Schlacke

Die bei der Verbrennung in Industriefeuerungen, Kohlekraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen (
MVA) anfallenden, nicht brennbaren, festen Reststoffe.

Bei der Müllverbrennung macht S. noch etwa 35% des ursprünglichen Müllgewichtes aus. Wegen der in ihr enthaltenen Schadstoffe (Schwermetalle) ist insb. die Nutzung von MVA-S. in der Bauindustrie und beim Straßenbau umstritten. Nach der 17. BImSchV müssen Abfallverbrennungsanlagen Feuerungstemperaturen von mind. 850 Grad C einhalten. Durch die derzeit praktizierte Müllverbrennung fällt S. an, aus der durch Auswaschungen unvertretbar hohe Mengen an Schadstoffen austreten, die das Grundwasser gefährden. Um solche Auswaschungen zu vermeiden und damit eine verwertbare S. zu erhalten, müßten die Verbrennungstemperaturen auf über 1.000 Grad C erhöht werden, was bei Sondermüllverbrennungsanlagen der Fall ist. Hierdurch kann eine Verglasung der S. und somit eine Festsetzung der enthaltenen Schadstoffe erreicht werden.
MVA-S. werden insb. in NRW im Wegebau eingesetzt, während in Hessen Richtwerte einzuhalten sind, die eine Verwertung nahezu ausschließen. In Luxemburg werden MVA-S. als Sonderabfall entsorgt. Solche unterschiedlichen Bewertungen von MVA-S. erschweren die Kontrolle über die Entsorgung von S..

Autor: KATALYSE Institut

Scheuermittel

Untergruppe der Reinigungsmittel, deren entscheidendes Prinzip abrasiv wirkende Gesteinsmehle (Quarz, Bims, Marmor, Kieselgur, Tonerde etc.) sind, so dass S. überwiegend Hilfsmittel für eine mechanische Reinigung sind.

Wichtig für die Materialverträglichkeit der S. sind Größe und Härte der Partikel. Die Größe sollte 0,05 mm nicht überschreiten. Für die Härte eines Minerals gibt es Relativwerte (Skala von 1-10), die besagen, dass eine Oberfläche nur von einem Material mit höherem Härtegrad geritzt werden kann. So sollte beispielsweise für empfindliches Messing nur ein weiches S. auf Basis von Marmor o.ä. benutzt werden sollte.
Daneben enthalten S. meist Tenside, Gerüststoffe, Duftstoffe, Farbstoffe und seltener Bleichmittel. Bei letzterem sind chlorhaltige Wirkstoffe abzulehnen. S. werden sowohl in fester Form (Scheuerpulver) wie auch als wäßrige Dispersionen (Scheuermilch) angeboten. Die Übergänge zu den Putzmitteln sind fließend.
Insgesamt stellen S. i.d.R. empfehlenswerte Produkte dar, die hohe Reinigungsleistung mit einem geringen Chemikalienaufwand erzielen. Ganz ohne direkte Abwasserbelastung kommen Scheuerschwämmchen (Pads), Stahlwolle etc. aus.
Der Absatz an S. entwickelt sich immer mehr zugunsten des Typs Scheuermilch, weil dieser meist weichere Abrasivstoffe enthält. Es gibt aber auch milde Scheuerpulver. Der Vorteil letzterer ist der niedrigere Verpackungsaufwand, enthält die Milch doch bis zu 50% Wasser.
Silikose

Autor: KATALYSE Institut

Schaumglas

S. wird aus Glas (mit Altglasanteil), das mit Kohlendioxid geschäumt ist, hergestellt.

Das Aufschäumen lässt eine Zellstruktur entstehen, das entstehende Kohlenmonoxid und Kohlendioxid verbleibt als Gas in dem geschlossenzelligen, gasundurchlässigen Material. Unter der Markenbezeichnung "Foamglas" ist es in Form von Platten und Halbschalen erhältlich.

S. gehört zur Baustoffklasse A1 und hat gute Wärmedämmeigenschaften. Da S. dampfsperrend, verrottungsbeständig, druckfest, nicht brennbar und feuchtigkeitsunempfindlich ist, wird es zur Wärme- und Schalldämmung eingesetzt.
Das Material an sich verursacht keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ist jedoch wegen des hohen Energieaufwandes bei der Herstellung und der Entstehung von Schwefelgasen bei der Verarbeitung ökologisch nicht unbedenklich und zudem sehr teuer. Um S. dampfdicht zu verlegen, werden Bitumenvergussmassen eingesetzt. Daher ist S. am sinnvollsten im Außenbereich (z.B. für Flachdachdämmungen) zu verwenden.
k-Wert, transparente Wärmedämmung

Autor: KATALYSE Institut

Schadstoffe

Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen.

Manche Stoffe werden erst ab einer gewissen Konzentration zu Schadstoffen, andere sind schon in kleinsten Mengen schädlich. Unter Schadstoff-Ausstoß versteht man die Emission und unter Schadstoff-Eintrag die Immission von Schadstoffen.
Bodenbelastung, Gewässerbelastung, Luftverschmutzung

Autor: KATALYSE Institut

Testbenzin

Durch Destillation von Erdöl gewonnene Lösemittel, die je nach Temperatur des Vorlaufs unterschiedliche Qualitäten haben.Testbenzin wird im Sprachgebrauch auch als Universalverdünnung, Universalreiniger, Waschbenzin, Werkzeugreiniger, Kunstharzverdünnung und mit weiteren Synonymen bezeichnet.

So unterscheidet man Petrolether, Testbenzin und Siedegrenzbenzin. Um die Ausbeuten zu erhöhen, werden dem Destillat hydrierte Fraktionen zugegeben, die den hohen Anteil ungesättigter Verbindungen aus Crackprozessen reduzieren.
Testbenzin darf nach der Gefahrstoff-Verordnung 0,1 Prozent krebserzeugendes Benzol und darüber hinaus 10 Prozent Xylol und 1 Prozent Toluol enthalten. Testbenzin wirkt reizend auf Schleimhäute.

Autor: KATALYSE Institut

Terpentinersatz

Aus Erdöl-Destillation gewonnenes Lacklösungs- und Verdünnungsmittel verschiedener Zusammensetzung, hauptsächlich aus Benzin und hydrierten Kohlenwasserstoffen (Testbenzin).

Terpentinersatz ist umweltgefährdend (Wasser).

Autor: KATALYSE Institut

Teppichreiniger

Diese speziellen
Reinigungsmittel für textile Bodenbeläge (Teppichboden) und Polster sind nur für die gelegentliche Grundreinigung gedacht, während die laufende Unterhaltsreinigung durch Saugen und Bürsten erfolgt und begrenzte Anschmutzungen möglichst frisch mit geeigneten Fleckentfernern beseitigt werden können.

Es sind drei Typen von T. zu unterscheiden:

1. T.-Pulver sind bei wasserempfindlichen Teppichen das Mittel der Wahl. Wirkstoffe sind Tenside auf saugfähigen Trägermaterialien (natürliche, wie z.B. Cellulosepulver, Sägemehl, Stärke oder synthetische, wie PUR-Hartschaummehl (Polyurethan)). Verstärkt wird die Schmutzentfernung noch durch Lösemittel (v.a. Alkohole, aber auch Aliphaten). Nach dem Einarbeiten dieser T. kommt es also zu einer Lösemittelbelastung der Raumluft, weshalb gut gelüftet werden sollte. Außerdem können erhebliche Pulverrückstände im Teppich verbleiben, insb., wenn kein guter Staubsauger zur Verfügung steht. Eine unmittelbare Abwasserbelastung entsteht naturgemäß bei diesem Verfahren nicht, da der Entsorgungspfad über den Hausmüll läuft.
2. Teppichschaumreiniger (Teppichshampoos) werden im Gegensatz zu den Pulvern auf wäßriger Basis hergestellt und angewandt. Nach dem Einarbeiten in den Teppich (per Hand oder mit speziellen Shamponiermaschinen) wird der vom Schaum gebundene und so angetrocknete Schmutz gleichfalls in einem nachfolgenden Arbeitsgang abgesaugt. Diese Art von T. werden als flüssige Konzentrate oder gebrauchsfertig in Spraydosen angeboten. Insb. gegenüber der Anwendung in Aerosol-Form werden Bedenken wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen (Kawasaki-Fieber) laut. Schon aus diesem Grund wäre ein prinzipieller Verzicht auf Einwegsprayprodukte angebracht, zumal die Selbstzubereitung von Reinigungsflotten aus Konzentraten immer wesentlich preiswerter ist, von allen ökologischen Vorteilen einmal abgesehen. Schaumreiniger bestehen im wesentlichen aus Tensiden, welche einen intensiven, stabilen Schaum ergeben müssen. Ebenso wie bei den Pulvern sind häufig noch Lösemittel (Alkohole, Aliphaten) zugegen. Weitere Wirkstoffe sind Komplexbildner (unter Umständen auch Phosphat) und Polymere, Polyacrylharze). Üblicherweise enthalten die Rezepturen noch Duftstoffe und Konservierungsmittel. Achtung: Manche T. enthalten desinfizierende Wirkstoffe (Desinfektionsmittel)!
3. Sprühextraktionsreiniger sind ähnlich zusammengesetzt wie die vorgenannten Shampoos. Wesentliche Unterschiede sind jedoch, daß hierbei Schaum völlig unerwünscht ist und daher schaumarme Tenside oder gar Entschäumer eingesetzt werden müssen sowie die Anwendungsweise. Das Einbringen der Reinigungsflotte in den Teppich und das Absaugen des Schmutzwassers erfolgen in einem Arbeitsgang mit Spezialgeräten, die zwar üblicherweise nicht in Haushalten vorhanden sind, aber heute überall in Fachgeschäften ausgeliehen werden können. Die Sprühextraktionsreinigung ist von der Wirkung und Rückstandsvermeidung her den anderen Verfahren überlegen und kann überall da empfohlen werden, wo feuchtigkeitsbeständige Teppiche einer Grundreinigung bedürfen.
Lose Teppiche dagegen können auch Fachbetrieben zur Reinigung übergeben werden. Dabei kommen einmal die wegen ihrer Lösemittel problematische chemische Reinigung, aber auch die Naßreinigung in Frage. Letztere ist unter Leistungs- und Umweltaspekten durchaus empfehlenswert.

Autor: KATALYSE Institut

Salzsäure

siehe Chlorwasserstoff

Autor: KATALYSE Institut

Salze

S. sind Verbindungen, die aus Ionen aufgebaut sind, wobei anorganische S. entweder aus Metall-Kationen oder dem Ammonium-Ion NH4+ (Ammoniak) und aus Säurerest-Anionen bestehen.

Organische S. haben auch quartäre Ammonium-Ionen oder andere positiv geladene Moleküle oder Radikale als Kationen. S. können relativ wenig giftig sein, z.B. Kochsalz, oder stark giftig, z.B. Schwermetalls. wie Cadmiumchlorid (Schwermetalle).

Autor: KATALYSE Institut

Salmiakgeist

Wässrige Lösung von Ammoniak.

Autor: KATALYSE Institut

Toluol

Wasserhelle Flüssigkeit mit benzolartigem Geruch. T. wird auch als Methylbenzol oder Phenylmethan bezeichnet und kommt in Steinkohlenteer und in vielen Erdölen vor und wird durch fraktionierte Destillation gewonnen.

T. ist ein wichtiges Ausgangsprodukt, z.B. für die Herstellung von Benzaldehyd, Benzoesäure und Sprengstoffen (TNT). T. wird als Lösemittel und Ersatzstoff für Benzol verwendet.

T. ist gesundheitsschädlich und verursacht bei hohen Konzentrationen Nervenschäden. Nach Inhalation kann es zur Müdigkeit, Unwohlsein, Missempfindungen, Störungen der Bewegungskoordination und verlängerte Reflex- und Reaktionszeiten kommen z.T. auch Heiterkeit und Erregungszuständen. Kritisch sind v.a., die fruchtschädigenden Wirkungen von T. zu sehen. T. wirkt weiterhin haut- und augenreizend. Einige T.- Abkömmlinge, besonders T.- Sulfonate haben ein starkes allergenes Potenzial.

Raumluft:
25 µg/m3 Zielwert B nach BGA
300 µg/m3 Richtwert I BgVV
3.000 µg/m3 Richtwert II BgVV: Interventionswert
500 µg/m3 Richtwert WHO
1.000 µg/m3 Richtwert 0,5 h WHO
190 mg/m3 MAK- und BAT-Wert nach Liste 1998

Autor: KATALYSE Institut

Tonminerale

Bei der chemischen Verwitterung von Gesteinen und Mineralen entstehen T., deren Größe 2 mycrom nicht übersteigt.

Sie sind schichtartig aufgebaut und haben daher eine stark vergrößerte Oberfläche. Dadurch können sie Wasser einlagern, so daß sie aufquellen und wieder schrumpfen können. Dieses Wasser ist zum überwiegenden Teil aufgrund der starken Bindung und dem im Verhältnis dazu schwachen Saugdruck der Pflanzenwurzeln für die Pflanzen nicht verfügbar. Bei einem Tonboden fangen deshalb die Pflanzen manchmal schon zu welken an, wenn der Boden noch feucht ist. Nährstoffionen (z.B. Nitrat) oder Schadstoffe können gleichermaßen fest in die Schichtpakete eingelagert und vor dem Auswaschen in tiefere Bodenschichten bewahrt werden. Tonböden sind meist nährstoffreiche Böden mit ungünstigem Wasser- und Lufthaushalt.
Bodenbestandteile, Sorptionsvermögen

Autor: KATALYSE Institut

Toxaphen

Auch Camphechlor, Insektizid. Seit 1980 Anwendungsverbot in der BRD, seit 1983 EG-weit verboten.

Der Grenzwert beträgt z.Z. 0,4 mg/kg. Mitte 1989 ging durch die Presse, daß Lebertran und Fischölkapseln z.T. erhöhte Konzentrationen enthalten. Aufgrund der Nahrungskette reichert sich dieses fettlösliche Pestizid u.a. in Fischölen an. Nach Verzehr solcher Produkte wird T. im menschlichen Körper ebenfalls gespeichert. T. ist ein Gemisch von mehreren hundert verschiedenen Molekülabkömmlingen - diese Tatsache verkompliziert eine exakte Analytik und erschwert genaue Aussagen zur Belastungssituation. Daraus folgt, daß der Verzehr von Produkten wie Lebertran, Fischölkapseln und sonstigen Fischfetten möglichst vermieden werden sollte.

Autor: KATALYSE Institut

Thioharnstoff

Dieser Wirkstoff vieler Silberputzmittel (Putzmittel) wird in der Schweiz in der Giftklasse 3 (starke Gifte) geführt und ist in der Gruppe IIIB der MAK-Werte-Liste 1991 enthalten (begründeter Verdacht auf krebserzeugendes Potential).

Autor: KATALYSE Institut

Thorium

Chemisches Element, Symbol Th, Ordnungszahl 90, Schmelzpunkt 1.750 Grad C, Siedepunkt 3.850 Grad C, Dichte 11,7 g/cm3.

Natürliche Strahlenbelastung, Glühstrümpfe, Kohlekraftwerk, Hochtemperaturreaktor.

Autor: KATALYSE Institut

Tinte

siehe Kugelschreiber, Füllhalter.

Autor: KATALYSE Institut

Titandioxid

Weißpigment zur Pigmentierung von Lacken (62%), Kunststoffen (16%) und Papier (14%).

Derzeitige T.-Produktion: EG-weit ca. 1 Mio t/Jahr und weltweit rd. 2,5 Mio t/Jahr. Allein in Deutschland werden jährlich ca. 300.000 t produziert, wovon etwa 50% ins Ausland exportiert werden (Abfalltourismus). Die Herstellung von T. geschieht über zwei Verfahren: das Sulfat- und das Chloridverfahren.

Beim Sulfatverfahren, das hauptsächlich angewendet wird, fallen pro t T. 11 t
Abfall an. Hiervon sind 3,8 t Grünsalz, das zur Konditionierung in der 3. Reinigungsstufe einer Abwasserreinigung eingesetzt wird, und 7 t Dünnsäure, verdünnte Schwefelsäure, deren Entsorgung problematisch ist.

Um die zu entsorgende Abfallmenge zu verringern, wird das Chloridverfahren eingesetzt. Hierbei sind jedoch Ausgangsstoffe mit einem hohen Anteil an T. notwendig. Natur-Rutil (mit 90% T.) und Titan-Konzentrate (mit 56% T.) sind jedoch nur begrenzt verfügbar.
Bei der Herstellung nach dem Chloridverfahren entstehen prinzipiell die gleichen Rückstände wie beim Sulfatverfahren, sie fallen jedoch im Erzeugerland und nicht im Verarbeitungsland an. Es findet somit nur eine Verlagerung des Abfallproblems statt.
T.-Pigmente haben eine Korngröße von 20 mycrom und werden daher als Staubbelästigung eingestuft (MAK-Wert für T.-Staub: 6 mg/m3). Anwendung finden T.-Pigmente bei der Herstellung von Farben, Lacken, Sonnenschutzmitteln, Seifen, Pudern, Salben sowie zum Einfärben von Kunststoffen. Um die schädlichen Umweltauswirkungen der Weißpigmentierung mit T. zu verringern, sollte auf den Einsatz von T. bei Sonnenschutzmitteln, Pudern, Salben, Seifen oder ähnlich kurzlebigen Produkten gänzlich verzichtet werden, da er in diesen Fällen lediglich optischen Zwecken dient und zu keiner Qualitätsverbesserung der Produkte beiträgt.
S. auch Abfallbeseitigung auf See, Dünnsäure

Autor: KATALYSE Institut

Titanweiß

T. ist ein Mischpigment, das i.d.R. maximal 30% Titandioxid enthält. Dabei ist das Titandioxid der farbbestimmende Anteil.
Der Rest besteht aus Carbonaten und Sulfaten des Bariums, Calciums und Magnesiums.

Autor: KATALYSE Institut

Tetrachlordibenzopdioxin

Bezeichnung für Vertreter der chlorierten Dioxine, die vier Chloratome enthalten, oft mit TCDD, TeCDD oder T4CDD abgekürzt.

Dioxine und Furane.

Autor: KATALYSE Institut

Tetrachlorethen

T. (Perchlorethylen, PER, Perchlorethen) gehört zu der Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe. Die Jahresproduktion in Deutschland fiel von 115.000 t (1990) auf 43.000 t (1992).

T. gehört zu den leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen. Über 50 Prozent der in Deutschland verbrauchten Menge entweicht als Emission in die Atmosphäre. T. besitzt sehr gute Fettlöseeigenschaften, weshalb es seit den 20er Jahren als Lösemittel verwendet wird. Es wird in großen Mengen zum Reinigen von Autoteilen und -karosserien und anderen Metallteilen sowie elektronischen Chips und Textilien eingesetzt. Gegenüber den Kohlenwasserstoffen haben sie den Vorteil, dass sie nicht leicht entzündlich sind. T. besitzt eine schlechte Abbaubarkeit, so dass T. z.B. im Grundwasser viele jahrzehnte erhalten bleibt.

Die bis 1997 geltenden MAK-Werte von 50 ml/m3(ppm) bzw. 345 mg/m3 wurden ausgesetzt und die Anwendung des BAT-Wertes empfohlen. Die chronische Aufnahme von T. kann zu Leber- und Nierenschäden sowie nervösen Störungen führen. Im Tierversuch konnte eine kanzerogene Wirkung bei Mäusen nachgewiesen werden. Seit 1999 ist T. in der MAK-Wert-Liste in der Kategorie der krebserzeugenden Arbeitsstoffe aufgeführt, so dass für T. keine MAK-Werte mehr angegeben werden.

Vorkommen im Haushalt: Fleckwasser, dem es als unbrennbarer Zusatz zur Senkung der Feuergefährlichkeit zugesetzt wird (bedingt durch Benzin, Aceton u.a).

Wirkungen: Gelangt T. über den Abfluß in das Abwassersystem, können Störungen des Faulprozesses in Kläranlagen (Abwasserreinigung) durch die biozide Wirkung auf die Bakterienflora auftreten. Darüber hinaus belastet der in der Atmosphäre sehr stabile chlorierte Kohlenwasserstoff die Flüsse und deren Sediment und reichert sich in den Fischen an (Persistenz, Bioakkumulation).
Darum: Fleckwasser nicht in den Ausguß schütten!

Die durchschnittliche T.-Belastung erreicht in ländlichen Regionen weniger als 1 µg/m3 und in Ballungsgebeiten zwischen 2 und 5 µg/m3.

Grenzwerte und Richtwerte:

  • Trinkwasser: 10 µg/Liter (Grenzwert aus PER und drei anderen CKW)
  • Innenraumluft: 100 µg/m3 Richtwert für Wohnungen In Nachbarschaft chemischer Reinigungsanlagen
  • Boden (A-Wert: 0,1 mg/kg; B-Wert: 7 mg/kg und C-Wert: 70 mg/kg nach Ollandliste für die Summe der aliphatischen (langkettigen) CKW

Autor: KATALYSE Institut

Tetrachlorkohlenstoff

T. (Tetrachlormethan, CCl4) ist eine farblose, schwere Flüssigkeit mit einem MAK-Wert von 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 65 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Thallium

(Griechisch: thallein = grünen; wegen intensiver Grünfärbung einer nichtleuchtenden Gasflamme) Chemisches Element der III.

Hauptgruppe, Symbol Tl, Ordnungszahl 81, Schmelzpunkt 303,5 Grad C, Siedepunkt 1.457 Grad C, Dichte 11,85 g/cm3, ein an frischen Schnittstellen weißglänzendes, an Luft sofort grau anlaufendes giftiges Schwermetall, MAK-Wert 0,1 mg/m3 (gemessen als Gesamtstaub). T.-Verbindungen reichern sich besonders in Haut, Haaren und Nägeln an. Etwa 1 g T.-(I)sulfat wirkt beim Menschen tödlich. Auch schon kleinere Dosen (wenige mg) führen zu schweren Vergiftungserscheinungen (Haarausfall, grauem Star, Nervenschwund, Sehstörungen, Wachstumshemmungen, Neuralgien und Psychosen). T. gehört zu den seltenen Elementen mit einem Anteil an der oberen, 16 km dicken Erdkruste von rund 10-5% (vergleichbare Häufigkeit wie Quecksilber und Iod). Es tritt meist als Begleiter von Zink, Kupfer, Eisen, Blei usw. auf. Größere T.-Mengen findet man z.B. im Schlamm der Bleikammern von Schwefelsäurefabriken. Nach Schätzungen emittieren die Kohlekraftwerke in Westdeutschland jährlich ca. 4 t T.. Die jährliche Produktion betrug 1975 15 t. Im Vergleich dazu fallen rund 600 t/Jahr T. in angereicherten Abfallprodukten an. Bis zum Jahr 2000 wird mit keiner Erhöhung der Nachfrage von T. und seinen Verbindungen gerechnet. T. dient der Herstellung von optischem Spezialglas, das Infrarotstrahlung durchläßt. In Verbindung mit Quecksilber eignet es sich als Füllung für Tieftemperaturthermometer (Legierung mit 8,7% T. gefriert bei -60 Grad C, reines Quecksilber bei -38,87 Grad C). Das radioaktive Isotop Tl 201 (Halbwertszeit 3,05 d) findet in der Medizin Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Thermographie

Die T. ist eine Methode, um Wärmestrahlung sichtbar zu machen.

Im einfachsten Falle geschieht dies mit einem für Infrarotstrahlung empfindlichen Filmmaterial, das nach der Belichtung entwickelt wird. Um die Wärmestrahlung direkt sichtbar zu machen, gibt es spezielle Kameras, die von den Oberflächen verschiedener Objekte abgegebene Strahlungstemperaturen punktweise erfassen und als Bild wiedergeben. Hierbei entspricht die Helligkeit bzw. die Farbe eines Punktes einer bestimmten Strahlungstemperatur. Unter bestimmten Randbedingungen ist die Strahlungstemperatur proportional zur Oberflächentemperatur. Auf diese Weise lassen sich sehr gut Wärmebrücken, mangelhafte oder fehlende Wärmedämmung, Rohrbrüche etc. aufspüren.

Autor: KATALYSE Institut