Remobilisierung

Zurückführen einer fest gebundenen chemischen Verbindungsform eines Stoffes (z.B. Schwermetall) in eine weniger stark gebundene oder lösliche Form.

Die R. ist in folgenden Bereichen relevant:

  • Im Boden können Stoffe, die in löslicher oder leicht austauschbarer Bindungsform vorliegen, von Pflanzen oder Bodenorganismen aufgenommen und akkumuliert (Bioakkumulation) und in tiefere Bodenschichten oder ins Grundwasser verlagert werden (Bodenaustauscher, Bodenbelastung).
  • In Gewässersedimenten kann die R. zu einer Erhöhung der Konzentration eines Stoffes im Wasser führen (EDTA).
  • Auch im menschlichen Körper liegen Stoffe in mehr oder weniger stark gebundener Form vor und Mobilisierungsvorgänge führen zum Transport in andere Organe oder zur Erhöhung der Konzentration eines Stoffes in Blut oder Urin.

Autor: KATALYSE Institut

Regenwurm

R. stellen die bekanntesten Vertreter der Bodenorganismen dar.

Sie leben im Boden und Kompost. R. sind Dunkeltiere, längere Einwirkung von Tageslicht, insb. von UV-Strahlung, bedeuten den Lichttod. R. sind auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung angewiesen, sie können nicht länger als 24 h im stehenden Wasser leben.

Bei längerem Regen verlassen sie oft wegen Erstickungsgefahr ihre Gänge und verenden durch Lichteinwirkung an der Oberfläche.
R. sind als Humusbildner sowie für die Durchmischung, Lockerung, Lüftung und Durchwurzelbarkeit des Bodens von großer Bedeutung (Bodenverdichtung).

R. ernähren sich von zersetzendem, organischem Material, wozu sie abgestorbene Blätter in ihre Gänge ziehen und so mit den Mineralbodenteilchen in Verbindung bringen. Unverdaubare Erde wird in Kottürmchen an der Röhrenmündung abgesetzt. Die meisten R. kommen nur in schwach sauren bis alkalischen Böden vor; in sauren, humusarmen, trockenen Sandböden fehlen sie ganz (Bodenversauerung, Saurer Regen).

Durch Bodenbearbeitung, insb. mit rotierenden Geräten, und Biozideinsatz (z.B. Fungizid Benomyl) werden R. negativ beeinflußt. Im Wald leben ca. 40-80, im Grünland bis zu 300 und im Acker 0-110 Tiere/m2.

Siehe auch: Bodenorganismen.

Autor: KATALYSE Institut

Pedosphäre

Begriff für den Lebensraum Boden.

Pedosphäre ist ein überall an der Erdoberfläche auftretendes, durch Verwitterung der Gesteine hervorgegangenes mechanisches Gemenge von Gesteins- und Mineralbruchstücken und deren Umbildungsprodukten, vermischt mit einer mehr oder minder großen Menge sich zersetzender und schon zu Humus umgebauter organischer Bestandteile.

Autor: KATALYSE Institut

Organische Böden

Als O. oder Moore werden Böden bezeichnet, deren Humushorizont mehr als 30 cm dick ist und/oder mindestens 30% organische Substanz enthält.

Siehe auch: Moore, Humus, Torf, Bodenhorizonte.

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Naturland

Naturland, Verein für naturgemäßen Landbau e.V., wurde 1982 mit Sitz in Gräfelfing bei München gegründet.

Die 1357 Mitgliedsbetreibe bewirtschaften in der BRD insgesamt 55.000 ha Anbaufläche. Die wichtigsten Zielsetzungen des Verbandes sind gezielte Bodenpflege, Aufbau einer fruchtbaren Humusschicht, artgerechte Tierhaltung mit Verfütterung betriebseigener Futtermittel und insbesondere die Förderung der Vermarktung der naturgemäß erzeugten Produkte. Daher arbeitet der Verband eng mit der Marktgenossenschaft der Naturland- Bauern zusammen.

Die Grundsätze/ Philosophie des Verbandes lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Zehntausende von Hektar fruchtbaren Landes gehen durch die Folgen der landwirtschaftlichen Intensiv-bewirtschaftung verloren. Ökologischer Landbau nach den Naturland Richtlinien steuert dagegen. Angepasste Bodenbearbeitung, durchdachte vielseitige Fruchtfolgen und die Einheit aus Viehwirtschaft und Ackerbau reduzieren den Bodenabtrag. Durchwurzelung und intensives Bodenleben bewirken, dass Böden Wasser besser speichern. Der vollständige Verzicht auf Agrarchemie stoppt das Sterben der Böden, die Krume bleibt fruchtbar und lebendig.

Ökologischer Landbau bedeutet aktiven Klimaschutz durch Energieeinsparung, Aufforstung und vielen anderen Aktivitäten. Ökologische Begleitmaßnahmen fördern die
Artenvielfalt und sind in den Bewirtschaftungsrichtlinien verankert
Ökologischer Landbau erhält die Lebensgrundlagen der Natur - eine Investition in die Zukunft. Internationale Klimakonferenzen haben schon viele wichtige Beschlüsse gefasst.

Die Naturland Erzeuger setzen sie praktisch um. Es sind Bauern und Verarbeiter, die den Klimagipfel von Rio ernst nehmen und die Beschlüsse zum Schutz von Menschen und Klima auf ihre Art umsetzen. Sie arbeiten selbst ökologisch. Und sie helfen mit, den ökologischen Landbau weltweit zu verbreiten - die einzige Art der Landwirtschaft, die dauerhaft das Klima entlastet, Boden und Wasser schont und die Fruchtbarkeit fördert. Jetzt und für die Zukunft.

  • Naturland im Ausland - die Ziele
  • Verbreitung des anerkannt ökologischen Landbaus weltweit
  • Entwicklung konsequenter Richtlinien für Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte in allen Klimaregionen
  • Volles Mitspracherecht für Mitglieder im Ausland bei Naturland und damit bei der Entwicklung ihrer Richtlinien
  • Entwicklung von Qualitätssicherungssystemen mit Dokumentation
  • Aus- und Fortbildung der Mitglieder, Organisation von Trainingsprogrammen
  • Förderung der Forschung und der Entwicklung im ökologischen Landbau
  • Unterstützung von Aufbau und Entwicklung nationaler Kontrollstellen und Zertifizierungsorganisationen
  • Zertifizierung ökologischer Anbausysteme international
  • Förderung sozialer und fairer Bedingungen in Anbau und Handel

Die Mitliederzeitschrift „Naturland-Magazin“ erscheint vier mal Jährlich und ist für €10 pro Jahr zu abbonieren, ein Einzelexemplar ist für € 2,50 zu erhalten

Kontakt:
Naturland - Verband für naturgemäßen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1
82166 Gräfelfing
Tel.: 089 - 898 08 20
Fax: 089 - 89 80 82 90
Naturland@naturland.de
www.naturland.de

Autor: KATALYSE Institut

Nahrungskette

Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip Fressen und Gefressenwerden (Räuber-Beute oder Parasit-Wirt).

Am Anfang der Nahrungskette stehen die Produzenten (insbesondere Pflanzen), die die zum Wachstum benötigte Energie aus dem Sonnenlicht mittels der Photosynthese gewinnen.

Die Konsumenten 1. Ordnung (Phytophagen= Pflanzenfresser) ernähren sich von den Produzenten und dienen wiederum zur Ernährung der Konsumenten höherer Ordnung (Zoophagen= Räuber (Fleischfresser) oder Parasiten). Beispiel: Pflanze, Schmetterlingsraupe, Raubinsekt, Insektenfresser, Greifvogel.

Geschlossen wird die Nahrungskette durch zersetzende Organismen (Destruenten oder Saprophagen= Bestandsabfallfresser), die die abgestorbenen Lebewesen erneut für die Pflanzen verwertbar machen (Detritus, Mikroorganismen).

Wird ein Glied der Nahrungskette beseitigt (z.B. durch Pestizideinsatz, Pestizide), so kann sich das vorhergehende Glied ungehemmt entwickeln, während die nachfolgenden Glieder durch Nahrungsmangel vermindert werden.

Bei der Verwertung der Nahrung geht ein großer Teil der im Nährorganismus gespeicherten Energie verloren. In jeder Stufe der Nahrungskette kann der Verlust bis zu 90% betragen. Deshalb kommt auf einen Konsumenten höherer Ordnung eine sehr große Anzahl von Produzenten. Ein solcher Energieverlust entsteht z.B. bei der Rinder- oder Schweinefütterung mit hochwertigem Importgetreide (Veredelungsprodukte). Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis von Energieeinheiten beträgt z.B. bei Rindern 10:1, Milch 5:1, Schweinen 3:1. Stellt man die Mengenverhältnisse graphisch dar, erhält man eine Nahrungspyramide.

Von Bedeutung ist die Nahrungskette auch bei Schadstoffen in Lebensmitteln. Werden schwer abbaubare Schadstoffe von einem am Anfang der Nahrungskette stehenden Organismus aufgenommen (z.B. Pflanzen, Samen), so kann sich dieser Schadstoff im Verlauf der Nahrungskette immer stärker anreichern, so dass das Endglied, der sogenannte Top-Konsument, bereits für ihn toxische Mengen des Schadstoffs aufnimmt und chronisch oder tödlich dadurch geschädigt wird (z.B. die Abnahme der Eischalendicke durch DDT oder PCB im Fettgewebe von Graureihern).

Autor: KATALYSE Institut

Nährstoffkreislauf des Waldes

Der Wald ist ein sich selbst erhaltendes Ökosystem, das seine Energie mit Hilfe der Photosynthese seiner Pflanzen aus dem Licht der Sonne gewinnt (Globalstrahlung).

Die Nährstoffe befinden sich in einem ständigen Kreislauf. Die Pflanzen nehmen sie mit ihren Wurzeln aus dem Boden auf und verwenden sie für ihren Stoffwechsel. Sterben die Pflanzen später wieder ab oder verlieren sie im Herbst ihre Blätter, werden sie durch die Bodenlebewelt des Waldes mineralisiert; die Nährstoffe werden wieder frei. Nährstoffverluste treten im Wald v.a. durch Auswaschung ins Grundwasser, Erosion und Holzernte (

Holz, Forstwirtschaft) auf.

Sie können durch den Eintrag aus der Luft und durch die im Boden ablaufende Gesteinsverwitterung ersetzt werden. Natürliche Waldsysteme haben die Tendenz, Nährstoffe anzureichern (der Verlust ist geringer als die Zufuhr), so daß in der Geschichte eines Waldes immer anspruchsvollere Pflanzenarten heranwachsen können (Sukzession).
Die Bodenversauerung (Saurer Regen) kann den N. empfindlich stören.

Die Bodenlebewelt verändert sich negativ, was u.a. zu einer langsameren Verrottung abgestorbener Pflanzen und Pflanzenteile führt. Außerdem kommt es zu einer bevorzugten Auswaschung von Nährstoffen.

Siehe auch: Waldboden, Waldsterben, Waldschadenserhebung, Ökosystem.

Autor: KATALYSE Institut

Nachhaltigkeitsstrategien

Zur Realisierung eines Nachhaltigen Konsums werden überwiegend drei Strategien diskutiert: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz.

Dabei zielt die Effizienz-Strategie auf Ressourcenproduktivität, was eine ergiebigere Nutzung von Materie und Energie bedeutet. Damit sind beispielsweise Energiesparlampen, die Optimierung von Arbeitsabläufen oder die Wärmedämmung eines Hauses gemeint.

Die Konsistenz-Strategie orientiert sich am natürlichen Stoffwechselkreislauf bzw. der Vereinbarkeit von Natur und Technik, wie beispielsweise in Form von Photovoltaik- oder Biomasseanlagen, Windenergie oder wasserstoffbetriebene Pkw.

Die Suffizienz-Strategie zielt dagegen auf eine Verringerung des Konsums bzw. auf einen geringeren Ressourcenverbrauch. Sie beinhaltet eine Veränderung von Werten und Bedürfnissen in der Gesellschaft. Als Beispiele sind Konsumverzicht, die Nutzung von Car-Sharing oder Mitfahrgelegenheiten, aber auch die Praktizierung alternativer Ernährungsformen oder das Leben in Wohngemeinschaften zu nennen.

Quellen:
Belz, F.-M.; Bilharz, M.: Nachhaltiger Konsum: Zentrale Herausforderung für moderne Verbraucherpolitik. Consumer Science. Diskussionsbeitrag Nr.1. München 2005.

Linz, M.: Weder Mangel noch Übermaß. Über Suffizienz und Suffizienzforschung. Wuppertalpapers Nr. 145. Wuppertal 2004.

Weiterführende Quelle:
http://www.wuppertalist.org

Autor: KATALYSE Institut

Meteorit

Viele Menschen beobachteten am Samstagabend den 6. April 2002 in Bayern den Niedergang eines Meteoriten. Unser Planetensystem hat sich vor etwa 4,5 Milliarden Jahren aus einem riesigen Wirbel von Materie, dem solaren Nebel, gebildet.

Zunächst formierten sich Gas und Staub zu größeren Brocken, den Planetenvorläufern, welche immer wieder zusammen stießen und sich so nach und nach zu noch größeren Objekten zusammenlagerten. Aus ihnen entwickelten sich schließlich unsere Planeten.

Doch ein Teil der Planetenvorläufer unterschiedlicher Zusammensetzung blieb im Sonnensystem übrig. Zwei Gruppen von Körpern aus dieser solaren Urmaterie umkreisen noch heute die Sonne: Kometen und Asteroide. Auf ihrer Bahn kollidiert die Erde ständig mit diesen kosmischen Teilchen, die meist nicht größer als Staubkörner sind.

Treten größere Materiebrocken in die Atmosphäre ein, erhitzen sich diese durch die Reibung mit der Luft. Die Oberfläche schmilzt und durch die atomare Wechselwirkungen mit den Luftteilchen erscheint am Himmel eine Lichtspur.

Ab einer Höhe von rund 100 Kilometern entsteht eine Stoßwelle aus einem Gemisch von Luft und verdampfender Materie, die stark erhitzt und elektrisch aufgeladen wird. Daraus entsteht ein leuchtend heller Gasball – auch Feuerkugel oder Boliden genannt. Da der Brocken eine Geschwindigkeit von 50.000 bis 70.000 km/h besitzt – also weit über der Schallgeschwindigkeit - kann es zu lauten Donner kommen.

Die Kometen, die hauptsächlich aus leichten Elementen wie Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff bestehen, ziehen dabei eher in den Außenbereichen des Sonnensystems ihre Bahn. Man nimmt an, dass sie einen kompakten Kern, ein Gemisch aus Eis und Silikatstaub, dem felsige Bestandteile beigemischt sind, besitzen. Diese sogenannten „schmutzigen Schneebälle" stammen aus einem kugel- (Oort-Wolke, 20.000-70.000 A.E. von der Sonne) bzw. gürtelförmigen (Kuiper-Gürtel, Nähe Pluto) Reservoir.

Die Asteroiden, deren Hauptbestandteile Metalle, Silizium- und Magnesium-Sauerstoffverbindungen sind, findet man dahingegen im sogenannten Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Durch fotographische Aufnahmen und Auswertungen der Leuchtspur von auf die Erde niedergehenden Meteoroiden, konnten die Bahndaten einiger niedergehender Meteroiden berechnet werden.

Die sonnenfernsten Punkte (Aphelien) ihrer elliptischen Umlaufbahnen vor der Kollision mit der Erde bestätigten die schon lange bestehende Annahme, dass die Asteroiden der Ursprung der meisten Meteorite sind.

Autor: KATALYSE Institut

Massenvernichtungswaffen

Siehe ABC-Waffen, Atomwaffen, Biologische Waffen, Chemische Kampfstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Leguminosen

Leguminosen oder auch Hülsenfrüchtler genannt, sind eine der artenreichsten Pflanzenfamilien.

Die Hülsenfrüchtler haben ihren Namen von der Hülse. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes und der großen Erträge auf kleinen Flächen sind Früchte und Samen der Hülsenfrüchtler fast weltweit ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung.

nsbesondere bei fleischarmer oder vegetarischer Kost sind sie fast unverzichtbar. Beispiele sind etwa Erbsen, Bohne und Linse, die zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler gehören. Umgangssprachlich werden diese Pflanzen meist Hülsenfrüchte genannt.

Einige Hülsenfrüchte können auch roh gegessen werden, wie etwa Zuckererbsen, viele sind im rohen Zustand aber gesundheitsschädlich und müssen vor dem Verzehr unbedingt vollständig durchgegart werden. Leguminosen werden auch in der Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft verbreitet als Futtermittel für Wiederkäuer und Schweine eingesetzt. Die meisten Leguminosen gehen in ihren Wurzelknöllchen eine Mit S. ist eine Beziehung zwischen zwei Arten gemeint, von der beide Beteiligten profitieren. Symbiose mit Stickstoff-Große Gruppe einzelliger, haploider (einfacher Chromosomensatz, Chromosomen) Organismen, oftmals mit Plasmiden, aber ohne echten Zellkern.Bakterien ein und tragen dadurch zur Fruchtbarkeit des Bodens bei, der so genannten Gründüngung, die im ökologischen Landbau eine große Bedeutung besitzt.

Autor: KATALYSE Institut

Koralleninsel

Viele Inseln der tropischen Meere verdanken ihre Entstehung unmittelbar dem Wachstum von Korallen und anderen Riff bildenden Organismen. Diese Koralleninseln unterscheiden sich grundlegend von anderen Inseltypen, die entweder vulkanischen Ursprungs sind oder Vorposten beziehungsweise Reste kontinentaler Landmassen.

Korallen ertragen wenn überhaupt nur kurzfristiges Trockenfallen bei Ebbe und können nicht über den Meeresspiegel hinauswachsen. In der Brandung, Strömung und den Gezeiten lagern sich feine Sedimente auf dem Riffdach ab und führen zur Bildung einer Sandbank. Tropische Wirbelstürme können ähnliches quasi über Nacht bewirken und dabei nicht nur feinen Sand, sondern auch Korallenbruchstücke und sogar tonnenschwere Korallenblöcke auf den Riffkranz werfen und einen Korallen-Cay bilden. Unter günstigen Umständen stabilisiert sich der lose Haufen und backt zu einer immer dichteren und festeren Landmasse zusammen.

Wie läuft die Besiedlung einer Koralleninsel ab?
In diesem Anfangsstadium ist die Sand- und Schutt-Ansammlung noch ein sehr unwirtlicher Lebensraum. Der Boden bietet wenig Nährstoffe und die Versorgung mit Süßwasser ist ein noch größeres Problem für die Besiedlung durch Landpflanzen. Zu den ersten Besiedlern von Koralleninseln gehören deswegen Meeresschildkröten und vor allem Vögel, die dort rasten und nisten, ihre Nahrung aber im Meer finden. Vögel bringen Pflanzensamen auf die Inseln, die entweder in ihrem Gefieder stecken oder mit dem Kot ausgeschieden werden. Andere Pflanzensamen werden durch die Luft angeweht oder wie die schwimmfähigen Samen vieler Mangrovenpflanzen am Strand angespült.

Die ersten Pflanzen, die eine Insel erfolgreich besiedeln, sind anspruchslose Pioniere, die gut mit Trockenperioden, Nährstoff- und Wasserarmut und salzhaltigem Brackwasser zurechtkommen. Ihre Überreste tragen erheblich zur Humusbildung bei und damit auch zu einer verbesserten Fähigkeit des Bodens, Süßwasser zu speichern. Bei ausreichender Größe der Insel kann Regenwasser im Boden auch eine Süßwasserlinse bilden, die quasi auf dem schwereren Salzwasser schwimmt und von den Pflanzenwurzeln erreicht werden kann.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM [Stand: 17.03.2015]

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
direkt bestellen: http://www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut

Humus

Gesamtheit der abgestorbenen Substanz des Bodens, auch als A-Horizont (Bodenhorizonte) bezeichnet, die einem ständigen Ab-, Um- und Aufbauprozess unterworfen sind.

Die Menge und Beschaffenheit von H. ist für die Bodenfruchtbarkeit von größter Bedeutung. Ein rein mineralischer Boden, und sei er noch so nährstoffreich, eignet sich nur wenig zur landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Nutzung. Er ist zu wasserdurchlässig und trocknet schnell aus; ihm fehlen die Bodenlebewesen und ihre bodenlockernde Wirkung.

Huminsäuren und Humus entstehen beim Abbau und Umbau von organischem Material wie Gründünger, Stroh, Laub, Zweigen, Nadelstreu u.a., entweder bei der Verdauung durch die Bodenlebewesen oder durch chemische Umsetzung. Dabei wird das abgestorbene Material zunächst von Pilzen und Bakterien besiedelt, von Regenwürmern, kleinen Borstenwürmern, Asseln, Insektenlarven, Milben und Springschwänzen zerkleinert und weiter durch Pilze und Bakterien zersetzt. Je feuchter und wärmer ein Boden ist und v.a. je besser er durchlüftet ist, um so intensiver verläuft die H.-Bildung.

H. liegt im Boden in unterschiedlicher Ausbildung vor, als Mull, Moder oder Roh-H.. Mull ist die günstigste H.-Form. Er bildet sich auf nährstoffreichen, biologisch aktiven Böden, auf denen leicht abbaubare organische Rückstände anfallen. Roh-H. ist die ungünstigste H.-Form, die sich auf nährstoffarmen, sauren, biologisch inaktiven Böden unter einem Pflanzenbewuchs mit schwer abbaubarer Streu wie Nadelwald oder Heide bildet. Die Moderform liegt zwischen Roh-H.- und Mullform.

Der H.-Gehalt des natürlichen Bodens ist weitgehend klimabedingt. H.-Aktivierung durch Bodenlüftung und Kalkung bedeutet stets auch H.-Verbrauch.

Siehe auch: Bodenhorizonte, Sorptionsvermögen, Bodenorganismen, Gründüngung, Kompostierung.

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Humid

= feucht. Bezeichnung für Klimazonen, in denen die jährliche Niederschlagsmenge im Mittel größer ist als die Menge verdunsteten Wassers.

Die Bodentypen dieser Gebiete werden ebenfalls als h. bezeichnet. Im Boden dieser Zonen komt es zu ständigen Auswaschungen und Stoffverfrachtungen. Der Klimatyp wird differenziert nach voll-h. (gleichmäßig verteilter Niederschlag) und semi-h. (Regen und Trockenzeiten getrennt) unterschieden.

Autor: KATALYSE Institut

Geotopschutz

Der G. ist der Bereich des Naturschutzes, der sich mit Erhaltung und Pflege schutzwürdiger Geotope befaßt. Gefahren für Geotope gehen vor allem vom Abbau von Rohstoffen, von einer Bebauung oder der Verfüllung mit Abfällen aus.

Nicht zuletzt können Geotope durch natürliche Verwitterungseinflüsse oder einer zu dichten Vegetationsdecke unwiederbringlich verloren gehen.

Bekanntes Beispiel für eine einstmals geplante Nutzung als Deponie ist die Grube Messel bei Darmstadt. Die Grube Messel ist wegen ihrer ungewöhnlich gut erhaltenen fossilen Wirbeltierfunde aus dem Tertiär weltweit bekannt. Dieses Geotop ist 1995 von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgewiesen worden und konnte vor einer Verfüllung verschont bleiben.

Ziel des G. ist die Erhaltung von geologischen Aufschlüssen als "Archive der Erdgeschichte" für Lehre und Forschung, sowie für die interessierte Öffentlichkeit zu sichern. Dabei werden nur
solche Geotope geschützt, die sich durch besondere erdgeschichtliche Bedeutung und/oder Seltenheit sowie durch landschaftsästhetische Gesichtspunkte hervorheben.

Heute sind bundesweit über 15 000 schützenswerte Geotope von den Geologischen Diensten der Länder in sogenannten GeoSchOb*-Katastern (*Geologisch schützenswerte Objekte) erfaßt. Durch die
reine Erfassung erhält das Geotop jedoch noch keinen rechtlichen Schutzstatus.

Der G. trägt zum Erhalt der Geodiversität bei. Die Geodiversität ist die abiotische Lebensraumgrundlage für die Arten und ausschlaggebend zum Erhalt einer größtmöglichen Biodiversität.

Autor: KATALYSE Institut

Geotop

G. sind erdgeschichtliche Bildungen der abiotischen (unbelebten) Natur, die Kenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln.

Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralen und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen wie Quellen, Höhlen, Gletscherspuren und natürliche Landschaftsteile.

Der Begriff G. besitzt im Vergleich zu dem Begriff „Biotop“ einen wesentlich geringeren Bekanntheitsgrad. In Deutschland wurden in der Vergangenheit noch weit vor Biotopen gefährdete geologische Einzelbildungen oder ganze Landschaftsteile als Natur- oder Bodendenkmäler unter Schutz gestellt.

Das erste überhaupt in Deutschland unter Naturschutz gestellte Objekt ist ein G. Es handelt sich hierbei um den im Jahr 1836 von der preußischen Regierung amtlich geschützten, südlich von Bonn gelegenen Drachenfels am Rhein, einer vulkanischen Quellkuppe.

G. können durch natürliche Prozesse oder genauer ausgedrückt endogen (durch Kräfte des Erdinneren, wie z.B. durch Vulkanismus) oder exogen (durch Kräfte, die auf der Erdoberfläche einwirken, wie z.B. durch Verwitterung) während der Erdgeschichte entstanden sein. Als aktive G. werden diejenigen bezeichnet, deren Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist (z.B. Tropfsteinhöhlenbildung).

Eine große Vielzahl von G. wurde durch anthropogene Prozesse geschaffen. Seit der Antike und im ganz besonderen Maße seit dem Mittelalter wurden ganze Landschaftsteile flächenhaft, linear oder punktuell durch Menschen verändert. Der seit der Antike betriebene Erzbergbau florierte im Mittelalter auf Grund der Bevölkerungszunahme. Noch heute zeugen Pingen (Pingen sind kleinflächige Vertiefungen in der Landschaft, die häufig durch Schurfarbeiten von Bauern zum Abbau von Eisensteingeoden ausgehoben wurden), Gruben und Halden von diesen Bergbauaktivitäten und stellen künstlich geschaffene, wertvolle G. dar.

In Deutschland sind Bergbaufolgelandschaften durch den Erzbergbau im Harz oder die Basaltlava-Steinbrüche in der Eifel entstanden (Mayen, Mendig und Maria Laach). Bahntrassen-Einschnitte wurden besonders im 19. Jahrhundert dort angelegt, wo sich ein Tunnelbau als zu aufwendig erwies, und sie schneiden tiefgreifend linear in die Landschaft ein. Der G.-schutz sieht seine Aufgabe neben der Pflege und dem Schutz natürlicher G. auch darin, die durch menschliche Handlungen entstandenen Geotope sowohl unter naturwissenschaftlichen als auch unter kultur- und montanhistorischen Gesichtspunkten zu bewerten und zu erhalten.

Autor: KATALYSE Institut

Geothermie

G. ist die unterhalb der festen Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie. Man nennt sie daher auch Erdwärme. G. ist eine Energieform, die höchsten Umweltansprüchen gerecht wird. Als G. oder Erdwärme bezeichnet man die gesamte unterhalb der festen Erdoberfläche gespeicherte Wärmeenergie, zurückzuführen auf die Zeit der Erdentstehung und den ständigen Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente in Erdmantel und Erdkruste.

99 Prozent unseres Planeten sind heißer als 1.000°C und nur 0,1 Prozent sind kühler als 100°C. Je tiefer man in die Erde vordringt, um so heißer wird es: unterhalb der oberflächlichen Erderwärmung durch die Sonne nimmt die Temperatur pro 100 Meter Tiefe 3,5 bis 4°C, in einigen Gebieten sogar zwischen 5 bis 8°C, zu.

Aus dem Inneren der Erde fließt ein kontinuierlicher Wärmestrom zur Erdoberfläche. Rund 30 Prozent des Wärmeenergiestroms kommt aus dem heißen Erdkern und etwa 70 Prozent entstehen durch den ständigen Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente in Erdmantel und Erdkruste.

Mit den heute entwickelten Technologien ist es fast überall möglich, diese umweltfreundliche und klimaschonende Energiequelle zu nutzen. G. hat viele Vorteile:

  • sie steht jederzeit, das heißt unabhängig von Tag und Nacht, Klima und Jahreszeit zur Verfügung,
  • kann direkt dort erschlossen werden, wo die Energie benötigt wird, dadurch entfallen lange Transportwege zum Verbraucher,
  • ist nach menschlichem Ermessen unerschöpflich,
  • ist eine einheimische und krisensichere Energiequelle,
  • beansprucht wenig Platz und die Nutzung erfolgt ohne massive Eingriffe in Natur und Landschaft,
  • hat deutlich geringere Emissionen und Umweltwirkungen als fossile Energieträger und kann zu einer Reduzierung des Schadstoffausstoßes beitragen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein Großteil unserer Endenergie durch Erdwärme gedeckt werden könnte. In Deutschland und den Nachbarländern gibt es umfangreiche geothermische Ressourcen. Heute können mit Bohrungen Tiefen von 3000 bis 5000 Meter für die G. problemlos genutzt werden. In dieser Tiefe findet man Temperaturen von über 150° C, örtlich auch von über 200° C vor.

In der Europäischen Union gibt es bereits fast 800 MW an geothermischer Kraftwerkskapazität; dazu kommen rund 5000 MW in der Nah- und Fernwärmeversorgung, für Wärmelieferung in der Landwirtschaftlich usw. In fast 100.000 kleineren, dezentralen Anlagen der oberflächennahen G. sind in der EU etwa weitere 1000 MW installiert, der größte Teil davon in Schweden, Deutschland und Österreich. 1999 lieferten die in Deutschland installierten geothermischen Anlagen rund 400 MWth, davon etwa 340 MWth in kleinen, dezentralen Systemen unter 100 kW.

Mit den heute bekannten Ressourcen der hydrothermalen G. könnten etwa 29 Prozent des deutschen Wärmebedarfs, mit denen oberflächennahen G. noch einmal etwa 28 Prozent gedeckt werden.
Bei der Wärmeversorgung mit geothermischer Energie ist ein wirtschaftlicher Betrieb auch bei heutigen Energiepreisen zu erwarten. Auch die Gebäude des Berliner Bundestages (Reichstagsgebäude und umgebende Büroblöcke) nutzen oberflächennahe G. im Rahmen der Wärme- und Kälteversorgung. Ein wissenschaftliches Begleitprogramm wertet in den nächsten Jahren die Erfahrungen dieses weltweit einmaligen Energiekonzeptes aus.

Die verschiedenen Nutzungsformen der G.:

  • In vulkanischen Regionen nutzt man die Dampf- oder Heißwasserlagerstätten.
  • Wasserführende Schichten (Aquifere) gibt es in vielen Bereichen der Erdkruste Man teilt sie ein in heiße (über 100 °C), warme (40 bis 100 °C), oder solche mit Niedrigtemperaturwasser (25 bis 40 °C). Wasser mit einer Temperatur ab 20 °C gilt als Thermalwasser. Anlagen, die das Energieangebot dieser Schichten nutzen, zählt man zur hydrothermalen G. In Deutschland gibt solche Bereiche z. B. in der Norddeutschen Tiefebene zwischen der polnischen und der niederländischen Grenze, im Oberrheintal und in Süddeutschland zwischen Donau und Alpen oder etwa auf der Schwäbischen Alb. Ab etwa 100 °C lassen sich Aquifere auch zur Stromerzeugung nutzen.
  • Hot-Dry-Rock-Kraftwerke kommen zukünftig auch ohne unterirdische Heißdampflagerstätten aus. Sie produzieren Strom und Wärme auch aus heißem, trockenen Gestein. Die Grundlagen dieser Technologie sind entwickelt. Pilotkraftwerke können errichtet werden.

Oberflächennahe G. nutzt das Temperaturangebot im Bereich unterhalb der Erdoberfläche bis etwa 400 Meter, zum Heizen meist in Verbindung mit einer Wärmepumpe. Man kann den Untergrund aber auch direkt als Quelle für Klimakälte nutzen und spart dabei aufwendige Kälteerzeugung.

Unter den erneuerbaren Energien nimmt die G. wegen ihrer Eigenschaften eine besondere Stellung ein: Sie steht unabhängig von Witterung, Tag- und Nachtzeiten immer bedarfsgerecht zur Verfügung.

Im Mai 2000 ist Deutschland dem G.-Abkommen der Internationalen Energie-Agentur beigetreten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert die G. Forschung von 2001 bis 2003 mit rund 12 Millionen Euro und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (
EEG) garantiert für die Einspeisung von Geostrom eine Mindestvergütung. In Deutschland gehört das GeoForschungsZentrum Potsdam in Groß-Schönebeck zu den führenden Forschungseinrichtungen.

Siehe auch: Geothermische Energie.

Autor: KATALYSE Institut

Fracking

Unter Fracking (Hydraulic Fracturing) versteht man eine Tiefenbohrtechnik, bei der bei einer Bohrung durch Einpressen einer Flüssigkeit („Frack-Fluid“) Risse erzeugt und stabilisiert werden. Durch dieses Verfahren wird die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinsschicht erhöht, so dass z.B. ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) möglich ist.

Diese sogenannten unkonventionelle Erdgas-Lagerstätten werden in Kohleflözgas- (Coalbed Methane, CBM), Schiefergas- (Shale Gas) und Tight Gas-Lagerstätten eingeteilt. Schiefergas bietet von den unkonventionell förderbaren Erdgasvorkommen die größten Ressourcen und findet sich in Deutschland vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Technik:
Gas, welches nicht durch die konventionellen Erdgasförderungen gefördert werden kann, befindet sich meist im sogenannten Muttergestein am Entstehungsort des Gases. Dort ist der Lagerstättendruck so gering, dass das Gas bei einer konventionellen Bohrung nicht frei herausströmen kann. Beim Fracking wird dieses Gas an die Erdoberfläche befördert.
Dabei wird Wasser mit beigemischten Chemikalien (Stützmittelflüssigkeit) in die mehrere hundert Meter tiefe Bohrung gedrückt. Die Verrohrung wird durch Zement abgedichtet.
Beim Fracking wird nach der Hauptbohrung, die erst vertikal und danach im Speichergestein horizontal verläuft, eine verdünnte Säure zur Säuberung des Bohrlochs eingeleitet. Danach folgt das Einpressen des Frack-Fluids mit hohem Druck. Dadurch wird das Gestein aufgebrochen (gefrackt). Nun wird die Stütz-Phase hinzugefügt. Das Stützmittel (meist Sand) verbleibt in den Rissen und stabilisiert diese. Ein Teil des Stützmittels bleibt häufig in der Bohrung zurück, so dass es mit Wasser in die Risse gespült werden muss. Danach wird dann das Frack-Fluid (sogenanntes Flowback) wieder zurückgepumpt, während der beigemischte Sand in den Rissen verbleibt, diese stützt und offen hält. Nun werden weitere Bohrungen durchgeführt, durch die dann das Gas nach oben fließt. Das Flowback (bestehend aus Frack-Fluid und Lagerstättenwasser) wird aufbereitet (Abtrennung von Kohlenwasserstoffen und Feststoffe, teilweise auch von Quecksilber und Schwefelwasserstoffen) und dann zumeist in Bohrlöchern verpresst oder wieder aufbereitet und wiederverwendet.

Der Unterschied zur konventionellen Erdgasförderung liegt somit in der Anzahl der Bohrungen und der sogenannten Stimulation (Einpressen von Fluiden in Bohrlochabschnitte).

Gefahren/Risiken
Fracking ist mit großen Umweltauswirkungen wie Lärm, Flächenverbrauch und –Versiegelung, Eingriffen in die Natur und Landschaften, Auswirkungen auf die Biodiversität stofflichen Emissionen, eine mögliche Kontamination der Böden und hohem Wasserverbrauch verbunden. Das beim Fracking benutzte Wasser ist zudem nach der Bohrung mit Chemikalien und Schadstoffen.

Ein großes Risiko ist die Gefährdung des Grundwassers. Das Grundwasserfließsystem ist komplex und lokal verschieden. Durch das Fracking könnte dieses Grundwasserfließsystem verändert werden (laut Meiners & Denneborg (2012) durch Horizontalbohrungen und/oder durch die beim Fracking entstehenden Risse).
Ein (Schad-)Stoffeintrag unmittelbar an der Erdoberfläche ist beim Transport/Lagerung der Frackfluiden (Auslaufen und Versickern von Schadstoffen) oder der Entsorgung des Flowbacks möglich (bei Unfällen, Störfällen oder durch unsachgemäßen Umgang). Dabei kann das Oberflächengrundwasser verschmutzt werden.
In den USA wurden Forschungen zur Verschmutzung des Oberflächenwassers durchgeführt. Dort wurde einerseits Oberflächenwasser in der Nähe von Bohrplätzen und Abwasser von Fracking-Bohrungen nach der Reinigung durch Kläranlagen untersucht. Die Chloridkonzentration war im Abwasser in vielen Fällen erhöht. Chlorid gilt als wassergefährdender Stoff. Gleichzeitig zeigte das Gutachten, dass die Konzentration von Schwebstoffen mit zunehmender Anzahl von Bohrplätzen im Wassergebiet ansteigt. Dies liegt daran, dass das Niederschlagswasser vom Bohrplatz ins Oberflächenwasser fließt. Eine zu hohe Konzentration an Schwebstoffen kann zusätzlich das Wasser belasten. (vgl. SCIENCE).

Auch die Luftbelastung spielt eine Rolle. Das im Flowback enthaltene Methan kann zwar separiert werden und z.B. dem Gasnetz zugeführt werden, doch es besteht auch die Möglichkeit, dass Methan durch undichte Zementierung oder Pipelines an die Oberfläche oder ins Grundwasser gelangt (entzündbares Wasser). Methan ist 25-mal so wirksam wie CO2 und trägt mit rund 20 % zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.

Auch bei den Bohrungen können (Schad-)Stoffe (Frack-Fluide, Reaktionsprodukte, Gase) direkt beim Fracking oder auch einige Zeit nach der Bohrung in die Umgebung gelangen, durch z.B. ungenügende Abdichtung des Bohrlochs oder durch eine (korrosionsbedingte) defekte Zementierung/Casing. Zusätzlich ist es möglich, dass Frackfluide oder Gas durch Gesteinsschichten, Risse und/oder über einen Grundwasserleiter an die Erdoberfläche, ins Wasser oder die umliegenden Gesteinsschichten gelangen. Sowohl das Trinkwasser als auch das Oberflächenwasser und das Grundwasser könnten davon betroffen sein. Außerdem sind einige Bestandteile der Frackfluide als wassergefährdend, kanzerogen, mutagen und/oder reproduktionstoxisch eingestuft (vgl. Meiners & Denneborg: S. C10- C11). Laut Gutachten weisen die in Deutschland untersuchten bereits eingesetzten Frackfluide „hohe bzw. mittlere bis hohe human- und ökotoxikologische Gefährdungspotenziale“ (Meiners & Denneborg: C48) auf.

Bei der Methode des Frackings gibt es viele Wissensdefizite, z.B. bei der Langzeitsicherheit der Zementation. Außerdem gibt es keine ausreichenden Informationsquellen/-angaben zu den eingesetzten Chemikalien und ihren Wirkungen auf die Umwelt und den Menschen. Der Umgang mit dem Flowback, bestehend aus den Frack-Fluiden, Formationswasser (in Gesteinsporen gehaltenes Wasser) und Chemikalien, bietet weitere Unsicherheiten. Nur ein geringer Teil des injizierten Frack-Fluids gelangt mit dem Flowback wieder nach oben (Rosenwinkel et al. 2012, zit. nach Meiners & Denneborg: C51). Die Bestandteile des Flowbacks könnten sich im Boden chemisch transformieren bzw. abbauen und neue eventuell toxische Produkte herstellen. Doch auch hier gibt es große Wissenslücken.
Zusätzlich bereitet die Entsorgung des Flowbacks Schwierigkeiten. Das Verpressen des Flowbacks in den Untergrund ist bis jetzt mit nicht absehbaren Risiken verbunden (z.B. durch Undichtigkeiten könnte das belastete Wasser den Boden und Oberflächengewässer kontaminieren). Das Einleiten in Oberflächengewässer und in die Kanalisation wird kritisch gesehen und kann wegen der hohen Schadstoffkonzentration nur nach aufwendiger Aufbereitung erfolgen. Aus dem gleichen Grund kann das Flowback nicht für landwirtschaftliche Bewässerung verwendet werden. Auch eine Wiederverwertung für weitere Fracks, da die Frack-Fluide nur standortspezifisch eingesetzt werden können, oder eine Entsorgung über Verdunstung ist nicht möglich.

Durch die große Flächeninanspruchnahme bei der Erdgasgewinnung steht diese in Nutzungskonkurrenz zu Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlungen, Natur und Erholungsgebieten (vgl. SRU 2013: S.33). Zudem kommt es durch den Flächenverbrauch, mögliche Schadstoffeinträge, Emissionen, Wasserentnahme, etc. zu Lebensraumverlusten und zu Biodiversitätsverlust.

Die genauen Gefahren/Risiken des Frackings sind durch das komplexe und regional stark variierende Gesteins- und Grundwassersystem bis heute nicht genau identifizierbar und müssten erst für jeden Bohrungsbereich und die umliegende Region analysiert werden. Doch auch Systemanalysen können nicht alle Gefahrenpotentiale ausschließen.

Clean-/Green-Fracking?
Eine Alternative zum Fracking mit umweltschädlichen Chemikalien soll das sogenannte Clean Fracking darstellen. Es gibt verschiedene Ansätze.
So z.B. die Entwicklung eines Frack-Fluids, das keine Umwelt- oder Wasserschäden verursacht. Dazu gibt es Versuche, in denen das 'Frack-Fluid' aus Wasser, Bauxit und Maisstärke besteht, so dass keine umweltschädlichen Chemikalien eingesetzt werden müssen. Das genutzte Wasser wird recycelt und für weitere Bohrungen benutzt (Nutzwasseraufbereitung). Die technische Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit dieser Methode werden allerdings in Frage gestellt.
Weitere Ansätze sind das Wasserstimulations-Konzept (es werden mithilfe hohen Wasserdrucks Risse erzeugt. Die Risse bleiben ohne Stützmitteleinsatz offen. Dies ist allerdings nur in bestimmten Gebieten möglich) oder die Nutzung von geliertem Flüssiggas (
LPG), welches hauptsächlich aus Propan (C3H8) besteht. Durch einen hohen Gasdruck werden Risse gebildet und Propan löst sich mit dem dort vorhandenen Erdgas. Diese Methode ist allerdings umstritten, da Propan zu den leicht entzündlichen Gasen zählt.

Auch beim Clean Fracking bleiben viele Risikopotenziale bestehen. Zwar werden die mit den Chemikalien verbundenen Gefährdungspotenziale verhindert, doch mögliche tiefgreifende Veränderungen des Grundwasserfließsystems sind trotzdem möglich (z.B. durch aufsteigendes oder entnommenes Formationswasser und durch entstehende Austragspfade für Formationswasser und Gase). Ob Clean Fracking eine Alternative zu dem konventionellen Fracking darstellen kann, wird aus Wirtschaftlichkeits-, Umwelt- und Machbarkeitsgründen angezweifelt.

Andere Einsatzgebiete des Frackings
Fracking wird nicht nur zur Erdgasförderung eingesetzt, sondern auch bei der Wassergewinnung, bei der In-situ-Messung von Gebirgsspannungen und bei der Geothermie.
Bei diesen Einsatzgebieten wird als Frack-Fluid nur Wasser verwendet, so dass keine direkte Gefährdung des Grund-/Oberflächenwassers besteht.
Die Gebiete/Regionen, in denen Fracking zur Gewinnung von Erdgas genutzt werden soll, liegen größtenteils in den gleichen Regionen wie die Geothermie-Nutzung und stehen somit in Konkurrenz zu dieser. In diesem Konfliktfeld wird gefordert, dass man die Geothermie, die zu den Erneuerbaren Energien gezählt wird, der Erdgasförderung vorgezogen wird.

USA:
In über 34 Staaten wird inzwischen Fracking zur Erdgasförderung angewendet. Seit Anfang der 2000er Jahre wird in den USA verstärkt Erdgas mittels Fracking gefördert, so dass die USA heute der größte Anwender von Frackingzur Erdgasförderung sind. Weltweit werden die größten Schiefergasvorkommen in den USA (25%) und China (20%) vermutet (Vgl. SRU:S.12). Der Fracking-Boom in den USA hat die Vereinigten Staaten importunabhängiger gemacht und den Erdgaspreis durch das Überangebot von Erdgas gesenkt. Das niedrige Preisniveau wird aber wohl laut Prognosen nicht dauerhaft sein (vgl. SRU S.13). Derweil werden Auswirkungen auf die Umwelt durch das Fracking immer deutlicher (vgl. Fox 2010 / SCIENCE 2013)

Deutschland:
In Deutschland wird das Vorkommen von förderbarem Schiefererdgas auf 0,7 bis 2,3 Bill m3 geschätzt (vgl. BGR 2012). Dies würde etwa für eine Erdgasversorgung von 8 bis 27 Jahre reichen (vgl. SRU 2013: S.12). Zudem wird die Menge des tatsächlich förderbaren Erdgases noch durch die Bohrungsverbote in und in der Nähe von Wasserschutzgebieten, Nationalparke und Naturschutzgebieten vermindert. Eine tatsächliche Potentialabschätzung der Schiefergasförderung ist bis heute nicht möglich.

Trotzdem fordern Energieunternehmen und einige Politiker, dass man auch in Deutschland Fracking zur Erdgasförderung anwenden sollte. Erdgas ist für die Energieversorgung in Deutschland in dem Maße interessant, da sie Deutschland unabhängiger von Erdgasimporten machen könnte. Zudem sind Erdgaskraftwerke flexibel einsetzbar (gut für die dezentrale Energieversorgung) und bei der Energieversorgung durch Erdgas wird weniger CO2 ausgestoßen als bei einer Energieversorgung durch Kohle (Erdgas hat von den Fossilien Energieträgern die beste CO2-Bilanz). Dies ist für Schiefergas allerdings noch nicht bestätigt bzw. umstritten und technologieabhängig (vgl. SRU 2013: S.36). Man bezeichnet Erdgas als Brückentechnologie zur Energieversorgung mit erneuerbaren Energien.
Zur Erprobung der Anwendung von Fracking in Deutschland wurden bisher über 300 bekannte Fracks durchgeführt (Vgl. Meiners & Denneborg: S. A72). Eindeutige Zahlen sind nicht bekannt. Potenzielle Gebiete, wo teilweise schon Frackings durchgeführt werden/wurden bzw. Erdgas in Zukunft gefördert werden könnte, sind Norddeutschland, Teile Bayerns und Baden-Württembergs. Trotz der großen Gefährdungspotentiale ist Fracking in Deutschland nicht verboten, obwohl viele deutsche Bundesländer sich für ein Verbot aussprechen, verpasste die deutsche Bundesregierung 2013 die Chance durch eine Gesetzesänderung zu ein Moratorium zu veranlassen, bis die Risiken der Bohrungen genauer bekannt sind. Auch die geforderten strengeren Auflagen für Bohrungen - verbunden mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung – wurden nicht verabschiedet. Momentan ist es noch möglich, dass Erkundungsbohrungen und Frackingbohrungen auch ohne Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden (geregelt nach dem überholungsbedürftigen Bergrecht). In Frankreich ist Fracking seit 2011 verboten.

Im Mai 2013 kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger an, dass er auf EU-Ebene eine Regelung für das Fracking anstrebe. Dabei fordert Oettinger eine Risiko-Chancen-Abwägung und somit auch, dass man Probebohrungen in Deutschland durchführe, um Erfahrungen und Informationen über die Umweltauswirkungen und Kosten zu erhalten. Oettinger meint, dass Deutschland das Potenzial der Erdgasförderung nicht ignorieren solle. Umweltorganisationen dagegen kritisieren nicht nur die unabsehbaren und nur schwer einschätzbaren Risiken, sondern das die Konzentration auf Fracking auch eine Konkurrenz zu den Erneuerbaren Energien und einen Rückschritt für den Ausbau der Energiewende bedeuten würde. Auch Klimaschutz und Effizienzmaßnahmen könnten durch sinkende Preise für fossile Energieträger (u.a. Kohle) gebremst werden (hervorgerufen durch die Schiefergasförderung). Da in Deutschland nur geringe förderbare Erdgasvorkommen vorhanden und die Förderkosten höher als in Amerika sind, wird zudem der Einfluss der Schiefergasproduktion auf die Erdgaspreise oder eine Versorgungssicherheit angezweifelt. Der SRU (2013) ist der Auffassung, dass die Gewinnung von Schiefergas aus energiepolitischen Grünen nicht förderungswürdig ist (leistet keinen Beitrag zur Energiewende). Außerdem ist es zu kurz gedacht, wenn man auf geringere Energiepreise und eine Stärkung der Wirtschaft durch Fracking hofft. Wenn man die Zerstörung der Natur und die Umweltschäden in die Bilanz des Frackings mit einrechnen würde, lägen die Kosten für Fracking (auch für nachfolgende Generationen) um ein Vielfaches höher. Auch wenn Fracking nach ausreichender Forschung (z.B. analysieren der Standorte, Schließung der gravierenden Wissenslücken) eingesetzt werden kann, sollte und wird wahrscheinlich auch die Energiewende soweit fortgeschritten sein, dass Deutschland für seine Energieversorgung die Brückentechnologie und das gewonnene Erdgas kaum noch benötigen wird (Prognosen besagen, dass der Erdgasbedarf Deutschlands sich stark verringern wird; vgl. SRU 2013). Die Erdgasförderung durch Fracking ist somit nicht nachhaltig, da der potentielle Nutzen nicht die Risiken aufwiegt.

Siehe auch: Erdgas.

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Erosion

Die Abtragung lockerer Bodenteile der Erdoberfläche durch Wasser oder Wind wird als Erosion bezeichnet. Erosion ist an vielen Stellen der Erde ein natürlicher Prozeß, wird aber weltweit durch Nutzung der Böden verstärkt oder oft sogar erst ausgelöst.

Ob und in welcher Höhe es zur Erosion durch Spülung kommt, hängt

1. von äußeren Faktoren wie Art und Menge des Niederschlages, der Geländeform, der Vegetationsart, der Vegetationsdichte und der Landnutzung sowie

2. den Bodeneigenschaften (Bodengefüge, Gehalt an organischer Substanz, Durchwurzelung) ab. Besonders gefährdet sind Brachflächen und Pflanzenkulturen, bei denen die Pflanzen in weitem Abstand zueinander (z.B. Kohl, Wein) und auf Böden ohne festem Gefüge stehen.

Schwerwiegend ist auch der ausgedehnte Anbau spät aufwachsener Feldfrüchte wie
Mais und Zuckerrüben, zu deren Gunsten die Böden wochenlang ohne Schutz gegenüber Wind und Wasser offen gehalten werden. Bodenverschleppung durch strömendes Wasser kann, abhängig von der Hangneigung des Geländes, der Bodenart, ihrem Wasseraufnahmevermögen und dem Bewuchs, als Flächen-, Rillen-, Graben- oder Tunnelerosion auftreten.

Der moderne Ackerbau, der mit seiner Bodenbearbeitung, mit viel Hackfruchtfläche und dem Verschwinden der Hecken und Feldraine das Bodengefüge zerstört, begünstigt jede Art von Erosion Seit 1960 hat der Bodenabtrag in der BRD um ca. 60% zugenommen, der Verlust liegt bei 4-8 mm Boden pro Jahr. Erosion kann weder von der Bodenneubildung (ca. 0,1 mm/Jahr) kompensiert, noch anderweitig rückgängig gemacht werden.

Neben Ackerland sind auch Wald- und Grünlandböden sowie Siedlungsböden von Erosion betroffen. Besonders anfällig sind Böden an Berghängen in höheren Mittelgebirgen (oberhalb 1.200-1.300 m) und im Hochgebirge.

Die dauerhafte, dichte Pflanzendecke (Wald-, Strauch-, Stauden- oder Graslandbestände), die mit ihrer bodenbildenden und -schützenden Funktion den besten Schutz vor Erosion bietet, wird durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt bzw. beschädigt: übermäßiger Bau von Straßen, Wirtschafts- und Wanderwegen sowie von Skiabfahrten, zu hohe Wildbestände und ungeregelte und zu starke Beweidung durch Nutztiere.

Siehe auch: Wasser, Monokultur, Schutzwald, Wüste

Autor: KATALYSE Institut

Demeter

Demeter ist das Markenzeichen für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise.

Angeregt durch Rudolf Steiners "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft" und anknüpfend an Goethes Methode der Naturerkenntnis betrachten Demeter-Bauern ihren Hof als lebendigen, einzigartigen Organismus. Sie haben nicht allein die konkreten materiellen Substanzen, die physischen Kräfte der Natur, im Blick, sondern auch die gestaltenden Kräfte des Kosmos.

Sensible Naturbeobachtungen schulen und beeinflussen die tägliche Arbeit. Im Bemühen um einen ganzheitlichen Ansatz und ein spirituelles Verständnis entwickeln die Demeter-Bauern auch eigene Strategien, mit Ressourcen umzugehen. Deshalb gibt es hier viele Vorreiter in Sachen alternative Energien und nachwachsende Rohstoffe.

Verantwortung für die Gesundheit von Mensch und Erde erfordert mehr als das Weglassen von Chemie, mehr als Kompostwirtschaft und Gründüngung - sie braucht die aktive Unterstützung und Gestaltung der Lebensprozesse 1924 hielt Steiner einige Vorträge. Der "Versuchsring anthroposophischer Landwirte" erprobt umgehend die Angaben Steiners in der landwirtschaftlichen Praxis.

Die "Verwertungsgenossenschaft für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsmethode" wird drei Jahre später gegründet. 1928 wurde das Demeter- Warenzeichen eingeführt. 1950 erschien die erste "Lebendige Erde", die Zeitschrift des Forschungsrings. Das "Institut für biologisch-dynamische Forschung" wird in Darmstadt gegründet woraus sich 1954 der; Demeter-Bund, konstituierte. Demeter International e.V. wurde 1997 als Zusammenschluss aller 19 Demeter- Organisationen gegründet, wodurch Demeter auf jedem Kontinent vertreten ist.

1999 richtet sich Demeter (der Verband wurde nach der griechischen Göttin der Fruchtbarkeit benannt) auf den globalisierten Handel ein und die Verarbeitungsrichtlinien gelten weltweit, das Erscheinungsbild und das Markenzeichen werden überarbeitet. Mehr als 3500 Demeter- Produkte sind mittlerweile im Sortiment, 1350 Mitgliedsbetriebe sind in Deutschland tätig, die insgesamt 50,000 ha Anbaufläche bewirtschaften.

Kontakt:
Demeter-Bund e. V.
Brandschneise 1
64295 Darmstadt
Tel: 06155 - 84 69-0
Fax: 06155 - 84 69-11
E-Mail: info@demeter.de
www.demeter.de

Autor: KATALYSE Institut

Bodenversauerung

Die B. stellt für die meisten mitteleuropäischen Böden einen natürlichen Vorgang dar.

Säuren entstehen v.a. durch das beim Abbau von Biomasse und der Wurzelatmung freigesetzte Kohlendioxid, aus der sich Kohlensäure bildet, sowie bei der Nitrifikation (Mikrobielles Transformationsvermögen) von mineralischem Stickstoff und der Humifizierung (Humus). Diese natürlich ablaufenden Prozesse beeinflussen die Prozesse der Bodenbildung und sind dadurch maßgeblich an der Ausbildung der Vielzahl von Bodentypen beteiligt.

Die mit der B. verknüpfte Verschlechterung der Standorteigenschaften für die Vegetation und Bodenorganismen wird bei landwirtschaftlich genutzten Böden i.d.R. durch gezielte Kalkung und Düngung kompensiert.

Erst als Folge der starken Nutzung fossiler Brennstoffe sind die Prozesse der B. so weit verstärkt worden, dass sie zu negativen Veränderungen der Ökosysteme geführt haben. Der Eintrag sauer wirkender Luftschadstoffe ist maßgeblich an der Entstehung der Waldschäden (Waldsterben) beteiligt.

Neben den Emissionen von Schwefeldioxid und Stickoxiden (saurer Regen), die für die Immission starker Säuren verantwortlich sind, stellen in Gebieten mit Massentierhaltung erhöhte Einträge von Ammonium (Gülle nach ihrer Nitrifikation) einen indirekten Eintrag von Säure dar.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenversalzung

Der Prozeß der Bodenversalzung läßt sich gliedern in eine unter natürlichen Bedingungen ablaufende Versalzung und in eine künstliche Versalzung, die durch Bewässerung (Melioration) hervorgerufen wird.

Nach den Quellen der Versalzung ist nach Salzzufuhr aus Grundwasser, Niederschlag, Düngung oder winterlichen Streumaßnahmen zu unterscheiden.

1.) Natürliche Versalzung kommt in unserem Klimabereich (humid) nur im Einflußbereich des Meeres vor (Marschböden). Im trocken-heißen Klima (arid) versalzen dagegen auch Böden im Binnenland, da mit dem Verdunstungssog gelöste Salze nach oben steigen und sich an der Bodenoberfläche als Salzkruste ansammeln. Zu starker Bodenversalzung kann es bei Böden mit Grundwasseranschluß kommen.

2.) Eine künstliche Versalzung findet in den Böden humider Klimate einmal bei der Abwasserverrieselung (Natriumreich) und zum anderen am Straßenrand bei starkem Streusalzeinsatz (Streumittel) statt. Im ariden Klima erfolgt die künstliche Versalzung von Böden bei unsachgemäßer Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen.

Durch Bodenversalzung infolge Bewässerung sind weite Gebiete z.B. in Indien, im Irak, in Ägypten, in der Sowjetunion, in den USA usw. völlig unproduktiv geworden (Indus-Wasser mit nur 0,03% an löslichen Salzen hinterläßt z.B. bei einer Bewässerung von 300 mm jährlich 900 kg Salze je ha).
Der Salzgehalt von Böden kann über die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit ermittelt werden.

Siehe auch: Bewässerung, Melioration.

Autor: KATALYSE Institut

Bodenverdichtung

Durch häufiges Befahren und Betreten werden die Bodenteilchen dichter zusammengebracht, was eine Verringerung des Porenvolumens des Bodens zur Folge hat.

Dies bedeutet einen geringeren Gehalt an Bodenluft, geringere Luftdurchlässigkeit, geringere Versickerungsrate des Wassers und eine verringerte Durchwurzelbarkeit des Bodens für Pflanzen.

Durch den Einsatz immer größerer und schwererer landwirtschaftlicher Maschinen sind Pflugsohlen bei immer häufigerem Befahren des Ackers (Pflügen, Grubbern, Eggen, mehrfache Düngung und Pflanzenschutz, Ernte) unvermeidlich. Eine verminderte Bodenfruchtbarkeit ist v.a. bei schweren Böden die Folge.

Siehe auch: Regenwurm.

Autor: KATALYSE Institut