überreste von Pflanzen, Tieren und Menschen liefern wichtige Hinweise über die ERdgeschichte. Ihre zeitliche Einordnung erfolgt durch geologische Schichten und radioaktiv zerfallende Isotope.

Wichtig ist auch der Vergleich mit bereits bekannten Leitfossilien aus der gleichen Schicht. Aufgrund von Fossilienfunden werden unterschiedliche Ansätze der Lebensumstände der Lebewesen und der Erdgeschichte rekonstruiert. Obwohl Fossilfunde in vielen Fällen auf Zufälle zurückgehen sind heute mindestens 250.000 verschiedene fossile Arten und unzählige Milliarden von Individuen bekannt.

Autor: KATALYSE Institut