siehe Integrierter Pflanzenschutz.
Category Archives: P
Pflanzenschutz, biologischer
siehe Biologische Schädlingsbekämpfung.
Pflanzenbehandlungsmittel
siehe Pflanzenschutzmittel.
Pestizidnummern
Nach Überlegungen internationaler Umwelt- und Verbraucherbände sollen alle Pestizide mit sog. P. versehen werden.
Hierduch könnte die Pestizidbehandlung von der Saat bis zur Lagerung kodifiziert werden. Alle im Handel erhältlichen Lebensmittel würden demnach ein Etikett mit Angaben über die verwendeten Pestizide tragen. Damit soll mehr Transparenz für Anwender der Agrochemikalien und Verbraucher geschaffen werden. Informationen über Gesundheits- und Umweltverträglichkeit bestimmter Mittel würden durch Angabe der P. unmißverständlich zu verbreiten sein. Die Initiatoren hoffen, das System weltweit etablieren zu können, um der verwirrenden Namensvielfalt für Pestizidwirkstoffe eine Ende zu setzen und Verbrauchern und Anwendern mehr Sicherheit zu ermöglichen.
Autor: KATALYSE Institut
Pestizidexport
Der P. hat eine lange Tradition in Deutschland. 1919 lieferte die Fa. Bayer ihr erstes Pestizid nach Brasilien.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg überschritt der Wert der P. den Wert des Inlandmarktes. Deutschland ist in den letzten Jahren weltweit der bedeutendste Exporteur von Pestiziden geworden. Ungefähr 80% der in Deutschland produzierten Pestizide werden ins Ausland exportiert.
Nach Angaben der WHO sind in der Dritten Welt 550 Mio Menschen dem Vergiftungsrisiko durch Pestizide ausgesetzt, und es kommt jährlich zu mehr als 1,5 Mio Vergiftungen und 28.000 Todesfällen.
Da die Dritte Welt sich die neueren Pestizide nicht leisten kann, werden v.a. die wegen ihrer hohen Giftigkeit bedenklichen "alten" Pestizide eingesetzt (Chlorkohlenwasserstoffe, Organophosphate und Carbamate). Die hohen Vergiftungszahlen in der Dritten Welt sind v.a. auf den Einsatz der Organophosphat- und Carbamat-Insektizide zurückzuführen.
Weiter Gründe sind: mangelnde Schutzkleidung, fehlende Sprachkenntnisse und schlechtes Informationsmaterial, Umwandlung von Pestizidbehältern zu Gegenständen des täglichen Bedarfs (Trinkgefäße etc.), unzureichende Lagerräume für Pestizide etc.
Nach Forderung internationaler Umweltverbände (PAN etc.) müßte der Export von Pestiziden, die im Mutterland verboten sind, untersagt werden oder zumindest das Importland über die Verbote oder Zulassungsbeschränkungen informiert werden.
Pestizide werden in der Dritten Welt zu 90% in der Landwirtschaft eingesetzt und zu 10% zur Bekämpfung von Krankheiten (Malaria - Anophelesmücke, Schlafkrankheit - Tsetsefliege).
In der Landwirtschaft werden Pestizide zum überwiegenden Teil in den zum Export bestimmten Kulturen, den sog. "cash crops" (Bananen, Kaffee, Baumwolle etc.) eingesetzt und landen damit wieder auf dem Tisch der Industrieländer. Diese Tatsache widerspricht auch dem Argument, daß Pestizide das Nahrungsproblem in der Dritten Welt lösen könnten. Zudem stellt sogar die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, die FAO, Hunger nicht mehr als ein Produktions-, sondern als ein Verteilungsproblem dar.
Pestizidanwendung hat in der Dritten Welt grundsätzlich die gleichen Auswirkungen auf den Naturhaushalt wie in den Industrieländern (Pestizide). Erschwerend kommt allerdings hinzu, daß die tropischen Ökosysteme als wesentlich störanfälliger und weniger regenerationsfähig als die der gemäßigten Breiten gelten.
Pestizide sind ein Beispiel ungerechten Handels mit der Dritten Welt. Während teure Industrieprodukte wie Pestizide von den Entwicklungsländern gegen wertvolle Devisen erstanden werden, bezahlen die Industrieländer für die mit Pestiziden produzierten Agrarprodukte immer weniger.
Die Fortschritte des chemischen Pflanzenschutzes, von denen bestenfalls die Anwender in den Industrieländern profitieren, gehen somit v.a. zu Lasten der Dritten Welt.
Autor: KATALYSE Institut
Pestizide
Pestizide sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind.
Der Begriff Pestizide steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel. In Deutschland werden jährlich über 30.000 Tonnen Pestizide gegen zerstörerische und lästige Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen in der Landwirtschaft, Umwelt oder direkt am Körper von Lebewesen eingesetzt. In Deutschland sind derzeit rund 250 Wirkstoffe und 1.900 Präparate zugelassen, auf europäischer Ebene sind es rund 800 Wirkstoffe in 20.000 Präparaten.
In Deutschland werden rund 100.000 Tonnen Pestizide meist durch einige wenige Chemiekonzerne produziert. Dabei verteilt sich die Pestizid-Menge auf folgende Einsatzgebiete:
- 51 Prozent auf Herbizide (Entlaubungsmittel, Unkrautvernichtung usw.)
- 34 Prozent auf Fungizide (Schimmelpilzbekämpfung)
- 4 Prozent auf Insektizide (gegen Schadinsekten)
- sowie kleinere Mengen Nematizide (gegen Würmer), Rodentizide (gegen Nagetiere), Akrazide (gegen Milben, Molluskizide (gegen Schnecken), Algizide (gegen Algen) usw.
Viele Pestizide enthalten produktionsbedingt umwelt- und gesundheitschädliche Verunreinigungen (wie z.B. Dioxine.
Es wird geschätzt, dass weltweit jährlich bis zu zwei Millionen Pestizid-Vergiftungen durch unsachgemäße Anwendung, Lagerung und Ausbringung in die Umwelt auftreten und dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Besonders betroffen davon sind die sogenannten Entwicklungsländer, in denen häufig die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen im Umgang mit Pestiziden nicht eingehalten werden. Auf eine Pestizid-Vergiftung in den Industriestaaten kommen nach Schätzungen rund 13 Pestizid-Vergiftungen in Entwicklungsländern.
Hinzu kommt, das die Pestizid-Hersteller meist noch Wirkstoffe und Präparate verkaufen, die in Deutschland und Europa teilweise seit Jahrzehnten aufgrund starker gesundheitlicher und umweltgefährdeter Wirkungen vom Markt genommen und verboten wurden. Hierdurch ist es möglich, dass so manches importierte Lebensmittel aus Übersee Rückstände von Pestiziden aufweist, die in Deutschland schon lange nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Lebensmittelkotrollbehördenführen auch nur noch selten Untersuchungen auf Rückstände dieser „alten“ Pestizide in und auf Lebensmitteln durch.
Autor: KATALYSE Institut
Permethrin
siehe Pyrethroide.
Parathion
P. (E605) ist ein stark giftiges Insektizid, Phosphorsäureester (Pflanzenschutzmittel); Kontakt-, Fraß- und Atemgift, farblose bis gelbliche Flüssigkeit von lauchartigem Geruch; als Spritzmittel besonders gegen saugende Insekten und Spinnmilben eingesetzt (für alle Tierarten schädlich, reduziert Nützlinge, bienengefährlich), im Wein- und Obstbau als Kombination von P.-Ethyl und Demeton-S-methylsulfoxid verwendet.
Nach der Verordnung über Anwendungsverbote und -beschränkungen für Pflanzenschutzmittel besteht ein beschränktes Anwendungsverbot. P. ist im Getreidebau mit einer Aufwandmenge von mehr als 250 ml oder g Wirkstoff je ha und Vegetationsperiode verboten. Relativ schneller Abbau in Gewässern und Böden im Vergleich zum Abbauprodukt Paraoxon, das die eigentliche Wirksubstanz darstellt. P. setzt sich in der Luft, im Boden und in Gewässern ab, insb. ist der Mensch durch Rückstände von P. im Trinkwasser und in Nahrungsmitteln gefährdet. P. besitzt eine hohe Lipidlöslichkeit. Die Aufnahme erfolgt über die Haut, Schleimhaut und den Magen-Darm-Trakt. Bei unsachgemäßem Gebrauch (z.B. gegen Körperparasiten) ist eine erhebliche Gesundheitsschädigung möglich. Die tödliche Dosis für den Menschen beträgt 5 mg/kg Körpergewicht. Die letale Dosis (LD50) beträgt 100 bis 200 mg.
P. greift in die Reizleitung des Nervensystems ein. Es kommt zu Vergiftungserscheinungen, Angstzuständen, Schwindel, Krämpfen, Schwitzen, Speichelfluß, Bronchialsekretion, asthmaähnlicher Atemerschwerung, Lungenödem, Zuckungen und Tod durch Atemlähmug; P. ist karzinogen und mutagen und im Tierversuch fruchtschädigend.
P. wird vom internationalen Pestizid-
Netzwerk (PAN) als das gefährlichste Pestizid der Welt bezeichnet. Mehr als 650 Landarbeiter wurden seit 1966 in den USA vergiftet, wobei 100 Arbeiter zu Tode kamen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), PAN und zahlreiche Umweltorganisationen setzen sich schon seit Jahren für ein Verbot von P. ein. Bereits 18 Länder haben den Einsatz von P. verboten.
MAK-Wert: 0,1 mg/m3 (gemessen am Gesamtstaub).
Autor: KATALYSE Institut
Parakautschukbaum
Der Parakautschukbaum ist ein schnellwachsender, in Kultur bis 15 Meter hoher,in Wildnis bis 40 Meter hoher, laubabwerfender Baum, der im Rindenteil von Stamm und Zweigen Latex als Ausgangsprodukt für Naturkautschuk enthält.
- Systematik: Familie: Euphorbiaceae, (Wolfsmilchgewächse), Art: Hevea brasiliensis (H.B.K.) Muell. Arg.
- Herkunft: Brasilien im Amazonasgebiet
- Klima: tropisches Tiefland; Jahresdurchschnittstemperatur: 25 bis 30 °C; Sehr gute Anbaugebiete haben 2.500 bis 4.000 mm/Jahr Niederschlag
- Anbausystem: Dauerkultur, Nutzung etwa 30 Jahre in Plantagen z.T. Terassenbau, Zwischenkulturen (z.B. Kaffee, Kakao, Banane, Ananas)
- Aussaat: meist Jungpflanzenaufzucht in Baumschulen (9 bis 30 Monate) über Samen oder vegetativ; Pflanzabstand: (5x5 Meter) oder in Reihen (8 bis 10 Meterm x 2 bis 3 Meter)
- Düngung: Stickstoff: 50 kg/Hektar; Phosphat: 20 kg/Hektar; Kalium: 60 kg/Hektar; Magnesium: 20 kg/Hektar; geringer Bedarf, da Nährstoffentzug durch Latex niedrig, kann sich aber durch Einsatz von Latexstimulatoren erheblich steigern.
- Pflanzenschutz: Unkrautkontrolle bei jungen Bäumen wichtigste Maßnahme (Jäten, Beweidung mit Schafen, Herbizide); Züchtung von windbeständigen Sorten; wichtigste Erreger sind Pilze.
- Ernte: 3,5 bis 6 Jahre nach dem Auspflanzen; Zapfhäufigkeit: täglich bis dreitägig mit Ruhepausen; Erntetechnik: Anschneiden der Rinde, Auffangen des entlang der Schnittstelle fließenden Latex, nach etwa fünf Stunden sammeln. Zapfer können bis zu 700 Bäume/Tag bedienen.
- Ertrag: 1,5 bis 2,0 Tonnen Latex/Hektar, 0,5 Tonnen Samen/Hektar mit etwa 40 bis 50 Prozent Ölgehalt.
- Besonderheiten: Latex-Zusammensetzung: 60 bis 75 Prozent Wasser, 25 bis 40 Prozent Kautschuk, 1,5 bis 2 Prozent Harze, 1,5 bis 2 Prozent Eiweiß, 0,5 bis 1 Prozent Mineralstoffe.
Literatur:
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
- KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
- Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
- Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005
Autor: KATALYSE Institut
Pappel
Die Pappel - auch Espe genannt - ist ein Pionierbaum mit geringen Ansprüchen an Boden und Klima. Sie bruacht viel Lichtund steht häufig auf freien Flächen. Die Pappel wird meist um 20 Meter hoch und hat ihr Wachstum bereits mit 60 Jahren beendet. Die vegetative Vermehrung findet über Stecklinge oder Gewebekultur statt.
- Systematik: Familie: Salicaceae, Arten: Populus trichocarpa (= Balsampappel); Populus tremula (= Espe/Aspe/Zitterpappel). Ist die in Mitteleuropa am meisten verbreitete Pappelart. Weitere Arten: die seltene Schwarzpappel (Populus nigra) und die Silber-Pappel (Populus alba).
- Herkunft: Nordamerika, Europa, Asien
- Klima: Vegetationszeit >130 Tage, Temperatur in der Vegetationszeit> 13°C
- Anbausystem: beste Wuchsleistung auffrischen, lockeren Lehm- und Sandböden; Beikrautregulierung im Pflanzjahr mechanisch oder chemisch erforderlich, ggf. Mäusebekämpfung; Umtriebszeit 4 bis 10 Jahre; Manuelle oder maschinelle Pflanzung, 3.500 bis 7.000 Pflanzen/Hektar.
- Düngung: in der Regel nicht erforderlich
- Pflanzenschutz: Rostpilzbefall bei feuchtem Frühsommer möglich, dadurch Ertragseinbußen wegen vorzeitigem Blattfall; Schneebruch- und Frostgefahr bei Balsampappeln.
- Ernte: Ernte mit Mähhäcksler bei maximal 7 bis 8 cm Stockdurchmesser
- Ertrag: 10 bis 15 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag
- Besonderheiten: In Siedlungsnähe nur männliche Pappeln anbauen, da der Samenflug weiblicher Pappeln Allergien auslösen und Filter verstopfen kann; nicht auf drainierten Standorten pflanzen, da das Wurzelsystem der Pappel Drainagerohre verstopft.
Literatur:
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
- Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
- KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
- Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
- Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005
Autor: KATALYSE Institut
Psychopharmaka
Arzneimittel, welche die Psyche beeinflussen, z.B. Aufputschmittel, Beruhigungsmittel, Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, Betablocker, Tranquilizer.
Autor: KATALYSE Institut
Pseudo-Krupp
P. ist eine Erkrankung des Kehlkopfes und der Luftröhre, bei der durch eine virale Infektion, meist Influenza - oder Parainfluenza -, aber auch durch Masernviren die Schleimhäute der Luftwege stark anschwellen.
Die plötzlich auftretenden Symptome sind bellender, krampfartiger Husten, meist in den Abendstunden, ziehendes Geräusch beim Einatmen, Erstickungsangst und zunehmende Panik beim Kind. P.-Anfälle häufen sich im Herbst und im Winter mit einem Gipfel im Oktober und November. Es sind Kinder zwischen 6 Monaten und 5-6 Jahren betroffen, Jungen etwas häufiger als Mädchen. Kinder mit Veranlagungen zu Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen scheinen besonders gefährdet zu sein. P. darf nicht mit der weitaus gefährlicheren Epiglottitis (Kehlkopfentzündung) verwechselt werden, die auch Erwachsene befällt und durch das rasante Zuschwellen des Kehlkopfbereichs oft tödlich verläuft.
Therapie: Das Kind soll feucht-kühle (Nacht-)Luft oder die herausströmende Kaltluft vor dem geöffneten Kühlschrank einatmen; oder man läßt mit der Handbrause zunächst heißes, dann kaltes Wasser in die Badewanne laufen und geht mit dem Kind in die feuchte Badezimmeratmosphäre. Der Arzt verordnet häufig Cortison-Zäpfchen (Rectodelt-Zäpfchen).
Vorbeugung: Keine trockene Heizungsluft, nicht rauchen. Formaldehyd und andere Innenraumluftbelastungen sind aus Kinderzimmern fernzuhalten.
Zahlreiche Studien versuchen herauszufinden, ob zusätzliche Faktoren, wie z.B. Allergien, erbliche Faktoren, Klimawerte, insb. aber Luftverschmutzungen, als Auslöser der Krankheit eine Rolle spielen. In letzter Zeit wird vermehrt die Innenraumluftbelastung als Auslöser diskutiert.
Hier sind Ausgasungen aus Teppichböden, Möbeln, Farben, das Rauchen (Tabakrauch), Haustiere und erhöhte Stickoxid- bzw. Formaldehyd-Abgaben durch Gasfeuerung zu nennen.
Was die Außenluftverschmutzung angeht, so gibt es sowohl Untersuchungen, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung durch insb. Schwefeldioxid, Stickoxide und Schwebstäube und P.-Anfällen zeigen, als auch Untersuchungen, die Luftschadstoffe lediglich als kleinen zusätzlichen Faktor ausweisen, der das Krankheitsgeschehen verstärkt.
Die unterschiedlichen Einschätzungen beruhen größtenteils auf methodischen Mängeln der einzelnen Studien. So wurden i.d.R. nicht alle P.-auslösenden Faktoren (wie z.B. Wetterbedingungen, geographische Lage, Jahreszeit, Wohnsituation, Tabakrauch der Eltern usw.)vollkommen erfaßt.
Dazu kommt, daß die in Kinderkliniken und bei Kinderärzten registrierten Anfälle nicht die tatsächliche Häufigkeit widerspiegeln, da ein Großteil der P.-Fälle zu Hause von den Eltern behandelt wird und somit gar nicht registriert werden. Im Hinblick auf eine Vielzahl von Umweltkrankheiten und insb. auch im Zusammenhang mit der ständig steigenden Zahl der allergieerkrankten Kinder sollten weitere, statistisch gesicherte und methodisch ausgereifte Untersuchungen erfolgen.
Autor: KATALYSE Institut
Polycyclischearomatische Kohlenwasserstoffe
PAK, englisch PAH, Gruppe von ringförmigen Kohlenwasserstoff-Verbindungen, deren Molekülgerüst aus mehreren miteinander verbundenen Benzolringen (Benzol) besteht.
P. sind v.a. in Teer, Erdöl und Kohle enthalten. P. entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material (insb. Holz und fossile Brennstoffe, Holzverbrennung) und sind deshalb in der Umwelt weit verbreitet. Autoabgase (Diesel mehr als Benzin, Schadstoffe aus Kfz) und Tabakteer (Tabakrauch) enthalten P..
Zahlreiche P. sind krebserregend, die gesamte Gruppe steht in der MAK-Werte-Liste unter der Rubrik III A2: Im Tierversuch krebserzeugend. Am besten untersucht ist bisher das Benzo[a]pyren. Weitere Untersuchungen sind dringend notwendig, insbesondere da zahlreiche Berufszweige mit P. in Berührung kommen (Teer).
Grenzwerte für P.: Trinkwasser: 0,0002 mg/l (Trinkwasserverordnung), geräucherte Fleischwaren: 1 µg/kg (ppb)
Benzo[a]pyren. Notwendig wäre es, den Grenzwert auch auf andere Lebensmittel, insb. Gemüse, zu übertragen, da es hier, bedingt durch Luftverschmutzung, häufig zu wesentlich höheren Konzentrationen kommt als bei Fleischwaren.
Beim Grillen von Fleischprodukten entstehen infolge unvollständiger Verbrennung der Holzkohle P (Grillen).
Autor: KATALYSE Institut
Pocken
P.-Erreger sind Variola-Viren.
Symptome: Sieben bis 18 Tage nach der Infektion treten hohes Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen auf. Zwei bis drei Tage später entwickeln sich Hauteffloreszenzen, überwiegend im Gesicht sowie an Händen und Armen. Die Letalität beträgt bis zu 30 Prozent bei ungeimpften Personen.
Therapie: Bisher ist kein wirkungsvolles Virustatikum vorhanden. Antibiotika können bei Sekundärinfektionen helfen.
Prophylaxe: In den ersten Tagen nach Exposition kann eine Impfung den Krankheitsverlauf abschwächen oder den Ausbruch verhindern.
Experimente haben Hinweise ergeben, daß der Polymerase-Hemmer Cidofovir eine Ausbreitung der Viren innerhalb der ersten zwei Tage nach Exposition verhindern kann.
Impfung: Ein Impfstoff ist in Deutschland nicht mehr verfügbar.
Autor: KATALYSE Institut
Pilzkrankheiten
P. spielen in der Forstwirtschaft v.a. als Waldschädlinge auf bereits erkrankten Bäumen eine Rolle.
Im Zusammenhang mit dem Waldsterben treten Schüttepilze (Nadeln werden befallen und fallen ab) und Blasenrostpilze (befallen ebenfalls Nadeln) sowie Blattbräunepilze vermehrt auf. Auch die holzzerstörenden Fäulepilze wie z.B. Hallimasch und Rotfäule nehmen zu. Rotfäule bedeutet erhebliche wirtschaftliche Einbußen für den Betrieb, da sie das massen- und wertmäßig wichtigste untere Stammdrittel befällt und entwertet (Waldschädlinge, Biozide, Schädlingsbekämpfung im Wald, Waldsterben).
Zu P. beim Menschen: P. treten in den Industrieländern in den letzten Jahren immer häufiger auf. Ursachen sind die Einnahme von Breitspektrum-Antibiotika und Glukokorticaiden sowie veränderte Eßgewohnheiten mit vermehrtem Verzehr von Süßigkeiten und Kohlenhydraten.
Bereits Säuglinge werden von Soor (Hefepilz: Candida albicans) in der Mundschleimhaut oder/und im Windelbereich - gefördert durch luftundurchlässige Höschenwindeln - befallen. Weit verbreitet ist auch der Fußpilz sowie P. an den Geschlechtsorganen.
Lit.: K.Langbein u.a.: Bittere Pillen, Köln 1990
Autor: KATALYSE Institut
Photoallergie
P. oder auch Lichtdermatose entsteht durch schädigende Einwirkung von Licht oder UV-Strahlung auf die Haut.
Dabei können Stoffe oder Bestandteile aus Nahrung, Arzneimitteln oder Kosmetika verstärkend oder auslösend wirken. Es wird unterschieden in:
- Sonnenbrand. Entsteht durch übermäßige UV-Bestrahlung, ist im eigentlichen Sinne keine P..
- Phototoxische Reaktionen. Durch eine vorherige Einwirkung von z.B. Teerpräparaten, Bergamotteöl, Tetracycline, aber auch Wiesenpflanzen, Parfüme kommt es nach Sonnenbestrahlung zu Hautreaktionen wie Rötung, Schuppung, Bläschenbildung.
- P. im engeren Sinne als Allergie tritt nur selten auf. Hier kommt es nach der Einwirkung von Stoffen (z.B. Sulfonamide) zu einer Sensibilisierung des Körpers und bei Sonnenbestrahlung zu einer wie oben beschriebenen Hautreaktion.
- Bestimmte Hautkrankheiten, die durch Lichteinwirkung verschlimmert werden.
Siehe auch: UV-Strahlung, Sonnenbaden, Hautkrebs
Autor: KATALYSE Institut
Pest
Erreger der P. ist Yersinia pestis.
Symptome: Bei der Beulenpest sind die Lymphknoten vergrößert und können eitern. Lungenpest beginnt mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Myalgie. Innerhalb eines Tages folgt Husten mit zunehmend blutigem Sputum, dann Dyspnoe, Schock und Atemstillstand. Die Inkubationszeit liegt bei ein bis sieben Tagen.
Therapie: Spätestens einen Tag nach Symptom-Beginn muß die Behandlung erfolgen, etwa mit täglich intramuskulär 30 mg Streptomycin pro kg Körpergewicht über 10 Tage, oder mit initial 200 mg, dann 100 mg Doxycyclin zweimal täglich intravenös über 10 bis 14 Tage.
Prophylaxe: Zweimal täglich 500 mg Tetrazyclin oder 100 mg Doxycyclin über sieben Tage.
Impfung: Impfstoffe wurden entwickelt, sind aber nicht verfügbar.
Autor: KATALYSE Institut
Pentachlorphenol
P. (PCP) ist ein desinfizierendes und pilztötendes Pulver. P. wurde bis Mitte der 80er Jahre u.a. zur Konservierung (Holz- und Bautenschutz, Lacke, Farben, Klebstoffe, Textilien, Leder und Zellstoff) und als Zwischenprodukt in der Farb- und Arzneimittelindustrie und als Pflanzenschutzmittel sowie in Bor- und Schneidölen eingesetzt.
P. ist fast immer mit Dioxinen verunreinigt. Dioxine bilden sich bei der Herstellung von Chlorphenolen aus chlorierten Benzolen durch Umsetzung mit Alkalien. Der Gehalt der technischen Verunreinigungen mit Dioxinen und Furanen ist abhängig vom Produktionsprozess, aber auch heute noch enthalten P. relativ hohe Dioxin- und Furankonzentrationen. Durch das breite Einsatzfeld von P. ist es heute weltweit fast in allen Medien nachweisbar.
In Deutschland stehen Vergiftungen durch P.-haltige Holzschutzmittel im Vordergrund. Noch 1979 waren in den 47.000 t in Deutschland verkauften Holzschutzmitteln fast 10.000 t P. enthalten. Trotzdem erhielt 1983 noch fast jedes dritte Produkt das IfBt-Prüfzeichen - und damit dem Segen des Bundesgesundheitsamtes. Mit der Gefahrstoff-Verordnung von 1986 wurde die Verwendung von P. als Holzschutzmittel weiter eingeschränkt: P.-haltige Holzschutzmittel durften nicht mehr verwendet werden, wenn die Luft von Wohn- und Arbeitsräumen belastet werden kann.
Das biologisch schwer abbaubare P. ist ein starkes Gift und hemmt die Energieübertragung in der Zelle. P. kann sowohl über Nahrung als auch über die Haut aufgenommen werden. Akute Vergiftungserscheinungen sind gekennzeichnet durch beschleunigte Atmung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Krämpfe, Bewusstlosigkeit. Bei langfristiger Einwirkung treten Leber- und Nierenschäden, ständige Müdigkeit und Abmagerung auf. Ein MAK-Wert kann nicht angegeben werden, da P. im Tierversuch eindeutig krebserregend wirkt und somit keine unbedenkliche Arbeitsplatzkonzentration existiert. Darüber hinaus besteht der begründete Verdacht der erbgut- und fruchtschädigenden Wirkung technischer P.
Die Hauptaufnahme von P. erfolgt über Luft und Staub oder direkt über die Haut und über die Nahrung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt als Gesamtaufnahme 3 µg/kg/Tag an.
Grenz- und Richtwerte:
- Raumluft: 1 µg/m3 max. duldbare Raumluftkonzentration (Empfehlungs-/Richtwert), Zielwert der PCP-Richtlinie zur Dauerbelastung: 0,1µg/m3. In der Raumluft gilt ein Wert von 100 bis 500 ng/m3, im Hausstaub von 1 bis mg/kg und im
Holz von 500 bis 1000 mg/kg als deutliche P.-Belastung. - Arbeitsplatz: kein Grenzwert, da krebserzeugend in der MAK-Liste Kategorie 2 eingestuft
- Materialien (z.B. Leder oder Teppichböden): 5 mg/kg nach Chemikalien-Verbotsverordnung, Materialien, die diesen Grenzwert ausschöpfen, gelten als stark belastet.
- Trinkwasser: 0,1 µg/Liter
- Nahrungsmittel: 10 µg/kg
- Getreide: 30 µg/kg
Untersuchungen haben ergeben, dass v.a. Lederwaren mit P. belastet sein können. Dabei ist v.a. Leder aus tropischen Ländern negativ aufgefallen, das bis zu 200 mg P./kg enthalten kann. Leder aus deutschen Gerbereien bietet große Sicherheit vor P.
Autor: KATALYSE Institut
Passivrauchen
Unfreiwilliges Einatmen von Tabakrauch.
P. ist nachweislich gesundheitsschädlich. Zahlreiche Schadstoffe sind im Nebenstromrauch (Rauch, der vom Raucher nicht aktiv eingeatmet wird) in wesentlich höheren Konzentrationen vorhanden als im Hauptstromrauch (vom Raucher aktiv eingeatmet), da die Temperatur in der Glühzone der "gezogenen" Zigarette viel höher ist und dort die Sauerstoffversorgung zur vollständigen Verbrennung ausreicht.
Passivraucher tragen ein unverhältnismäßig hohes Krebsrisiko, da sie krebserregende Rauchbestandteile schlechter abbauen können als Raucher. Es fehlt ihnen v.a. an den schadstoffabbauenden Enzymen, die Raucher aufgrund der chronischen Belastung durch Tabakrauch verstärkt produzieren (z.B. das Atmungsenzym Cytochrom P450).
Unter den Nichtrauchern sterben jährlich schätzungsweise 1.000 Frauen und 2.000 Männer an Lungenkrebs. Es besteht der berechtigte Verdacht, daß etwa die Hälfte von ihnen dem P. zum Opfer fiel.
Autor: KATALYSE Institut
PSE-Fleisch
Bei genetisch streßanfälligen Schweinen (Massentierhaltung) kommt es bei einer Belastung vor dem Schlachten (Angst, Transport) zu chemischen Umsetzungen im Körper (v.a. im Muskelfleisch).
Streß führt zu Überproduktion des Hormons Adrenalin, das das Enzym Glykogen-Phosphorylase aktiviert und den beschleunigten Glykogenabbau zu Milchsäure katalysiert. Das P. weist als Folge eine geringere Festigkeit auf. Es treten große Gewichtsverluste beim Abhängen und Abtropfverluste beim Auftauen von Gefrierfleisch auf. Beim Braten in der Pfanne schrumpft das P. zusammen.
P. englisch pale, soft, exudative = blaß, weich, wäßrig.
Siehe auch: DFD-Fleisch, Fleisch und Fleischerzeugnisse
Autor: KATALYSE Institut
Proteine
(Eiweiße) P. bilden die vielseitigste biologische Stoffklasse.
Sie sind Makromoleküle, die alle in den Genen enthaltenen Informationen im Organismus verwirklichen; d.h., die Gene steuern über die P. Vermehrung, Wachstum und Stoffwechsel mit allen Organfunktionen, Regulationsvorgängen, Informationsübertragung des Nervensystems, Funktion des Immunsystems (z.B. Antikörper), Muskelbewegung etc. Sie werden im Stoffwechsel eines Lebewesens nach der Vorschrift der Erbmaterials (DNS) aus kleineren Bausteinen - den Aminosäuren - zusammengesetzt, wobei durch den genetischen Code bestimmt wird, in welcher Reihenfolge die Aminosäuren, von denen es 20 verschiedene gibt, zum P. zusammengebaut werden. Durch die Kombination der Aminosäuren lassen sich eine unbegrenzte Zahl unterschiedlicher pflanzlicher und tierischer P.-Ketten synthetisieren, die in charakteristischer Weise gedreht, gefaltet oder zu mehreren aneinandergelagert sind. Die Funktion der P. wird dabei von der Abfolge der Aminosäuren und der Faltung der Kette bestimmt.
P. bilden als gestreckte Ketten Faser-P. wie z.B. Seide, Sehnen oder Haare, während sie z.B. im Blutfarbstoff Hämoglobin in kugeliger Gestalt auftreten. Zudem sind P. auch für die Form und die Beweglichkeit von Muskeln verantwortlich.
P. sind für die Ernährung sehr wichtig, denn sie führen dem Körper die Aminosäuren zu, die er nicht selbst herstellen kann.
(Stand 08.2022)
Autor: KATALYSE Institut
Pökelsalz
Siehe Nitrosamine.
Autor: KATALYSE Institut
Phosphatkrankheit
Durch ein Überangebot an Phosphat im Körper kann Hyperaktivität bei empfänglichen Kindern (Syndrom Zappelphilipp) verursacht werden.
Wichtigste Maßnahme ist die Reduzierung der Phosphataufnahme mit der Nahrung (Milch- und Milchprodukte, Kartoffeln, Getreideerzeugnisse, Fleisch und andere).
Autor: KATALYSE Institut
Patulin
Siehe Mykotoxine.
Autor: KATALYSE Institut
Pasteurisieren
Konservierung durch Hitzebehandlung. Verfahren nach L. Pasteur, einem französischen Chemiker und Mikrobiologen.
Ziel des P. ist die Abtötung pathogener Mikroorganismen und die Inaktivierung von bestimmten Eigenenzymen (Lipasen, Proteasen, Oxidasen usw.), die den Verderb eines Lebensmittels bewirken. Im Gegensatz zur Sterilisation werden beim P. nur Temperaturen von 62 Grad C bis 85 Grad C angewandt. Dabei wird keine völlige Keimfreiheit erreicht. Die Konservierung wirkt daher nur kurze Zeit. Pasteurisierte Milch z.B. ist gekühlt 5 bis 6 Tage haltbar.
Nährstoffverluste und Geschmacksveränderungen sind beim P. im Vergleich zu anderen Hitzekonservierungen (Sterilisation und Ultrahocherhitzung) relativ gering. Das P. eignet sich insb. für empfindliche Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe (Vitamine, Proteine usw.) bei hohen Temperaturen zerstört werden: Milch, Fruchtsäfte sowie marinierte und gegarte Fischerzeugnisse.
Autor: KATALYSE Institut
