Hasenpest

Bereits 10 bis 50 Bakterien der Art Francisella tularensis als Aerosol können einen Menschen infizieren. H. (Tularämie) ist aber nicht zwischen Menschen übertragbar.

Das Bakterium kann über Wochen in Boden und Wasser überleben.

Symptome: Treten zwei bis zehn Tage nach einer Infektion auf. Die Krankheit beginnt mit starkem Fieber, später kann sich eine Pharyngitis, Bronchiolitis, Pneumonie, Pleuritis oder Lymphadenitis entwickeln. Unbehandelt sterben 30 bis 60 Prozent der Betroffenen. 

Bei der ulzeroglandulären Form bilden sich nach Kontakt mit infizierten Tieren Papeln auf der Haut, die sich zu Geschwüren entwickeln. Hierbei ist die Letalität deutlich geringer.

Therapie: Es werden Streptomycin 30 mg/kg i.m. oder 3 bis 5 mg Gentamycin parenteral täglich über zehn bis 14 Tage empfohlen.

Prophylaxe: 14 Tage lang oral 100 mg Doxycyclin zweimal täglich oder 2 g Tetrazyclin täglich.

Impfung: Vakzine wurden entwickelt, sind aber nicht mehr verfügbar.

Autor: KATALYSE Institut

Hartmetall Lunge

Schwere, evtl. tödlich verlaufende Lungenfibrose durch Einatmen von metallischen Stäuben, Dämpfen und Rauchen, die bei der Sinterung sowie beim Gießen von Hartmetallen entstehen.

Wolfram, Chrom, Molybdän, Vannadium, Kobalt, Tantal, Titan, Niob, Hafnium sowie deren Oxide und Carbide können die Erkrankung auslösen. Besonders gefährdet sind die Hartmetallschleifer. Krankheitserscheinungen nach längerer Staubexposition sind Husten, Auswurf, Atemnot bis hin zu schweren Lungenfunktionsstörungen und Rechtsbelastung des Herzens (Corpulmonale).

Durch Einschränkung von Atmung und Kreislauf führt die Erkrankung zum Tod. Dieser Prozeß kann Jahre dauern. Kobalt als allergisierendes und zytotoxisches Metall hat besondere Bedeutung bei der Krankheitsentstehung. Früherscheinungen treten z.T. nach nur mehrmonatiger Exposition auf.

Technischer Arbeitsschutz: Einhaltung der TRK-Werte (Technische Richtkonzentration) für Kobalt von 0,5 mg/m3. H. ist eine anerkannte, entschädigungspflichtige Berufskrankheit. Im Zeitraum von 1978 bis 1982 wurden 180 Fälle gemeldet.

Lit.: H.Valentin et al.: Arbeitsmedizin, Stuttgart 1985

Siehe auch: Gießerei

Stand: 1993

Autor: KATALYSE Institut

Handy

Siehe Mobilfunk.

Autor: KATALYSE Institut

Grauer Star

Auch Katarakt. Trübung der normalerweise vollkommen klaren Linse des Auges. Das sonst schwarze Pupillengebiet erscheint grauweiß und trübe.

Man unterscheidet zwischen dem angeborenen Star und dem im Laufe des Lebens erworbenen Star, der insb. auf Strahlenschäden zurückzuführen ist (akute Strahlenschäden, UV-Strahlung, Mikrowelle, Mobiltelefon).
Die Erkrankungsrate einer Population an G. hängt v.a. von der akkumulierten Lebenszeitdosis an UV-Strahlung ab.

Infolge der zunehmenden UV-Strahlung, bedingt durch die Zerstörung der stratosphärischen Ozonschicht (Ozonabbau), werden weltweit jährlich mindestens 400.000 zusätzliche Fälle von G. erwartet, insb. in der Dritten Welt. Hier wird auch eine hohe Erblindungsrate befürchtet, da Behandlungsmöglichkeiten fehlen.

Autor: KATALYSE Institut

Gesundheit

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens.

Diese weitgefaßte Definition bleibt für den größten Teil der Weltbevölkerung eine utopische Zielvorstellung. Die sozialversicherungsrechtliche Darstellung geht von der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit aus.

Im engeren Sinne wird Gesundheit als das subjektive Empfinden des Fehlens körperlicher, geistiger, und seelischer Störungen/Veränderungen definiert.
Nach einem psychosomatischen Konzept liegt der Gesundheit - ähnlich der Krankheit - "ein gesundheitserzeugender" Prozess zugrunde, d.h. Gesundheit muss durch Wechselwirkung von psychischen, sozialen und physiologischen Faktoren aktiv aufrechterhalten werden.

Lit.: Uexküll, Psychosomatische Medizin, 1989

Autor: KATALYSE Institut

Gentherapie

Behandlung genetischer Defekte und die Behebung der dadurch bedingten Krankheit durch die molekulare Charakterisierung des Defekts und die Übertragung eines normal funktionierenden Gens.

Man unterscheidet die somatische Therapie, bei der in genetisch defekte Körperzellen gesunde Gene übertragen werden, von der Keimbahn-Therapie, bei der Ei- oder Samenzellen genetisch verändert und damit die Eigenschaften eines möglichen Nachkommens künstlich beeinflußt werden (z.B. zur Heilung von Erbkrankheiten).

Während die Keimbahn-Therapie beim Menschen bisher theoretisch diskutiert wird, findet die somatische Therapie in einigen Ländern z.B. den USA bereits ihre Anwendung (z.B. zur Krebstherapie). In Deutschland wurde sie, soweit bekannt ist, noch nicht durchgeführt.

Siehe auch: Gen

Autor: KATALYSE Institut

Gensonde

Bezeichnung für eine spezifische DNS- oder RNA-Sequenz, mit deren Hilfe man ein gesuchtes Gen in einer Genbank oder im Genom eines Organismusidentifizieren kann.

Die als G. benutzten Nukleinsäuren müssen zumindest teilweise in ihrer Basensequenz mit dem gesuchten Genidentisch sein. Als Sonden werden klonierte Gene, Genfragmente oder chemisch synthetisierte Nukleinsäureabschnitte verwendet.

Siehe auch: Gentechnologie

Autor: KATALYSE Institut

Genomanalyse

Die G. ist die Identifizierung aller funktionellen Bereiche (Gene) der Erbinformation des Menschen, die weltweit mit großem Aufwand betrieben wird.

Ziele sind die Aufstellung vollständiger genetischer Karten der menschlichen Erbanlagen (Genom) und die Analyse derDNS-Bereiche auf ihre Funktionen und verschiedenen Ausprägungen. 

Anwendungsgebiete: Erkennung vonErbkrankheiten im vorgeburtlichen Stadium; Erkennung genetisch bedingter Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Substanzen z.B. zur Erkennung von Krankheitsanfälligkeit bei Arbeitnehmern; genetischer Fingerabdruck. Kritiker befürchten den genetisch "gläsernen" Menschen, der entsprechend seiner genetischen Anlagen für bestimmte Krankheiten oder psychische Defekte "sortiert", nur in bestimmten Berufen eingesetzt, oder genetisch behandelt wird.

Zu 99 Prozent ist das Erbgut des Menschen entziffert. Die Endversion der Abfolge aller drei Mrd. DNA-Bausteine im menschlichen Erbgut ist das Resultat von 15 Jahren Arbeit.

Autor: KATALYSE Institut

Genom

Die Gesamtheit der Erbanlagen eines Individuums, die aus den Chromosomenbestehen, auf denen als funktionelle Einheiten die Gene lokalisiert sind.

Das G. befindet sich bei höheren Lebewesen im Kern jeder Zelle und bildet ihre Steuerzentrale. Es ist beim Menschen und vielen anderen Organismen doppelt angelegt (diploid) und besteht beim Menschen aus 2 x 22 homologen Chromosomen sowie zwei Geschlechtschromosomen, die beim Mann (X,Y) verschieden und bei der Frau (X,X) identisch sind. 

Das G. beinhaltet ca. 2 x 50.000 Gene, die allerdings nur 2% der DNS ausmachen. Die anderen 98 Prozent% dienen zur Steuerung der Genaktivität und anderer z.T. noch nicht bekannten Funktionen.

Die vollständige genetische Information des Menschen; das auf 50 000–100 000 Informationseinheiten (Gen) geschätzte Humangenom wird im Rahmen eines international organisierten Forschungsprogramms (»HUGO«, »human genome organization«) an vielen Forschungseinrichtungen aufgeklärt. Beispielsweise wird mittels DNS-Sequenzanalyse die Struktur der Desoxyribonucleinsäure allerChromosomen analysiert, u. die Genloci werden den entsprechenden Genprodukten zugeordnet, so dass im Ergebnis eine »Chromosomen-« bzw. »Genkarte« entsteht.

Autor: KATALYSE Institut

Genetische Strahlenschäden

Unter genetische Strahlenschäden versteht man alle Wirkungen ionisierenderStrahlung auf Keimzellen (Samen- und Eizellen), die zu Veränderungen des Erbgutes führen (Keimdrüsendosis).

Solche Mutationen können entstehen, wenn ionisierende Strahlung auf die DNSdes Zellkerns trifft (Strahlenschäden). Für genetische Strahlenschäden gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine Strahlendosis kann zu Mutationen führen. Die Wahrscheinlichkeit einer positiven Mutation ist bei hochentwickelten Organismen neben der Wahrscheinlichkeit negativer Folgen so gering, daß sie vernachlässigt werden kann.

Folgen sind: Totgeburten (nicht lebensfähige Mutationen), Erbkrankheiten (z.B. erblich bedingte Leukämie) und angeborene oder sich später zeigende Anomalien. Um die Gefahr der strahlenbedingten Mutationen abzuschätzen, vergleicht man sie mit der natürlichen Mutationsrate. Die Verdopplungsdosis gibt an, bei welcher Strahlendosis sich die Zahl der Mutationen gegenüber der natürlichen Mutationsrate verdoppelt. Die Ermittlung der Verdopplungsdosis ist mit vielen Unsicherheiten behaftet und wurde in den letzten Jahren stets nach unten korrigiert, sie liegt nach heutigem Wissen bei 100-1.000 mSv (Sievert) bei kontinuierlicher Bestrahlung.

In Kerala (Indien), wo aufgrund terrestrischer Strahlung Strahlenbelastungen von 15-30 mSv pro Jahr auftreten, findet man Mongolismus (Trisomie 21) und andere geistige Behinderungen aufgrund von Genschädigungen bis um das Vierfache erhöht. Die Verdopplungsdosis für Trisomie 21 beträgt nur etwa 20 mSv.

In der BRD wird die durchschnittliche genetisch signifikante 
Strahlenbelastung auf jährlich 1,6 mSv pro Person geschätzt, das sind innerhalb von 30 Jahren zeugungsfähiger Zeit 50 mSv. Dadurch werden in der ersten Generation auf 1 Mio lebendgeborene etwa 20 bis 1.200 schwerwiegende genetische Defekte erwartet.

Durch genetische Strahlenschäden kann das genetische Material der Menschheit unwiederbringlich verändert werden, wobei sich unter Umständen ein gehäuftes Auftreten von Defekten erst nach Generationen bemerkbar macht. Genetische Strahlenschäden stellen für den Fortbestand der Menschheit eine Zeitbombe von weitgehend unbekannter Sprengkraft dar.

Bedingt durch den damaligen Super-GAU von Tschernobyl traten insb. in der UdSSR und der Nordtürkei schwere genetische Strahlenschäden an Neugeborenen auf. Selbst in der relativ gering belasteten BRD kam es zu erhöhten Mißbildungsraten bei Kälbern (Bayern) und zu einer Zunahme von Trisomie 21 (nicht unumstritten).

Siehe auch: Strahlenschäden, somatische Strahlenschäden, Strahlenbelastung, Strahlenschutzverordnung

Autor: KATALYSE Institut

Gen

Funktionelle Einheit der Vererbung; abgegrenzter Bereich auf der DNS, der die Information zur Herstellung eines Proteins (z.B. eines Hormons) beinhaltet.

Die Aktivität eines G. ist regulierbar, das heißt, G. sind an- und abschaltbar bzw. in ihrer Aktivität zu verändern. Man unterscheidet Struktur-G. von Regulator-G.. Regulator-G. sind den Struktur-G. vor oder nachgeschaltet und für die Steuerung der G.-Aktivität von einzelnen oder mehreren Struktur-G. verantwortlich.

Die Gesamtheit der G. eines Lebewesens nennt man Genom. Man schätzt die Anzahl der G. beim Menschen auf ca. 50.000, von denen z.Z. bereits mehr als 1.000 bekannt sind. Von etwa 200 G. weiß man, auf welchem Chromosom sie liegen.

Siehe auch: Mutation, Proteins

Autor: KATALYSE Institut

Ganzkörperbestrahlung

Bei einer gleichmäßigen, äußeren Bestrahlung des ganzen Körpers durch ionisierende Strahlung spricht man von G..

Rechnerisch ist die Ganzkörperdosis (Strahlendosis) der Mittelwert der Äquivalentdosen von Kopf, Rumpf, Oberarmen und Oberschenkel bei einer solchen gleichmäßigen Bestrahlung.

Siehe auch: Strahlenbelastung, Strahlenschäden, Radioaktivität, Strahlung, Maßeinheiten

 

Autor: KATALYSE Institut

Ganzheitsmedizin

Medizin, die den gesamten Menschen - Körper, Geist und Seele - in seiner Umwelt zu erfassen sucht.

Im Vordergrund steht nicht das medikamentöse "Herumdoktern" an den Symptomen, sondern eine Selbstheilung des Organismus von innen heraus. Unterstützende Medikamente dazu kommen vor allem von Naturheilmitteln (Phytomedizin) und aus der Homöopathie.

Daneben wird auch das psychosoziale Umfeld des Patienten (seelische Verfassung, die Lebens- und Arbeitsbedingungen, die seelische Entwicklung in der Herkunftsfamilie, Lebenserfahrungen usw.) mit beachtet und evtl. nötige Hilfestellung durch Psychotherapie, autogenes Training etc. gegeben.

Die Behandlung kann sich weiterhin auf eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, auf Klimakuren, Akupunktur, Bäder, sportliche Betätigung usw. ausstrecken. Die G. kommt besonders bei psychosomatischen Erkrankungen, Allergien, aber auch bei Symptomen ohne schulmedizinisch feststellbare Ursachen zur Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Fitness

Unter Fitness wird in der Medizin der körperliche, geistige und emotionale Zustand eines Menschen im Verhältnis zu seinen Leistungen verstanden.

Im engeren Sinn steht Fitness für die durch Training erworbene, körperliche Leistungsfähigkeit. Die Fitness hängt unter anderem vom körperlichen Leistungspotenzial, der Intelligenz, der emotionalen Stabilität und dem Zustand des Immunsystems ab.

Autor: KATALYSE Institut

Farmer-Lunge

(Drescherlunge). Ursache der Erkrankung ist das Einatmen von mit Pilzsporen behaftetem, verschimmeltem Staub aus Heu, Stroh, Getreide und Gemüse.

Der Häufigkeitsgipfel liegt in der Zeit von Herbst bis Frühjahr, wenn Heu verfüttert wird. Die F. ist eine allergische Entzündung der Lungenbläschen. Bei dieser Allergie vom verzögerten Typ kommt es zu Husten, Auswurf, Kopf- und Thoraxschmerzen.

Der F. ähnliche Erkrankungen sind:
1. die Vogelhalterlunge. Sie tritt auf bei Personen, die in der Geflügelzucht arbeiten und dabei mit dem Staub Proteinbestandteile aus der Haut und von Exkrementen der Vögel einatmen.
2. die Befeuchterlunge. Sie entsteht durch das Einatmen von Pilzen in Druckereien und Papierfabriken mit hoher Luftfeuchtigkeit.
3. die Pilzarbeiterlunge (Pilzzucht).
4. die Käsearbeiterlunge (Käseherstellung).
Anerkannte entschädigungspflichtige Berufskrankheiten.

Lit.: Helmut Valentin et al.: Arbeitsmedizin, Bd.2, Stuttgart, New York 1985

Siehe auch: Bagassosis

Autor: KATALYSE Institut

Ergonomie

Wissenschaftliche Disziplin, deren Forschungs- und Gestaltungsgegenstand die Beziehungen zwischen Mensch und technischen Systemen ist.

Ziel der E. ist es, im Mensch-Maschinen-System die technischen Systemkomponenten - Arbeitsobjekt, Arbeitsstoff, Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung - auf die Möglichkeiten und Grenzen des Menschen abzustimmen, um eine optimale Systemwirksamkeit zu erreichen. Neben diesem wirtschaftlichen Aspekt steht der humanitäre: Verhinderung akuter oder langfristiger gesundheitlicher Schäden beim Menschen.

Siehe auch: Computer

Autor: KATALYSE Institut

Erbkrankheiten

Die Ursachen von E. sind krankhafte Erbanlagen in Form defekter Gene oder Gengruppen.

Unter E. versteht man über die Gene weitergegebene, vererbte Krankheiten, die wie folgt unterschieden werden:

  • autosomal dominante Erbkrankheiten
  • autosomal rezessive Erbkrankheiten
  • geschlechtschromosomale Erkrankheiten

Die E. sind nicht immer von vorgeburtlich erworbenen Missbildungen zu trennen. Genetische Anteile und Umwelteinflüsse können zusammenwirken und eine Fruchtschädigung hervorrufen, Embryotoxizität. Beispiele für E. sind die Sichelzellenanämie (Genotyp), die Bluterkrankheit, der Zwergwuchs; sie sind durch den Defekt eines einzigen Gens verursacht.

In den USA sind etwa 0,33 Prozent der Neugeborenen von solchen Erbleiden betroffen. Chromosomenschäden (z.B. Down-Syndrom treten bei 0,54 Prozent auf (Gen und Umwelt).

Siehe auch: Mißbildungen

Autor: KATALYSE Institut

Epidemiologie

Wenn von epidemiologischen Studien die Rede ist, geht es immer um Statistik, also um das Rechnen mit Krankheitsfällen. Definitionsgemäß ist die Epidemiologie die „Lehre von den Volkskrankheiten“ oder die „Wissenschaft vom Auftreten der Krankheiten in der menschlichen Bevölkerung“.
Eine Epidemie (griechisch für „im Volk verbreitet“) ist eine Krankheit, die gehäuft in einem bestimmten Zeitraum in einem bestimmten Gebiet auftritt. Wenn diese Krankheit sich weltweit verbreitet, spricht man von einer Pandemie. Ursprünglich ging es in der Epidemiologie um die übertragbaren Seuchen (Infektionskrankheiten), heute werden auch Umwelt-, Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten epidemiologisch überwacht mit dem Ziel, möglichst frühzeitig Vorsorgemaßnahmen ergreifen zu können.
Um das Krankheitsgeschehen beziffern zu können, muss man Begriffe definieren, die für die statistische Auswertung eingesetzt werden können. Hier einige Beispiele:
Prävalenz ist die Anzahl der Erkrankten an einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Zeitraum; demgegenüber ist die Inzidenz die Anzahl derer, die als Neuerkrankte hinzukommen. Um rückblickend festzustellen, ob bestimmte Bedingungen krankmachend sind, werden Fall-Kontroll- oder Kohorten-Studien durchgeführt. Bei Fall-Kontroll-Studien sucht man die Krankheitsfälle einer bestimmten Krankheit über einen gewissen Zeitraum, z. B. 20 Jahre, zusammen und vergleicht die Lebensumstände der erkrankten Personen mit denen von Nichterkrankten oder anderen Bezugsgruppen; bei Kohortenstudien werden bestimmte Berufs- oder Altersgruppen miteinander verglichen. Man erhält durch Befragungen Daten, mit denen man Risikofaktoren ausrechnen kann. Ein Risikofaktor von 1 besagt, dass es keine Unterschiede zwischen Kontrolle und Krankheitsfall gibt, der Faktor 2 bedeutet, dass das Risiko doppelt so hoch ist, an einer bestimmten Krankheit zu erkranken.
Ein grundlegendes Problem bei epidemiologischen Studien ist, dass die untersuchten Kriterien in ihrer Bedeutung abgeschätzt werden, somit Unsicherheiten enthalten. Ein weiteres ist, dass es häufig zu kleine Fallzahlen gibt, wodurch man dann nicht mit Sicherheit sagen kann, ob die Krankheit zufällig entstanden oder den Bedingungen zuzuordnen ist. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich dann, wenn eine Ursache, z. B. ein Allergen, verschiedene Symptome hervorrufen kann.

Autor: KATALYSE Institut

Entero Toxin B

Staphylococcus aureus bildet Entero-Toxin B, eines der Toxine, die eine Lebensmittelvergiftung verursachen.

Die Wirkung beruht auf Überaktivierung des Immunsystems. Selbst Zehnerpotenzen unter der letalen Dosis ist das hitze- und aerosol-stabile Gift stark wirksam: Betroffene sind für zwei Wochen arbeitsunfähig.

Symptome: Drei bis 12 Stunden nach Exposition klagen die Patienten über hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und trockenen Husten. Das Fieber kann fünf Tage lang dauern, der Husten bis zu vier Wochen.
Therapie: Nur adjuvant möglich
Impfung: An Vakzinen wird geforscht.

Autor: KATALYSE Institut

Embryotoxizität

Giftigkeit, Schädigungsmöglichkeit des sich entwickelnden Kindes im Mutterleib durch Einwirkung chemischer Substanzen auf die Mutter.

E. bezeichnet strenggenommen nur die Schädigung des Embryos (18. Tag-8. Woche). Schwere Schädigungen vor dem 18. Tag führen zum Keimtod. Geringgradige Schäden vor dem 18. Tag heilen größtenteils ohne Defekt aus.
Schädigungen des Embryos führen zu Organschäden. Dabei kommt es weniger auf die Art des Stoffes als auf den Zeitpunkt an, zu dem der Stoff wirkt. Die größte Gefahr von Mißbildungen besteht zwischen der 4.-8. Woche. In der Zeit nach der 8. Woche (Fetalzeit) rufen Schädigungen meist keine Mißbildungen, sondern nur noch mangelhaft funktionierende Organe hervor.

Die E. von Stoffen hängt hauptsächlich davon ab, ob diese Stoffe in die Plazenta eindringen können. Die Liste solcher Stoffe ist sehr lang. Z.B. ist E. die schwerwiegendste Nebenwirkung von Arzneimitteln. Die Tierversuche zur Erprobung neuer Stoffe sind nicht generell auf den Menschen übertragbar. I.A. gilt für Schwangere, den Kontakt mit aggressiven Chemikalien (Lacke, Pflanzenschutzmittel, spezielle Reiniger) zu meiden und Arzneimittel nur auf Verordnung von Ärzten einzunehmen.

Autor: KATALYSE Institut

Elektroenzephalogramm

Gehirn und Nervensystem arbeiten mit elektrischen Impulsen, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Diese elektrischen Vorgänge kann man mit dem Elektro-Enzephalografie-Gerät sichtbar machen, einem Gerät, das die Hirnströme aufzeichnet, und man erhält das Elektroenzephalogramm (EEG) (encephalon = griechisch das Gehirn). Bei der Messung eines EEGs werden mehrere Elektroden auf der Kopfhaut angebracht. Man kann mehrere Frequenzbereiche in den Hirnströmen unterscheiden:

Alpha(α)-Wellen zeigen sich im entspannten Wachzustand mit Frequenzen von 8–12 Hz; Beta(β)-Wellen erscheinen bei leichtem Schlaf (Hirnaktivität,
REM-Schlafphase) mit 13–30 Hz;
Delta(δ)-Wellen in der überwiegend traumlosen Tiefschlafphase bei 0,5–4 Hz; Theta(θ)-Wellen bei normalem Schlaf mit Frequenzen von 4–8 Hz.

Seit den 1950er Jahren werden die Schlafrhythmen intensiver erforscht. Während des gesamten Schlafes laufen verschiedene Phasen ab. Im Wesentlichen wechseln sich zwei Phasen ab, die
REM- und die Non-REM-Phase, die vier bis sechs Mal pro Nacht auftreten. REM heißt rapid eye movement = schnelle Augenbewegung. In dieser Phase ist das Gehirn sehr aktiv, auch ohne Reize von außen, es verarbeitet die Eindrücke des Tages. Sie ist auch die Periode des intensiven Träumens. Dabei werden die Erlebnisse des Tages mit gespeicherten Erfahrungen vermischt, weshalb es oft zu absurden Träumen kommt. Die Non-REM-Phase ist charakterisiert durch wenig Aktivität und auch Träume sind selten; es ist die Ruhe- und Erholungsphase. Diese beiden Phasen gehen über verschiedene Stadien ineinander über, vom leichten Schlaf bis in den Tiefschlaf zu wieder leichterem Schlaf und Übergang in das REM-Stadium.

Bei Erwachsenen beträgt die REM-Phase etwa 20 bis 25 % der gesamten Schlafdauer. Wenn der REM-Schlaf vermindert wird, kann es in den darauf folgenden Nächten zu dem so genannten Rebound-Effekt kommen (rebound = englisch zurückfallen, Rückschlag), d. h. ein verlängertes Auftreten der REM-Phasen. Damit der Schlaf erholsam ist, müssen die Phasen im Gleichgewicht sein. Bei Verschiebung der Phasen kann es zu Verhaltensänderungen und Lern- und Konzentrationsstörungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten wie z. B. Epilepsie verändert sich das EEG-Muster.

 

Autor: KATALYSE Institut

Ekzem

Krankhafte Hautveränderung, gekennzeichnet im akuten Stadium durch Juckreiz, Rötung, Nässen, Krusten, im chronischen Stadium durch Juckreiz, Flechtenbildung, Verhornung, Hautrisse. E. gehören zu den häufigsten Hauterkrankungen (ca. 5-10% der Bevölkerung).

Man unterscheidet aufgrund der Entstehungsmechanismen:

a) Das endogene E. (auch Neurodermitis, atopisches E.), welches durch innere Ursachen bedingt ist, und auf eine allgemeine Bereitschaft des Körpers zu allergischen Reaktionen hinweist. Es entsteht häufig schon im Säuglingsalter als sog. Milchschorf (Nahrungsmittelallergie).

b) Das Kontakt-E., das durch Hautkontakt mit reizenden Substanzen entstehen kann. Wird es durch Stoffe verursacht, die die Haut direkt schädigen (z.B. Säuren, Laugen, organische Lösemittel, Mineralöl, Bohröl,
Phenole, Kunststoffbestandteile wie Formaldehyd, Polyurethane, Polyester, Epoxidharze), bezeichnet man es als toxisches Kontakt-E. Es kann aber auch durch Substanzen hervorgerufen werden, auf die der Betroffene allergisch (Allergie) reagiert.

Allergieauslösend wirken Metallsalze (Nickelsalze, Chromate, z.B. im Zement (Chrom, Nickel)), manche Gummibestandteile, Wollwachsalkohole als Bestandteile des Wollfetts, Formaldehyd, Kolophonium,

Holz- und Steinkohleteer (Teer), Farbstoffe, Terpentine u.a.
Das E. beschränkt sich zumeist auf einen abgegrenzten Hautbezirk, kann aber in schweren Fällen die gesamte Hautoberfläche befallen.

Autor: KATALYSE Institut

Eisenstaublunge

(= Siderosen). Eingeatmete eisenhaltige Stäube oder Rauche werden u.U. in der Lunge gespeichert und führen dann zu gutartigen Erkrankungen (= "Speicherlungen").

Die Rote Eisenlunge ist seit 1867 bekannt und wird durch Stäube oder Rauche von Eisenoxyden verursacht. Es lassen sich anfangs weder Beschwerden noch Befunde ermitteln. Der Nachweis der Erkrankung kann nur röntgenologisch erfolgen. Auch die Schweißerlunge ist eine Eisenoxyd-Speicherlunge. Siderosen sind keine entschädigungspflichtigen Berufskrankheiten. MAK-Wert: 6 mg/m3.

Lit.: B.Griefahn: Arbeitsmedizin, Stuttgart 1989

Siehe auch: Barytstaublunge

Autor: KATALYSE Institut