Bodenversauerung

Die B. stellt für die meisten mitteleuropäischen Böden einen natürlichen Vorgang dar.

Säuren entstehen v.a. durch das beim Abbau von Biomasse und der Wurzelatmung freigesetzte Kohlendioxid, aus der sich Kohlensäure bildet, sowie bei der Nitrifikation (Mikrobielles Transformationsvermögen) von mineralischem Stickstoff und der Humifizierung (Humus). Diese natürlich ablaufenden Prozesse beeinflussen die Prozesse der Bodenbildung und sind dadurch maßgeblich an der Ausbildung der Vielzahl von Bodentypen beteiligt.

Die mit der B. verknüpfte Verschlechterung der Standorteigenschaften für die Vegetation und Bodenorganismen wird bei landwirtschaftlich genutzten Böden i.d.R. durch gezielte Kalkung und Düngung kompensiert.

Erst als Folge der starken Nutzung fossiler Brennstoffe sind die Prozesse der B. so weit verstärkt worden, dass sie zu negativen Veränderungen der Ökosysteme geführt haben. Der Eintrag sauer wirkender Luftschadstoffe ist maßgeblich an der Entstehung der Waldschäden (Waldsterben) beteiligt.

Neben den Emissionen von Schwefeldioxid und Stickoxiden (saurer Regen), die für die Immission starker Säuren verantwortlich sind, stellen in Gebieten mit Massentierhaltung erhöhte Einträge von Ammonium (Gülle nach ihrer Nitrifikation) einen indirekten Eintrag von Säure dar.

Autor: KATALYSE Institut

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