Anthrax

Der Begriff A. ist ein Synonym für den Erreger der Milzbrand-Krankheit, die natürlicherweise hauptsächlich bei Huftieren in wärmeren Regionen auftritt.

Siehe auch: Milzbrand, Hautkampfstoffe, Nervenkampfstoffe, Lungenkampfstoffe, Binärkampfstoffe

 

Autor: KATALYSE Institut

Ames-Test

Von Ames und Mitarbeitern entwickelter Kurzzeitmutagenitätstest

Dieser Test wird routinemäßig vor allem in der chemischen und pharmazeutischen Industrie angewandt, um neu synthetisierte Verbindungen auf ihre Mutagenität (erbgutschädigende Wirkung) zu untersuchen. Als Testobjekt dienen Stämme des Bakteriums Salmonella typhimurium mit bestimmten, durch Punkt-Mutationen hervorgerufenen Defekten, die auf einem Selektionsnährmedium nicht in der Lage sind zu wachsen.

Unter dem Einfluß einer mutagenen Substanz kann diese Punktmutation teilweise rückgängig gemacht werden, so daß eine entspechende Zahl von Kolonien auf dem Nährmedium heranwächst und ausgezählt werden kann. Für einen Hinweis auf Mutagenität muß die festgestellte Wachstumsrate oberhalb der ebenfalls ermittelten Spontanmutationsrate liegen.

Um den Säugetierstoffwechsel zu simulieren, wird ein Organextrakt (meist) aus Rattenleber zugegeben. Dieser Extrakt enthält einen großen Teil der für die Verarbeitung von Fremdstoffen verantwortlichen Enzyme eines Säugers. Diese sind u.U. in der Lage, mutagene Substanzen in nicht mutagene Verbindungen umzuwandeln, sie können aber auch eine nicht mutagene Substanz so umbauen, daß aus einem "Prämutagen" ein "ultimales Mutagen" wird.

Ein positiver A. wird auch als Hinweis auf die Kanzerogenität (krebserregende Wirkung) einer Substanz gewertet, da die meisten mutagenen Stoffe beim Säuger ebenfalls karzinogen wirken. Der A. weist eine im allgemeinen gute Aussagekraft auf, wenngleich insbesondere negative Ergebnisse in anderen Tests weiter untersucht werden müssen.

Siehe auch: Krebs

Autor: KATALYSE Institut

Amalgam-Zahnfüllungen

Amalgam besteht aus 50 Prozent flüssigem Quecksilber und einem Legierungspulver aus Silber, Zinn, Kupfer, Zink. Die Zusammensetzung des Legierungspulvers ist je nach Hersteller sehr unterschiedlich und enthält oft weiteres Quecksilber.

Amalgam sind Kombinationen aus anfangs formbarer Silberpulver- Quecksilber-Mischung und passen sich genau in das "Zahnloch" ein. Bei einer Amalgam muss neben der Karies sehr viel gesunde Zahnsubstanz ausgebohrt werden, da Amalgam nicht geklebt wird. Das Loch wird keilförmig nach unten in die gesunde Zahnsubstanz erweitert.
Die auf Amalgam zurückzuführende Quecksilber-Belastung tritt hauptsächlich als Quecksilber-Dampf auf. Beim Legen und Aufbohren von Amalgam werden in erhöhtem Maße Quecksilberdämpfe frei, verschmutzte Watterollen, die zum Zurückhalten des Speichels eingesetzt worden sind, enthalten erhebliche Mengen Quecksilber. Ausgebortes Amalgam muss als giftiger Sondermüll von Spezialfirmen entsorgt werden.

Beim Ausbohren von Amalgamfüllungen können in der Mundhöhle Quecksilberdampfkonzentrationen von bis zu 800 µg/m3 entstehen.A. geben ständig Quecksilber an den Organismus ab, besonders nach dem Kauen, sowie heißen und saueren Getränken. Eine schwedische Studie fand eine 6-fach erhöhte Abgabe von Quecksilber vor Computermonitoren.

Nach Aushärtung wird die Amalgamoberfläche poliert, was mit einer weiteren Belastung mit Quecksilber verbunden ist. Die Lebensdauer einer Amalgamfüllung beträgt 8 bis 10 Jahre.

Die Alternativen zu Amalgam.:

Kunststoff
Mit Kunststofffüllungen im Frontzahnbereich sind ästhetisch befriedigende Ergebnisse zu erzielen. Im Frontzahnbereich werden sie als Kassenleistung erbracht. In letzter Zeit werden Kunststofffüllungen oft auch im Seitenzahnbereich verwendet. Gegen diese Füllungen im Seitenzahnbereich spricht, dass bis heute noch kein ausreichend harter Kunststoff entwickelt worden ist, welcher den hohen Kaubelastungen in dieser Region gerecht wird. Mit der Zeit brechen die Füllungen ein und zwischen Zahn und Füllung setzt sich erneut Karies fest. Ein weiterer Nachteil der Kunststofffüllungen sind Verfärbungen bei Rauchern, Tee- und Kaffeetrinkern. Im Seitenzahnbereich lehne ich aus diesen Gründen Kunststofffüllungen ab.

Keramik- / Goldinlays
Durch Keramikfüllungen lassen sich sehr dauerhafte sowie ästhetisch hervorragende Ergebnisse erzielen. Diese Füllungen sind im Zahn nicht mehr zu erkennen, sind langlebiger als Artglas und verfärben sich nicht. Für exklusive Versorgung bedarf es einer sehr aufwendigen Herstellung und Verarbeitung. Die Materialeigenschaften der Keramik (hohe Härte, Sprödigkeit) lassen jedoch nicht allzu große Füllungen zu.

Goldinlays
Die dauerhafteste Form aller bisher besprochenen Möglichkeiten sind Goldinlays. Diese Füllungen können mit einer sehr hohen Präzision hergestellt werden. Bei entsprechender Mundhygiene ist eine weitere Füllungstherapie desselben Zahnes höchst unwahrscheinlich. Die günstigen Materialeigenschaften von Gold (Mundbeständigkeit, Elastizität, plastische Verformbarkeit) ermöglichen Füllungen in jeder Größe – in den nicht sichtbaren Bereichen die beste Lösung.

Literatur:
Maths Berlin, Mercury in dental-filling materials - an updated risk analysis in environmental medical terms, An overview of scientific literature published in 1997–2002 and current knowledge, The Dental Material Commission of Sweden 2002

Autor: KATALYSE Institut

Aluminium-(Staub-)Lunge

A., auch Aluminose genannt, tritt durch Einatmen von Aluminiumrauch und sehr feinem Aluminiumstaub auf.

Das Lungengewebe bildet sich durch die Reizung mit diesen Partikeln zu narbigem Bindegewebe um, so daß ein Gasaustausch verhindert wird. Dieser Prozeß dauert mehrere Jahre. Krankheitserscheinungen sind Husten, Auswurf und Kurzatmigkeit.

Die Krankheit tritt bei Arbeitern in der Aluminiumindustrie auf (Schleifmittelherstellung, Schweißarbeiten). Die Abgrenzung zum Krankheitsbild der Staublunge (Silikose) ist schwierig. 1982 waren 23 Personen aufgrund von A. berentet. MAK-Wert für Aluminium und Al2O3-Staub: 6 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Biodiesel

In einer Ökobilanz des ifeu-Institutes (2003) wurde nachgewiesen, dass beim Einsatz von einem Liter B. 2,2 Kilogramm Treibhausgase eingespart werden. Für die Handhabung des Produktes Biodiesel sprechen seine gute biologische Abbaubarkeit und die daraus resultierende niedrige Wassergefährdung.

Nach der Einführung einer Vornorm galt in Deutschland seit 1997 die E DIN 51606 für die Definition der Eigenschaften von Biodiesel. Sie hatte seinerzeit zwar den Status eines Normentwurfs, war jedoch voll gültig und stellte die technische Grundlage für nahezu alle Freigaben der Fahrzeughersteller dar.
Im November 2003 wurde die bisherige Norm durch die europäische Norm EN 14214 - in Deutschland entsprechend DIN EN 14214 - abgelöst. Diese Norm ist in einigen Parametern strenger als die bisherige und enthält außerdem zusätzliche Anforderungen. Die DIN EN 14214 ist in Bezug auf Biodiesel die technische Grundlage der novellierten Kraftstoff-Qualitäts- und Kennzeichnungsverordnung (10. BImSchV).
B. darf als Kraftstoff nur entsprechend der Kennwerte der DIN EN 14214 angeboten werden. B. wird daher an den Tanksäulen ausdrücklich durch einen Aufkleber nach der aktuellen Norm ausgezeichnet.
Die Biodiesel-Norm fordert eine Kältefestigkeit von -20 °C. Dieser Wert wird - ähnlich wie bei Mineralöldiesel - durch Zugabe von Additiven bei der Herstellung erreicht. Fachleute empfehlen daher nach der Umstellung auf Biodiesel nach zwei bis drei Tankfüllungen das Kraftstofffilter außerhalb der üblichen Revisionsfristen zu wechseln, um den Filterversatz durch Altablagerungen zu verhindern. Normgerechter Biodiesel selbst führt nicht zum vorzeitigen Filterverschluss.
Aufgrund des niedrigeren spezifischen Energiegehaltes von Biodiesel ist ein Mehrverbrauch zu erwarten. Dieser fällt jedoch im praktischen Betrieb wesentlich niedriger aus als die formale Rechnung ergibt, da andere günstige Kennwerte des Biodiesel einen effizienteren Motorbetrieb gestatten. In Flottenversuchen wurden Mehrverbräuche von 0 bis 5 Prozent gegenüber dem Einsatz von Dieselkraftstoff ermittelt.
Die Qualifikation zum Thema Biodiesel in den Werkstätten vor Ort sehr unterschiedlich. Manchmal drängt sich auch der Eindruck auf, dass technische oder Verschleißprobleme vorsorglich auf den Biodiesel-Einsatz "abgeladen" werden, ohne dass ein Zusammenhang wirklich nachgewiesen wird. Der Kunde ist immer gut beraten, wenn er den Nachweis führen kann, stets qualitätsgesicherte Ware bezogen und benutzt zu haben.
Biodiesel darf ausschließlich in den dafür vom Hersteller ausdrücklich freigegebenen Fahrzeugen eingesetzt werden. Es ist eine Verpflichtung des Fahrzeughalters, sich dementsprechend sachkundig zu machen. Wird ein Fahrzeug (z.B. PKW, LKW, Schlepper) mit Biodiesel betrieben, ohne dass diese Verwendung in der Betriebsanleitung als zugesicherte Eigenschaft beschrieben ist, haften der Fahrzeughersteller bzw. Händler nicht für eventuell auftretende Schäden.

Autor: KATALYSE Institut

Akute Strahlenschäden

Akute Strahlenschäden (auch: Frühschäden) gehören zu den nicht stochastischen Strahlenschäden und treten bei kurzzeitigen Ganzkörperdosen (Strahlendosis) ab 0,5 Sv (Sievert) auf.

Ab solchen Dosen werden so viele Zellen durch die ionisierende Strahlung abgetötet oder funktionsgestört, daß innerhalb von Stunden oder Tagen zahlreiche Schäden sichtbar werden, die bis zum Tod führen können. Der Krankheitsverlauf ist um so schwerer, je höher die Dosis war. Speziell betroffen sind Zellen, die sich häufig teilen, insbesondere die blutbildenden Zellen im Knochenmark, deren Ausfall das Immunsystem schwächt bis lahmlegt, die Zellen des Darmepithels, deren Ausfall zu Störungen im Wasser- und Mineralhaushalt sowie Darmkoliken führt, und die Haarwurzel, deren Schädigung Haarausfall nach sich zieht.

Weitere mögliche Akute Strahlenschäden: Trübung der Augenlinse (Grauer Star), Hautschädigung, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, Mißbildungen, Tod- und Fehlgeburten durch Bestrahlung des Embryos. Symptome bei kurzzeitiger Ganzkörperbestrahlung ohne medizinische Behandlung s. Tab.. Den typischen Krankheitsverlauf nennt man Strahlenkrankheit (weitere Symptome dort). Todesfälle bis etwa 5 Sv sind meist Folge der erhöhten Infektionsbereitschaft.

Bei höheren Dosen sind Darmstörungen Haupttodesursache. Bis etwa 10 Sv Ganzkörperdosis haben Bestrahlte bei stationärer medizinischer Versorgung gute Chancen zu überleben. Bei den Überlebenden können zahlreiche Spätschäden (Strahlenschäden) auftreten: Krebs, unspezifische Lebensverkürzung, Sterilität, dauerhafte Immunschwäche (Immunsystem) etc.. Akute Strahlenschäden wurden bei Atombombenopfern in Hiroshima und Nagasaki (Atomwaffen) und bei Betriebsunfällen im Kernkraftwerksbereich beobachtet.

Lit.: L.Rausch: Mensch und Strahlenwirkung, München 1986

Autor: KATALYSE Institut

Adipositas

Adipositas (lat. adeps=fett) bedeutet Fettsucht, Fettleibigkeit oder in der Umgangssprache starkes Übergewicht mit einem Body-Mass-Index von über 30.

Häufiger liegen die Gründe dafür in einem gestörten Ernährungsverhalten. So kann z.B. Fast Food (zu hoher Fett-, Salz- und Zuckergehalt), Geschmacksverstärker Glutamat (Appetit anregend) oder auch der Jojo-Effekt nach einer Diät zu Adipositas führen. Adipositas kann körperliche Folgekrankheiten haben, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck.

Quellen:
DER BROCKHAUS multimedial 2010 (CD-Rom)
WHO (Hrsg.): Obesity: preventing and managing the global epidemic. Report of a WHO Consultation. In: WHO Technical Report Series. 894, 2000.

Autor: KATALYSE Institut

ADI-Wert

Acceptable Daily Intake, ein im Lebensmittelbereich gebräuchlicher Wert, der die maximal duldbare tägliche Aufnahmemenge für Fremdstoffe in Lebensmitteln (z.B. DDT, Lebensmittelzusatzstoffe) angibt.

Er gibt die Menge einer Substanz an, die ein Mensch täglich sein Leben lang ohne gesundheitliches Risiko zu sich nehmen kann. Grundlage zur Festsetzung von ADI-Werten sind Tierversuche. Nach Ermittlung der unwirksamen Dosis beim Versuchstier (No-effect-level) erhält man durch Einsetzen eines Sicherheitsfaktors (Division i.a. durch 100) den ADI-Wert.

Der Sicherheitsfaktor enthält den Faktor 10 für die Risiken der Übertragung der Ergebnisse aus den Tierversuchen auf den Menschen und einen weiteren eigentlichen Sicherheitsfaktor 10. Der Sicherheitsfaktor sagt aber nichts darüber aus, wie groß die Sicherheitsspanne tatsächlich ist. Denn die Angabe der duldbaren täglichen Aufnahmedosis wird auf das Körpergewicht bezogen.

Nur ein Teil der gesamten Körpermasse ist aber an der Umwandlung (Metabolisierung) und Ausscheidung der Substanz beteiligt (hauptsächlich Leber und Nieren). Dieser Anteil ist beim Menschen im Vergleich zum gesamten Körpergewicht aber wesentlich kleiner als z.B. bei Ratte oder Maus.

Autor: KATALYSE Institut

Baumwolle

Baumwolle ist ein einjähriger, meist bis zu 1,2 Meter hoch kultivierter Busch mit dichter basaler Verzweigung und langgestielten, behaarten, 3 bis 7-lappigen Blättern und kurzgestielten, in den Blattachseln sitzenden Blüten.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Gossypium sp.
  • Herkunft: Mittelasien oder Südafrika
  • Klimaansprüche: Wärme, Sonne und mindestens 180-200 frostfreie Tage sowie 800 bis 1000 mm Niederschlag
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: vor Beginn der Regenzeit in den Tropen; 1 bis 3 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 60 kg/Hektar, Phosphat: 40 kg/Hektar, Kalium: 50 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rhizoctonia, Sclerotium, Rhizopus; Schädlinge: Baumwollkapselkäfer, Kapselwurm, Baumwollwurm, Milben, Baumwollblattlaus, Zwergzikaden; Viren: Kräuselvirus; Sonstige: Wurzelgallenälchen
  • Ernte: Pflücken der Samenhaare nach Aufspringen der Kapsel; maschinell oder manuell
  • Ertrag: 1,5 bis 3,5 kg/Hektar Fasern
  • Qualitätsmerkmale: Faserlänge und -gehalt, Ölgehalt und -ausbeute
  • Besonderheiten: Hohes Wärme- und Feuchtebedürfnis

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Basilikum

Basilikum ist eine stark verzweigte, 50 cm hohe Pflanze mit großen, gestielten, eiförmigen, gesägten Blättern und weißen Lippenblüten.

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Ocimum basilikum
  • Herkunft: Vorderindien
  • Klimaansprüche: tropisch bis gemäßigt
  • Anbausystem: einjähriger Anbau bei mehrmaliger Ernte
  • Aussaat: Vorkultur; Direktsaat oder Pflanzung; 10 bis 16 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 100 kg /Hektar in Teilgaben, Kalium: 120 kg/Hektar, Phosphat: 70 kg/Hektar; hoher Nährstoffbedarf, überhöhte Phosphatgaben mindern den Ölertrag
  • Pflanzenschutz: Pilze: Grauschimmel, Blattflecken; Schädlinge: Eulenraupen, Wiesenwanzen; Viren: Luzernemosaikvirus; Sonstige: Schnecken, Kleeseide
  • Ernte: 7 bis 8 Wochen nach der Pflanzung bei Blühbeginn, maschinell; Sproß und Blätter: für Pharmazie und Gewürz
  • Ertrag: Kraut: 12 bis 18 Tonnen/Hektar, 15 bis 30 Tonnen/Hektar Droge
  • Saatgut: 80 bis 100 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: hoher Gehalt an ätherischem Öl
  • Besonderheiten: druckempfindliches Erntegut
  • Wirkspektrum: Verdauungsprobleme, Koliken, Blähungen, Magenkrämpfe, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Epilepsie und Migräne

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Baldrian

Baldrian ist eine ausdauernde formenreiche Pflanze von 50-180 cm Höhe mit lanzettlichen gefiederten Blättern und rötlichen endständigen, rispigen Schirmdoldenblüten.

  • Systematik: Familie: Valerianaceae (Baldriangewächse), Arten: Valeriana officinalis (Gemeiner Baldrian) und Valeriana wallichii (Asiatischer Baldrian)
  • Herkunft: heimisch
  • Klimaansprüche: gemäßigt; Mindestniederschlag: 650 mm/Jahr
  • Anbausystem: ein- und/oder zweijähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur ab Mitte Februar; Saat August bis April; 6 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne Trockensubstanz:
    Blätter: Stickstoff: 23 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 34 kg/Hektar, Calcium: 30 kg/Hektar; Wurzeln: Stickstoff: 18 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 21 kg/Hektar, Calcium: 6 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Mehltau, Falscher Mehltau, Verticillium-Welke
  • Schädlinge: Blattläuse, Thripse
  • Ernte: im Herbst bis Anfang November oder Frühjahr
    maschinell---> Rhizom mit Wurzel für die Pharmazie und Blätter als Futtermittelzusatz
  • Ertrag: Wurzeln, Rhizom: 10 bis 20 Tonnen/Hektar, 2 bis 5 Tonnen/Hektar Droge
  • Qualitätsmerkmale: feine Wurzeln, da Wirkstofflokalisierung in der Wurzelrinde;
    Gehalt an ätherischen Ölen und Valpotriate
  • Wirkspektrum: beruhigend, Steigerung der Konzentrationsleistung

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Zusatzstoffe

Siehe Lebensmittelzusatzstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Zucker

Der Begriff Z. ist laut EWG-Vorschriften und Z.-Arten-Verordnung geschützt und bezeichnet Weiß- und Raffinade-Z.

Z. wird aus Z.-Rüben oder aus Z.-Rohr gewonnen. Die gesamte Z.-Anbaufläche Westdeutschlands ist doppelt so groß wie das Saarland. Der Rübenanbau wird unter intensivsten Methoden betrieben, er bedingt massiven Einsatz von Pestiziden und Düngern. Der gewonnene Z. wird durch die EG über den Verkaufspreis subventioniert, um den EG-Z.-Preis auf Weltmarktniveau zu senken.

Industriell verarbeiteter Z. hat einen hohen Energiegehalt und besitzt keine Wirkstoffe wie Mineralstoffe oder Vitamine. Brauner Z. wird als Alternative gepriesen; er enthält tatsächlich noch Spuren von Mineralstoffen und Vitaminen der B-Gruppe. Jedoch ist der Gehalt gegenüber anderen Lebensmitteln derart gering, daß hieraus kein wirklich physiologischer Wert für die menschliche Ernährung abgeleitet werden kann.

Der jährliche Pro-Kopf-Z.-Verbrauch liegt in Westdeutschland bei 37 kg/Jahr. Mit Z. werden heute verschiedene Krankheitsbilder in Zusammenhang gebracht: Übergewicht, Altersdiabetes und Karies. Z. wird daher immer häufiger als Schadstoff bezeichnet, was auch der Bundesgerichtshof in einem Urteil als rechtens erklärt hat.

Siehe auch: Süßstoffe, Zuckeraustauschstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Xylit

Siehe Süßstoffe, Zucker.

Autor: KATALYSE Institut

Wurst

Siehe Fleisch und Fleischerzeugnisse.

Autor: KATALYSE Institut

Wasser

Wasser ist eine Verbindung von zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Die Bezeichnung Wasser wird v.a. für den flüssigen Aggregatzustand verwendet, im festen, also gefrorenen Zustand wird es Eis genannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampf Wasser bedeckt rund 2/3 der Erdoberfläche und befindet sich in einem ständigen Kreislauf.

Die wirtschaftliche Entwicklung und der Wohlstand eines Landes hängt eng mit seinen Wasserressourcen zusammen, da diese zur Energiegewinnung und der industriellen Produktion als Kühl-, Transport-, Lösungs- und Reinigungsmittel eingesetzt werden.

Deutschland gehört mit etwa 300 Mrd. m3 Niederschlag zu den wasserreichsten Regionen der Welt. Von dieser Niederschlagsmenge verdunstet rund 60 Prozent. 40 Prozent fließt als Oberflächenwassser ab oder bereichert die Grundwasservorräte. Aufgrund des reichhaltigen Vorkommens von Wasser in Deutschland wurde es bis weit in die sechziger Jahre hinein als beliebig verfügbar angesehen.

Die vielen Nutzungen führen zu Wasserbelastungen durch Schadstoffe (z.B. Nitrat, Pestizide, Herbizide, Schwermetalle usw.) und zur Erwärmung bei der Nutzung als Kühlwasser. Neben dem Oberflächenwasser ist auch das Grundwasser v.a. durch den Einsatz von Düngern und Pestiziden in der Landwirtschaft und intensiver Tierhaltung (Gülle, Tierarzneimittel, Hormone) erheblich gefährdet.

Eine nachhaltige Wasserwirtschaft hat nicht nur die Erhaltung einer hohen Wasserqualität zum Ziel, sondern v.a. dem Wassserhaushalt möglichst wenig Wasser zu entziehen und damit die Wasserressourcen zu schonen.

Autor: KATALYSE Institut

Bakterizide

Chemische Mittel zur Abtötung von Bakterien.

siehe Desinfektionsmittel, Antibiotika, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Aufforstung

A. ist die künstliche Bewaldung von nicht oder nicht mehr mit Wald bewachsenen Flächen durch Pflanzung junger Bäume oder Saat von Samen.

Die Wieder-A. kahlgeschlagener Flächen ist nach dem Waldgesetz Pflicht. Die Neu-A. nur schwer wirtschaftlich nutzbarer Böden, wie etwa von ehemaligem Ackerland, spielen in Deutschland flächenmäßig eine untergeordnete Rolle.
Das Wiederaufforstungsgebot (§ 11 BWaldG) regelt in Verbindung mit den jeweiligen Landesgesetzen die Mindestverpflichtung für alle Waldbesitzer, kahlgeschlagene Waldflächen und verlichtete Waldbestände in angemessener Frist wieder aufzuforsten oder zu ergänzen, soweit die natürliche Wiederbestockung unvollständig bleibt. In den Landeswaldgesetzen wurde die angemessene Frist unterschiedlich, in der Regel auf 2 bis 3 Jahre, festgesetzt.
Nachdem man bei der A. jahrzehntelang hauptsächlich Monokulturen aus Fichte und Kiefer anpflanzte, werden in den letzten Jahren auch wieder verstärkt Mischwälder gegründet, bzw. zumindest der Waldsaum mit Laubbäumen aufgeforstet, da diese Stürmen besser widerstehen und so den restlichen Baumbestand vor Windwurf schützen können.
Von großer Bedeutung sind die Schutzwald-Aufforstung im Gebirge zur Vermeidung von Erosion, Steinschlag und Lawinen. Infolge des Waldsterbens, aber auch durch Wildschäden kann hier die A. nicht mit dem Sterben der Bäume Schritt halten. Wegen des versauerten Bodens gehen viele der gepflanzten Bäume bereits nach wenigen Jahren wieder ein (Saurer Regen).
Deutschland ist zu rund 30 Prozent bewaldet. Die Waldfläche nahm seit 1960 um rund 500.000 Hektar zu und beträgt heute 10,7 Mio. Hektar. Der Wald ist damit ein bedeutender großflächiger Lebensraum, zugleich die naturnächste Landnutzungsform und ein wesentliches landschaftsprägendes Element. Die vier häufigsten Baumarten sind heute Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.
Deutschland nimmt bei den Holzvorräten mit durchschnittlich 270 m3/Hektar im europäischen Vergleich einen führenden Platz ein. Dem jährlichen Holzeinschlag in Deutschland von
3,7 m3/Hektar steht ein potenzielles und nachhaltig nutzbares Rohholzaufkommen von 5,7 m3/ha gegenüber. Das Holzeinschlagspotenzial wird demnach nur zu 70 Prozent ausgeschöpft.

 

Quelle: u.a. Nationales Forstprogramm Deutschland
Ein gesellschaftspolitischer Dialog zur Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung 1999/2000; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn

siehe: Waldfläche, Waldfunktionen, Waldsterben, Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Atrazin

Von den Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) der bekannteste und bisher, vor allem im Maisanbau, am häufigsten eingesetzte Wirkstoff.

Seine Wirkung beruht auf einer Hemmung der Photosynthese. In pflanzlichen Lebensmitteln sind bis zu 0,1 mg/kg zugelassen, in Gemüsemais 1,0 mg/kg.
Trotz gegenteiliger Annahme stellte sich mit Verbesserung der analytischen Möglichkeiten heraus, daß A. bis ins Grundwasser gelangt.
Im Trinkwasser wurde für Pflanzenbehandlungsmittel unabhängig von deren Giftigkeit ein einheitlicher Grenzwert von 0,1 mycrog/l festgelegt; er trat zum 1.10.1989 in Kraft. Der Hauptanteil aller positiven Befunde und Grenzwertüberschreitungen bei Pflanzenbehandlungsmitteln ist auf A. und dessen Hauptabbauprodukt Desethyl-A. zurückzuführen.
Seit März 1991 ist zum Schutz des Grundwassers die Anwendung von A. und 6 weiteren Wirkstoffen verboten. Ein Nachweis im Grundwasser ist noch auf Jahre hinaus zu erwarten. Bei Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser ist eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung möglich. Voraussetzung ist ein erfolgversprechender Sanierungsplan und Einhaltung des Ausnahmegrenzwertes von 3 µg/l für A.
Die Wirkung von Atrazin, beruht auf Hemmung der Photosynthese von Schadpflanzen. Es wird in der Umwelt nur relativ langsam abgebaut. Atrazin ist für Wasserorganismen giftig. Für Vögel und Nützlinge (z. B. Bienen), sowie für Bodenlebewesen ist der Wirkstoff weitgehend ungefährlich. Atrazin reichert sich in der Nahrungskette nicht an.
Atrazin weist für den Menschen eine geringe akute Giftigkeit auf. Reizungen der Haut, Augen und der Atemwege sind vereinzelt beim Menschen beobachtet worden.
Am 31. Oktober 1986 gelangten etwa 400 Liter Atrazin über die Abwässer der Firma Ciba-Geigy in den Rhein, was zusammen mit einem weiteren Chemieunfall der Firma Sandoz bei Basel einen Tag später ein Fischsterben im Rhein auslöste.
A. ist noch immer in der Umwelt weit verbreitet, nach dem Elbehochwasser im Jahre 2002 beispielweise wurde es ausgeschwemmt und konnte später vor Helgoland vermehrt nachgewiesen werden, auch in der Leber von Miesmuscheln und der Flunder.

Autor: KATALYSE Institut

Vollwertkost

Die Vollwertkost nach Dr. Max Otto Bruker ist eine überwiegend ovo-lacto-vegetarische Ernährungsweise, die auf der Lehre Werner Kollaths basiert.

Dieser vertrat die Ansicht, Lebensmittel so natürlich wie möglich zu verzehren. Brukers Empfehlungen basieren auch auf seinen persönlichen Erfahrungen, die er als Arzt in der Therapie verschiedener Erkrankungen gemacht hat. Bruker ließ es nicht nur bei einem Appell, wie Kollath, sondern griff vielmehr die Nahrungsmittelindustrie an, indem er diese für 80 Prozent aller Zivilisationskrankheiten verantwortlich machte. Bruker kritisierte u.a. auch Claus Leitzmann, der die weniger strikte Form der Vollwertkost, die Vollwert-Ernährung vertritt.
Leitzmann entwickelte nach seinem zwölfjährigen USA Aufenthalt und fünf Jahren in Asien zusammen mit Thomas Männle und Karl von Koerber die Vollwert-Ernährung (Gießener Konzeption). Grundlage, dafür waren Leitzmanns Auslandserfahrungen und die Erfahrungen von Männle und von Koerber. Diese hatten während eines Praktikums bei Bruker Einblick in die Vollwertkost bekommen. Sie beobachteten, dass bislang kränkelnde Patienten sich mit Brukers Vollwertkost gesund und vital fühlten. Leitzmann lehnt jedoch den Begriff Vollwertkost strikt ab, da kein einzelnes Lebensmittel an sich vollwertig sein kann. Es kommt auf die Ernährungsweise als Ganzes an, d.h. dass neben gesundheitlichen Aspekten auch soziale und ökologische Aspekte beachtet werden sollen. Die Vollwert-Ernährung hat zudem weder Regeln noch strikte Verbote, sie basiert ausschließlich auf Empfehlungen.

Für Bruker sind Lebensmittel zur Erhaltung der Gesundheit unerlässlich. Nahrungsmittel sind lediglich Träger von Nährstoffen und reichen für die Gesunderhaltung nicht aus. Der Gehalt an Vitalstoffen (Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme u.a.) ist das Kriterium für die Qualität eines Lebensmittels. Nach Bruker sind diese nicht mehr im Nahrungsmittel enthalten.

Brukers Empfehlungen für eine vollwertige Kost:

  • Verzicht auf Nahrungsmittel, weitgehender Verzicht auf Fleisch und Wurst,
  • Eingeschränkter Verzehr von Käse, Eier und Milchprodukten,
  • Keine Säfte, da sie bei Magen-Darm empfindlichen Personen zu Unverträglichkeiten anderer Nahrungsmittel führen- dafür viel Kräutertee und Wasser,
  • Viel Frischkost (frisches Obst und Gemüse),
  • Naturbelassene Fette,
  • Vollkornprodukte,
  • Ein tägliches „Muss“ ist, der Frischkornbrei zum Frühstück. Dazu werden unterschiedliche Sorten Getreide über Nacht in Wasser eingeweicht, anschließend mit Obst und Sahne gemischt. Dadurch sollen besonders viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe aufgenommen werden,
  • Keine Kalorienbeschränkung, allerdings nur drei Mahlzeiten am Tag,
  • Grundsätzlich Lebensmittel aus ökologischem Anbau.

Ernährungsphysiologische Bewertung:

  • Die Ursachen für ernährungsbedingte Erkrankungen sah Bruker im Verzehr von Auszugsmehlen, Zucker, raffinierten Ölen und Fetten. Dem Zucker schrieb er zudem die Unheilbarkeit verschiedener Krankheiten zu. Mit der Vollwertkost sollen nicht nur Krankheiten verhütet, sondern auch geheilt werden. Bruker wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, wissenschaftlich unhaltbare und zudem für den Verbraucher verwirrende Aussagen, Erklärungen und Versprechungen zu verbreiten. Beispiele: „Die Zuckergier des Kindes ist ein klassisches Zeichen eines Vitalstoffmangels“, „Fett macht nicht fett“, „Krebs lässt sich bis zu einem gewissen Grad durch Vollwertkost verhüten und je nach Stadium heilen“ oder dass erhitzte Milch gesundheitsgefährlich ist.
  • Bei Menschen, die ihre Ernährungsweise zu schnell auf Vollkornprodukte umstellen, kann es zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie schmerzhafte Blähungen und Durchfall kommen. Für diese Beschwerden sind bakterielle Zersetzungsvorgänge verantwortlich, bei denen aus nicht oder schlecht verdauter ballaststoffreicher Kost toxische Gärungsalkohole und biogene Amine entstehen. Diese können die Darmschleimhaut und den sich im Darm befindliche Teil des Immunsystems schädigen.
  • Nach Bruker soll so früh wie möglich, bereits im Säuglingsalter, mit der Vollwertkost in Form von Frischkornmilch oder Frischkornbrei angefangen werden. Säuglinge und Kleinkinder sind jedoch noch nicht in der Lage rohes Getreide zu verdauen, da der Magen-Darm-Trakt noch nicht ausreichend entwickelt ist. Glutenhaltige Getreideprodukte können das Auftreten einer Zöliakie begünstigen. Getreide soll erst nach dem vierten Lebensmonat und in erhitzter Form gegeben werden, um Unverträglichkeitsreaktionen und die Gefahr von Allergien zu vermeiden.
  • Für Erwachsene ist die Vollwertkost als Dauerkost zu empfehlen. Bei einer vielseitigen Lebensmittelauswahl ist mit der Vollwertkost eine bedarfsgerechte Ernährung möglich.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
HAHN, A.; STRÖHLE, A.; WOLTERS, M.: Ernährung- Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Stuttgart 2005.
LÖBBERT, R. et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
http://www.oekolandbau.de
http://www.oekotest.de
LÖBBERT, R. et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.

Weiterführende Literarur:
BRUKER, M.: Lebensbedingte Krankheiten. 2001.
BRUKER, M.: Unsere Nahrung- unser Schicksal. 2001.
GUTJAHR, I.: Das große Dr. M. O. Bruker- Ernährungsbuch. 2000.

Autor: KATALYSE Institut

Vollwert-Ernährung

Vollwert-Ernährung ist eine ganzheitliche und überwiegend lakto-vegetabile Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden.

Hauptsächlich verwendete Lebensmittel sind Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte, in geringen Mengen auch Fleisch, Fisch und Eier. Die Hälfte der Nahrungsmittel besteht aus unerhitzter Frischkost.

Die Grundsätze der Vollwert-Ernährung beinhalten neben dem gesundheitlichen Aspekt auch ökologische, soziale und ökonomische Aspekte:

  • Verwendung von Produkten der Saison und möglichst aus regionalem und /oder ökologischem Anbau,
  • Vermeidung von Nahrungsmitteln mit Zusatzstoffen,
  • Bevorzugung unverpackter oder umweltschonend verpackter Lebensmittel,
  • Vermeidung bzw. Verminderung der allgemeinen Schadstoffemission durch Verwendung umweltverträglicher Produkte und Technologien,
  • Verminderung von Veredlungsverlusten durch geringeren Verzehr tierischer Lebensmittel,
  • Bevorzugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die unter sozialverträglichen Bedingungen erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden (Fairer Handel mit Entwicklungsländern).

Diese Grundsätze stellen weder Gebote noch Verbote dar. Sie sollen als Empfehlungen verstanden werden, die individuell an Vorlieben und Bedürfnisse angepasst und umgesetzt werden können. Das Ziel ist, eine hohe Lebensqualität, die Schonung der Umwelt und die weltweite Förderung der sozialen Gerechtigkeit.

Die Vollwerternährung ist ein ganzheitliches Ernährungskonzept, das in den Grundzügen auf Erkenntnisse von Professor Werner Kollath basiert. Kollath forderte, die Nahrung so natürlich wie möglich zu lassen.

Karl von Koerber, Claus Leitzmann und Thomas Männle haben diese Idee weiterentwickelt und durch neuere ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt (Gießener Konzept).

Nach Erkenntnissen der Gießener Vollwert-Ernährungs-Studie ist die Bedarfsdeckung der essentiellen Nährstoffe möglich. Vollwertköstler kamen den Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der DGE näher als Mischköstler. Bei den vegetarischen Studienteilnehmer/innen erwies sich die Nährstoffrelation als optimal.

(Weiter Forschungsergebnisse der Giessener Vollwert-Ernährungs-Studie gibt es unter http://www.uni-giessen.de/fbr09/nutr-ecol/forsc_main.php).

Bei Menschen, die ihre Ernährungsweise zu schnell auf Vollkornprodukte umstellen, kann es zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie schmerzhafte Blähungen und Durchfall kommen. Für diese Beschwerden sind bakterielle Zersetzungsvorgänge verantwortlich, bei denen aus nicht oder schlecht verdauter ballaststoffreicher Kost toxische Gärungsalkohole und biogene Amine entstehen. Diese können die Darmschleimhaut und auch der sich im Darm befindliche Teil des Immunsystems schädigen.

Der Begriff Vollwert-Ernährung wird oft mit dem der vollwertigen Ernährung (definiert nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) in Verbindung gebracht bzw. verwechselt. Die DGE versteht unter einer vollwertigen Ernährung eine bedarfsgerechte Zusammensetzung einer ganzen Kostform, im Sinne der DGE- Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr. Demnach ist ein einzelnes Lebensmittel erst dann vollwertig, wenn alle Nährstoffe im gewünschten Verhältnis vorhanden sind. Dabei geht es vor allem um den gesundheitlichen Aspekt. Soziale und ökologische Aspekte haben keine Bedeutung.

Quellen:
KOERBER, K.; MÄNNLE, T.; LEITZMANN, C.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1994.
POLLMER, U; WARMUTH, S.: Lexikon der populären Ernährungsirrtümer. München 2004.
http://www.naturkost.de/basics/formen/leitz.htm
http://www.ugb.de

Autor: KATALYSE Institut

Vitamine

V. sind organische Verbindungen, die für den menschlichen Stoffwechsel lebensnotwendig sind, von diesem aber nicht gebildet werden können und daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.

Bei Unterversorgung mit V. kommt es zu typischen V.-Mangelkrankheiten (z.B. V. C: Skorbut, V. D: Rachitis mit Knochenerweichungen und Zahnverfall, V. K: Blutgerinnungsstörungen), die unbehandelt zum Tode führen. V. greifen auf vielfältige Weise in biochemische Prozesse ein.

Die wasserlöslichen V. (B1, B2, B6, B12, C, H) bilden als funktionelle Bestandteile der Enzyme einen Komplex, der Stoffwechselvorgänge katalysiert (Katalyse). Die fettlöslichen V. (A, D, E, K, Q) wirken z.T. als Vorstufen (z.B.V. A: Vorstufe des Sehfarbstoffs; V. D: Vorstufe des unter UV-Strahlung im Körper entstehenden V. D.), oder bei anderen Stoffwechselreaktionen mit.

Bei einer ausgewogenen Ernährung und dem heutigen Nahrungsmittelangebot kommt es nur noch sehr selten zu V.-Mangelkrankheiten. Daher ist die Vitaminisierung von Nahrungsmitteln (Bonbons, Säfte, Säuglingsnahrung) und die Einnahme zusätzlicher V.-Präparate problematisch.

Kommt es zur Überdosierung von bestimmten V., so kann dies auch zu Gesundheitsstörungen führen; z.B. kann zuviel V. A, das während der Schwangerschaft eingenommen wird, zu Mißbildungen beim Kind führen, und zuviel V. D kann Kalkablagerungen in den Blutgefäßen hervorrufen.

V. sind natürliche Konservierungsstoffe, denn je höher der V.-Gehalt eines landwirtschaftlichen Produkts ist, desto größer ist seine Lagerfähigkeit. Die Nahrungsmittelindustrie nutzt deshalb die V. E und C zur Konservierung.

Autor: KATALYSE Institut