Pflanzenschutzsachkunde

Im Pflanzenschutzgesetz sind in 10 die persönlichen Anforderungen für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln geregelt.

Wer Pflanzenschutzmittel anwendet, muß die dafür erforderliche Zuverlässigkeit sowie die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Dadurch soll die Gewähr gegeben sein, daß durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln keine vermeidbaren schädlichen Auswirkungen, insb. auf den Naturhaushalt, auftreten.

Allerdings ist auch die Gefährdung der Anwender so hoch, daß bei längerfristigem unsachgemäßem Umgang (z.B. Arbeiten ohne Schutzkleidung) mit den Mitteln erhebliche gesundheitliche Schädigungen der betreffenden Personen auftreten; v.a. in Entwicklungsländer verkaufte Pestizide enthalten oft völlig unzureichende Gefährdungs- und Anwendungshinweise für die zu einem großen Teil analphabetischen Bauern (Pestizidexport).

Autor: KATALYSE Institut

Pflanzenschutzmittel

P. sind nach dem Pflanzenschutzgesetz Stoffe, die Pflanzen vor Schadorganismen schützen, Nährstoffmangel verhindern oder beheben oder die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber Schädigungen (Viren, Bakterien, Unkräuter) erhöhen.

Die Bezeichnung Schädlingsbekämpfungsmittel wäre treffende. P. werden auch häufig als Pestizide bezeichnet. Sie dienen zum Schutz von Kulturpflanzen. Man unterscheidet: Insektizide (gegen Insekten), Fungizide (gegen Pilze) und Herbizide (gegen Wildkräuter) u.v.m. Diese Einteilung täuscht eine gezielte Giftwirkung auf die genannten Organismen vor, die aber selten gegeben ist, da Pflanzenschutzmittel in grundlegende Stoffwechselvorgänge eingreifen. Für den Umweltschutz von besonderer Bedeutung: Bei der Anwendung erreicht nur ein Teil der P. sein Ziel, der andere dringt in den Boden ein und gelangt durch Auswaschung ins Grundwasser.
Die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und Insektenbefall ist v.a. auf den meist üblichen Anbau von Nutzpflanzen in Monokulturen zurückzuführen. Die Ursachen von Schädigungen werden durch folgende Wirkstoffklassen von Pflanzenschutzmittel behandelt, die auf die Vernichtung der Schädlingsklasse zielen, wie z.B.:

  • Herbizide gegen Unkräuter
  • Insektizide gegen Insekten
  • Algizide gegen Algen, Moose und Flechten
  • Aphizide gegen Blattläuse
  • Akrazide gegen Milben
  • Fungizide gegen Pilze
  • Bakterizide gegen Bakterien
  • Viruzide gegen Viren
  • Molluskizide gegen Schnecken
  • Rodentizide gegen Nagetiere

Das bekannteste Beispiel für die negativen Auswirkungen von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf Umwelt und Mensch ist der Einsatz von DDT in den vierziger bis siebziger Jahren. Obwohl inzwischen lange verboten, ist das äußerst persistente DDT noch überall auf der Welt nachweisbar. Zu den P. gehören auch Wachstumsregulatoren und Pflanzenstärkungsmittel. Einen Spezialfall im Pflanzenschutz bilden Wachstumsregulatoren, mit ihnen beeinflusst man ganz spezifisch das Wachstum von Pflanzen, z.B. kann das Umkippen von Getreidehalmen kurz vor der Ernte verhindert werden.

P. dürfen in der EU nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie amtlich zugelassen worden sind. In Deutschland ist dafür die Biologische Bundesanstalt (BBA) in Braunschweig zuständig.
Der Hersteller, Vertreiber oder Einführer eines Pflanzenschutzmittels muss bei der BBA vor Inverkehrbringen oder Einfuhr einen Antrag auf Zulassung stellen. Dabei müssen alle für die Prüfung erforderlichen Unterlagen vorliegen, das Mittel muss hinreichend wirksam sein und bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung darf das Mittel keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und auf das Grundwasser haben und keine sonstigen Auswirkungen, insbesondere auf den Naturhaushalt, haben, die nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht vertretbar sind.

In der P.-Verordnung von 1998 sind die Vorschriften über den Antrag auf Zulassung, Art und Umfang der notwendigen Unterlagen, über den Sachverständigenausschuss, die Meldung der Wirkstoffe durch die Hersteller sowie die Beschaffenheit von Pflanzenschutzmittelgeräten geregelt.

Im P.-Verzeichnis der BBA sind die zugelassenen P. mit ihren Wirkstoffnamen, Wirkstoffgehalt, Handelsnamen, Hersteller, Gefahrensymbol, Wartezeit, Bienengefährlichkeit usw. aufgeführt.

Ende 1997 waren in Deutschland 1031 P. mit 257 Wirkstoffen zugelassen. Mit P. wurde in Deutschland im Jahr 2000 ein Nettoumsatz von ca. 1 Mrd. Euro erzielt. Die Exporterlöse mit P. stiegen im Jahr 2000 um 6,6 Prozent auf ca. 2,2 Mrd.Mark. Dies ergibt einen Gesamtumsatz von 3,2 Mrd. Mark. Der Weltmarkt für P. umfasst einen Umsatz von rund 27,5 Milliarden Dollar. In Deutschland ansässige P.-Hersteller exportierten im Jahr 2000 102.429 Tonnen P.
Weltweit entfallen fast 50 Prozent des Pflanzenschutzmarkts und damit 24 Milliarden Mark auf die Kulturen Getreide, Mais, Reis, Soja und Baumwolle. Teilweise starke regionale Bedeutung haben Kulturen, wie Gemüse, Obst, Nüsse und Wein. Im Sojaanbau werden mit einem Anteil von knapp 90 Prozent fast ausschließlich Herbizide eingesetzt, während in der Baumwolle die Insektizide mit rund 65 Prozent den größten Anteil haben. Im Getreidebau machen Herbizide und Fungizide insgesamt 90 Prozent aus.
Im Jahr 2000 wurden in Deutschland insgesamt 28.480 Tonnen Wirkstoffe verkauft und sind damit auch in etwa dieser Größenordnung in die Umwelt ausgebracht worden. Die Wirkstoffe verteilen sich auf folgende Wirkstoffklassen:

  • 15.404 Tonnen Herbizide
  • 9.266 Tonnen Fungizide
  • 962 Tonnen Insektizide
  • 2.848 Tonnen sonstige P.

Für den Garten, einschließlich Düngemittel mit Herbiziden wurden im Jahr 2000 P. im Wert von 145 Millionen Mark verkauft. Im häuslichen Bereich, einschließlich Balkon und Terrasse, betrug der Umsatz 161 Millionen Mark. Davon entfielen 94 Millionen Mark auf Schädlingsbekämpfungsmittel.
Die deutschen Umweltverbände befürchten die Wiederzulassung gefährlicher P. durch eine von der EU geplante Positivliste. Hierdurch könnten in Deutschland verbotene Stoffe wie z.B. Fenthion und Azinphosmethyl wieder regulär in den Handel kommen. Auf Drängen der Industrie sollen auch die extrem toxischen Organophosphate aufgenommen werden, die eine große Bedrohung für Nützlinge und Vögel darstellen. Das UBA kritisiert, dass die ökologischen Risiken der P. relativiert und bedenkliche Substanzen als tolerierbar angesehen werden.

Autor: KATALYSE Institut

Pflanzenschutzgesetz

(PflSchG) Zweck des P. ist, Pflanzen, insb. Kulturpflanzen und Pflanzenerzeugnisse vor Schadorganismen und nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen, Schäden durch den Bisam und Gefahren abzuwenden, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder durch andere Maßnahmen des Pflanzenschutzes, insb. für die Gesundheit von Mensch und Tier und für den Naturhaushalt, entstehen können.

In 2 wird der integrierte Pflanzenschutz definiert. Der zweite Abschnitt des P. regelt den Pflanzenschutz, der dritte Abschnitt die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Dabei dürfen nach 6 Pflanzenschutzmittel nur nach guter fachlicher Praxis angewendet werden (Pflanzenschutzsachkunde).

Zur guten fachlichen Praxis gehört, daß die Grundzüge des integrierten Pflanzenschutzes (2) berücksichtigt werden. Pflanzenschutzmittel dürfen nicht angewendet werden, soweit der Anwender damit rechnen muß, daß ihre Anwendung schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder auf das Grundwasser oder sonstige erhebliche schädliche Auswirkungen, v.a. auf den Naturhaushalt, hat.

Pflanzenschutzmittel dürfen auf Freiflächen nur angewandt werden, soweit diese landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Sie dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern verwendet werden. Weitergehende Länderregelungen bleiben durch das P. unberührt. In 10 P. wird der Nachweis der Pflanzenschutzsachkunde für den Anwender als auch für die Abgabe an den Einzelhandel festgeschrieben, die auf Verlangen den Behörden nachzuweisen ist.

Autor: KATALYSE Institut

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine mehrjährige Pflanze mit aufrechtem, ästigem 50 bis 80 cm hohem Stengel, behaarten gestielten lanzettlichen Blättern und blasslila gefärbten Scheinährenblüten.

  • Systematik: Familie: Laminaceae (Lippenblütler); Art: Mentha piperita
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: ein- bis dreijähriger Anbau
  • Aussaat: Stolonen oder Kopfstecklinge; Stolonen: 80 bis 100 m2 bis Mitte Oktober oder im Frühjahr; Stecklinge: 50 bis 60 m2 ab März
  • Düngung: Nährstoffenzug bei 40 Tonnen Frischemasse/ Hektar: Stickstoff: 177 kg/ Hektar, Phosphat: 54 kg/ Hektar, Kalium: 270 kg/ Hektar, Kalzium: 85 kg/ Hektar, Magnesium: 29 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Pfefferminzrost, Verticillium-Welke, Rhizom- und Stengelfäule, Echter Mehltau, Blattflecken; Schädlinge: Minzenblattkäfer, Erdfloh, Schwarzpunktzikaden; Sonstige: Nematoden
  • Ernte: Juli bis September, spätestens zur Knospe; zwei bis drei maschinelle Schnitte/Jahr
  • Ertrag: Kraut: 30 bis 50 Tonnen/ Hektar, Krautdroge: 17 bis 30 Tonnen/ Hektar;
    Blattdroge: 2,5 bis  5,0 Tonnen/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffe sowie Blattanteil.
  • Wirkspektrum:
    Innerliche Anwendungen
    : Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Gallenbeschwerden, Reizdarmsyndrom
    Äußerliche Anwendungen:
    Spannungskopfschmerz, Mundschleimhautentzündung, Erkältungskrankheiten, Schnupfen und Muskel- und Nervenschmerzen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Pestizidnummern

Nach Überlegungen internationaler Umwelt- und Verbraucherbände sollen alle Pestizide mit sog. P. versehen werden.

Hierduch könnte die Pestizidbehandlung von der Saat bis zur Lagerung kodifiziert werden. Alle im Handel erhältlichen Lebensmittel würden demnach ein Etikett mit Angaben über die verwendeten Pestizide tragen. Damit soll mehr Transparenz für Anwender der Agrochemikalien und Verbraucher geschaffen werden. Informationen über Gesundheits- und Umweltverträglichkeit bestimmter Mittel würden durch Angabe der P. unmißverständlich zu verbreiten sein. Die Initiatoren hoffen, das System weltweit etablieren zu können, um der verwirrenden Namensvielfalt für Pestizidwirkstoffe eine Ende zu setzen und Verbrauchern und Anwendern mehr Sicherheit zu ermöglichen.

Autor: KATALYSE Institut

Pestizidexport

Der P. hat eine lange Tradition in Deutschland. 1919 lieferte die Fa. Bayer ihr erstes Pestizid nach Brasilien.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg überschritt der Wert der P. den Wert des Inlandmarktes. Deutschland ist in den letzten Jahren weltweit der bedeutendste Exporteur von Pestiziden geworden. Ungefähr 80% der in Deutschland produzierten Pestizide werden ins Ausland exportiert.
Nach Angaben der WHO sind in der Dritten Welt 550 Mio Menschen dem Vergiftungsrisiko durch Pestizide ausgesetzt, und es kommt jährlich zu mehr als 1,5 Mio Vergiftungen und 28.000 Todesfällen.
Da die Dritte Welt sich die neueren Pestizide nicht leisten kann, werden v.a. die wegen ihrer hohen Giftigkeit bedenklichen "alten" Pestizide eingesetzt (Chlorkohlenwasserstoffe, Organophosphate und Carbamate). Die hohen Vergiftungszahlen in der Dritten Welt sind v.a. auf den Einsatz der Organophosphat- und Carbamat-Insektizide zurückzuführen.
Weiter Gründe sind: mangelnde Schutzkleidung, fehlende Sprachkenntnisse und schlechtes Informationsmaterial, Umwandlung von Pestizidbehältern zu Gegenständen des täglichen Bedarfs (Trinkgefäße etc.), unzureichende Lagerräume für Pestizide etc.
Nach Forderung internationaler Umweltverbände (PAN etc.) müßte der Export von Pestiziden, die im Mutterland verboten sind, untersagt werden oder zumindest das Importland über die Verbote oder Zulassungsbeschränkungen informiert werden.
Pestizide werden in der Dritten Welt zu 90% in der Landwirtschaft eingesetzt und zu 10% zur Bekämpfung von Krankheiten (Malaria - Anophelesmücke, Schlafkrankheit - Tsetsefliege).
In der Landwirtschaft werden Pestizide zum überwiegenden Teil in den zum Export bestimmten Kulturen, den sog. "cash crops" (Bananen, Kaffee, Baumwolle etc.) eingesetzt und landen damit wieder auf dem Tisch der Industrieländer. Diese Tatsache widerspricht auch dem Argument, daß Pestizide das Nahrungsproblem in der Dritten Welt lösen könnten. Zudem stellt sogar die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, die FAO, Hunger nicht mehr als ein Produktions-, sondern als ein Verteilungsproblem dar.
Pestizidanwendung hat in der Dritten Welt grundsätzlich die gleichen Auswirkungen auf den Naturhaushalt wie in den Industrieländern (Pestizide). Erschwerend kommt allerdings hinzu, daß die tropischen Ökosysteme als wesentlich störanfälliger und weniger regenerationsfähig als die der gemäßigten Breiten gelten.
Pestizide sind ein Beispiel ungerechten Handels mit der Dritten Welt. Während teure Industrieprodukte wie Pestizide von den Entwicklungsländern gegen wertvolle Devisen erstanden werden, bezahlen die Industrieländer für die mit Pestiziden produzierten Agrarprodukte immer weniger.
Die Fortschritte des chemischen Pflanzenschutzes, von denen bestenfalls die Anwender in den Industrieländern profitieren, gehen somit v.a. zu Lasten der Dritten Welt.

Autor: KATALYSE Institut

Pestizide

Pestizide sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind.

Der Begriff Pestizide steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel. In Deutschland werden jährlich über 30.000 Tonnen Pestizide gegen zerstörerische und lästige Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen in der Landwirtschaft, Umwelt oder direkt am Körper von Lebewesen eingesetzt. In Deutschland sind derzeit rund 250 Wirkstoffe und 1.900 Präparate zugelassen, auf europäischer Ebene sind es rund 800 Wirkstoffe in 20.000 Präparaten.

In Deutschland werden rund 100.000 Tonnen Pestizide meist durch einige wenige Chemiekonzerne produziert. Dabei verteilt sich die Pestizid-Menge auf folgende Einsatzgebiete:

  • 51 Prozent auf Herbizide (Entlaubungsmittel, Unkrautvernichtung usw.)
  • 34 Prozent auf Fungizide (Schimmelpilzbekämpfung)
  • 4 Prozent auf Insektizide (gegen Schadinsekten)
  • sowie kleinere Mengen Nematizide (gegen Würmer), Rodentizide (gegen Nagetiere), Akrazide (gegen Milben, Molluskizide (gegen Schnecken), Algizide (gegen Algen) usw.

Viele Pestizide enthalten produktionsbedingt umwelt- und gesundheitschädliche Verunreinigungen (wie z.B. Dioxine.

Es wird geschätzt, dass weltweit jährlich bis zu zwei Millionen Pestizid-Vergiftungen durch unsachgemäße Anwendung, Lagerung und Ausbringung in die Umwelt auftreten und dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Besonders betroffen davon sind die sogenannten Entwicklungsländer, in denen häufig die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen im Umgang mit Pestiziden nicht eingehalten werden. Auf eine Pestizid-Vergiftung in den Industriestaaten kommen nach Schätzungen rund 13 Pestizid-Vergiftungen in Entwicklungsländern.

Hinzu kommt, das die Pestizid-Hersteller meist noch Wirkstoffe und Präparate verkaufen, die in Deutschland und Europa teilweise seit Jahrzehnten aufgrund starker gesundheitlicher und umweltgefährdeter Wirkungen vom Markt genommen und verboten wurden. Hierdurch ist es möglich, dass so manches importierte Lebensmittel aus Übersee Rückstände von Pestiziden aufweist, die in Deutschland schon lange nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Lebensmittelkotrollbehördenführen auch nur noch selten Untersuchungen auf Rückstände dieser „alten“ Pestizide in und auf Lebensmitteln durch.

Autor: KATALYSE Institut

Salbei

Echter Salbei gehört zur Gruppe der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist ein ausdauernder, bis 60 cm hoher, unten verholzender und immergrüner Halbstrauch. Salbei ist ein Strauch des Mittelmeergebietes und heute in klimatisch günstigen Gegenden Süd- und Mitteleuropas verwildert.

Botanik
Echter Salbei (Salvia officinalis) - der Gattungsname kommt vom lateinischen salvere: retten oder heilen, und bezieht sich auf den Glauben an die Heilkräfte der Pflanze. Bei uns wird Salvia officinalis als Heil- und Küchenpflanze im Kräutergarten oder Topf gezogen.

Charakteristika sind:

  • vierkantige, filzig behaarte Stängel, die einem büschelförmigen, tiefreichenden Wurzelstock entspringen,
  • gestielte, gegenständige, länglich-elliptische Blätter,
  • feinnetzige Blattstruktur, fein behaart, von graugrüner Farbe,
  • blauviolette, manchmal auch weiße Blüten, die quirlig in einem ährenartigen Blütenstand stehen,
  • Blütezeit von Juni bis August.

Standort
Der Standort sollte sonnig sein und einen trockenen, durchlässigen, leicht kalkigen Boden haben. Echter Salbei verträgt sich im Mischkulturgarten gut mit Wermut, Kohl und Brennnessel; ungünstig sind dagegen Kombinationen mit Muskatellersalbei, Salat und Standorte unter Obstbäumen. Salbei wehrt durch seinen herben Duft vor allem Kohlweißlinge (verstärkte Wirkung mit Thymian) und Schnecken ab.

Verwendung
Salbei ist in vielen Ländern ein beliebtes Gewürz zu Geflügel, Fleisch, Fisch, Käse, Suppen und als Zusatz in Gewürzmischungen. Er schmeckt würzig bitter, leicht brennend und erinnert an Campher. Da Salbei sein Aroma schnell verliert sollte die Aufbewahrung beispielsweise in dunklen, gut verschlossenen Gläsern oder Dosen erfolgen.
Salbei wird in der Medizin als Tee, Extrakt, Tinktur oder ätherisches Öl eingesetzt. Äußerlich angewendet hat Salvia officinalis eine desinfizierende, entzündungshemmende und adstringierende Wirkung; innerlich eine speichel- und schweißhemmende Wirkung. Da Thujon, ein Bestandteil des ätherischen Öls, auch toxische Eigenschaften aufweist, dürfen Salbeipräparate und Salbeitees nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Schwangere sollten besser auf die innere Anwendung mit Salbei verzichten.

Quellen:
ALLGEIER, K.: Die besseren Pillen. München 2004.
BOKSCH, M.: Das praktische Buch der Heilpflanzen. München 1996.
DACHER, M.; PELZMANN, H.: Arznei- und Gewürzpflanzen. Wien 1999.
PHILLIPS, R.; FOY, N.: Kräuter. München 1991.
RAUSCH, A.; LOTZ, B.: Kräuterlexikon. Egolsheim k.A.
WEINRICH, C.: Mischkultur im Hobbygarten. Stuttgart 2003.

Autor: KATALYSE Institut

Parathion

P. (E605) ist ein stark giftiges Insektizid, Phosphorsäureester (Pflanzenschutzmittel); Kontakt-, Fraß- und Atemgift, farblose bis gelbliche Flüssigkeit von lauchartigem Geruch; als Spritzmittel besonders gegen saugende Insekten und Spinnmilben eingesetzt (für alle Tierarten schädlich, reduziert Nützlinge, bienengefährlich), im Wein- und Obstbau als Kombination von P.-Ethyl und Demeton-S-methylsulfoxid verwendet.

Nach der Verordnung über Anwendungsverbote und -beschränkungen für Pflanzenschutzmittel besteht ein beschränktes Anwendungsverbot. P. ist im Getreidebau mit einer Aufwandmenge von mehr als 250 ml oder g Wirkstoff je ha und Vegetationsperiode verboten. Relativ schneller Abbau in Gewässern und Böden im Vergleich zum Abbauprodukt Paraoxon, das die eigentliche Wirksubstanz darstellt. P. setzt sich in der Luft, im Boden und in Gewässern ab, insb. ist der Mensch durch Rückstände von P. im Trinkwasser und in Nahrungsmitteln gefährdet. P. besitzt eine hohe Lipidlöslichkeit. Die Aufnahme erfolgt über die Haut, Schleimhaut und den Magen-Darm-Trakt. Bei unsachgemäßem Gebrauch (z.B. gegen Körperparasiten) ist eine erhebliche Gesundheitsschädigung möglich. Die tödliche Dosis für den Menschen beträgt 5 mg/kg Körpergewicht. Die letale Dosis (LD50) beträgt 100 bis 200 mg.
P. greift in die Reizleitung des Nervensystems ein. Es kommt zu Vergiftungserscheinungen, Angstzuständen, Schwindel, Krämpfen, Schwitzen, Speichelfluß, Bronchialsekretion, asthmaähnlicher Atemerschwerung, Lungenödem, Zuckungen und Tod durch Atemlähmug; P. ist karzinogen und mutagen und im Tierversuch fruchtschädigend.
P. wird vom internationalen Pestizid-
Netzwerk (PAN) als das gefährlichste Pestizid der Welt bezeichnet. Mehr als 650 Landarbeiter wurden seit 1966 in den USA vergiftet, wobei 100 Arbeiter zu Tode kamen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), PAN und zahlreiche Umweltorganisationen setzen sich schon seit Jahren für ein Verbot von P. ein. Bereits 18 Länder haben den Einsatz von P. verboten.
MAK-Wert: 0,1 mg/m3 (gemessen am Gesamtstaub).

Autor: KATALYSE Institut

Parakautschukbaum

Der Parakautschukbaum ist ein schnellwachsender, in Kultur bis 15 Meter hoher,in Wildnis bis 40 Meter hoher, laubabwerfender Baum, der im Rindenteil von Stamm und Zweigen Latex als Ausgangsprodukt für Naturkautschuk enthält.

  • Systematik: Familie: Euphorbiaceae, (Wolfsmilchgewächse), Art: Hevea brasiliensis (H.B.K.) Muell. Arg.
  • Herkunft: Brasilien  im Amazonasgebiet
  • Klima: tropisches Tiefland; Jahresdurchschnittstemperatur: 25 bis 30 °C; Sehr gute Anbaugebiete haben 2.500 bis 4.000 mm/Jahr Niederschlag
  • Anbausystem: Dauerkultur, Nutzung etwa 30 Jahre in Plantagen z.T. Terassenbau, Zwischenkulturen (z.B. Kaffee, Kakao, Banane, Ananas)
  • Aussaat: meist Jungpflanzenaufzucht in Baumschulen (9 bis 30 Monate) über Samen oder vegetativ; Pflanzabstand: (5x5 Meter) oder in Reihen (8 bis 10 Meterm x 2 bis 3 Meter)
  • Düngung: Stickstoff: 50 kg/Hektar; Phosphat: 20 kg/Hektar; Kalium: 60 kg/Hektar; Magnesium: 20 kg/Hektar; geringer Bedarf, da Nährstoffentzug durch Latex niedrig, kann sich aber durch Einsatz von Latexstimulatoren erheblich steigern.
  • Pflanzenschutz: Unkrautkontrolle bei jungen Bäumen wichtigste Maßnahme (Jäten, Beweidung mit Schafen, Herbizide); Züchtung von windbeständigen Sorten; wichtigste Erreger sind Pilze.
  • Ernte: 3,5 bis 6 Jahre nach dem Auspflanzen; Zapfhäufigkeit: täglich bis dreitägig mit Ruhepausen; Erntetechnik: Anschneiden der Rinde, Auffangen des entlang der Schnittstelle fließenden Latex, nach etwa fünf Stunden sammeln. Zapfer können bis zu 700 Bäume/Tag bedienen.
  • Ertrag: 1,5 bis 2,0 Tonnen Latex/Hektar, 0,5 Tonnen Samen/Hektar mit etwa 40 bis 50 Prozent Ölgehalt.
  • Besonderheiten: Latex-Zusammensetzung: 60 bis 75 Prozent Wasser, 25 bis 40 Prozent Kautschuk, 1,5 bis 2 Prozent Harze, 1,5 bis 2 Prozent Eiweiß, 0,5 bis 1 Prozent Mineralstoffe.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Pappel

Die Pappel - auch Espe genannt - ist ein Pionierbaum mit geringen Ansprüchen an Boden und Klima. Sie bruacht viel Lichtund steht häufig auf freien Flächen. Die Pappel wird meist um 20 Meter hoch und hat ihr Wachstum bereits mit 60 Jahren beendet. Die vegetative Vermehrung findet über Stecklinge oder Gewebekultur statt.

  • Systematik: Familie: Salicaceae, Arten: Populus trichocarpa (= Balsampappel); Populus tremula (= Espe/Aspe/Zitterpappel). Ist die in Mitteleuropa am meisten verbreitete Pappelart. Weitere Arten: die seltene Schwarzpappel (Populus nigra) und die Silber-Pappel (Populus alba).
  • Herkunft: Nordamerika, Europa, Asien
  • Klima: Vegetationszeit >130 Tage, Temperatur in der Vegetationszeit> 13°C
  • Anbausystem: beste Wuchsleistung auffrischen, lockeren Lehm- und Sandböden; Beikrautregulierung im Pflanzjahr mechanisch oder chemisch erforderlich, ggf. Mäusebekämpfung; Umtriebszeit 4 bis 10 Jahre; Manuelle oder maschinelle Pflanzung, 3.500 bis 7.000 Pflanzen/Hektar.
  • Düngung: in der Regel nicht erforderlich
  • Pflanzenschutz: Rostpilzbefall bei feuchtem Frühsommer möglich, dadurch Ertragseinbußen wegen vorzeitigem Blattfall; Schneebruch- und Frostgefahr bei Balsampappeln.
  • Ernte: Ernte mit Mähhäcksler bei maximal 7 bis 8 cm Stockdurchmesser
  • Ertrag: 10 bis 15 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag
  • Besonderheiten: In Siedlungsnähe nur männliche Pappeln anbauen, da der Samenflug weiblicher Pappeln Allergien auslösen und Filter verstopfen kann; nicht auf drainierten Standorten pflanzen, da das Wurzelsystem der Pappel Drainagerohre verstopft.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Ölpalme

Die Ölpalme ist ein Schopfbaum, der eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen kann. Er besitzt Fruchtstände mit bis 4.000 Steinfrüchten und hat eine Lebensdauer von 80 bis 200 Jahren.

  • Systematik: Familie: Palmae (Palmen), Art: Elaeis guineensis Jacq.
  • Herkunft: tropischer Regenwaldgürtel Westafrika; teils auch im tropischen Mittel- und Südostamerika vermutet.
  • Klima: feuchte Tropen; Temperatur 24 bis 28°C; jährliche Niederschläge 1.500 bis 1.800 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur ggf. Terrassierung; Bodenbedeckungspflanzen v.a. Leguminosen; anfangs Zwischenkulturen (Mais, Hirse)
  • Aussaat: Vorkeimung der Samen, nach dem ersten Jahr Auspflanzung, günstig zu Beginn der Regenzeit; in der Plantage ca. 150 Palmen/Hektar
  • Düngung: für 150 Palmen/Hektar bei 8 bis 15 Jahren: 190 kg Stickstoff, 25 kg Phosphor, 250 kg Kalium, 60 kg Magnesium: 100 kg Calcium.
  • Pflanzenschutz: wichtige Krankheitserreger sind Pilze; Insektenschädlinge z.B. Nashornkäfer, Palmbohrer; örtlich auch Ratten.
    Ernte: nach 4 bis 5 Jahren; ohne Trockenperiode ganzjährig, ansonsten ein- bis mehrmalig; Ernte durch Abschlagen der Früchte
  • Ertrag: Neupflanzungen (Malysia) bis 30 Tonnen/Hektar Fruchtstände, daraus 7 Tonnen Palmöl und 0,8 Tonnen Palmkernöl.
  • Besonderheiten: Fruchtfleisch enthält 45 bis 50 Prozent Palmöl mit hohem Ölsäure- und Palmitinsäuregehalt; Kerne enthalten 48 bis 52 Prozent Palmkernöl mit hohem Laurinsäure- und Myristinsäureanteil.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Öllein

Der Öllein ist ein einjähriges Kraut mit einer Wuchshöhe von 20 bis 80 cm. Die Pflanze ist stark verzweigt, besitzt einen rispigen Blütenstand, der über mehrere Wochen täglich neue Blüten öffnet. Die Frucht ist eine Kapsel mit bis zu zehn ölhaltigen Samen.

  • Systematik: Familie: Linaceae (Leingewächse), Art: Linum usitatissimum L.
  • Herkunft: Südwestasien (Öllein; Faserlein: mediteraner Raum, Nordafrika)
  • Klima: kontinental; Temperaturminimum für Keimung etwa 3°C, spät frosttoleranz (-3 bis -5°C); Niederschläge 120 mm Mai bis Juni; Langtagspflanze
  • Anbausystem: selbstunverträglich, Anbauabstände von 5 bis 6 Jahren notwendig (Leinmüdigkeit)
  • Aussaat: März, spätestens Anfang April; bei ökologischem Anbau erst Mitte April wegen Vorsaat-Unkrautbekämpfung; Bestandesdichte 200 bis 450 (z.T. bis 800) Pflanzen pro m2
  • Düngung: spezielle Düngung nicht unbedingt notwendig; Stickstoff: 40 bis 60 kg/Hektar; Phosphor: 90 kg/Hektar; Kalium: 120 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Beikrautbekämfpung während Jugendentwicklung notwendig; Saatgutbeizung als Vorbeugung gegen verschiedene Erreger; Hauptschädling Leinerdfloh
  • Ernte: Ende August bis Ende September; maschinell
  • Ertrag: 1,6 bis 2,5 max. 4,0 Tonnen Samen/Hektar;
  • Besonderheiten: Samen enthalten ca. 30 bis 48 Prozent Leinöl, Fettsäuremuster: 40 bis 68 Prozent, Linolensäure, 15 bis 30 Prozent Ölsäure, 10 bis 30 Prozent Linolsäure; ökologischer Anbau als nachwachsender Rohstoff möglich.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Ölbaum

Der Ölbaum ist ein immergrüner, trockenresistenter Baum von 10 bis 20 Meter Höhe, der ein intensives Wurzelwerk, zweisamige,weiß-grüne bis schwarz-blaue Steinfrüchte (Oliven) trägt.

  • Systematik: Familie: Oleaceae (Ölbaumgewächse), Art: Olea europaea L. ssp. europaea
  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Klima: mediterran; Jahresmitteltemperaturen von 15 bis 20°C, frostempfindlich; Jahresniederschlag 500 bis 700 mm, mindestens 200 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur; Trockenanbau oder intensiv unter Bewässerung
  • Aussaat: Ausbringen von Samen August bis September in Anzuchtkästen; Vermehrung vegetativ durch Pfropfung; Pflanzdichte: etwa 100 bis 300 Bäume/Hektar unter Bewässerung, etwa 20 bis 100 Bäume/Hektar im Trockenanbau.
  • Düngung: Nährstoffzufuhr je Baum zweckmäßig: 0,5 bis 1 kg Stickstoff; 0,13 bis 0,16 kg Phosphor; 0,4 bis 0,8 kg Kalium; Verdopplung der Mengen für sehr ertragreiche Sorten.
  • Pflanzenschutz: Hohe Widerstandsfähigkeit; größte Verluste durch Insekten wie Olivenfliege, Olivenmotte, Schildläuse.
  • Ernte: erste Ernte im dritten bis fünften Standjahr, in Extensivpflanzungen ggf. erst im zwanzigsten Jahr; geerntet wird Dezember bis Februar durch Abstreifen oder Abschütteln mit Geräten oder Handernte
  • Ertrag: im Mittelmeerraum 100 bis 700 Tonnen/Hektar, nur jedes zweite Jahr Volltracht maximal 12 Tonnen/Hektar (Kalifornien).
  • Besonderheiten: Fruchtfleisch enthält 23 bis 60 Prozent, der Kern 10 bis 15 Prozent Rohfett; das Öl der gesamten Olive besteht zu 60 bis 85 Prozent aus Ölsäure, 4 bis 15 Prozent Linolsäure; Rohproteinanteil 5 bis 6 Prozent; Olivenöl ist reich an Provitamin A und Tocopherol (Vitamin E).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Ökologischer Landbau

(Syn.: Organisch-biologischer Landbau, alternativer Landbau). Der Ö. versteht den landwirtschaftlichen Betrieb als ein mehr oder weniger geschlossenes Ökosystem.

Ziel ist es die landwirtschaftliche Produktion mit möglichst geringem Verbrauch an nicht erneuerbaren Hilfsquellen; Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe, Hilfs- und Produktionsmittel für die wirtschaftende Tätigkeit des Menschen.Ressourcen durchzuführen. Der ökologisch wirtschaftende Betrieb orientiert sich dementsprechend am Leitbild eines möglichst geschlossenen Nährstoffkreislaufes im Betrieb, d.h. die Erträge und Aufwendungen von Ackerbau und Viehhaltung bilden ein gekoppeltes System: die Ernährung der Tiere erfolgt überwiegend mit hofeigenen Futtermitteln, die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert den Ackerflächen, von denen sie letztlich stammen, rückgeführt.

Der Einsatz zugekaufter, betriebsfremder Futtermittel ist im Ö. nach Eine A. umfasst alle Lebewesen, die sich miteinander fortpflanzen können; es ist eine potentielle Fortpflanzungsgemeinschaft.
Art und Menge begrenzt. Damit es nicht zu einem Nährstoffüberschuß kommt, der zur Belastung von Als U. werden, geprägt durch deutlich anthropogene Sichtweise, die den Menschen umgebenden Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) mit den dort lebenden Organismen in ihrer Gesamtheit bezeichnet.Umwelt und Grundwasser führen kann, darf die Tierzahl pro Fläche von z.B. zwei Milchkühen pro Hektar nicht überschritten werden. Der für das Pflanzenwachstum notwendige Stickstoff wird über den Anbau von Leguminosen, welche mit Hilfe von symbiontischen Bakterien Luftstickstoff binden, in den Boden gebracht.

Aus diesem Grund ist ein gewisser Anteil an Leguminosen in der Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge (20 - 25% Hauptfruchtleguminosen) unabdingbar. Mineralische Stickstoffdünger dürfen im Ö. nicht eingesetzt werden, synthetische Mineraldünger, Pestizide zur Vernichtung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 17.000 Tonnen H. (Pflanzenvertilgungsmittel) in der Land- und Forstwirtschaft gegen „Unkräuter“ eingesetzt. Herbizide sowie P. sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind. Der Begriff P. steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel.Pestizide sind ebenfalls nicht zulässig, wie auch die tiefe Bodenwendung mit dem Pflug abgelehnt wird.

Die durch Entnahme und Verkauf von Erntegut entstehenden Nährstoffverluste können durch Zukauf organischer Dünger ersetzt werden. Als Mineralstoffgaben werden P, S, K, Ca und Mg enthaltende Gesteine in Form von Gesteinsmehl auf den Boden aufgebracht, wie z.B. Basalt, Granit, Gneis u. Porphyr (Si), Silikatgestein, Patentkali und Holzasche (K), Kalkstein, Der Begriff Kreide hat zwei Bedeutungen. Zum einem ist es weißer Kalkstein, der besonders in England, Nordfrankreich, Dänemark und Norddeutschland abgelagert wurde. Andererseits beschreibt der Begriff des Erdzeitalter der Kreide, das vor etwa 135 Mio. Jahren begann.Kreide, Mergel (Ca) und Silikatgestein, Dolomit (Mg).

Das zentrale Gestaltungselement des ökologischen Ackerbaus ist die Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge. Unter Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge versteht man die Anbaufolge verschiedener Kulturen (die auch Hackfrüchte und Leguminosen mit einbezieht). Da verschiedenen Kulturpflanzen unterschiedliche Ansprüche an den Boden stellen gilt es, die Wirkungen der Vorfrucht mit den Ansprüchen der nachfolgenden Frucht auf möglichst optimale Weise abzustimmen.
Eine ausgewogene Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge ist unerlässlich für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die vorbeugende Unkraut- und Schädlingsbekämpfung. Die Planung einer Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge, die den Ansprüchen der einzelnen Kulturen Rechnung trägt, muss Standortverhältnisse, pflanzenbauliche Faktoren, Ackerflächenverhältnisse, Futterbedarf, Arbeitskapazitäten sowie betriebs- und marktwirtschaftliche Aspekte in Einklang bringen.

 

Fehler bei der Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge wirken sich im Ö. besonders stark aus, weil sie nicht ohne weiteres durch Einsatz von Betriebsmitteln kompensiert werden dürfen. Dem Schädlingsbefall wird durch die Wahl resistenter Arten, durch den Erhalt von Hecken und Rainen (Lebensraum von Fraßfeinden der Schädlinge) sowie dem Verzicht auf Monokulturen auf Ö.-Höfen vorgebeugt.
Als Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).Insektizide werden u.a. Brennesseljauche, Algenkalk u. Silikatgesteinmehl (als Bei S. handelt es sich um in der Luft verteilte, feste Teilchen, die je nach Größe in Grob- und Fein-S. unterschieden werden.Staub) sowie pflanzliche Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).Insektizide (Quassia, P. ist ein natürliches Insektizid (chemisch: Ester sekundärer Alkohole), das aus Chrysanthemenblüten gewonnen wird und schon den Römern als "persisches Insektenpulver" gegen Läuse und Flöhe half. Pyrethrum, Rotenon) eingesetzt. Als Chemikalien zur Bekämpfung parasitärer Pilze und unerwünschter Mikroorganismen in der Landwirtschaft sowie bei Textilien, Teppichen, Farben, Futtermitteln und in der Medizin.Fungizide sind Chemisches Element der VI. Hauptgruppe, Ordnungszahl 16, leuchtendgelbe Kristalle, Dichte 1,96 g/cm3, Nichtmetall. Schwefel und Kupfersalze erlaubt.
Gesetzliche Bestimmungen: In der EWG-VO Nr. 2092/91 des Rates über den Ö. und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel sind Erzeugungs- u. Kennzeichnungs-Vorschriften erlassen. Dort sind die Grundregeln des Ö. geregelt, die während einer Umstellzeit von mindestens zwei bzw. drei Jahren befolgt werden müssen.
Sie beinhalten Hinweise zur siehe Melioration.Bodenverbesserung und zur Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden. Erzeugnisse des Ö. dürfen nach der VO nicht mit ionisierenden Strahlen behandelt oder mit gentechnischen Methoden hergestellt werden.
Erzeugnisse aus Ö. werden durch die in den EU-Mitgliedsstaaten gebräuchlichen Angaben - in Deutschland: „Öko“ und „Bio“ - gekennzeichnet. Seit Herbst 2000 ist der Gültigkeitsbereich dieser VO auch auf den Bereich der Tierhaltung und tierische Lebensmittel erweitert worden.
Im Jahr 2002 wurden 696.978 Hektar, dass entspricht 4,1 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands im Ö. von 15.626 Betrieben (das sind rund 3,3 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe) bewirtschaftet. Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus Ö. ist in den letzten Jahren stark gestiegen und beträgt derzeit etwa 2 Prozent des gesamten deutschen Lebensmittelumsatzes. Rund ein Drittel der Ökoprodukte werden im Lebensmitteleinzelhandel verkauft.

Willer/Lünzer/Haccius: Ökolandbau in Deutschland; Sonderausgabe Nr. 80 der Stiftung Ökologie und Landbau, Bad Dürkheim 2002
Lit.: EWG-VO Nr. 2092/91 des Rates über den ökologischen Landbau u. die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse u. Lebensmittel vom 24.6.1991
AGÖL - Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (Hrsg.): Rahmenrichtlinien für den ökologischen Landbau - Richtlinien der AGÖL für eine gemeinsame Grundlage der angeschlossenen Anbauverbände; 1996
Manuel Schneider: Mythen der Landwirtschaft - Fakten gegen Vorurteile, Irrtümer und Unwissen - Argumente für eine ökologische Agrarkultur; Verlag Stiftung Ökologie & Landbau, Bad Dürkheim, 2000

Autor: KATALYSE Institut

Nutzwald

siehe Stichwörter: Forstwirtschaft, Waldfunktionen, Waldpflege

Nutzpflanzen

Nutzpflanzen sind in Kultur (Ackerbau) genommene Pflanzen, die als Nahrungsmittel, Futtermittel für (Nutz-)Tiere oder als nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Die heute überwiegend genutzten Nutzpflanzen sind kultivierte Sorten, die entzweder durch Züchtung oder gentechnische Methoden (Gentechnik) in Ertrag und Resistenzen optimiert werden. Wild wachsende Nutzpflanzen werden überwiegend noch von den verbliebenen Naturvölkern genutzt.

Viele heutige, heimische Nutz- und Kulturpflanzen wurden nach Eroberungen und Entdeckungen nach Mitteleuropa eingeführt. Beispielsweise stammt die Kartoffel aus den Andenländern, der Mais aus Mexiko, die Sonnenblume aus den südwestlichen USA und der Weizen aus dem Nahen Osten.

Hier finden Sie eine Auswahl von heimischen und tropischen Nutzpflanzen mit ihrem landwirtschaftlichen Profil:

  • Arnika
  • Basilikum
  • Baumwolle
  • Brennessel
  • Chinaschilf
  • Eibisch
  • Engelwurz
  • Eukalyptus
  • Faserlein
  • Gelber Enzian
  • Hanf (Cannabis)
  • Henna
  • Indigofera
  • Johanniskraut
  • Jojoba
  • Jute
  • Kamille
  • Kartoffel
  • Kenaf
  • Kokospalme
  • Koriander
  • Krapp
  • Kümmel
  • Leindotter
  • Mais
  • Majoran
  • Maniok
  • Mariendistel
  • Mohn
  • Niembaum
  • Ölbaum
  • Öllein
  • Ölpalme
  • Pappel
  • Parakautschukbaum
  • Pfefferminze
  • Raps
  • Rharbarber
  • Ringelblume
  • Sachalin-Staudenknöterich
  • Soja
  • Sonnenblume
  • Sonnenhut
  • Topinambur
  • Waid
  • Wau
  • Weide
  • Weizen
  • Wolfsmilch
  • Wurzelzichorie
  • Zitronenmelisse
  • Zuckerhirse
  • Zuckerrohr
  • Zuckerrübe

Autor: KATALYSE Institut

Niembaum

Der Niembaum ist ein immergrüner bis 20 Meter hoher Baum mit etwa 2,5 Meter Stammumfang und tiefreichenden Pfahlwurzeln. Er trägt männliche oder Zwitterblüten und einsamige, manchmal auch zweisamige, grün-gelbe Steinfrüchte.

  • Systematik: Familie: Meliaceae (Mahagonigewächse), Art: Antelaea azadirachta (L.) Adelbert (syn. Azadirachta indica Juss. )
  • Herkunft: Myanmar (Burma) und Indien
  • Klimaansprüche: Subtropen und semiaride Gebiete der Tropen, toleriert Temperaturen bis 50 °C, durchschnittlicher Jahresniederschlag 400 bis 1200 mm
  • Anbausystem: Straßen- oder Feldrainbaum, Plantagen möglich (Dauerkultur)
  • Aussaat/Pflanzung: Samen, Wurzelschösslinge; Verbreitung durch Vögel
  • Düngung: keine Düngung notwendig
  • Pflanzenschutz: Schäden durch bestimmte Insekten (Aonidiella oreintalis) insbesondere in einigen Teilen Afrikas möglich; Fraßschäden durch weidende Tiere (Ziegen, Kamele); manchmal durch Ratten und Stachelschweine
  • Ernte: ab vierten bis fünften Jahr beginnen die höchsten Erntemengen
  • Ertrag: durchschnittlich 20 bis 30 kg Früchte, bis 50 kg Früchte, in Extremfällen 150 kg im Jahr möglich; 350 kg Blätter pro Jahr
  • Besonderheiten: Ölgehalt in Samen 48 Prozent; insektizide Wirkstoffe (Azadirachtine) in Blättern und Samen; 100 kg Früchte ergeben wirksamen biologischen Pflanzenschutz für etwa ein Hektar landwirtschaftliche Fläche, bei dem bisher keine. Resistenzbildung aufgetreten ist.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Niem

Niem ist die Kurzbezeichnung für das Öl, welches aus dem subtropischen
Niembaum gewonnen wird.

Der Niembaum ist ein immergrüner Tiefwurzler, dessen Samen für die Herstellung eines biologischen Pflanzenbehandlungsmittels verwendet werden kann. Eine Resistenzbildung bei Niem ist bisher nicht aufgetreten, insektenfressende Nützlinge werden nicht beeinflußt und für Warmblüter ist Niem ungiftig. Niem bietet die Möglichkeit die Abhängigkeit von Pestizideinfuhren (Pestizidexport)zu verringern.

In China, Nicaragua und auf den Philippinen wird der
Niembaum zur Aufforstung verwendet. In Indien werden seit alters her die Inhaltsstoffe und das Niemöl für medizinische Zwecke genutzt.

Autor: KATALYSE Institut

Nematizide

Pestizide zur Bekämpfung von Bodenälchen (Nematoden).

In Monokulturen finden gerade Wurzelparasiten ideale Vermehrungsbedingungen und richten teilweise große Ernteschäden an. N. gehören unterschiedlichen chemischen Gruppen an (halogenierte Kohlenwasserstoffe, organische Phosphorverbindungen etc.). Da N., um wirken zu können, gut im Boden verteilt werden müssen, benutzt man Begasungsmittel oder in Wasser lösliche Substanzen. N. sind oft auch gegen Insekten und Pilze wirksam.

Autor: KATALYSE Institut

Nachwachsende Rohstoffe

Mit dem Begriff Nachwachsende Rohstoffe werden pflanzliche und tierische Rohstoffe beschrieben, die aus der Land- und Forstwirtschaft stammen, biologisch erneuerbar sind und nicht für Ernährungs- oder Fütterungszwecke genutzt werden, sondern stofflich oder energetisch genutzt werden.

Der Begriff der Nachwachsenden Rohstoffe stammt aus der Zeit der Ölkrise in den siebziger Jahren, in der sich erstmals die Verknappung der fossilen Rohstoffe (Erdöl, Erdgas usw.) abzeichnete und eine Diskussion in Gang setzte, die sich für alternative Energie- und Rohstoffquellen aus erneuerbaren Quellen aussprach. Mit Ende der Ölkrise kam diese Diskussion jedoch wieder schnell zu Erliegen.

Erst 1992 mit der EU-Agrarreform, die helfen sollte die Nahrungsmittelüberschüsse abzubauen, wurde das Thema Nachwachsende Rohstoffe durch die Möglichkeit des Anbaus von Nachwachsenden Rohstoffen auf Stilllegungsflächen (ehemalige Flächen der Nahrungsmittelerzeugung) erneut belebt. In Deutschland ist seit dieser Zeit ein starker Anstieg der Anbauflächen Nachwachsender Rohstoffe zu verzeichnen. Die Flächeninanspruchnahme stieg von 380.000 Hektar (1994) auf 1,56 Mio. Hektar im Jahr 2006, davon fast 400.000 Hektar auf Stilllegungsflächen. Einen weiteren Auftrieb erfuhren Nachwachsende Rohstoffe durch die seit 2005 stark steigenden Energie- und Kraftstoffkosten.

Anbauflächen Nachwachsender Rohstoffe in Deutschland im Jahr 2006:


  • Raps 1.100.000 Hektar
  • Energiepflanzen 295.000 Hektar (v.a.
    Mais, Getreide)
  • Stärke (v.a.

    Kartoffel und

    Weizen) 128.000 Hektar

  • Zucker 18.000 Hektar
  • Heilpflanzen 10.000 Hektar
  • Sonnenblumen 5.000 Hektar
  • Leinöl 3.000 Hektar
  • Faserpflanzen (Hanf, Flachs, Kenaf) 2.000 Hektar

Aus den Zahlen ist erkennbar, dass bisher nur wenige Nutzpflanzen in einen nennenswerten Anbau getreten sind, obwohl die Zahl und das Potenzial der Nutzpflanzen für die Gewinnung Nachwachsender Rohstoffe beträchtlich ist. Nachfolgend einige heimische und tropische Nutzpflanzen mit ihrem landwirtschaftlichen Profil, die als Nachwachsende Rohstoffe genutzt werden können:

  • Arnika
  • Basilikum
  • Baumwolle
  • Brennessel
  • Chinaschilf
  • Eibisch
  • Engelwurz
  • Eukalyptus
  • Faserlein
  • Gelber Enzian
  • Hanf (Cannabis)
  • Henna
  • Indigofera
  • Johanniskraut
  • Jojoba
  • Jute
  • Kamille
  • Kartoffel
  • Kenaf
  • Kokospalme
  • Koriander
  • Krapp
  • Kümmel
  • Leindotter
  • Mais
  • Majoran
  • Maniok
  • Mariendistel
  • Mohn
  • Niembaum
  • Ölbaum
  • Öllein
  • Ölpalme
  • Pappel
  • Parakautschukbaum
  • Pfefferminze
  • Raps
  • Rharbarber
  • Ringelblume
  • Sachalin-Staudenknöterich
  • Soja
  • Sonnenblume
  • Sonnenhut
  • Topinambur
  • Waid
  • Wau
  • Weide
  • Weizen
  • Wolfsmilch
  • Wurzelzichorie
  • Zitronenmelisse
  • Zuckerhirse
  • Zuckerrohr
  • Zuckerrübe

Im pflanzlichen Bereich unterscheidet man bei nachwachsenden Rohstoffen zwischen Industriepflanzen (z.B. Öl-, Zucker- und Faserpflanzen) und Energiepflanzen (z.B. Getreidestroh, Chinaschilf, Baumhölzer). Die Nutzung von Holz als Bau- und Konstruktionsmaterial, von Pflanzenfasern für die Textilherstellung, von tierischen und pflanzlichen Fetten zur Seifenherstellung u.a. sind Beispiele für altbekannte Verwendungen von nachwachsenden Rohstoffen. In der deutschen Industrie stammen heute etwa zehn Prozent aller eingesetzten Grundsubstanzen aus nachwachsenden Rohstoffen.
Eine Fokussierung Nachwachsender Rohstoffen auf die Erzeugung von Kraftstoffen (z.B. Biodiesel) oder Energieträger, wie etwa aus Raps und Mais, erscheint in einem mittelfristigen Energiemix sinnvoll, langfristig müssen jedoch andere alternative Energieträger - wie etwa Wasserstoff  aus Solarenergie eingesetzt werden. Bereits heute umfasst der Rapsanbau, dessen Ertrag überwiegend in die Biodiesel-Erzeugung geht, 1,1 Mio. Hektar Anbaufläche.
Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wirft auch altbekannte und neue Probleme auf, wie etwa der großflächige Anbau in Monokulturen, der Einsatz der Gentechnik zur Steigerung der Erträge sowie fehlende Höchstmengenverordnungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Zunehmend gewinnen mit Hilfe züchterischer und genetischer Methoden hergestellte „maßgeschneiderte“ Rohstoffe an Bedeutung.
Ziel aller Bemühungen um den Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen sollte die Erhaltung einer vielseitigen Landwirtschaft, die auf einer möglichst weitgehend ökologischen Basis eine breite Palette von Rohstoffen erzeugen und anbieten kann. Dies kann erreicht werden, wenn der Anbau ökologischer gestaltet, hochwertige Produkte mit effizienten Verarbeitungsverfahren hergestellt und am Ende ihrer Nutzung mit der Verwertung wieder in ökologische Kreisläufe eingliedert werden können.

Quellen:

  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe 2006 (Internetseite: www.fnr.de; am 15.06.2007)
  • Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe; C.F. Müller Verlag, Heidelberg, 1998
  • Farbstoffe aus der Natur; Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 1997
  • Nutzhanf vom konventionellen zum ökologischen Anbau; Deukalion Verlag, Holm, 1996
  • Hanf & Co - Die Renaissance der heimischen Faserpflanzen; Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 1996

Autor: KATALYSE Institut