Marsberg

Stadt im Sauerland, bekannt geworden durch von dort stammendes Kieselrot, das mit Dioxinen und Furanen sowie Schwermetallen belastet war.

Autor: KATALYSE Institut

Mangan

Chemisches Element der VII. Nebengruppe, Symbol Mn, Ordnungszahl 25, Schmelzpunkt 1.244 Grad C, Siedepunkt 2.032 Grad C, Dichte ca. 7,3 g/cm3,Schwermetall, MAK-Wert 5 mg/m3 (Mn-Staub).

M. ist nach Eisen das zweithäufigste Metall. Es kommt überall in der Natur vor und ist in geringen Konzentrationenessentiell (Spurenelemente). M. ist imOrganismus für die Aktivierung vonEnzymen zuständig; ein M.-Mangel führt zu Wachstumsstörungen. M. wird u.a. bei der Stahlerzeugung , in Legierungen und in Batterien verwendet. Organische M.-Verbindungen kommen in Fungiziden und in Antiklopfmitteln (Kraftstoffzusätze) vor. Umweltschäden sind bisher nicht beobachtet worden. Beim Einatmen von M.-Staub kommt es zu Atembeschwerden. Gesundheitsschäden treten weiterhin bei langandauernder M.-Aufnahme auf (Manganismus = meldepflichtige Berufskrankheit). M.-Salze stehen teilweise im Verdacht, karzinogen zu wirken. Akute Vergiftungen können durch KMnO4 auftreten, von welchem 5-8 g für den Menschen tödlich wirken.

Autor: KATALYSE Institut

MAK-Werte

Ein MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration)ist nach der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis auch bei wiederholter und langfristiger, in der Regel täglich achtstündiger Exposition, jedoch bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden, im allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt.

Die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft für gefährliche Arbeitsstoffe gibt jährlich eine Liste von ca. 500 Stoffen mit deren Grenzwerten in der Raumluft am Arbeitsplatz heraus, die MAK-Liste.

Beabsichtigte Neuaufnahmen oder Änderungen bestehender Werte werden im Regelfall ein Jahr vorher angekündigt. Anlaß für Revisionen können u.a. begründete Anträge aus der Praxis sein. Leider dauert es für die Beschäftigten oft viel zu lange, bis von der MAK-Kommission neue Erkenntnisse umgesetzt werden. Deshalb sollten für diese Übergangszeit vorläufige Grenzwerte (z.B. vom Ausschuß für Gefahrstoffe) eingeführt werden, die zeitlich begrenzte Gültigkeit haben, währenddessen aber verbindlich einzuhalten sind.

In der Regel wird der MAK-Wert als Durchschnittswert über Zeiträume bis zu einem Arbeitstag oder einer Arbeitsschicht integriert. Durch Umweltgifte sind viele Menschen zusätzlich dauernden Belastungen ausgesetzt. Bei der Festlegung der MAK-Werte berücksichtigt man zu wenig, dass sich der Beschäftigte außerhalb der Acht-Stunden-Arbeitszeit nicht in schadstoffreier Umgebung erholen kann. Auch gilt der Grenzwert praktisch nur für den gesunden Menschen im mittleren Alter.

Risikogruppen wie Schwangere, Kinder und Jugendliche oder gesundheitlich Schwächere können auch bei Einhaltung des MAK-Wertes  gesundheitlich geschädigt werden. Die Grenzwerte gelten darüber hinaus immer nur für einen Stoff. In der Praxis geht der Arbeitnehmer jedoch mit einer Vielfalt von Substanzen um.

Zu der Beurteilung eines Arbeitsplatzes mit Stoffgemischen konnten bisher nur Richtwerte aus anderen Ländern herangezogen werden. Erst seit 1985 wird in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (
TRGS 403) jene pragmatische Regelung übernommen, wie sie in den USA beispielsweise schon seit langem existiert: die Summenregel.

Unter bestimmten Voraussetzungen geht man davon aus, dass sich die Wirkungen von mehreren Stoffen, die gleichzeitig am Arbeitsplatz vorkommen, addieren. Diese einfache Regelung wurde in Deutschland jahrelang abgelehnt, weil sie wissenschaftlich sehr ungenau sein kann. Bis zum Vorliegen neuer Grenzwerte für Gemische sollte die Beachtung der Summenregel verbindlich vorzuschreiben.

Der MAK-Wert. ist als Durchschnittswert definiert. Ob kurzfristig höhere Konzentrationen während einer Schicht für die MAK-Kommission als annehmbar erscheinen, hängt von der Dauer, Höhe und Häufigkeit der Überschreitung und vom Stoff selbst ab. Mittlerweile sind für die meisten Stoffe der MAK-Liste solche kurzfristigen Spitzenwerte aufgestellt worden, die zu keiner Zeit überschritten werden sollen, was aber prinzipiell nicht ausgeschlossen werden kann.

Das Auftreten allergischer Reaktionen wird durch die Einhaltung des MAK-Wertes nicht ausgeschlossen. Stoffe, die durch häufige Sensibilisierung auffallen (Sensibilisierung ist eine notwendige, erste Stufe bei der Entwicklung einer Allergie), werden in der MAK-Liste durch ein S gekennzeichnet. Dies heißt aber nicht, dass die allergisierende Wirkung im Grenzwert berücksichtigt ist.

Derzeit wird in der MAK-Liste nur eine geringe Anzahl von Stoffen mit S gekennzeichnet, und zweitens ist ein MAK-Wert bei allergisierenden Stoffen nicht zu begründen, weil auch bei kleinsten Mengen mit Gesundheitsschäden zu rechnen ist.

Die Festlegung von MAK-Werten ist allgemein anerkannt, weshalb von ihnen häufigGrenzwerte für andere Bereiche abgeleitet werden. Dabei müssen die speziellen Eigenschaften der Stoffe und die Expositionsbedingungen berücksichtigt werden.

Für krebserzeugende Arbeitsstoffe, krebsverdächtige Stoffe und Mutagene können keine Wirkungsgrenzen und damit keine MAK-Werte ermittelt werden.
Hierzu wurden die Technischen Richtkonzentrationen entwickelt, die als Anhalt für Schutz- und Überwachungsmaßnahmen dienen.

Weiterhin werden die Biologischen Arbeitsstofftoleranzwerte (BAT) angegeben, die sich auf die im Blut bzw. Harn aufgenommenen und ggf. metabolisierten Stoffe beziehen. Sie dienen v.a. ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen.

Lit.: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Maximale Arbeitsplatzkonzentrationen und biologische Arbeitsstofftoleranzwerte, Weinheim (erscheint jährlich neu)

Autor: KATALYSE Institut

Wurzelraumentsorgung

W. ist ein spezielles Verfahren der Pflanzenkläranlagen und gehört zu den biologischen Verfahren der Abwasserreinigung .

Charakteristisch für die W. z.B. nach Kickuth ist, daß das Abwasser den Wurzelraum horizontal durchfließt und der eingesetzte Boden bindig ist (Wasserleitfähigkeit: kf-Wert >10-5 m/s). Durch die im Wurzelbereich höherer Pflanzen (z.B. Schilf) lebenden Mikroorganismen werden neben den organischen Abwasserbestandteilen auch Stickstoff- und Phosphorverbindungen weitgehend entfernt. Der Platzbedarf für eine Pflanzenkläranlage liegt bei ca. 5m2/Einwohner.

Autor: KATALYSE Institut

Wünschelrute

W. werden von Rutengängern und Radiästheten heute insb. zum Auffinden unterirdischer Wasseradern und geologischer Bruchzonen verwendet, um z.B. ungestörte Bauplätze für Häuser zu finden.

Bereits im Altertum fanden W. Einsatz zum Aufspüren von Bodenschätzen und zum Festlegen von Kultplätzen sowie zur medizinischen Diagnostik. Im 15-18. Jh. existierten genaue Anleitungen zur Verwendung von W. im europäischen Bergbau.

Die W. dient dem Rutengänger als eine Art Antenne, um Erdstrahlen zu empfangen. Bei der dazu notwendigen Fähigkeit, der Strahlenfühligkeit, handelt es sich Rutengängern zufolge um eine natürliche, bei jedermann vorhandene Veranlagung, die nur der sorgfältigen Ausbildung bedarf. Die eingesetzten W. unterscheiden sich bzgl. Material, Form, Länge und Handhabung erheblich. Typische Materialien sind

Holz, Kunststoff und Metall.
Während große Teile des Wissenschaftsbetriebs W. als Humbug abtun, liegen inzwischen umfangreiche Untersuchungen vor, die bei qualifizierten Rutengängern eindeutig hohe Trefferquoten belegen. So setzt z.B. die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) seit Jahren Rutengänger zur Wassersuche in der Dritten Welt ein, die mit Trefferquoten von über 90% erheblich über den Quoten technisch ausgerüsteter Geologen liegen. Wissenschaftliche Untersuchungen der TU München zeigten allerdings, daß der überwiegende Teil der Rutengänger nicht qualifiziert ist, sondern falsche oder nicht reproduzierbare Angaben macht. Bei den wenigen fähigen Rutengängern konnten allerdings reproduzierbar hohe Trefferquoten nachgewiesen werden. Diese erfoglreichen Rutengänger verwenden in der Mehrzahl die sog. Grifflängentechnik, bei der die W. auf das zu suchende Objekt (z.B. Wasser) längenmäßig abgestimmt wird.
Prinzipiell scheinen W. auch geeignet zu sein, elektrische und magnetische Felder im Wohnbereich aufzuspüren, wozu sich allerdings physikalische Meßgeräte eindeutig besser eignen. Vorsicht ist geboten, wenn Radiästheten Entstörgeräte gegen Elektrosmog anbieten, da diese i.d.R. nur zusätzliche Feldinhomogenitäten schaffen.

Autor: KATALYSE Institut

Wunderkerzen

Drahtförmige Kleinfeuerwerkskörper, die unter Funkensprühen abbrennen.

Die bestehen haupsächlich aus Eisenpulver, welches mit einem Klebstoff auf einem Metalldraht aufgebracht wird. Die meisten Wunderkerzen enthalten zudem noch Bariumnitrat. Beim Abbrennen entstehen giftige Nitrosegase; daher sollten Räume nach Abbrennen von W. gut gelüftet werden. Eine akute Vergiftungsgefahr besteht bei sachgemäßem Gebrauch allerdings nicht. Gefährlich wird es nur, wenn W. von Kindern in den Mund genommen werden, weil Barium ein sehr giftiges Metall ist. W. gehören also nicht unbeaufsichtigt in Kinderhände!

Autor: KATALYSE Institut

Zelle

Eine Zelle ist der kleinste, lebens- und teilungsfähige Funktionseinheit biologischer Organismen. Die Größe menschlicher und tierischer Zellen beträgt durchschnittlich 6 bis 200 µm.

Die Zelle besteht aus dem Zellkern (Nucleus) und der Zellflüssigkeit (Zytoplasma). Pflanzliche Zellen haben neben der Zellmembran eine Zellwand, die aus Cellulose und anderen Kohlenhydraten aufgebaut ist.

Weitere Zellbestandteile sind die sogenannte Zellorganellen, an deren Membranen wichtige Stoffwechselprozesse ablaufen: beispielsweise die Mitochondrien (für die Energiegewinnung der Zelle), die Chloroplasten (Photosynthese der Pflanzenzelle) und Ribosomen, das endoplasmatische Retikulum sowie Dictyosomen (für die Proteinsynthese).

Der Zellkern enthält im wesentlichen das genetische Material (Gene, DNS), in dem die Informationen zur Eiweißsynthese und Zellteilung gespeichert sind.

Autor: KATALYSE Institut

Zahnputzmittel

Die Bedeutung von Z. für die Gesunderhaltung ist nicht so groß, wie viele Hersteller sie anpreisen. Sicher ist, daß sowohl die Bekämpfung von Karies als auch Parodontose gute Chancen durch richtige Ernährung und richtiges Zähneputzen hat.

 

Die Wahl der Z. ist zweitrangig. Z. enthalten sog. Schleifmittel - meist anorganische Salze, wie Kreide und Phosphate, oder Oxide. Sie sollen die Plaque ( Bakterien-Belag ) entfernen, aber auch gleichzeitig die Zähne polieren. Häufig enthalten Z. zu harte Schleifmittel, die den Zahnschmelz angreifen. Durch Tenside (Natriumlaurylsulfat) in Z. werden Fremdstoffe leichter benetzt und weggespült. Sie bewirken, daß das Z. schäumt. Allerdings ist Schaumkraft nicht gleich Reinigungskraft. Tenside sind für die Reinigung von Zähnen entbehrlich, sie stören vielmehr die Mundflora und reizen die Mundschleimhäute.
Die Wirkung von Vitamin-Zusätzen zu Z. gegen Zahnfleischerkrankungen ist zweifelhaft, da eine Aufnahme der Vitamine während der kurzen Verweildauer der Z. in der Mundhöhle nicht möglich ist. Einem Vitaminmangel sollte lieber durch eine sinnvolle Ernährung begegnet werden. Einige Z. enthalten Antiseptika wie Chlorhexidin und Hexetidin. Durch ihre unspezifische drastische Wirkung gegen Mikroorganismen stören sie die physiologische Mundflora. Etherische Öle (Pfefferminz- oder

Eukalyptusöl) werden als Geschmacksstoffe eingesetzt. Sie haben ebenfalls eine leicht antiseptische Wirkung. Die in Z. enthaltenen Konservierungsstoffe beeinflussen ebenfalls die Mundflora und können Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen. Der Zusatz von Fluor-Verbindungen zu Z. ist durchaus sinnvoll, da bei regelmäßigem Gebrauch die Kariesbildung vermindert wird oder eine Remineralisierung schon geschädigter Zähne beschleunigt wird.

Autor: KATALYSE Institut

Magnetbahn

Vollautomatisches, fahrerloses öffentliches Nahverkehrsmittel (Öffentlicher Personennahverkehr).

Die M. fährt ebenerdig oder als Hochbahn. Sie wird durch einen Elektromotor angetrieben, dessen Magnetfeld in der Trag- und Führungsschiene erzeugt wird und den Zug vorwärts zieht. Dauermagnete am Fahrzeug halten den Wagen auf einem magnetischen Luftkissen von 1 bis 3 cm schwebend. Die M. verbraucht ein Drittel weniger Energie als die U-Bahn, weil Leichtbauweise und Wegfall des Motors, der in den Fahrweg integriert ist, ihr Gewicht verringern. Die Baukosten sollen 50% unter denen einer U-Bahn liegen.

Die M. gilt als entgleisungssicher. Sie fährt nahezu geräuschlos (Schienenverkehrslärm). Die Fahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und können in Abständen von 60 sec verkehren. Die 12 m langen Waggons bieten bis zu 130 Personen Platz.
Die erste innerstädtische M. begann 1989 in Berlin ihren Probebetrieb, der bis auf einen Unfall erfolgreich absolviert werden konnte. Sobald die Betriebssicherheit der M. gegeben ist, ist sie als innerstädtisches Nahverkehrsmittel bzw. zur Anbindung Innenstadt-Flughafen eine interessante Alternative zu traditionellen Nahverkehrsmitteln.

Über das Ausmaß und mögliche Auswirkungen magnetischer Felder auf die Insassen der M. liegen bislang nur ungenügende Informationen vor (Elektrosmog).
Nicht zu verwechseln ist die M. mit der Magnetschnellbahn (Transrapid).

Autor: KATALYSE Institut

Maglich-Reaktor

Neue, eventl. vielversprechende Idee zur Erzeugung von Energie ausKernfusion.
Statt über Aufheizung eines 100 Mio Grad C heißen Plasmas zur Fusion zu kommen, versucht der in den USA arbeitende jugoslawische Physiker Maglich, Teilchen auf selbstkollidierende Rosettenbahnen zu bringen und diese im Zentrum ihrer Flugbahnen unter Energiegewinn zu fusionieren. Mögliche Vorteile des M., der bereits als Versuchsreaktor realisiert sind:
- Bei der Fusion von z.B. Wasserstoff mit Bor- oder Lithiumkernen sind sowohl Ausgangs- als auch Endprodukte nicht radioaktiv. Da nur wenig Neutronenstrahlungauftritt, bleibt eine Aktivierung von Anlageteilen praktisch aus. Lediglich Gamma- und Röntgenstrahlung muß abgeschirmt werden (Abschirmung).
- Brennstoffe sind ausreichend vorhanden.
- Kompakte Anlagen mit Leistungen ab 3 MW könnten für dezentrale Energieversorgung Verwendung finden.
- Aus dem Prinzip des M. können keine Atomwaffen abgeleitet werden, andererseits ist ein Einsatz als kompakte Energiequelle im Weltall (z.B. für SDI) geplant.

Lit.: M.Karus: Alternatives Konzept zur Kernfusion, Bild der Wissenschaft 11/85, S. 11

Autor: KATALYSE Institut

Magermotor

Der M. ist ein Ottomotor, der mit Luftüberschuss arbeitet.

Dafür wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch so eingestellt, dass mehr Sauerstoff in den Brennraum gelangt, als zur Verbrennung des Kraftstoffs nötig ist. Dadurch kann die Emission von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen (Schadstoffe aus Kfz) sowie der Kraftstoffverbrauch verringert werden.

Eine Verringerung der Stickoxide beim M. kann durch weitere Maßnahmen erreicht werden: Eine höhere Zündspannung (elektronische Hochspannungskondensatorzündung) verschiebt die magere Laufgrenze insb. beim Kaltstart. Mittels Lambda-Regelung durch eine der
Lambda-Sonde ähnlichen Magersonde wird die Luftzahl Lambda über 1,2 gehalten; ein Anstieg der Kohlenwasserstoffe kann durch einen Oxidationskatalysator (Katalysator) ausgeglichen werden.

Bei richtiger Führung der Mischungsvorgänge kann durch ein homogenisiertes oder gezielt geschichtetes Gemisch (Schichtlademotor) eine niedrige Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff-Emission mit geringer Stickoxidbildung kombiniert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Lungenödem

Schwere Erkrankung mit Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe und/oder in den Lungenbläschen.

Das L. tritt oft plötzlich auf, meist als Folge von Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden. Die Symptome sind schwere Atemnot, Blauwerden. An äußeren Faktoren, die ein L. auslösen können, kommen im wesentlichen in Frage: Ein Aufenthalt in größeren Höhen (über 4.000 m) ohne vorausgehende Höhenanpassung und die Inhalation von Reiz- und Kampfgasen (Phosgen, Blausäure, Methylisocyanat - Giftgaskatastrophe in Bhopal/Indien 1984 mit über 2.500 Toten).

Autor: KATALYSE Institut

Lungenkrebs

L. (Bronchial-Karzinom) macht 25% aller Karzinome (Ca) aus; Männer sind häufiger betroffen (4:1); der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 55 und 60 Jahren.

In 85% der Fälle ist Zigarettenrauch (Tabakrauch, Passivrauchen) die Ursache , hier insb. die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, weiterhin andere inhalative Karzinogene(90% Asbest, außerdem Arsen, Chrom,Nickel).

Zigarettenrauch potenziert das Krebsrisiko durch Asbest erheblich. Die nach dem Rauchen häufigste Ursache von L. ist das Einatmen natürlich vorkommender radioaktiver Stoffe (Radon, Somatische Strahlenschäden) und Dieselruß (Schadstoffe aus Kfz)).

Auf zellulärer Ebene werden vier Bronchial-Ca-Arten unterschieden: Plattenepithel-Ca (50% [nach: Pschyrembel]), kleinzelliges Ca (40%), Adeno-Ca (7%) und großzelliges Ca. Darüber hinaus kann L. auch eine Metastase eines bereits in anderen Organen bestehenden Krebses sein.

Die Tumorarten unterscheiden sich sehr stark hinsichtlich ihrer Metastasierungsgeschwindigkeit und ihrer Therapieansprechbarkeit: Die schlechteste Prognose haben die kleinzelligen Karzinome. Andere Formen lassen sich in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation und -ausbreitung mit Hilfe von chirurgischen Maßnahmen, Chemo- und Strahlentherapie, sowie Naturheilverfahren bekämpfen.

Autor: KATALYSE Institut

Lungenkampfstoffe

Zu den L. zählen eine Reihe chemischer Verbindungen wie Chlor, Phosgen und Chlorpikrin.

Ihre Einwirkung führt zu schwersten, irreparablen Schädigungen der Atemwege, insbesondere der Lunge. Beim Einatmen kommt es zur Bildung von Lungenödemen, wodurch die Sauerstoffaufnahme durch das Gewebe bis zum Tod durch Ersticken unterbunden werden kann. Unter der Bezeichnung Grünkreuz waren die L., zunächst Chlor, später Phosgen, die ersten im Ersten Weltkrieg eingesetzten chemischen Kampfstoffe; rund 80% der Gastoten waren Phosgen-Opfer.

Autor: KATALYSE Institut

Lungenerkrankungen

Aluminium-(Staub-)Lunge, Asbestose, Asthma bronchiale, Byssionose, Eisenstaublunge, Farmer-Lunge, Hartmetall-Lunge, Lungenfibrose, Lungenödem, Lungenkrebs, Silikose

@Umweltlexikon?

  • Aluminium-(Staub-)Lunge, Asbestose, Asthma bronchiale, Byssionose,Eisenstaublunge, Farmer-Lunge, Hartmetall-Lunge, Lungenödem, Lungenkrebs,Silikose

Autor: KATALYSE Institut

Luftzahl

L. ist das Verhältnis von Luft zu Brennstoff bei einer Verbrennung.

Bei Kraftfahrzeugen wird das L. des Drei-Wege-Katalysator mit Hilfe einer Lambdasonde gemessen. Lambda ist die Einheit, die das Kraftstoff-Luftverhältnis bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Love-Canal

Ortsteil der amerikanischen Kleinstadt Niagara Falls (Bundesstaat New York). Weltweit erster Ort, der wegen Giftmüll evakuiert werden musste.

Die Chemiefirma Hooker Chemicals kaufte das Gelände Ende der 20er Jahre und nutzte den ausgehobenen Kanalabschnitt bis 1952 als Deponie für mindestens 21.000 Tonnen hochgiftiger Produktionsrückstände, darunter Benzol,Toluol, Trichlorethylen, chlorierte Benzole und Phenole, etwa 5 Kilogramm des Sevesogiftes Dioxin.

1953: Verkauf des Geländes an die Gemeinde, die über dem mittlerweile zugeschütteten Kanal eine Schule und mehrere hundert Häuser errichten ließ.

1978: wurde eine Häufung bestimmter gesundheitlicher Schäden unter den Anwohnern bekannt: Erkrankung der Atem- und Harnwege, des zentralen Nervensystems (Hyperaktivität, Migräne, Nervenzusammenbrüche, Epilepsie), Häufung von Fehlgeburten, plötzlichen Säuglingstod und Missbildungen bei Neugeborenen. Nachdem hohe Schadstoffbelastungen in Luft und Bodenfestgestellt wurden, erklärten die Behörden den L. im August 1978 zum nationalen Notstandsgebiet.

Insgesamt mussen etwa 3.000 Menschen den Ort verlassen. Die Sanierung der Deponie erweist sich als äußerst schwierig. Trotz massiver Kritik bestehen Pläne zur Wiederbesiedelung im Lauf der kommenden Jahre.

Autor: KATALYSE Institut

Zäsium

siehe Cäsium .

Autor: KATALYSE Institut

Lost

L. gehört zu den halogenierten Thioethern, in dem der Brückensauerstoff durch ein Schwefelatom ersetzt wurde. Chemische Bezeichnung: 2,2-Dichlordiethylsulfid.

Senfgas stellte vor allem im 1. Weltkrieg einen besonders effektiven Kampfstoff dar, da er seine Wirkung nicht nur über die Atemwege entfaltete, sondern der Eintritt auch über die Haut erfolgte. Senfgas ist gut fettlöslich und dringt innerhalb von Minuten über die Haut in den Organismus ein. Daher wird es auch als Kontaktgiftbezeichnet.

Die Wirkung von Lost besteht in einer Schädigung der DNA, wodurch es zu einer Hemmung der Zellteilung kommt. Neben anderen Wirkungen blockiert das L. daher eine Reihe von Enzymen in der Haut und hemmt die Bildung der weißen Blutkörperchen. Die daraus folgenden Schäden sind schwere Entzündungen und schwer heilende Wunden auf der Haut, "ähnlich" wie bei Verbrennungen mit großen Blasen. Diese Blasen vergrößern sich zu riesigen, bis zu 30 cm großen Brandblasen. Später kommt es zu Schädigungen der oberen Atemwege und der Lunge, des Nervensystems sowie des Kreislaufsystems.

Aufgrund der Hemmung der weißen Blutkörperchen führen ansonsten eher harmlose Infektionen zu schweren Erkrankungen. Es kann auch zu schweren Schäden an den Augen kommen. Die Wirkung setzt aber nicht sofort ein, sondern erst mit Latenzzeiten in der Größenordnung von Stunden, und außer einer leichten Reizung der Augen und des Rachens sind oft anfangs keine weiteren Symptome zu spüren. Nach einigen Stunden aber beginnen dann unerträgliche Augenschmerzen, begleitet von starker Übelkeit. Sofern das Gas direkt in die Lunge gelangt, sind schwere Atembeschwerden mit Erstickungsanfällen, blutigem bzw. flüssigem Ausfluss bis hin zum Tod die Folge. In der Lunge und der Luftröhre löst sich die Schleimhaut ab. Bei Verstorbenen wog beispielsweise die Lunge das Doppelte ihres Normalgewichts, ebenso das Herz.

L. kann in flüssigem oder gasförmigem Zustand eingesetzt werden. Das Kampfmittel kann aber auch mittels Flugzeugen über bestimmten Gebieten versprüht werden. Es kann mittels Bomben abgeworfen oder in Granaten verschossen werden.

L. wird nach den beiden deutschen Chemikern Lommel und Steinberg, die an dessen Entwicklung maßgeblich beteiligt waren, auch als Lost bezeichnet.
L. wurde bereits in 1. Weltkrieg im größerem Umfang als Kampfgas, und zwar das erste Mal in der Nacht vom 12. zum 13. Juli des Jahres 1917 in Ypern, im heutigen Belgien, von deutschen Truppen eingesetzt. Da die mit dem Gas gefüllten Granaten damals mit einem gelben Kreuz gekennzeichnet waren, hat sich bis heute auch die Bezeichnung Gelbkreuz eingebürgert. Einen zweifelhaften Ruf erlangte das Senfgasauch im Krieg der Italiener gegen Äthiopien. Durch den Einsatz des Giftgases im Jahr 1936 in Mikale wurden die Äthiopier entscheidend besiegt und Tausende der völlig ungeschützten Menschen verstarben ohne jede Hilfe einen qualvollen Tod.

Im 2. Weltkrieg wurden auf allen Seiten der kriegsführenden Parteien große Bestände dieses Kampfstoffs angelegt, kamen jedoch nie zum Einsatz. Große Mengen der deutschen Bestände wurden von den Alliierten in der Ostsee, u.a. in der Nähe der dänischen Insel Bornholm sowie im Skagerak versenkt.

siehe auch Stichwörter Senfgas und Hautkampfstoffe

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Lösemittel

L. sind Flüssigkeiten, die andere Stoffe lösen können, ohne sie chemisch zu verändern.

Bei L. handelt es sich nicht um eine definierte Stoffgruppe, sondern um einen Vielzahl unterschiedlicher Chemikalien.

L. sind unterschiedliche

organische Verbindungen aus der Gruppe der Lösungsmittel. In der industriellen Produktion als Hilfsmittel der

Gummi-, Klebstoff-, Textilien-, Lack-, Kunstleder- und Haushaltspflegemittelindustrie sowie als Bestandteil von Entfettungs-, Reinigungs- und Abbeizmitteln verwendet.

Die verschiedenen L. unterscheiden sich ganz erheblich in ihrer Wirkung auf den Menschen. Das kommt in den unterschiedlichen MAK-Werten zum Ausdruck, die jedoch Kombinationswirkungen (Synergismus) außer acht lassen. BenzolTetrachlorkohlenstoff als starkes Lebergift und

Chloroform (Trichlormethan) als im Tierversuch krebserregend sind chlorierte Kohlenwasserstoffe, die insb. bei chronischer Einwirkung Nerven- und Gehirnzellen schädigen. Andere L. wieAlkohole, Ester, Ketone gelten überwiegend als weniger gesundheitsschädlich.

Organische L. tragen beträchtlich zur Luftverschmutzung und zur Bildung des fotochemischen Sommersmogs bei. Abgasreinigungsanlagen und L.-Rückgewinnungsanlagen können die industriellen L.-Emissionen (Lackiererei,Automobilindustrie) beträchtlich mindern; im Haushalts- und Heimwerkerbereich ist die Verwendung L.-freier oder L.-armer Produkte vorzuziehen, die dasUmweltzeichen tragen. L. sind in unterschiedlichem Maße wassergefährdend, z.T. durch starke Fischgiftigkeit oder durch Störung der für die Fortpflanzung wichtigen Kommunikation der Wasserorganismen. Dieses ist bereits bei Konzentrationen, die 10.000 mal niedriger liegen als die offiziellen Unbedenklichkeitsschwellen (Gewässerbelastung), zu beobachten.

Emissionen: Kohlenwasserstoffe, Lackierereien, Lacke, Klebstoffe, Automobilindustrie, Nachverbrennung.

 

Autor: KATALYSE Institut

Lkw-Verkehr

Den stärksten Anteil am Transportaufkommen hat wegen seiner Verteilerfunktion der L. Auf der Straße wurden – nach einer Schätzung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen – im Jahr 2003 2.909 Mill. Tonnen befördert, rund 1,5 Prozent weniger als im Jahr 2002.

Die dabei im Inland erzielten tonnenkilometrischen Leistungen sind aber um 1,8 Prozent auf 358 Mrd. Tonnenkilometer (tkm) gestiegen, d.h. die Güter wurden durchschnittlich 123 km gegenüber 119 km im Jahr 2002 weiter befördert.

Der Bestand an Kraftfahrzeugen betrug zum 1. Januar 2004:

  • Kraftomnibusse: 86.80
  • Lastkraftwagen: 2.586.329
  • Sattelzugmaschinen: 179.219
  • Übrige Kraftfahrzeuge: 689.165

Die meisten LKW stossen weitaus mehr Stickoxide aus, als gesetzlich erlaubt und vorgeschrieben. Man stellte fest, dass viele LKW Hersteller bewusste Manipulationen herbeiführen. Dies hat den wirtschaftlichen Vorteil, dass die LKWs weitaus weniger Kraftstoff verbrauchen, jedoch deutlich mehr Ausstoss verursachen. Die Motoren arbeiten nicht mehr in der Norm des Drehzahlbereiches und verursachen so mehr Emissionen.

Auf dem TÜV Prüfstand bemerkte man die Manipulationen nicht, da in der Prüfung ein Sensor dafür sorgt, dass eine Art Normalsituation erzeugt wird. Die Elektronik erkennt die Prüfung, schaltet den Drehzahlbereich um und die Manipulation wird nicht erkannt. Unter Alltagsbedingungen schaltet die Elektronik in den umweltschädigenden Zustand wieder um.

Autor: KATALYSE Institut