Aminoplast

A. sind härtbare Kunststoffe, die durch Polykondensation einer Carbonylkomponente mit einer aminogruppenhaltigen Komponente entstanden sind.

Der wichtigste Vertreter für die Carbonylkomponente ist Formaldehyd, während Harnstoff und Melamin die bedeutendsten Vertreter der aminogruppenhaltigen Komponenten sind. Im engeren Sinne versteht man unter A. die Klasse der Harnstoff- und Melamin-Formaldehydharze oder Preßmassen. Grob gesagt erhält man bei Anwendung größerer Harnstoffmengen undurchsichtige Produkte.

Verwendung finden A. als Bauteile der Elektronikindustrie, als Geschirr, als Tischplatten, als Lackrohstoffe (Lacke und Anstrichsfarben), Klebstoffe, Textilhilfsmittel (Textilindustrie) und Appreturmittel. Große Mengen von A. werden in der Spanplattenindustrie (Spanplatten, Holzindustrie) verbraucht.

Die Leimharzproduktion auf Harnstoff-, Melamin- und Phenolbasis betrug 1991 in Westdeutschland 456.712 t. Um die Verschmutzung von Luft und Gewässern möglichst gering zu halten, müssen seitens der Hersteller die verschiedensten Richtlinien für Abwasserreinhaltung, Luftreinhaltung, Lärmschutz und Abfallentsorgung beachtet werden.

Autor: KATALYSE Institut

Röntgenverordnung

Am 1.3.1973 erlassene, zuletzt 1988 nach Euratom-Grundnorm novellierte Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen.

Die neue R. trifft in vergleichbaren Regelungsbereichen identische Festlegungen wie die ebenfalls novellierte Strahlenschutzverordnung, so z.B. auch die Einführung der sog. effektiven Dosis.

Die R. regelt u.a. die Betriebsvoraussetzungen und -vorschriften für Röntgenanlagen, die Anwendung von Röntgenstrahlen am Menschen sowie die Schutzvorschriften für beruflich strahlenexponierte Personen. Ähnlich wie in der Strahlenschutzverordnung sind in der R. maximal zugelassene Strahlendosen festgelegt. Beruflich Strahlenexponierte dürfen danach maximal die Dosis 50 mSv/Jahr erhalten (Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten).

Für gebärfähige Frauen sowie Personen, die sich nur gelegentlich in den Kontrollbereichen aufhalten, werden 15 mSv/Jahr zugelassen. Darüber hinaus sind auch maximal zugelassene Organdosen festgelegt.

Autor: KATALYSE Institut

Amine

Amine werden grob in aliphatische und aromatische sowie zusätzlich noch in primäre, sekundäre und tertiäre A. eingeteilt.

Aliphatische A. finden sich als Zwischenprodukte in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Eine große Anzahl von Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie zahlreiche Farbstoffe enthalten aliphatische Amine Auch in der Gummiindustrie (als Oxidationshemmer), in der Petrochemie (Korrosionsschutzmittel) und im Salzbergbau (als Flotationsmittel) werden aliphatische A. verwendet.

Aromatische A. sind vor allem Zwischenprodukte für Farbstoffe, optische Aufheller, Pharmazeutika, Kunststoffe und Antioxidantien. Bekanntester Vertreter aromatischer A. ist das Anilin. Primäre aliphatische A. sind im Normalzustand je nach Kettenlänge gasförmig, flüssig oder fest. Mit steigendem Molekulargewicht ändert sich ihr Geruch von ammoniakartig über fischartig bis zur Geruchslosigkeit.

Aliphatische Amine führen in der Gas- oder Dampfphase zu starker Schleimhautreizung. Wegen ihrer guten Fettlöslichkeit zeigen sie eine große Tiefenwirkung. Flüssige aliphatische A. führen auf der äußeren Haut zu tiefen Verätzungen. Amindämpfe bewirken schon in niedriger Konzentration Quellung der Augenschleimhaut. Besonders toxisch sind die Nitrosamine. Sie gelten als starke Karzinogene (Krebserzeuger) und können sich aus in der Nahrung enthaltenen Nitriten (Lebensmittelzusatzstoffe) und organischen Verbindungen z.B. auch im Magen bilden.

Autor: KATALYSE Institut

Ameisensäure

Ameisensäure gehört zur Gruppe der Carbonsäuren, zu der auch die Essigsäure zählt.

Stechend riechende, stark ätzende, leicht flüchtige Flüssigkeit. A. findet Verwendung bei der Gummigewinnung, in der Lederzubereitung und als Konservierungsstoff für Lebensmittel (meist Obstprodukte). Hier wird sie in Form ihrer Salze oder in Form der wäßrigen Lösung der Säure selbst verwendet.

Im Haushalt kommt A. als Entkalker zur Anwendung, wovor eindringlich zu warnen ist, da konzentrierte A. starke Verätzungen der Haut und Reizungen der Schleimhäute und Atemwege hervorruft. Die ätzende Wirkung von Brennesseln beruht auf der Absonderung von A.. Beim Verschlucken kommt es zu lebensgefährlichen Verätzungen. MAK-Wert: 5ml/m3 (ppm) entspr. 9 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Prozeßkettenanalyse

Auf die Darstellung der Herstellungsschritte fokussierte Methode, um den technischen Aufwand bei der Synthese von Produkten transparent zu machen.

Autor: KATALYSE Institut

Produktlinienanalyse

Die P. (PLA) ist die umfassendste Methode zur Beurteilung von Produkten und umfaßt sämtliche Auswirkungen eines Produkts auf seinem Lebensweg von der Rohstoffbeschaffung über Herstellung, Verarbeitung, Transport, Verwendung bis zur Nachnutzung (Recycling) inkl. Entsorgung (Abfall).

Dabei wird die Betrachtungsmatrix über die Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft aufgespannt. Der Nutzenaspekt und die Auswahl von Alternativen sind von besonderer Bedeutung. Die Einbeziehung von ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekten unterscheidet die P. von anderen Verfahren, wie z.B. der Ökobilanz, die sich auf die Auswirkungen auf die Umwelt beschränken.

In der Praxis stößt man v.a. auf zwei prinzipielle Probleme: die große Vielfalt der zu erhebenden Information, gekoppelt mit der Komplexität ihrer Bewertungen. Insb. die Festlegung des Bilanzraums und der betrachteten Zeit bedürfen eingehender Begründung, da sie von beträchtlicher Auswirkung auf das Ergebnis sind.

Während die Notwendigkeit zur Erstellung von P. allgemein anerkannt wird, ist die Diskussion über akzeptable Durchführungsmethoden und Deutungskriterien noch in den Anfängen.
Nutzwertanalyse

Lit.: R.Grießhammer: Produktlinienanalyse und Ökobilanzen, Öko-Institut Freiburg 1991

Autor: KATALYSE Institut

Aluminiumfolie

In Deutschland wird pro Jahr so viel Aluminium verbraucht wie in Asien, Afrika und Südamerika zusammen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 1990 bei 21 kg; hiervon entfallen 1,9 kg auf Verpackung. In den alten Bundesländern steht die Verpackungsindustrie beim Aluminiumverbrauch an dritter Stelle, hinter den Bereichen Bau und Verkehr. A. nimmt innerhalb der Verpackungsmaterialien Glas, Polyethylen, Polystyrol, PVC, Papier und Weißblech eine absolute Spitzenreiterrolle in bezug auf Energieverbrauch, Wasser- und Luftverschmutzung bei der Produktion ein.

Deshalb sollte A. nicht als Verpackungsmaterial verwendet werden. Dort wo es nicht durch andere, umweltfreundlichere Materialien ersetzt werden kann, sollte es gesammelt und dem Recycling zugeführt werden (Aluminiumrecycling).

Autor: KATALYSE Institut

Planungserlaß

Um die Berücksichtigung von Emissionen und Immissionen bei der Bauleitplanung und bei der Genehmigung von Vorhaben zu gewährleisten, können von der Länderregierung P. veröffentlicht werden.

Auf der Ebene der Länder (ARGEBAU) ist ein Mustererlaß entwickelt worden, der zur Lösung emissions- bzw. immissionsbedingter Nutzungskonflikte besonders in Gemengelagen beitragen soll und der versucht, durch das Aufzeigen möglicher planerischer Konfliktbewältigung sowohl den Belangen des Immissionsschutzes der Bevölkerung, als auch der Wirtschaft und dem Bestandsschutz Rechnung zu tragen.

Die P. sind im wesentlichen als Empfehlung und Hilfe für die Ausgestaltung des Abwägungsgebotes bei der Bauleitplanung zwischen privaten und öffentlichen Belangen anzusehen. Sie haben, ähnlich wie die Abstandserlasse, keine rechtliche Bindungswirkung, erleichtern aber die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und den Gewerbeaufsichtsämtern. Durch die P. ist eine Stärkung der Belange des Umweltschutzes in der räumlichen Planung zu verzeichnen.

Autor: KATALYSE Institut

Altreifengranulat

A. wird durch mechanische Aufbereitung von Altreifen bei Normal- oder Tieftemperatur (Versprödung durch extreme Kälte) gewonnen.

Dabei können 60-70% der Gummimischung zurückgewonnen werden. Auch der bei der Granulation getrennt anfallende Stahl und das Cord (Gewebe) können weiter vermarktet werden. Rund 10% der anfallenden Altreifen werden zu A. aufbereitet.

Verwendung findet das A. hauptsächlich als Füllstoff für Neuprodukte oder z.B. bei der Herstellung von Tennisplatzbelägen (Recycling). Eine Wiederverwendung zur Gummiherstellung ist erst nach einer teuren Devulkanisation (Aufbrechen der Schwefelverbindungen) möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Altpapier

Altpapier ist Papier, das bei getrennter Sammlung und als Rest bei der Papierherstellung anfällt.

Zur Herstellung von 1 t Papier sind ca. 1,8 t A. erforderlich. Die Herstellung von A.-Rohstoff ist bedeutend umweltverträglicher als die Produktion des Zellstoffs aus Primärfasern. So benötigt man zur Erzeugung 1 t frischen Zellstoffs je nach Herstellungsprozeß 115 m3 Wasser und 3.300 kWh Energie. Für die Herstellung der gleichen Menge A.-Rohstoffs sind notwendig: 16 m3 Wasser und 1.300 kWh Strom. Positiv wirken sich des weiteren die Reduktion der Hausmüllmenge (Hausmüll, Recycling) und die Ressourcenschonung aus.

A. ist mit einem Anteil von etwa 44% mit Abstand der wichtigste Sekundärrohstoff der Papierherstellung. Von den ca. 14,6 Mio t Papier, die 1990 in Deutschland verbraucht wurden, setzte die Papierindustrie 5,8 Mio t A. wieder ein. Im Bereich der Verpackungspapiere/-kartons ist mit 92% die technische Obergrenze für den Einsatz von Sekundärrohstoffen bereits erreicht, in anderen Bereichen, z.B. dem graphischen Bereich, sind bei höherer Akzeptanz des A. noch deutliche Steigerungen möglich.

Seit geraumer Zeit laufen die Altpapiersammlung und -verwertung immer mehr auseinander. In Deutschland wird z.Z. mehr A. gesammelt als in die Papierproduktion zurückfließt. Dies hängt einerseits mit erheblichen, zum Teil gesteuerten Preisschwankungen auf dem A.-Markt zusammen, die in gewissen Zeitabständen auftreten und immer wieder dazu führen, daß es ein Überangebot gibt. Zum anderen fehlt bei Verbrauchern und Herstellern oft noch die nötige Akzeptanz gegenüber A., was zu Veränderungen auf dem Absatzmarkt führt.

Die so entstehenden Überschüsse - eigentlich wichtige Rohstoffe - werden z. Z. verbrannt oder deponiert (Müllverbrennungsanlage, Deponie).

  • A.Verwertung kann nur dann von dauerhaftem Erfolg sein, wenn:
  • die Akzeptanz des A. bei Herstellern und Verbrauchern erhöht wird;
  • der Einsatz von Sekundärrohstoffen die Produktion von Primärrohstoffen ersetzt;
  • die Produktionsmengen insgesamt reduziert werden, da die müllreduzierende Wirkung des Recyclings bei weiter ansteigender Produktion aufgehoben und indirekt sogar zum Ansteigen der Müllberge führen kann (Abfallvermeidung).

Autor: KATALYSE Institut

Planfeststellung

Rechtsinstrument der Fachplanung, das auf höchster Konkretisierungsebene nach Abwägung aller relevanten Auswirkungen, Zusammenhänge und betroffenen Belange komplexe raumbeanspruchende und i.d.R. umweltbelastende Projekte verbindlich in ihrer räumlichen Umgebung verortet.

P. dient der Verwirklichung von öffentlichen Vorhaben wie z.B. Bundesfernstraßen, Bundesbahnanlagen, Flughäfen, Bundeswasserstraßen, Wasserbauprojekten, Abfallbehandlungsanlagen, Fernsprech- und Telegrafenanlagen, Fernleitungen u.a.m. Prüf- und Erörtungsgegenstände der P. sind in Fachgesetzen des Bundes und der Länder (P.-Vorbehalt) sowie subsidiär im Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) des Bundes und den VwVfGen der Länder geregelt.

Dazu gehören Erläuterungen des Projektträgers (z.B. Gutachten), Behördenstellungnahmen, sowie die Verfahrensergebnisse der Bürger- und Betroffenenbeteiligung. Im abschließenden P.-Beschluß werden Auflagen und Bedingungen festgeschrieben. Einwenden kann, wessen Interessen durch das Vorhaben nachteilig berührt sind (weiter Betroffenenbegriff).

Der Umstand, daß lediglich inneradministrative Kompetenzabgrenzungen das Verhältnis zwischen der den Plan erstellenden Behörde (Träger des Vorhabens) und der entscheidenden Behörde (P.-Behörde) bestimmen, somit ein Gegenüber von privatem Antragsteller und Behörde i.d.R. nicht vorliegt, birgt strukturelle Probleme für die Bürgerbeteiligung. Nachteilig wirkt weiterhin, daß Umweltschutz als über die eng definierten fachlichen Planungsziele hinausreichender (bzw. eigentlich übergeordneter) Belang nach bisher herrschenden Meinung kein gleichberechtigtes Ziel der Fachplanung darstellt.

Nachteilig für Umweltbelange auch, daß die P. im Gegensatz zu anderen Formen der räumlichen Gesamtplanung (Raumordnung, Landesplanung, Baugesetzbuch) eine nachträgliche Dynamisierung nicht erlaubt. Die gesetzlich angeordnete Genehmigungswirkung (75 Abs.1 S.1 1.Halbs. VwVFG) sowie die Konzentrationswirkung (75 Abs.1 S.1, Halbs. VwVerfG) machen die P. zu einer verbindlichen, endgültigen Entscheidung, die nur noch vor den Verwaltungsgerichten angefochten werden kann.

Autor: KATALYSE Institut

Ökosteuern

Steuern (und Abgaben) sind Entgelte der Privaten für die Leistungen der öffentlichen Hand.

Gleichzeitig dienen sie der Politik als Instrumente zur Umsetzung wirtschaftlicher, sozialer oder umweltpolitischer Ziele. Von Ö. (und Ökoabgaben) erhoffen sich Umweltpolitiker heute eine spürbare politische Lenkungswirkung zugunsten einer weniger umweltbelastenden Lebens- und Wirtschaftsform. Dieses Instrumentarium soll die Umwelt schneller und direkter schützen als die eher langwierige Umweltbewußtseinsbildung mittels Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen und zukünftige existentielle Bedrohungen der Erdbevölkerung.

Ö. sind im Gegensatz zu Abgaben indirekte Steuern (Verbrauchssteuern). Sie werden z.B. auf den Verbrauch von natürlichen Ressourcen (z.B. Erdöl) erhoben, indem sie auf den Verkaufspreis des umweltbelastenden Produkts (z.B. Benzin) aufgeschlagen werden. Höhere Preise sollen so den Verbrauch natürlicher Ressourcen und die negativen Folgen der Ressourcennutzung (Schadstoffe aus Kfz) vermindern ("über die Brieftasche des Verbrauchers").

Dieses Vorgehen wird auch Internalisierung von externen Kosten genannt und ist dringend erforderlich, um schwerwiegende Fehlsteuerungen unseres Wirtschaftssystems langfristig zu vermeiden (Weltmodelle).

Gelder aus Ö.-Aufkommen fließen nicht zweckgebunden in das Gesamtbudget des Finanzministers. Eine u.a. von E.U. von Weizsäcker vorgeschlagene ökologische Steuerreform will - weit darüber hinausgehend - nicht mehr in erster Linie gewünschte Verhaltensweisen (Arbeit, Wertschöpfung) besteuern (Lohnsteuer, Einkommensteuer). Besteuert werden soll hier nicht gewünschtes, umweltschädigendes Verhalten (Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Landverbrauch, Müllaufkommen etc.) über höhere Preise für Energie, Wasser, Land, Müllbeseitigung (
Abfall).

Abgaben werden z.B. auf die Emission bestimmter Schadstoffe erhoben (Schadeinheiten im Abwasser z.B. nach dem bundesdeutschen Abwasserabgabengesetz). Die Abgabenlast reduziert sich bei umweltverträglichem Verhalten bis auf Null. In Deutschland müssen Finanzaufkommen aus Abgaben zweckgebunden, d.h. zur Verminderung der betreffenden Emissionen bzw. Immissionen ("gruppennützig") verwendet werden, fallen damit dem Budget des Umweltministers zu (die geplante CO2-Abgabe z.B. zur Förderung wärmedämmender Technologien zur Energieeinsparung).

Ö. und Ökoabgaben (Instrumentenmix) sollen über die in Richtlinien enthaltenen Emissions- bzw. Immissions-Richtwerte wesentliche neue Bausteine des 5. Umweltaktionsprogramms der EG-Kommission werden.

Autor: KATALYSE Institut

Ökobilanz

Ö. ist eine Methode zur Abschätzung der Auswirkungen eines Produktes und seines Herstellungsprozesses auf die Umwelt.

Die Methode der „ökologischen Bilanzierung“ ist 1974 aus der Ökologischen Buchhaltung und der 1978 vorgelegten Bilanzmethodik des EMPA in der Schweiz hervorgegangen und wurde bis heute weiterentwickelt.

Bei der Erstellung einer Ö. werden die Lebensstadien Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verarbeitung, Transport, Gebrauch, Nachnutzung und Entsorgung des zu untersuchenden Produktes bzw. Verfahrens auf ihre Umweltrelevanz untersucht. Eine Ö. umfaßt drei maßgebliche Teile: die Sachbilanz, die Wirkungsbilanz und die Bewertung.

Der Bilanzierungsbereich teilt sich in Bereiche wie Rohstoffeinsatz, Energieeinsatz, Emissionen in Luft, Boden u. Wasser, Abfallaufkommen sowie toxikologische und ökologische Bewertungen der verursachten Emissionen. Ziel der Ö. ist eine Abwägung der Vor- und Nachteile von Produkten und Verfahren. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Methoden und verschiedener Datenquellen und -qualitäten sind Ö. verschiedener Produkte oder Verfahren kaum direkt miteinander vergleichbar. Für die Erstellung produktbezogener Ö. wurde daher 1996 die DIN Norm 33926 festgelegt.

Da Ö. den Nutzen eines Produktes nicht untersuchen, sind die Ergebnisse einer Ö. nur ein Teilbild eines Systems, das umfassender in der Produktlinienanalyse untersucht wird.

Siehe auch unter:
Öko-Controlling

Lit.: Ökobilanzen für Produkte; Umweltbundesamt Berlin 1998

Autor: KATALYSE Institut

Alkylpolyglucoside

Abk. APG. Neuartige Gruppe nichtionischer Tenside, die vollständig auf Basis nachwachsender Rohstoffe (Zucker und Fettalkoholen) produziert werden.

Sie sind biologisch gut und vollständig abbaubar (Abbau). Auch unter anaeroben Bedingungen werden sie metabolisiert (Metabolit). Neben der guten Reinigungsleistung verbinden sie ausgezeichnete Hautverträglichkeit mit vergleichsweise geringer Toxizität und stellen damit einen zukunftsträchtigen, modernen Tensidtyp dar.

Autor: KATALYSE Institut

Alkylphenolethoxylate

Abk. APEO. Ehemals bedeutende Gruppe nichtionischer Tenside mit sehr gutem Leistungsprofil, aber ungenügender Umweltverträglichkeit.

A. entsprechen zwar den Anforderungen der Tensidverordnung, die Mineralisation (Abbau) ist jedoch unzureichend: Es werden stabile Metabolite mit erheblicher aquatischer Toxizität gebildet. Infolgedessen haben die im Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) und anderen Verbänden organisierten Hersteller sich 1986 zu einem stufenweisen Verzicht auf A. in ihren Produkten bereit erklärt.

Während diese Substitution in Haushaltsprodukten seit 1988 abgeschlossen sein dürfte, soll dies bei den zahlreichen industriellen Anwendungen erst Ende 1991 in großem Umfang realisiert worden sein. In der Schweiz hingegen gilt seit dem 31.8.1987 ein gesetzliches Verbot für A. in Wasch- und Waschhilfsmitteln.

Autor: KATALYSE Institut

Alkohole

Alkohole sind Kohlenwasserstoffe mit einer oder mehreren Hydroxi-gruppen.

A. werden in ein- und mehrwertige (=Zahl der OH-Gruppen) sowie gesättigte und ungesättigte A. eingeteilt. Innerhalb dieser Verbindungsklassen unterscheidet man noch primäre, sekundäre und tertiäre A.. Die niederen, einwertigen A. sind farblose, meist angenehm riechende Flüssigkeiten von brennendem Geschmack z.B. Methanol (Holzgeist), Ethanol (Weingeist) und Propanol.

Die mittleren, einwertigen A. mit 4 bis 11 Kohlenstoffatomen sind ölige, meist unangenehm riechende, mit Wasser nur begrenzt mischbare Flüssigkeiten. Die höheren A. sind fest, geschmacklos, geruchlos und in Wasser unlöslich. Die zweiwertigen A. bezeichnet man meist als Glykole.

Glykole zeigen narkotische Wirkung sowie Wirkung auf die Niere. Wichtigster Vertreter ist Ethylenglykol, das als Gefrierschutzmittel Verwendung findet. Von den dreiwertigen A. kommt nur dem Glycerin praktische Bedeutung zu. Glycerin wird als Weichmacher sowie als Frostschutzmittel für Motoren eingesetzt, findet aber auch als Arzneimittel (z.B. Salben) Anwendung.

Höherwertige A. mit 5 und 6 Kohlenstoffatomen (Pentite, Hexite) spielen als Zucker in der Kohlenhydratchemie eine wichtige Rolle. Anhand von Tierversuchen konnte festgestellt werden, daß die Giftigkeit einwertiger A. mit zunehmender Zahl der Kohlenstoffatome steigt. Methanol besitzt dabei jedoch eine Sonderstellung.

Lit.: W.Wirth, C.Gloxhuber: Toxikologie, Stuttgart - New York, 1985

Autor: KATALYSE Institut

Alkansulfonate

Abk. SAS. Diese bedeutende Gruppe anionischer Tenside auf petrochemischer Basis wird in flüssigen Wasch- und Reinigungsmitteln, z.B. Spülmitteln und Allzweckreinigern, eingesetzt.

Die aquatische Toxizität ähnelt der des LAS (Lineare Alkylbenzolsulfonate). So liegen die LC50-Werte bei Fischen zwischen 3-24 mg/l. A. sind schneller biologisch abbaubar als LAS. Der Abbau findet jedoch ebenfalls unvollständig, und unter anaeroben Verhältnissen gar nicht statt.

Alkaloide

Unter dem Begriff Alkaloide faßt man eine Gruppe von stickstoffhaltigen Verbindungen zusammen.

In ihrem chemischen Aufbau zeigen die einzelnen Vertreter erhebliche Unterschiede. A. kommen in bestimmten Pflanzenfamilien (z.B. den Nachtschattengewächsen) und in wenigen Tierarten vor. Über die biochemischen Funktionen ist derzeit wenig bekannt. Zuweilen dienen sie als Schutz vor dem Gefressenwerden.

Im menschlichen Organismus zeigen sie meist intensive physiologische Wirkungen. Je nach Art bzw. eingesetzter Dosis sind sie Rausch-, Heil- oder Genußmittel (z.B. Cocain, Morphin, Chinin, Codein, Nikotin). Manche Alkaloide stellen bereits in kleinen Mengen aufgenommen tödliche Gifte dar (z.B. Strychnin, Atropin).

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Sponsoring

Im Rahmen eines gezielten Öko-Marketings kommt immer häufiger das Ö. zu Anwendung.

Hierbei werden von einem Unternehmen, einer Organisation oder einer Person Maßnahmen des Umweltschutzes durchgeführt und entsprechend vermarktet; i.d.R. geschieht dies in Zusammenarbeit mit einer Umweltorganisation. Dies geht teilweise so weit, daß nur noch das Recht, den Namen einer Organisation oder ihr Emblem vermarkten zu dürfen, erworben wird. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Panda-Bär des WWF (World wide fund for nature).

Grundsätzlich ist gegen eine derartige Praxis nichts einzuwenden. Wenn ein solches Ö. allerdings nicht im Einklang mit der tatsächlichen Unternehmenspolitik oder deren Umweltmanagement steht, besteht die Gefahr, daß das Unternehmen an Glaubwürdigkeit verliert. Aber auch der Ruf des Namengebers kann darunter leiden. Aus diesem Grund sind seriöse Umweltorganisationen nicht in jedem Fall daran interessiert, ihren Namen für das Ö. herzugeben.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Psychologie

Thema der Ö. ist die Wechselwirkung des Menschen mit seiner Umwelt.

So beschäftigt sich die Ö. z.B. mit der Frage, wie sich die Gestaltung einer Innenstadt oder eines Gebäudekomplexes auf die Psyche des Menschen auswirkt.

Drei Umwelt-Mensch-Systeme werden unterschieden:
Makro-Umwelt: Weltraum-Erde-Stadt;
Mezzo-Umwelt: Stadtteil-Nachbarschaft-Haus;
Mikro-Umwelt: Wohnung-Zimmer-Einrichtung-Gebrauchsgegenstände.

Bei der Konzeption der Arbeits-, Wohn-, Einkaufs- und Freizeit-Umwelt, von Krankenhäusern und Altenheimen sollte den Architekten ein Öko-Psychologe zur Seite gestellt werden, wie dies in den USA z.T. schon routinemäßig geschieht.

Autor: KATALYSE Institut

Öko-Marketing

Das Ö. ist die Integration des Umweltschutzes in das unternehmerische Zielsystem als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung.

Das traditionelle Marketing, das Marktpotentiale durch eine systematische Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten an der Bedürfnislage tatsächlicher bzw. potentieller Kunden aufzubauen sucht, war in der Vergangenheit verantwortlich für das Erreichen eines hohen Konsumniveaus, ohne allerdings die damit verbundenen negativen Konsequenzen für die "Umwelt" zu berücksichtigen.

Diesen Mangel versucht das Ö. durch die Integration des Umweltschutzes in das unternehmerische Zielsystem - als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung - zu beheben. Wird vom Unternehmen allerdings ökologischen Erfordernissen nur insoweit Rechnung getragen, als es sich um notwendige Reaktionen auf das zunehmende Umweltbewusstsein der Verbraucher bzw. die verschärften administrativen und rechtlichen Rahmenbedingungen (Umweltpolitik, Umweltabgaben, Ökosteuern) handelt, kann man nicht von Ö. im engeren Sinn sprechen.

Die Umsetzung von Ö. im engeren Sinn erfolgt durch eine entsprechende Modifikation der traditionellen Marketing-Instrumente. Zentraler Ansatzpunkt ist die Produktpolitik. Hierbei geht es etwa um Substitutionsmöglichkeiten für unweltschädliche Produkte, eine gezielte umweltorientierte Innovations- bzw. Variationspolitik mittels Produktlinienanalysen, umweltverträgliche Produktbeschaffenheit und Verpackungsgestaltung sowie eine aussagefähige Kennzeichnung (z.B. Umweltzeichen).

Die Distributionspolitik betrifft die ökologische Optimierung der Absatzkanäle, die Überprüfung der Distributionslogistik auf mögliche Umweltwirkungen (Wahl der Transportmittel und -wege (Güterverkehr), Formen der Lagerhaltung) oder die Installierung von Redistributionssystemen.

Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit kann der ökologische Zusatznutzen etwa durch angemessene Werbe- oder PR-Massnahmen verdeutlicht werden. Allerdings beschränkt sich praktiziertes Ö, in vielen Fällen lediglich auf den Einsatz der Kommunikationsinstrumente (z.B. Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Öko-Sponsoring), ohne dass diesen Aussagen ein tatsächliches Umweltengagement oder Umweltmanagement gegenübersteht.

Autor: KATALYSE Institut