Erosion

Die Abtragung lockerer Bodenteile der Erdoberfläche durch Wasser oder Wind wird als Erosion bezeichnet. Erosion ist an vielen Stellen der Erde ein natürlicher Prozeß, wird aber weltweit durch Nutzung der Böden verstärkt oder oft sogar erst ausgelöst.

Ob und in welcher Höhe es zur Erosion durch Spülung kommt, hängt

1. von äußeren Faktoren wie Art und Menge des Niederschlages, der Geländeform, der Vegetationsart, der Vegetationsdichte und der Landnutzung sowie

2. den Bodeneigenschaften (Bodengefüge, Gehalt an organischer Substanz, Durchwurzelung) ab. Besonders gefährdet sind Brachflächen und Pflanzenkulturen, bei denen die Pflanzen in weitem Abstand zueinander (z.B. Kohl, Wein) und auf Böden ohne festem Gefüge stehen.

Schwerwiegend ist auch der ausgedehnte Anbau spät aufwachsener Feldfrüchte wie
Mais und Zuckerrüben, zu deren Gunsten die Böden wochenlang ohne Schutz gegenüber Wind und Wasser offen gehalten werden. Bodenverschleppung durch strömendes Wasser kann, abhängig von der Hangneigung des Geländes, der Bodenart, ihrem Wasseraufnahmevermögen und dem Bewuchs, als Flächen-, Rillen-, Graben- oder Tunnelerosion auftreten.

Der moderne Ackerbau, der mit seiner Bodenbearbeitung, mit viel Hackfruchtfläche und dem Verschwinden der Hecken und Feldraine das Bodengefüge zerstört, begünstigt jede Art von Erosion Seit 1960 hat der Bodenabtrag in der BRD um ca. 60% zugenommen, der Verlust liegt bei 4-8 mm Boden pro Jahr. Erosion kann weder von der Bodenneubildung (ca. 0,1 mm/Jahr) kompensiert, noch anderweitig rückgängig gemacht werden.

Neben Ackerland sind auch Wald- und Grünlandböden sowie Siedlungsböden von Erosion betroffen. Besonders anfällig sind Böden an Berghängen in höheren Mittelgebirgen (oberhalb 1.200-1.300 m) und im Hochgebirge.

Die dauerhafte, dichte Pflanzendecke (Wald-, Strauch-, Stauden- oder Graslandbestände), die mit ihrer bodenbildenden und -schützenden Funktion den besten Schutz vor Erosion bietet, wird durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt bzw. beschädigt: übermäßiger Bau von Straßen, Wirtschafts- und Wanderwegen sowie von Skiabfahrten, zu hohe Wildbestände und ungeregelte und zu starke Beweidung durch Nutztiere.

Siehe auch: Wasser, Monokultur, Schutzwald, Wüste

Autor: KATALYSE Institut

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