Gelber Enzian

Gelber Enzian ist eine 50 bis 140 cm hohe Pflanze, die graugrüne, kräftige Staude hat einfache aufrechte Stängel. Die Blätter sind kreuzweise gegenständig und breit lanzettlich. Blütezeit Juni bis August.

 

  • Systematik: Familie: Gentianaceae (Enziangewächse), Art: Gentiana lutea
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt bis in 2500 Meter Höhe
  • Anbausystem: vier bis sechsjähriger Anbau
  • Aussaat: Samen oder Vorkultur; Saat oder Pflanzung Januar bis Mai; 7 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 70 kg/Hektar, Kalium: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Wurzelhalsfäule, Blattflecken, nichtparasitäre Vergilbungen
  • Ernte: maschinell im Frühjahr vor Austrieb oder im Herbst; maschinell; Wurzelstock: Pharmazie, Essenzen, Spirituosen
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an Bitterstoffen
  • Ertrag: 20 bis 40 Tonnen/Hektar Biomasse, 5 bis 10 Tonnen/Hektar Droge
  • Besonderheiten: Unkrautdruck im Jungpflanzenstadium
  • Wirkspektrum: gegen Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Leber- und Gallenerkrankungen, fiebrige Erkältungskrankheiten.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Gartenpflege, ökologische

Die Natur vermag sich auch im Garten weitgehend selbst zu helfen. Voraussetzung dafür ist ein sinnvolles Zusammenwirken von Boden, Pflanzen, Klima und Nutzung.

Eine vielfältige, ausgewogen zusammengesetzte Pflanzengemeinschaft und standortgerechte Auswahl bilden die besten Voraussetzungen, um einen Befall durch sog. "Schädlinge" gar nicht erst auftreten zu lassen.
Untersuchungen bei Haus- und Kleingärtnern haben gezeigt, daß in 80% der Gärten chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Weit über 100 Mio DM werden nach groben Schätzungen jährlich in Westdeutschland allein für Rasenchemikalien in privaten Gärten ausgegeben. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden in Haus- und Kleingärten pro Flächeneinheit mehr chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, als in der ertragsorientierten Landwirtschaft.
Auch in öffentlichen Grünanlagen werden, v.a. in kleineren Städten und Gemeinden, noch immer Pestizide eingesetzt. Ergebnis: Solche Flächen sind extrem naturfern und artenarm. Boden und Grundwasser werden belastet. Die Umweltkosten, die durch den Einsatz von Pestiziden verursacht werden, hat die Allgemeinheit zu bezahlen.

Autor: KATALYSE Institut

Fungizide

Chemikalien zur Bekämpfung parasitärer Pilze und unerwünschter Mikroorganismen in der Landwirtschaft sowie bei Textilien, Teppichen, Farben, Futtermitteln und in der Medizin.

Aufgrund der schweren biologischen Abbaubarkeit finden sich Rückstände in Lebensmitteln, im Innenraum sowie in Textilien und Baustoffen. Einige Fungizide (wie Hexaclorbenzol, PCP, Quecksilber- und Zinnorganika) sind in Deutschland nicht mehr zugelassen. Die meisten zugelassenen Fungizide besitzen für den Menschen nur eine geringe Toxizität.

ADI- und DTA-Werte (in mg/kg nach BgVV) von Fungizid-Wirkstoffen:

  • Wirkstoffe ADI-Werte DTA-Werte
  • Maneb 0,03 0,05
  • Propineb 0,007 0,005
  • Metiram 0,03 0,03
  • Thiram 0,01 0,01
  • Benomyl 0,02 0,065
  • Carbendazim 0,01 0,065
  • Thiabendazol 0,1 0,1
  • Cyproconazol --- 0,003
  • Triadimefon 0,03 0,03
  • Imazalil 0,03 0,03
  • Fenfuarm --- 0,01
  • Vinclozolin 0,07 0,03

Autor: KATALYSE Institut

Fruchtfolge

Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen.

Innerhalb eines Jahres, vom Frühjahr bis zum Winter, wachsen nacheinander verschiedene Kulturen und nutzen so das Nährstoffangebot des Bodens optimal. Man nennt diese F. innerhalb einer Vegetationsperiode Vor-, Zwischen- oder Nachkultur.
Am besten geschützt vor einseitiger Nährstoffauslaugung oder vor starkem, auf bestimmte Kulturen spezialisierten Schädlingsbefall, ist ein Fruchtwechsel nicht innerhalb eines Jahres, sondern eine mehrjährige F. Ein Wechsel von Blatt- und Halmfrüchten (Getreide), von Flach- und Tiefwurzlern, von Nährstoffzehrern und genügsamen Pflanzen oder sogar Nährstofflieferanten (stickstoffsammelnde Schmetterlingsblütler) drängt den Schädlingsbefall und einseitige Verunkrautung des Bodens stark zurück und steigert somit die Ertragsfähigkeit des Bodens für die Folgekultur und vermindert den Chemikalieneinsatz.
Im Zuge des Anbaus von Monokulturen wurden die früher üblichen F. z.B. im Getreideanbau vielfach aufgegeben. Die dadurch auftretenden Krankheiten, wie z.B. die Halmbruchkrankheit, wurden durch Fungizide bekämpft. Nach nur zehnjährigem Einsatz dieser Fungizide sind die Erreger der Halmbruchkrankheit heute überwiegend resistent (Resistenz).
Dies zeigt die Wichtigkeit einer ausgewogenen F., die auch in der modernen Landwirtschaft durch chemische Mittel nicht zu ersetzen ist. Ein Beispiel für eine F. ist die Gründüngung als Nachkultur nach Wintergerste, die schon im Juni/Juli geerntet wird.

siehe auch: Gründüngung, Mischkultur, Monokultur, Resistenz

Autor: KATALYSE Institut

Frostschäden im Wald

Laubhölzer passen sich der Winterkälte dadurch an, dass sie Laub als nährstoffverbrauchenden Ballast im Herbst abwerfen.

Wintergrüne Nadelhölzer bauen im Laufe des Herbstes eine gewisse Frosthärte auf, indem sie durch Zuckerbildung den Gefrierpunkt des Zellsaftes herabsetzen. Gefährlich sind daher hauptsächlich die Spätfröste, die noch unverholzte Triebe erfrieren lassen, und die Frühfröste, die noch vor dem Aufbau der Frosthärte einsetzen.
Winterkälte, Temperaturstürze, Früh- und Spätfröste sowie Eisregen werden teilweise für das Waldsterben verantwortlich gemacht. Kälte ist nur ein Faktor, der die Geschwindigkeit des Waldsterbens mitbestimmen kann.

siehe auch: Klima, Waldsterben

Autor: KATALYSE Institut

Freisetzungsrichtlinie

Im April 1990 verabschiedete der EG-Ministerrat die Richtlinien 90/220 und 90/219 über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Umwelt und die Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen.

Sie sollen europaweit den Umgang mit diesen Organismen regeln und sind in nationales Recht umzusetzen. Dieser Verpflichtung kamen bis zur Frist Oktober 1991 lediglich Dänemark, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland (Gentechnikgesetz) nach.

siehe auch: Gentechnologie

Autor: KATALYSE Institut

Forstwirtschaft

F. ist die planmäßige Bewirtschaftung von Wäldern zur Holzgewinnung.

In Europa und Nordamerika ist von wenigen Gebieten abgesehen die moderne F. eingeführt, in der das "Prinzip der Nachhaltigkeit" einen sehr hohen Wert besitzt, welches aussagt, dass nur die Menge
Holz eingeschlagen werden darf, die auch nachwachsen kann. Trotzdem verändert auch die moderne F. i.d.R. den Wald nachhaltig durch Anpflanzen von Monokulturen (Waldschädlinge, Übersäuerung des Bodens, Sturmschäden), Verwendung schwerer Nutzfahrzeuge und Schadstoffeintrag z.B. durch Verwendung synthetischer Kettenöle.
Da heute mehr und mehr Waldbesitzer erkennen, dass sie in ihrem Wald die Gegebenheiten der Natur nicht völlig außer acht lassen können, ohne schwerwiegende ökonomische Rückschläge befürchten zu müssen, werden z.B. in Deutschland wieder mehr Mischwälder begründet (Urwald, Naturnahe Wälder, Plenterwald).
Während die meisten Länder Europas und Nordamerikas den größten Teil des eingeschlagenen Holzes zu den unterschiedlichsten Dingen weiterverarbeiten (Holzindustrie, Holzwerkstoffindustrie), ergibt sich außerhalb dieser Regionen ein völlig anderes Bild. In Ländern der Dritten Welt findet der überwiegende Teil des Holzeinschlags als Brennholz für Industrie und Bevölkerung Verwendung (s. Tab. bei Holz). I.d.R. spielt in diesen Ländern die F. nur eine untergeordnete Rolle. Vorherrschend ist der Raubbau am Wald, der zur fortschreitenden Zerstörung führt (Regenwald).

siehe auch: Waldpflege

Autor: KATALYSE Institut

Flurbereinigung

Zielsetzung der F. ist die "Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft" sowie seit 1976 die "Förderung der allgemeinen Landeskultur".

"Allgemeine Landeskultur" bedeutet, dass bei der F. den Belangen des Umweltschutzes, der Erholung, des Naturschutzes und der Landschaftspflege in besonderem Maße Rechnung getragen werden muss (37, 2 FlurbG).

siehe auch: Land, Forstwirtschaft

 

Autor: KATALYSE Institut

Flachs

siehe: Faserlein

Autor: KATALYSE Institut

Faserlein

Faserlein ist eine apikal gering verzweigte, einstengelige Pflanze von 80 bis 120 cm Höhe mit kleinen schmal-lanzettlichen Blättern und meist blauen, gestielten Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Linaceae (Leingewächse), Art: Linum usitatissimum
  • Herkunft: Vorderasien
  • Klimaansprüche: gemäßigt-feucht; Wasserbedarf in der Hauptwachstumsphase 120 bis 150 mm; beste Qualitäten werden bei 700 bis 1000 mm Jahresniederschlag erzielt
  • Anbausystem: einjähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von sieben Jahren
  • Aussaat: Anfang März bis Anfang April; 300 bis 400 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne/Hektar Stroh: Stickstoff: 7 kg/Hektar, Phosphat: 5 kg/Hektar, Kalium: 38 kg/Hektar; Samen: Stickstoff: 15 kg/Hektar, Phosphat: 16 kg/Hektar, Kalium: 11 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusarium, Flachswelke, Mehltau; Schädlinge: Erdflöhe, Thripse; Somstige: Vögel
  • Ernte: im Herbst, wenn gelbe Verfärbung der Fruchtstand-Äste und Samenrascheln in den Kapseln auftritt; anschließende Feld- oder Standröste; maschinell
  • Ertrag: aus 7 Tonnen/Hektar Stroh wird eine Tonne Langfasern und 700 kg Kurzfasern gewonnen; Samen: 900 bis 1800 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Bastfasergehalt und -qualität, hochwertiges Öl
  • Besonderheiten: Hoher Unkrautdruck; Spätfrost-, Stickstoff- und Herbizidempfindlichkeit

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Eutrophierung

Eutrophierung bezeichnet die Gewässeranreicherung mit Pflanzennährstoffen (Überdüngung). Dieser Prozeß findet meist in langsam fließenden oder stehenden Gewässern statt und kann durch menschliche Eingriffe stark beschleunigt werden.

Durch den Menschen zusätzlich eingeführte Nährstoffe sind v.a. Stickstoffverbindungen (Nitrate und Ammonium-Stickstoff) und Phosphate. Sie stammen aus abgeschwemmten Düngemitteln und aus dem kommunalen Abwasser (Exkremente, Waschmittel) und gelangen gemeinsam mit natürlichen Nährstoffen (z.B. durch den Laubfall) in die Gewässer (Gewässerbelastung).
In Seen setzt durch das große Nährstoffangebot ein Massenwachstum von Algen ein (Phyto-Plankton). Die Algen trüben das Wasser, so dass nach einiger Zeit nur noch in der oberflächennahen Schicht genügend Licht für die Photosynthese vorhanden ist. Die Algen der tieferen Schichten sterben ab. Durch die anschließenden Zersetzungsprozesse werden große Mengen an Sauerstoff verbraucht (Sauerstoffzehrung).
In fortgeschrittenem Stadium führt dies zu Fäulnis und Bildung toxischer Stoffe wie z.B. Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Methan. Die Gesamtartenzahl sinkt sehr stark ab, es kann zu einem verstärktem Fischsterben kommen, der See „kippt um“ (Hypertrophie).
Um Eutrophierung zu verhindern oder bereits überdüngte Gewässer in einen niedrigeren Trophiezustand (Trophiesystem) zurückzuführen, muss die Nährstoffzufuhr verringert werden. Möglichkeiten Maßnahmen sind:

  • Verringerung des Phosphateintrags z.B. durch biologische Phosphatelimination oder Phosphatfällung (Fällung) in der dritten Reinigungsstufe (weitergehende Abwasserreinigung), Phosphatersatzstoffe in Waschmitteln, Ringkanalisation.
  • Verringerung des Stickstoffeintrags z.B. durch biologische Stickstoffelimination in der dritten Reinigungsstufe (Abwasserreinigung, Denitrifikation, Nitrifikation) und v.a. geringeren Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft (ökologischer Landbau).

    Während v.a. seit 1990 der Nährstoffeintrag aus dem Abwasser durch aufwendigere Klärtechnik erheblich reduziert werden konnte, befindet sich der Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft (diffuse Einträge) weiterhin auf hohem Niveau.
    Nach einer Verringerung der Nährstoffeinträge reagieren Seen nur sehr langsam auf die verbesserte Nährstoffsituation, da Nährstoffe im Boden gespeichert und später wieder freigesetzt werden können. Ursprünglich nährstoffarme Seen (oligotroph) lassen sich aufgrund des atmosphärischen Nährstoffeintrags meist nicht mehr in den Ausgangszustand zurückversetzen

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Europäisches Holz

E. wird zum größten Teil in Plantagen (Wirtschaftswald) "künstlich" angepflanzt und gezüchtet.

In der modernen Forstwirtschaft in Deutschland und den meisten europäischen Ländern herrscht das Gesetz der Nachhaltigkeit, d.h. es dürfen nur so viele Bäume eingeschlagen werden, wie an Baummasse nachwächst. Dadurch wird sichergestellt, daß die Waldfläche nicht verkleinert wird. Aufgrund unseres marktwirtschaftlichen Gesellschaftssystems werden hauptsächlich schnellwachsende Spezien wie Fichte, Tanne und Kiefer angepflanzt.
Andere hochwertige Hölzer wie z.B. Eiche werden wegen ihrer langen Wachstumszeit von 160 und mehr Jahren und der daraus resultierenden langen Kapitalbindung weniger häufig angepflanzt. Bei richtiger Holzartenauswahl können europäische Hölzer für alle bautechnischen Anwendungen mit langer Lebensdauer eingesetzt werden (s. Grafik).
Zur Verwendung kommt nicht nur das Massivholz, sondern es werden auch sog. Holzwerkstoffe (z.B. Spanplatten) hergestellt.

siehe auch: Waldsterben, Tropenholz, Wirtschaftswald

Autor: KATALYSE Institut

Eukalyptus

Der schnellwachsende Baum Eukalyptus hat ein großes natürliches Spektrum mit rund 500 Arten und erreicht eine Wuchshöhe bis 55 Meter.

  • Systematik: Familie: Myrtaceae, Arten: Eucalyptus globulus (in frostfreien Lagen bis 350 Meter NN); Eucalyptus nitens (frosttolerant, in Lagen über 300 Meter NN)
  • Herkunft: Australien
  • Klima: bevorzugt mediterranes Klima; große Anpassungsfähigkeit; Jahresdurchschnittstemperatur >12°C; Wasser ist oft der limitierende Ertragsfaktor, Niederschlagsminimum: 700 mm
  • Aussaat: Von Zuchtbäumen werden ein bis 2,5 kg Samen je Baum gewonnen, Aussaat in einem geschützten Saatbeet bzw. in sogenannten „Multipots", die Anzucht dauert 3 bis 6 Monate.
  • Anbausystem: Im Herbst oder im zeitigen Frühjahr ab einer Größe von 20 bis 30 cm, z.T. auf Dämmen von 20 cm Höhe mit 4 Meter Reihenabstand; Pflanzdichte 1.000 bis 1.500 Setzlinge je Hektar
  • Düngung: Bei der Auspflanzung werden 150 bis 300 Gramm NPK-Dünger je Setzling zugegeben; spätere Stickstoff- und Phosphordüngung wirkt nur ertragssteigernd, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht, Sättigungsrate bei 130 kg Stickstoff/Hektar/Jahr
  • Pflanzenschutz: In den ersten beiden Jahren ist mechanische Beikrautregulierung erforderlich; Befall mit dem Eukalyptus-Langhorn-Bohrer (Phoracantha semipunctata) kann zu erheblichen Zuwachseinbußen führen.
  • Ernte: Ernte erfolgt im 7. bis 15. Anbaujahr mit konventioneller Holzerntetechnik
  • Ertrag: Ertrag schwankt je nach Standort zwischen 20 und 200 Tonnen/Hektar oberirdischer Gesamtbiomasse.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

EU-Öko-Verordnung

Am 22.7.1991 trat die "Verordnung über den ökologischen Landbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel" in Kraft.

Kurz bezeichnet als EU-Öko-Verordnung (EWG-VO 2092/91) einschließlich der im August 1999 in Kraft getretenen Regelungen für den tierischen Bereich (EWG-VO Nr. 1804/99).

EU-Verordnungen sind gesetzesähnliche Rechtsnormen, d.h. die EU legt für die Qualität und Glaubwürdigkeit ökologisch erzeugter Lebensmittel in allen Staaten der Gemeinschaft einen Maßstab und Rahmen fest.

Die EU-VO umfasst die Erzeugung, Kennzeichnung und Kontrolle von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau. Seit Juni 1992 dürfen nur noch Waren mit der Bewerbung "ökologisch" auf den Markt gebracht werden, wenn sie den Kriterien der EG-VO genügen.

Die EU-VO kann in einem einfachem Verfahren abgeändert und ergänzt werden (Art. 14). Ein von Vertretern der EU-Staaten gebildeter Ausschuss entscheidet über die Annahme von Anträgen.
Darüber hinaus sieht die Verordnung vor, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb drei Jahre lang nach den Grundsätzen der EU-VO wirtschaften muss, bevor er seine Erzeugnisse als aus ökologischem Landbau" stammend kennzeichnen darf (Anhang I, 1). Scharf kritisiert wurde die Möglichkeit auch nur einen Teil des landwirtschaftlichen Betriebes auf Ökolandbau umzustellen.

Hier sind die deutschen Verbände mit ihren Richtlinien wesentlich strenger und erkennen nur Betriebe an, die komplett umgestellt haben.
Die Zutaten für verarbeitete und zusammengesetzte Öko-Produkte sind nicht immer in ökologischer Qualität ausreichend verfügbar.

Die EU-Öko-Verordnung sieht daher die Verwendung einiger Zutaten aus konventioneller Landwirtschaft vor, wenn diese für die Herstellung eines Erzeugnisses notwendig und in ökologischer Qualität nachweislich weder in der EU erzeugt noch importiert werden können. Es müssen jedoch mindestens 70 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Erst bei mindestens 95 Prozent Öko-Anteil kann das Lebensmittel als "reines" Öko-Produkt verkauft werden. Beträgt der Öko-Anteil an den Zutaten zwischen 70 und 95 Prozent, muss der jeweilige Prozentanteil deutlich sichtbar (neben der Verkehrsbezeichnung des Erzeugnisses) angegeben werden. Die Festschreibung dieser zweiteiligen Deklaration kann zur Verbrauchertäuschung führen. Untersuchungen haben ergeben, dass Verbraucher von Öko-Lebensmitteln v.a. zwei Eigenschaften, nämlich die Gesundheitsverträglichkeit des Produktes (geringerer Verarbeitungsgrad, weniger schädliche Rückstände), und Umweltverträglichkeit der Produktion (weniger Umweltbelastung durch den Anbau und die Verpackung der Lebensmittel) fordern.
Zur Verarbeitung und Herstellung von Öko-Lebensmittel enthält der EU-Öko-Verordnung nur Mindestanforderungen. Allerdings schützt sie die Begriffe ökologisch, biologisch, Bio, Öko, die nach der Verordnung gleichrangig als Synonym verwendet werden können. Und mindestens einmal im Jahr werden die Betriebe von einer zugelassenen Ökokontrollstelle geprüft. Nach erfolgter Prüfung darf der Betrieb mit dem Vermerk EWG-Kontrollsystem Ökologische Agrarwirtschaft seine Produkte kennzeichnen.

Seit 1989 wird die Einführung des ökologischen Landbaus im Rahmen der Agrarumweltprogramme der Bundesländern auf der Grundlage einer EU-Verordnung gefördert. Der Bund fördert darüber hinaus eine standortangepasste Landbewirtschaftung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK).

Die Kernpunkte der EU-Öko-Verordnung sind:

  • Generelles Verbot der Verwendung gentechnisch veränderter Organismen und auf deren Grundlage hergestellter Produkte
  • Flächengebundene Tierhaltung
  • Umstellungsvorschriften für Betriebe und Tiere aus nicht ökologischer Herkunft
  • Keine Anbindehaltung von Tieren
  • Fütterung mit ökologisch erzeugten Futtermitteln ohne Zusatz von
    Antibiotika oder Leistungsförderer
  • Erhaltung der Tiergesundheit v.a. durch Förderung der natürlichen Widerstandskraft
  • Regelmäßige Kontrollen und Herkunftsnachweise für ökologisch erzeugtes Fleisch
  • Die Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln ist verboten.

Autor: KATALYSE Institut

EU-Agrarpolitik

siehe Stichworte Agrarpolitik und GATT

Autor: KATALYSE Institut

Engelwurz

Engelwurz ist eine kräftige, zweijährige oder ausdauernde Pflanze von 120 bis 250 cm Höhe mit rundem, röhrigen, rötlichem Stängel, breiten gefiederten Blättern und gelbgrünen Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Araliaceae (Efeugewächse), Art: Angelica archangelica
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: ein- und zweijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Aussaat: Vorkultur, Saat oder Pflanzung März bis April; 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 40 kg/ Hektar, Kalium: 50 kg/ Hektar, Phosphat: 70 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rost, Blattschorf, Falscher Mehltau; Schädlinge: Drahtwürmer, Erdflöhe; Andere: Wühlmäuse
  • Ernte: maschinelle Ernte der Körner im August; Wurzeln im Herbst. Herstellung von Pharmazie, Essenzen und Likören aus Wurzeln und fettes Öl aus den Früchten.
  • Ertrag: Wurzeln: 10 bis 15 Tonnen/ Hektar, 2,5 bis 4,0 Tonnen/ Hektar Droge; Früchte: 1,0 bis 1,2 Tonnen/ Hektar; Röhrenstengel mit Blatt: 18 Tonnen/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Wurzeln: 0,3 bis 1 Prozent ätherisches Öl; Früchte: 0,8 bis 1,5 Prozent ätherisches Öl und 25 Prozent fettes Öl
  • Besonderheiten: Frost- und Stickstoffempfindlichkeit
  • Wirkspektrum: Magenerkrankungen, Appetitlosigkeit, Koliken, Verdauungsstörungen und bei Entzündungen

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Endrin

Handelsname u.a.: Mäuse-Kindrin, Fugacid Wühlmausmittel.

Analog Aldrin, Dieldrin stark toxisch wirkende Chlorkohlenwasserstoffverbindung (chlorierte Kohlenwasserstoffe), als Kontakt- und Fraßgift (Blattläuse, Raupen, Milben, Mäuse), sehr beständig (nur geringer Abbau). Seit Frühjahr 1982 völliges Anwendungsverbot wegen Vogelsterbens im Bodenseegebiet nach Einsatz von E.-haltigen Produkten.

Autor: KATALYSE Institut

Eibisch

Eibisch ist eine mehrjährige, gering verzweigte Pflanze vom 60 bis 120 cm Höhe mit samtig behaartem Stengel, gezähnten, eiförmigen Blättern und rötlichen Blüten mit Außenkelch.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Althea officinalis
  • Herkunft: Osteuropa bis Westasien
  • Klimaansprüche: feuchtwarm
  • Anbausystem: zweijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Düngung: Stickstoff: 100 kg/Hektar in drei Teilgaben, Kalium: 120 kg/Hektar, Phosphat: 70 kg/Hektar, Calcium: 400 kg/Hektar
  • Aussaat: Vorkultur: April bis Juni und/oder September bis Oktober; Direktsaat im August; 7 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Malvenrost; Schädlinge: Malvenblattfloh, -motte, Blattläuse, Hopfenspinnmilbe; Sonstige: Wühlmäuse
  • Ernte: Wurzeln: Oktober bis November und/oder Februar bis April; Blätter: Mai bis Juni maschinell
  • Ertrag: Wurzeln: 8 bis 12 Tonnen/Hektar, 2,0 bis 4,0 Tonnen/Hektar Droge;
    1,2 Tonnen/Hektar Blätter; 400 kg/Hektar Droge
  • Ertragsmerkmale: Wurzel (geschält): Schleim (10 bis 15 Prozent), Pektin (11 Prozent), Stärke (37 Prozent), Zucker, Gerbstoff
  • Wirkspektrum: Schutz der Schleimhäute; gegen Hustenreiz

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Durchforstung

Siehe Waldpflege.

Fast der gesamte Wald Deutschlands und der europäischen Länder ist Nutzwald, d.h., die dort wachsenden Bäume werden früher oder später gefällt, das Holz verkauft.

Autor: KATALYSE Institut

Düngung in der Forstwirtschaft

Düngung spielt in der Forstwirtschaft eine untergeordnete Rolle, da die Entnahme von Biomasse im Vergleich zur Landwirtschaft gering ist, vorausgesetzt, Rinde und Äste bleiben im Bestand, und nur die Stämme werden geerntet.

Unter diesen Umständen genügt die Nährstoffzufuhr durch Gesteinsverwitterung und der Eintrag aus der Luft, um den Entzug auszugleichen. D. ist deshalb nur auf äußerst armen Standorten, dort, wo früher die Streu genutzt und dem Boden viele Nährstoffe entzogen wurden, sowie zur Anregung des Humusabbaus nötig bzw. sinnvoll, oder um Kulturen einen besseren Start zu ermöglichen (Melioration). D. gegen das Waldsterben wird erprobt:

- um die vom Menschen verursachte beschleunigte Versauerung der Böden zu stoppen,
- um die Bodenlebewelt zu aktivieren, die Streuzersetzung zu beschleunigen und den Auflagehumus abzubauen,
- um die vermehrte Auswaschung von Kalzium und Magnesium zu stoppen,
- um Mineralstoffauswaschung aus Blättern und Nadeln auszugleichen.

Eine D. im Wald kann nur unter sorgfältiger Abwägung aller Umstände, besonders der chemischen Zusammensetzung des Bodenwassers sowie der Emissionen bei der Düngemittelproduktion ins Auge gefasst werden. D. kann die Widerstandskraft gegen Frost, Schneebruch und Schädlinge herabsetzen. Kalkung führt zu einem beschleunigten Abbau des Auflagehumus, so daß mehr Stickstoff freigesetzt werden kann, als die Bäume aufnehmen können.
Nicht nur Nährstoffauswaschung ist die Folge, auch das Grundwasser wird durch Nitrate gefährdet. Ist die Mykorrhiza oder das Feinwurzelsystem geschädigt, können die Bäume die zusätzlichen Nährstoffe und Spurenelemente meistens nicht aufnehmen.

siehe auch: Waldboden, Waldsterben, Nährstoffkreislauf, Humus

Autor: KATALYSE Institut

Düngemittel

D. sind Stoffe, die dem Boden zugeführt werden, um die Erträge der Kulturpflanzen zu steigern.

Man unterscheidet organische Dünger, welche hauptsächlich im landwirtschaftlichen Betrieb selbst erzeugt werden (sog. Wirtschaftsdünger), von Mineraldüngern (i.d.R. Handelsdünger). An einem natürlichen Pflanzenstandort herrscht ein Nährstoffkreislauf; die von der Pflanze dem Boden entzogenen Mineralien gelangen spätestens beim Absterben der Pflanze wieder in den Boden zurück. Wenn diesem System keine Stoffe dauerhaft entzogen werden, bleibt es stabil, und bedarf keiner Düngung.
Wird das System jedoch durch den Entzug von Erntegut durchbrochen, muss gedüngt werden. Hauptnährelemente für das Pflanzenwachstum sind: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel; Spurenelemente sind: Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Chlor, Natrium, Bor und Molybdän. Eine einseitige Düngung fördert das Pflanzenwachstum nur so lange, wie der Boden die nicht gedüngten Elemente zur Verfügung stellt.
Zudem übersteigt die Menge an aufgebrachten D. oft die Nährstoffaufnahme der Pflanzen, was zu einer Nährstoffanreicherung des Bodens führt. Handelsdünger (Mineraldünger) sind entweder Einzeldünger wie Nitrat (Blaukorn) oder Kornkali oder aber Volldünger (Mehrnährstoffdünger: NPK, Nitrophoska) mit oder ohne Zusätze von Spurenelementen. Die Anwendung von Handelsdüngern begann um 1830, in nennenswertem Ausmaß jedoch erst um 1880.
Die Anwendung synthetischer Stickstoffdünger setzte nach Ende des Ersten Weltkrieges ein, da weltweit große Kapazitäten zur Stickstoffsynthese für die Munitionsherstellung eingerichtet worden waren und die Landwirtschaft als neuer Absatzmarkt gefunden wurde. Gerade eine reichliche Anwendung von D., insbesondere von Stickstoffdüngern, führt durch Auswaschungen zu Belastungen des Bodens und des Grundwassers mit Nitrat und Phosphor, erhöhtem Nitratgehalt in den Nahrungspflanzen und zu erhöhter Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit der Kultur- und Nutzpflanzen. Zudem wird durch die Überdüngung die Existenz von Pflanzen und Tieren in angrenzenden nährstoffarmen Lebensräumen bedroht.
Nachteilig ist der sehr hohe Energieverbrauch bei der Stickstoffsynthese; so werden zur Herstellung einer Tonne Düngestickstoff nach dem Haber/Bosch-Verfahren etwa 1,2 t Rohöl verbraucht. Die nichtstickstoffhaltigen D. wie z.B. Kornkali sind relativ unproblematisch, allerdings ist hier die Gefahr von Verunreinigungen mit toxischen Schwermetallen gegeben.

Lit.: A.Finck: Pflanzenernährung in Stichworten, Kiel 1982

siehe auch: Ökosystem, Eutrophierung, Wasser

Autor: KATALYSE Institut

Dieldrin

Stark giftiges, farbloses bis gelbliches, naphthalinähnlich riechendes Pulver im Wasser unlöslicher, insektizid wirkender, chlorierter Naphthalinabkömmling (Polychlorierte Naphthaline), chemisch mit Endrin verwandt, Kontakt- und Fraßgift (als Saatbeizmittel gegen beißende Insekten im Rüben- und Kartoffelbau eingesetzt), im Boden sehr beständig (Persistenz), in vielen Ländern, z.B. Deutschland, USA wegen Rückstandsproblematik (chlorierte Kohlenwasserstoffe, Bioakkumulation, Nahrungskette) verboten.
Sehr schnelle Aufnahme durch Haut, Schleimhaut und über die Nahrung. Im Körper in unveränderter Form in Fettgewebe und Milch nachweisbar.

siehe auch: Aldrin

Autor: KATALYSE Institut

DDT

Abk. für Dichlordiphenyltrichlorethan, das wohl bekannteste Insektizid (Pflanzenschutzmittel).

DDT gehört zu den persistenten (Persistenz) chlorierten Kohlenwasserstoffen. 1874 erstmals synthetisiert. 1939 entdeckte Müller (Ciba Geigy) die insekttötenden Eigenschaften. DDT erweckte die höchsten Hoffnungen hinsichtlich der landwirtschaftlichen Produktion, des Vorratsschutzes und der Seuchenbekämpfung. Weltweiter, massiver Einsatz zur Malariabekämpfung (dafür Medizin-Nobelpreis). DDT ist das klassische Beispiel für den bedenkenlosen Einsatz neuer Technologien ohne Abschätzung der Folgen.
DDT wirkt als Kontakt- und Fraßgift. Durch die empfindlichen Tastorgane der Insekten dringt das Gift in das Zentralnervensystem. Die Substanz ist äußerst stabil und wird in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut (Abbau). Man findet sie daher heute in der gesamten Umwelt (Muttermilch). 95% aller Muttermilchproben dürften nach geltendem Recht nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden.
Wirkung von DDT auf Warmblüter (z.B. Menschen): Erscheint bald nach der Aufnahme durch die Nahrung im Blutkreislauf. Wird diesem aber schnell wieder entzogen und im Fettgewebe, Gehirn, Leber und anderen Organen gepeichert. Diese können dann ein Vielfaches der tödlichen Dosis enthalten. Die Speicherung im Fett ist eine Art der Entgiftung des Organismus. Die Wiederausscheidung des DDT erfolgt langsam im Lauf von Monaten. Gefahr entsteht bei schnellem Abbau des Fettpolsters (Krankheiten, Streß, Schwangerschaft etc.).
DDT ist mutagen (Mutagenität) und steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. In Verbindung mit anderen Stoffen zeigen sich verstärkende Wirkungen (Synergismus). Obwohl DDT in vielen Ländern verboten ist, beträgt die globale Produktion und damit die in die Umwelt eintretende Menge 60.000 t/a und wird primär in den tropischen Entwicklungsländern ausgebracht.
Die Anwendung trotz großer ökotoxikologischer Bedenken wird mit der Gefahr der Malaria-Krankheit für die ansässigen Menschen und der - im Vergleich zu anderen insektizid wirksamen Produkten - niedrigen Kosten für die DDT-Ausbringung begründet. So rät auch die FAO von einem totalen Anwendungsverbot ab. Die bisher im Boden angereicherte Menge wird auf 300.000 t geschätzt.
Ein weiteres Problem ist die zunehmende Resistenz der Schädlinge (von den malariaübertragenden Anophelesmücken sind bereits 24 Arten resistent), die zum Einsatz von immer neuen und mehr Insektiziden zwingt. In der BRD existiert seit 1972 ein Gesetz über den Verkehr mit DDT, das zuletzt 1986 geändert wurde und, von Ausnahmen (Forschungszwecke) abgesehen, die Produktion, den Vertrieb und den Umgang mit DDT verbietet.

siehe auch: Nahrungskette, Bioakkumulation

Autor: KATALYSE Institut

DDE

Abk. für Dichlordiphenyldichlorethylen. Entsteht zum einen als Beiprodukt bei der Herstellung von DDT (ca. 4%) und zum anderen beim Abbau von DDT in der Umwelt.

Gegen DDT resistente (Resistenz) Insekten sind wahrscheinlich in der Lage DDT zu DDE abzubauen. Bei Labortieren wurde Mutagenität und Karzinogenität von DDE nachgewiesen.

Autor: KATALYSE Institut