Holz

Holz ist das Zellgewebe von Bäumen. Es besteht zum größten Teil aus Zellulose und zelluloseähnlichen Stoffen.

Holz gehört zu den regenerativen Energiequellen und ist ein nachwachsender Rohstoff. Er ist ein vielseitig verwendbares Material, v.a. als Bauholz, für den Möbelbau und als Energieträger.
Holz hat aufgrund seiner Bearbeitbarkeit, seines Aussehens und seiner positiven bauphysikalischen Eigenschaften (wärmedämmend und -speichernd, feuchtigkeitsregulierend, atmungsaktiv, hohes Elastizitätsmodul, hohe Oberflächentemperatur) vielfältige Einsatzmöglichkeiten und schafft ein angenehmes Raumklima.
Bauholz muss zum Schutz gegen Pilze und Insekten nur in wenigen Fällen mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Wichtiger ist es, das H. durch konstruktive Maßnahmen wie Dachüberstände und Sockel vor Niederschlägen und Eindringen von Wasser zu schützen (konstruktiver Holzschutz).
Holz ist der Grundstoff für Holzwerkstoffe wie Spanplatten, Sperrholz, Holzfaserplatten und Holzwolleleichtbauplatten.
In den Wäldern Deutschlands wird derzeit weniger Holz genutzt als zuwächst. Der gesamte Holzzuwachs liegt bei rund 60 Mio. Kubikmeter jährlich. Der durchschnittliche Holzeinschlag an Nutzholz beträgt nur rund 40 Mio. Kubikmeter jährlich.
Dadurch werden jährlich rund 4,2 Mio. Tonnen Kohlenstoff im Holz bzw. 6,6 Mio. Tonnen Kohlenstoff in der Baumbiomasse zusätzlich gebunden. Weiter vergrößern wird sich der Kohlenstoffspeicher Wald im Zuge der Aufforstung ehemals landwirtschaftlich genutzter Flächen in Deutschland.
Der Holzeinschlag in den Tropen und Subtropen sowie borealen Wäldern führt weltweit zu katastrophalen Umweltschäden. Ursachen: zu starke Holznutzung durch die Bevölkerung, der andere Energieträger nicht zugänglich sind, und besonders großflächige Waldrodungen zur landwirtschaftlichen Nutzung und industriellen Holzgewinnung (Regenwald, Tropenholz, europäisches Holz). Folgen sind: Bodenerosion, Versteppung, Klimaveränderung (Klima,Treibhauseffekt).

Autor: KATALYSE Institut

Herbizide

Pflanzenschutzmittel (Pestizide) zur Verkämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 15.000 Tonnen Herbizide (Jahr: 2001)in der Land- und Forstwirtschaft gegen Unkräuter eingesetzt.

Viele Herbizid-Wirkstoffe sind ubiquitär in den Medien verteilt. Dies gilt auch für längst verbotene Herbizide wie etwa Atrazin. Der Herbizideinsatz hat starke Auswirkungen auf das Ökosystem, da mit der Floraverarmung ein Rückgang von Nutzinsekten sowie verstärktes Auftreten von Schadinsekten verbunden ist. Durch Herbizideinsatz wird zumeist das Räuber/Beute-Verhältnis zugunsten der Schädlinge verändert.
Eine differnzierte Sichtweise ist insofern notwendig, als dass ein verringerter und gezielter Herbizideinsatz in Einzelfällen sogar den Verzicht auf Insektizide ermöglicht, was auch ökonomisch die beste Lösung ist.
Nach der Wirkung können Herbizide in ätzende, Zellatmung, Keimung oder Photosynthese hemmende und Wuchsstoffe unterteilt werden. In Deutschland werden H. hauptsächlich im Getreide-, Rüben-,
Mais- und Kartoffelbau eingesetzt. Hierbei werden fünf Gruppen von Wirkstoffen unterschieden:

  • Carbonsäurederivate
  • Harnstoffderivate
  • Aromatische Nitroverbindungen
  • Heterocyclische Verbindungen
  • Bipyridylium-Salze

Die meisten Herbizide sind für Menschen und Säugetiere wenig bzw. nur schwach toxisch.

Autor: KATALYSE Institut

Henna

Henna ist ein mehrjähriger Busch. Er wird zwei bis sechs Meter hoch in Kultur aber auf 60 bis 70 cm gehalten. Die Blätter sind gegenständig, glatt, oval gespitzt, sehr kurzstielig. Weiße Blüten sind in Büscheln angeordnet.

  • Systematik: Familie: Blutweiderichgewächse (Lythraceae), Art: Lawsonia inermis L.
  • Herkunft/Vorkommen: Nordafrika bis China, v.a. Indien
  • Klimaansprüche: tropische und heiße Klimazonen
  • Anbausystem: mehrjährige Hennafelder
  • Ernte: Das Erntegut sind dunkelgrüne Blätter, die zweimal im Jahr geerntet werden. Maximale Erträge werden 4 bis 8 Jahre erreicht.
  • Ertrag: unter intensiven Anbaubedingungen 2,5 bis 3,0 kg Trockenmasse/Hektar getrocknete Blätter; enthalten etwa ein Prozent Farbstoff
  • Besonderheiten: Der rot-orange-Farbstoff findet v.a. Verwendung als Haarfärbemittel.
  • Wirkspektrum: Farbstoff zur Haut- und Haarfärbung, lokal auf Furunkel, Verbrennungen und Hautkrankheiten, zum Gurgeln bei Halsentzündungen und brennenden Füßen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Hanf

Hanf ist eine einjährige Kurztagspflanze mit verzweigtem Stängel, der 5 bis 20 cm dick wird. Er trägt fremdbefruchtende, windbestäubende Blüten und die Frucht ist eine Nuss mit nur einem ölhaltigem Samen, der 2 bis 5 mm groß wird.

 

  • Systematik: Familie: Cannabinacae; Art: Cannabis sativa
  • Klima: Faserhanf: 1900 bis 2000 °C Wärmesumme; Samenhanf: 2500 bis 3000 °C Wärmesumme, 500 bis 700 mm Niederschlag, mindestens aber 300 mm
  • Boden: nährstoffreiche, tiefgründige, nicht verdichtete und neutrale bis leicht basische Böden mit hoher Wasserspeicherkapazität
  • Fruchtfolge: zwischen zwei Getreiden, Vorfrüchte aus Leguminosen, selbstverträglicher Anbau auf gleicher Fläche zwei bis drei Jahre möglich
  • Düngung: Faserhanf: 80 bis 120 kg Stickstoff/Hektar; 60 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 80 bis 100 kg Kalium/Hektar; Samenhanf: 100 bis 125kg Stickstoff/Hektar; 70 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 120 bis 160 kg Kalium/Hektar
  • Aussaat: Ende April bis Ende Mai mit Drillmaschine, Reihenabstand bei Fasernutzung: 25 cm ergibt 30 bis 40 kg Saatgut/Hektar
  • Pflanzenschutz: bei Faserhanf keine Unkrautregulierung notwendig, bei Samenhanf mechanische Maßnahmen; Schädlinge: Hanferdfloh, kleine Hanfmotte, Maiszünsler, aber alle kaum ertragsbeeinflussend
  • Ertrag: Hanfstroh 7 bis 10 Tonnen/Hektar, Fasergehlt: 28 bis 30 Prozent (2 bis 3 Tonnen/Hektar), davon 25 Prozent Kurzfasern, 5 Prozent Langfasern; Samenertrag: 500 bis 80 kg/Hektar
  • Besonderheiten: Es ist nur der Anbau von zugelassenen Hanfsorten mit einem THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent im oberen Blattdrittel und der registrierten Sorten der EU-Sortenliste erlaubt (Antrag bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn).
  • Ökologie: Hanf ist wenig anfällig für Krankheiten, das Auftreten vonm Schädlingen verursacht in der Regel keine Ertragseinbußen, daher benötigt Hanf bei normaler Bestandstenwicklkung keine Herbizide, da es durch seine Schnellwüchsigkeit Beikräuter verdrängt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Gülle

G. entsteht bei der strohlosen Aufstallung der modernen Tierhaltung.

Dabei fallen die

Exkremente durch Gitterroste oder Bodenspalten in Vorratsgruben. In der BRD fielen 1987 insgesamt 234,4 Mio t Mist an. Davon waren 39,1 Mio t Festmist und Jauche, 139,3 Mio t G.. Bei einer jährlichen Ausbringungsmenge von 50-100 m3/ha gelangen mindestens 200 kg reinen Stickstoffs auf 1 ha Fläche. Die Hälfte dieses Stickstoffs ist sofort für Pflanzen verfügbar, gut wasserlöslich und damit eine Gefahr für das Grundwasser.

Weil aber die G.-Ausbringung bei der heutigen intensiven Viehhaltung meist mehr eine Abfallbeseitigung als eine Düngung darstellt, gelangen zum Teil noch größere Mengen auf den Acker. Jede über den Stickstoffbedarf der Kulturpflanze hinausgehende Düngung führt zur Auswaschung ins Grundwasser.
Weitere Probleme der G.-Wirtschaft: Durch das Ausgasen von Ammoniak aus der G. kommt es zu Atemwegserkrankungen der damit arbeitenden Menschen. Zudem ist Ammoniak einer der Luftschadstoffe, die zum Waldsterben beitragen. An Schadstoffen enthält Gülle Phenole, Benzoate und organische Säuren. G.-Düngung kann zu einer Verschiebung der Organismengruppen des Bodenlebens führen. Fütterungsbedingt kann G.-Düngung aus Schweinemastbetrieben eine Vergiftung des Bodens mit Kupfer zur Folge haben. Versuche, die G.-Problematik durch behördliche Regelungen (G.-Programm 1990 Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) in den Griff zu bekommen, sind als nicht geglückt zu betrachten, da sie nicht die Ursachen verändern.
Die Probleme der G.-Wirtschaft sind ganz eng mit denen der Massentierhaltung verbunden. Dieses Problembündel läßt sich nicht durch Maßnahmen wie verbesserte Ausbringungstechnik, mobile Trocknungsanlagen, G.-Tourismus, G.-Großlagerstätten usw. in den Griff bekommen.

Autor: KATALYSE Institut

Grüne Revolution in der Dritten Welt

Als G. bezeichnet man die Einführung neuer Sorten Mais, Weizen oder Reis in Dritte-Welt-Ländern.

Die traditionell über einen langen Zeitraum dort angebauten, ökologisch optimal an die vorherrschenden Boden- und Niederschlags-, Temperatur-, Düngungs- und Anbauverhältnisse angepaßten lokalen Landrassen wurden verdrängt (Genbank, Gentechnologie). Die Ertragsfähigkeit der neuen Sorten gegenüber den Landsorten ist nur dann höher, wenn gleichzeitig die Bodenbearbeitung mechanisiert wird, Bewässerungssysteme angelegt werden, Dünger und Pflanzenschutzmittel eingekauft werden, die von den agrotechnischen Großunternehmen gleich mitvertrieben werden. Es werden also die ökologischen Bedingungen der angebauten Kultur angepaßt und nicht umgekehrt.
Neben den ökologischen Bedenken, daß die hohen Erträge nur durch massive zerstörende Eingriffe in die traditionell angepaßten extensiveren, naturnahen und deshalb stabilen Kulturpflanzen-Ökosysteme zustande kommen, sprechen auch soziale Bedenken gegen die G..
Die Konkurrenzfähigkeit der Kleinbauern, die im Vergleich zu den Großgrundbesitzern ohnehin auf den schlechteren Böden wirtschaften, nimmt bei den extrem hohen Kosten, die die neue Technologie verursacht, ab. Die Verarmung der Landbevölkerung nimmt zu. Landflucht ist die Folge. Auch bodenbesitzlose Landarbeiter flüchten vermehrt in die Städte, weil sie durch Landmaschineneinsatz arbeitslos werden.

Autor: KATALYSE Institut

Gründüngung

Pflanzen, die angebaut werden, um sie in grünem oder bereits abgestorbenem Zustand unterzupflügen, werden als Gründünger bezeichnet.

Sie stehen in einer Fruchtfolge meist zwischen zwei Getreidefrüchten und dienen der Erhöhung des Humusgehaltes, der Bodenlockerung, der Zufuhr von Stickstoff (bei luftstickstoffbindenden Schmetterlingsblütlern), der Bodenbeschattung und damit der Erhaltung der Bodenorganismen, Erhaltung der sonst ausgewaschenen Nährstoffe, dem Schutz vor Erosion und der Unterdrückung des Unkrautes.

siehe auch: Humus, Bodenorganismen, Erosion, Fruchtfolge

Autor: KATALYSE Institut

Genbank

Molekularbiologisch: Sammlung klonierter DNS-Fragmente, die dem Genom eines Organismus entstammen.

Zum Anlegen einer G. wird das Genom durch spezifische Enzyme (Restriktionsenzyme) in geeignete Fragmente zerlegt, in einen geeigneten Vektor eingebaut und anschließend vermehrt (Klonieren). Im Idealfall ist jede DNS-Sequenz des Genoms als klonierte Sequenz in der G. repräsentiert.
Botanisch: Institution, in der Samen und vermehrungsfähige Gewebe von Nutz- und Wildpflanzensorten konserviert werden.
G. sollen der Verarmung der genetischen Vielfalt der Nutzpflanzenarten entgegenwirken (Artensterben). In dem Maße, in dem die grüne Revolution mit ihren Hochertragssorten regionale Varietäten verdrängt, zerstört sie ihre eigenen Grundlagen: Ohne die Genreserven von Wildarten und Primitivsorten lassen sich die Kulturarten nicht mehr ausreichend verjüngen und neuen Erfordernissen, z.B. neuen Schädlingen, anpassen. So konnte z.B. der Gerstenanbau in Kalifornien, der in den 50er Jahren durch einen Virus bedroht wurde, nur durch das Einkreuzen einer dagegen resistenten Sorte gerettet werden, die man nach langer Suche in Äthiopien gefunden hatte (Resistenz, Resistenzzüchtung).
Es gibt ca. 60 staatliche G., die meisten und größten in den Industrieländern. Hinzu kommen die Gensammlungen von Konzernen, die meist keine Auskunft über ihre Bestände geben, geschweige denn sie anderen zugänglich machen. Von allem genetischen Material, das langfristig eingelagert ist, befinden sich fast 90% in Europa und Nordamerika. Das führt zu einer doppelten Abhängigkeit der Dritten Welt: Während ihre eigenen genetischen Reserven in die Agrarforschungszentren der Industrieländer fließen (und von dort gegebenenfalls teuer zurückgekauft werden müssen), werden diese Ressourcen gleichzeitig so von importierten Züchtungen verdrängt, daß die einheimischen Bauern ihre Formen nicht mehr weiter selektieren können.
Der Verlust von Sorten, die sich jahrtausendelang mit ihren Standorten auseinandergesetzt haben, läßt sich durch das G.-System nicht kompensieren.

Autor: KATALYSE Institut

Gen und Umwelt

Ob ein (durch Mutation entstandenes) Gen sich in einer Population hält oder gar verbreitet, hängt von dem Selektionsdruck ab, den die Umwelt auf die neue Eigenschaft ausübt.

Z.B. ist phänotypisch (Phänotyp) ausgeprägte Sichelzellenanämie (vgl. Genotyp) tödlich. Trotzdem trägt jeder 12. schwarze US-Amerikaner diese Anlage. Die Erklärung: In ihren afrikanischen Herkunftsländern genießt der phänotypisch Gesunde, der aber das rezessive Gen für die Anämie trägt, einen gewissen Schutz gegen Malaria.
Die Wirkungen gut definierter Einzelgene lassen sich aber meist nur statistisch beschreiben. Z.B. fällt bei 0,1% der europäischen Bevölkerung das Gen für das Protein Antitrypsin aus. Rauchen solche Personen, werden sie meistens vor dem 40. Lebensjahr ein Lungenemphysem entwickeln. Ebenso sind diese Menschen durch das ständige Einatmen von staubiger Luft an ihrem Arbeitsplatz besonders gefährdet.
Solche Zusammenhänge nutzen Industrieunternehmen, indem sie Personal bei der Einstellung genetisch und biochemisch untersuchen lassen (screening). Dadurch können sie die Arbeiter nach für vorliegende Schadstoffbelastungen geeigneten genetischen Ausstattungen auswählen, statt die Entstehung der Schadstoffe an der Quelle zu vermeiden.

Autor: KATALYSE Institut

Gelber Enzian

Gelber Enzian ist eine 50 bis 140 cm hohe Pflanze, die graugrüne, kräftige Staude hat einfache aufrechte Stängel. Die Blätter sind kreuzweise gegenständig und breit lanzettlich. Blütezeit Juni bis August.

 

  • Systematik: Familie: Gentianaceae (Enziangewächse), Art: Gentiana lutea
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt bis in 2500 Meter Höhe
  • Anbausystem: vier bis sechsjähriger Anbau
  • Aussaat: Samen oder Vorkultur; Saat oder Pflanzung Januar bis Mai; 7 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 70 kg/Hektar, Kalium: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Wurzelhalsfäule, Blattflecken, nichtparasitäre Vergilbungen
  • Ernte: maschinell im Frühjahr vor Austrieb oder im Herbst; maschinell; Wurzelstock: Pharmazie, Essenzen, Spirituosen
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an Bitterstoffen
  • Ertrag: 20 bis 40 Tonnen/Hektar Biomasse, 5 bis 10 Tonnen/Hektar Droge
  • Besonderheiten: Unkrautdruck im Jungpflanzenstadium
  • Wirkspektrum: gegen Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Leber- und Gallenerkrankungen, fiebrige Erkältungskrankheiten.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

GATT

G. (General Agreement on Tariffs and Trade) ist eine Sonderorganisation der UNO, die die Rahmenbedingungen des Welthandels festlegt. Erklärtes Ziel ist es, durch Abbau von Handelshemmnissen den Welthandel zu fördern.

Als bedeutsamste Handelshemmnisse wurden 1990 vom G. Subventionen und sog. freiwillige Selbstbeschränkungsabkommen und technische Vorschriften in den Bereichen Agrargüter, Textilien, Stahl- und Elektronikprodukte beurteilt.
Obwohl Umweltaspekte wie auch Interessen der Dritten Welt über G.-Verhandlungen bei der Organisation des Welthandels Bedeutung erlangen könnten und sollten, orientieren sich die G.-Regelungen bislang zu eng an der Idee des Freihandels. Dadurch treten immer wieder Konflikte auf, wenn z.B. ein Import-Verbot eines einzelnen Landes oder etwa der EG aus Verbaucher-, Tierschutz- oder Umweltgründen erlassen wird.
Ein Beispiel für diese Problematik ist das sog. G.-Thunfischurteil: auf Druck der amerikanischen Umweltschützer hatte der Senat der USA das sog. "Marine Mammal Protection Act" ein Embargo gegenüber Thunfisch-Importen aus Schleppnetzfischerei, bei der Delphine mit abgeschlachtet werden, beschlossen (Fischerei).
Daraufhin hat das von dem Embargo betroffene Mexiko die USA beim Schiedsgericht der G. angeklagt und Recht zugesprochen bekommen. Das Embargo stellt nach Auffassung des Schiedsgerichtes ein nicht zulässiges Handelshemmniss dar. Dieses Urteil ist für die internationale und nationale Umweltgesetzgebung außerordentlich weitreichend und grundsätzlich. G. ermöglicht somit durch die Hintertür, nationale Umweltgesetze zu Fall zu bringen.
Die Widersprüche zwischen G.-Regelungen und Umweltschutz treten, wie inzwischen auch Weltbank, OECD und nationale Regierungen einsehen, immer deutlicher zutage.

Autor: KATALYSE Institut

Gartenteich

Ein G. bietet selten gewordenen Pflanzen, Plankton, Muscheln, Insekten neuen Lebensraum, ist Laichplatz für Amphibien und wird als Tränke von Vögeln und Säugern genutzt.

Der Teich sollte in einer mindestens 4 bis 6 Stunden besonnten, naturnahen Umgebung liegen. Seine Größe ist mit 10 bis 20 m2 für Amphibien optimal, kann aber auch wesentlich größer angelegt werden. Ausgebuchtete Uferlinien mit Halbinseln, Flachwasserbecken mit kleineren Steilufern und vielfältige Wassertiefen in 3 Stufen von 0-30 cm, 30-50 cm und 50-100 cm bieten vielen Tieren einen Lebensraum. Nach dem Aushub kann der völlig mit Sand geglättete Untergrund entweder mit Beton, Ton oder einer UV-beständigen, 2 mm starken Folie ausgelegt werden. Darauf bringt man ein 20 cm starkes Sand-Lehm-Gemisch. Zu bevorzugen ist Ton (Tonminerale). Bei Folien sind wegen ihrer geringeren Entsorgungsproblematik PE-Folien (Polyethylen) unbedingt PVC-Folien vorzuziehen. Bei der Bepflanzung ist auf die natürliche Zonierung zu achten. Ins Tiefwasser pflanzt man: gelbe Teichrose, Seerose, Tausendblatt, Hornkraut, ins Flachwasser: Rohrkolben, Wasserschwertlilie, Froschlöffel, und in die Uferzone: Pfeilkraut, Wasserminze, Blutweiderich, Segge und Binse.

Lit.: H.Wilke: Der Naturteich im Garten, München 1988

siehe auch: Feuchtbiotop

Autor: KATALYSE Institut

Gartenpflege, ökologische

Die Natur vermag sich auch im Garten weitgehend selbst zu helfen. Voraussetzung dafür ist ein sinnvolles Zusammenwirken von Boden, Pflanzen, Klima und Nutzung.

Eine vielfältige, ausgewogen zusammengesetzte Pflanzengemeinschaft und standortgerechte Auswahl bilden die besten Voraussetzungen, um einen Befall durch sog. "Schädlinge" gar nicht erst auftreten zu lassen.
Untersuchungen bei Haus- und Kleingärtnern haben gezeigt, daß in 80% der Gärten chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Weit über 100 Mio DM werden nach groben Schätzungen jährlich in Westdeutschland allein für Rasenchemikalien in privaten Gärten ausgegeben. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden in Haus- und Kleingärten pro Flächeneinheit mehr chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, als in der ertragsorientierten Landwirtschaft.
Auch in öffentlichen Grünanlagen werden, v.a. in kleineren Städten und Gemeinden, noch immer Pestizide eingesetzt. Ergebnis: Solche Flächen sind extrem naturfern und artenarm. Boden und Grundwasser werden belastet. Die Umweltkosten, die durch den Einsatz von Pestiziden verursacht werden, hat die Allgemeinheit zu bezahlen.

Autor: KATALYSE Institut

Fungizide

Chemikalien zur Bekämpfung parasitärer Pilze und unerwünschter Mikroorganismen in der Landwirtschaft sowie bei Textilien, Teppichen, Farben, Futtermitteln und in der Medizin.

Aufgrund der schweren biologischen Abbaubarkeit finden sich Rückstände in Lebensmitteln, im Innenraum sowie in Textilien und Baustoffen. Einige Fungizide (wie Hexaclorbenzol, PCP, Quecksilber- und Zinnorganika) sind in Deutschland nicht mehr zugelassen. Die meisten zugelassenen Fungizide besitzen für den Menschen nur eine geringe Toxizität.

ADI- und DTA-Werte (in mg/kg nach BgVV) von Fungizid-Wirkstoffen:

  • Wirkstoffe ADI-Werte DTA-Werte
  • Maneb 0,03 0,05
  • Propineb 0,007 0,005
  • Metiram 0,03 0,03
  • Thiram 0,01 0,01
  • Benomyl 0,02 0,065
  • Carbendazim 0,01 0,065
  • Thiabendazol 0,1 0,1
  • Cyproconazol --- 0,003
  • Triadimefon 0,03 0,03
  • Imazalil 0,03 0,03
  • Fenfuarm --- 0,01
  • Vinclozolin 0,07 0,03

Autor: KATALYSE Institut

Fruchtfolge

Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen.

Innerhalb eines Jahres, vom Frühjahr bis zum Winter, wachsen nacheinander verschiedene Kulturen und nutzen so das Nährstoffangebot des Bodens optimal. Man nennt diese F. innerhalb einer Vegetationsperiode Vor-, Zwischen- oder Nachkultur.
Am besten geschützt vor einseitiger Nährstoffauslaugung oder vor starkem, auf bestimmte Kulturen spezialisierten Schädlingsbefall, ist ein Fruchtwechsel nicht innerhalb eines Jahres, sondern eine mehrjährige F. Ein Wechsel von Blatt- und Halmfrüchten (Getreide), von Flach- und Tiefwurzlern, von Nährstoffzehrern und genügsamen Pflanzen oder sogar Nährstofflieferanten (stickstoffsammelnde Schmetterlingsblütler) drängt den Schädlingsbefall und einseitige Verunkrautung des Bodens stark zurück und steigert somit die Ertragsfähigkeit des Bodens für die Folgekultur und vermindert den Chemikalieneinsatz.
Im Zuge des Anbaus von Monokulturen wurden die früher üblichen F. z.B. im Getreideanbau vielfach aufgegeben. Die dadurch auftretenden Krankheiten, wie z.B. die Halmbruchkrankheit, wurden durch Fungizide bekämpft. Nach nur zehnjährigem Einsatz dieser Fungizide sind die Erreger der Halmbruchkrankheit heute überwiegend resistent (Resistenz).
Dies zeigt die Wichtigkeit einer ausgewogenen F., die auch in der modernen Landwirtschaft durch chemische Mittel nicht zu ersetzen ist. Ein Beispiel für eine F. ist die Gründüngung als Nachkultur nach Wintergerste, die schon im Juni/Juli geerntet wird.

siehe auch: Gründüngung, Mischkultur, Monokultur, Resistenz

Autor: KATALYSE Institut

Frostschäden im Wald

Laubhölzer passen sich der Winterkälte dadurch an, dass sie Laub als nährstoffverbrauchenden Ballast im Herbst abwerfen.

Wintergrüne Nadelhölzer bauen im Laufe des Herbstes eine gewisse Frosthärte auf, indem sie durch Zuckerbildung den Gefrierpunkt des Zellsaftes herabsetzen. Gefährlich sind daher hauptsächlich die Spätfröste, die noch unverholzte Triebe erfrieren lassen, und die Frühfröste, die noch vor dem Aufbau der Frosthärte einsetzen.
Winterkälte, Temperaturstürze, Früh- und Spätfröste sowie Eisregen werden teilweise für das Waldsterben verantwortlich gemacht. Kälte ist nur ein Faktor, der die Geschwindigkeit des Waldsterbens mitbestimmen kann.

siehe auch: Klima, Waldsterben

Autor: KATALYSE Institut

Freisetzungsrichtlinie

Im April 1990 verabschiedete der EG-Ministerrat die Richtlinien 90/220 und 90/219 über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Umwelt und die Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen.

Sie sollen europaweit den Umgang mit diesen Organismen regeln und sind in nationales Recht umzusetzen. Dieser Verpflichtung kamen bis zur Frist Oktober 1991 lediglich Dänemark, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland (Gentechnikgesetz) nach.

siehe auch: Gentechnologie

Autor: KATALYSE Institut

Forstwirtschaft

F. ist die planmäßige Bewirtschaftung von Wäldern zur Holzgewinnung.

In Europa und Nordamerika ist von wenigen Gebieten abgesehen die moderne F. eingeführt, in der das "Prinzip der Nachhaltigkeit" einen sehr hohen Wert besitzt, welches aussagt, dass nur die Menge
Holz eingeschlagen werden darf, die auch nachwachsen kann. Trotzdem verändert auch die moderne F. i.d.R. den Wald nachhaltig durch Anpflanzen von Monokulturen (Waldschädlinge, Übersäuerung des Bodens, Sturmschäden), Verwendung schwerer Nutzfahrzeuge und Schadstoffeintrag z.B. durch Verwendung synthetischer Kettenöle.
Da heute mehr und mehr Waldbesitzer erkennen, dass sie in ihrem Wald die Gegebenheiten der Natur nicht völlig außer acht lassen können, ohne schwerwiegende ökonomische Rückschläge befürchten zu müssen, werden z.B. in Deutschland wieder mehr Mischwälder begründet (Urwald, Naturnahe Wälder, Plenterwald).
Während die meisten Länder Europas und Nordamerikas den größten Teil des eingeschlagenen Holzes zu den unterschiedlichsten Dingen weiterverarbeiten (Holzindustrie, Holzwerkstoffindustrie), ergibt sich außerhalb dieser Regionen ein völlig anderes Bild. In Ländern der Dritten Welt findet der überwiegende Teil des Holzeinschlags als Brennholz für Industrie und Bevölkerung Verwendung (s. Tab. bei Holz). I.d.R. spielt in diesen Ländern die F. nur eine untergeordnete Rolle. Vorherrschend ist der Raubbau am Wald, der zur fortschreitenden Zerstörung führt (Regenwald).

siehe auch: Waldpflege

Autor: KATALYSE Institut

Flurbereinigung

Zielsetzung der F. ist die "Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft" sowie seit 1976 die "Förderung der allgemeinen Landeskultur".

"Allgemeine Landeskultur" bedeutet, dass bei der F. den Belangen des Umweltschutzes, der Erholung, des Naturschutzes und der Landschaftspflege in besonderem Maße Rechnung getragen werden muss (37, 2 FlurbG).

siehe auch: Land, Forstwirtschaft

 

Autor: KATALYSE Institut

Flachs

siehe: Faserlein

Autor: KATALYSE Institut

Fischsterben

siehe: Sauerstoffzehrung, Eutrophierung, Fischerei, Meeresverschmutzung, Ölpest, Endosulfan

Autor: KATALYSE Institut

Faserlein

Faserlein ist eine apikal gering verzweigte, einstengelige Pflanze von 80 bis 120 cm Höhe mit kleinen schmal-lanzettlichen Blättern und meist blauen, gestielten Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Linaceae (Leingewächse), Art: Linum usitatissimum
  • Herkunft: Vorderasien
  • Klimaansprüche: gemäßigt-feucht; Wasserbedarf in der Hauptwachstumsphase 120 bis 150 mm; beste Qualitäten werden bei 700 bis 1000 mm Jahresniederschlag erzielt
  • Anbausystem: einjähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von sieben Jahren
  • Aussaat: Anfang März bis Anfang April; 300 bis 400 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne/Hektar Stroh: Stickstoff: 7 kg/Hektar, Phosphat: 5 kg/Hektar, Kalium: 38 kg/Hektar; Samen: Stickstoff: 15 kg/Hektar, Phosphat: 16 kg/Hektar, Kalium: 11 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusarium, Flachswelke, Mehltau; Schädlinge: Erdflöhe, Thripse; Somstige: Vögel
  • Ernte: im Herbst, wenn gelbe Verfärbung der Fruchtstand-Äste und Samenrascheln in den Kapseln auftritt; anschließende Feld- oder Standröste; maschinell
  • Ertrag: aus 7 Tonnen/Hektar Stroh wird eine Tonne Langfasern und 700 kg Kurzfasern gewonnen; Samen: 900 bis 1800 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Bastfasergehalt und -qualität, hochwertiges Öl
  • Besonderheiten: Hoher Unkrautdruck; Spätfrost-, Stickstoff- und Herbizidempfindlichkeit

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Eutrophierung

Eutrophierung bezeichnet die Gewässeranreicherung mit Pflanzennährstoffen (Überdüngung). Dieser Prozeß findet meist in langsam fließenden oder stehenden Gewässern statt und kann durch menschliche Eingriffe stark beschleunigt werden.

Durch den Menschen zusätzlich eingeführte Nährstoffe sind v.a. Stickstoffverbindungen (Nitrate und Ammonium-Stickstoff) und Phosphate. Sie stammen aus abgeschwemmten Düngemitteln und aus dem kommunalen Abwasser (Exkremente, Waschmittel) und gelangen gemeinsam mit natürlichen Nährstoffen (z.B. durch den Laubfall) in die Gewässer (Gewässerbelastung).
In Seen setzt durch das große Nährstoffangebot ein Massenwachstum von Algen ein (Phyto-Plankton). Die Algen trüben das Wasser, so dass nach einiger Zeit nur noch in der oberflächennahen Schicht genügend Licht für die Photosynthese vorhanden ist. Die Algen der tieferen Schichten sterben ab. Durch die anschließenden Zersetzungsprozesse werden große Mengen an Sauerstoff verbraucht (Sauerstoffzehrung).
In fortgeschrittenem Stadium führt dies zu Fäulnis und Bildung toxischer Stoffe wie z.B. Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Methan. Die Gesamtartenzahl sinkt sehr stark ab, es kann zu einem verstärktem Fischsterben kommen, der See „kippt um“ (Hypertrophie).
Um Eutrophierung zu verhindern oder bereits überdüngte Gewässer in einen niedrigeren Trophiezustand (Trophiesystem) zurückzuführen, muss die Nährstoffzufuhr verringert werden. Möglichkeiten Maßnahmen sind:

  • Verringerung des Phosphateintrags z.B. durch biologische Phosphatelimination oder Phosphatfällung (Fällung) in der dritten Reinigungsstufe (weitergehende Abwasserreinigung), Phosphatersatzstoffe in Waschmitteln, Ringkanalisation.
  • Verringerung des Stickstoffeintrags z.B. durch biologische Stickstoffelimination in der dritten Reinigungsstufe (Abwasserreinigung, Denitrifikation, Nitrifikation) und v.a. geringeren Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft (ökologischer Landbau).

    Während v.a. seit 1990 der Nährstoffeintrag aus dem Abwasser durch aufwendigere Klärtechnik erheblich reduziert werden konnte, befindet sich der Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft (diffuse Einträge) weiterhin auf hohem Niveau.
    Nach einer Verringerung der Nährstoffeinträge reagieren Seen nur sehr langsam auf die verbesserte Nährstoffsituation, da Nährstoffe im Boden gespeichert und später wieder freigesetzt werden können. Ursprünglich nährstoffarme Seen (oligotroph) lassen sich aufgrund des atmosphärischen Nährstoffeintrags meist nicht mehr in den Ausgangszustand zurückversetzen

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Europäisches Holz

E. wird zum größten Teil in Plantagen (Wirtschaftswald) "künstlich" angepflanzt und gezüchtet.

In der modernen Forstwirtschaft in Deutschland und den meisten europäischen Ländern herrscht das Gesetz der Nachhaltigkeit, d.h. es dürfen nur so viele Bäume eingeschlagen werden, wie an Baummasse nachwächst. Dadurch wird sichergestellt, daß die Waldfläche nicht verkleinert wird. Aufgrund unseres marktwirtschaftlichen Gesellschaftssystems werden hauptsächlich schnellwachsende Spezien wie Fichte, Tanne und Kiefer angepflanzt.
Andere hochwertige Hölzer wie z.B. Eiche werden wegen ihrer langen Wachstumszeit von 160 und mehr Jahren und der daraus resultierenden langen Kapitalbindung weniger häufig angepflanzt. Bei richtiger Holzartenauswahl können europäische Hölzer für alle bautechnischen Anwendungen mit langer Lebensdauer eingesetzt werden (s. Grafik).
Zur Verwendung kommt nicht nur das Massivholz, sondern es werden auch sog. Holzwerkstoffe (z.B. Spanplatten) hergestellt.

siehe auch: Waldsterben, Tropenholz, Wirtschaftswald

Autor: KATALYSE Institut

Eukalyptus

Der schnellwachsende Baum Eukalyptus hat ein großes natürliches Spektrum mit rund 500 Arten und erreicht eine Wuchshöhe bis 55 Meter.

  • Systematik: Familie: Myrtaceae, Arten: Eucalyptus globulus (in frostfreien Lagen bis 350 Meter NN); Eucalyptus nitens (frosttolerant, in Lagen über 300 Meter NN)
  • Herkunft: Australien
  • Klima: bevorzugt mediterranes Klima; große Anpassungsfähigkeit; Jahresdurchschnittstemperatur >12°C; Wasser ist oft der limitierende Ertragsfaktor, Niederschlagsminimum: 700 mm
  • Aussaat: Von Zuchtbäumen werden ein bis 2,5 kg Samen je Baum gewonnen, Aussaat in einem geschützten Saatbeet bzw. in sogenannten „Multipots", die Anzucht dauert 3 bis 6 Monate.
  • Anbausystem: Im Herbst oder im zeitigen Frühjahr ab einer Größe von 20 bis 30 cm, z.T. auf Dämmen von 20 cm Höhe mit 4 Meter Reihenabstand; Pflanzdichte 1.000 bis 1.500 Setzlinge je Hektar
  • Düngung: Bei der Auspflanzung werden 150 bis 300 Gramm NPK-Dünger je Setzling zugegeben; spätere Stickstoff- und Phosphordüngung wirkt nur ertragssteigernd, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht, Sättigungsrate bei 130 kg Stickstoff/Hektar/Jahr
  • Pflanzenschutz: In den ersten beiden Jahren ist mechanische Beikrautregulierung erforderlich; Befall mit dem Eukalyptus-Langhorn-Bohrer (Phoracantha semipunctata) kann zu erheblichen Zuwachseinbußen führen.
  • Ernte: Ernte erfolgt im 7. bis 15. Anbaujahr mit konventioneller Holzerntetechnik
  • Ertrag: Ertrag schwankt je nach Standort zwischen 20 und 200 Tonnen/Hektar oberirdischer Gesamtbiomasse.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut