Straßenbau

Die Belastung des deutschen Fernstraßennetzes ist in zunehmendem Maße kritisch. Je nach unterstelltem Szenario wird bis 2015 ein weiteres Verkehrswachstum
von 52 bis 60 Prozent prognostiziert.

Der Ausbau des Fernstraßennetzes ist grundsätzlich originäre Staatsaufgabe; die Bundesinvestitionen in Fernstraßen betragen 4,6 Mrd./Jahr auf Bundesebene.
Etwa ein Drittel der Einnahmen des Straßenverkehrs fließen wieder in die Straßeninfrastruktur zurück.

Der Straßengüterverkehr soll nun bald durch die Einführung einer streckenabhängigen Autobahngebühr für schwere Lkw, welche die bisherige Autobahnvignette ersetzt, ab März 2005 Einnahmen von ca. 3,4 Mrd. € p.a. erzielen. Abzüglich der bisherigen Vignetteneinnahmen von ca. 450 Mio. €/Jahr und von ca. 300 Mio. € p.a., die als Kompensation für das Transportgewerbe vorgesehen sind, bedeutet dies für die LKW-Nutzer zusätzliche Kosten von etwa 2,65 Mrd. € jährlich.

Während die Speditionen protestieren sieht etwa der BUND grundsätzlich keinen weiteren Neu- und Ausbaubedarf für das Bundesfernstraßennetz. Im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätspolitik sollten die knappen Investitionsmittel statt in
Straßenbau auf die Sanierung der vorhandenen Verkehrswege, ein umfassendes Lärmschutzprogramm und den zügigen Ausbau der umweltgerechten Verkehrsmittel
konzentriert werden.

Der Bau neuer Autobahnen im Verkehrwegeplan 2003 ist aufgrund der hohen Eingriffsintensität und der verkehrlichen Wirkungen abzulehnen. Umweltpolitisch und auch verkehrlich sinnvoller ist sind ggf. die Optimierung und der teilweise Ausbau des untergeordneten Straßennetzes. Der Ausbau der bestehenden Autobahnkapazitäten hat zwar eine vergleichsweise geringe Eingriffsintensität und bringt für die Anwohner aufgrund der Rechtslage ggf. eine Verbesserung des Lärmschutzes mit sich, ist jedoch verkehrspolitisch kontraproduktiv, da damit die Konkurrenzfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene weiter geschwächt wird.

Generell abgelehnt werden vom BUND Projekte

  • mit einer durchschnittlichen Belastung von unter 10.000

    Kfz pro 24 Stunden (kein verkehrlicher Bedarf, insbesondere bei hohem oder sehr hohem Umweltrisiko)

  • parallel zu einem geplanten Ausbau der Autobahn (auch bei mehr als 5 km Entfernung von der Autobahn)

In den BVWP sollten nur verkehrs- und umweltpolitisch sinnvolle Projekte eingestuft werden. Der Nutzen-Kosten-Faktor bietet für diese Einstufung nur eine grobe Orientierung zur Einschätzung des verkehrlichen Nutzens und der
Umweltauswirkungen eines Projektes. Für die Bedarfseinstufung der Straßenbauprojekte müssen die Ergebnisse der gesamtwirtschaftlichen Bewertung in Verbindung mit den Ergebnissen der Raumwirksamkeitsanalyse und der Umweltrisikoeinschätzung differenziert interpretiert werden.

Mit der Einstufung eines Projektes in den vordringlichen Bedarf sollte außerdem nur über den verkehrlichen Handlungsbedarf im jeweiligen Planungsraum, nicht aber die generelle Bauwürdigkeit eines Projektes in der zu Grunde gelegten Dimensionierung entschieden werden. Die optimale Lösung des jeweiligen Verkehrsproblems im Sinne einer integrierten Verkehrsplanung muss in den folgenden Planungsstufen unter Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten ermittelt werden (Raumordnungsverfahren mit SUP, Planfeststellungsverfahren mit UVP).

Autor: KATALYSE Institut

Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL)

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.

Aktuelle Aktivitäten der SÖL:/liste}

  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
  • Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
  • Forschung(Wissenschaftstagungen)
  • zwischen Institutionen
  • Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
  • Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
  • Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Schwesterchromatid-Austausch

Schwesterchromatiden sind die beiden gleichartigen DNA-Stücke, die in diesem Stadium des Zellzyklus parallel angeordnet sind.

Während dieser Phase kann ein Austausch von ganzen, mehr oder weniger großen Chromosomenstücken stattfinden. Einerseits weil die DNA-Stränge nahe beieinander liegen und andererseits weil die DNA-Moleküle von Enzymen auseinander gezogen werden, um für die neu entstehende Zelle verdoppelt zu werden, wobei es zu Spannungen im Molekül kommt. An diesen offenen Stellen, den Replikationsgabeln, finden die Überkreuzungen der Chromosomenstücke statt (crossing over). Dabei kommt es – auch unter natürlichen Bedingungen – zu Strangbrüchen, die vom Reparatursystem der Zelle wieder geflickt werden. Bei der Reparatur kann es passieren, dass „falsche“ Stücke zusammengefügt werden. Dadurch erhält die DNA neue Eigenschaften, ein normaler Vorgang in der Evolution. Es kommt auch zu Vernetzungen (cross-linking) der DNA-Moleküle, was zur Hemmung oder gar dem Verlust der DNA-Funktion führen kann. Die Vernetzungen sind wieder feste kovalente chemische Bindungen, die nicht leicht zu lösen sind.

Im Labor werden zur Erhöhung der Strangbruchraten Chemikalien eingesetzt wie z. B. Mitomycin C (seit langem gut bekannt als Auslöser von Schwesterchromatid-Austauschen) oder Phytohämagglutinin (eine Substanz aus Bohnen, die menschliche Blutzellen verklumpen –  agglutinieren – lässt und Lymphozyten zur Teilung anregt), um die Stabilität bzw. Anfälligkeit vom Chromosomen zu testen. Der Schwesterchromatid-Austausch-Test ist eine gängige Methode zur Charakterisierung der Chromosomeneigenschaften. Außer mutagenen Chemikalien kann auch ionisierende Strahlung (Röntgen- und UV-Strahlung) zu Strangbrüchen und Schwesterchromatid-Austausch führen. Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob auch hoch- und niederfrequente Felder solche Auswirkungen haben können. Viele Experimente sprechen dafür.

Nach der gängigen Vorstellung kann jeder Eingriff in die DNA-Struktur eine Entartung von Zellen zur Folge haben. Entartung bedeutet, dass Wachstum, Funktion und Absterben einer Zelle nicht mehr den eigentlichen Regeln.

Autor: KATALYSE Institut

Saure Böden

Siehe Bodenversauerung.

Autor: KATALYSE Institut

SAR-Wert

Der SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate) ist ein Maß für die in Lebewesen oder Gegenstände eingedrungene elektromagnetische Strahlung. Die Einheit dafür ist Watt pro Kilogramm Körpergewebe (W/kg).

Die Eindringtiefe hängt von der Wellenlänge und der Beschaffenheit des Materials ab. Er gibt also an, wie viel im Körpergewebe oder von anderen Materialien aufgenommen (absorbiert) wird. Strahlung, die in Materie eindringt, kann dort Auswirkungen haben. Die bekannteste Wirkung ist z. B. die Erzeugung von Wärme (thermischer Effekt). Dieser Effekt wird beim Mikrowellenherd ausgenutzt. Neben dem thermischen Effekt gibt es die athermischen Effekte, die bei Strahlungsdichten unterhalb der so genannten thermischen Schwelle auftreten. Diese Effekte sind z. B. Radikalbildung, Veränderung von Eigenschaften der Zellmembranen und der Hirnströme (
EEG).

Die Strahlung verteilt sich in Körpergewebe nicht gleichmäßig, denn jede Gewebeart hat eine andere Absorptionsfähigkeit. Stark wasserhaltiges Gewebe absorbiert stärker als wasserarmes. Zudem werden die Strahlen an Organgrenzen gebeugt oder reflektiert, so dass es einerseits Bereiche gibt, in denen eine geringere Strahlungsdichte vorhanden ist, und andererseits kann es zu „hot spots“ kommen.

Handys müssen so konstruiert werden, dass sie einen Grenzwert von 2 W/kg, gemittelt über 10 g Körpergewebe, bei maximaler Leistung einhalten. Das Messverfahren dafür ist genau festgelegt. Überprüft wird die Einhaltung des Grenzwertes an einem mit Flüssigkeit gefüllten Kunstkopf, der die Verhältnisse im menschlichen Kopf darstellen soll. Natürlich kann ein Kopf aus Kunststoff nicht die wahren Verhältnisse am lebendigen Körper repräsentierten.

Beim Telefonieren mit dem Handy wird meistens der Grenzwert unterschritten, weil das Gerät nur selten mit maximaler Leistung sendet, dank der automatischen Leistungsregelung. Trotzdem kann es bei langen Telefongesprächen zur Erwärmung des Gewebes am Kopf kommen.

Die heute auf dem Markt angebotenen Handys unterscheiden sich stark bezüglich der SAR-Werte. Darauf sollte man beim Kauf achten. Informationen dazu bekommt man z. B. unter www.handywerte.de.

Autor: KATALYSE Institut

Riffe

Abhängig von ihrer Form, der Entfernung zur Küste und ihrer Entstehungsgeschichte können Korallenriffe verschiedenen Rifftypen zugeordnet werden:

Saumriffe
Saumriffe beginnen mehr oder weniger direkt an der Küste und wachsen von dort seewärts weiter. Wie weit sie sich ins Meer erstrecken hängt vor allem davon ab, wie steil der Meeresboden abfällt. Sie sind der häufigste und weltweit verbreiteste Rifftyp. Die Riffe im Roten Meer gehören zum Beispiel fast ausschließlich diesem Typ an.

Plattformriffe
Dieser Rifftyp kann überall dort entstehen, wo das Wasser flach genug für Korallen ist und andere ökologische Bedingungen ihr Wachstum zulassen. Große Plattformriffe können im Lauf der Zeit Atollen sehr ähnlich werden, wenn sich in ihrem Zentrum eine Lagune einsenkt. In diesem Fall spricht man von Pseudoatollen, da sie eine andere Entstehungsgeschichte als die eigentlichen Atolle haben (s.u.).

Barriereriffe
Barriereriffe sind von der Küste durch eine tiefe und breite Lagune getrennt. Für ihre Entstehung sind geologische Absenkungsprozesse des Untergrunds oder größere Anstiege des Meeresspiegels nötig. Die größten Barriereriffe der Welt sind das Great Barrier Reef Australiens und das Barriereriff vor Belize.

Atolle
Atolle bestehen aus einem ringförmigen Riffkranz, der eine Lagune umschließt. Der Riff-Außenhang fällt manchmal mehrere tausend Meter steil ab. Für die Entstehung von Atollen ist das Absinken einer Insel notwendig. Dieser Rifftyp ist vor allem in der Südsee und auf den Malediven häufig zu finden.

Durch die Abhängigkeit der Korallen von warmem Wasser findet man Korallenriffe in relativer Nähe des Äquators. Dass die Grenze des Riffvorkommens nicht überall den gleichen Abstand zum Äquator hat, liegt an den großen Meeresströmen. So verdanken beispielsweise die weit im Norden gelegenen Bermudas ihre Korallenriffe dem warmen Golfstrom. Der kalte Humboldt-Strom verhindert dagegen das Wachstum hermatypischer Korallen an weiten Teilen der Pazifikküste Südamerikas.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

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Autor: KATALYSE Institut

Remobilisierung

Zurückführen einer fest gebundenen chemischen Verbindungsform eines Stoffes (z.B. Schwermetall) in eine weniger stark gebundene oder lösliche Form.

Die R. ist in folgenden Bereichen relevant:

  • Im Boden können Stoffe, die in löslicher oder leicht austauschbarer Bindungsform vorliegen, von Pflanzen oder Bodenorganismen aufgenommen und akkumuliert (Bioakkumulation) und in tiefere Bodenschichten oder ins Grundwasser verlagert werden (Bodenaustauscher, Bodenbelastung).
  • In Gewässersedimenten kann die R. zu einer Erhöhung der Konzentration eines Stoffes im Wasser führen (EDTA).
  • Auch im menschlichen Körper liegen Stoffe in mehr oder weniger stark gebundener Form vor und Mobilisierungsvorgänge führen zum Transport in andere Organe oder zur Erhöhung der Konzentration eines Stoffes in Blut oder Urin.

Autor: KATALYSE Institut

Regenwurm

R. stellen die bekanntesten Vertreter der Bodenorganismen dar.

Sie leben im Boden und Kompost. R. sind Dunkeltiere, längere Einwirkung von Tageslicht, insb. von UV-Strahlung, bedeuten den Lichttod. R. sind auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung angewiesen, sie können nicht länger als 24 h im stehenden Wasser leben.

Bei längerem Regen verlassen sie oft wegen Erstickungsgefahr ihre Gänge und verenden durch Lichteinwirkung an der Oberfläche.
R. sind als Humusbildner sowie für die Durchmischung, Lockerung, Lüftung und Durchwurzelbarkeit des Bodens von großer Bedeutung (Bodenverdichtung).

R. ernähren sich von zersetzendem, organischem Material, wozu sie abgestorbene Blätter in ihre Gänge ziehen und so mit den Mineralbodenteilchen in Verbindung bringen. Unverdaubare Erde wird in Kottürmchen an der Röhrenmündung abgesetzt. Die meisten R. kommen nur in schwach sauren bis alkalischen Böden vor; in sauren, humusarmen, trockenen Sandböden fehlen sie ganz (Bodenversauerung, Saurer Regen).

Durch Bodenbearbeitung, insb. mit rotierenden Geräten, und Biozideinsatz (z.B. Fungizid Benomyl) werden R. negativ beeinflußt. Im Wald leben ca. 40-80, im Grünland bis zu 300 und im Acker 0-110 Tiere/m2.

Siehe auch: Bodenorganismen.

Autor: KATALYSE Institut

Kalkfarben

Bindemittel Kalk und Leim im Verhältnis 9:1.

Farbe mit guter Deckkraft, die aber vor jedem Neuanstrich entfernt werden muss.

Autor: KATALYSE Institut

Pedosphäre

Begriff für den Lebensraum Boden.

Pedosphäre ist ein überall an der Erdoberfläche auftretendes, durch Verwitterung der Gesteine hervorgegangenes mechanisches Gemenge von Gesteins- und Mineralbruchstücken und deren Umbildungsprodukten, vermischt mit einer mehr oder minder großen Menge sich zersetzender und schon zu Humus umgebauter organischer Bestandteile.

Autor: KATALYSE Institut

Organische Böden

Als O. oder Moore werden Böden bezeichnet, deren Humushorizont mehr als 30 cm dick ist und/oder mindestens 30% organische Substanz enthält.

Siehe auch: Moore, Humus, Torf, Bodenhorizonte.

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Kalk-Casein-Farben

K. werden aus Milcheiweiß und Kalk hergestellt, indem Kalk in wäßriger Casein-Emulsion gelöst wird. Sie sind auf allen Untergründen außer auf Silikatfarben, Öl- und Lackanstrichen für innen und außen geeignet.

Ohne Füllstoffe und unpigmentiert sind K. transparent. Auf mineralischen Untergründen bilden sie dampfdiffusionsoffene Beschichtungen, die das Mauerwerk "atmen" lassen. Im Außenbereich sind sie im Mehrschichtenaufbau emissionsstabil. So haben sich z.B. römische Mauerbauten mit K. beschichtet unbeschadet bis in unsere Zeit erhalten.

Autor: KATALYSE Institut

Naturland

Naturland, Verein für naturgemäßen Landbau e.V., wurde 1982 mit Sitz in Gräfelfing bei München gegründet.

Die 1357 Mitgliedsbetreibe bewirtschaften in der BRD insgesamt 55.000 ha Anbaufläche. Die wichtigsten Zielsetzungen des Verbandes sind gezielte Bodenpflege, Aufbau einer fruchtbaren Humusschicht, artgerechte Tierhaltung mit Verfütterung betriebseigener Futtermittel und insbesondere die Förderung der Vermarktung der naturgemäß erzeugten Produkte. Daher arbeitet der Verband eng mit der Marktgenossenschaft der Naturland- Bauern zusammen.

Die Grundsätze/ Philosophie des Verbandes lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Zehntausende von Hektar fruchtbaren Landes gehen durch die Folgen der landwirtschaftlichen Intensiv-bewirtschaftung verloren. Ökologischer Landbau nach den Naturland Richtlinien steuert dagegen. Angepasste Bodenbearbeitung, durchdachte vielseitige Fruchtfolgen und die Einheit aus Viehwirtschaft und Ackerbau reduzieren den Bodenabtrag. Durchwurzelung und intensives Bodenleben bewirken, dass Böden Wasser besser speichern. Der vollständige Verzicht auf Agrarchemie stoppt das Sterben der Böden, die Krume bleibt fruchtbar und lebendig.

Ökologischer Landbau bedeutet aktiven Klimaschutz durch Energieeinsparung, Aufforstung und vielen anderen Aktivitäten. Ökologische Begleitmaßnahmen fördern die
Artenvielfalt und sind in den Bewirtschaftungsrichtlinien verankert
Ökologischer Landbau erhält die Lebensgrundlagen der Natur - eine Investition in die Zukunft. Internationale Klimakonferenzen haben schon viele wichtige Beschlüsse gefasst.

Die Naturland Erzeuger setzen sie praktisch um. Es sind Bauern und Verarbeiter, die den Klimagipfel von Rio ernst nehmen und die Beschlüsse zum Schutz von Menschen und Klima auf ihre Art umsetzen. Sie arbeiten selbst ökologisch. Und sie helfen mit, den ökologischen Landbau weltweit zu verbreiten - die einzige Art der Landwirtschaft, die dauerhaft das Klima entlastet, Boden und Wasser schont und die Fruchtbarkeit fördert. Jetzt und für die Zukunft.

  • Naturland im Ausland - die Ziele
  • Verbreitung des anerkannt ökologischen Landbaus weltweit
  • Entwicklung konsequenter Richtlinien für Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte in allen Klimaregionen
  • Volles Mitspracherecht für Mitglieder im Ausland bei Naturland und damit bei der Entwicklung ihrer Richtlinien
  • Entwicklung von Qualitätssicherungssystemen mit Dokumentation
  • Aus- und Fortbildung der Mitglieder, Organisation von Trainingsprogrammen
  • Förderung der Forschung und der Entwicklung im ökologischen Landbau
  • Unterstützung von Aufbau und Entwicklung nationaler Kontrollstellen und Zertifizierungsorganisationen
  • Zertifizierung ökologischer Anbausysteme international
  • Förderung sozialer und fairer Bedingungen in Anbau und Handel

Die Mitliederzeitschrift „Naturland-Magazin“ erscheint vier mal Jährlich und ist für €10 pro Jahr zu abbonieren, ein Einzelexemplar ist für € 2,50 zu erhalten

Kontakt:
Naturland - Verband für naturgemäßen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1
82166 Gräfelfing
Tel.: 089 - 898 08 20
Fax: 089 - 89 80 82 90
Naturland@naturland.de
www.naturland.de

Autor: KATALYSE Institut

k-Wert

Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch kWert genannt, ist ein Maß für den Wärmestrom, der bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin durch ein 1 m2 großes Bauteil fließt. Einheit: W/m2K.

Um den Wärmebedarf eines Gebäudes zu berechnen, wird der kWert für die verschiedenen Bauteile des Gebäudes bestimmt und die anteiligen Wärmeverluste addiert. Je kleiner der kWert, um so geringere Wärmeverluste treten auf. Die Größe des kWert hängt von den verwendeten Baumaterialien ab, genauer gesagt von deren Wärmeleitfähigkeit, von den Bauteildicken und von den Wärmeübergängen zwischen den verschiedenen Materialien.
Jedes Baumaterial hat eine bestimmte Wärmeleitfähigkeit lambda. Beton hat eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit (2 W/m*K) und Dämmstoffe eine niedrige (0,02 bis 0,04 W/m*K). Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit eines Baumaterials, um so besser ist seine Dämmwirkung. Wärmedämmstoffe werden entsprechend ihrer Wärmeleitfähigkeit in verschiedene Wärmeleitfähigkeitsgruppen eingeteilt (020 entspricht lambda= 0,02 W/m*K, 030 entspricht 0,03 W/m*k usw.) Ein Dämmstoff der Wärmeleitfähgkeitsgruppe 020 erreicht etwa die doppelte Dämmwirkung wie ein Dämmstoff der Gruppe 040.
Baustoffe unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wärmeleitfähigkeit, sondern auch in ihrer Fähigkeit, Wärme zu speichern. Die Wärmespeicherzahl gibt an, wieviel Wärme notwendig ist, um 1 m3 eines Stoffes um 1 Kelvin zu erwärmen. Je schwerer ein Baustoff ist, desto größer ist seine Wärmespeicherfähigkeit. Stoffe mit großer Wärmespeicherzahl benötigen für ihre Erwärmung viel Wärme und Zeit, halten dafür aber große Mengen Wärme um so länger. Große Speichermassen sind wichtig für ein ausgeglichenes Raumklima und für die Solararchitektur. Dämmstoffe haben wegen ihres geringen spezifischen Gewichts nur eine sehr geringe Wärmespeicherfähigkeit.

siehe auch: Niedrigenergiehaus, Fenster

Autor: KATALYSE Institut

Nahrungskette

Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip Fressen und Gefressenwerden (Räuber-Beute oder Parasit-Wirt).

Am Anfang der Nahrungskette stehen die Produzenten (insbesondere Pflanzen), die die zum Wachstum benötigte Energie aus dem Sonnenlicht mittels der Photosynthese gewinnen.

Die Konsumenten 1. Ordnung (Phytophagen= Pflanzenfresser) ernähren sich von den Produzenten und dienen wiederum zur Ernährung der Konsumenten höherer Ordnung (Zoophagen= Räuber (Fleischfresser) oder Parasiten). Beispiel: Pflanze, Schmetterlingsraupe, Raubinsekt, Insektenfresser, Greifvogel.

Geschlossen wird die Nahrungskette durch zersetzende Organismen (Destruenten oder Saprophagen= Bestandsabfallfresser), die die abgestorbenen Lebewesen erneut für die Pflanzen verwertbar machen (Detritus, Mikroorganismen).

Wird ein Glied der Nahrungskette beseitigt (z.B. durch Pestizideinsatz, Pestizide), so kann sich das vorhergehende Glied ungehemmt entwickeln, während die nachfolgenden Glieder durch Nahrungsmangel vermindert werden.

Bei der Verwertung der Nahrung geht ein großer Teil der im Nährorganismus gespeicherten Energie verloren. In jeder Stufe der Nahrungskette kann der Verlust bis zu 90% betragen. Deshalb kommt auf einen Konsumenten höherer Ordnung eine sehr große Anzahl von Produzenten. Ein solcher Energieverlust entsteht z.B. bei der Rinder- oder Schweinefütterung mit hochwertigem Importgetreide (Veredelungsprodukte). Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis von Energieeinheiten beträgt z.B. bei Rindern 10:1, Milch 5:1, Schweinen 3:1. Stellt man die Mengenverhältnisse graphisch dar, erhält man eine Nahrungspyramide.

Von Bedeutung ist die Nahrungskette auch bei Schadstoffen in Lebensmitteln. Werden schwer abbaubare Schadstoffe von einem am Anfang der Nahrungskette stehenden Organismus aufgenommen (z.B. Pflanzen, Samen), so kann sich dieser Schadstoff im Verlauf der Nahrungskette immer stärker anreichern, so dass das Endglied, der sogenannte Top-Konsument, bereits für ihn toxische Mengen des Schadstoffs aufnimmt und chronisch oder tödlich dadurch geschädigt wird (z.B. die Abnahme der Eischalendicke durch DDT oder PCB im Fettgewebe von Graureihern).

Autor: KATALYSE Institut

Isolation

siehe Wärmedämmung

Autor: KATALYSE Institut

Innenraumluftqualität

Für nicht gewerbliche Innenräume existieren keine Grenz- oder Richtwerte, anhand derer definitiv ungesunde Konzentrationen von Innenraumluftschadstoffen ausfindig gemacht werden können.

Weder sind die für den gewerblichen Bereich geltenden MAK-Werte zur Orientierung geeignet, noch die von der VDI-Kommission zur Reinhaltung der Luft festgelegten MIK-Werte. Die vom ehemaligen Bundesgesundheitsamt für einige Holzschutzmittel-Wirkstoffe festgelegten MRK-Werte (Maximale Raumluftkonzentration) wären vom Anspruch geeignet, aber in den Größenordnungen selbst nach Aussagen des Bundesgesundheitsamtes völlig unangemessen.
Zur Orientierung sind wohl die Luftgüteleitlinien der Weltgesundheitsorganisation zur Bewertung der I. am ehesten geeignet. Liegen keine Werte für identifizierte Stoffe in der Innenraumluft vor, so kann in erster Näherung ein MAK mal 10-3 als unbedenklich angesehen werden, ein MAK mal 10-2 und darüber bedarf zumindest der eingehenderen Analyse bis zur Formulierung als Eingriffsschwelle.
Zielwerte akzeptabler Innenraumluftkonzentrationen und Eingriffsschwellenwerte sollten aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes in einer Innenraumluft-Verordnung festgelegt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Nährstoffkreislauf des Waldes

Der Wald ist ein sich selbst erhaltendes Ökosystem, das seine Energie mit Hilfe der Photosynthese seiner Pflanzen aus dem Licht der Sonne gewinnt (Globalstrahlung).

Die Nährstoffe befinden sich in einem ständigen Kreislauf. Die Pflanzen nehmen sie mit ihren Wurzeln aus dem Boden auf und verwenden sie für ihren Stoffwechsel. Sterben die Pflanzen später wieder ab oder verlieren sie im Herbst ihre Blätter, werden sie durch die Bodenlebewelt des Waldes mineralisiert; die Nährstoffe werden wieder frei. Nährstoffverluste treten im Wald v.a. durch Auswaschung ins Grundwasser, Erosion und Holzernte (

Holz, Forstwirtschaft) auf.

Sie können durch den Eintrag aus der Luft und durch die im Boden ablaufende Gesteinsverwitterung ersetzt werden. Natürliche Waldsysteme haben die Tendenz, Nährstoffe anzureichern (der Verlust ist geringer als die Zufuhr), so daß in der Geschichte eines Waldes immer anspruchsvollere Pflanzenarten heranwachsen können (Sukzession).
Die Bodenversauerung (Saurer Regen) kann den N. empfindlich stören.

Die Bodenlebewelt verändert sich negativ, was u.a. zu einer langsameren Verrottung abgestorbener Pflanzen und Pflanzenteile führt. Außerdem kommt es zu einer bevorzugten Auswaschung von Nährstoffen.

Siehe auch: Waldboden, Waldsterben, Waldschadenserhebung, Ökosystem.

Autor: KATALYSE Institut

Innenraumluftbelastung

Die I. ist ein bisher stark vernachlässigtes Teilgebiet des Umweltschutzes, obwohl man sich zu 80-90% der Zeit in Innenräumen aufhält.

Erklärbar dürfte dies auch durch die notwendige Einbeziehung des Reizthemas Rauchen als primäre Schadstoffquelle in Innenräumen sein (Tabakrauch, Passivrauchen). Erst in jüngerer Zeit ist eine zunehmende Sensibilisierung festzustellen, verknüpft z.B. mit den Themen Formaldehyd, Holzschutzmittel, WC-Reiniger, PCB, Asbest und Mineralwolle.
Normen für die Luftqualität in Innenräumen sind jedoch nicht Bestandteil des Umweltrechts, sondern des Gesundheitsrechts. Neuere Erkenntnisse über die Gefährlichkeit einzelner Schadstoffe haben einen erheblichen Regelungsbedarf erkennen lassen, der in der Fortschreibung von Rechtsvorschriften (z.B. Spanplatten), von Normen, von Gütezeichen (z.B. Holzschutzmittel) oder Produktempfehlungen (Umweltzeichen) bis hin zu allgemeinen Verbraucherempfehlungen (z.B. Verzicht auf chemische Luftverbesserer) verfolgt werden sollte.
Radioaktive Belastungen in Wohnräumen gehen in unterschiedlichem Ausmaß von fast allen mineralischen Baustoffen aus (Radon, radioaktive Baustoffe).

Autor: KATALYSE Institut

Nachhaltigkeitsstrategien

Zur Realisierung eines Nachhaltigen Konsums werden überwiegend drei Strategien diskutiert: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz.

Dabei zielt die Effizienz-Strategie auf Ressourcenproduktivität, was eine ergiebigere Nutzung von Materie und Energie bedeutet. Damit sind beispielsweise Energiesparlampen, die Optimierung von Arbeitsabläufen oder die Wärmedämmung eines Hauses gemeint.

Die Konsistenz-Strategie orientiert sich am natürlichen Stoffwechselkreislauf bzw. der Vereinbarkeit von Natur und Technik, wie beispielsweise in Form von Photovoltaik- oder Biomasseanlagen, Windenergie oder wasserstoffbetriebene Pkw.

Die Suffizienz-Strategie zielt dagegen auf eine Verringerung des Konsums bzw. auf einen geringeren Ressourcenverbrauch. Sie beinhaltet eine Veränderung von Werten und Bedürfnissen in der Gesellschaft. Als Beispiele sind Konsumverzicht, die Nutzung von Car-Sharing oder Mitfahrgelegenheiten, aber auch die Praktizierung alternativer Ernährungsformen oder das Leben in Wohngemeinschaften zu nennen.

Quellen:
Belz, F.-M.; Bilharz, M.: Nachhaltiger Konsum: Zentrale Herausforderung für moderne Verbraucherpolitik. Consumer Science. Diskussionsbeitrag Nr.1. München 2005.

Linz, M.: Weder Mangel noch Übermaß. Über Suffizienz und Suffizienzforschung. Wuppertalpapers Nr. 145. Wuppertal 2004.

Weiterführende Quelle:
http://www.wuppertalist.org

Autor: KATALYSE Institut

Holzwolleleichtbauplatten

Aus dem Rohstoff Fichtenholz und den Zusätzen Zement oder Magnesia als Bindemittel sowie Bittersalz als Schutzimprägnierung hergestellte Platte.

Wird als Putzträger und Dämmaterial eingesetzt. Durch die grobporige Struktur sind H. nicht winddicht und müssen je nach Einbauort mit Mörtel oder Papier abgedeckt werden. Man muß zwischen den magnesit- und zementgebundenen H. unterscheiden. Letztere sind spröder und schwerer, aber preiswerter. Gegen H. bestehen keine ökologischen Bedenken, lediglich bei zementgebundenen H. kann leicht erhöhte Radioaktivität auftreten (radioaktive Baustoffe).

 

siehe auch Baustoffklasse (Brandschutz), Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherzahl: k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Holzweichfaserplatte

Die H. besteht aus locker gebundenen Holzfasern. Sie werden aufgrund des relativ hohen Luftgehalts als Schall- und Wärmedämmplatten (Wärmedämmung, k-Wert) eingesetzt.

Die Industrie bietet die H. an, die mit unterschiedlichen Bindemitteln geleimt worden sind. Für die weniger feuchtbeanspruchten H. wird als Leim Harnstoff-Formaldehyd oder werden nur holzeigene Harze verwendet. Hier sollte man auf jeden Fall der umweltfreundlicheren und gesundheitlich besseren Verleimung mit holzeigenen Harzen den Vorzug geben.
Für feuchtbeanspruchte H. wird zusätzlich eine Bitumenemulsion den Holzfasern vor dem Preßvorgang untergemischt. Das verwendete Bitumen wird direkt aus Erdöl gewonnen und ist nicht mit anderen Rest- und Schadstoffen belastet, wie Laboranalysen ergeben haben.
H. ist ein umweltfreundlicher, gesunder Baustoff der als Beplankung für Holzständerkonstruktionen, für den Dachausbau, für den Akustikbau, für die Schall- und Wärmedämmung (k-Wert) oder als Trittschallplatte verbaut werden kann.

Autor: KATALYSE Institut

Holzschutzmittel

Chemische, Konservierungsmittel, die Holz vor der Zerstörung durch Pilze (Schimmelpilze), Bakterien, Insekten u.a. Tiere schützen sollen.

H. kommen zum Einsatz bei frischgefälltem Holz und zum Schutz von Bauteilen. H. werden unterteilt in wasserlösliche Salze und ölige Mittel. Die Salze umfassen Chrom-, Fluor-, Kupfer-, Arsen und Borverbindungen, die öligen Mittel Teerpräparate und H. auf Lösemittelbasis. Nur die Borverbindungen sind "relativ ungefährlich". Die anderen H. können zu chronischen Vergiftungen führen, meist durch Ausgasen von giftigen Bestandteilen (Pentachlorphenol, Lindan).
Problematisch ist die Verwendung von Fluorsalzen wegen der damit verbundenen Fluorwasserstoff-Emissionen sowie von Fungiziden wie Pentachlorphenol, Tributylzinn-Verbindungen, Endosulfan, Dichlorfluanid, Phenylquecksilberoleat u.a.
Nach den Umweltleitlinien der Chemischen Industrie wird Pentachlorphenol seit 1985 nicht mehr in H. eingesetzt. Bei der Verwendung von Chrom-, Kupfer- und Arsensalzen besteht die Gefahr des Auswaschens bzw. Ausblühens. Nach neuen Untersuchungen sind chemische Holzschutzmittel in Gebäuden nur in seltenen Fällen notwendig.
Insgesamt werden bei HSM-Salzen etwa 25, bei den übrigen HSM 50 verschiedene Biozide eingesetzt. Gehäuft treten dabei Borverbindungen, Chromsalze und Pyrethroide auf.
In modernen Wohnungen herrscht ein Raumklima, das einer Ausgleichsfeuchte von 8 Prozent des Holzes entspricht. Unter 20 Prozent Holzfeuchte ist kein Pilzbefall möglich und unter 10 Prozent kein Insektenbefall. Nur im nicht ausgebauten Dachstuhl herrscht eine Holzausgleichsfeuchte von durchschnittlich 15 Prozent, weshalb dort ein Insektenbefall nicht ausgeschlossen werden kann. Schädlinge können hier mit Fliegengittern etc. vom Holz ferngehalten werden.
Bei einem ausgebauten Dachgeschoß kann im völlig mit Wärmedämmstoffen eingehüllten Holz kein Befall auftreten (DIN 68800). Im öffentlichen Bau müssen für statisch beanspruchte Bauteile H. verwandt werden, die amtlich geprüft und zugelassen sind (ca. 300 Mittel). Weiterhin gibt es etwa 2.000 nicht überprüfte Mittel auf dem Markt.
Eine Überprüfung der Wirksamkeit, sowie der Gesundheitsgefährdung ist laut Gesetz nicht vorgeschrieben. Sinnvoller als der Einsatz von H. und ausreichend sind konstruktive Maßnahmen zum Holzschutz (Konstruktiver Holzschutz). Im Falle eines Schädlingsbefalls sollte möglichst nur das zugelassene Heißluftverfahren durchgeführt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Meteorit

Viele Menschen beobachteten am Samstagabend den 6. April 2002 in Bayern den Niedergang eines Meteoriten. Unser Planetensystem hat sich vor etwa 4,5 Milliarden Jahren aus einem riesigen Wirbel von Materie, dem solaren Nebel, gebildet.

Zunächst formierten sich Gas und Staub zu größeren Brocken, den Planetenvorläufern, welche immer wieder zusammen stießen und sich so nach und nach zu noch größeren Objekten zusammenlagerten. Aus ihnen entwickelten sich schließlich unsere Planeten.

Doch ein Teil der Planetenvorläufer unterschiedlicher Zusammensetzung blieb im Sonnensystem übrig. Zwei Gruppen von Körpern aus dieser solaren Urmaterie umkreisen noch heute die Sonne: Kometen und Asteroide. Auf ihrer Bahn kollidiert die Erde ständig mit diesen kosmischen Teilchen, die meist nicht größer als Staubkörner sind.

Treten größere Materiebrocken in die Atmosphäre ein, erhitzen sich diese durch die Reibung mit der Luft. Die Oberfläche schmilzt und durch die atomare Wechselwirkungen mit den Luftteilchen erscheint am Himmel eine Lichtspur.

Ab einer Höhe von rund 100 Kilometern entsteht eine Stoßwelle aus einem Gemisch von Luft und verdampfender Materie, die stark erhitzt und elektrisch aufgeladen wird. Daraus entsteht ein leuchtend heller Gasball – auch Feuerkugel oder Boliden genannt. Da der Brocken eine Geschwindigkeit von 50.000 bis 70.000 km/h besitzt – also weit über der Schallgeschwindigkeit - kann es zu lauten Donner kommen.

Die Kometen, die hauptsächlich aus leichten Elementen wie Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff bestehen, ziehen dabei eher in den Außenbereichen des Sonnensystems ihre Bahn. Man nimmt an, dass sie einen kompakten Kern, ein Gemisch aus Eis und Silikatstaub, dem felsige Bestandteile beigemischt sind, besitzen. Diese sogenannten „schmutzigen Schneebälle" stammen aus einem kugel- (Oort-Wolke, 20.000-70.000 A.E. von der Sonne) bzw. gürtelförmigen (Kuiper-Gürtel, Nähe Pluto) Reservoir.

Die Asteroiden, deren Hauptbestandteile Metalle, Silizium- und Magnesium-Sauerstoffverbindungen sind, findet man dahingegen im sogenannten Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Durch fotographische Aufnahmen und Auswertungen der Leuchtspur von auf die Erde niedergehenden Meteoroiden, konnten die Bahndaten einiger niedergehender Meteroiden berechnet werden.

Die sonnenfernsten Punkte (Aphelien) ihrer elliptischen Umlaufbahnen vor der Kollision mit der Erde bestätigten die schon lange bestehende Annahme, dass die Asteroiden der Ursprung der meisten Meteorite sind.

Autor: KATALYSE Institut