Ames-Test

Von Ames und Mitarbeitern entwickelter Kurzzeitmutagenitätstest

Dieser Test wird routinemäßig vor allem in der chemischen und pharmazeutischen Industrie angewandt, um neu synthetisierte Verbindungen auf ihre Mutagenität (erbgutschädigende Wirkung) zu untersuchen. Als Testobjekt dienen Stämme des Bakteriums Salmonella typhimurium mit bestimmten, durch Punkt-Mutationen hervorgerufenen Defekten, die auf einem Selektionsnährmedium nicht in der Lage sind zu wachsen.

Unter dem Einfluß einer mutagenen Substanz kann diese Punktmutation teilweise rückgängig gemacht werden, so daß eine entspechende Zahl von Kolonien auf dem Nährmedium heranwächst und ausgezählt werden kann. Für einen Hinweis auf Mutagenität muß die festgestellte Wachstumsrate oberhalb der ebenfalls ermittelten Spontanmutationsrate liegen.

Um den Säugetierstoffwechsel zu simulieren, wird ein Organextrakt (meist) aus Rattenleber zugegeben. Dieser Extrakt enthält einen großen Teil der für die Verarbeitung von Fremdstoffen verantwortlichen Enzyme eines Säugers. Diese sind u.U. in der Lage, mutagene Substanzen in nicht mutagene Verbindungen umzuwandeln, sie können aber auch eine nicht mutagene Substanz so umbauen, daß aus einem "Prämutagen" ein "ultimales Mutagen" wird.

Ein positiver A. wird auch als Hinweis auf die Kanzerogenität (krebserregende Wirkung) einer Substanz gewertet, da die meisten mutagenen Stoffe beim Säuger ebenfalls karzinogen wirken. Der A. weist eine im allgemeinen gute Aussagekraft auf, wenngleich insbesondere negative Ergebnisse in anderen Tests weiter untersucht werden müssen.

Siehe auch: Krebs

Autor: KATALYSE Institut

Amalgam-Zahnfüllungen

Amalgam besteht aus 50 Prozent flüssigem Quecksilber und einem Legierungspulver aus Silber, Zinn, Kupfer, Zink. Die Zusammensetzung des Legierungspulvers ist je nach Hersteller sehr unterschiedlich und enthält oft weiteres Quecksilber.

Amalgam sind Kombinationen aus anfangs formbarer Silberpulver- Quecksilber-Mischung und passen sich genau in das "Zahnloch" ein. Bei einer Amalgam muss neben der Karies sehr viel gesunde Zahnsubstanz ausgebohrt werden, da Amalgam nicht geklebt wird. Das Loch wird keilförmig nach unten in die gesunde Zahnsubstanz erweitert.
Die auf Amalgam zurückzuführende Quecksilber-Belastung tritt hauptsächlich als Quecksilber-Dampf auf. Beim Legen und Aufbohren von Amalgam werden in erhöhtem Maße Quecksilberdämpfe frei, verschmutzte Watterollen, die zum Zurückhalten des Speichels eingesetzt worden sind, enthalten erhebliche Mengen Quecksilber. Ausgebortes Amalgam muss als giftiger Sondermüll von Spezialfirmen entsorgt werden.

Beim Ausbohren von Amalgamfüllungen können in der Mundhöhle Quecksilberdampfkonzentrationen von bis zu 800 µg/m3 entstehen.A. geben ständig Quecksilber an den Organismus ab, besonders nach dem Kauen, sowie heißen und saueren Getränken. Eine schwedische Studie fand eine 6-fach erhöhte Abgabe von Quecksilber vor Computermonitoren.

Nach Aushärtung wird die Amalgamoberfläche poliert, was mit einer weiteren Belastung mit Quecksilber verbunden ist. Die Lebensdauer einer Amalgamfüllung beträgt 8 bis 10 Jahre.

Die Alternativen zu Amalgam.:

Kunststoff
Mit Kunststofffüllungen im Frontzahnbereich sind ästhetisch befriedigende Ergebnisse zu erzielen. Im Frontzahnbereich werden sie als Kassenleistung erbracht. In letzter Zeit werden Kunststofffüllungen oft auch im Seitenzahnbereich verwendet. Gegen diese Füllungen im Seitenzahnbereich spricht, dass bis heute noch kein ausreichend harter Kunststoff entwickelt worden ist, welcher den hohen Kaubelastungen in dieser Region gerecht wird. Mit der Zeit brechen die Füllungen ein und zwischen Zahn und Füllung setzt sich erneut Karies fest. Ein weiterer Nachteil der Kunststofffüllungen sind Verfärbungen bei Rauchern, Tee- und Kaffeetrinkern. Im Seitenzahnbereich lehne ich aus diesen Gründen Kunststofffüllungen ab.

Keramik- / Goldinlays
Durch Keramikfüllungen lassen sich sehr dauerhafte sowie ästhetisch hervorragende Ergebnisse erzielen. Diese Füllungen sind im Zahn nicht mehr zu erkennen, sind langlebiger als Artglas und verfärben sich nicht. Für exklusive Versorgung bedarf es einer sehr aufwendigen Herstellung und Verarbeitung. Die Materialeigenschaften der Keramik (hohe Härte, Sprödigkeit) lassen jedoch nicht allzu große Füllungen zu.

Goldinlays
Die dauerhafteste Form aller bisher besprochenen Möglichkeiten sind Goldinlays. Diese Füllungen können mit einer sehr hohen Präzision hergestellt werden. Bei entsprechender Mundhygiene ist eine weitere Füllungstherapie desselben Zahnes höchst unwahrscheinlich. Die günstigen Materialeigenschaften von Gold (Mundbeständigkeit, Elastizität, plastische Verformbarkeit) ermöglichen Füllungen in jeder Größe – in den nicht sichtbaren Bereichen die beste Lösung.

Literatur:
Maths Berlin, Mercury in dental-filling materials - an updated risk analysis in environmental medical terms, An overview of scientific literature published in 1997–2002 and current knowledge, The Dental Material Commission of Sweden 2002

Autor: KATALYSE Institut

Aluminium-(Staub-)Lunge

A., auch Aluminose genannt, tritt durch Einatmen von Aluminiumrauch und sehr feinem Aluminiumstaub auf.

Das Lungengewebe bildet sich durch die Reizung mit diesen Partikeln zu narbigem Bindegewebe um, so daß ein Gasaustausch verhindert wird. Dieser Prozeß dauert mehrere Jahre. Krankheitserscheinungen sind Husten, Auswurf und Kurzatmigkeit.

Die Krankheit tritt bei Arbeitern in der Aluminiumindustrie auf (Schleifmittelherstellung, Schweißarbeiten). Die Abgrenzung zum Krankheitsbild der Staublunge (Silikose) ist schwierig. 1982 waren 23 Personen aufgrund von A. berentet. MAK-Wert für Aluminium und Al2O3-Staub: 6 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Biodiesel

In einer Ökobilanz des ifeu-Institutes (2003) wurde nachgewiesen, dass beim Einsatz von einem Liter B. 2,2 Kilogramm Treibhausgase eingespart werden. Für die Handhabung des Produktes Biodiesel sprechen seine gute biologische Abbaubarkeit und die daraus resultierende niedrige Wassergefährdung.

Nach der Einführung einer Vornorm galt in Deutschland seit 1997 die E DIN 51606 für die Definition der Eigenschaften von Biodiesel. Sie hatte seinerzeit zwar den Status eines Normentwurfs, war jedoch voll gültig und stellte die technische Grundlage für nahezu alle Freigaben der Fahrzeughersteller dar.
Im November 2003 wurde die bisherige Norm durch die europäische Norm EN 14214 - in Deutschland entsprechend DIN EN 14214 - abgelöst. Diese Norm ist in einigen Parametern strenger als die bisherige und enthält außerdem zusätzliche Anforderungen. Die DIN EN 14214 ist in Bezug auf Biodiesel die technische Grundlage der novellierten Kraftstoff-Qualitäts- und Kennzeichnungsverordnung (10. BImSchV).
B. darf als Kraftstoff nur entsprechend der Kennwerte der DIN EN 14214 angeboten werden. B. wird daher an den Tanksäulen ausdrücklich durch einen Aufkleber nach der aktuellen Norm ausgezeichnet.
Die Biodiesel-Norm fordert eine Kältefestigkeit von -20 °C. Dieser Wert wird - ähnlich wie bei Mineralöldiesel - durch Zugabe von Additiven bei der Herstellung erreicht. Fachleute empfehlen daher nach der Umstellung auf Biodiesel nach zwei bis drei Tankfüllungen das Kraftstofffilter außerhalb der üblichen Revisionsfristen zu wechseln, um den Filterversatz durch Altablagerungen zu verhindern. Normgerechter Biodiesel selbst führt nicht zum vorzeitigen Filterverschluss.
Aufgrund des niedrigeren spezifischen Energiegehaltes von Biodiesel ist ein Mehrverbrauch zu erwarten. Dieser fällt jedoch im praktischen Betrieb wesentlich niedriger aus als die formale Rechnung ergibt, da andere günstige Kennwerte des Biodiesel einen effizienteren Motorbetrieb gestatten. In Flottenversuchen wurden Mehrverbräuche von 0 bis 5 Prozent gegenüber dem Einsatz von Dieselkraftstoff ermittelt.
Die Qualifikation zum Thema Biodiesel in den Werkstätten vor Ort sehr unterschiedlich. Manchmal drängt sich auch der Eindruck auf, dass technische oder Verschleißprobleme vorsorglich auf den Biodiesel-Einsatz "abgeladen" werden, ohne dass ein Zusammenhang wirklich nachgewiesen wird. Der Kunde ist immer gut beraten, wenn er den Nachweis führen kann, stets qualitätsgesicherte Ware bezogen und benutzt zu haben.
Biodiesel darf ausschließlich in den dafür vom Hersteller ausdrücklich freigegebenen Fahrzeugen eingesetzt werden. Es ist eine Verpflichtung des Fahrzeughalters, sich dementsprechend sachkundig zu machen. Wird ein Fahrzeug (z.B. PKW, LKW, Schlepper) mit Biodiesel betrieben, ohne dass diese Verwendung in der Betriebsanleitung als zugesicherte Eigenschaft beschrieben ist, haften der Fahrzeughersteller bzw. Händler nicht für eventuell auftretende Schäden.

Autor: KATALYSE Institut

Akute Strahlenschäden

Akute Strahlenschäden (auch: Frühschäden) gehören zu den nicht stochastischen Strahlenschäden und treten bei kurzzeitigen Ganzkörperdosen (Strahlendosis) ab 0,5 Sv (Sievert) auf.

Ab solchen Dosen werden so viele Zellen durch die ionisierende Strahlung abgetötet oder funktionsgestört, daß innerhalb von Stunden oder Tagen zahlreiche Schäden sichtbar werden, die bis zum Tod führen können. Der Krankheitsverlauf ist um so schwerer, je höher die Dosis war. Speziell betroffen sind Zellen, die sich häufig teilen, insbesondere die blutbildenden Zellen im Knochenmark, deren Ausfall das Immunsystem schwächt bis lahmlegt, die Zellen des Darmepithels, deren Ausfall zu Störungen im Wasser- und Mineralhaushalt sowie Darmkoliken führt, und die Haarwurzel, deren Schädigung Haarausfall nach sich zieht.

Weitere mögliche Akute Strahlenschäden: Trübung der Augenlinse (Grauer Star), Hautschädigung, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, Mißbildungen, Tod- und Fehlgeburten durch Bestrahlung des Embryos. Symptome bei kurzzeitiger Ganzkörperbestrahlung ohne medizinische Behandlung s. Tab.. Den typischen Krankheitsverlauf nennt man Strahlenkrankheit (weitere Symptome dort). Todesfälle bis etwa 5 Sv sind meist Folge der erhöhten Infektionsbereitschaft.

Bei höheren Dosen sind Darmstörungen Haupttodesursache. Bis etwa 10 Sv Ganzkörperdosis haben Bestrahlte bei stationärer medizinischer Versorgung gute Chancen zu überleben. Bei den Überlebenden können zahlreiche Spätschäden (Strahlenschäden) auftreten: Krebs, unspezifische Lebensverkürzung, Sterilität, dauerhafte Immunschwäche (Immunsystem) etc.. Akute Strahlenschäden wurden bei Atombombenopfern in Hiroshima und Nagasaki (Atomwaffen) und bei Betriebsunfällen im Kernkraftwerksbereich beobachtet.

Lit.: L.Rausch: Mensch und Strahlenwirkung, München 1986

Autor: KATALYSE Institut

Adipositas

Adipositas (lat. adeps=fett) bedeutet Fettsucht, Fettleibigkeit oder in der Umgangssprache starkes Übergewicht mit einem Body-Mass-Index von über 30.

Häufiger liegen die Gründe dafür in einem gestörten Ernährungsverhalten. So kann z.B. Fast Food (zu hoher Fett-, Salz- und Zuckergehalt), Geschmacksverstärker Glutamat (Appetit anregend) oder auch der Jojo-Effekt nach einer Diät zu Adipositas führen. Adipositas kann körperliche Folgekrankheiten haben, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck.

Quellen:
DER BROCKHAUS multimedial 2010 (CD-Rom)
WHO (Hrsg.): Obesity: preventing and managing the global epidemic. Report of a WHO Consultation. In: WHO Technical Report Series. 894, 2000.

Autor: KATALYSE Institut

ADI-Wert

Acceptable Daily Intake, ein im Lebensmittelbereich gebräuchlicher Wert, der die maximal duldbare tägliche Aufnahmemenge für Fremdstoffe in Lebensmitteln (z.B. DDT, Lebensmittelzusatzstoffe) angibt.

Er gibt die Menge einer Substanz an, die ein Mensch täglich sein Leben lang ohne gesundheitliches Risiko zu sich nehmen kann. Grundlage zur Festsetzung von ADI-Werten sind Tierversuche. Nach Ermittlung der unwirksamen Dosis beim Versuchstier (No-effect-level) erhält man durch Einsetzen eines Sicherheitsfaktors (Division i.a. durch 100) den ADI-Wert.

Der Sicherheitsfaktor enthält den Faktor 10 für die Risiken der Übertragung der Ergebnisse aus den Tierversuchen auf den Menschen und einen weiteren eigentlichen Sicherheitsfaktor 10. Der Sicherheitsfaktor sagt aber nichts darüber aus, wie groß die Sicherheitsspanne tatsächlich ist. Denn die Angabe der duldbaren täglichen Aufnahmedosis wird auf das Körpergewicht bezogen.

Nur ein Teil der gesamten Körpermasse ist aber an der Umwandlung (Metabolisierung) und Ausscheidung der Substanz beteiligt (hauptsächlich Leber und Nieren). Dieser Anteil ist beim Menschen im Vergleich zum gesamten Körpergewicht aber wesentlich kleiner als z.B. bei Ratte oder Maus.

Autor: KATALYSE Institut

Baumwolle

Baumwolle ist ein einjähriger, meist bis zu 1,2 Meter hoch kultivierter Busch mit dichter basaler Verzweigung und langgestielten, behaarten, 3 bis 7-lappigen Blättern und kurzgestielten, in den Blattachseln sitzenden Blüten.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Gossypium sp.
  • Herkunft: Mittelasien oder Südafrika
  • Klimaansprüche: Wärme, Sonne und mindestens 180-200 frostfreie Tage sowie 800 bis 1000 mm Niederschlag
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: vor Beginn der Regenzeit in den Tropen; 1 bis 3 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 60 kg/Hektar, Phosphat: 40 kg/Hektar, Kalium: 50 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rhizoctonia, Sclerotium, Rhizopus; Schädlinge: Baumwollkapselkäfer, Kapselwurm, Baumwollwurm, Milben, Baumwollblattlaus, Zwergzikaden; Viren: Kräuselvirus; Sonstige: Wurzelgallenälchen
  • Ernte: Pflücken der Samenhaare nach Aufspringen der Kapsel; maschinell oder manuell
  • Ertrag: 1,5 bis 3,5 kg/Hektar Fasern
  • Qualitätsmerkmale: Faserlänge und -gehalt, Ölgehalt und -ausbeute
  • Besonderheiten: Hohes Wärme- und Feuchtebedürfnis

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Basilikum

Basilikum ist eine stark verzweigte, 50 cm hohe Pflanze mit großen, gestielten, eiförmigen, gesägten Blättern und weißen Lippenblüten.

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Ocimum basilikum
  • Herkunft: Vorderindien
  • Klimaansprüche: tropisch bis gemäßigt
  • Anbausystem: einjähriger Anbau bei mehrmaliger Ernte
  • Aussaat: Vorkultur; Direktsaat oder Pflanzung; 10 bis 16 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 100 kg /Hektar in Teilgaben, Kalium: 120 kg/Hektar, Phosphat: 70 kg/Hektar; hoher Nährstoffbedarf, überhöhte Phosphatgaben mindern den Ölertrag
  • Pflanzenschutz: Pilze: Grauschimmel, Blattflecken; Schädlinge: Eulenraupen, Wiesenwanzen; Viren: Luzernemosaikvirus; Sonstige: Schnecken, Kleeseide
  • Ernte: 7 bis 8 Wochen nach der Pflanzung bei Blühbeginn, maschinell; Sproß und Blätter: für Pharmazie und Gewürz
  • Ertrag: Kraut: 12 bis 18 Tonnen/Hektar, 15 bis 30 Tonnen/Hektar Droge
  • Saatgut: 80 bis 100 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: hoher Gehalt an ätherischem Öl
  • Besonderheiten: druckempfindliches Erntegut
  • Wirkspektrum: Verdauungsprobleme, Koliken, Blähungen, Magenkrämpfe, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Epilepsie und Migräne

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Baldrian

Baldrian ist eine ausdauernde formenreiche Pflanze von 50-180 cm Höhe mit lanzettlichen gefiederten Blättern und rötlichen endständigen, rispigen Schirmdoldenblüten.

  • Systematik: Familie: Valerianaceae (Baldriangewächse), Arten: Valeriana officinalis (Gemeiner Baldrian) und Valeriana wallichii (Asiatischer Baldrian)
  • Herkunft: heimisch
  • Klimaansprüche: gemäßigt; Mindestniederschlag: 650 mm/Jahr
  • Anbausystem: ein- und/oder zweijähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur ab Mitte Februar; Saat August bis April; 6 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne Trockensubstanz:
    Blätter: Stickstoff: 23 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 34 kg/Hektar, Calcium: 30 kg/Hektar; Wurzeln: Stickstoff: 18 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 21 kg/Hektar, Calcium: 6 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Mehltau, Falscher Mehltau, Verticillium-Welke
  • Schädlinge: Blattläuse, Thripse
  • Ernte: im Herbst bis Anfang November oder Frühjahr
    maschinell---> Rhizom mit Wurzel für die Pharmazie und Blätter als Futtermittelzusatz
  • Ertrag: Wurzeln, Rhizom: 10 bis 20 Tonnen/Hektar, 2 bis 5 Tonnen/Hektar Droge
  • Qualitätsmerkmale: feine Wurzeln, da Wirkstofflokalisierung in der Wurzelrinde;
    Gehalt an ätherischen Ölen und Valpotriate
  • Wirkspektrum: beruhigend, Steigerung der Konzentrationsleistung

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Bakterizide

Chemische Mittel zur Abtötung von Bakterien.

siehe Desinfektionsmittel, Antibiotika, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Aufforstung

A. ist die künstliche Bewaldung von nicht oder nicht mehr mit Wald bewachsenen Flächen durch Pflanzung junger Bäume oder Saat von Samen.

Die Wieder-A. kahlgeschlagener Flächen ist nach dem Waldgesetz Pflicht. Die Neu-A. nur schwer wirtschaftlich nutzbarer Böden, wie etwa von ehemaligem Ackerland, spielen in Deutschland flächenmäßig eine untergeordnete Rolle.
Das Wiederaufforstungsgebot (§ 11 BWaldG) regelt in Verbindung mit den jeweiligen Landesgesetzen die Mindestverpflichtung für alle Waldbesitzer, kahlgeschlagene Waldflächen und verlichtete Waldbestände in angemessener Frist wieder aufzuforsten oder zu ergänzen, soweit die natürliche Wiederbestockung unvollständig bleibt. In den Landeswaldgesetzen wurde die angemessene Frist unterschiedlich, in der Regel auf 2 bis 3 Jahre, festgesetzt.
Nachdem man bei der A. jahrzehntelang hauptsächlich Monokulturen aus Fichte und Kiefer anpflanzte, werden in den letzten Jahren auch wieder verstärkt Mischwälder gegründet, bzw. zumindest der Waldsaum mit Laubbäumen aufgeforstet, da diese Stürmen besser widerstehen und so den restlichen Baumbestand vor Windwurf schützen können.
Von großer Bedeutung sind die Schutzwald-Aufforstung im Gebirge zur Vermeidung von Erosion, Steinschlag und Lawinen. Infolge des Waldsterbens, aber auch durch Wildschäden kann hier die A. nicht mit dem Sterben der Bäume Schritt halten. Wegen des versauerten Bodens gehen viele der gepflanzten Bäume bereits nach wenigen Jahren wieder ein (Saurer Regen).
Deutschland ist zu rund 30 Prozent bewaldet. Die Waldfläche nahm seit 1960 um rund 500.000 Hektar zu und beträgt heute 10,7 Mio. Hektar. Der Wald ist damit ein bedeutender großflächiger Lebensraum, zugleich die naturnächste Landnutzungsform und ein wesentliches landschaftsprägendes Element. Die vier häufigsten Baumarten sind heute Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.
Deutschland nimmt bei den Holzvorräten mit durchschnittlich 270 m3/Hektar im europäischen Vergleich einen führenden Platz ein. Dem jährlichen Holzeinschlag in Deutschland von
3,7 m3/Hektar steht ein potenzielles und nachhaltig nutzbares Rohholzaufkommen von 5,7 m3/ha gegenüber. Das Holzeinschlagspotenzial wird demnach nur zu 70 Prozent ausgeschöpft.

 

Quelle: u.a. Nationales Forstprogramm Deutschland
Ein gesellschaftspolitischer Dialog zur Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung 1999/2000; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn

siehe: Waldfläche, Waldfunktionen, Waldsterben, Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Atrazin

Von den Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) der bekannteste und bisher, vor allem im Maisanbau, am häufigsten eingesetzte Wirkstoff.

Seine Wirkung beruht auf einer Hemmung der Photosynthese. In pflanzlichen Lebensmitteln sind bis zu 0,1 mg/kg zugelassen, in Gemüsemais 1,0 mg/kg.
Trotz gegenteiliger Annahme stellte sich mit Verbesserung der analytischen Möglichkeiten heraus, daß A. bis ins Grundwasser gelangt.
Im Trinkwasser wurde für Pflanzenbehandlungsmittel unabhängig von deren Giftigkeit ein einheitlicher Grenzwert von 0,1 mycrog/l festgelegt; er trat zum 1.10.1989 in Kraft. Der Hauptanteil aller positiven Befunde und Grenzwertüberschreitungen bei Pflanzenbehandlungsmitteln ist auf A. und dessen Hauptabbauprodukt Desethyl-A. zurückzuführen.
Seit März 1991 ist zum Schutz des Grundwassers die Anwendung von A. und 6 weiteren Wirkstoffen verboten. Ein Nachweis im Grundwasser ist noch auf Jahre hinaus zu erwarten. Bei Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser ist eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung möglich. Voraussetzung ist ein erfolgversprechender Sanierungsplan und Einhaltung des Ausnahmegrenzwertes von 3 µg/l für A.
Die Wirkung von Atrazin, beruht auf Hemmung der Photosynthese von Schadpflanzen. Es wird in der Umwelt nur relativ langsam abgebaut. Atrazin ist für Wasserorganismen giftig. Für Vögel und Nützlinge (z. B. Bienen), sowie für Bodenlebewesen ist der Wirkstoff weitgehend ungefährlich. Atrazin reichert sich in der Nahrungskette nicht an.
Atrazin weist für den Menschen eine geringe akute Giftigkeit auf. Reizungen der Haut, Augen und der Atemwege sind vereinzelt beim Menschen beobachtet worden.
Am 31. Oktober 1986 gelangten etwa 400 Liter Atrazin über die Abwässer der Firma Ciba-Geigy in den Rhein, was zusammen mit einem weiteren Chemieunfall der Firma Sandoz bei Basel einen Tag später ein Fischsterben im Rhein auslöste.
A. ist noch immer in der Umwelt weit verbreitet, nach dem Elbehochwasser im Jahre 2002 beispielweise wurde es ausgeschwemmt und konnte später vor Helgoland vermehrt nachgewiesen werden, auch in der Leber von Miesmuscheln und der Flunder.

Autor: KATALYSE Institut

Artenvielfalt

Artenvielfalt oder auch "Biologische Vielfalt" oder auch Biodiversität genannt, umfasst drei Dimensionen:

  • die Vielfalt der Lebensräume in lokalen, regionalen, globalen Ökosystemen.
  • die Artenvielfalt innerhalb der Lebensräume, also alle dort lebenden Organismen: Tiere, Pflanzen und Mikroskopisch kleine, einzellige Organismen, z.B. Bakterien, Blaualgen sowie ein großer Teil der Algen und Pilze. Mikroorganismen.
  • die genetische Vielfalt innerhalb der Arten.

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biologischen Vielfalt waren ein wichtiges Thema auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Als U. werden, geprägt durch deutlich anthropogene Sichtweise, die den Menschen umgebenden Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) mit den dort lebenden Organismen in ihrer Gesamtheit bezeichnet.Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, bei der die Konvention über

Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity (CBD) zusammen mit der Agenda 21 beschlossen wurde.

Die Konvention über Biologische Vielfalt verfolgt drei Ziele:

  • Erhalt der Biologischen Vielfalt
  • Nachhaltige Nutzung der Biologischen Vielfalt
  • Ausgewogene und gerechte Verteilung der Chancen, die sich aus der Nutzung der Biologischen Vielfalt, insbesondere der genetischen Der Begriff Ressourcen besitzt zwei Bedeutungen.Ressourcen, ergeben.

Autor: KATALYSE Institut

Arnika

Arnika ist eine mehrjährige Pflanze mit aufrechtem, flaumig behaartem Stengel (20 bis 50 cm), lanzettlichen dichthaarigen bodenanliegenden Rosettenblättern und gelben Einzelblütenköpfen.

  • Systematik: Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Arnica montana, chamissonis
  • Herkunft: heimisch (Mitteleuropa)
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: dreijähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur Februar bis März, Pflanzung im Mai; 12 bis 16 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff <50 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Alternaria, Grauschimmel, Mehltau; Schädlinge: Bohrfliegenlarven
  • Ernte: A. Chamissonis: Mai bis Juni und A. montana: Juni bis August
  • manuelle Ernte von Blüten, Rhizom und Wurzeln
  • Ertrag: A. montana: Blüten: 2,5 bis 5,0 Tonnen/Hektar, 400 bis 800 kg/Hektar Droge;
    Wurzeln: 4,0 bis 8,0 Tonnen/Hektar, 1,0 bis 20 Tonnen/Hektar Droge;
    A. Chamissonis:
    Blüten: 4,5 bis 6,0 Tonnen/Hektar, Drogen: 700 bis 800 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl über 0,1 Prozent, Glycoside, Cholin und Flavonoide
  • Besonderheiten: Hohe Salz- und Kalkempfindlichkeit
  • Wirkspektrum: entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, Herztonikum

 Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Antibiotika

Antibiotika sind Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die Bakterien bekämpfen. Ihre Eigenschaften können bakteriostatisch (Hemmung der Vermehrung), bakterizid (Tötung) oder bakteriolytisch (Tötung und Auflösung) sein.

Die halb- oder vollsynthetischen Abwandlungsprodukte werden ebenfalls A. genannt. Sie haben wachstumshemmende oder abtötende Wirkung auf Bakterien, Pilze und Protozoen. A. besitzen ein bestimmtes Wirkungsspektrum. In diesem werden alle Sorten von Mikroorganismen zusammengefaßt, die gegenüber einer Substanz Empfindlichkeit zeigen.
Die Ära der A.-Anwendung begann mit der Entdeckung des Penicillins (Fleming 1929) und dem Nachweis der hohen Wirksamkeit dieser Substanz (Chain 1940).
Bis Ende der 90er Jahre wurden A. in der Tierhaltung vorsorglich gegen Ansteckungsgefahr bei Infektionskrankheiten gegeben und als Masthilfsmittel eingesetzt worden.
A. können zu Resistenzen von Bakterien führen, weshalb ihr Eisnatz auf die wirklich notwendige Gabe beschränken sollte. Auf keinen Fall sollte eine A.-Therapie abgebrochen werden, da sonst nicht alle Erreger abgetötet werden. Hierdurch können sich bei den Bakterien Resistenzen auszubilden. Es werden sogar Patienten von Bakterienstämmen infiziert, die eine Multiresistenz aufweisen.

Autor: KATALYSE Institut

Alternativer Landbau

Zum A. zählen alle Landbewirtschaftungsformen, die auf die Anwendung von Mineraldüngern, chemischen Pflanzenschutzmitteln (biologische Schädlingsbekämpfung) sowie Futtermittelzusätzen verzichten.

Auch auf den Zukauf von Futtermitteln wird z.T. oder vollständig verzichtet. Angestrebt wird ein möglichst geschlossener Stoffkreislauf im Betrieb, in dem alles, was dem Boden an Nähstoffen entzogen wird, durch Gründüngung und Kompostierung wieder eingebracht werden muß. In Deutschland entfielen Ende 1990 0,65% des Produktionsvolumens auf den A.
Das Angebot von Lebensmitteln aus A. kann jedoch die steigende Nachfrage nicht decken. Das nicht ausreichende Angebot und eine unbefriedigende Rechtslage haben dazu geführt, daß auch Erzeugnisse aus dem konventionellen Landbau oder dem integrierten Pflanzenbau mit den Bezeichnungen "bio", "ökologisch", "biologisch" u.ä. beworben werden können.
Im Gegensatz zu einigen anderen Staaten gab es bisher in Deutschland keine gesetzliche Regelung, nach welchen Kriterien Lebensmittel aus A. angebaut und gekennzeichnet werden müssen. 1991 beschloß die EG die EG-Bio-Kennzeichnungsverordnung, die Kriterien für den Anbau und Kennzeichnung für Produkte aus ökologischem Landbau enthält.
Nahrungsmittel aus A. werden überwiegend in Naturkost- und Bioläden sowie direkt von alternativ bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben vermarktet. Inzwischen findet man sie auch verstärkt auf Wochenmärkten, in Supermärkten und in Drogerien. I.d.R. werden für Produkte aus A. höhere Preise als für konventionell hergestellte Nahrungsmittel verlangt. Dies läßt sich auf die höheren Vermarktungs- und Produktionskosten der Landwirtschaftsbetriebe zurückführen.
Eine Methode des A. ist der ökologische Landbau.

Autor: KATALYSE Institut

Algen

Artenreiche Abteilung des Pflanzenreichs. Niedere, autotroph lebende Pflanzen aus einzelnen Zellen oder Zellverbänden, die zumeist im Wasser, aber auch im Boden leben.

Man unterscheidet u. a. Blau-, Braun-, Rot-, Grün-, und Kiesel-A.. Unter den A. finden sich Spezialisten, die z.B. Uran aus dem Meerwasser anreichern oder Kieselsäure in ihre Membranen einlagern. Als Flechten treten andere Arten an Land in Symbiose mit Pilzen auf. A. werden als Dünge- und Futtermittel genutzt, zunehmend auch als Nahrungsmittel für den Menschen.
In Japan beträgt der Anteil der A. an der Nahrung zehn Prozent. Weitere Verwendung finden A. als Ausgangsstoff für Verdickungsmittel, z.B. Agar-Agar. Innerhalb der Biotechnologie arbeitet man an der industriellen Gewinnung von Methan und Pflanzenwuchsstoffen aus A.. Allerdings stellt die Schadstoffbelastung der Meere (Meeresverschmutzung) die Kultivierung der A. in Frage.
Zukünftige Nutzungsmöglichkeiten könnten A. als Sauerstofflieferanten und Kohlendioxid-Binder in Raumkapseln und U-Booten bieten. Zum Nachteil für den Menschen befallen A. Metalle, Bau- und Kunststoffe, breiten sich in Schwimmbädern und Aquarien aus und stören infolge Eutrophierung das Gleichgewicht von Binnengewässern durch ungehemmtes Wachstum.
A. können durch ihre leichte Anzucht als pflanzliche Biomonitoren verwendet werden. Mit ihnen durchgeführte Biotests dienen der Bestimmung der Wasserqualität, von Herbizidrückständen und der Trinkwasserüberwachung.
Explosionsartige Vermehrung durch Eutrophierung (hohe Düngemittelkonzentration) und hohe Wassertemperaturen wqerden als Algenpest oder Algenblüte bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Aldrin

A. ist ein Insektizid, das 1948 von der Hyman Company unter dem Handelsnamen Octalene auf den Markt gebracht wurde.

Es wird als sogenanntes Breitband-Insektizid eingesetzt und gehört zum "dreckigen Dutzend" klassischer Dauergifte. Durch Einarbeitung in den Boden vor oder während der Aussaat wirkt A. gegen Schädlingsbefall beispielsweise von Ameisen und Termiten sowie Drahtwürmern und Engerlingen in
Mais, Citrusfrüchte, Baumwolle, Reis, Zuckerrüben, Tabak und Bananen.

Es wirkt als Berührungs-, Fraß- und Atemgift. Bereits geringe Dosen A. sind für Nutzinsekten, Vögel und Fische hoch toxisch. Aldrin besitzt eine hohe Persistenz und wird von Organismen im Fettgewebe angereichert. Bei Säugetieren wurden durch Aldrin verursachte Leber- und Nierenschäden beobachtet.

A. gehört zu der Stoffgruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe mit hohem Anreicherungspotenzial und einer hohen akuten Toxizität. A. ist seit 1981 in Deutschland nicht mehr im Handel und unterliegt wie in 88 weiteren Staaten einem Anwendungsverbot.

Im Boden wird Aldrin zu dem Epoxid Dieldrin transformiert. Bei der Arbeit mit unverdünnten Präparaten muss Schutzkleidung getragen werden. Streumittel sollten nicht mit der bloßen Hand ausgebracht werden. Bei Säugetieren führt A. zu Leberschädigungen. MAK-Wert: 0,25 mg/m3.

A.-Daten:
Gruppe: Organochlorpestizide
CAS-Nr.: 309-00-2
Formel: C12H8Cl6

Synonyme:

  • 1,2,3,4,10,10-Hexachlor-1,4,4a,5,8,8a- hexahydro-1,4-endo-5,8-exodimethano-naphthalin
  • Chlorodan
  • Octalen
  • Seedrin

Die Zersetzung von A. erfolgt durch Erhitzung unter Bildung von giftigen, korrosiven Dämpfen (Chlorwasserstoff).

Autor: KATALYSE Institut

Agragpolitik

Festgeschriebenes Ziel der Agrarpolitik in Deutschland und der EG ist es, die Existenz bäuerlicher Familienbetriebe zu sichern.

Da die Weltmarktpreise für Agrarprodukte aber nur Großbauern (Agrarfabriken) wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen, werden staatliche Abnahmegarantien zu künstlich erhöhten Preisen gegeben, die diese Produkte unter rein marktwirtschaftlichen Bedingungen nur mit wenigen Ausnahmen erzielen würden. Die Aufwendungen der EG für die Agrarpolitik betrugen 1991 ca. 86 Mrd DM, dies entspricht rund 60% des EG-Haushaltes. Die Politik staatlich garantierter Abnahme landwirtschaftlicher Produkte hat verschiedene Auswirkungen:
Überproduktion: In fast allen Bereichen der Landwirtschaft kommt es zu Überproduktion, die mit Hilfe von jährlichen Exportsubventionen in Höhe von ca. 21 Mrd DM auf dem Weltmarkt abgesetzt werden. Die Überproduktion in der EG betrug 1990 für Magermilchpulver 168%, für Zucker 131%, für Getreide 119% und für Milch 113%, bezogen auf den tatsächlichen Bedarf. Gleichzeitig wird durch Zollabgaben die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus anderen Ländern verteuert.
Konzentration: Da keine direkten Beihilfen an Landwirte gezahlt werden, sondern Produktpreise subventioniert werden, sind Agrarfabriken in der Produktion gegenüber Kleinbauern bevorteilt. Dies hat in der gesamten EG zur Änderung der Betriebsgrößenstruktur in Agrarbetrieben geführt. Damit verbunden sind negative Auswirkungen auf die Umwelt (Konventionelle Landwirtschaft, Massentierhaltung, Pestizide).
Dritte Welt: Die Auswirkungen der Agrarpolitik der Industrieländer, insbesondere der EG, sind für Länder der Dritten Welt in mehrfacher Hinsicht katastrophal. I.d.R. ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig in diesen Ländern. Durch Handelshemmnisse wie z.B. Zölle wird ihnen aber der Zugang zu den Märkten der Industrieländer versperrt. Gegenüber den durch Exportsubventionen verbilligten Produkten der EG sind die Produkte der Dritte-Welt-Länder auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig. Die Landwirtschaft dieser Länder wird somit geschwächt.
Die erzeugten Lebensmittel würden bei gleichmäßiger Verteilung der subventionierten Überschußproduktion zur Ernährung der Weltbevölkerung ausreichen. Die Agrarpolitik der Industrieländer hat zu gleichzeitiger Überproduktion und Hunger geführt. Derzeit ist eine EG-Agrarreform geplant, die v.a. darauf abzielt, Subventionen abzubauen. Bei entfallender Preisstützung wird die EG direkte Einkommenbeihilfen zahlen, sie will Flächenstillegungungen prämieren und die Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion (Verzicht auf intensive Anbaumethoden: Einsatz von Pestiziden, Herbiziden, übermäßiger Einsatz von Düngemitteln) sowie Landschaftspflege durch Landwirte fördern, um so die Überproduktion zu drosseln.
Der Umweltbelastung durch die landwirtschaftlichen Produktionsprozesse versucht die EG durch entsprechende Richtlinien beizukommen: z.B. durch die Richtlinie zum Schutz der Umwelt und insbesondere der Böden bei der Verwendung von Klärschlamm in der Landwirtschaft von 1986 oder die Richtlinie über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln von 1991.
Danach dürfen in den jeweiligen Mitgliedstaaten nur noch Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht und angewendet werden, die nach den Bestimmungen der Richtlinie dort zugelassen sind. Allerdings bleiben die EG-Regelungen, um die Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaften wirtschaftlich schwächerer Staaten nicht zu gefährden, deutlich hinter einzelnen nationalen Regelungen zurück: z.B. dem Verbot des krebsverdächtigen Atrazin allein in Deutschland 1990. Da nun aber Pflanzenschutzmittel, die in einem Mitgliedstaat zugelassen sind, auch in den anderen verkauft werden dürfen, kann Atrazin auf diesem Wege in Deutschland wiederauftauchen.

siehe auch: GATT, Genbank, Artenschutz

Autor: KATALYSE Institut

Agrarfabrik

Der Begriff Agrarfabrik, seit Ende der 70er Jahre fester Bestandteil des Jargons kritischer Medien bzw. politischer Polemik, wurde zunächst in engem Zusammenhang mit den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der ehemaligen DDR gebraucht.

Agrarfabriken sind hochspezialisierte landwirtschaftliche Betriebe, die Landwirtschaft in Form nicht artgerechter Massentierhaltung und/oder große Flächen im Monokulturen bewirtschaften. Nicht allein die artfremden Lebensbedingungen der Tiere in solchen Betrieben (z.B. viel zu enge Käfige in Batteriehaltung von Legehennen) und die mangelnde Qualität der Produkte (z.B. durch minderwertige Futtermittel oder Hormongaben, hohe Dünger- und Pestizidgaben) geben Anlass zur Kritik.
Meist sind mit diesen Betrieben auch gravierende Umweltfolgen (Trinkwasser, Boden Erosion, Gülle,
Artenvielfalt usw.) verbunden.

Autor: KATALYSE Institut

G. belasten die Umwelt durch Stromverbrauch und FCKW-Freisetzungen (Ozonabbau).

G. belasten die Umwelt durch Stromverbrauch und FCKW-Freisetzungen (Ozonabbau).

Darüber hinaus ist Tiefkühlkost aufgrund energieaufwendiger Verarbeitung, Lagerung und Transporte das energieintensivste Nahrungsmittel überhaupt. G. gehören zu den Haushaltsgeräten mit dem höchsten Energieverbrauch. Je nach Güte der

Isolation verbrauchen K. unterschiedlich viel Energie, wobei sparsame Geräte nicht nur die Umwelt schonen (Strom, Kraftwerk), sondern auch Geld sparen (Haushaltsgeräte).

Zur FCKW-Problematik: Kühlschrank
Tips zum Stromsparen: Keine warmen Speisen einfrieren, unnötiges Öffnen vermeiden, Wandabstand zum Wärmetauscher (Metallgitter) mindestens 10 cm, regelmäßiges Säubern des Wärmetauschers, Aufstellung an möglichst kühlem Ort (auf keinen Fall neben dem Herd), evtl. zusätzliche Wärmedämmung anbringen und auf defekte Türdichtungen achten (insbesondere bei Gefrierschränken).

Gefrierschränke verbrauchen bei gleichem Volumen etwa 50% mehr Energie als Gefriertruhen (Haushaltsgeräte). Truhen sind i.d.R. deutlich besser isoliert als Gefrierschränke und beim Öffnen geht erheblich weniger Kälte verloren (dies gilt auch für defekte Türdichtungen älterer Geräte).

Siehe auch: Stromverbrauch

Autor: KATALYSE Institut