Nuklearmedizin

In der N. werden kurzlebige radioaktive Substanzen (Radioaktivität) zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Zur Diagnose werden dem Patienten kleine Mengen radioaktive Stoffe verabreicht (Inkorporation) und mit Strahlenmeßgeräten (Strahlenmessung) untersucht, wie sich diese Stoffe im Körper verteilen, anreichern bzw. ausgeschieden werden. So können die Funktionen zahlreicher Organe (z.B. Schilddrüse, Herz, Niere, Leber) überprüft und Tumore, z.B. in Knochen, erkannt werden.

Häufig verwandtes Radionuklid war Iod-131, welches zunehmend von dem gesundheitlich unbedenklicheren Technetium-99m verdrängt wird. 90% der Untersuchungen sind mit einer effektiven Dosis (Strahlendosis) von 0,5 bis 5 mSv (Sievert) für den Patienten verbunden, in seltenen Fällen (Nierenuntersuchung) kommt es zu Belastungen bis zu 20 mSv. Diese vergleichsweise hohen Strahlenbelastungen werden i.d.R. durch den diagnostischen Nutzen der Untersuchungen kompensiert. Therapeutisch kommt Iod-131 zur Bestrahlung von Schilddrüsentumoren zum Einsatz (Radioiodtherapie). Hierzu wird wie bei der Diagnose dem Patienten radioaktives Iod verabreicht. Für medizinisches Personal und Umwelt können in der Nuklearmedizin erhebliche Strahlenbelastungen auftreten. Das medizinische Personal kommt ständig in Kontakt mit radioaktiven Stoffen und muß jegliche Inkorporation dieser Substanzen vermeiden. Die Strahlenexposition von Mitarbeitern in großen nuklearmedizinischen Abteilungen liegt pro Jahr bei etwa 1 bis 3 mSv. Darüber hinaus ist darauf zu achten, daß keinerlei direkte Abgabe radioaktiver Stoffe ins Abwasser oder in den Normalmüll stattfindet. Radioaktive Ausscheidungen und kontaminierte (Kontamination) Arbeitsgeräte müssen als schwachaktiver Atommüll entsorgt werden. Dies ist nur im medizinischen Labor möglich; sobald der Patient zu Hause ist, gelangen seine Ausscheidungen, in denen sich noch radioaktive Substanzen befinden, i.d.R. ins Abwasser. Weitere Strahlenbelastungen im medizinischen Bereich entstehen in der Strahlentherapie, in Heilbädern (Radonkuren) und insb. bei der Röntgendiagnostik.

Strahlenbelastung, Strahlenschäden

Autor: KATALYSE Institut

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