Naturfarben

Die Naturfarbenherstellung ist ein Teilbereich der "Sanften Chemie", die unter anderem nur Rohstoffe pflanzlicher und mineralischer Herkunft verwendet, wie zum Beispiel Pflanzenfarben, Harze, Wachse, etherische Öle, Balsame, Alkohole, natürliche Duftstoffe und andere.

Mit jahrtausendealter Erfahrung, über die der Mensch im Umgang mit Pflanzen verfügt, ist er in der Lage, giftige Pflanzen und Inhaltsstoffe bei der Auswahl zu meiden. Pflanzenrohstoffe sind regenerierbar, weil sie im Gegensatz zu allen Rohstoffen auf Erdölbasis unbegrenzt nachwachsen können (Nachwachsende Rohstoffe).
Die gewonnenen Pflanzenrohstoffe werden bis zum Endprodukt so wenig wie möglich verändert, was neben dem Strukturerhalt sehr viel an Energie einspart, keine giftigen Abfälle, sondern nur kompostierbare Reststoffe produziert, die in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können ( Recycling).
Mittlerweile gibt es für die meisten konventionellen Oberflächenbehandlungsmittel wie Dispersionsfarben, Lacke und Klebstoffe "sanfte" Alternativen auf pflanzlicher Basis, die den Vorteil haben, den Charakter der zu behandelnden Oberfläche bei der Produktauswahl mit zu berücksichtigen, statt diesen einfach zuzudecken.

Siehe auch: etherische Öle, Alkohole, Duftstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Naturdämmstoffe

Naturmaterialien wurden bereits vor Jahrhunderten zum Dämmen von Gebäuden eingesetzt. Erst mit der Industrialisierung wurden sie mehr und mehr durch neue Massenprodukte aus fossilen Rohstoffen wie Glas- oder Steinwolle und Polystyrol ersetzt.

 

Allein in Deutschland wurden im Jahr 2001 etwa 29 Mio. m³ Dämmstoffe zur Schall- und Wärmedämmung eingesetzt. Ihre Basis sind fast ausschließlich fossile Rohstoffe. Dabei sind ihre Nachteile bekannt: sie sind energieaufwändig in der Herstellung, nur bedingt recyclebar und in ihren Auswirkungen auf die Gesundheit umstritten.

 

Dämmstoffe aus der Natur sind in ihrer bautechnischen Qualität den herkömmlichen Produkten wie Mineralwolle oder Polystyrol absolut ebenbürtig. Durch ihre klaren Vorteile in puncto Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit sind sie die erste Wahl:

  • bei der Herstellung von Dämmstoffen aus Mineralwolle wird etwa zehnmal soviel Energie verbraucht wie bei Hanf- oder Zellulose-Dämmplatten,
  • nachwachsende Rohstoffe besitzen die Fähigkeit, teilweise bis zu 30 Prozent des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben,
  • sie tragen maßgeblich zu einem ausgeglichenen, angenehmen Raumklima bei,
  • mit einer Dämmung aus Zellulose oder Holzfaserplatten ein sommerlicher Wärmeschutz erreicht wird, mit dem schlaflose Nächte in überhitzen Räumen unter dem Dach der Vergangenheit angehören,
  • mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Holzfaser- oder Korkplatten eine Fassade saniert werden kann, die nicht nur aus ökologisch empfehlenswertem Material besteht, sondern daneben einen hervorragenden Schallschutz erzielt und unerwünschtes Algenwachstum reduziert.
    Die wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe, die als Dämmstoffe eingesetzt werden können sind: Flachs, Kokos, Schafwolle, Hanf, Kork, Schilfrohr, Holzfasern, Miscanthus (Chinaschilf), Stroh, Holzspäne, Roggen und Zellulose.

    Im Rahmen des Markteinführungsprogramms "Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" werden natürliche Dämmstoffe seit Juli 2003 durch das Bundesverbraucherschutzministerium (BMVEL) gefördert. Gemeinsam mit den Herstellern sind diese Produkte in einer sogenannten "Positivliste" aufgeführt. Zudem sind die Produkte nach ihrer Zugehörigkeit zur jeweiligen Förderkategorie gekennzeichnet.

    Unterschieden werden die Kategorie I und II:

    • Zu I gehören Dämmstoffe, die durch natureplus® zertifiziert sind und über das Gütesiegel verfügen. Die Förderhöhe liegt bei 40 Euro/m³, der Förderantrag muss eine Mindestmenge von 5 m³ umfassen.
    • Zu II gehörende Produkte verfügen nicht über das natureplus® - Gütesiegel, erfüllen aber dennoch die allgemeinen Anforderungen entsprechend des Markteinführungsprogramms. Bei ihnen beträgt die Förderhöhe 30 Euro/m³, auch in diesem Fall muss pro Antrag eine Mindestmenge von 5 m³ vorliegen.

    Ein weiterer wesentlicher Aspekt sind die technischen Eigenschaften und damit die geeigneten Einsatzbereiche der Naturdämmstoffe, die ebenfalls in der Liste erläutert sind. Für den Bauherrn und potenziellen Antragsteller, der unter einer Vielzahl von Schall- und Wärmeisolierungen auswählen muss, wird so die Entscheidung für den richtigen Dämmstoff erleichtert.
    Quellen: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Gülzow und Kompetenzzentrum für Bauen mit Nachwachsenden Rohstoffen (KNR), Münster

Siehe auch Stichworte: Transparente Wärmedämmung, Wärmedämmstoffe und Wärmedämmung.

 

Autor: KATALYSE Institut

Nahwärme

siehe: Fernwärme, Blockheizkraftwerk, Sonnenkollektoren

Autor: KATALYSE Institut

Biologische Waffen

Als B. bezeichnet man Waffen, deren Wirkung auf der Toxizität von Viren oder Bakterien bzw. den von ihnen produzierten Giften beruht.

Als älteste und einfachste B. muß daß Vergiften von Brunnen mit Kadavern angesehen werden. Systematische Forschungen begannen mit dem 20. Jh. Zunächst wurde mit Krankheitserregern wie Pocken, Typhus, Milzbrand etc. experimentiert; bekanntestes Zeugnis dieser Arbeiten ist die schottische Insel Guignard, auf der im Zweiten Weltkrieg britische B.-Versuche (vor allem mit Milzbranderregern) stattfanden und deren Betreten noch heute lebensgefährlich ist.

Der kalte Krieg setzte auch auf dem Gebiet der B. ein Wettrüsten in Gang, das zur Entwicklung neuer hochwirksamer Gifte führte. Diese aus Organismen (Bakterien, Viren, Pilze) isolierten sog. Toxine stellen die giftigsten bekannten Substanzen dar, die selbst das Seveso-Dioxin 2,3,7,8-TCDD übertreffen. Je nach Anwendung wäre es möglich, mit nur 80 mg (0,08 g) Toxin A 80 Mio Menschen, das entspricht der Bevölkerung Deutschlands, zu töten.
Von Botulinos, der giftigsten Substanz, reicht theoretisch ein Gramm aus, um zehn Millionen Menschen tödlich zu vergiften.

Wegen ihrer hohen Giftigkeit, die die der chemischen Kampfstoffe bei weitem überragt, dem relativ geringen Produktionsaufwand und der Schwierigkeit für den Gegner, den eingesetzten Stoff zu identifizieren, wird den B. in der Zukunft stärkere Beachtung geschenkt werden müssen.

Im Jahre 1995 hat die japanische AUM-Sekte mit ihren Sarin-Attentaten in der U-Bahn von Toyko die neue Dimension der Bedrohung aufgezeigt. Auf Bioterrorismus spezialisierte Mitglieder der Sekte reisten sogar in den Kongo, um sich dort über das tödliche
Ebola-Virus zu informieren.

Während es bei den chemischen Waffen um rund 50 Substanzen handelt, von denen die meisten auch harmlose zivile Anwendungen finden, geht die größte Gefahr von biologischen Waffen aus, Bakterien wie Milzbrand oder Pest, Viren wie dem Pockenerreger und Toxinen wie Botulinos oder Ricin. Die Sowjetunion hat im Kalten Krieg mit Milzbrand-Erreger experimentiert, außerdem besaß sie 200 Tonnen Pesterreger und 20 Tonnen Pockenviren. Im Irak entdeckten UN-Inspektoren Mitte der neunziger Jahre Raketensprengköpfe mit Biokampfstoffen. Ein amerikanischer Extremist trug bei seiner Verhaftung 200 Gramm des leicht herzustellenden Ricins bei sich. Von dieser Substanz reicht ein Gramm, um 1000 Menschen umzubringen. Viren, Pilze und Toxine lassen sich mit handelsüblichen Sprühgeräten oder über städtische Wasserversorgungssysteme unauffällig verbreiten.

Siehe auch: Hautkampfstoffe, Nervenkampfstoffe, Lungenkampfstoffe, Chemische Kampfstoffe, Binärkampfstoffe, Milzbrand

Autor: KATALYSE Institut

Biologische Verfügbarkeit

Die B. ist ein Maß für die Menge eines Stoffes, die von einem Organismus aufgenommen werden kann.

Im Boden ist ein Stoff dann biologisch verfügbar, wenn er entweder in der Bodenlösung vorliegt oder leicht mobilisierbar und austauschbar im Boden sorbiert ist, so daß er von Pflanzen oder Bodenorganismen aufgenommen werden kann. Im menschlichen Organismus versteht man unter der biologisch verfügbaren Menge eines Stoffes nicht die gesamte Aufnahmemenge, sondern die Menge, die vom Blut resorbiert und zu den Zielorganen transportiert werden kann.

Siehe auch: Remobilisierung

Autor: KATALYSE Institut

MRK

siehe Stichwort: Maximale Raumluftkonzentration

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Biologische Abbaubarkeit

Unter B. versteht man den Abbau organischer Stoffe unter gegebenen Umweltbedingungen. Der B. ist die Folge von Wechselwirkungen organischer Stoffe, Organismen und Umwelt.

B. Ist wie die Toxizität keine nur vom jeweiligen Stoff abhängige Eigenschaft, ab sie auch durch bioti-sche und abiotische Faktoren mitbestimmt wird. Zur Bestimmung der B. werden Mikroorganismen, Belebtschlämme oder andere Biozönosen mit dem zu untersuchenden Stoff versetzt. Und nach Tagen oder Monaten bis hin zu Jahren durch Verschwinden des Stoffes oder z.B. über das Auftreten von Abbauprodukten wird die B. nachgewiesen.

Siehe auch: Abbau

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Mottenschutzmittel

Bekannte M. sind "Eulan" (Bayer) auf Basis chlorierter Sulfonamidderivate von Diphenylether, das Mottenlarven durch Lähmung des Verdauungstraktes tötet,

"Eulan SP" auf Basis synthetischer Pyrethroide und "Mitin" (Ciba Geigy) auf Basis von Harnstoffderivaten.

Autor: KATALYSE Institut

Biokatalysator

B. ist ein Synonym für Enzyme. Hierunter sind isolierte, immobilisierte, aber auch in Orga-nismen lokalisierte Enzyme.

B. sind die Katalysatoren der Organismen, weil sie in der Lage sind, die Aktivierungsenergie für Reaktionen bei physiologischen Temperaturen und Milieubedingungen zu senken, dass bis dahin gehemmte Reaktionen nach Zusatz eines Katalysators ablaufen, wobei der Endzustand ein thermodynamisch stabilerer Zustand ist.

Siehe auch: Enzyme

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Mörtel

M. setzt sich ähnlich wie Beton aus Bindemitteln (früher Kalk, heute meist Zement), Zuschlägen (bes. Sand, bei Leicht-M. auch Perlite, Bims und Blähton), Wasser und eventl. Zusätzen zusammen.

M. dient dem Vermauern und Verlegen von Steinen und Fliesen. Er stellt eine mineralische Bindung oder Brücke zwischen den Bauteilen her. Einteilung in M.-Gruppen (MG) I bis III, die auf die Endfestigkeit des M. verweisen. Die Aushärtezeit des M. ist u.a. abhängig von seiner Zusammensetzung und der Baudicke. Es sind drei M.-Arten zu unterscheiden:
1. Maurer-M., bei dem auf das richtige Mischungsverhältnis geachtet werden muss;
2.Fertig-M., der jedoch bis zu 10% des Trockengewichts chemische Zusätze enthalten kann;
3. Sonder-M., insb. Klebe-M., der mehr als 10% chemische Zusätze enthält.
Je nach Wärmeleitfähigkeit unterscheidet man auch Normal-M., Leicht-M. und Dünnbett-M.. Besonders wegen des Bindemittels Zement mit dem Gehalt an Chromaten, kann es beim Kontakt mit M. zu Allergien und Ausschlägen kommen. Heute werden zur Verbindung von Mauersteinen (z.B. Porenbetonstein) auch Klebe-M. (s. Klebstoffe) eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Bioindikatoren

B. sind Lebewesen, die in wahrnehmbarer Weise auf Umweltbelastungen reagieren oder aufgrund ihrer physiologischen oder morphologischen Eigenschaften typisch für Standorte mit besonderen Bedingungen sind.

So existieren z.B. Schwermetallpflanzen, die als Zeigerpflanzen für oberflächennahe Erzlager oder Schwermetallbelastungen dienen können.
B. werden immer häufiger zur Erfassung von Schadstoffbelastungen eingesetzt. Je nach Schadstofftyp kann es zur Akkumulation von Schadstoffen (Bioakkumulation) im Organismus kommen, so daß der Schadstoffgehalt im B. Hinweise auf Schadstoffvorkommen geben kann, deren Konzentration unter der Nachweisgrenze liegt. B. stellen eine Ergänzung zu chemisch/physikalischen Meßmethoden dar, da mit ihrer Hilfe auch Wechselwirkungen zwischen Schadstoffen erfaßt werden können. Auch chronische Wirkungen durch geringe Konzentrationen über einen längeren Zeitraum können durch B. erkennbar werden. Untersuchungen mit Hilfe von B. sind billiger als chemisch/physikalische Messungen.

Flechten können zur Kontrolle der Luftverschmutzung dienen. Tierische B. werden zur Beurteilung der Gewässergüte genutzt (Saprobiensystem). Der Einsatz der Fischart Goldorfe als B. für die Schadstoffbelastung bei der Abwasserbeurteilung ist gesetzlich vorgeschrieben. Beispiele für pflanzliche B. s. Tab..

Autor: KATALYSE Institut

Montageschaum

M. wird auf der Baustelle als Montagehilfe eingesetzt.

Er besteht aus reinem Polyurethan, Zusätzen und Härtern, als Treibmittel wird FCKW 22 und 142b eingesetzt. Der M. wird für Dämm- und Dichtungszwecke über eine Misch-Spritzpistole in Hohlräume oder Ritzen gespritzt sowie zur Montage von Fertigbauteilen eingesetzt. Er schäumt sofort auf und härtet innerhalb von Sekunden aus.
M. ist zwar feuchtigkeitsbeständig, unverrottbar und temperaturbeständig, bei der Verarbeitung muß jedoch mit akuten gesundheitlichen Risiken durch den Inhaltsstoff Polyurethan gerechnet werden. Im Brandfall bilden sich giftige Diisocyante und Blausäure. Hinzu kommt der Einsatz von FCKW 12 und 142b und der hohe Energieaufwand bei der Herstellung.
Der Einsatz sollte auf das Nötigste beschränkt bleiben. Konstruktive Lösungen der Montagetechnik sind wegen ihrer Unbedenklichkeit und Dauerhaftigkeit vorzuziehen, auch wenn der Trend heute zu zeitsparenden Montagesystemen geht.

siehe auch: Baustoffklasse (Brandschutz), Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherzahl: k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Möbel

Seit der Industrialisierung (auch der Handwerksbetriebe - dort Verwendung von Industrieprodukten) wird die M.-Herstellung fast ausschließlich mit Kunststoffprodukten betrieben.

Soweit überhaupt noch Holzarten zum Einsatz kommen, sind diese durch gesundheitsgefährdende Zusätze (Spanplatten) oder Oberflächen (Lacke sind aus Filmbildnern, Farbstoffen bzw. Pigmente, Lösemitteln sowie Hilfsstoffen zusammengesetzt.Lacke und Anstrichfarben) bedenklich. Vielfach werden heute auch M. aus Metall (Messing/Eisen) angeboten.
Nach der Gefahrstoffverordnung von 1986 dürfen Holzwerkstoffe wie Spanplatten, Tischlerplatten, Furnierplatten und Faserplatten, die ab 1989 hergestellt wurden, nur noch in E1-Qualität verkauft werden. Emissionsklassen bei Spanplatten: E1 - maximal 0,1 ppm, E2 - maximal 1 ppm Formaldehyd-Innenraumluftkonzentration.

Jedoch können auch aus der Summe geringemittierender M.-Teile nicht akzeptable Belastungen der Innenraumluft entstehen.
Für fertige M. kann der blaue Engel (Umweltzeichen) vergeben werden, wenn mit speziellen Platten oder mit beschichteten E1-Platten eine Prüfraumkonzentration von 0,05 ppm Formaldehyd erreicht wird. Wegen der entstehenden giftigen Gase gehen im Brandfall von vielen M. sogar tödliche Gefahren aus (PVC). Beim M.-Kauf oder bei der Selbstherstellung sollte auf folgendes geachtet werden:

  • Massives Vollholz oder emissionsklassenfreies (max. aber E1) Schicht- oder Verbundholz verwenden;
  • Oberflächenversiegelung durch diffusionsdichte Lacke vermeiden;
  • Polster, Untermaterial und Dekoration nicht in Kunststoff ausführen, z.B. statt Schaumstoff besser Federkern verwenden.

siehe auch: Polyacryl, Spanplatte

Autor: KATALYSE Institut

Mitteldichte Faserplatte

Die M. (MDF-Platten) können im Prinzip wie Spanplatten eingesetzt werden, bestehen aber im Gegensatz zu Holzspanplatten aus sorgfältig entrindetem Holz, das zu gleichmäßigen, sehr feinen Fasern gemahlen wird.

Als Holzart wird nur Tannen-/Fichtenholz verwendet. Die speziellen Fasern werden mit synthetischen Bindemitteln gemischt und im Trockenverfahren unter Druck und Hitze zu homogenen Platten verpreßt.
Die M. enthalten unter den Faserplatten den höchsten Bindemittelanteil und können daher gegebenfalls auch am meisten Formaldehyd abgeben. Sie entsprechen im Normalfall der E1-Klassifikation und sind daher wie entsprechende Spanplatten zu bewerten (Spanplatten).
Die M. werden wegen ihrer homogeneren Struktur, einfacheren Verarbeitbarkeit und Möglichkeit zur besseren, direkten farblichen Oberflächengestaltung in zunehmendem Maße im Möbelbau eingesetzt. Die steigende Nachfrage kann nicht durch die inländische Produktion gedeckt werden, so daß häufig auch Importprodukte eingesetzt werden, die möglicherweise höhere Formaldehydmengen freisetzten.

siehe auch: Holzfaserplatten, Holzindustrie

Autor: KATALYSE Institut

Mineralwolle

Beim Einsatz von Mineralwolle, künstlichen Mineralfaser wie Steinwolle und
Glaswolle, werden gesundheitsgefährdende Wirkungen vermutet. Ein Beweis konnte bislang zwar nur mit Tierversuchen erbracht werden, aus Vorsorgegründen muß man jedoch auch mit einem Risiko für den Menschen rechnen. Aufgrund der Tierexperimente an Ratten scheinen Steinfasern ungünstigere Wirkungen als Glaswollefasern zu verursachen.

Eine Gesundheitsgefährdung wird bei Mineralfasern vermutet, die kürzer als 5 µm und dünner als 2 µm sind sowie ein Verhältnis von Länge zu Durchmesser größer als 5:1 aufweisen. In der MAK-Wert-Liste wird Mineralwolle nach Abschnitt III Gruppe A2 (Im Tierversuch nachgewiesenermaßen krebserzeugend) eingestuft.
Der mengenmäßige Anteil kritischer Fasern liegt bei Steinwolle bei durchschnittlich 8 Prozent. Meist sind künstliche Mineralfasern zwar relativ dick und spalten sich nicht wie Asbestfasern der Länge nach weiter auf, durch mechanische Einflüsse muss man jedoch mit der Freisetzung eines gewissen Anteils an feinen, lungengängigen Fasern rechnen. Die als Bindemittel (bis zu 20 Prozent) verwendeten Kunstharze enthalten fast alle Formaldehyd. Nur lose, nicht gebundene Mineralwolle enthält keine Bindemittel.
Mineralwolle wird im Hochbaubereich zur Wärme- und Trittschalldämmung eingesetzt (weltweiter Umsatz im Bereich Mineralfaserdämmstoffe ca. 200 Mrd DM). Mineralwolle besitzt sehr gute Wärmedämmeigenschaften (k-Wert), die aber durch Feuchtigkeit stark herabgesetzt werden. Bei der Verarbeitung muß darauf geachtet werden, daß möglichst staubfrei gearbeitet wird: Material nicht sägen, möglichst nicht schneiden, durch Wegräumen das Zertreten verhindern, für gute Lüftung sorgen, möglichst Staubmasken tragen. Die Dämmbereiche müssen besonders staub- und faserdicht zum Innenraum abgeschlossen sein, was gerade beim Dachbau Probleme bereitet (Folienabschluß o.ä.) (Raumklima).
In der Entwicklung sind Mineralfasern mit einem günstigeren Durchmesser/Längenverhältnis und einer geringeren Biobeständigkeit (schnellere Auflösung der Fasern im Körper). Mineralwolle ist aufgrund des Feinstfaseranteils und der Formaldehyd-haltigen Bindemittel problematisch zu entsorgen (Sonderabfälle). Ein Recyclingverfahren, das Mineralwolle zu Feingranulat einschmilzt, existiert, besitzt aber noch keine praktische Bedeutung. Alternativen zur Mineralwolle: Wärmedämmstoffe, Schlackenwolle, Schalldämmung, Wärmedämmung

Autor: KATALYSE Institut

Mineralfasern

siehe auch: Mineralwolle

Autor: KATALYSE Institut

Mineralfarben

Als M. bezeichnet man entweder Mal-, Anstrich- oder Druckfarben, die feinstgemahlene mineralische Stoffe als Pigmente enthalten, wobei natürliche Erden zum Einsatz kommen oder solche, die als Bindemittel Wasserglas enthalten.

Solche Silikatfarben eignen sich besonders für die Beschichtung von mineralischen Untergründen z.B. Putz.

siehe: Erdfarben, Farben, Lack und Anstrichfarben

Autor: KATALYSE Institut

Mauerwerk

Mauern ist eine der ältesten Methoden der Menschheit, Bauwerke zu errichten. Zur Erstellung eines Mauerwerks werden künstliche oder natürliche Steine lagenweise aufeinander geschichtet, dabei wird zur besseren Verbindung der Steine normalerweise Mörtel eingesetzt.
Unvermörtelte Mauern s. Trockenmauerwerk.

Die Steine der ersten und der nächsten Lage werden gegeneinander versetzt (Mauerverband) zur Erhöhung der Standsicherheit. Mauerwerk kann sowohl vertikale als auch horizontale Lasten aufnehmen und ableiten. Früher wurden deshalb auch Bögen (Brücken), Kuppeln (in Kirchen) und Türme in Mauerwerk aufgeführt. Heute ist das Mauerwerk im industriellen Bauen meist von den rationeller einzusetzenden Gusstechniken ( Beton) verdrängt worden, im Wohnungsbau hat es aber seinen Platz behalten und erlebt zur Zeit sogar, durch Einsatz neuer Steinsorten und verbesserter Mauerwerktechniken, einen neuen Aufschwung.
Für hohe Belastungen kann Mauerwerk auch als bewehrtes Mauerwerk ausgebildet werden - hierzu werden Eisenstücke in die Mörtelfugen gelegt.
Nach DIN 1053 unterscheidet man verschiedene Mauerwerkskonstruktionen, vom einschaligen massiven Mauerwerk bis hin zu mehrschaligen Aufbauten mit und ohne Luftschicht. Die mehrschaligen Aufbauten dienen nicht der Erhöhung der Tragfähigkeit, sondern der Verbesserung der Schlagregensicherheit. , der Wärme- und Schalldämmung. Schlagregensicherheit, kann auch durch mehrlagige mineralische Putze erreicht werden. Im Innern der mehrschaligen Mauerwerke werden heute fast immer Wärmedämmstoffe (Mineralwolle, Polystrol, Polyurethan) eingesetzt.
Prinzipiell kann man sagen: vom einschaligen zum mehrschaligen Mauerwerk steigt sie Wärmedämmfähigkeit, die Konstruktion wird komplizierter und anfälliger für Ausführungsfehler, diese können so gravierend sein, dass der gewünschte Effektder verbesserten Wärmedämmung zunichte gemacht wird. Gleichzeitig sinkt, durch die innige Verbindung von mineralischen Baustoffen und organischen Baustoffen (organisches Dämmmaterial, Klebstoffe) und metallischen Baustoffen (Anker, Verschraubung) die Recyclingfähigkeit des Mauerwerks.
Der Einsatz von Dämmstoffen innerhalb oder auf dem Mauerwerk vermindert bzw. verhindert die Nutzung der passiven Solarenergie (Wärmeeinstrahlung ins Mauerwerk, Solararchitektur, Transparente Wärmedämmung).

siehe auch: k-Wert, Bauphysik, Bauschutt, Baustoffe

Autor: KATALYSE Institut

Lüften

Der Mensch verbraucht beim Atmen Sauerstoff und erzeugt Kohlendioxid. Zusätzlich wird die Raumluft mit anderen, dem Menschen nicht zuträglichen Stoffen beladen (Krankheitskeime, radioaktives Radon und giftige Ausgasungen aus Baustoffen, Möbeln und Dekorationen).

Deshalb muss beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen immer wieder Frischluft zugeführt werden, denn bereits bei einem Kohlendioxidgehalt der Luft von 0,07% und einem Sauerstoffgehalt unter 15% reagiert der Mensch mit Ermüdung, Leistungsminderung und Kopfschmerzen - bei einem Kohlendioxidgehalt von 5,4% in der Luft erstickt er. Der Frischluftbedarf des Menschen beträgt pro Person und Stunde im Mittel etwa 32 m³. Frischluft besteht aus ca. 21% Sauerstoff, ca. 79% Stickstoff und ca. 0,03% Kohlendioxid. Die erforderliche Luftwechselzahl für einen Raum wird aus der Größe des Raumes, der Personenzahl im Raum, der Art ihrer Tätigkeit und der Raumnutzung errechnet. Der notwendige Luftwechsel für Wohnräume um 20 m² liegt bei dem 0,4-0,8-fachen Rauminhalt pro Stunde und Person.

Bei Fensterlüftung wird mit folgendem stündlichen Luftwechsel gerechnet:
- Fenster und Türen geschlossen: 0-0,5/h (unkontrollierte Fugenlüftung);
- Fenster gekippt, ohne Rolladen: 0,8-4/h;
- Fenster halb geöffnet: 5-10/h;
- Fenster ganz geöffnet: 9-15/h;
- Durchzug zwischen Fenster und Tür ca. 40/h.
Energetisch ist das Stoßlüften am günstigsten. Neben der Fensterlüftung werden zum Luftaustausch auch Zwangsbe- und Entlüftungen eingesetzt.
Klimaanlagen, Raumklima, Fenster

Lit.: H.König: Wege zum gesunden Bauen, Staufen 1990

Autor: KATALYSE Institut

Linoleum

L. ist ein Material aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen, aus dem Fußbodenbeläge hergestellt werden.

L. besteht aus den beiden Komponenten: Grundgewebe und Deckmasse. Das Grundgewebe besteht meistens aus ca. 35 % Kork- und Holzmehl, ca. 30 % mineralischen Füllstoffen und ca. 35 % L.-Zement.
Der L.-Zement ist eine Mischung aus 80 % Leinöl, das durch Aufnahme von Luftsauerstoff in einen festen, kautschukartigen, elastischen Körper, dem Linoxyn übergeht, und ca. 20 % Naturharzen, meistens Kollophoium.
Die Oberfläche von L.-Bodenbelägen wird auch mit Kunststoffen beschichtet, wie etwa Polyacrylat. Die Rückseite erhält einen Feuchtigkeitsschutz mit Hilfe einer Kunststoffdispersion. Die Gerüche des L. entstehen durch den mehrere Wochen dauernden Oxidationsprozess des Linoxyns.

Autor: KATALYSE Institut

Licht

Licht gehört zur elektromagnetischen Strahlung, es umfasst den für Menschen sichtbaren Spektralbereich zwischen UV-Strahlung und Infrarotstrahlung.

Natürliches Tageslicht ist für das menschliche Wohlempfinden von grosser Bedeutung. Kein noch so ausgeklügeltes Beleuchtungssystem auf Kunstlichtbasis kann das natürliche Tageslicht (bis heute) ersetzen. In Räumen sollte daher für eine ausreichende Tageslichtnutzung gesorgt werden.
Licht nimmt in vielfältiger Weise Einfluss auf Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Minderwertiges Kunstlicht, wie es zum Beispiel handelsübliche Leuchtstoffröhren abgeben, kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. So steigt der Spiegel des Antriebs- und Stresshormons Cortisol, während der Körper gleichzeitig das beruhigende Hormon Melatonin produziert, das normalerweise die Sonne erst mit ihrem Abendlicht stimuliert. Ein solches hormonelles Wechselbad kann gesundheitliche Folgen haben.
Neben dem oft einseitig verschobenem Lichtspektrum können schlechte Ausleuchtung (Beleuchtung), Lichtblendung und Lichtflimmern eine Rolle spielen.
Auch wenn die medizinische Forschung über die Folgen unnatürlicher Beleuchtung noch in den Anfängen steckt, werden eine Reihe von Krankheiten mit Kunstlicht in Zusammenhang gebracht: verminderte Arbeits- und Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen und Augenbrennen, Anstieg von Stress und Reizbarkeit, Störungen im Biorhythmus, Gewichtszunahme und ganzjährige "Winterdepression".
Gegen Störungen des Biorhythmus bis hin zur Heilung von Depressionen wird besonders starkes Licht ausgewogener Spektralzusammensetzung in der Lichttherapie eingesetzt.
Zu welchem Leuchtmittel und welcher Lampenart bei der Wahl von Kunstlicht gegriffen werden soll, hängt in erster Linie von der konkreten Beleuchtungsfunktion ab. Eine generelle Empfehlung kann nicht ausgesprochen werden, da kein Lampensystem in Lichtqualität, Innenraumbelastung und Energieverbrauch überzeugen kann; vor allem Halogenlampen und Leuchtstoffröhren kommt es auf die richtige Systemwahl an, um mögliche gesundheitliche Schäden gering zu halten.
Licht ist einer der wichtigsten abiotischen faktoren. Das Lichtspektrum von 300 nm bis in den Infrarotbereich von 1.100 nm Wellenlänge kann von Pflanzen und Tieren verarbeitet werden. L. dient v.a. als Energiespender bei Pflanzen (Photosynthese) durch chemische Umwandlung.
Auch die Aktivität vieler Tiere wird durch den Hell-Dunkel-Wechsel gesteuert bzw. durch jahreszeitliche Veränderungen der Tageslänge.

Autor: KATALYSE Institut

Leuchtstoffröhren

In L. wird Quecksilberdampf durch Elektronenstöße (Elektron) angeregt.

Die Quecksilberatome geben UV-Strahlung ab, die vom Leuchtstoff, der auf das Röhrenglas aufgeschlämmt ist, in sichtbares Licht umgewandelt wird (Lumineszenzprinzip). Je nach Leuchtstoff lassen sich Helligkeit und Lichtfarbe variieren.
Bei gleichem Stromverbrauch ist die Lichtausbeute bis zu zehnmal höher als bei Glühbirnen und die Lebensdauer sechs- bis achtfach länger.
Nachteile der L.: Aufgrund des Betriebs von L. mit 50 Hertz Wechselspannung kommt es zum störenden Flimmern. Abhilfe: Hochfrequenzwandler, die die L. mit 30.000 Hz betreiben, eliminieren das Flimmern und reduzieren zusätzlich den Stromverbrauch.
L. geben im Gegensatz zum Tageslicht (Licht) kein kontinuierliches Lichtspektrum ab. L. mit ungünstigem (meist bläulichem) Lichtspektrum können Wohlempfinden und Gesundheit beeinträchtigen (Licht). Seit einigen Jahren gibt es aber auch L., die dem natürlichen Lichtspektrum nahekommen. Typenbezeichnungen: z.B. "tageslicht", "tageslicht de luxe" und "truelite".
Die sog. Vollspektrallampen sind L., die neben Licht auch UV-Strahlung emittieren. Da von UV-Strahlung nicht nur Nutzen ausgeht (UV-Strahlung, Grauer Star, Hautkrebs), sollten diese Lampen nur in der UV-Therapie eingesetzt werden, nicht aber zur Normalbeleuchtung.
L. enthalten etwa 15-30 mg Quecksilber. Sie dürfen nicht zerstört werden, da dann giftige Quecksilberdämpfe freigesetzt werden. Die sachgerechte Entsorgung erfolgt über Schadstoffsammelstellen, die L. einem Quecksilber-Recycling zuführen.
Bis 1983 fanden PCB-haltige Kondensatoren Verwendung bei L.. Infolge von Undichtigkeiten und Überhitzung können PCBs austreten und in die Raumluft gelangen. PCB-haltige Kondensatoren wurden v.a. in der Industrie und öffentlichen Gebäuden eingesetzt und sollten von Fachleuten ausgetauscht und entsorgt werden.
Eine Weiterentwicklung der L. stellt die Energiesparlampe dar.

Autor: KATALYSE Institut