Leichtbetonsteine

L. werden mit Zement als Bindemittel und verschiedenen Zuschlägen hergestellt.

Nach DIN 18152 unterscheidet man L. nach ihren Zuschlägen Blähton und Bims (Natur- oder Hüttenbims). Als weiterer Zuschlag für L. kann Ziegelsplitt eingesetzt werden. Der Primärenergiebedarf zur Herstellung aller L., bis auf Blähton- (339 kWh/m3) und Hüttenbims-L., ist i. Vgl. zu anderen Mauerwerkssteinen mittel bis gering (Naturbims 203 kWh/m3). Mittlerweile sind auch L. auf dem Markt, die mit unvermörtelter Stoßfuge vermauert werden können. L. können mit Einschränkung als ökologisch empfehlenswert eingestuft werden.

siehe auch: k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Bhopal

Seit 1977 wurden in der B.-Pestizidfabrik von Union Carbide pro Jahr 2.500 t des Schädlingsbekämpfungsmittels (Pflanzenschutzmittel) Sevin produziert, das nicht so persistent (Persistenz) ist wie z.B. DDT. Es kann über Phosgen oder wie in B. über Methylisocyanat (MIC) hergestellt werden.

Am 3.12.1984 barsten die Sicherheitventile, worauf ca. 30 t MIC entwichen.
Fazit: 3.000 Menschen gestorben, 20.000 werden insgesamt erblinden, 200.000 wurden verletzt: Hirnschäden, Lähmungen, Lungenödeme, Herz-, Magen-, Nieren-, Leberleiden, Unfruchtbarkeit, Mißbildungen.
Ausbreitungsverhalten der Giftgase sowie Vergiftungsbild lassen darauf schließen, daß ein Gasgemisch aus Phosgen und MIC ausgetreten war.

    Ursachen:

  • Die Industrienationen exportieren ihre größten Produktionsrisiken in die unterentwickelten Länder der Dritten Welt, weil dort das Sicherheitsbewußtsein noch nicht so weit entwickelt ist und damit die Produktionskosten geringer sind. Der Preis an Menschenleben für den industriellen Fortschritt in der Dritten Welt ist sehr hoch:
  • Jährlich sterben 20.000 Menschen an falsch gehandhabten Pflanzenbehandlungsmitteln.
  • Die Zahl der Erkrankungen und Verletzungen sind unschätzbar groß (45.000 bis über 500.000!). Allein in Sri Lanka 12.000 Erkrankungen durch Pestizid-Vergiftungen (1980).

Union Carbide hatte versprochen, den über 500 Kindern, die ihre Eltern durch das Giftunglück verloren haben, ein Waisenhaus zu bauen. Die hierfür geplanten 3 Mio DM erscheinen sehr wenig im Vergleich zu den über 230 Mio DM Reingewinn, die Union Carbide vornehmlich in der Dritten Welt erwirtschaftet. Die Union Carbide wurde 1991 rechtskräftig zur Zahlung von 360 Mio US-Dollar verpflichtet.

Autor: KATALYSE Institut

Lehm

L. und Holz waren die einzigen Grundbaustoffe für den Hausbau der frühen Germanen.

Der Baustoff L. ist ein Gemisch aus den Verwitterungsgesteinen Ton und Sand (Schluff bis Kies). L. kann von Ort zu Ort sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Enthält es viele bindige Bestandteile, d.h. feine, tonige Teilchen, so bezeichnet man ihn als "fett". L. mit hohem Sandanteil nennt man "mager". Die Farbe variiert von Braun- über Rot- bis zu Gelbtönen, je nachdem, welche im Ton enthaltenen Metallverbindungen überwiegen. L. erhärtet ausschließlich durch Lufttrocknung. Da er nicht chemisch abbindet wie Kalk oder Zement, besitzt er die Eigenschaft, bei erneuter Wasserzugabe wieder plastisch und formbar zu sein, also völlig wiederverwendbar (Recycling). Das bedeutet aber auch, daß er nicht beständig ist gegen Feuchtigkeit. Durch konstruktive Maßnahmen (d.h. große Dachüberstände, Putze, Bekleidungen, Mauersockel) können Probleme durch Regen und Spritzwasser konstruktiv umgangen werden.
L. ist ein Wand- und Deckenbaustoff, der in weiten Teilen der Erde eine lange Tradition hat. Er eignet sich für die Herstellung von Steinen, Putz, Mörtel, ganzen Wänden und zu Ausfachungen von Fachwerken und Geschoßdecken. In Deutschland gewinnt er wieder an Beliebtheit, v.a. aufgrund der guten bauphysikalischen und umweltfreundlichen Eigenschaften. L. ist sorptionsfähig (Sorptionsvermögen), hygroskopisch, bindet Gerüche, regeneriert die Raumluft, gibt keine giftigen Gase und Dämpfe ab, brennt nicht, konserviert

Holz, hat ein gutes thermisches Verhalten, ist wärmespeicherfähig (k-Wert), hat gute Schallschutzeigenschaften, ist langfristig verfügbar, ist wiederverwendbar, ist regional verfügbar, ist vom Material her sehr billig und kann in Eigenleistung verbaut werden. Die gewerbsmäßige Verarbeitung scheitert meist an den hohen Lohnkosten.
L. wird in verschiedenen Ausführungen für den Hausbau verwendet. Wände aus Stroh-L. oder Blähton-L. werden wegen der verbesserten Wärmedämmeigenschaften bevorzugt als Außenwände aufgebaut. Innenwände werden wegen erhöhter Wärmespeicherfähigkeit (k-Wert) aus Stampf-L. erstellt. Man unterscheidet drei verschiedene Bautechniken: an Ort und Einbaustelle in Schalung gestampfter L. oder L.-Gemisch, L. wird von Hand in einzelnen Steine, Platten und Blöcke geformt, getrocknet und dann vermauert und Fachwerkausfachungen deren Geflecht z.B. aus Weidenruten mit L. beworfen werden.
Baubiologisch und ökologisch gesehen ist L. zusammen mit
Holz das ideale Baumaterial.

Autor: KATALYSE Institut

Bauxit

Bauxit ist ein Verwitterungsprodukt aus tonhaltigem Kalk-Silikatstein. Es wurde erstmals 1821 in Les Baux in Südfrankreich entdeckt; der Ort gab dem Bauxit seinen Namen.

Bauxit stellt ein Gemenge von Tonerde-Mineralen wie etwa Aluminiumoxiden und Aluminiumhydroxiden und anderen Mineralen dar. Bauxit besteht aus 50 bis 75 Prozent Aluminiumoxid (Al2O3) als auch wasserhaltigen Eisen(III)oxid, Kieselsäure, und Titandioxid (TiO2). Bauxit ist meist weiß, durch Eisenverbindungen kann es eine Rotfärbung bekommen.
Bauxit ist unerlässlich für die Aluminiumherstellung durch Schmelzflusselektrolyse und wird für die Herstellung von Schleifmitteln, feuerfesten Ziegeln und zur Schmierölraffination verwendet.

Große Förderländer sind Australien, Guinea und Brasilien, als auch Frankreich, Spanien, Griechenland, Ungarn, Rumänien, Japan, Russland und Nordchina, in denen Bauxit meist im tagebau gefördert wird. 1998 umfasste die weltweite Förderung rund 128 Millionen Tonnen. Die heute bekannten Bauxit-Ressourcen reichen nach aktuellen Berechnungen für die nächsten 200 Jahre.

Bauxit zur Aluminiumherstellung wird nach dem Bayer-Verfahren hergestellt. Hierbei werden die Aluminiumhydroxide des fein gemahlenen Bauxit in Natronlauge gelöst, die unlöslichen Eisenverbindungen werden abgetrennt (Rotschlamm). Die verdünnte Aluminatlauge scheidett nach Zusatz von frischem Aluminiumhydroxid reines Aluminiumhydroxid ab. Aus dem getrocknetem Aluminiumhydroxid (Reinb.) wird unter Kryolith-Zugabe eine Schmelze hergestellt und elektrolytisch zersetzt, so dass durch die Schmelzflusselektrolyse Aluminium entsteht.

Für die Herstellung von einer Tonne Aluminium benötigt man folgende Rohstoffe:

  • 4.000 kg Bauxit,
  • 150 kg Natriumhydroxid,
  • 20 kg Aluminiumfluorid und
  • 485 kg Kokselektroden.

siehe auch: Aluminiumherstellung

Autor: KATALYSE Institut

Baukastenwaschmittel

Universelles Waschmittelsystem aus mindestens zwei Komponenten, das eine flexiblere Anpassung an die unterschiedlichen Waschanforderungen erlaubt, als ein einziges Produkt, z.B. Vollwaschmittel (Waschmittel).

Dadurch kann mit B. bei vergleichbarer Waschleistung der Chemikalieneintrag in die Umwelt reduziert werden. Zumeist bestehen B. aus drei Komponenten:

  1. einem Basiswaschmittel, das frei von Bleichmittel ist und für weiches Wasser (Wasserhärte-Bereich 1) dosiert wird,
  2. einem Enthärter, der die Anpassung des B. an die unterschiedlichen Wasserhärten sicherstellt und
  3. einem Bleichmittel, das nur bei starker Verschmutzung und bleichbarer Wäsche zum Einsatz kommt.

Dem B. wird von Umwelt- und Verbraucherverbänden das größte Einsparungspotential in Sachen Chemikalienverbrauch zugeschrieben. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß die verschiedenen Systeme nicht überdosiert werden, was vielfach durch mangelnde Kenntnis geschieht.

1991 lag der Anteil aller B. am Waschmittelmarkt noch unter 5%. Zur Förderung der Akzeptanz von B. beim Verbraucher wurden daher im Sommer 1991 Kriterien zur Vergabe des Umweltzeichens an dreiteilige B. verabschiedet. Damit ist das B. der einzige Waschmitteltyp, der mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden kann.

Autor: KATALYSE Institut

Latexfarben

L. enthalten als Bindemittel entweder synthetisch hergestellten Styrol-Butadien-Latex oder, wie in Naturfarben, natürlichen Latex, also Kautschukmilch.

Natur-L. zeichnen sich im Gegensatz zu den Synthese-Latex-Produkten durch gute dampfdiffusions- und technische Eigenschaften aus.

siehe auch: Lacke und Anstrichfarben, Styrol-Butadien-Latex, Kautschukmilch

Autor: KATALYSE Institut

Lasur

Dünnschichtige, offenporige Beschichtung, die besonders für die Beschichtung von Holzoberflächen geeignet ist.

Produkte unter 10% Lösemittel zumeist auf Acrylatbasis können mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Diese können aber aufgrund der Alkalibeständigkeit des Bindemittels nur lösemittelhaltig abgebeizt werden.
Ansonsten sind L. ohne Vorbehandlung durch Überstreichen renovierbar. L. müssen im Außenbereich wegen geringer Schichtdicke relativ häufig erneuert werden. L. von Naturfarbenherstellern sind wegen eingesetzter Baumharze als Bindemittel sehr gut für die Behandlung von Holzoberflächen geeignet.

 

siehe: Naturfarben

Autor: KATALYSE Institut

Batterieherstellung

Bei der B. fallen erhebliche Mengen an Bleistaubverbindungen an (Blei, Bleihütte).

Bekannt geworden sind die Emissionen der Akkumulatorenfabrik Sonnenschein in Berlin. In mehreren mit Mitteln des Altanlagensanierungsprogramms der Bundesregierung geförderten Projekten wurden die Bleiemissionen in Betrieben der B. inzwischen drastisch gesenkt. Bei einer Fabrik im Raum Kassel wurden die jährlichen Emissionen von 2.600 kg auf 20 kg Bleiverbindungen gesenkt. Zur Reduzierung der Staubemissionen (Staub) werden Schwebstoffilter (Gewebefilter) eingesetzt. Mit doppelstufigen Filtern wurden sogar Reingasstaubgehalte von weniger als 0,1 mg/m3 erreicht. Mit den Schwebstoffiltern kann der Bleistaub für die Produktion zurückgewonnen werden und fällt nicht wie bei den früheren Naßentstaubern (Wäscher) als Schlamm an, der deponiert werden muß. Die TA Luft 1986 schreibt für die Herstellung von Blei-Akkumulatoren einen Grenzwert der Staubemission von 0,5 mg/m3 und der Emission von Schwefelsäure von 1 mg/m3 vor.

Siehe auch: Batterie, Batterieentsorgung, Akkumulator, Staub

Autor: KATALYSE Institut

Lacke und Anstrichfarben

Lacke sind aus Filmbildnern, Farbstoffen bzw. Pigmente, Lösemitteln sowie Hilfsstoffen zusammengesetzt

Filmbildner bestehen aus Bindemitteln, die auf dem Untergrund haften und die Farbmittel tragen, und aus Weichmachern, die eine Versprödung des Films verhindern sollen. Bindemittel aus Naturharzen wie Kolophonium und Mastix oder Dammar enthalten natürliche Stoffe, die Weichmacherfunktion übernehmen.
Kunstharzbindemittel müssen von den sie bildenden Bausteinen, den Monomeren, gereinigt werden, weil diese oft gesundheitsschädlich sind, so daß extra Weichmacher hinzugesetzt werden müssen, um den Film elastisch zu erhalten. Diese Weichmacher machen bis zu 50 Gewichtsprozent des Filmbildners aus.
Als Kunstharze werden Acrylatharze, Epoxidharze, Polyurethanharze, Polyesterharze u.a. verwendet.
Als halbsynthetische Bindemittel werden Alkydharze und Nitrocelluloseharze bezeichnet, die durch chemische Umwandlung von Leinöl bzw. Zellulose hergestellt werden. Aus den Namen der Bindemittel werden die Benennungen der Lacke abgeleitet, z.B. Alkydharzlacke oder Nitrocelluloselacke.
Im Filmbildner sind die Farbstoffe oder die Pigmente sowie Füllstoffe enthalten, die die Deckkraft erhöhen sollen. Farbstoffe kommen in der Natur in großer Vielfalt vor und werden von alters her zum Färben von Oberflächen oder Textilien verwendet. Bekannt sind Henna, Indigo, Krapp, Purpur und Reseda.
Alle Abfälle bei der Gewinnung natürlicher Farbstoffe sind kompostierbar. Im Gegensatz dazu ist die Produktion künstlicher Farbstoffe sehr abfallintensiv. Während der Herstellung sind die Arbeiter häufig krebserzeugenden Arbeitsstoffen ausgesetzt, wie z.B. den aromatischen Aminen. Pigmente sind feste, unlösliche Teilchen, die in größerer Menge zugegeben werden müssen, da nur die sichtbare Oberfläche der Teilchen auch farbig wirkt.
Natürliche Pigmente sind Kreide und Erdfarben, die ihre Namen häufig nach dem Gewinnungsort tragen. Synthetische Pigmente sind entweder Salze von Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Chrom und Titan, die teilweise sehr gesundheitsschädlich sind und daher mehr und mehr ersetzt werden durch synthetische organische Pigmente, die aus Erdölprodukten hergestellt werden.
Diese Mischung aus Bindemitteln mit Weichmachern und Farbstoffen oder Pigmenten wird nun in Lösemitteln aufgenommen, um sie filmbildend und verfließbar zu halten. Damit sie verarbeitet werden kann, wird noch mehr Lösemittel hinzugegeben, so dass der Lack bis zu 70 Prozent aus Lösemitteln besteht, die nach der Verarbeitung verdunsten und den Film entstehen lassen. Man kann aber auch diese Mischung mit Hilfe von Emulgatoren im Wasser fein verteilen und erhält somit eine Dispersion. Bei Wandfarben wurden schon immer Dispersionen verwendet, da sich Casein und Leim sehr gut in Wasser dispergieren lassen.
Erst seitdem Lösemittel in die Gesundheits- und Umweltdiskussion geraten sind, werden auch bei Lacken Dispersionen hergestellt, und zwar hauptsächlich mit Acrylaten. Lacke, die weniger als zehn Prozent chemische Lösemittel enthalten, können mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Neben der Lösemittelbeschränkung sind auch andere Stoffe begrenzt, so z.B. Schwermetalle. Jedoch ist es nach wie vor erlaubt, bis 0,5 Prozent bleiorganische Verbindungen als Trockenstoffe zu verwenden, obwohl es andere, weniger schädliche schwermetallorganische Verbindungen gibt, die den Film durch katalytische Reaktion erhärten lassen.
Als Hilfsstoffe finden noch sogenannte Topfkonservierer Verwendung, die die noch nicht verarbeiteten Lacke vor mikrobiellem Befall schützen. Früher wurde zu diesem Zweck Formaldehyd verwendet, das ein starkes Allergen ist und im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Heute werden zur Topfkonservierung Stoffe verwendet, die nach und nach Formaldehyd in geringen Mengen freisetzen, die jedoch ausreichen, bei sensiblen Menschen Allergien auszulösen.
Auch andere Fungizide wie z.B. zinnorganische Verbindungen sind gesundheitsschädlich und in der Innenraumluft gestrichener Räume nachweisbar. Naturfarbenhersteller verzichten auf Topfkonservierer, da die verwendeten Balsamterpene pilzhemmende Eigenschaften haben. Innerhalb eines halben bis eines ganzen Jahres sollten Lacke jedoch verarbeitet werden.

Autor: KATALYSE Institut

Basen

Im herkömmlichen Sinn chemische Verbindungen, die mit Säuren Salze bilden; reagieren basisch = alkalisch, da in wäßriger Lösung Hydroxid-Ionen (OH-Ionen) auftreten.

Siehe auch: Laugen, pH-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Azofarbstoffe

Klasse von Farbstoffen und organischen Pigmenten, die als farbgebende Gruppe eine oder mehrere Azogruppen enthalten.

A. finden breite Verwendung, von Textilfarben über Lebensmittelfarben bis hin zu Beschichtungsstoffen. Zahlreiche A. sind als krebserregend bekannt geworden und wie z.B. das Buttergelb als Lebensmittelfarbstoff verboten. A. werden aus krebserregenden Rohstoffen hergestellt.

Ein Aufspalten der A. in ihre Komponenten auf der Haut (beim Tragen von Textilien) und auch im Organismus durch Aufnahme mit der Nahrung ist nicht ausgeschlossen. Zu einer Einstufung aller A. als krebserregend hat sich die MAK-Kommission bislang nicht durchgerungen (MAK-Werte). In Norwegen und Griechenland sind A. als Lebensmittelfarben gänzlich verboten.

In Deutschland gelten demgegenüber nicht einmal Beschränkungen für das als Lebensmittelfarbstoff eingesetzte Tartrazin. Von den bis 1991 EG-weit nach dem Chemikaliengesetz angemeldeten ca. 5.000 neuen Stoffen sind ca. die Hälfte A. oder deren Vorprodukte.

Siehe auch: Textilfärbung

Autor: KATALYSE Institut

Autotrophie

Autotrophe Organismen, wie z.B. höhere Pflanzen, sind in der Lage, sich alle für ihren Bau und ihren Betrieb notwendigen Verbindungen aus anorganischer Substanz aufzubauen und auch die Energie aus Quellen ihrer unbelebten Umgebung (Strahlung, chemische Potentialdifferenzen), z.B. mit Hilfe von Chlorophyll in der Photosynthese, zu beziehen.

Ihnen stehen die heterotrophen Organismen (Konsumenten) gegenüber, die auf die von den autotrophen Organismen (Produzenten) produzierten organischen Verbindungen in ihrem Energiestoffwechsel angewiesen sind.

Autor: KATALYSE Institut

Atome

Etwa 470 v. Chr. geprägter Name für die kleinsten Teilchen chemischer Verbindungen (Moleküle).

A. sind chemisch nicht weiter teilbar, mit physikalischen Methoden können sie in Elementarteilchen aufgespalten werden. Alle Stoffe und Organismen bestehen aus A. In der Natur kommen ca. 90 verschiedene, teils unbeständige (Radioaktivität) Atomsorten vor. Zusätzlich wurden bis 1983 weitere 18 Atomsorten künstlich hergestellt, die jedoch alle unbeständig sind.
Jedes A. besteht aus einem positiv geladenen A.-Kern und einer negativ geladenen Elektronenhülle. Insg. verhält sich ein A. elektrisch neutral. Der A.-Kern selbst wird wiederum aufgebaut aus Protonen und Neutronen.
Er bestimmt im wesentlichen die Masse des A. Die Hülle des A. wird gebildet von den Elektronen, die das chemische Verhalten und die optischen Eigenschaften des A. bestimmen. A., die sich chemisch gleich verhalten, sich aber im Aufbau ihrer Kerne unterscheiden, nennt man Isotope.

Siehe auch: Moleküle

Autor: KATALYSE Institut

Atombombe

Siehe Atomwaffen.

Autor: KATALYSE Institut

Assimilation

Umwandlung von aus der Umgebung aufgenommenen anorganischen Substanzen in körpereigene organische Stoffe.

1) Bezieht sich i.a. auf die Kohlenstoff-Asimmilation der chlorophyllhaltigen Pflanzenteile. Dabei wird Kohlendioxid (CO2) aus der Luft mit Hilfe des Sonnenlichts und Wasser zu Glucose (Traubenzucker) umgewandelt (Photosynthese). Die A.-Intensität ist von den Faktoren: Temperatur, Wasser, CO2-Versorgung, Lichtintensität u.v.a. abhängig. Die Netto-A. eines Buchenwaldes pro Jahr beträgt ca. 21.500 kg Glucose, bzw. 8,6 t Kohlenstoff/Hektar. Die Kohlenstoff-A. ist ein wichtiger Faktor zur Reduktion des CO2-Gehalts in der Atmosphäre (Treibhauseffekt). 2) Produktion von pflanzeneigenen Stickstoffverbindungen im Boden, wobei Ammonium-Ionen in Kohlenstoffgerüste eingebaut werden und Aminosäuren entstehen (Stickstoff-A.). 3) Aufbau körpereigener Stoffe aus Abbauprodukten der Nahrung, z.B. Proteine aus Aminosäuren.

Autor: KATALYSE Institut

Applikation

Verabreichung, z.B. von Pflanzenschutz-, Dünge- oder Arzneimitteln.

Im Pflanzenbau bestehen je nach A.-Verfahren und A.-Form große Unterschiede bezüglich des Wasserbedarfs oder der Aufwandmenge des ausgebrachten Mittels. Weitere Gefahren können durch pflanzenschädigende Wirkungen bei ungenauen oder falschen Dosierungen entstehen. Für die möglichst gezielte A. mit geringer Verdriftung spielen der Zeitpunkt der Ausbringung (Witterung, Wachstumsstadium der Kultur) sowie die Spritztechnik (Spritzgeräte) eine maßgebliche Rolle.

Von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind die Verwehungsverluste bei staubförmigen oder flüssigen Mitteln sowie Abtropfverluste und die Verdunstung bei flüssigen Mitteln. Die Abgabe der Stoffe an die Luft ist wesentlich größer als die Versickerung in den Boden. Dabei ist die Verdunstung von der Pflanzenoberfläche deutlich höher als von der Bodenoberfläche.

In der Tierhaltung werden die Behandlungsmittel dem Futter zugesetzt oder direkt verabreicht (z.B. Injektionen). Viele Stoffe werden vorbeugend eingesetzt (z.B. gegen Wurmbefall). Bis die Arzneien durch den Organismus weitgehend abgebaut werden, muß eine Karenzzeit eingehalten werden, in der die tierischen Produkte nicht weiterverarbeitet oder verkauft werden dürfen.

Bestimmte Medikamente (z.B.
Antibiotika) werden zweckentfremdet als Wachstumsstimulatoren oder zur besseren Futterverwertung angewandt. Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel.

Siehe auch: Düngemittel

Autor: KATALYSE Institut

Anaerob

= unter Abwesenheit von Sauerstoff.

Beispiel für einen a. biologischen Prozeß ist die alkoholische Gärung. Technische Anwendung z.B. Biogasanlage. Gegensatz: aerob

Autor: KATALYSE Institut

Aluminiumrecycling

Industrieabfälle, Legierungszusätze und Aluminiumabfälle werden in einem 650 Grad C heißen chloridhaltigen Salzbad geschmolzen und zu Barren mit 94-98% Aluminiumanteil gegossen.

Die benötigte Salzmenge ist abhängig vom Verschmutzungsgrad der Schrotte. Das Salz verhindert eine Oxidation des Metalls und bindet die Verunreinigungen.
Vergleicht man recyceltes und neuproduziertes Aluminium miteinander in bezug auf Energieverbrauch, Wasser- und Luftbelastung bei der Herstellung, so schneidet das recycelte Aluminium eindeutig besser ab.
So beträgt der Energieverbrauch beim Einschmelzen von Aluminium nur 5-10% des Energieverbrauchs bei der Neuproduktion. Für Verbundverpackungen aus Aluminium, Kunststoff und Pappe
(z.B. H-Milchkartons, Saftkartons) bestehen z.Z. noch keine befriedigenden Recyclingmethoden (Verbundverpackungen).
In neuerer Zeit bestätigten sich Vermutungen, daß beim Einschmelzen von bedrucktem Aluminium (Joghurtdeckel, Aluminiumdosen etc.) Dioxine und Furane freigesetzt werden.
Aluminium ist ein extrem energieverbrauchendes Material, verglichen mit anderen Werkstoffen. Daher ist ein Recycling von unlackiertem Aluminium durchaus sinnvoll, zumal dieses meist sortenrein anfällt. Bei Verpackungen sollte auf die Verwendung von Aluminium völlig verzichtet werden, da hier andere, die Umwelt weniger belastende Verpackungsmaterialien zur Verfügung stehen (Aluminiumfolie).

Siehe auch: Recycling

Autor: KATALYSE Institut

Aluminiumherstellung

Das Ausgangsmaterial zur A. ist das Mineral Bauxit.

Neben Australien sind zahlreiche Länder der sogenannten Dritten Welt Exporteure von Bauxit. Beim Bauxitabbau werden großflächig Landschaften zerstört, wie dies allgemein für den Tagebau charakteristisch ist. Die Raffination des Bauxits zum Aluminiumoxid am Abbauort benötigt große Energiemengen. Pro Tonne Aluminium fallen ca. 1,5 Tonnen Rotschlamm (Eisen- und Titanoxide sowie Kieselsäuren) an, der als
Abfall deponiert werden muß (Deponie).

Zur eigentlichen Aluminiumgewinnung wird das Aluminiumoxid geschmolzen und an Kohlenstoffelektroden zu Aluminium und Sauerstoff elektrolysiert. Um den Schmelzpunkt des Aluminiumoxids bei der Elektrolyse zu erniedrigen, werden fluoridhaltige Verbindungen (hauptsächlich Kryolith Na3AlF6) zugegeben.

Der Elektrolyseprozeß zeichnet sich durch einen extrem hohen Energieverbrauch (14.000 kWh/t Aluminium) aus. Der Energieverbrauch zur Produktion einer t Aluminium ist 4mal so hoch wie zur Produktion einer t Papier, 10mal so hoch wie zur Produktion einer t Weißblech und 27mal so hoch wie zur Produktion einer t Glas! Erfolgt die A. direkt am Bauxitabbauort, so werden dort häufig riesige Stauseen angelegt, um eine billige Energieversorgung sicherzustellen. Dies führt, wie Beispiele aus Südamerika zeigen, zu Landschaftszerstörung und irreversiblen Schäden am Ökosystem.

In Deutschland werden Strompreise für Großabnehmer subventioniert, so daß sie unter dem Erzeugerpreis liegen! Dies bedeutet, daß die Produktionspreise für Aluminium nicht den realen Preisen entsprechen.

Beim Elektrolyseprozeß fallen Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Schwefeldioxid (SO2), Staub und fluorhaltige Verbindungen (hauptsächlich Fluorwasserstoff) an, die die Umwelt teils erheblich belasten (Saurer Regen, Fluorwasserstoff).

Autor: KATALYSE Institut

Aluminium

A. ist das dritthäufigste Element (8,13 Prozent) und häufigste Metall der Erdkruste. Es liegt in der Natur hauptsächlich in Form schwerlöslicher Oxide und Silikate in Form von Tonmineralien vor und kommt deswegen nur in Spuren in biologischen Systemen vor.

A. ist ein silberweißes Leichtmetall, das gut wärme- und stromleitend sowie hoch dehnbar und korrosionsbeständig ist. Chemisches Element der III. Gruppe, Symbol Al, Ordnungszahl 13, Schmelzpunkt 660,4 °C, Siedepunkt 2.467 ° C, Dichte 2,7 Gramm/Kubikzentimeter

Bei der Herstellung von Metallen und Legierungen steht A. hinter der Rohstahlproduktion an zweiter Stelle mit einer Weltproduktion von 18 Mio t (1990) pro Jahr. Innerhalb Europas ist Deutschland der größte A.-Produzent mit einer Jahresproduktion von 1.8 Mio. t (1989), gefolgt von Frankreich (675.000 t) und Italien (604.000 t).

A. ist das meist verwendete Leichtmetall. Es ist sehr korrosionsbeständig, da es an der Luft einen festhaftenden, schützenden Oxidbelag an der Oberfläche bildet. Durch elektrische Oxidation (ELOXAL-Verfahren) kann diese Oxidschicht zusätzlich verdickt werden. Eloxierte Werkstoffe finden besonders im Baugewerbe, z.B. bei witterungsbeständigen Außenverkleidungen, breite Anwendung. Ferner wird A. im Verpackungssektor (Aluminiumfolie) sowie im Fahr- und Flugzeugbau eingesetzt.

Der Aluminiumverbrauch hat in den letzten Jahren v.a. in der PKW-Herstellung stark zugenommen. (Aluminiumherstellung, Autorecycling, Aluminiumrecycling).

Für Menschen mit gesunden Nieren lasen sich keine gesundheitlichen Risiken durch A. erkennen. Die Hauptbelastung (90 Prozent) erfolgt über Lebensmittel, die inhalative Aufnahme macht nur etwa einen Anteil von einem Prozent aus. Die durchschnittliche Aluminium-Aufnahme von deutschen Kindern liegt bei weniger als 1 mg/d. Andererseits gehört A. zu den essentiellen Nahrungsbestandteilen. Der menschliche Körper enthält zwischen 50 bis 150 mg A. Im Magen-Darm-Trakt wird A. kaum resorbiert, so das die akute Toxizität gering ist.

Grenzwerte und Richtwerte
Trinkwasser: 200 µg/l lt. Trinkwasserverordnung
Gesamtaufnahme (Nahrung, Luft und Wasser): 7.000 µg/kg/Woche laut Weltgesundheitsorganisation (WHO).
BAT-Wert: 200 µg/l

Für mutagene, kanzerogene und reproduktionstoxische Wirkungen von A. beim Menschen gibt es keine hinreichenden Anhaltspunkte. Es besteht allenfalls ein geringeres Risiko allergischer Reaktionen und neurotoxische Wirkungen. Die Rolle von A. bei der Krankheitsentstehung von Alzheimer ist umstritten. So gehört ein Anstieg der A.-Gehaltes im Gehirn zu den normalen Alterserscheinungen.

Autor: KATALYSE Institut

KWK

siehe Kraft-Wärme-Kopplung

Autor: KATALYSE Institut

Kunstharzputz

Der K. besteht aus organischen Bindemitteln, wie Polyester-Harze, Polyurethan-Harz, Epoxidharz, Methylmethacrylatharz und mineralischen Zuschlägen wie Sand, sowie organischen Lösemitteln.

Die Rohstoffe für die organischen Bindemittel sind die zusammenfügende Komponente in mehrkomponentigen Produkten (Beton, Gips, Zement).Bindemittel und Lösemittel haben ihren Ursprung im Erdöl und sind daher begrenzt. Die Herstellung der organischen Bindemittel erfolgt in der chemischen Industrie durch Erdölspaltung, Destillation, Synthese der Ausgangsverbindungen, Polymerisation und Aufbreitung. Die Herstellung der Kunstharze ist sehr energieintensiv und je nach Art und Freisetzung des Bindemittelanteils mit erheblichen umweltgefährdenden Emissionen verbunden.

Eingesetzt werden die K. als Außenputz. Bei der Verarbeitung entsteht die Gefahr von Hautschäden, Augenreizen, Allergie und Asthma. Epoxidharze auf der Basis von Epichlorhydrin zeigten sich in Tierversuchen als krebserregend, Polyurethan enthält Isocyanate, Methylmethacrylate stehen in der MAK-Wert-Liste als gesundheitsgefährend. Der K. ist wasserdicht, nicht sorptionsfähig und schlagregensicher und kann ggf. während der Nutzungsphase Schadstoffe aus Bindemitteln ausgasen. Die Entsorgung ist aufgrund der organischen Bindemittel und Zusätze problematisch.

Autor: KATALYSE Institut

Altstoffe

Altstoffe sind alle Chemikalien, die zwischen dem 1.Januar 1971 und dem 18.September 1981 auf dem Markt der Europäischen Gemeinschaft gemeldet wurden und im Europäischen Verzeichnis EINECS (Altstoffinventar) gelistet sind.

Alle in dieser Liste erfassten Stoffe werden umgangssprachlich als "Altstoffe" bezeichnet. Ihre Zahl beläuft sich auf ca. 100.000 {-Chemikalien}, von denen ca. 30.000 in relevanten Mengen (2.465 Chemikalien jeweils > 1.000 t/a, rund 10000 Chemikalien > 10 t/a und rund 20000 {-Chemikalien} 1-10 t/a) auf den Markt gebracht werden. Alt- und Neustoffe unterlagen bisher zwei unterschiedlichen Rechtssystemen.

Neustoffe müssen im Gegensatz zu den Altstoffen bereits seit 1981 auf mögliche Risiken für Mensch und Umwelt geprüft und beurteilt werden, bevor sie vermarktet werden dürfen. Nur ein geringer Teil der Altstoffe ist vollständig bewertet. Für die etwa 100 000 Altstoffe, das ist der Großteil der sich derzeit auf dem Markt befindlichen Chemikalien (über 90 Prozent der Gesamtmasse), liegen deshalb oft nur lückenhafte Daten vor.

Unter REACh gibt es die Unterscheidung nach Alt- und Neustoffen nicht mehr. Altstoffe werden hier zu Phase-in-Stoffen im Sinne des Art. 3 Nr.20. Für die Registrierung dieser Stoffe sieht die REACH-Verordnung Übergangsregelungen für die Registrierung vor. Diese können aber nur in Anspruch genommen werden, wenn in der Zeit vom 01. Juni 2008 bis zum 01. Dezember 2008 eine Vorregistrierung der Phase-in-Stoffe erfolgt.

Für vorregistrierte Phase-in-Stoffe sieht das REACh-System nach Art. 23 folgende Registrierungsfristen vor:

  •  01.Dezember 2010: Stoffe in Mengen von mehr als 1000 t/a, CMR-Stoffe in Mengen über1 t/a und umweltgefährliche Stoffe (R50/R53) in Mengen über 100 t/a
  •  01.Juni 2013: Stoffe in Mengen von mehr als 100 t/a
  •  01.Juni 2018: Stoffe in Mengen von mehr als 1 t/a

Quellen:
REACH-Verordnung: Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_396/l_39620061230de00010851.pdf
RIPs: http://ecb.jrc.it/reach/rip/
http://www.reach-helpdesk.info/fileadmin/reach/dokumente/REACHGlossar.pdf
http://www.reachhelpdesk.at/glossar/
http://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/fachinformationen/europ_chemikalienverordnung_reach/index.htm
http://www.wecf.de/cms/download/REACH/DU%20link%20to%20braucherverein.pdf
http://www.braunschweig.ihk.de/innovation_umwelt/umweltberatung/Empfehlung_der_5._Nieders._Regierungskommission_zur_REACH.-205.pdf
http://www.gisbau.de/service/SDB/lehrgang/dosisbeoekotox.htm
http://www.gisbau.de/service/SDB/lehrgang/stoff_verzei.htm
http://www.gisbau.de/service/SDB/lehrgang/pbt.htm
http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/chemfaweb/berichte/wb11/weissbuch0030.html
http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/chemfaweb/umgangChemikalien/iuclid5.html
http://www.reach-helpdesk.com/default.asp?id=1456
http://www.alufinish.de/reach.pdf
http://www.luwg.rlp.de/internet/nav/f08/51870fbf-3489-9401-be59-265f96529772
http://www.baua.de/de/Chemikaliengesetz-Biozidverfahren/Neue-Chemikalienpolitik/Helpdesk/Glossar.html__nnn=true
http://www.vci.de/default2~rub~738~tma~879~cmd~shd~docnr~88755~nd~~ond~n184~snd~n184~shmode~.htm
BRANDHOFER, P; HEITMANN, K.: REACH – Die neue Herausforderung für Ihr Unternehmen! 2007
AU, M.; RÜHL, R.: REACH-Verordnung. 2007

Autor: KATALYSE Institut

Kunstharzfarben

Binderfarben oder Latexfarben mit synthetisch hergestellten Bindemitteln faßt man unter K. zusammen.

Bindemittel können Polyacrylat, Polyvinylacetat, Ethylenvinylacetat oder Styrol-Butadien-Latex u.a. sein. Produkte sind meist grob-dispers und dringen daher nicht sonderlich gut in den Untergrund ein. Ihre gute Isolatorwirkung kann zu elektrostatischen Aufladungen mit einhergehenden höheren Anschmutzungseigenschaften führen.
In den alten Bundesländern in einer Menge von über 500.000 t pro Jahr verwendet. Alternativen sind Naturharzfarben, Naturfarben, Lacke und Anstrichfarben.

Autor: KATALYSE Institut

Altölverordnung

Seit dem 1. November 1987 wird die Wiederaufarbeitung von Altöl, das beim Ölwechsel zu Hause, in Tankstellen und Werkstätten oder in der Industrie anfällt, in der neuen A. geregelt.

Danach sind alle Geschäfte, die Schmier- oder Kühlöle verkaufen (z.B. Tankstellen, Werkstätten und SB-Märkte), verpflichtet, das Altöl ihrer Kunden zurückzunehmen. Wer Altöl produziert oder verwendet, muß spezielle Vorschriften beachten, z.B. die getrennte Sammlung von mineralischen und synthetischen Altölen, die Voraussetzung dafür ist, daß Altöle stofflich (und nicht thermisch!) wiederverwertet werden können. Diese Entsorgung ist i.d.R. kostenlos. Außerdem müssen die Verkaufsstellen über eine Einrichtung verfügen, die es ermöglicht, den Ölwechsel fachgerecht durchzuführen.

Die A. sieht vor, daß grundsätzlich nur Verbrennungsmotoren-, Getriebe- sowie mineralische Maschinen-, Turbinen- und Hydrauliköle wiederaufgearbeitet werden dürfen (andere Öle nur dann, wenn sie keine Schadstoffe enthalten). Altöle, bei denen der Anteil an PCB über 20 ppm liegt, sind von der Weiterverarbeitung ausgeschlossen. Diese Begrenzung entfällt, wenn durch neue Verfahren PCBs bei der Verarbeitung zerstört werden können.

Nicht wiederaufzuarbeitende Altöle sind als Sonderabfall zu entsorgen oder können verbrannt werden. Die Verbrennung von Altöl sollte in Sondermüllverbrennungsanlagen geschehen, da die Verbrennung von Altöl, z.B. in Zementwerken zur Wärmeerzeugung, eine Quelle von Dioxinen und Furanen ist (Zement).

Siehe auch: Wiederaufarbeitung, Industrie

Autor: KATALYSE Institut