Teppichreiniger

Diese speziellen
Reinigungsmittel für textile Bodenbeläge (Teppichboden) und Polster sind nur für die gelegentliche Grundreinigung gedacht, während die laufende Unterhaltsreinigung durch Saugen und Bürsten erfolgt und begrenzte Anschmutzungen möglichst frisch mit geeigneten Fleckentfernern beseitigt werden können.

Es sind drei Typen von T. zu unterscheiden:

1. T.-Pulver sind bei wasserempfindlichen Teppichen das Mittel der Wahl. Wirkstoffe sind Tenside auf saugfähigen Trägermaterialien (natürliche, wie z.B. Cellulosepulver, Sägemehl, Stärke oder synthetische, wie PUR-Hartschaummehl (Polyurethan)). Verstärkt wird die Schmutzentfernung noch durch Lösemittel (v.a. Alkohole, aber auch Aliphaten). Nach dem Einarbeiten dieser T. kommt es also zu einer Lösemittelbelastung der Raumluft, weshalb gut gelüftet werden sollte. Außerdem können erhebliche Pulverrückstände im Teppich verbleiben, insb., wenn kein guter Staubsauger zur Verfügung steht. Eine unmittelbare Abwasserbelastung entsteht naturgemäß bei diesem Verfahren nicht, da der Entsorgungspfad über den Hausmüll läuft.
2. Teppichschaumreiniger (Teppichshampoos) werden im Gegensatz zu den Pulvern auf wäßriger Basis hergestellt und angewandt. Nach dem Einarbeiten in den Teppich (per Hand oder mit speziellen Shamponiermaschinen) wird der vom Schaum gebundene und so angetrocknete Schmutz gleichfalls in einem nachfolgenden Arbeitsgang abgesaugt. Diese Art von T. werden als flüssige Konzentrate oder gebrauchsfertig in Spraydosen angeboten. Insb. gegenüber der Anwendung in Aerosol-Form werden Bedenken wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen (Kawasaki-Fieber) laut. Schon aus diesem Grund wäre ein prinzipieller Verzicht auf Einwegsprayprodukte angebracht, zumal die Selbstzubereitung von Reinigungsflotten aus Konzentraten immer wesentlich preiswerter ist, von allen ökologischen Vorteilen einmal abgesehen. Schaumreiniger bestehen im wesentlichen aus Tensiden, welche einen intensiven, stabilen Schaum ergeben müssen. Ebenso wie bei den Pulvern sind häufig noch Lösemittel (Alkohole, Aliphaten) zugegen. Weitere Wirkstoffe sind Komplexbildner (unter Umständen auch Phosphat) und Polymere, Polyacrylharze). Üblicherweise enthalten die Rezepturen noch Duftstoffe und Konservierungsmittel. Achtung: Manche T. enthalten desinfizierende Wirkstoffe (Desinfektionsmittel)!
3. Sprühextraktionsreiniger sind ähnlich zusammengesetzt wie die vorgenannten Shampoos. Wesentliche Unterschiede sind jedoch, daß hierbei Schaum völlig unerwünscht ist und daher schaumarme Tenside oder gar Entschäumer eingesetzt werden müssen sowie die Anwendungsweise. Das Einbringen der Reinigungsflotte in den Teppich und das Absaugen des Schmutzwassers erfolgen in einem Arbeitsgang mit Spezialgeräten, die zwar üblicherweise nicht in Haushalten vorhanden sind, aber heute überall in Fachgeschäften ausgeliehen werden können. Die Sprühextraktionsreinigung ist von der Wirkung und Rückstandsvermeidung her den anderen Verfahren überlegen und kann überall da empfohlen werden, wo feuchtigkeitsbeständige Teppiche einer Grundreinigung bedürfen.
Lose Teppiche dagegen können auch Fachbetrieben zur Reinigung übergeben werden. Dabei kommen einmal die wegen ihrer Lösemittel problematische chemische Reinigung, aber auch die Naßreinigung in Frage. Letztere ist unter Leistungs- und Umweltaspekten durchaus empfehlenswert.

Autor: KATALYSE Institut

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