Salbei

Echter Salbei gehört zur Gruppe der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist ein ausdauernder, bis 60 cm hoher, unten verholzender und immergrüner Halbstrauch. Salbei ist ein Strauch des Mittelmeergebietes und heute in klimatisch günstigen Gegenden Süd- und Mitteleuropas verwildert.

Botanik
Echter Salbei (Salvia officinalis) - der Gattungsname kommt vom lateinischen salvere: retten oder heilen, und bezieht sich auf den Glauben an die Heilkräfte der Pflanze. Bei uns wird Salvia officinalis als Heil- und Küchenpflanze im Kräutergarten oder Topf gezogen.

Charakteristika sind:

  • vierkantige, filzig behaarte Stängel, die einem büschelförmigen, tiefreichenden Wurzelstock entspringen,
  • gestielte, gegenständige, länglich-elliptische Blätter,
  • feinnetzige Blattstruktur, fein behaart, von graugrüner Farbe,
  • blauviolette, manchmal auch weiße Blüten, die quirlig in einem ährenartigen Blütenstand stehen,
  • Blütezeit von Juni bis August.

Standort
Der Standort sollte sonnig sein und einen trockenen, durchlässigen, leicht kalkigen Boden haben. Echter Salbei verträgt sich im Mischkulturgarten gut mit Wermut, Kohl und Brennnessel; ungünstig sind dagegen Kombinationen mit Muskatellersalbei, Salat und Standorte unter Obstbäumen. Salbei wehrt durch seinen herben Duft vor allem Kohlweißlinge (verstärkte Wirkung mit Thymian) und Schnecken ab.

Verwendung
Salbei ist in vielen Ländern ein beliebtes Gewürz zu Geflügel, Fleisch, Fisch, Käse, Suppen und als Zusatz in Gewürzmischungen. Er schmeckt würzig bitter, leicht brennend und erinnert an Campher. Da Salbei sein Aroma schnell verliert sollte die Aufbewahrung beispielsweise in dunklen, gut verschlossenen Gläsern oder Dosen erfolgen.
Salbei wird in der Medizin als Tee, Extrakt, Tinktur oder ätherisches Öl eingesetzt. Äußerlich angewendet hat Salvia officinalis eine desinfizierende, entzündungshemmende und adstringierende Wirkung; innerlich eine speichel- und schweißhemmende Wirkung. Da Thujon, ein Bestandteil des ätherischen Öls, auch toxische Eigenschaften aufweist, dürfen Salbeipräparate und Salbeitees nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Schwangere sollten besser auf die innere Anwendung mit Salbei verzichten.

Quellen:
ALLGEIER, K.: Die besseren Pillen. München 2004.
BOKSCH, M.: Das praktische Buch der Heilpflanzen. München 1996.
DACHER, M.; PELZMANN, H.: Arznei- und Gewürzpflanzen. Wien 1999.
PHILLIPS, R.; FOY, N.: Kräuter. München 1991.
RAUSCH, A.; LOTZ, B.: Kräuterlexikon. Egolsheim k.A.
WEINRICH, C.: Mischkultur im Hobbygarten. Stuttgart 2003.

Autor: KATALYSE Institut

Ruß

Althochdeutsch.: ruos = dunkel-, schmutzfarben)Erscheinungsform des Kohlenstoffs, die bei einer unvollständigen Verbrennung entsteht.

R. entsteht unerwünschterweise bei der Verbrennung von Diesel (Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz.), bei schlecht eingestellten Ottomotoren und als Schornsteinruß (Schornstein).

Diese R. enthalten neben dem ungiftigen Kohlenstoff z.T. sehr giftige Kohlenwasserstoffe (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und werden daher seit 1987 in der MAK-Wert-Liste als karzinogen eingestuft. Die Emission solcher R. läßt sich durch spezielle R.-Filter (Partikelfilter) vermindern.

Ein Maß für die R.-Emission ist die R.-Zahl. Technische R. werden mit bestimmten Verfahren hergestellt und anschließend von unerwünschten Stoffen gereinigt. Anwendung finden sie als Pigmente (Druckerschwärze) wegen der hervorragenden Eigenschaften wie Unlöslichkeit in allen Lösemitteln, Lichtechtheit und Farbtiefe. Weiterhin werden R. bei der Produktion von Autoreifen u.ä. verwendet. Produktionsmenge 1991, alte Bundesländer: 380.000 t.

Autor: KATALYSE Institut

Parathion

P. (E605) ist ein stark giftiges Insektizid, Phosphorsäureester (Pflanzenschutzmittel); Kontakt-, Fraß- und Atemgift, farblose bis gelbliche Flüssigkeit von lauchartigem Geruch; als Spritzmittel besonders gegen saugende Insekten und Spinnmilben eingesetzt (für alle Tierarten schädlich, reduziert Nützlinge, bienengefährlich), im Wein- und Obstbau als Kombination von P.-Ethyl und Demeton-S-methylsulfoxid verwendet.

Nach der Verordnung über Anwendungsverbote und -beschränkungen für Pflanzenschutzmittel besteht ein beschränktes Anwendungsverbot. P. ist im Getreidebau mit einer Aufwandmenge von mehr als 250 ml oder g Wirkstoff je ha und Vegetationsperiode verboten. Relativ schneller Abbau in Gewässern und Böden im Vergleich zum Abbauprodukt Paraoxon, das die eigentliche Wirksubstanz darstellt. P. setzt sich in der Luft, im Boden und in Gewässern ab, insb. ist der Mensch durch Rückstände von P. im Trinkwasser und in Nahrungsmitteln gefährdet. P. besitzt eine hohe Lipidlöslichkeit. Die Aufnahme erfolgt über die Haut, Schleimhaut und den Magen-Darm-Trakt. Bei unsachgemäßem Gebrauch (z.B. gegen Körperparasiten) ist eine erhebliche Gesundheitsschädigung möglich. Die tödliche Dosis für den Menschen beträgt 5 mg/kg Körpergewicht. Die letale Dosis (LD50) beträgt 100 bis 200 mg.
P. greift in die Reizleitung des Nervensystems ein. Es kommt zu Vergiftungserscheinungen, Angstzuständen, Schwindel, Krämpfen, Schwitzen, Speichelfluß, Bronchialsekretion, asthmaähnlicher Atemerschwerung, Lungenödem, Zuckungen und Tod durch Atemlähmug; P. ist karzinogen und mutagen und im Tierversuch fruchtschädigend.
P. wird vom internationalen Pestizid-
Netzwerk (PAN) als das gefährlichste Pestizid der Welt bezeichnet. Mehr als 650 Landarbeiter wurden seit 1966 in den USA vergiftet, wobei 100 Arbeiter zu Tode kamen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), PAN und zahlreiche Umweltorganisationen setzen sich schon seit Jahren für ein Verbot von P. ein. Bereits 18 Länder haben den Einsatz von P. verboten.
MAK-Wert: 0,1 mg/m3 (gemessen am Gesamtstaub).

Autor: KATALYSE Institut

RSI-Syndrom

Das R. (Repetitive Strain Injurie, deutsch.: Verletzung durch wiederholte Überanstrengung) ist eine neuartige Berufskrankheit, die durch einseitige, sich oft wiederholende Bewegungen bedingt ist.

R. wird oft als Berufskrankheit des Informationszeitalters bezeichnet, da sie vor allem bei Arbeiten am Computer auftritt. Das hohe Arbeitstempo, das bei Computerarbeit gleichzeitig mit hoher Konzentration verbunden ist, senkt die Aufmerksamkeit des Menschen für Schmerzen, die Warnsignale für Fehlhaltungen und ungesunde Bewegungen darstellen.

Symptome sind v.a. schmerzhafte Schwellungen am Unterarm, Gelenkschwellungen und Gelenksteif- und -taubheit (Arme und Hände). Zunächst gehen die Schmerzen nachts wieder weg, dann dauert die Erholungszeit immer länger, bis schließlich im schlimmsten Fall Berufsunfähigkeit eintritt. Eine der schlimmsten Formen des R. ist das sog. Karpaltunnelsyndrom, bei dem die Erkrankten nicht einmal mehr eine Tasse halten können - hier muß, mit zweifelhaften Erfolgsaussichten, operiert werden.

In den USA ist die "Bürokrankheit" R. mittlerweile mit 48% Anteil die häufigste Berufskrankheit, in Australien ist R. bereits seit 10 Jahren als Berufskrankheit offiziell anerkannt. In Deutschland leiden etwa 20% der am Computer Tätigen wenigstens zeitweise an R.-typischen Schmerzen.
Gegenmaßnahmen: Ergonomische Ausgestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes (Computer), Senkung des Arbeitstempos, Reduzierung der Anschlagszahl auf z.B. maximal 10.000 Anschläge/h.

Autor: KATALYSE Institut

Röntgenpass

In den R. werden sämtliche Röntgenaufnahmen eines Patienten eingetragen, insb. um unnötige Röntgenaufnahmen zu vermeiden.

Der Arzt kann anhand des R. erkennen, ob bereits eine Röntgenaufnahme vorliegt, die die aktuelle medizinische Fragestellung abdeckt. Obwohl durch den R. die Strahlenbelastung durch die Röntgendiagnostik gesenkt werden könnte, ist der R. bis heute nicht obligatorisch, sondern muß vom Patienten gepflegt werden. R. sind u.a. bei den Krankenkassen erhältlich.

Autor: KATALYSE Institut

Parakautschukbaum

Der Parakautschukbaum ist ein schnellwachsender, in Kultur bis 15 Meter hoher,in Wildnis bis 40 Meter hoher, laubabwerfender Baum, der im Rindenteil von Stamm und Zweigen Latex als Ausgangsprodukt für Naturkautschuk enthält.

  • Systematik: Familie: Euphorbiaceae, (Wolfsmilchgewächse), Art: Hevea brasiliensis (H.B.K.) Muell. Arg.
  • Herkunft: Brasilien  im Amazonasgebiet
  • Klima: tropisches Tiefland; Jahresdurchschnittstemperatur: 25 bis 30 °C; Sehr gute Anbaugebiete haben 2.500 bis 4.000 mm/Jahr Niederschlag
  • Anbausystem: Dauerkultur, Nutzung etwa 30 Jahre in Plantagen z.T. Terassenbau, Zwischenkulturen (z.B. Kaffee, Kakao, Banane, Ananas)
  • Aussaat: meist Jungpflanzenaufzucht in Baumschulen (9 bis 30 Monate) über Samen oder vegetativ; Pflanzabstand: (5x5 Meter) oder in Reihen (8 bis 10 Meterm x 2 bis 3 Meter)
  • Düngung: Stickstoff: 50 kg/Hektar; Phosphat: 20 kg/Hektar; Kalium: 60 kg/Hektar; Magnesium: 20 kg/Hektar; geringer Bedarf, da Nährstoffentzug durch Latex niedrig, kann sich aber durch Einsatz von Latexstimulatoren erheblich steigern.
  • Pflanzenschutz: Unkrautkontrolle bei jungen Bäumen wichtigste Maßnahme (Jäten, Beweidung mit Schafen, Herbizide); Züchtung von windbeständigen Sorten; wichtigste Erreger sind Pilze.
  • Ernte: 3,5 bis 6 Jahre nach dem Auspflanzen; Zapfhäufigkeit: täglich bis dreitägig mit Ruhepausen; Erntetechnik: Anschneiden der Rinde, Auffangen des entlang der Schnittstelle fließenden Latex, nach etwa fünf Stunden sammeln. Zapfer können bis zu 700 Bäume/Tag bedienen.
  • Ertrag: 1,5 bis 2,0 Tonnen Latex/Hektar, 0,5 Tonnen Samen/Hektar mit etwa 40 bis 50 Prozent Ölgehalt.
  • Besonderheiten: Latex-Zusammensetzung: 60 bis 75 Prozent Wasser, 25 bis 40 Prozent Kautschuk, 1,5 bis 2 Prozent Harze, 1,5 bis 2 Prozent Eiweiß, 0,5 bis 1 Prozent Mineralstoffe.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Röntgendiagnostik

Röntgenstrahlung besitzt die Eigenschaft, daß mit ihr durch optisch undurchsichtige Stoffe hindurchgesehen werden kann.

Röntgenstrahlung wird von verschiedenen Stoffen verschieden stark absorbiert, so daß bei Durchleuchtung eines Körpers die Strahlung in bestimmten Bereichen vollkommen geschluckt und in anderen noch durchgelassen wird. Dies kann auf Röntgenschirmen und Röntgenfilmen sichtbar gemacht werden. Die Medizin macht sich dies zunutze, um Knochenbrüche, Tuberkuloseherde, Karies, Nierensteine etc. ausfindig zu machen.

Mit Hilfe von Kontrastmitteln können zudem Magen- und Darmuntersuchungen durchgeführt werden. Röntgenstrahlung kann als ionisierende Strahlung zu Strahlenschäden führen. Die R. macht die mit Abstand größte zivilisatorische Strahlenbelastung aus. Einzelne Röntgenaufnahmen führen zu Organdosen zwischen 0,1 und 65 mSv (Sievert, s. Tab.). Die
Strahlenbelastung bei Röntgendurchleuchtung ist i.a. höher als die bei Röntgenaufnahmen.

Im Mittel wird jeder Bundesbürger jährlich einer Röntgenuntersuchung unterzogen, wobei viele Untersuchungen mehrere Einzelaufnahmen erfordern. Trotz verbesserter diagnostischer Verfahren werden auch heute noch ca. 90% der genetisch signifikanten bzw. 95% der somatisch signifikanten zivilisatorischen
Strahlenbelastung durch medizinische Anwendungen verursacht, diese wiederum zu ca. 95% durch R. (andere medizinische Anwendungen: Nuklearmedizin, Strahlentherapie).

Durchschnittlich erhält jeder Bundesbürger pro Jahr durch R. eine Keimdrüsendosis von etwa 0,5 mSv und eine Ganzkörperdosis (Strahlendosis) von 1,5 mSv. Daraus resultieren jährlich etwa 12.000 Krebstote in Deutschland (somatische Strahlenschäden). Wenn auch i.d.R. der diagnostische Nutzen höher als der Schaden ist, schätzen Fachleute, daß nahezu die Hälfte aller Röntgenuntersuchungen überflüssig sind. Viele Untersuchungen, insb. im Bauchbereich, sind ebensogut mit unschädlichem Ultraschall durchführbar. Besonders kritisiert werden Röntgenreihenuntersuchungen auf Tuberkulose, v.a. weil ungefährliche Ersatzmethoden (Tuberkulintest) zur Verfügung stehen.

Moderne Röntgen-Untersuchungstechniken mit Bildverstärker oder Computertomographie reduzieren die Belastung gegenüber konventionellen Röntgengeräten erheblich. Eine Gefahr für das medizinische Personal und den Patienten besteht besonders dann, wenn aus Bequemlichkeit oder Unkenntnis nicht die zum Strahlenschutz notwendigen Vorkehrungen getroffen werden. Das mindeste ist das sorgfältige Anlegen der schweren Bleischürzen, die v.a. die Keimdrüsen vor Strahlung schützen sollen (Abschirmung).

Bei schwierigen Knochenbrüchen muß oft stundenlang am Röntgenschirm gearbeitet werden. Dabei ist kaum zu vermeiden, daß aus der Röntgenröhre stammende Strahlung an den Wänden reflektiert wird und als Streustrahlung das medizinische Personal trifft. Mit guten Röntgengeräten und einer starken Einschränkung der R. auf die notwendigen Fälle könnte die Belastung erheblich gesenkt werden. Röntgenstrahlung findet auch in der Strahlentherapie Verwendung.

Lit.: L.Rausch: Mensch und Strahlenwirkung, München 1986; KATALYSE /Hrsg.): Strahlung im Alltag, Frankfurt 1986

Autor: KATALYSE Institut

Röntgen

Nach dem Physiker Wilhelm C. Röntgen benannte Einheit für die Ionendosis. Ionisierende Strahlung, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Siehe auch: Ionendosis, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Risikogruppen

Personengruppen, die aufgrund bestimmter Bedingungen ein erhöhtes Risiko tragen, einen Schaden zu erleiden.

R. sind z.B. Kinder oder alte Leute, da sie im Gegensatz zu normalen Erwachsenen einen veränderten Stoffwechsel haben. Bei der Festlegung der Grenzwerte für Schadstoffe wird die erhöhte Empfindlichkeit von R. oft nicht genügend berücksichtigt.

Autor: KATALYSE Institut

Rinderwahnsinn

Siehe unter Bovine Spongiforme Enzephalopathie.

Autor: KATALYSE Institut

Ricin

Das Toxin wird aus der Christuspalme (Ricinus communis) gewonnen. R. blockiert die zelluläre Proteinsynthese, ist aber weniger giftig als Botulinum- oder Entero-Toxin.

Höhere Dosierungen führen innerhalb von zwei Tagen zu Lungenödemen, Zyanose und schließlich zu Atemversagen. Eingenommenes R. kann innere Blutungen auslösen.

Therapie: Nur adjuvant.
Impfung: Derzeit nicht möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Resistenz

R. ist die Fähigkeit eines Organismus den Angriff eines potenziellen Erregers bis zu einem bestimmten Grade abzuwehren oder der Wirkung eines schädlichen Agens (z.B. eines Pflanzenschutzmittels) zu widerstehen.

Resistenzen werden nach Antibiotika-R., Pathogen.-R und Virus-R. usw. unterschieden.

Organismen können durch Mutation und Selektion resistent werden. Bakterielle Krankheitserreger können eine Antibiotikum-Resistenz entwickelt und die Behandlung von Infektionskrankheiten erschweren.

Einige Unkräuter sind inzwischen gegen Herbizide, Insekten gegen Insektizide oder Pilze gegen Fungizide resistent.

Zum Schutz gegen Infektionen, die bei Kulturpflanzen große Ernteschäden anrichten können, werden sogenannte Resistenzzüchtungen an den pflanzen vorgenommen. Die Faktoren, die für eine bestimmte R. zuständig sind werden gezielt in den Pflanzen gezüchtet. Klassischerweise werden Wildpopulationen oder primitive Sorten, die noch Resistenzgene aufweisen für diese Züchtung eingesetzt. Nachteile können geringere Ernteerträge und toxische Inhaltsstoffe sein, die erst durch aufwendige Rückkreuzungen beseitigt werden müssen.

Bei der "In-vivo-Selektion" werden Zellkulturen aus den einzelnen Kulturpflanzen hergestellt, die Stressfaktoren ausgesetzt werden. Die überlebenden Zellen bilden gegen den Stressfaktor eine R. aus, die nach Regeneration der Zellen wieder ganze Pflanzen mit den entsprechenden R. bilden.

Mit Hilfe der gentechnischer Methoden kann der langwierige Züchtungsprozess zur Herstellung von R. in Kulturpflanzen enorm abgekürzt werden. Genmanipulierte Pflanzen sind jedoch aufgrund ihrer unwägbaren Risiken und einer nicht mehr möglichen Rückholbarkeit nach der Freisetzung in die Umwelt abzulehnen.

Die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegen Krankheitserreger bezeichnet man als Immunität und umfasst die Anpassung des Immunsystems an die Krankheitserreger.

Autor: KATALYSE Institut

Reinigungsmittel

Eine unübersehbare Vielfalt an Pflege- und R. wird heute dem Verbraucher angeboten. Die Palette reicht vom Backofenspray über Mülleimerdeos bis zum Desinfektionsreiniger.

Fast alle R. gelangen nach ihrem Gebrauch ins Abwasser und belasten Kläranlagen (Abwasserreinigung) und Vorfluter. Wie auch bei den Waschmitteln sind unter den Inhaltsstoffen von R. insb. die Tenside als umweltrelevante Schadstoffe zu nennen.

Anders als dort ist in einigen Produkten noch das eutrophierende Phosphat (Spülmittel) zugegen. Einige R. enthalten aktive Chlorverbindungen (Sanitärreiniger) und tragen zur AOX-Belastung des Abwassers bei. Wieder andere wirken aufgrund ihrer hohen Alkalität (ph-Wert, Rohrreiniger) korrosiv auf Mensch und Materialien. Gefahren gehen auch von lösemittelhaltigen Produkten (Fleckentferner, Bodenbehandlungsmittel, Putzmittel) aus.

Nur ein kleiner Teil der auf dem Markt offerierten R. ist wirklich nötig. Praktisch alle haushaltsüblichen Reinigungsvorgänge lassen sich mit Seife, einem milden Allzweckreiniger, Scheuermittel, Spülmittel sowie Essig(reiniger) und Alkohol (Spiritus) auf preiswerte und relativ umweltschonende Weise erledigen.

Autor: KATALYSE Institut

Pappel

Die Pappel - auch Espe genannt - ist ein Pionierbaum mit geringen Ansprüchen an Boden und Klima. Sie bruacht viel Lichtund steht häufig auf freien Flächen. Die Pappel wird meist um 20 Meter hoch und hat ihr Wachstum bereits mit 60 Jahren beendet. Die vegetative Vermehrung findet über Stecklinge oder Gewebekultur statt.

  • Systematik: Familie: Salicaceae, Arten: Populus trichocarpa (= Balsampappel); Populus tremula (= Espe/Aspe/Zitterpappel). Ist die in Mitteleuropa am meisten verbreitete Pappelart. Weitere Arten: die seltene Schwarzpappel (Populus nigra) und die Silber-Pappel (Populus alba).
  • Herkunft: Nordamerika, Europa, Asien
  • Klima: Vegetationszeit >130 Tage, Temperatur in der Vegetationszeit> 13°C
  • Anbausystem: beste Wuchsleistung auffrischen, lockeren Lehm- und Sandböden; Beikrautregulierung im Pflanzjahr mechanisch oder chemisch erforderlich, ggf. Mäusebekämpfung; Umtriebszeit 4 bis 10 Jahre; Manuelle oder maschinelle Pflanzung, 3.500 bis 7.000 Pflanzen/Hektar.
  • Düngung: in der Regel nicht erforderlich
  • Pflanzenschutz: Rostpilzbefall bei feuchtem Frühsommer möglich, dadurch Ertragseinbußen wegen vorzeitigem Blattfall; Schneebruch- und Frostgefahr bei Balsampappeln.
  • Ernte: Ernte mit Mähhäcksler bei maximal 7 bis 8 cm Stockdurchmesser
  • Ertrag: 10 bis 15 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag
  • Besonderheiten: In Siedlungsnähe nur männliche Pappeln anbauen, da der Samenflug weiblicher Pappeln Allergien auslösen und Filter verstopfen kann; nicht auf drainierten Standorten pflanzen, da das Wurzelsystem der Pappel Drainagerohre verstopft.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Ölpalme

Die Ölpalme ist ein Schopfbaum, der eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen kann. Er besitzt Fruchtstände mit bis 4.000 Steinfrüchten und hat eine Lebensdauer von 80 bis 200 Jahren.

  • Systematik: Familie: Palmae (Palmen), Art: Elaeis guineensis Jacq.
  • Herkunft: tropischer Regenwaldgürtel Westafrika; teils auch im tropischen Mittel- und Südostamerika vermutet.
  • Klima: feuchte Tropen; Temperatur 24 bis 28°C; jährliche Niederschläge 1.500 bis 1.800 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur ggf. Terrassierung; Bodenbedeckungspflanzen v.a. Leguminosen; anfangs Zwischenkulturen (Mais, Hirse)
  • Aussaat: Vorkeimung der Samen, nach dem ersten Jahr Auspflanzung, günstig zu Beginn der Regenzeit; in der Plantage ca. 150 Palmen/Hektar
  • Düngung: für 150 Palmen/Hektar bei 8 bis 15 Jahren: 190 kg Stickstoff, 25 kg Phosphor, 250 kg Kalium, 60 kg Magnesium: 100 kg Calcium.
  • Pflanzenschutz: wichtige Krankheitserreger sind Pilze; Insektenschädlinge z.B. Nashornkäfer, Palmbohrer; örtlich auch Ratten.
    Ernte: nach 4 bis 5 Jahren; ohne Trockenperiode ganzjährig, ansonsten ein- bis mehrmalig; Ernte durch Abschlagen der Früchte
  • Ertrag: Neupflanzungen (Malysia) bis 30 Tonnen/Hektar Fruchtstände, daraus 7 Tonnen Palmöl und 0,8 Tonnen Palmkernöl.
  • Besonderheiten: Fruchtfleisch enthält 45 bis 50 Prozent Palmöl mit hohem Ölsäure- und Palmitinsäuregehalt; Kerne enthalten 48 bis 52 Prozent Palmkernöl mit hohem Laurinsäure- und Myristinsäureanteil.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Rauchen

siehe Tabakrauch, Passivrauchen, Nikotin.

Autor: KATALYSE Institut

Öllein

Der Öllein ist ein einjähriges Kraut mit einer Wuchshöhe von 20 bis 80 cm. Die Pflanze ist stark verzweigt, besitzt einen rispigen Blütenstand, der über mehrere Wochen täglich neue Blüten öffnet. Die Frucht ist eine Kapsel mit bis zu zehn ölhaltigen Samen.

  • Systematik: Familie: Linaceae (Leingewächse), Art: Linum usitatissimum L.
  • Herkunft: Südwestasien (Öllein; Faserlein: mediteraner Raum, Nordafrika)
  • Klima: kontinental; Temperaturminimum für Keimung etwa 3°C, spät frosttoleranz (-3 bis -5°C); Niederschläge 120 mm Mai bis Juni; Langtagspflanze
  • Anbausystem: selbstunverträglich, Anbauabstände von 5 bis 6 Jahren notwendig (Leinmüdigkeit)
  • Aussaat: März, spätestens Anfang April; bei ökologischem Anbau erst Mitte April wegen Vorsaat-Unkrautbekämpfung; Bestandesdichte 200 bis 450 (z.T. bis 800) Pflanzen pro m2
  • Düngung: spezielle Düngung nicht unbedingt notwendig; Stickstoff: 40 bis 60 kg/Hektar; Phosphor: 90 kg/Hektar; Kalium: 120 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Beikrautbekämfpung während Jugendentwicklung notwendig; Saatgutbeizung als Vorbeugung gegen verschiedene Erreger; Hauptschädling Leinerdfloh
  • Ernte: Ende August bis Ende September; maschinell
  • Ertrag: 1,6 bis 2,5 max. 4,0 Tonnen Samen/Hektar;
  • Besonderheiten: Samen enthalten ca. 30 bis 48 Prozent Leinöl, Fettsäuremuster: 40 bis 68 Prozent, Linolensäure, 15 bis 30 Prozent Ölsäure, 10 bis 30 Prozent Linolsäure; ökologischer Anbau als nachwachsender Rohstoff möglich.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Quecksilberthermometer zerbrochen! Was nun?

Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Zimmertemperatur flüssig ist und bei Luftkontakt leicht verdampfen kann. Quecksilberdämpfe sind äußerst giftig – die Einatmung von nur 0,1 - 1 mg täglich führt zu chronischen Vergiftungen, da 80 Prozent des eingeatmeten Quecksilbers vom Körper aufgenommen und nur ungefähr 20 Prozent wieder ausgeatmet werden.

Flüssiges Quecksilber – sollte es dagegen versehentlich verschluckt werden – wird vom Magen-Darm-Trakt zu über 90 Prozent wieder ausgeschieden.

Da die Quecksilbermenge in einem Thermometer jedoch gering ist (ca. 1 g), kommt es bei deren Freisetzung wahrscheinlich nicht zu akuten oder chronischen Vergiftungserscheinungen. Trotzdem sollte die Gefahr des Einatmens umgehend minimiert und das Quecksilber möglichst rückstandslos entfernt werden. Dabei sind folgende Sicherheitsvorkehrungen zu beachten:

  • Nicht über den vom Quecksilber verseuchten Bodenbereich laufen!
  • Quecksilberdampfverwirbelungen vermeiden! Deshalb: Keinen Staubsauger einsetzen! Aufgewirbelten Dampf durch Lüften entfernen.
  • Einweg-Handschuhe tragen, um eine Aufnahme über die Haut zu verhindern.
  • Schmuck ablegen, da das Quecksilber mit vielen Metallen (darunter auch Gold und Silber) sofort chemische Verbindungen, so genannte Amalgame, bildet.

Es gibt folgende Möglichkeiten, das Quecksilber zu entfernen:

1. Zusammenbringen der Quecksilbertröpfchen durch:

  • Zusammenschieben mit einem festen Blatt Papier
  • Zusammenkehren mit einem Pinsel oder Bürstchen

2. Mechanische Aufnahme des Quecksilbers durch:

  • Aufsaugen mit einer Einwegspritze, einer Pipette oder einem Schwamm
  • Entfernen mit Hilfe eines breiten Klebebands

3. Mit Spezialverfahren:

  • Die mit Quecksilber benetzte Fläche mit einem Schnellabsorber (z.B. Mercurisorb, in Apotheken erhältlich) überstreuen und anschließend mit einem den Packungen beigefügten Pinsel gut vermischen. Dieses Absorptionsmittel bindet in weniger als fünf Minuten die gewichtsgleiche Menge des Metalls.
    Nach der Aufnahme des Quecksilbers alle Materialien, die damit in Kontakt gekommen sind, und das Quecksilber selbst in ein verschließbares Glasgefäß, Plastikbehälter oder eine Plastiktüte füllen und mit Klebeband verschließen. Diese quecksilberhaltigen Abfälle gehören zum Sondermüll und können über Apotheken entsorgt werden – sie gehören keinesfalls in den Hausmüll!

Falls es Körperkontakt mit Quecksilber gab:

  • Bei Verdacht einer Quecksilbervergiftung grundsätzlich einen Arzt konsultieren.
  • Nach Einatmen von Quecksilberdampf sofort an die frische Luft gehen und einen Arzt konsultieren.
  • Nach Hautkontakt die betroffenen Stellen intensiv waschen.
  • Bei Augenkontakt mit Quecksilber gründlich mit Wasser ausspülen und einen Augenarzt konsultieren.
  • Nach Verschlucken von Quecksilber 1-2 Gläser Wasser trinken, aber kein Erbrechen auslösen (so das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) und einen Arzt konsultieren.
  • Kleidung, die mit Quecksilber getränkt ist, sofort ausziehen.

UNSER TIPP: Kaufen Sie sich ein digitales oder ein Alkohol-Fieberthermometer! Damit sind Sie dann für immer auf der sicheren Seite – für ca. 10 Euro.

Weitere Informationen unter:

  • Giftnotrufzentrale Berlin (Tel. im Notfall: 030 / 19 240, für allg. Anfragen: 030 / 30 686-711)
  • www.dguv.de/bgia/stoffdatenbank
  • www.chemiekalienlexikon.de

Autor: KATALYSE Institut

Ölbaum

Der Ölbaum ist ein immergrüner, trockenresistenter Baum von 10 bis 20 Meter Höhe, der ein intensives Wurzelwerk, zweisamige,weiß-grüne bis schwarz-blaue Steinfrüchte (Oliven) trägt.

  • Systematik: Familie: Oleaceae (Ölbaumgewächse), Art: Olea europaea L. ssp. europaea
  • Herkunft: Mittelmeerraum
  • Klima: mediterran; Jahresmitteltemperaturen von 15 bis 20°C, frostempfindlich; Jahresniederschlag 500 bis 700 mm, mindestens 200 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur; Trockenanbau oder intensiv unter Bewässerung
  • Aussaat: Ausbringen von Samen August bis September in Anzuchtkästen; Vermehrung vegetativ durch Pfropfung; Pflanzdichte: etwa 100 bis 300 Bäume/Hektar unter Bewässerung, etwa 20 bis 100 Bäume/Hektar im Trockenanbau.
  • Düngung: Nährstoffzufuhr je Baum zweckmäßig: 0,5 bis 1 kg Stickstoff; 0,13 bis 0,16 kg Phosphor; 0,4 bis 0,8 kg Kalium; Verdopplung der Mengen für sehr ertragreiche Sorten.
  • Pflanzenschutz: Hohe Widerstandsfähigkeit; größte Verluste durch Insekten wie Olivenfliege, Olivenmotte, Schildläuse.
  • Ernte: erste Ernte im dritten bis fünften Standjahr, in Extensivpflanzungen ggf. erst im zwanzigsten Jahr; geerntet wird Dezember bis Februar durch Abstreifen oder Abschütteln mit Geräten oder Handernte
  • Ertrag: im Mittelmeerraum 100 bis 700 Tonnen/Hektar, nur jedes zweite Jahr Volltracht maximal 12 Tonnen/Hektar (Kalifornien).
  • Besonderheiten: Fruchtfleisch enthält 23 bis 60 Prozent, der Kern 10 bis 15 Prozent Rohfett; das Öl der gesamten Olive besteht zu 60 bis 85 Prozent aus Ölsäure, 4 bis 15 Prozent Linolsäure; Rohproteinanteil 5 bis 6 Prozent; Olivenöl ist reich an Provitamin A und Tocopherol (Vitamin E).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Quasiberufskrankheit

Seit 1963 gibt es die Möglichkeit, auch nicht in der Liste der Berufskrankheiten stehende Krankheiten im Einzelfall wie Berufskrankheiten zu entschädigen.

Es handelt sich um Krankheiten, für die im geltenden Berufskrankheiten-Verzeichnis noch nicht im ausreichenden Maße arbeitsmedizinische und epidemiologische Erkenntnisse vorliegen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologischer Landbau

(Syn.: Organisch-biologischer Landbau, alternativer Landbau). Der Ö. versteht den landwirtschaftlichen Betrieb als ein mehr oder weniger geschlossenes Ökosystem.

Ziel ist es die landwirtschaftliche Produktion mit möglichst geringem Verbrauch an nicht erneuerbaren Hilfsquellen; Gesamtheit aller natürlichen Rohstoffe, Hilfs- und Produktionsmittel für die wirtschaftende Tätigkeit des Menschen.Ressourcen durchzuführen. Der ökologisch wirtschaftende Betrieb orientiert sich dementsprechend am Leitbild eines möglichst geschlossenen Nährstoffkreislaufes im Betrieb, d.h. die Erträge und Aufwendungen von Ackerbau und Viehhaltung bilden ein gekoppeltes System: die Ernährung der Tiere erfolgt überwiegend mit hofeigenen Futtermitteln, die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert den Ackerflächen, von denen sie letztlich stammen, rückgeführt.

Der Einsatz zugekaufter, betriebsfremder Futtermittel ist im Ö. nach Eine A. umfasst alle Lebewesen, die sich miteinander fortpflanzen können; es ist eine potentielle Fortpflanzungsgemeinschaft.
Art und Menge begrenzt. Damit es nicht zu einem Nährstoffüberschuß kommt, der zur Belastung von Als U. werden, geprägt durch deutlich anthropogene Sichtweise, die den Menschen umgebenden Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) mit den dort lebenden Organismen in ihrer Gesamtheit bezeichnet.Umwelt und Grundwasser führen kann, darf die Tierzahl pro Fläche von z.B. zwei Milchkühen pro Hektar nicht überschritten werden. Der für das Pflanzenwachstum notwendige Stickstoff wird über den Anbau von Leguminosen, welche mit Hilfe von symbiontischen Bakterien Luftstickstoff binden, in den Boden gebracht.

Aus diesem Grund ist ein gewisser Anteil an Leguminosen in der Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge (20 - 25% Hauptfruchtleguminosen) unabdingbar. Mineralische Stickstoffdünger dürfen im Ö. nicht eingesetzt werden, synthetische Mineraldünger, Pestizide zur Vernichtung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 17.000 Tonnen H. (Pflanzenvertilgungsmittel) in der Land- und Forstwirtschaft gegen „Unkräuter“ eingesetzt. Herbizide sowie P. sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind. Der Begriff P. steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel.Pestizide sind ebenfalls nicht zulässig, wie auch die tiefe Bodenwendung mit dem Pflug abgelehnt wird.

Die durch Entnahme und Verkauf von Erntegut entstehenden Nährstoffverluste können durch Zukauf organischer Dünger ersetzt werden. Als Mineralstoffgaben werden P, S, K, Ca und Mg enthaltende Gesteine in Form von Gesteinsmehl auf den Boden aufgebracht, wie z.B. Basalt, Granit, Gneis u. Porphyr (Si), Silikatgestein, Patentkali und Holzasche (K), Kalkstein, Der Begriff Kreide hat zwei Bedeutungen. Zum einem ist es weißer Kalkstein, der besonders in England, Nordfrankreich, Dänemark und Norddeutschland abgelagert wurde. Andererseits beschreibt der Begriff des Erdzeitalter der Kreide, das vor etwa 135 Mio. Jahren begann.Kreide, Mergel (Ca) und Silikatgestein, Dolomit (Mg).

Das zentrale Gestaltungselement des ökologischen Ackerbaus ist die Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge. Unter Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge versteht man die Anbaufolge verschiedener Kulturen (die auch Hackfrüchte und Leguminosen mit einbezieht). Da verschiedenen Kulturpflanzen unterschiedliche Ansprüche an den Boden stellen gilt es, die Wirkungen der Vorfrucht mit den Ansprüchen der nachfolgenden Frucht auf möglichst optimale Weise abzustimmen.
Eine ausgewogene Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge ist unerlässlich für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die vorbeugende Unkraut- und Schädlingsbekämpfung. Die Planung einer Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge, die den Ansprüchen der einzelnen Kulturen Rechnung trägt, muss Standortverhältnisse, pflanzenbauliche Faktoren, Ackerflächenverhältnisse, Futterbedarf, Arbeitskapazitäten sowie betriebs- und marktwirtschaftliche Aspekte in Einklang bringen.

 

Fehler bei der Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen. Fruchtfolge wirken sich im Ö. besonders stark aus, weil sie nicht ohne weiteres durch Einsatz von Betriebsmitteln kompensiert werden dürfen. Dem Schädlingsbefall wird durch die Wahl resistenter Arten, durch den Erhalt von Hecken und Rainen (Lebensraum von Fraßfeinden der Schädlinge) sowie dem Verzicht auf Monokulturen auf Ö.-Höfen vorgebeugt.
Als Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).Insektizide werden u.a. Brennesseljauche, Algenkalk u. Silikatgesteinmehl (als Bei S. handelt es sich um in der Luft verteilte, feste Teilchen, die je nach Größe in Grob- und Fein-S. unterschieden werden.Staub) sowie pflanzliche Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).Insektizide (Quassia, P. ist ein natürliches Insektizid (chemisch: Ester sekundärer Alkohole), das aus Chrysanthemenblüten gewonnen wird und schon den Römern als "persisches Insektenpulver" gegen Läuse und Flöhe half. Pyrethrum, Rotenon) eingesetzt. Als Chemikalien zur Bekämpfung parasitärer Pilze und unerwünschter Mikroorganismen in der Landwirtschaft sowie bei Textilien, Teppichen, Farben, Futtermitteln und in der Medizin.Fungizide sind Chemisches Element der VI. Hauptgruppe, Ordnungszahl 16, leuchtendgelbe Kristalle, Dichte 1,96 g/cm3, Nichtmetall. Schwefel und Kupfersalze erlaubt.
Gesetzliche Bestimmungen: In der EWG-VO Nr. 2092/91 des Rates über den Ö. und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel sind Erzeugungs- u. Kennzeichnungs-Vorschriften erlassen. Dort sind die Grundregeln des Ö. geregelt, die während einer Umstellzeit von mindestens zwei bzw. drei Jahren befolgt werden müssen.
Sie beinhalten Hinweise zur siehe Melioration.Bodenverbesserung und zur Verwendung von Düngemitteln und Pestiziden. Erzeugnisse des Ö. dürfen nach der VO nicht mit ionisierenden Strahlen behandelt oder mit gentechnischen Methoden hergestellt werden.
Erzeugnisse aus Ö. werden durch die in den EU-Mitgliedsstaaten gebräuchlichen Angaben - in Deutschland: „Öko“ und „Bio“ - gekennzeichnet. Seit Herbst 2000 ist der Gültigkeitsbereich dieser VO auch auf den Bereich der Tierhaltung und tierische Lebensmittel erweitert worden.
Im Jahr 2002 wurden 696.978 Hektar, dass entspricht 4,1 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands im Ö. von 15.626 Betrieben (das sind rund 3,3 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe) bewirtschaftet. Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus Ö. ist in den letzten Jahren stark gestiegen und beträgt derzeit etwa 2 Prozent des gesamten deutschen Lebensmittelumsatzes. Rund ein Drittel der Ökoprodukte werden im Lebensmitteleinzelhandel verkauft.

Willer/Lünzer/Haccius: Ökolandbau in Deutschland; Sonderausgabe Nr. 80 der Stiftung Ökologie und Landbau, Bad Dürkheim 2002
Lit.: EWG-VO Nr. 2092/91 des Rates über den ökologischen Landbau u. die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse u. Lebensmittel vom 24.6.1991
AGÖL - Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (Hrsg.): Rahmenrichtlinien für den ökologischen Landbau - Richtlinien der AGÖL für eine gemeinsame Grundlage der angeschlossenen Anbauverbände; 1996
Manuel Schneider: Mythen der Landwirtschaft - Fakten gegen Vorurteile, Irrtümer und Unwissen - Argumente für eine ökologische Agrarkultur; Verlag Stiftung Ökologie & Landbau, Bad Dürkheim, 2000

Autor: KATALYSE Institut

Psychopharmaka

Arzneimittel, welche die Psyche beeinflussen, z.B. Aufputschmittel, Beruhigungsmittel, Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, Betablocker, Tranquilizer.

Autor: KATALYSE Institut

Nutzwald

siehe Stichwörter: Forstwirtschaft, Waldfunktionen, Waldpflege