Gray

Neue Einheit für die Energiedosis.
Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Geigerzähler

Der Geigerzähler, auch Geiger-Müller-Zählrohr oder Monitor genannt, besteht aus einem Metallrohr von einigen cm Durchmesser, das mit Luft oder Argon und Alkoholdampf gefüllt ist

In der Mitte ist ein leitender Draht gespannt. Zwischen Draht und Metallrohr liegt Hochspannung an. Trifft ionisierende Strahlung ins Rohrinnere, so leiten die von ihr erzeugten Ionen einen elektrischen Entladungsstoß ein, der über Lautsprecher (Ticken des Geigerzählers) oder Zeigerausschlag hör- bzw. sichtbar gemacht werden kann.

Der Geigerzähler mißt die momentane Strahlungsintensität, d. h. die Zahl der ins Rohr fallenden Teilchen, die Ionenpaare erzeugen. Mit leichten Veränderungen, z.B. als sog. Proportionalzählrohr, kann auch direkt die Ionendosis(leistung) bzw. Energiedosis(leistung) angezeigt werden. Geigerzählrohre werden im Strahlenschutz eingesetzt, um Personen vor zu hoher
Strahlenbelastung zu warnen, bzw. ihnen den Zutritt zu Räumen mit hoher Strahlungsintensität zu verwehren.

Dosimeter, Gammaspektrometer, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Gammastrahlung

Gammastrahlung ist energiereiche elektromagnetische Strahlung, die vor allem beim radioaktiven Zerfall (Radioaktivität) von Atomkernen ausgesandt wird.Gammastrahlung ist die weitreichendste ionisierende Strahlung, in Luft einige Kilometer, in Gewebe einige Zentimeter. Gammastrahlung. kann zu Strahlenschäden führen und ist v.a. für die äußere
Strahlenbelastung verantwortlich.
Gammastrahlung findet Verwendung bei Strahlentherapie, Lebensmittelbestrahlung und Metallurgie (Prüfen von Schweißnähten).

Abschirmung, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Gammaspektrometer

Meßgerät zur Aufnahme eines Gammaspektrums. Es registriert die Intensität einer Gammastrahlung in Abhängigkeit von ihrer Energie.

Es gibt unterschiedliche Typen von G.. Soll energiearme Strahlung (Röntgenstrahlung) untersucht werden, verwendet man oft G., in denen die Strahlung an Kristallgittern abhängig von ihrer Energie unterschiedlich stark gebeugt wird. Bei der Messung von energiereicherer Strahlung verwendet man meist Detektoren, in denen die Gammastrahlung abhängig von ihrer Energie unterschiedliche Mengen an Ladungsträgern (Halbleiterdetektoren) oder Lichtquanten (Szintilationszähler) freisetzt. Radionuklide, die Gammastrahlung aussenden, können anhand charakteristischer Energien der Gammastrahlung identifiziert und mengenmäßig bestimmt werden. Für viele wichtige Radionuklide ist das der Fall. Ausnahmen bilden z.B. Plutonium, Strontium und Tritium. Eine genaue Bestimmung der radioaktiven Belastung z.B. von Lebensmitteln ist praktisch nicht mit einem Geigerzähler, sondern nur mit einem G. möglich.
Strahlenmessung, Radioaktivität, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten, Aktivkohle-Dosimeter

Autor: KATALYSE Institut

Euratom

auch Europäische Atomgemeinschaft (EAG). Ziel der E. ist die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernernergie (Kernkraftwerk) und -forschung mit zahlreichen Arbeitsgebieten (Biologie, Medizin, Umweltschutz, Technologie, Reaktorsicherheit, Kernfusion).

Begründet wurde die E. gleichzeitig mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) durch die Römischen Verträge vom 27.3.1957, in Kraft seit dem 1.1.1958. Zusammen mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) und EWG bildete die E. die Grundlage für die Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG).

Die Tatsache, daß der E.-Vertrag zu den Gründungsverträgen der EG gehört, ist von wesentlicher Bedeutung, weil damit die Nutzung der Kernernergie in der EG-Politik rechtlich verankert ist. Der Atomwirtschaft werden mit dem E.-Vertrag EG-weite Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Energieträgern eingeräumt. Ein Ausstieg der EG aus der Atompolitik ist aus diesen Gründen kaum denkbar.
Nach dem E.-Vertrag ist "die Kernernergie eine unentbehrliche Hilfsquelle für die Entwicklung und Belebung der Wirtschaft und für den friedlichen Fortschritt". Neben der Kernspaltung wird auch die Risikotechnologie Kernfusion von der E. gefördert. Geplant ist die Schaffung einer mächtigen, europaweit arbeitenden Nuklearindustrie, die sich erheblich leichter jeglicher Kontrolle entziehen könnte als nationale atomwirtschaftliche Organisationen. Auch wenn einzelne EG-Mitgliedstaaten aus der Atomenergie aussteigen, läßt sich Atomstrom im Europäischen Binnenmarkt nach dem Prinzip des freien Warenverkehrs EG-weit vermarkten. Ebenso lassen sich bei einem grenzenlosen EG-Verbundnetz die hohen Sicherheitsanforderungen einzelner Mitgliedstaaten durch die Wahl eines Standortes in Ländern mit geringeren Auflagen umgehen.
An ihren Zielen halten die Unterzeichner des E.-Vertrags auch nach Tschernobyl fest. Die für die Atompolitik verantwortlichen EG-Politiker ziehen sich auf den Standpunkt zurück, daß der Sicherheitsstandard westlicher Kernkraftwerke solche Risiken ausschließt. Durch die Diskussion über Klima und Treibhauseffekt erhalten die Ausbaupläne im Gegenteil neuen Aufwind.

Lit.: Spiegel-Spezial: Alarm für die Umwelt - Europa ohne Grenzen, 1992

Autor: KATALYSE Institut

Berufsverkehr

Rund 20% aller zurückgelegten Wege sind Wege zur Arbeit und zurück.

Etwa 2/3 aller Erwerbstätigen benutzen dazu das Auto (Straßenverkehr) als Verkehrsmittel (Pendler). Die damit verbundenen Umweltbelastungen zeigen sich besonders stark in den Ballungsgebieten durch alltägliche Verkehrsstaus und die Überlastung der städtischen Verkehrswege.

Möglichkeiten der Verringerung der Umweltbelastung gibt es durch das Bilden von Fahrgemeinschaften, das Benutzen von Park-and-Ride-Systemen oder das Umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr oder langfristig die Schaffung von Raumstrukturen, die kürzere Arbeitswege begünstigen.

Autor: KATALYSE Institut

Benzinqualitätsverordnung

Die B. wurde am 27.6.1988 erlassen, um Qualitätsdaten für bleifreies und verbleites Benzin festzulegen und die Auszeichnung von Ottokraftstoffen zu regeln. U.a. ist für das giftig wirkende Benzol ein höchstzulässiger Gehalt von 5 Vol.-% vorgeschrieben.

Die Bundesregierung hatte bei der EG einen Verordnungsentwurf notifiziert, der eine Reduzierung des Benzolgehalts auf 1 Vol.-% vorsah. Die Kommission ist diesem Vorschlag jedoch nicht gefolgt.

Siehe auch: Benzinbleigesetz

Autor: KATALYSE Institut

Endlager

Siehe: Atommüll

Autor: KATALYSE Institut

Benzinbleigesetz

Das B. beschränkt den Bleigehalt von Benzin in der BRD seit 1.1.1976 auf 0,15 g/Liter, was heute nur noch den verbleiten Superkraftstoff betrifft.

Denn mit dem Gesetz zur Änderung des B. vom 18.12.1987 wurde das Inverkehrbringen bleihaltigen Normalbenzins auf der Grundlage einer entsprechenden Änderung der EG-Benzinbleirichtlinie (85/210/EWG), ab 1.2.1988 verboten.

Mit dem Blei ging auch der Anteil der ansonsten zur Vermeidung von Bleirückständen zugesetzten, krebserzeugenden Additive Dibromethan und Dichlorethan im Benzinzurück. Nach wie vor stellt Benzol allerdings immer ein großes Geunsdheits- und Umweltproblem dar.

Die Qualitätsdaten für bleifreies und verbleites Benzin sind in der Benzinqualitätsverordnung festgelegt.

Siehe auch: Bleifreies Benzin

Autor: KATALYSE Institut

Curie

nach der französischen Kernphysikerin benannte Einheit für die Aktivität radioaktiver Stoffe.

Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Benzin

B. ist ein Kraftstoff für Ottomotoren, auch Vergaserkraftstoff oder Ottokraftstoff genannt.

B. besteht aus Kohlenwasserstoffen mit einem Siedebereich zwischen 30 und 200 Grad C und aus Kraftstoffzusätzen, durch die vor allem die Klopffestigkeit (Oktanzahl) erhöht werden soll. Da B. in großem Umfang transportiert und an vielen Stellen gelagert wird, gehen von ihm beträchtliche Gefahren für das Grundwasser und - wegen seiner hohen Flüchtigkeit - für die Luft aus.

Siehe auch: Betankungsverlust, Gasrückführ-Zapfpistole, Lagertank, Bleitetraethyl, Schadstoffe aus Kfz, Kraftstoff

 

Autor: KATALYSE Institut

C-14

Kohlenstoff-14 ist das wichtigste radioaktive Isotop des Kohlenstoffs und ein Radionuklid, welches natürlichen und künstlichen Ursprung hat.

Physikalische Halbwertszeit 5.730 Jahre, biologische Halbwertszeit 35 Tage. C-14 zerfällt unter Aussendung von Betastrahlung. C-14 entsteht in verschiedenen Kernreaktionen, insb. bei Bestrahlung von atmosphärischem Stickstoff mit Neutronen. Dies kann durch kosmische Strahlung, Atomwaffentests oder in Kernkraftwerken geschehen. Die oberirdischen Atomwaffenversuche haben das C-14-Vorkommen auf der Erde in wenigen Jahren verdoppelt. Bei einem starken Ausbau der Kernenergie wird die C-14-Produktion in Kernkraftwerken die natürliche Erzeugung durch kosmische Strahlung übertreffen. C-14 wird gleichmäßig vom Körper aufgenommen und führt so zu einer gleichmäßigen
Strahlenbelastung aller Organe. Beim Zerfall von C-14 muß neben der Strahlenwirkung die Transmutation berücksichtigt werden: Dem Zerfall eines in den Strang der DNS eingebauten C-14-Atoms folgen tiefgreifende Strukturveränderungen wie z.B. Kettenbrüche der DNS (Strahlenschäden). Der C-14-Gehalt toter Organismen kann zu deren Altersbestimmung verwandt werden.

Lit.: P.Weish/E.Gruber: Radioaktivität und Umwelt, Stuttgart 1986

Autor: KATALYSE Institut

Bahn

Siehe Schienenverkehr.

Autor: KATALYSE Institut

Brüter

Der einzige geplante deutsche B. steht in Kalkar. Der ehemaliger Betreiber war die Schnell-Brüter-Kernkraftwerk GmbH (SBK).

Insgesamt verursachte der B. Kosten von etwa 3,5 Mrd. Euro. Kalkar ging aber aufgrund lang anhaltender und zäher Proteste der Bevölkerung und nach dem Tschernobly-Katastrophe nie ans Netz. 1996 wird das ehemalige Brüter-Gelände an die Kern-Wasser-Wunderland Freizeitpark GmbH übertragen.

siehe auch Stichwort Schneller Brüter

Autor: KATALYSE Institut

Autowäsche

Die A. geschieht i.d.R. mit Trinkwasser. Der jährliche Trinkwasserverbrauch beträgt hierbei in Deutschland mehr als 100 Mio m3.

Gewässer und Kläranlagen werden durch die A. mit Öl, Fett, Teer, Ruß und Schwermetallen belastet (Gewässerbelastung, Abwasserreinigung). Bei der A. auf der Straße können die stark tensidhaltigen Autowaschmittel (Waschmittel, Tenside) über die Regenwasserkanalisation ungeklärt in die Gewässer (Abwasser) gelangen. Daher verbieten die meisten Kommunen die A. auf der Straße. Pro Waschgang werden bei der A. mit einem Schlauch ca. 500 l Wasser verbraucht.

Autowaschanlagen benötigen 150 l Wasser und kommen bei Kreislaufführung mit 50 l Frischwasser aus. Solche Autowaschanlagen tragen das Umweltzeichen. Man kann also durch die Benutzung einer A.-Anlage Gewässerbelastungen und Wasserverbrauch erheblich reduzieren.

Die größte Umweltentlastung läßt sich jedoch nur durch seltenere A. erreichen. Eine A. ist im Sommer nicht so häufig nötig wie im Winter, wenn Streusalz (Streumittel) den Lack angreifen kann. Auf dem Land sind größere Waschpausen möglich als in der Stadt, da die Luft nicht so stark mit aggressiven Schadstoffen belastet ist. Prinzipiell genügt es, wenn ein Auto alle 4-6 Wochen gewaschen wird.

Siehe auch: Autopflege, Trinkwasser, Trinkwasserverbrauch.

Autor: KATALYSE Institut

Autopflege

Die Industrie bietet für jedes Detail am Auto ein spezielles Pflegemittel.

Doch die Vielfalt ist nicht nur verwirrend, viele Produkte sind nutzlos oder schaden sogar, enthalten giftige, umweltschädliche Stoffe. Im Fahrzeuginnenraum können, gerade in Verbindung mit den eingebauten Kunststoffteilen, gesundheitsgefährdende Dämpfe entstehen. Rostvorbeugend ist das Wachsen des Lackes mit Hartwachs, dessen Wirkung mehrere Monate anhält.

Doch auch Hartwachse und Polituren bestehen in der Hauptsache (ca. 90%) aus Lösemitteln, Reste müssen wie Sondermüll (Sonderabfälle) behandelt werden. Als Mittel für die Scheibenwaschanlage reicht im Sommer ein Spritzer Essigreiniger, für den Winter ein spezieller Reiniger mit Antifrostschutz oder Spiritus. Ansonsten genügen einfache Haushaltsmittel. Grundsätzlich gilt bei der A.: Der umweltfreundlichste Schritt ist der weitestgehende Verzicht auf A.-Mittel.

Siehe auch: Autowäsche, Industrie, Auto

 

Autor: KATALYSE Institut

Automobilindustrie

Der Weltmarkt der A. wird von einer kleinen Anzahl Firmen aus den USA, Japan und Europa beherrscht.

10 Firmen produzieren 70% aller Autos der Welt, sie bestimmen die Marktauswahl. Die europäischen Hersteller halten einen Marktanteil von 21,5%. Jährlich werden weltweit 49 Mio Neuwagen produziert, die größten Absatzmärkte sind Europa und Nordamerika mit je 40% des Fahrzeugbestandes der ganzen Welt, doch wird der sich öffnende Markt in Osteuropa für die A. in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein.

An der Automobilherstellung sind zahlreiche Förder- und Herstellungsindustrien auf der ganzen Welt beteiligt, die die Umwelt in großem Maße beeinträchtigen. Eisen- und Stahlherstellung (Stahlindustrie), Bauxitabbau zur Aluminiumherstellung, Zink- und Blei-Industrien, Kupferverhüttung und Platingewinnung für die Katalysatoren, all diese Industriezweige sind enorme Energieverbraucher, mit hoher Ressourcenbelastung, riesigen Emissions- und Abfallproblemen und einer ganzer Reihe gesundheitsschädigender Auswirkungen.

Weitere Schadstoffe fallen bei der A. selbst an. 10% der in Westdeutschland 1990 verbrauchten FCKW, Hauptursache für die Zerstörung der Ozonschicht (Ozonabbau), stammten aus der A.. Der größte Teil entfällt dabei auf die Autoklimaanlagen, weiter werden für die Herstellung von Kunststoffteilen wie Polstern, Lenkrädern, Heckspoilern u.ä. sowie bei der Autoelektronikindustrie (Elektronikindustrie) FCKW eingesetzt.

Das Lackieren der Automobile (Lacke, Lösemittel) ist ebenfalls umweltbelastend. Hier müßten ausschließlich schwermetall- und lösemittelfreie Farben Verwendung finden. Probleme entstehen beim Recycling der Altautos (Autorecycling). Einige Hersteller haben sich verpflichtet, Fahrzeuge der neuen Generation kostenlos zurückzunehmen.

Bei der Reduzierung von Abgasen (Schadstoffe aus Kfz) beim Umweltverschmutzer Auto sucht die A. nach technischen Lösungen. Doch sämtliche Verbesserungen, beispielweise Kraftstoffeinsparungen, wurden durch Zunahmen bei der Motorleistung wieder aufgezehrt. Die A. - auch wenn ihre Imagewerbung in die ökologische Richtung zielt - produziert stetig größere, schwerere, schnellere Autos. Diese unzeitgemäße Konzeption kann auch nicht durch asbestfreie Bremsbeläge oder Batterie-Entsorgung wettgemacht werden. Von wirklichen Energiesparautos mit einem Verbrauch um 2 l/100 km existieren bislang nur Prototypen.

Lit.: Greenpeace (Hrsg.): Ökobilanz Auto. Hamburg 1991; F.Vester: Ausfahrt Zukunft, Strategien für den Verkehr von morgen, München 1991

Autor: KATALYSE Institut

Betastrahlung

Betastrahlung (auch ß-Strahlung geschrieben) ist eine Art von ionisierender Strahlung. Sie entsteht beim radioaktiven Betazerfall von Atomkernen, und besteht aus Betateilchen (Elektronen).

Die Elementarteilchen der Betastrahlen sind Elektronen (ß--Strahlung) oder Positronen (ß+-Strahlung), die mit hoher Energie (Geschwindigkeit) aus dem Atomkern eines sich gerade durch radioaktiven Zerfall (Betazerfall) verändernden Atoms ausgestoßen werden.

Betastrahlen lassen sich mit einem einige Millimeter dicken Absorber gut abschirmen. Allerdings wird dabei ein Teil der Energie der Betateilchen in Röntgen- oder Gammastrahlung umgewandelt, die so genannte Bremsstrahlung. Um diesen Prozess zu verringern, sollte das Abschirmmaterial möglichst leichte Atomkerne aufweisen. Dahinter kann dann ein Schwermetall als zweiter Absorber dienen, der auch die Bremsstrahlung aufnimmt.

Wenn Betateilchen in ein Material eindringen, findet der höchste Energieübertrag auf das Material und die höchste Ionisierung in einer dünnen Schicht statt, die der Eindringtiefe der Teilchen entspricht. Ist der menschliche Körper Betastrahlen ausgesetzt, werden nur Hautschichten geschädigt. Dort kann es aber zu intensiven Verbrennungen und daraus resultierenden Spätfolgen wie Hautkrebs kommen. Sind die Augen exponiert, kann es zur Linsentrübung kommen. Therapeutisch wird dieser Effekt eingesetzt, um dicht unter der Hautoberfläche liegende Krebsgeschwüre zu bestrahlen.

Werden Betastrahler inkorporiert (Inkorporation), sind hohe Strahlenbelastungen in der Umgebung des Strahlers die Folge. Gut dokumentiert ist Schilddrüsenkrebs als Folge von radioaktivem Jod-131, das sich in der Schilddrüse sammelt. In der Literatur findet man auch Befürchtungen, dass Strontium-90 zu Knochenkrebs und Leukämie führen kann, da sich Strontium wie Calzium in den Knochen anreichert.

Autor: KATALYSE Institut

alternativer Autoantrieb

Im Hinblick auf die Endlichkeit fossiler Brennstoffe wird die Verwendung nachwachsender Rohstoffe als eine Alternative zu den herkömmlichen Antriebssystemen für Fahrzeuge, die mit Verbrennungsmotoren auf Erdölbasis arbeiten, erforscht und erprobt.

Hier steht die Gewinnung von Treibstoffen aus Biomasse wie Ethanol und Rapsöl im Vordergrund.
Rapsöl verbrennt sauberer als Diesel bei geschlossenem Kohlendioxid(CO2)-Kreislauf, weil nur diejenige CO2-Menge freigesetzt wird, die die Pflanzen vorher aufgenommen haben. Dieselmotoren können
Rapsöl ohne große Anpassung verbrennen.

Ethanol kann z.B. über alkoholische Gärung aus Zuckerrohr gewonnen werden, wie dies in Brasilien großtechnisch praktiziert wird. Hierbei treten große Umweltprobleme durch stark verunreinigte Abwässer der Ethanol-Herstellung auf. Generell ist die notwendige Bereitstellung riesiger Anbauflächen mit allen negativen ökologischen Folgen einer Intensivlandwirtschaft (Monokultur) als negativ zu bewerten. In den Entwicklungsländern werden neben der zu befürchtenden weiteren Rodung tropischen Regenwaldes kostbare Ackerflächen für die Herstellung von Autotreibstoffen verschwendet.

Zudem wird für den Anbau und die Verarbeitung der Pflanzen ein erheblicher Teil des gewonnenen Treibstoffs verbraucht. Das Grundproblem des Individualverkehrs (Verkehr) wird durch den Einsatz des sog. "Bio-Sprits" nicht gelöst, sondern im Gegenteil verharmlost. Insb. ist die Verbrennung von "Bio-Treibstoffen" nicht unbedingt umweltverträglich, weil dabei Stickoxide und möglicherweise krebserregende Stoffe freigesetzt werden.

Weitere Alternativen zum benzinbetriebenen Ottomotor sind Multi-Fuel-Motoren, die sowohl mit Benzin als auch mit Methanol,
Rapsöl oder mit einem Gemisch aus allem laufen, sowie der Wasserstoffmotor.

Batteriebetriebene Fahrzeuge bilden eine weitere große Gruppe mit A.. Hier ist das sich aus dem Stromnetz speisende Elektroauto zu nennen oder das Solarmobil, welches seine Energie entweder direkt über Solarzellen auf dem Autodach oder über Strom aus einer Solartankstelle bezieht.

Siehe auch: fossiler Brennstoffe, nachwachsender Rohstoffe

 

Autor: KATALYSE Institut

Bestrahlung

In der Umgangssprache wird unter B. eine, oft z.B. beim Hals-Nasen-Ohrenarzt vorgenommene, Wärmebestrahlung verstanden.

Die verwendete elektromagnetische Strahlung ist Infrarotstrahlung oder Mikrowelle und dient der Verflüssigung von Schleim bzw. allgemein der Beschleunigung von Heilungsprozessen durch Wärmeeinwirkung.
B. mit ionisierender Strahlung: Nuklearmedizin, Strahlentherapie

Autor: KATALYSE Institut

CarSharing

C. meint die gemeinschaftliche Haltung und Nutzung von Kraftfahrzeugen.

Der individuelle Autobesitz wird zugunsten des A. mit anderen aufgegeben, ohne die Vorteile und Bequemlichkeiten der Autobenutzung ganz aufzugeben.
Ausgehend von der Tatsache, daß das Umweltproblem Auto bereits mit seiner Herstellung beginnt (bei der Produktion entstehen pro Pkw durchschnittlich 25 t Müll, der Energieaufwand ist höher als je Energie durch den Betrieb verbraucht werden kann), steht eine Reduzierung des Kfz-Bestandes im Vordergrund des Interesses.

Ein weiterer positiver Effekt: bei jeder Fahrt wird eine echte Wahl zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln getroffen, was zu einer gewollten Einschränkung der Fahrleistungen beim Auto führt. So werden Umweltbelastungen weiter reduziert, der Straßenverkehr entlastet, Auto-Verkehrs- und Parkflächen können zum Aufenthalt und zur Nutzung durch andere Verkehrsteilnehmer zurückgewonnen werden.

Autos in Privatbesitz werden nur einen Bruchteil ihrer Lebensdauer zum Fahren genutzt, rund 23 Stunden pro Tag stehen die Fahrzeuge. Dieser Umstand macht die Autos sehr unwirtschaftlich, da Fixkosten (Wertverlust, Steuern, Kosten für Garage u.a.) unabhängig von den gefahrenen Kilometern anfallen. Die Mehrfachnutzung eines Autos führt zur Kosteneinsparung für alle Beteiligten.

Auto-Teiler sind keine 'Vielfahrer', sie denken über ihre Mobilitätsansprüche nach, wollen das unbeschränkte Verfügungs- und Eigentumsrecht am Auto aufgeben, auf das 'Sozialprestige' verzichten und wohnen in räumlicher Nähe zu den Beteiligten bzw. in guter Erreichbarkeit der Gemeinschaftsautos.

Organisationsformen des A. reichen vom eingetragenen Verein über die Genossenschaft bis zur GmbH, die die Autos erwirbt, versichert und wartet, und sie den Mitgliedern zur Verfügung stellt. Die Fahrzeuge können über Buchungsstellen spontan oder im voraus gebucht werden. Eine Vorstufe des organisierten A. ist die Fahrgemeinschaft.

Lit.: VCD e.V. (Hrsg.): Auto-Teilen. Ein Leitfaden für gemeinschaftliche Autonutzer und Car-Sharing-Organisationen. Bonn, 1991

Autor: KATALYSE Institut

Berstschutz

Baukonzept für einen Kernreaktor, bei dem der Reaktordruckbehälter mit einem Stahlbetonmantel umgeben wird, um ein Auseinanderbrechen (Bersten) des Druckbehälters zu verhindern.

Nachteil des B.: Wiederholungsprüfungen des Druckbehälters z.B. durch Ultraschall sind schwer möglich. Kernkraftwerke werden ohne B. gebaut, da von Betreiberseite ein Bruch des Druckbehälters ausgeschlossen wird. Kritiker halten das Bersten bei Störfällen für möglich und verweisen auf Materialversprödung durch ionisierende Strahlung und Hitze. Bekannt wurden Risse in Reaktordruckbehältern französischer Kernkraftwerke und Versprödungen bei älteren deutschen Anlagen (z.B. Stade). Der Bruch des Druckbehälters führt unweigerlich zum Super-GAU (Kernschmelzen).
Umweltbelastungen: GAU, Kernkraftwerk

Autor: KATALYSE Institut