Wachsmalstifte

W. bestehen aus Kaolin (Porzellanerde) und Wachs. Beide sind für den Nutzer gesundheitlich unbedenklich.

Vorsicht ist bei roten und orangen Farbstoffen in W. geboten, da sie oft aus Anilin-Verbindungen bestehen. Das Verschlucken solcher W. kann bei Kleinkindern zu Blausucht (Methämoglobinämie) führen.

Autor: KATALYSE Institut

Papierindustrie

Die Papier- und Zellstoffindustrie ist durch großen Abwasseranfall und hohe Schwefeldioxidemissionen gekennzeichnet (Abwasser, Schwefeldioxid).

Wie ein Projekt des Altanlagensanierungsprogramms der Bundesregierung zeigte, kann das Schwefeldioxid in geeigneten Wäschern zu 99% abgeschieden und in den Produktionsprozess zurückgeführt werden, so dass kein zusätzliches Abwasser anfällt. Dabei macht die Gutschrift für das zurückgewonnene Schwefeldioxid 90% der jährlichen Betriebs- und Kapitalkosten der Schwefeldioxid-Wäscher aus.
Die Abwassermengen liegen zwischen 20 und 150 m³ je t Erzeugnis und können durch Kreislaufführung erheblich reduziert werden.

Die Abwässer der Zellstoffherstellung enthalten wertvolle Rohstoffe wie schweflige Säure, Methanol, Cumol und Furfurol, die zurückgewonnen werden können. Pro t Zellstoff fallen insgesamt 1.000 m³ Abwasser an, die sich durch Kreislaufführung auf die Hälfte reduzieren lassen. Eine wesentliche Reduzierung des Schadstoffausstoßes der P. bringt der verstärkte Einsatz von Umweltschutzpapier.

Autor: KATALYSE Institut

Papierbriketts

Papierbriketts werden mit Hilfe von speziellen Pressen aus verdichteten Altpapier hergestellt.

Die Verbrennung von bedrucktem als auch unbedrucktem Papier ist  grundsätzlich in Feuerungsanlagen nach der 1. BImSchV §3 nicht erlaubt, da dort die zugelassenen Brennstoffe für Feuerungsanlagen aufgeführt sind.

Die Verbrennung von Alt- und Zeitungspapier ist z.T. mit erheblichen Schadstoffemissionen verbunden ist: Bei der meist unvollständig verlaufenden Verbrennung der Papierbriketts (Schwelen) entstehen u.a. Kohlenmonoxid und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, die eine Umwelt- und Gesundheitsgefährdung als auch eine Geruchsbelästigung darstellen können.

Die in der Druckerschwärze enthaltenen Schwermetallverbindungen (Blei, Cadmium) und Additive können freigesetzt. Ökologisch sinnvoller als die Verbrennung ist das Recycling von Altpapier zu Umweltschutzpapier.

Autor: KATALYSE Institut

Oxidation

Ursprüngliche Bezeichnung für eine langsame, schnelle oder explosionsartig verlaufende Vereinigung von Sauerstoff mit anderen Elementen oder Verbindungen. Heute versteht man unter Oxidation den Entzug von Elektronen aus den Atomen eines Elements.

Die O. ist ein chemischer Prozeß, bei dem einem Atom Elektronen aus der äußeren Elektronenhülle entzogen werden. Oxidationsprozesse spielen in Natur und Technik eine ausserordentlich wichtige Rolle ( Verbrennung, Papierindustrie, Sauerstoffbleiche, aerob).

Biologische Oxidation:
Die Energiegewinnung durch stufenweise Oxidation energiereicherer, organischer Stoffe vor allem innerhalb der Atmungskette.

Autor: KATALYSE Institut

Osmose

Wanderung (Diffusion) des Wassers oder anderer Lösemittel aus Lösungen unterschiedlicher Konzentration durch halbdurchlässige (semipermeable) Wände, so daß die Konzentrationsunterschiede möglichst ausgeglichen werden.

Die Wanderungsgeschwindigkeit hängt ab von Teilchengröße, Temperatur, Konzentrationsunterschied und Porengröße der semipermeablen Membran. Der Stofftransport in tierischen und pflanzlichen Zellen beruht z.T. auf O.
Umkehrosmose

Autor: KATALYSE Institut

Organismus

Der Begriff O. wird für ein- oder vielzellige, lebende Wesen, dessen Teile ein funktionelles Ganzes ergeben oder für das gesamte System der Organe eines Lebewesens oder für ein tierisches oder menschliches Gemeinwesen benutzt.

Lebende Organismen sind gekennzeichnet durch:

  • Die Zelle als kleinste, selbständige und dauerhaft funktionsfähige Grundeinheit
  • Die lebende Substanz des Cytoplasmas in den Zellen
  • Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und Vermehrung
  • Energiegewinn (z.B. durch Photosynthese oder Oxidation)
  • Angepasstheit an die Umwelt und aktive Bewegungserscheinungen.

Autor: KATALYSE Institut

Volkswirtschaft

Die Gesamtheit aller ökonomischen Austauschbeziehungen und Verflechtungen zwischen den verschiedenen Einzelwirtschaften (private Haushalte, Unternehmen, Staat), die innerhalb eines politisch, demographisch und geographisch abgegrenztes Gebiets meist in einheitlicher Währung integriert werden.

Allerdings haben - etwa in Europa - die Aufweichung der Grenzen und der ungehinderte Warenverkehr eine enge Verflechtung der verschiedenen nationalen V. bewirkt.
Betriebswirtschaftlehre

Autor: KATALYSE Institut

Versickerung

Bewegung des Wassers von der Erdoberfläche in tiefere Bodenschichten.

Die V. ist u.a. abhängig von der Art und Dichte der Vegetation, der Neigung des Geländes, der Struktur von Boden und Gestein und dem Gehalt des Bodens an Poren und Hohlräumen. Je kleiner der Porendurchmesser wird, desto stärker wird die Adhäsion in den Poren und desto langsamer auch die V.. An undurchlässigen und schlecht durchlässigen Bodenschichten staut sich deshalb das versickerte Wasser und bildet das Grundwasser. Auf sehr stark verdichteten Böden kann das Wasser gar nicht erst versickern, sondern fließt oberirdisch ab und führt dann zur Erosion.

Durch die zunehmende Versiegelung des Bodens wird der Wasserkreislauf an solchen Stellen unterbrochen und die Grundwasserneubildung vermindert: ein sinkender Grundwasserspiegel kann die Folge sein.

Das Wasser wird beim Durchsickern der Boden- und Gesteinsschichten gefiltert, d.h. von Schad- und Schmutzstoffen gereinigt, es löst aber auch Salze aus den oberen Bodenschichten und transportiert sie in tiefere Schichten oder bis ins Grundwasser. Dies betrifft natürlich auch Salze, die als Düngemittel in den Boden eingebracht worden sind. Über das Grundwasser gelangen sie ins Trinkwasser und werden hier zu Problemstoffen (Nitrat, Überdüngung).
Regenwasser, Uferfiltrat, Grundwasseranreicherung

Autor: KATALYSE Institut

Ordnungszahl

Die O. gibt die Anzahl der Protonen im Atomkern an und legt damit gleichzeitig chemische Eigenschaften des Atoms sowie die Stellung des Atoms im Periodensystem fest.
Die O. ist identisch mit der Kernladungszahl.

Autor: KATALYSE Institut

Optisches Umweltmesssystem

Verfahren zur Ermittlung der Luftverschmutzung.

Das O. peilt Schadstoffwolken, z.B. aus Industriebetrieben, durch Laser- bzw.Lichtstrahlen an. Anhand des an den Schadstoffen zurückgestreuten Lichtstrahls kann die Zusammensetzung, Konzentration und Bewegung der Gase errechnet werden. Ein typisches O. kann 40 Gase (z.B. Schwefeldioxid, Stickoxide und Ozon) gleichzeitig aus einer Entfernung von maximal 10 km messen.

Autor: KATALYSE Institut

Onkogen

Gene in menschlichen oder tierischen Zellen, die unter bestimmten Bedingungen (z.B. Virusinfektion, spontane Mutation oder Mutation nach Bestrahlung) die Ursache für die Wandlung einer gesunden Zelle zu einer Tumorzelle sein können (Krebs).

Es handelt sich dabei um Gene mit besonders wichtigen regulatorischen Aufgaben für die Zellfunktion.

Autor: KATALYSE Institut

Öltank

Lagertank

Autor: KATALYSE Institut

Olfaktometrie

Methode zur Bestimmung der Geruchsintensität bestimmter Gase und Gaszusammensetzungen. Mit Hilfe einer Mischapparatur, dem sog. Olfaktometer, werden beliebige definierte Gaskonzentrationen erzeugt.

Mittels "Testriecher" oder anderen Organismen wird die Schwelle, ab der kein Geruch mehr wahrnehmbar ist bzw. bis die Organismen keine Reaktion mehr zeigen, ermittelt. Die notwendige Verdünnung zum Erreichen der Geruchsschwelle wird als Zahlenwert in "Geruchseinheiten" angegeben und gilt als Maß für die Geruchsintensität. V.a. bei komplexen Gasgemischen und großflächiger Verteilung von Geruchsemissionen z.B. durch Kläranlagen (Abwasserreinigung), Deponien, Industrieanlagen etc. wird die O. häufig angewandt, da eine analytische Bestimmung der Immissionen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand durchzuführen wäre.
Olf

Autor: KATALYSE Institut

Olf

Das Auftreten des sog. Sickbuilding-Syndroms hat zu einer Festlegung der Kriterien für die Behaglichkeit und zu einer Einführung der Einheiten O. und Dezipol geführt.

Das O. (lat. Olfactus = Geruchssinn) ist eine Einheit zur Bewertung der Stärke einer Geruchsquelle und ist definiert als die Geruchsstärke, die von einem Menschen mit Standardeigenschaften (1,8 m2 Hautoberfläche, sitzende Tätigkeit, 0,7 Duschbäder/Tag, täglich frische Wäsche) verursacht wird. Ermittelt wird diese Geruchsstärke über Testpersonen (Riecherkollektiv), die die Geruchsintensität einer bestimmten Geruchsquelle im Vergleich mit genormten Geruchsquellen bestimmen.

Die Grundidee ist, über den Geruch ein Maß für die vielen (bis zu 8.000) Luftverunreinigungen in Innenräumen und damit ein Maß für die erforderliche Lüftungsrate zu erhalten. Vorteilhaft ist es daher, wenn Hersteller von Baustoffen, Teppichen, Farben, Möbeln usw. die Geruchsintensität ihrer Produkte in O. angeben würden, damit Bauherren zwischen einem geruchsintensiveren Produkt und einer größeren Lüftungsanlage wählen können.

Kritisch anzumerken bleibt der O. nichts über die Qualität (z.B. angenehme Duftstoffe oder schädliche Lösemittel) eines Geruches aussagt.

Beispiele für typische Geruchsemissionen in olf:

    Personen:

  • Person sitzend 1 olf
  • Kind (12 Jahre) 2 olf
  • Athlet 30 olf
  • Raucher (dauernd) 25 olf
  • Raucher (normal) 5 olf

    Baustoffe:

  • Teppich (Wolle) 0,2 olf/m2
  • Teppich (Kunstfaser) 0,4 olf/m2
  • PVC/Linoleum 0,2 olf/m2
  • Marmor 0,01 olf/m2
  • Gummidichtung (Fenster, Tür) 0,6 olf/m2

Autor: KATALYSE Institut

Öl

Unter Ö. versteht man Gemische aus flüssigen Kohlenwasserstoffen.

Im Energiesektor wird Ö. v.a. aus Erdöl gewonnen (Raffinerie, Heizöl). Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung von Ö. durch Kohleverflüssigung.
Ö. können auch aus nachwachsenden Rohstoffen auf pflanzlicher oder tierischer Basis erzeugt werden (Biomasse). Sojaöl, Rapsöl, Leinöl, Olivenöl, Palmöl, Rizinusöl sind Beispiele von Ö., die hauptsächlich im Nahrungsmittelsektor Verwendung finden (Speiseöle), zunehmend aber auch im technischen Bereich eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Ökostrom

Mit Zertifikaten wird die Qualität des Ö. garantiert. Für die Vergabe solcher Zertifikate ist die Zusammensetzung des Ö. entscheidend.

Manche Zertifikate verlangen die reinvestition eines teils der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen und dass die Anlagen ein gewisses Alter nicht überschreiten dürfen. In Deutschland gibt es derzeit vier Zertifikate.

"OK power" von EnergieVision e.V.
Das Zertifikat wird vom Öko Institut e.V.,dem WWF Deutschland und der Verbraucher-Zentrale NRW vergeben. Im Mittelpunkt steht die Garantie, dass die mit dem Gütesiegel zertifizierte Ö. zu einer Umweltentlastung führt. Hierzu muss der Anbieter den Neubau von Kraftwerken auf regenerativer Basis nach quantifizierten Mindestbedingungen fördern. Das Gütesiegel wird für Ö.-Modelle vergeben:

Händlermodell
Der Kunde wird mit Strom aus erneuerbaren Energien beliefert, der zu zwei Drittel aus Anlagen stammt, die nicht älter als drei Jahre sind. Die Hälfte dieser Neuanlagen sollen außerhalb des Förderbereichs des Erneuerbare Energien Gesetzes entstehen.

Fonds- oder Zuschussmodelle
Hier wird der gleiche Strom wie bisher geliefert. Der Aufpreis auf den üblichen Tarif wird für die Investitionen neuer regenerativer Kraftwerke verwendet. Das Gütesiegel steht für die Verwendung der Fördermittel. Zudem wird der Anbieter verpflichtet, seine Kunden über die Art des gelieferten Stroms zu informieren.

Grüner Strom Label e.V.
Der Grüne Strom Label e.V. wurde von Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind u.a. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund Deutschland, der Bund der Energieverbraucher sowie EUROSOLAR. Auch hier gibt es zwei Varianten:

Grüner Strom Gold Label
Das "Goldene Label" wird für Angebote vergeben, die zu 100 Prozent regenerativ erzeugten Strom nutzen.

Grüner Strom Silber Label
Das "Silberne Label" kann für Strom aus erneuerbaren Energiequellen erteilt werden, dem ein Anteil von maximal 50 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung beigemischt ist. Desweiteren wird zwischen "Händlermodell" und "Zuschußmodell" unterschieden. Beim Händlermodell (Gold oder Silber) liefert der Anbieter dem Kunden Grünen Strom, der den Bezug konventionellen Stroms ersetzt, während beim Zuschußmodell (Gold) der Kunde konventionellen Strom bezieht, dem Anbieter aber regelmäßig Zuzahlungen leistet, die dieser für die Finanzierung von Anlagen zur Erzeugung von Grünem Strom verwendet

Landesgewerbeanstalt Bayern
Die Landesgewerbeanstalt Bayern hat Ö.-Siegel geschaffen, nachdem Sachverständige der LGA überprüfen, ob der angebotene Öko-Strom aus regenerativen Quellen wie Windkraft, Wasserkraft, Biogas, Sonnenenergie, Geothermie (Öko-Strom, regenerativ) oder aus der effektiven Kraft-Wärme-Kopplung stammt. Das Ö.-Gütezeichen wird in zwei Ausführungen vergeben:

Öko-Strom (regenerativ)
Die Stromerzeugung muss aus erneuerbaren Energien erfolgen.und es wird eine Investition in Neuanlagen auf Basis einer Marktprognose gefordert.

Öko-Strom (effektiv)D
ieses Gütezeichen kann vergeben werden, wenn mindestens 25 Prozent der Energiegewinnung aus regenerativen Energiequellen stammt, die restliche Strommenge muß mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden.

TÜV
Beim TÜV-Zertifikat müssen Anbieter erneuerbaren Energiequellen nutzen und bestimmte Vergabekriterien erfüllen. So muss mindestens ein Viertel des Stroms aus Anlagen stammen, die für das Ö.-Angebot geschaffen wurden . Maximal 75 Prozent kann anderen regenerativen Energiequellen stammen (wie etwa aus Wasserkraftwerken. Das TÜV-Zertifikat verlangt jedoch, dass es ein "wesentliches Ziel der Unternehmenspolitik der Zubau von Erzeugungskapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist.

Autor: KATALYSE Institut

Ökosphäre

siehe Biosphäre

Autor: KATALYSE Institut

Ökosozialprodukt

Die Kritik an dem in der wirtschaftspolitischen Diskussion dominierenden Indikator des Bruttosozialprodukts führte zu verschiedenen Vorschlägen, Umweltaspekte in einen solchen Indikator mit einzubeziehen.

Diese Konzepte werden in der Regel dem Begriff des Ö. zugeordnet.
In der zeitlichen Dimension hat sich die Frage nach dem Sinn und Zweck des Bruttosozialprodukts als wirtschaftspolitische Orientierungsgröße gewandelt. Bis in die sechziger Jahre war der Indikator Bruttosozialprodukt unangefochtenes Maß des wirtschaftlichen Wachstums. In den 70er Jahren wurden Konzepte des qualitativen Wachstums entwickelt, die darauf abzielten, die Berechnung des Bruttosozialprodukts zu verändern, indem bestimmte Produktionen, die als nicht wohlfahrtsfördernd eingestuft wurden, ausgeschlossen und insb. außermarktliche Produktionen, wie z.B. Haushaltsproduktionen, einbezogen werden.

In den 80er Jahren mehrten sich die Hinweise, daß sich die Diskrepanz zwischen dem Indikator Sozialprodukt und der realen Wohlfahrtsentwicklung immer mehr vergrößert. Die Beeinträchtigung der Ökosystem-Potentiale und der Abbau von Naturvermögen, aber auch die kompensatorischen Kosten zur Verminderung von Umweltbelastungen und zur Reparatur von Umweltschäden (Externe Kosten) tragen in der Sozialproduktsrechnung zu einer Überschätzung der nachhaltigen Nettoproduktion bei (Leipert). Damit verlieren die Wachstumsraten des Bruttosozialprodukts ihre Bedeutung als Wohlfahrtsindikatoren für die Gesellschaft. Es wird damit ein Indikator erforderlich, der einerseits die wirtschaftliche Entwicklung erfaßt, auf der anderen Seite die Naturnutzung in Rechnung stellt. Zielgröße müßte von daher ein Indikator sein, der die wirtschaftliche Entwicklung in Abhängigkeit von den Naturnutzungen erfaßt.
Die Diskussion über die Entwicklung des Ö. steht noch am Anfang. Das Ö. berechnet sich nach Stahmer aus dem Bruttosozialprodukt unter Abzug der quantitativen Verminderung z.B. der Bodenschätze und des Bestandes an Pflanzen und Tieren und der qualitativen Verschlechterung der Umweltmedien Boden, Luft und Wasser in der Berichtsperiode.
Bei diesem Konzept sind allerdings eine Vielzahl z.T. komplizierter Bewertungsfragen zu lösen, zudem existieren erhebliche statistische Defizite in diesem Bereich. Die Einbeziehung von Umweltfaktoren in ökonomische Rechnungslegungssysteme ist damit nur begrenzt möglich, zugleich besteht die Gefahr, dass ein Schwerpunkt der Aufnahme solcher Faktoren und Dimensionen erfolgt, die leicht monetarisierbar sind.
Gegenwärtig gehen die Überlegungen in zwei Richtungen, einerseits sollen zu den Berechnungen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Ergänzungen vorgenommen werden, die die ökonomisch-ökologischen Wechselwirkungen einbeziehen (Satellitensysteme), auf der anderen Seite gibt es auch Überlegungen, eine ökologische Gesamtrechnung zu etablieren.
Aufgrund der erwähnten methodischen und statistischen Probleme ist auf absehbare Zeit zu erwarten, daß die traditionelle Sozialproduktsrechnung wie bisher fortgeführt und durch ein Rechenwerk für die Darstellung der ökonomischen/ökologischen Zusammenhänge ergänzt wird.
Externe Kosten

Autor: KATALYSE Institut

Ökoprofit

Ö. ist ein Instrument des Betrieblichen Umweltschutz, dass in Deutschland als Projekt im Rahmen der Lokalen Agenda 21 in rund zwanzig Kommunen durchgeführt wird.

Ziel von Ö. ist die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes durch geeignete Maßnahmen z.B. zur Vermeidung von
Abfall, Reduzierung von Emissionen, Einsparungen von Energie und „sauberer“ Produktion (engl. Cleaner production). Gleichzeitig werden damit spürbare Kostenreduzierungen in den beteiligten Unternehmen erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Im österreichischen Graz wurde das Konzept von ÖkoProfit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umweltschutztechnik) entwickelt und seit 1993 in Kooperation zwischen Stadt, Verbänden und Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Die Stadt München hat das ÖkoProfit in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer 1998 übernommen, auf deutsche Verhältnisse „übersetzt“ und mit Erfolg umgesetzt.

Ausgehend von bekannten Umweltproblemen untersucht und hinterfragt Ö. Produktionsprozesse, Verwaltungsabläufe sowie alle anderen Tätigkeiten auf ihre optimierte Material- und Energienutzung. Dazu werden Produkte, Technologien und Einsatzstoffe kritisch überprüft, um Emissionen und Abfälle zu vermeiden bzw. eine Verwertung nicht vermeidbarer Abfälle zu ermöglichen. Mit dem Ö. leisten die teilnehmenden Unternehmen im Rahmen der Lokalen Agenda 21 einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation in ihrer Kommune.

Das Öko Profit ist im besonderen Maße für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) geeignet, die bisher nur wenig Umweltschutzmaßnahmen eingeführt bzw. umgesetzt haben. Speziell in kleineren Unternehmen wie etwa Handwerksbetrieben wird durch das Ö. ein kostengünstiger und wirksamer Einstieg in das Umweltmanagement ermöglicht. Für größere Unternehmen liegt der Vorteil der Teilnahme an Ö. in einer standardisierten und mit anderen Betrieben abgestimmten Vorgehensweise gegenüber Behörden und bei der Präsentation der Umweltleistungen in der Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Ö. besteht die Möglichkeit bei einer erweiterten (insgesamt 3 Jahre dauernden) Teilnahme zum ÖkoAudit (Validierung nach EMAS und/oder Zertifizierung nach ISO 14.000 ff.) zu gelangen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologisches Gleichgewicht

Das Ö. bezieht sich auf den Zustand eines Ökosystems, dessen Arten- und Individuenbestand und damit auch Stoffhaushalt und Energieumsatz über längere oder kürzere Zeiträume um einen konstanten Mittelwert pendelt.

Es handelt sich dabei um ein dynamisches Gleichgewicht, das sich nach der sich fortwährend ändernden Gesamtkapazität des Ökosystems richtet. Je nachdem, ob die Kapazität durch Umweltfaktoren erhöht oder erniedrigt ist, finden mehr oder weniger Arten im System Platz (Ökologische Nische). Artenverminderung durch menschliche Eingriffe ist aus der Sicht des Naturschutzes immer als negativ zu bewerten, da sie das Ö. gefährdet (Artensterben).

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Planstelle

Durch Kombination der verschiedenen abiotischen und biotischen Umweltfaktoren wird in einem Ökosystem eine Vielfalt von ökologischen Planstellen angeboten.

Wird eine derartige Stelle besetzt, bildet die besetzende Art eine ökologische Nische aus. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von den ökologischen Lizenzen, die ein Biotop für die Ausbildung bestimmter Nischen erteilt. Reich strukturierte und das ganze Jahr über vielfältig bleibende Biotope, wie etwa der tropische Regenwald, sind artenreicher als einseitig ausgebildete und im Winter verarmte Biotope der gemäßigten Breiten. Die erdgeschichtliche Entwicklung getrennter Kontinente hat bewirkt, dass ähnliche ökologische Planstelle von verschiedenen Tierarten besetzt werden. Man bezeichnet dieses Phänomen als Stellenäquivalenz der verschiedenen geographischen Räume.

Autor: KATALYSE Institut