Immission

Immission ist die Einwirkung der emittierten Schadstoffe (Emission) auf Pflanzen, Tiere und Menschen sowie Gebäude, nachdem sie sich in der Luft, dem Wasser oder dem Boden ausgebreitet (Ausbreitung, Deposition) oder auch chemisch oder physikalisch umgewandelt haben.

Das Ausmaß der Schadstoffeinwirkung hängt von ihrer Konzentration am Ort der Einwirkung und der Dauer dieser Einwirkung ab. Die Immission wird daher als Menge Schadstoff pro Menge Wasser, Boden oder Luft gemessen (Immission-Messung) und die so erhaltenen Werte als Immission.-Werte bezeichnet.

In der durchschnittlichen Großstadtluft befinden sich etwa 1.000 verschiedene Schadstoffe. Davon werden meist nur fünf fortlaufend erfaßt. Die Immission.-Werte einzelner Schadstoffe lassen keinen unmittelbaren Schluß auf ihre Wirkung zu, da sich Schadstoffe in ihrer Wirkung verstärken können (z.B. Staub und Schwefeldioxid). In Belastungsgebieten muß die Immission.-Messung von fünf Schadstoffen (Stickoxide, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Staub, Ozon) kontinuierlich an den Punkten eines über das Gebiet gelegten 4x4-km2-Gitternetzes durchgeführt werden. Die gemessenen Immission.-Werte müssen als Jahresmittelwerte und als Kurzzeitwerte (TA Luft, MIK-Werte) an allen Meßpunkten des Gebietes ausgerechnet und auf Karten dargestellt werden. Die so ermittelte räumliche Verteilung der Jahresmittelwerte und der Kurzzeitwerte wird Immission.-Kataster genannt.

Wenn die Emissionen bekannt sind, kann auch mit Hilfe einer Ausbreitungsrechnung (Ausbreitung) näherungsweise die Immission. an jedem Punkt eines bestimmten Gebietes um die Emittenten ausgerechnet und dadurch ein Immission.-Kataster erstellt werden. Die Höhe des Jahresmittelwertes ist für eine Aussage über die mögliche gesundheitsschädliche Wirkung des Schadstoffes weitgehend unbrauchbar. Kurzzeitig auftretende hohe Schadstoffbelastungen verursachen erhebliche Schäden. Ein Mensch, der sich mit den Kohlenmonoxidabgasen seines Autos in der Garage umbringt, stirbt an den kurzzeitig hohen Kohlenmonoxidkonzentrationen. An der über das ganze Jahr gemittelten durchschnittlichen Kohlenmonoxidkonzentration in seiner Garage wäre er nicht gestorben.

Autor: KATALYSE Institut

Internationale Kommission zum Schutz des Rheins gegen Verunreinigungen

Die I. mit Sitz in Koblenz wurde am 1.7.1950 auf Initiative der Zentralkommission für die Rheinschiffahrt nach einer Konferenz der Rheinanliegerstaaten in Basel gegründet

Mitglieder sind die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Deutschland und die Niederlande sowie seit 1976 die EG-Kommission. Als Aufgaben hat sich die I. gesetzt, die Verschmutzung des Rheins zu erforschen sowie Empfehlungen von Gewässerschutzmaßnahmen an die Unterzeichnerstaaten zu geben. Darüber hinaus sollen die Meß- und Analysemethoden vereinheitlicht und Meßdaten ausgetauscht werden.

Aktivitäten: Konvention von Bern vom 29.4.1963 (in Kraft getreten am 1.5.1965); Chloridübereinkommen über die stufenweise Verminderung der Rheinwasserbelastung durch die elsässischen Kaliminen von 1976 (in Kraft getreten 5.7.1985) und Chemieübereinkommen über die Verringerung der chemischen Belastung des Rheins von 1976 (in Kraft getreten 1.2.1979);

"Internationales Warnsystem Rhein" seit 1982 zur Unterrichtung der Anrainer bei akuter Gefährdung und zur Veranlassung von Schutzmaßnahmen; "Aktionsprogramm Rhein" (auch "Rhein 2000") mit dem Ziel der Halbierung der Einleitungen von 27 Schadstoffen bis 1995 (gemessen am Stand von 1985) und der Sanierung des Rheins bis zum Jahr 2000.

Die Arbeit der I. zeigt positive Ergebnisse für die Qualität des Rheinwassers: Untersuchungen belegen, daß auch bei niedrigem Wasserstand in den heißen Sommermonaten keine Qualitätseinbußen zu verzeichnen sind.

Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins gegen Verunreinigung (IKSR), in welcher Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz seit über 50 Jahren zusammenarbeiten – die Europäische Gemeinschaft wurde 1976 Vertragspartei – ist ein Beispiel für erfolgreiche internationale Gewässerschutzpolitik weltweit.

Zu den Meilensteinen der IKSR-Arbeiten in den letzten Jahren gehören das Aktionsprogramm Rhein (1987), für das symbolisch die Rückkehr des Lachses in den Rhein steht, das Programm zur ökologischen Verbesserung des Rheingebietes, der Aktionsplan Hochwasser (1998), der bis 2020 vollständig umgesetzt sein soll, sowie das neue Übereinkommen zum Schutz des Rheins vom 12.04.1999 (BGBl 2001 II, S. 849) das das völkerrechtliche Abkommen aus dem Jahr 1963 (BGBl. 1965 II, S.1432) abgelöst hat. Mit dem neuen Rheinschutz-Übereinkommen ist ein weiterer Aufgabenbereich hinzugekommen: der Grundwasserschutz. Die zukünftigen Aufgaben der IKSR wurden von der 13. Ministerkonferenz (2001) mit dem neuen Grundsatzprogramm für die nachhaltige Entwicklung des Rheins "Rhein 2020" verabschiedet.

Autor: KATALYSE Institut

Industrieabwasser

Unter I. werden alle Abwässer verstanden, die bei Produktions- und Verarbeitungsprozessen in der Industrie anfallen.

Einen großen Anteil an den I. bildet das Kühlwasser (Kühlturm), welches i.d.R. unbehandelt in Flüsse geleitet wird.

Belastungen der anderen I. sind: schwer abbaubare organische Stoffe (Tierverarbeitung, Konserven- und Seifenfabriken, Papierindustrie), Öle und Fette (Molkereien, Margarine-, Fleischwaren-, Seifenfabriken, Schlachthäuser, Raffinerie, Metallverarbeitung),

Schwermetalle, Säuren (Margarine-, Seifen-, Viskose-, Sprengstoffabriken, Beizereien, Kohlegruben, Galvanisieranstalten, Chemische Industrie, Bleichereien), Alkalien (Gerbereien, Textilindustrie, Metallfabriken, Wäschereien, chemische Industrie), toxische Stoffe (Gerbereien, Färbereien, Kokereien, Galvanisieranstalten, Sprengstoffabriken,

chemische Industrie, Produktion von Pflanzenschutzmitteln), radioaktive Substanzen (Uranbergbau, Kernkraftwerke, Nuklearmedizin), Detergentien (Seifen-, Textilindustrie, Färbereien, Wäschereien) sowie hohe Gehalte an Schwebstoffen (Papier-, Zellstoffabriken, Holzindustrie).

I. müssen i.d.R. vorbehandelt werden, ehe sie in öffentliche Kläranlagen (Abwasserreinigung) eingeleitet werden können (Indirekteinleiter).

Industriebetriebe, die ihre I. in die öffentliche Kanalisation einleiten, werden nach der Indirekteinleiter-Verordnung belangt.

Bei direkter Einleitung in Gewässer ist eine umfangreiche Reinigung in speziellen werkseigenen Kläranlagen erforderlich. Nach dem Abwasserabgabengesetz wird eine Abgabe für Direkteinleiter erhoben, die sich nach der Schädlichkeit des I. richtet (Meßgröße ist u.a. der CSB).

Zur Behandlung und Abwassermenge in besonders abwasserintensiven Industriezweigen: Chemische Industrie, Textilindustrie

Lit.: U.Förstner: Umweltschutztechnik, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut

Indirekteinleiter

I. sind Gewerbebetriebe oder Privathaushalte, die ihre Abwässer in die öffentliche Kanalisation einleiten.

Die Abwässer werden in kommunalen Kläranlagen gereinigt, was oft große Probleme bereitet, da diese stark schadstoffbelastet sind (BSB).

I. entrichten nach dem Abwasserabgabengesetz Gebühren an die zuständige Gemeinde. Für einige Abwasserinhaltsstoffe (z.B. CSB, Schwermetalle) sind Grenzwerte festgelegt. Die Abgabe steigt mit zunehmender Schmutzfracht.

Autor: KATALYSE Institut

Immissionsschutz

Unter I. werden diejenigen Maßnahmen zusammengefaßt, die den Schutz von Menschen, Pflanzen und Tieren sowie von materiellen Gütern vor schädlichen Einwirkungen gewährleisten sollen.

Bzgl. der Luftverunreinigungen wird die Frage des I. mit Hilfe des Bundesimmissionsschutzgesetzes geregelt. Gerichte und Behörden sehen den I. für den Menschen als gesichert an, wenn die in der TA Luft angegebenen Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden.

Da bei der Grenzwertfestlegung das Zusammenwirken der Schadstoffe nicht beachtet wird, ist anzuzweifeln, daß der I. die Gesundheit des Menschen verbürgen kann. Ferner ist zu bedenken, daß die Grenzwerte meist unter dem starken Druck ökonomischer Interessen festgelegt werden, wobei oftmals die Erfordernisse des Gesundheitsschutzes in den Hintergrund treten.

Tatsache bleibt, daß in Gebieten mit Schadstoffkonzentrationen der Luft, die im Bereich der zugelassenen Immissionsgrenzwerte liegen, bereits Schäden an der Vegetation auftreten. Die derzeitige Auffassung von Behörden und Gerichten, den I. rechtlich nur auf den Menschen zu beziehen, wird daher dem Gedanken des I. nicht gerecht, wie er im 1 des Bundesimmissionsschutzgesetzes formuliert wird.

Mit Hilfe des Bundesimmissionsschutzgesetzes kann bei der derzeitigen Rechtsprechung der I. nicht erreicht werden. Er kann nur durch eine strenge Begrenzung der Emissionen gewährleistet werden.

Autor: KATALYSE Institut

Immissionsgrenzwerte

Nach TA Luft, Teil 2, zuletzt geändert am 27.2.1986, gelten in Deutschland z.Z. die in der Tab. angegebenen I...

Die aufgeführten I sind Richtwerte, die z.B. bei Genehmigungsverfahren für neue Industrieanlagen verwendet werden. Wichtig ist dabei v.a., daß die Vorbelastung der Luft mit diesen Schadstoffen mitberücksichtigt wird.

Autor: KATALYSE Institut

Institut für sozial- ökologische Forschung

Das Frankfurter Institut für sozial- ökologische Forschung (ISOE), welches 1989 gegründet wurde, verfolgt einen theoriegeleiteten und zugleich umsetzungsorientierten Forschungsansatz mit dem Ziel die Grenzen zwischen Wissenschaft, Natur und Gesellschaft, zwischen den Disziplinen zu überschreiten.
22 Mitarbeiter arbeiten derzeit in den folgenden fünf wissenschaftlichen Bereichen:

  • Wasser und nachhaltige Umweltplanung
  • Wissenschaft und Forschungspolitik
  • Alltagsökologie, Konsum und Stoffströme
  • Mobilität und Lebensstilanalysen
  • Ökologie, Demokratie und Entwicklung

Ausgangspunkt der Forschungsarbeit ist die Beobachtung, daß sich in der ökologischen Krise gesellschaftliche Handlungsmuster und natürliche Wirkungszusammenhänge wechselseitig durchdringen und eine krisenhafte Dynamik auslösen. Die miteinander verknüpften Problembereiche können daher nur mit einem Forschungsansatz angemessen bearbeitet werden, der natur- und sozialwissenschaftliche Disziplinen von Anfang an gleichberechtigt einbezieht. Deshalb arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen natur- und sozialwissenschaftlichen Bereichen in einer problem- und umsetzungsorientierten interdisziplinären Umweltforschung zusammen.
Der sozial-ökologische Forschungsansatz wird im Institut sowohl in Einzeluntersuchungen als auch in konzeptioneller, methodischer und theoretischer Grundlagenarbeit konkretisiert und weiterentwickelt
Das Institut finanziert sich weitgehend durch eingeworbene Forschungsaufträge. Auftraggeber sind u.a. das Umweltbundesamt, die Europäische Kommission und Bundes- und Länderministerien, Kommunen sowie Verbände. Im Rahmen von Verbundprojekten arbeitet das Institut in den letzten Jahren verstärkt mit der Wirtschaft zusammen. Darüber hinaus erhält das ISOE eine institutionelle Unterstützung durch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt.
Das ISOE ist in ein vielfältiges Kooperationsnetzwerk eingebunden. Es reicht von regionalen Akteuren über nationale Institutionen bis hin zu internationalen Kooperationen mit Hochschulinstituten und Beratungseinrichtungen. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Zusammenarbeit im Rahmen der Forschungskooperation ökoforum.

Kontakt:

Institut für sozial-ökologische
Forschung (ISOE) GmbH
Hamburger Allee 45
60486 Frankfurt am Main
Tel. +49 - 69 - 7076919-0
Fax +49 - 69 - 7076919-11
info@isoe.de
www.isoe.de

Autor: KATALYSE Institut

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung

In dem 1985 gegründeten Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) arbeiten Natur- und Sozialwissenschaftler an der anwendungsorientierten Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Die nachhaltige Entwicklung, besonders die Integration der Wirtschaftswissenschaften in die ökologische Fragestellung ist zentrales Anliegen des Berliner Institutes.
Das IÖW entwickelt Methoden und Instrumente, um politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliches Handeln umweltverträglicher zu gestalten. Dies wird durch Gutachten, Stellungnahmen, Betreuung von Modellvorhaben, Tagungen, Workshops und auch grundlegender praxisorientierter Forschung erreicht.

Das IÖW umfasst folgende Forschungsfelder:

Ökologische Unternehmenspolitik (Unternehmen und Nachhaltigkeit, Umweltmanagementkonzepte, Umweltcontrolling / Umweltleistungsbewertung, Umweltkostenmanagement, Umweltkennzahlen, Ökobilanzen, Umwelt- und Nachhaltigkeitskommunikation, Begleitforschung zu Evaluation und Monitoring )
Umweltpolitik und Umweltökonomie (Strukturwandel und Innovation, Umweltpolitik, Nachhaltigkeit und neue Steuerungsformen, ökologisch-ökonomische Bewertung, Arbeit und Umwelt, Zukunft der Arbeit, Globalisierung, EU-Integration und Umwelt sowie Theoriebildung)
Stadtentwicklung, Planung, Verkehr (Gesellschaftliche Modernisierung und wirtschaftlicher Wandel, Logistikstrategien, Wirtschaftsverkehr, Stadt- und Raumentwicklung, Planung und Politik, Personenverkehr)
Regionale Wirtschaftspolitik/Nachhaltige Regionalentwicklung (Nachhaltige Raum- und Regionalentwicklung, Landwirtschaft und Ernährung, Umwelt und regionales Lernen, Governance (lokal und regional)/Regionalmanagement, Lokale und Regionale Agenda 21, Regionales Wirtschaften/Regionale Entwicklungskonzepte)
Ökologischer Konsum (Determinanten nachhaltigen Konsumverhaltens, nachhaltige Verbraucher- und Konsumpolitik, Umweltlernen von Verbrauchern, Ökologisierungsstrategien für den Einzelhandel)
Ökologische Produktpolitik (Integrierte Produktpolitik – IPP, Produkt-Ökobilanzen, Öko-effiziente Dienstleistungen, Öko- und Soziallabelling, Innovationprozesse von Technologien und Produkten)

Das IÖW gibt in Zusammenarbeit mit der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) zweimonatlich das Magazin “Ökologisch Wirtschaften“, welches für Privatpersonen für € 40 und für Institutionen für € 80 pro Jahr zu abonnieren ist, heraus.

Kontakt:
IÖW-Geschäftsstelle Berlin
Potsdamer Straße 105
10785 Berlin
Tel.: +49-(0)30 - 884 59 4-16
Fax: +49-(0)30 - 882 54 39
e-mail: kommunikation@ioew.de
www.ioew.de

 

Autor: KATALYSE Institut

Inversionswetterlage

Bezeichnung einer Wetterlage mit einer dafür charakteristischen Luftschichtung, die meist durch Windstille oder schwache Winde gekennzeichnet ist.

Normalerweise nimmt die Temperatur der Luftschichten mit steigender Höhe ab. Warme Luftmassen oder z.B. Abgase können bis in große Höhen aufsteigen, da sie, bedingt durch eine höhere Temperatur, eine geringere Dichte als die immer etwas kältere Umgebungsluft haben. Bei einer Inversionswetterlage liegen in üblicherweise 300-400 m Höhe relativ warme Luftschichten über bodennahen kalten Luftschichten. Die Folge ist, daß z.B. aufsteigende Abgase ab einer bestimmten Höhe ihren Auftrieb verlieren und von dieser Inversionssperrschicht wie unter einer Käseglocke gehalten werden.

Siehe auch: Smog, Wintersmog

Autor: KATALYSE Institut

Insektizide

Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

Die häufigsten Wirkstoffe sind: organische Phosphorverbindungen, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pyrethroide. I. werden zum Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich eingesetzt. Physiologisch können I. als Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem (Erregungsleitung oder -Übertragung wird gehemmt) wirken. In Westdeutschland werden jährlich über 50.000 Tonnen I. produziert.

Siehe auch: Toxaphen, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Influenza

Influenza wird auch als Grippe oder Virusgrippe bezeichnet und ist eine hoch ansteckende akute Infektionskrankheit des Atmungssystems, die endemisch, epidemisch und pandemisch auftreten kann.

Kennzeichen der Grippe sind plötzlicher Beginn mit erheblichem Krankheitsgefühl, Rachenbeschwerden, Frösteln, hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Heiserkeit und trockenem, schmerzhaftem Hustenverbunden. Häufige Komplikationen sind bakterielle Lungenentzündung, Herz- und Kreislaufversagen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Als Abwehrmaßnahme werden fiebersenkende und entzündungshemmende Arzneimittel als auch Antibiotika eingesetzt.

Die vorbeugende Grippeimpfung muss jährlich wiederholt werden, da der Schutz auf wenige Monate und nur auf bekannte Erreger begrenzt ist.

Autor: KATALYSE Institut

In-vivo

(lat.) an oder im lebenden Objekt ablaufend oder durchgeführt; bezogen auf biologische Vorgänge und wissenschaftliche Experimente.

Autor: KATALYSE Institut

In-vitro

(lat.) im Reagenzglas ablaufend oder durchgeführt; bezogen auf biologische Vorgänge und wissenschaftliche Experimente.

Autor: KATALYSE Institut

Immunsystem

Das I. ist ein Schutzsystem des Organismus zur Abwehr von Krankheitserregern, körperfremden Zellen oder Strukturen.

Die Organe des I. (Knochenmark, Lymphknoten, Thymus, Milz etc.) sowie die Zellen des I. sind über den ganzen Körper verteilt, so daß praktisch an jedem Ort des Körpers Infektionen abgewehrt werden können. Das I. unterscheidet "eigen" und "fremd". Reaktionen dürfen nur gegen körperfremde Substanzen oder Zellen ablaufen.

Im Lauf seiner Entwicklung erwirbt das I. Toleranz gegen das eigene Gewebe. Ist dieser Mechanismus gestört, so kommt es zur Autoimmunerkrankung. Die Auslöser einer Immunreaktion nennt man Antigene; diese können Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten), ganze Zellen, Proteine, Kohlenhydrate aber auch jede beliebige hochmolekulare synthetische Verbindung sein.

Zur Verteidigung des als fremd erkannten Antigens stehen dem I. die vielseitig spezialisierten weißen Blutkörperchen und deren Syntheseprodukte, besonders die Antikörper, aber auch Botenstoffe und Mediatoren (z.B. Histamin oder Interferon) zur Verfügung. Antikörper, auch Immunglobuline genannt, sind hochspezifische Proteine, die von besonderen weißen Blutkörperchen, den B-Lymphocyten, gebildet werden.

Jeder Antikörper besitzt zwei Bindungsstellen für ein bestimmtes Antigen, in die das spezielle Antigen ganz genau hineinpaßt (Schlüssel-Schloß-Prinzip). Jeder Antikörper für ein bestimmtes Antigen kommt in mehreren Variationen, den sog. Immunglobulin-Klassen vor, die alle unterschiedliche Funktionen haben (Allergie). Einige dieser
Immunglobulin-Klassen sind Plazenta-gängig und sorgen so für den "Nestschutz" des Neugeborenen.

Das I. hält stets gegen jede beliebige Determinante natürlichen oder synthetischen Ursprungs Lymphocyten mit passendem spezifischen Antikörper bereit (ca. 1012 verschiedene pro Organismus). Dies ist die Garantie dafür, daß bei Infektionen durch einen beliebigen Krankheitserreger Immunreaktionen in Gang gesetzt werden können. Dabei werden die Antigene von einem spezifischen Antikörper, der auf der Zelloberfläche eines B-Lymphocyten gebunden ist, erkannt. Diesen Prozeß bezeichnet man als Sensibilisierung.

Der sensibilisierte B-Lymphocyt teilt sich rapide, und es entsteht ein Zellklon, dessen Antikörper alle identisch sind. Der B-Lymphocyt reift dabei zur sog. Plasmazelle heran, die ca. 2.000 Antikörper/sec. produzieren kann. Nach der Sensibilisierung werden einige der spezifischen B-Lymphocyten zu langlebigen Gedächtniszellen. Diese sorgen dafür, daß bei einem zweiten Kontakt mit dem gleichen Antigen die Immunreaktion wesentlich schneller und effektiver abläuft.

Auf diesem Prinzip beruhen die aktiven Impfungen: Abgeschwächte Erreger, die ihre antigene Eigenschaft noch behalten haben, immunisieren den Organismus, ohne daß dieser erkrankt, und sorgen so für oft lebenslangen Schutz vor den Kranheiten, gegen die geimpft wurde.
Die Bindung eines Antikörpers an das Antigen allein genügt jedoch nicht, um eine Infektion zu bewältigen.

Zusätzlich reifen im Thymus T-Lymphocyten heran, die in ihrer Membran Antikörper-ähnliche Moleküle (Receptoren) besitzen, die ebenfalls Antigene binden können. Verschiedene Untergruppen der T-Lymphocyten haben unterschiedliche Aufgaben: T-Helferzellen stimulieren die Antikörper-Produktion und geben das Startsignal für T-Killerzellen. Die T-Killerzellen zerstören von Viren und von anderen Erregern befallene Zellen sowie Krebszellen. Die T-Suppressorzellen bremsen die T- und B-Lymphocyten nach getaner Arbeit und bieten Schutz vor Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Die T-Helferzellen sind auch Angriffspunkt der AIDS-Viren. Die AIDS-Viren dringen in die T-Helferzellen ein und entziehen sich so versteckt jeder immunologischen Abwehr. Im Thymus lernen die T-Lymphocyten die Unterscheidung von eigenem Gewebe = "selbst" und "nicht-selbst". Zur Identifikation des eigenen Gewebes tragen alle Körperzellen das gleiche spezifische Zelloberflächenmolekül, das von den T-Lymphocyten erkannt wird.

Diese Oberflächenstrukturen unterliegen innerhalb der Bevölkerung grossen genetischen Unterschieden. Das I. erkennt daher häufig Transplantate als fremdes Gewebe und vernichtet sie. Durch das Auswählen von möglichst gengleichen Spendern und den Einsatz von Medikamenten, die das I. unterdrücken (Immundepressiva), versucht man die Transplantatabstossung zu vermeiden.
Es wird zunehmend auch von wissenschaftlicher Seite erkannt, dass die Funitionstüchtigkeit des I. psychichen Faktoren unterliegt, sowohl bei der Bekämpfung von Infekten als auch von Krebserkrankungen. Mit dieser Problematik befasst sich die Psycho-Neuro-Immunologie.

Neben einer stabilen Psyche schaffen eine gesunde Ernährung durch ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen, aber auch genügend sportliche Bewegung die Voraussetzung für ein funktionstüchtiges I. Darüber hinaus können Umweltbelastungen wie Schadstoffe (z.B. Ozon) oder Strahlung (somatische Strahlenschäden), (UV-Strahlung) eine Schwächung des I. verursachen.

Lit.: J.M. Roitt, J. Brostoff, D.K. Male: Kurzes Lehrbuch der Immunologie, Stuttgart 1991; N. Staines, J. Brostoff, K. James: Immunologisches Grundwissen, Stuttgart 1987; GEO-Wissen: Abwehr, AIDS, Allergie, Hamburg 1988

Autor: KATALYSE Institut

Integrierter Pflanzenbau

Das Bewusstsein über die Risiken des konventionellen Landbaus hat zur Entwicklung des I. geführt.

Im Pflanzenschutzgesetz wird der I. als eine Kombination von Verfahren definiert, bei denen unter Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenbehandlungsmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird.
Die bewußte Ausnutzung der natürlichen Begrenzungsfaktoren gegenüber Schadorganismen steht im Vordergrund. Chemische Pflanzenschutzmittel werden nur nach Überschreiten der wirtschaftlichen Schadensschwelle (Anzahl von Schaderregern, die Verluste am Ernteertrag und -erlös erzeugt, die gleich hoch sind wie die Kosten einer wirksamen Schädlingsbekämpfung) eingesetzt, wobei nützlingsschonenden Präparaten der Vorzug gegeben werden soll.
Eine konsequente Einführung des I. als Weiterentwicklung des konventionellen Landbaus würde eine wesentliche Verbesserung der ökologischen Situation bedeuten. Leider ist der I. bisher mehr ein Ziel als Realität. Modelle bestehen für einzelne Kulturen; in der Praxis bewährt sich der I. allein im Apfel- und Hopfenanbau, da zur Durchführung des I. eine Vielzahl von Voraussetzungen notwendig sind, die teilweise noch nicht erfüllt wurden:
- Kontrolle der Schädlings- und Nützlingsentwicklung,
- Kenntnisse der Lebensweisen von Schädlingen und Nützlingen,
- Wahl der optimalen Standorte und Optimierung der Kulturbedingungen,
- Anbau resistenter Sorten,
- intensive Beratung und genaue Kenntnis der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln,
- Beachtung von Warndiensten,
- Verzicht auf Mittel mit Breitenwirkung,
- Verzicht auf "Routinespritzungen",
- Kenntnisse der Schadensschwellen.

Die propagierten selektiv wirkenden Pestizide und das notwendige dichte Berater- und Warndienstnetz existieren zur Zeit nicht.
Der I. wird zunehmend in Gesetzestexten berücksichtigt, wie z.B. im neuen Pflanzenschutzgesetz oder im Entwurf zum Bundesnaturschutzgesetz, und wird von Agrarpolitikern und behördlichen Beratungsstellen propagiert.
Von dieser Seite wird der I. als die einzige Möglichkeit gesehen, einen gleichermaßen umweltfreundlichen wie wirtschaftlichen Landbau zu betreiben. Da bisher keine anerkannten Richtlinien und Kontrollen für den I. existieren, gibt es große Unterschiede über das Verständnis von diesem Verfahren und der Einschätzung über den bereits erreichten Grad der Umsetzung in die Landwirtschaft.

siehe auch: Schädlingsbekämpfung, chemische Schädlingsbekämpfung, Pflanzenschutzgesetz

 

Autor: KATALYSE Institut

Insektizide

Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

Die häufigsten Wirkstoffe sind: organische Phosphorverbindungen, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pyrethroide. I. werden zum Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich eingesetzt. Physiologisch können I. als Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem (Erregungsleitung oder -Übertragung wird gehemmt) wirken. In Westdeutschland werden jährlich über 50.000 Tonnen I. produziert.

 

siehe auch: Toxaphen, Pflanzenschutzmittel

 

Autor: KATALYSE Institut

Indigofera

Bei Indigofera unterscheidet man zwei Arten: Indigofera tinctoria, eine 1,5 Meter hohe Staude mit schmalen bis gefiederten Blätter; Hülsen sind gerade oder leicht gebogen und enthalten etwa 7 bis 12 Samen. Indigofera arrecta: großer bis zu 3 Meter großer Busch mit gefiederten Blätter; in Kultur oft nur einjährig; 5 mm große Blüten und 2 bis 2,5 cm langen Hülsen.

  • Systematik: Familie: Leguminosaceae mit etwa 700 Unterarten; für die Farbstoffgewinnung sind von Bedeutung: Indigofera arrecta und Indigofera tinctoria
  • Herkunft: Ostinidien, tropisches Afrika, Subtropen
  • Klimaansprüche: Indigofera-Arten können bis auf eine Höhe von 1.650 Meter angebaut werden. Sonnige Standorte mit heißem und feuchtem Klima sind besonders geeignet und sollten mindestens 1750 mm Niederschlag im Jahr umfassen.
  • Anbausystem: zwei- bis dreijährige Kultur
  • Aussaat: Samenaussaat; 3 bis 4 Samen/Loch; 60 cm Abstand in den Reihen; 45 bis 60 cm zwischen den Reihen
  • Ernte: Etwa drei Schnitte pro Jahr zur Blüte möglich
  • Ertrag: Indigofera arrecta ist die Hauptquelle des Farbstoffes Indigos und erzielt in Indien Erträge zwischen 20 bis 100 Tonnen Frischmasse/Hektar, dass entspricht 137 bis 375 kg Indigo/Hektar. Indigofera tinctoria dagegen erzielt nur 10 bis 13 Tonnen Frischmasse/Hektar.
  • Besonderheiten: Blauer Farbstoff kann erst durch einen Gärungsprozess gewonnen werden.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Itai-Itai-Krankheit

Wörtlich: Aua-Aua-Krankheit. 1955 bekannt gewordene Cadmiumvergiftung.

Cadmiumverseuchte Bergwerksabwässer des Mitsui-Konzerns gelangten in das Bewässerungssystem japanischer Reisfelder. Der Genuß des verseuchten Reises verursachte Apathie, heftige Schmerzen in Rücken und Schenkeln, Nierenschäden, Knochenbrüche und Knochenerweichung. 100 Menschen starben. Vermutlich war Nährstoffmangel eine weitere Ursache.

Siehe auch: Cadmium, Umweltpolitik in Japan

Autor: KATALYSE Institut

IUCLID

IUCLID ist eine Datenbank des Europäischen Chemikalienbüros (ECB) mit Angaben u. a. zu Produktionshöhe, chemisch-physikalischen Eigenschaften, Toxikologie und Ökotoxikologie solcher Altstoffe, die in der EU in Mengen >1000 t pro Jahr produziert werden. Die Abkürzung steht für International Uniform Chemical Information Database.

Diese Datenbankanwendung wird den Unternehmen der chemischen Industrie und den Regierungsbehörden kostenlos zur Verfügung gestellt, so dass die von der REACh-Verordnung betroffenen Unternehmen ihrer Meldeverpflichtung nachkommen und die Daten der Agentur übermitteln können.

Quellen:
REACH-Verordnung: Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_396/l_39620061230de00010851.pdf
RIPs: http://ecb.jrc.it/reach/rip/
http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de
http://www.gisbau.de
BRANDHOFER, P; HEITMANN, K.: REACH – Die neue Herausforderung für Ihr Unternehmen! 2007
AU, M.; RÜHL, R.: REACH-Verordnung. 2007

Autor: KATALYSE Institut

Ionenaustauscher

I. sind feste Substanzen, an die bestimmte Ionen gebunden sind.

In einer Lösung enthaltene Ionen können dann gegen eine entsprechende Menge der am I. gebundenen Ionen ausgetauscht werden. Grundgerüst des I. ist ein hochpolymerer Stoff. Starke Verbreitung finden I. in der Elektroindustrie, in der Lebensmittelindustrie und im Haushalt zur Wasserenthärtung (Wasserhärte, Waschmaschine).

Jede Spülmaschine enthält einen I., der zur Enthärtung die Calcium- und Magnesiumionen des kalkhaltigen Wassers gegen die im I. gebundenen Natriumionen austauscht. Bei Verwendung zu Trinkwasserzwecken ist starkes Keimwachstum auf den I. sowie die Abgabe geringer Mengen gesundheitsbedenklicher Stoffe problematisch. Zudem werden die Gewässer durch die Regeneration mit Kochsalz stark belastet.

Anlagen in der Industrie müssen mit großen Mengen Salzsäure und Natronlauge regeneriert werden. Trinkwasser darf nicht unter 1,5 mmol/l (8,4 Grad d; Wasserhärte) enthärtet werden und für Natrium muß ein Grenzwert von 150 mg/l eingehalten werden.

Siehe auch: Ionen, Kochsalz, Natronlauge

Autor: KATALYSE Institut

Isolation

siehe Wärmedämmung

Autor: KATALYSE Institut

Innenraumluftqualität

Für nicht gewerbliche Innenräume existieren keine Grenz- oder Richtwerte, anhand derer definitiv ungesunde Konzentrationen von Innenraumluftschadstoffen ausfindig gemacht werden können.

Weder sind die für den gewerblichen Bereich geltenden MAK-Werte zur Orientierung geeignet, noch die von der VDI-Kommission zur Reinhaltung der Luft festgelegten MIK-Werte. Die vom ehemaligen Bundesgesundheitsamt für einige Holzschutzmittel-Wirkstoffe festgelegten MRK-Werte (Maximale Raumluftkonzentration) wären vom Anspruch geeignet, aber in den Größenordnungen selbst nach Aussagen des Bundesgesundheitsamtes völlig unangemessen.
Zur Orientierung sind wohl die Luftgüteleitlinien der Weltgesundheitsorganisation zur Bewertung der I. am ehesten geeignet. Liegen keine Werte für identifizierte Stoffe in der Innenraumluft vor, so kann in erster Näherung ein MAK mal 10-3 als unbedenklich angesehen werden, ein MAK mal 10-2 und darüber bedarf zumindest der eingehenderen Analyse bis zur Formulierung als Eingriffsschwelle.
Zielwerte akzeptabler Innenraumluftkonzentrationen und Eingriffsschwellenwerte sollten aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes in einer Innenraumluft-Verordnung festgelegt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Innenraumluftbelastung

Die I. ist ein bisher stark vernachlässigtes Teilgebiet des Umweltschutzes, obwohl man sich zu 80-90% der Zeit in Innenräumen aufhält.

Erklärbar dürfte dies auch durch die notwendige Einbeziehung des Reizthemas Rauchen als primäre Schadstoffquelle in Innenräumen sein (Tabakrauch, Passivrauchen). Erst in jüngerer Zeit ist eine zunehmende Sensibilisierung festzustellen, verknüpft z.B. mit den Themen Formaldehyd, Holzschutzmittel, WC-Reiniger, PCB, Asbest und Mineralwolle.
Normen für die Luftqualität in Innenräumen sind jedoch nicht Bestandteil des Umweltrechts, sondern des Gesundheitsrechts. Neuere Erkenntnisse über die Gefährlichkeit einzelner Schadstoffe haben einen erheblichen Regelungsbedarf erkennen lassen, der in der Fortschreibung von Rechtsvorschriften (z.B. Spanplatten), von Normen, von Gütezeichen (z.B. Holzschutzmittel) oder Produktempfehlungen (Umweltzeichen) bis hin zu allgemeinen Verbraucherempfehlungen (z.B. Verzicht auf chemische Luftverbesserer) verfolgt werden sollte.
Radioaktive Belastungen in Wohnräumen gehen in unterschiedlichem Ausmaß von fast allen mineralischen Baustoffen aus (Radon, radioaktive Baustoffe).

Autor: KATALYSE Institut