Pyrethrum

P. ist ein natürliches Insektizid (chemisch: Ester sekundärer Alkohole), das aus Chrysanthemenblüten gewonnen wird und schon den Römern als "persisches Insektenpulver" gegen Läuse und Flöhe half.

Zum Anbau von Chrysanthemum-Blüten werden Anbaubedingungen benötigt, die denen von Tee oder Kaffee gleichen. Die Temperatur beeinflußt den P.-Gehalt in der Blüte. Der sehr arbeitsintensive Anbau von Chrysanthemum führt dazu, dass er nur in sehr kleinem Maßstab erfolgt. Dadurch bedingt ist P. eines der teuersten Insektizide, das es gibt. Es findet aus diesem Grund und wegen seiner geringen Stabilität (es zerfällt in seiner chemischen Struktur innerhalb von ca. 2 Wochen) in der Landwirtschaft kaum Anwendung. P. wird in erster Linie im Haushaltsbereich als Wirkstoff in Insektensprays eingesetzt. P. wird in der Literatur als für Säuger leicht bis mäßig giftig angegeben. Menschen mit regelmäßigem P.-Kontakt können allergische Hautreaktionen zeigen (Allergie).
Der MAK-Wert für P. beträgt 5 mg/m3 (gemessen als Gesamtstaub).
Biologische Schädlingsbekämpfung

Autor: KATALYSE Institut

PXDF

Abk. für die Stoffgruppe der 3.300 chlorierten und/oder bromierten Dibenzofurane (X ist die in der organischen Chemie übliche Abk. für Halogen).
Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

PXDD

Abk. für die Stoffgruppe der 1.720 chlorierten und/oder bromierten Dibenzo-p-dioxine (das X ist die in der organischen Chemie übliche Abk. für Halogen).
Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

Proton

Elektrisch positiv geladenes Elementarteilchen, dessen Masse mit der eines Neutrons nahezu übereinstimmt.

P. bilden zusammen mit den Neutronen den Atomkern, der zusammen mit den Elektronen das Atom darstellt. Das einfachste Atom, das Wasserstoff-Atom, besteht aus einem P. und einem Elektron.
Energiereiche P.-Strahlen werden benutzt, um künstliche Isotope herzustellen.

Autor: KATALYSE Institut

Proteomik

In den 1990er Jahren wurden die Begriffe Proteomik und Transkriptomik geschaffen, hinter denen sich neue Techniken und Methoden in Forschung und Diagnostik durch Automatisierung und Einsatz von Chiptechnologie verbergen.

In der Molekularbiologie werden ständig neue, stark verfeinerte Methoden entwickelt, mit deren Hilfe man schnellere und genauere Forschungsergebnisse erzielen kann. In Anlehnung an den Begriff Genom – der Gesamtheit der Gene eines Lebewesens – ist ein Proteom die Gesamtheit der Proteine (Eiweiße), die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Organismus vorhanden sind. Ein Transkriptom ist die Gesamtheit der messenger-RNA (mRNA), die zu einem bestimmten Zeitpunkt von aktiven Genen erzeugt wird. Im Unterschied zu den Genen, die in jeder Zelle eines Individuums gleich und immer vorhanden sind, ist die Protein- und RNA-Zusammensetzung in jeder Körperzelle verschieden und verändert sich ständig, abhängig von der Art und der Aktivität der Zelle. Eine Nervenzelle beispielsweise hat somit einen anderen Protein- und RNA-Gehalt als eine Leber- oder Muskelzelle. Das Transkriptom ist für jede Zellart verschieden, da die Zelle ständig andere Proteine braucht, um ihren Stoffwechsel zu bewerkstelligen.

Transkriptom und Proteom sind eng gekoppelt. An einem aktiven Gen wird im Zellkern mRNA erzeugt, die mRNA verlässt den Zellkern und im Zellplasma wird mit dieser das entsprechende Protein zusammengesetzt (Translation).

Transkriptomik und Proteomik schließlich sind die Fachgebiete, die sich mit Protein- und mRNA-Zusammensetzung in Zellen befassen oder, anders ausgedrückt, die Wissenschaft von Protein- und mRNA-Gehalt einer Zellart. Mit Transkriptomik und Proteomik können also momentane Zustände in einer Zelle dargestellt werden: welche Gene aktiv sind, welche und wie viel RNA und welche Art von Proteinen und in welcher Konzentration gebildet wurden. Dieses Wissen gibt u. a. Aufschluss über Schädigungen von Zellen bei bestimmten Krankheiten oder auch Veränderungen in Zellen durch schädliche Einflüsse auf die Zellen von außen.

Autor: KATALYSE Institut

Propan

siehe Treibgase

Autor: KATALYSE Institut

Projekt

Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert.

Von einem Projekt kann gesprochen werden, wenn:

  • es klar formulierte, konkrete Projektziele gibt.
  • das Projekt an einem festen Termin beginnt und an einem geplanten Termin endet.
  • das Budget (Kosten, aufzuwendende Arbeitszeit) zu Beginn des Projektes geplant wird.
  • es für das Projekt eine eigenständige Projektorganisation gibt.
  • im Projekt planmäßig und systematisch vorgegangen wird.
  • es eine neuartige komplexe Aufgabe ist.

Autor: KATALYSE Institut

Produzenten

P. (= autotrophe Organismen) bauen mit Hilfe von Lichtenergie (grüne Pflanzen, Photosynthese) oder mittels chemischer Energie (manche Bakterien) aus energiearmen anorganischen Stoffen komplizierte energiereichere organische Verbindungen auf.

P. wandeln Lichtenergie oder chemische Energie in Nahrungsenergie um. Alle anderen Organismen (= heterotrophe Organismen) leben von der Primärproduktion.
Ökosystem

Autor: KATALYSE Institut

Produktionsfaktoren

P. sind Güter, die zur Produktion anderer Güter eingesetzt werden, sog. produzierende Produktionsmittel.

Die klassischen P. der Volkswirtschaftslehre sind Arbeit, Boden und Kapital. In letzter Zeit werden jedoch auch Faktoren wie unternehmerische Leistung, Umwelt und Energie als betriebliche P. diskutiert (Betriebswirtschaftslehre).

Autor: KATALYSE Institut

Prisma

siehe Lichtlenkung

 

Autor: KATALYSE Institut

ppm, ppb, ppt

Angaben für sehr geringe Stoffkonzentrationen.

1 ppm (parts per million) = 1 Millionstel = 0,000.1% = 1 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) bzw. 1 Milliliter pro Kubikmeter (ml/m3);
1 ppb (parts per billion) = 1 Milliardstel = 0,000.000.1% = 1 mycrog/kg bzw. 1 mycrol/m3;
1 ppt (parts per trillion) = 1 Billionstel = 0,000.000.000.1% = 1 ng/kg bzw. 1 nl/m3.
Ob die Angaben in p. gewichts- oder volumenbezogen sind, hängt vom jeweiligen Kontext ab.

Autor: KATALYSE Institut

Polyvinylchlorid

P. (Polyvinylchlorid) ist ein Kunststoff mit einem breiten Einsatzspektrum und wird v.a. für die Herstellung von Verpackungen und Spielwaren und im Baubereich verwendet.

Die Produktion in Deutschland betrug 1990 1,3 Mio t. Damit ist Deutschland Europas größter P.-Produzenten dar, gefolgt von Frankreich mit einer Jahresproduktion von 1 Mio t. P. wird durch Polymerisation von Vinylchlorid hergestellt.

Vinylchlorid wirkt eindeutig krebserregend, auch die Mutagenität ist experimentell und die Teratogenität in epidemologischen Studien nachgewiesen.

P. kann bis zu 400 ppm Vinylchlorid , weiterverarbeitetes P. kann bis 20 ppm Vinylchlorid enthalten. Der Vinylchloridrestgehalt in P.-Lebensmittelverpackungen darf daher 1 mg/kg nicht überschreiten. Aus P.-Verpackungen dürfen keine messbaren Anteile an Vinylchlorid auf verpackte Lebensmittel übergehen. Aus dem Ausland importiertes P. erfüllt diese Anforderungen nicht immer, so dass hier eine Gesundheitsgefährdung durch Lebensmittelverpackungen besteht (Rest-Monomere).

Mehr als die Hälfte aller P.-Produkte werden für die Bauindustrie produziert (Fensterrahmen, Rohre, Bodenbeläge). Weiterhin wird P. zu Verpackungen (z.B. Plastikfolien und Verbundverpackungen), Kabelummantelungen und Spielzeug verarbeitet.

P. enthält im Vergleich zu anderen Kunststoffen größere Mengen an Additiven. Die im P. enthaltenen Stabilisatoren und Farbstoffe sind meist schwermetallhaltig. In Müllverbrennungsanlagen können diese Schwermetalle freigesetzt werden, ebenso können dabei Chlorwasserstoff und Dioxine entstehen. Nur eine getrennte Abfallsammlung und ein Verzicht auf P.-Produkte kann diese Probleme lösen.

Autor: KATALYSE Institut

P. ist ein zur Gruppe der Polyvinylester gehörender, geruch- und geschmackloser, witterungsbeständiger Kunststoff, der durch Polymerisation von Vinylacetat entsteht.

Ob P., das selbst als nicht giftig gilt, umweltbelastend wirkt oder nicht, hängt von den Zusatzstoffen ab (Kunststoffe). P. ist zugelassen als Bestandteil von Kaugummimassen, als Teppichrückseitenbeschichtung, als Käsebeschichtung, zur Papierherstellung u.a. P., das in Form von Dispersionen ins Abwasser gelangen kann, wird dort nur sehr langsam abgebaut (Abbau).

Autor: KATALYSE Institut

Polyurethan

P. abgekürzt PUR, ist eine Gruppe von Kunststoffen, die aus Polyisocyanaten und Polyalkoholen hergestellt werden.

P. gehört wie die Epoxidharze zu den Duroplasten (= harten, aber nicht flexiblen Kunststoffen). Eine Reihe von Modifikationen bei der Verwendung von Grundstoffen und Katalysatoren in der Herstellung führt zur Herstellung von Weich- und Hartschaumvarianten aus P..
P. wird einerseits als Schaum zur Wärmedämmung und Schallisolierung (Lärmschutz), Polster- und Matratzenherstellung, als Dichtungsmasse im Bau verwendet und andererseits als Hartkunststoff z.B. in der Automobilbranche eingesetzt (Autokauf, Autorecycling).
P.-Hartschaumplatten enthalten zusätzlich Flammschutzmittel, wie Phosphorsäureester, sowie Stabilisatoren und Katalysatoren. Sie sind sehr gut wärmedämmend, aber nicht sorptionsfähig und dampfdicht (in Verbindung mit den benötigten Klebstoffen), sie sind fäulnisresistent, aber Ameisen bauen ihre Nester hinein. Diese Aussagen gelten auch für P.-Ortschäume, die z.B. als Kerndämmung in mehrschaligem Mauerwerk eingesetzt werden.
Montageschäume in Spraydosen zur Abdichtung von Fugen im Handwerker- und Heimwerkerbereich können giftige Ausgangsstoffe (Isocyanate) enthalten. Das Brandverhalten von P. ist problematisch, da neben Diisocyanaten auch Blausäuregas entsteht.
P.-Schäume werden nur noch zu einem geringen Anteil mit FCKWs (Chlorfluorkohlenstoffe) geschäumt, die weitgehend durch einen erhöhten CO2-Anteil bei Schäumung oder durch Pentan ersetzt wurden.
Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg von 4,4 kg (1982) auf rd. 14 kg an. 1990 wurden 1,2 Mio t P. in Deutschland hergestellt.
Die Produktion von P. ist aus einer Fülle von Gründen des Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes langfristig abzulösen.
k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Polytetrafluorethylen

PTFE ist ein durch Polymerisation von Tetrafluorethylen entstehender, sehr kälte-, wärme- und chemikalienbeständiger, nichthaftender und selbstschmierender Kunststoff. Handelsprodukte sind u.a. Teflon und Hostaflon.

Hauptanwendungsgebiete sind Beschichtungen, Auskleidungen und Dichtungen im chemischen Apparatebau, Flugzeugbau und Raumfahrtindustrie sowie Spezialtextilien (z.B. Goretex) und Haushalt.

PTFE ist bei bestimmungsgemäßen Gebrauch gesundheitlich unbedenklich und wird aufgrund seiner Eigenschaften u.a. zur Beschichtung von Kochgeräten und Bratpfannen verwendet. PTFE ist zwischen -200 Grad C und +260 Grad C einsetzbar.

PTFE-beschichtete Pfannen dürfen nicht überhitzt werden, was v.a. an zerkratzten Stellen geschehen kann. Bei Temperaturen über 360 °C zersetzt sich Teflon und bildet giftige, fluorierte Verbindungen und Partikel, die in schweren Fällen zu Bronchiopneumonie und Lungenödem führen können. Bei geringeren Konzentrationen kann sich nach mehrstündiger Latenzzeit ein grippeartiges Kranksheitsbild ergeben (Teflonfieber). Für die Bildung von Zersetzungsprodukten aus PTFE, die für Ratten tödlich sind, sind Temperaturen von 425 bis 450 °C notwendig. Eine 15-minütige Inhalation von ultrafeinen PTFE-Partikeln verursacht bei Ratten schwere Lungenschädigungen.

Jahrzehntelang wurden Gesundheitsrisiken durch die Hersteller wie DuPont verschwiegen, die bei der Teflon-Herstellung durch den Grundstoff Perflouroktansäure (PFOA) auftreten können. Kinder von Arbeiterinnen aus der PTFE-Herstellung, die dem Stoff  PFOA ausgesetzt waren, erlitten häufiger Missbildungen. PFOA ist bei Ratten krebserregend. Grenzwerte für die Verwendung gibt es nicht. PFOA baut sich wie PCB und Dioxin nicht ab; der menschliche Körper benötigt daher Jahre, um es auszuscheiden.

Ein erhebliches Umweltproblem stellt PTFE in der Entsorgung dar, da die freigesetzten Emissionen bei der Verbrennung die Umwelt belasten.

Autor: KATALYSE Institut

Polypropylen

Polypropylen ist neben Polyethylen das zweite bedeutende Polyolefin.

Die Produktionsmenge von Polypropylen betrug 1990 in der BRD 550.000 t. Bei der Kunststoff-Produktion in Westeuropa verzeichnet Polypropylen seit 1982 die größten Zuwachsraten.
Verwendet wird Polypropylen als Verpackungsmaterial, Folie und als Beschichtung für Verbundverpackungen.
Toxikologie und Umweltverträglichkeit: Hier ist Polypropylen ähnlich wie Polyethylen einzustufen.

Autor: KATALYSE Institut

Polyphosphate

Salze bzw. Ester der Polyphosphorsäuren, die in Düngemitteln (Ammonium-Phosphate), in Wasch- und Reinigungsmitteln, in der Wasseraufbereitung (Trinkwasseraufbereitung) sowie in der Lebensmitteltechnologie (Phosphate) verwendet werden.

Autor: KATALYSE Institut

Polyolefine

Sammelbezeichnung für Kunststoffe, die durch Polymerisation von Alkenen (Ethylen, Propen) entstehen.

Die wichtigsten P. sind das Polyethylen und das Polypropylen, die in Westdeutschland am gesamten Kunststoffmarkt mit über 50% beteiligt sind.

Autor: KATALYSE Institut

Polyhydroxybuttersäureester

(PHB-Ester) Leitsubstanz von ca. 40 biologisch abbaubaren Polyestern (abbaubare Kunststoffe), die zur Herstellung thermoplastisch verformbarer Polymere Anwendung finden können.

P. werden durch Bakterienkulturen aus Kohlenhydraten (z.B. Zuckerrüben, Getreide) gewonnen. P. hat sich bereits als abbaubares Verpackungsmaterial bewährt, allerdings reichen die Produktionskapazitäten für größere Serien nicht aus. Als Ersatzmaterial für PVC u.a. Kunststoffe geeignet.
Nachwachsende Rohstoffe, Biopol

Autor: KATALYSE Institut

Polyhalogenierte Dibenzodioxine

Allgemeine Bezeichnung für die Stoffgruppe der 1.720 Dibenzodioxine, die chloriert und/oder bromiert sind.

Nur wenige Vertreter dieser Gruppe wurden bisher untersucht, v.a. das 2,3,7,8-Tetrabromodibenzo-p-dioxin, das etwas weniger giftig ist als das 2,3,7,8-Tetrachlorodibenzo-p-dioxin.
Dioxine und Furane.

Autor: KATALYSE Institut

Polyethylenterephthalat

P. (PET) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der aus den Stoffen Ethylenglykol und Terephthalsäure unter Wasserabspaltung hergestellt wird. P. ist ungiftig.

Für Terephthalsäure (Monomer) wurde bislang kein MAK-Wert festgelegt, sie besitzt eine geringe akute Toxizität. Ethylenglykol ist toxikologisch unbedenklich. Die Toxizität von P. hängt von Art und Menge der verwendeten Zusatzstoffe ab.

P. wird zur Herstellung temperaturbeständiger Folien und Flaschen für kohlensäurehaltige Getränke verwendet. Die geblasenen, glasklaren Flaschen werden mit gasundurchlässigen Barriereharzen beschichtet (z.B.
Biopol, Polyvinylidenchlorid).
Die P.-Pfandflasche tritt in Konkurrenz zur Glas-Mehrwegflasche.

Die Vorteile der P.-Flasche sind geringeres Gewicht, Bruchsicherheit und kompakte Form. Sie ist jedoch nicht so gasdicht, schlechter zu reinigen und kann nicht so häufig gefüllt werden wie die Glasflasche. Im Gegensatz zur Glasflasche, die für Erfrischungsgetränke bis zu 40mal verwendet werden kann, erreicht eine P.-Pfandflasche lediglich eine Umlaufzahl von 15. Bei der Reinigung der P.-Flaschen werden Spülmittel verwendet, die das P. angreifen und seine Oberfläche anrauhen, was zu einem verstärkten Auftreten von Mikroorganismen und somit zu hygienischen Problemen führen kann.

Die Polymerbeschichtung erschwert das Recycling des P.. Die durch den Coca-Cola-Konzern gegründete P.-Recycling Deutschland GmbH strebt eine Recyclingquote von 65 bis 70% an. Aus hygienischen Gründen kann recyceltes Material jedoch nicht für die Innenschicht einer neuen Flasche verwendet werden. P.-Recyclat kann zu Formteilen (Pulver, Körner, Schnitzel), Füllfasern (z.B. für Schlafsäcke) oder Textilien (z.B. Badeanzüge) aufgearbeitet werden. Aus den Formteilen können erneut Kunststoffteile hergestellt werden. Die Eigenschaften des erzeugten Materials sind jedoch minderwertiger als beim Ursprungsstoff.

Lit.: Öko-Test 6/90

Autor: KATALYSE Institut

Polyester

P. sind Kunststoffe, deren Moleküle als wiederkehrende Einheit die Estergruppe aufweisen.

P. dienen häufig als Vorprodukte für Polyurethane. Die thermoplastischen P. werden überwiegend zu P.-Fasern umgesetzt. Diese haben mit 47% einen Hauptanteil am gesamten Synthesefasermarkt. Aliphatische P. sind biologisch abbaubare Kunststoffe. Weiterhin finden P. vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in der Automobilindustrie, Elektronikindustrie, im Haushaltsgerätebau usw. Zwar gelten die P. selber als gesundheitlich unbedenklich, jedoch sind die Ausgangsprodukte zur Herstellung z.T. stark giftig. Die in P. enthaltenen Zusatzstoffe können ökotoxikologische und humantoxikologische Schäden verursachen.

Autor: KATALYSE Institut

Polyethylen

Polyethylen (Kurzzeichen: PE, früher auch Polyäthylen, manchmal als Polyethen bezeichnet) ist ein thermoplastischer Kunststoff mit wachsartiger Oberfläche, der zu der Gruppe der Polyolefine gehört und durch Polymerisation des Monomers Ethen [CH2 = CH2] hergestellt wird.

I. Geschichte
Polyethylen wurde 1898 von dem deutschen Chemiker von Pechmann synthetisiert und erstmals 1933 mit Hilfe der Hochdruckpolymerisation von ICI-England industriell hergestellt. 1953 wurde das nach den Erfindern benannte Ziegler-Natta-Katalysator-Verfahren entwickelt, das eine Polymerisation von Ethylen auch ohne hohen Druck ermöglicht. 1963 wurden die Erfinder dafür mit dem Nobelpreis der Chemie ausgezeichnet.

II. Herstellung
Polyethylen (Kurzzeichen PE, nach DIN 7728-1: 1988-01, Englisch: polyethylenes) ist eine fast unendliche Kette von Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen, die je nach Dichte unterschiedliche Eigenschaften aufweist. Ausgangssubstanz ist das Gas Ethylen, welches aus Erdöl und Erdgas gewonnen wird. Ein natürlich vorkommendes Polyethylen ist das Elaterit.

Die Polymerisation kann bei Druck von 1400 bis zu 3000 bar und Temperaturen zwischen 100 und 300°C mit Hilfe von Katalysatoren (Sauerstoff oder Peroxide) oder bei niedrigem Druck (1 bis 50 bar) und bei Temperaturen von 20°C bis 150°C) an heterogenen Katalysatoren (Titantetrachlorid und Aluminium- oder Magnesiumalkylen) erfolgen.

Je nach Art der Polymerisation erhält man Polyethylen niedriger Dichte bzw. Niedrigdruck-Polyethylen (Low Density: LD-PE) und Polyethylen hoher Dichte bzw. Hochdrcu-Polyethylen (High Density: HD-PE), die unterschiedliche Eigenschaften für verschiedene Einsatzzwecke bieten.

III. Eigenschaften
Polyethylen hat eine sehr geringe Wasserdampfdurchlässigkeit; die Diffusion von Gasen, Aromastoffen und etherischen Ölen ist hingegen relativ hoch. Polyethylen hat eine gute Zähigkeit, niedrige Festigkeit und Härte, sehr gute Chemikalienfestigkeit, aber eine Neigung zur Rissbildung bei Spannung und eine geringe Temperaturfestigkeit und kann bei Temperaturen von über 80° C nicht eingesetzt werden und ist bis ca. −50°C  kältefest. Seine niedrige Dichte reicht von 0,915 bis 0,965 g/cm³.

Polyethylen ist in Lösungsmitteln erst ab 60 ° C löslich.  Bestimmte Kohlenwasserstoffe führen zu einer Quellung. Je nach Dicke ist Polyethylen milchig weiß bis transparent opak. 

Produkte mit höherer Molmasse besitzen eine bessere Festigkeit und Streckbarkeit; man erkennt sie an der Bezeichnung High Molecular Weight (HMW-LDPE).

Durch Copolymerisation von Ethylen beispeislweise mit Buten und Octen kann der Verzweigungsgrad der hergestellten Polyethylene reduziert werden. Diese Copolymere werden als Linear Low Density Polyethylene (LLDP) bezeichnet. 

Die Vorteile von Polyethylen liegen v.a. in der Geruchs- und Geschmacksneutralität, hohen Transparenz, leichten Verarbeitung, sehr guten Verschweißbarkeit, langer Lebensdauer, hoher Belastbarkeit sowie der Lebensmittelechtheit und Recyclbarkeit.

IV. Marktsituation
Polyethylen ist mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent der Massenkunststoff weltweit (ca. 52 Mio. Tonnen) und auch in Europa und Deutschland der am häufigsten produzierte Kunststoff. Die Produktionsmenge in Deutschland beträgt fast 2 Mio. Tonnen.

Unter folgenden Handelsnamen wird Polyethylen u.a. weltweit vertrieben: Hostalen, Lupolen, Vestolen und Trolen. Seit etwa 1957 wird Polyethylen vor allem in Gas- und Wasserleitungen und ist als Rohstoff in der Verpackungsindustrie weit verbreitet. Polyethylen findet auch Einsatz für die Herstellung von Spielwaren, Mülltonnen, diverse Gefäßen, Kabelummantelungen, Kunststofffolien und Beschichtungen für Verbundverpackungen.

Aus PE-HD können durch Spritzguss- und Extrusionsverfahren beispielsweise Gefäße und Rohre produziert werden. Durch das Extrusionsblasverfahren können aus PE-LD und PE-LLD Folien (Müllsäcke, Schrumpffolien, Landwirtschaftsfolien usw.) hergestellt werden. Polyethylen kann einfach recyclt werden, weshalb es Sinn macht ihn aus dem
Abfall zu separieren oder sortenrein zu erfassen, wie etwa bei Folien, die in der Landwirtschaft verwendet werden.

V. Umwelt und Gesundheit
Da das Monomer Ethylen ungiftig ist, ergibt sich bei Polyethylen für den Verbraucher kein gesundheitliches Problem durch Restmonomergehalte. Polyethylen gilt als gesundheitlich unbedenklich. Toxikologisch bedenklich können je nach Einsatz die dem Polyethylen zugesetzten Additive sein. Im Vergleich zu anderen Kunststoffen wie beispielsweise PVC ist der Anteil an Additiven in Polyethylen mit durchschnittlich etwa 5 Prozent jedoch gering.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat im Februar 2005 keine Bedenken gegen die Verwendung von Polyethylen bei der Verwendung im Lebensmittebereich und bei der Herstellung von Bedarfsgegenständen geäußert. Welche Voraussetzungen für eine Unbedenklichkeit nach §5 Abs. 1 Nr. 1 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes erfüllt sein müssen, können Sie auf der Homepage des Bundesinstitut für Risikobewertung: Materialien für den Kontakt mit Lebensmitteln nachlesen.

Polyethylen ist biologisch so gut wie nicht abbaubar und wird damit durch UV-Licht, Mikroorganismen und Abbauprozesse in Böden und Deponien kaum oder nicht zersetzt. Auch ist Polyethylen sehr beständig gegenüber Säuren, Laugen und anderen Chemikalien.

Bei der Verbrennung von Polyethylen – das reinen Kohlenstoff darstellt - entstehen Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Wasser und Stickoxide. Insgesamt gehen von Polyethylen und seinen Produkten kaum Gefahren für Umwelt und Gesundheit aus.

Wegen seiner häufigen Verwendung im Verpackungsbereich beispielsweise als Einkaufstüte steht Polyethylen für die Wegwerfgesellschaft. Polyethylen schneidet jedoch im ökologischen Vergleich mit anderen Kunststoffen und Materialien im Verpackungsbereich häufig gut ab.

VI. Material-Daten
Hier finden Sie die Datenbank "Kunststoffempfehlungen" des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) mit Empfehlungen für

  • Polyethylen (CAS-Nummer: 009002-88-4)
  • Polyethylen, chlorsulfoniert (CAS-Nummer: 068037-39-8)
  • Pfropfcopolymerisat aus Polyethylen und Maleinsäureanhydrid

VII. Literatur und Quellen

Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon.de, KATALYSE Institut, Köln 2006

Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000

Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002 

Karcher, R.  Jakubke, H.: Lexikon der Chemie;  Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998

Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999

Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim  

Autor: KATALYSE Institut

Polychlorierte Naphthaline

Allgemeine Bezeichnung für die durch Chlorierung von Naphthalin erhältlichen chlorierten Kohlenwasserstoffe.

P. besitzen insektizide und fungizide Wirkung und finden Anwendung in Holzschutzmitteln. Zudem werden P. als Ersatzstoffe für polychlorierte Biphenyle in Kunstharzen und Dichtungsmassen zur Flammhemmung und als Weichmacher eingesetzt.
Die Penta- und Hexachlornaphthaline rufen schwere Chlorakne und Lebernekrosen hervor (sog. Perna-Krankheit). Da Schädigungen bereits ab 1-2 mg/m3 Luft beobachtet werden, müssen Penta- und Hexachlornaphtaline zu den giftigsten chlorierten Kohlenwasserstoffen gezählt werden.
Die Mono- bis Tri- und die Hepta- und Octa-Derivate sind hingegen weniger toxisch.

Autor: KATALYSE Institut