Glashütten

In G. werden als Luftschadstoffe Schwefeldioxid (aus dem Schwefelgehalt des Brennstoffs sowie dem Gehalt des Rohstoffs an Natriumsulfat), Stickoxide (aufgrund der hohen Temperaturen der Luft in den Schmelzwannen), Fluoride (je nach Glassorte und Rohstoff, Fluor), Chloride (je nach Chloridgehalt des Rohstoffs, Chlor) sowie Stäube ausgestoßen. Der ausgestoßene Staub enthält bei Sondergläsern erhebliche Anteile an Schwermetallen (Blei).

In mehreren Projekten im Rahmen des Altanlagensanierungsprogramms der Bundesregierung wurden die Emissionen von G. durch folgende Maßnahmen deutlich gesenkt:

  • Schwefeldioxid: Umstellung von fossil auf elektrisch beheizte Glaswannen;
  • Stickoxide: Umstellung der Feuerungsanlage von Luft- auf Sauerstoffbetrieb;
  • Staub: Durch wirksame Entstaubung konnten Reingasstaubgehalte von unter 20 mg/m3 Abgas erreicht werden;
  • Fluoride: Die Fluoridgehalte der Abgase konnten gleichzeitig durch Verwendung fluoridarmer Rohstoffe unter 5 mg/m3 gehalten werden. Dieser Stand der Technik von 5 mg/m3 wurde in die TA Luft 1986 übernommen.

Siehe auch: Glas, Schwefeldioxid, Stickoxide, Fluoride, Staub, Stickoxide

Autor: KATALYSE Institut

Giesserei

G. stoßen Geruchsstoffe (Olfaktometrie) und Stäube aus. Für die Geruchsemissionen aus der Kernmacherei haben sich Biofilter zur Reinigung bewährt.

Die TA Luft 1986 begrenzt die Emissionen organischer Stoffe aus der Kernmacherei (in der die Gußformen hergestellt werden), insbesondere die geruchsintensiven Amine auf 10 mg/m3, sowie Emissionen an organischen Stoffe aus der G. auf 50 mg/m3 Abluft (als Gesamtkohlenstoff).

Die Staubemissionen werden für Anlagen zum Erschmelzen von Stahl oder Gußeisen auf 20 bzw 50 mg/m3 (je nach Art der Öfen), für Nichteisenmetall-G. auf 20 mg/m3 begrenzt (10 in Bleihütten).

Siehe auch: Olfaktometrie, Stäube, Biofilter

Autor: KATALYSE Institut

Gerberei

Siehe Textilindustrie.

Autor: KATALYSE Institut

Galvanisieren

Im engeren Sinn wird unter G. die elektrochemische Oberflächenbehandlung von Metallen verstanden.

Die Galvanik (Metallindustrie), d.h. das elektrolytische Abscheiden von metallischen dünnen Schichten, wird zum Zweck der Veredlung von Oberflächen sowie zum Schutz vor Korrosion (Korrosionsschutz) angewandt. Kritisch sind die in den beim G. verwendeten Bädern anfallenden Metall-, Salz-, und Säurerückstände. Aus den Rückständen können in vielen Fällen Wertstoffe zurückgewonnen werden.

Siehe auch: Metallindustrie, Korrosion, Abwasser, Abwasserabgabengesetz

Autor: KATALYSE Institut

Glaswolle

siehe Mineralwolle

Autor: KATALYSE Institut

Geotopschutz

Der G. ist der Bereich des Naturschutzes, der sich mit Erhaltung und Pflege schutzwürdiger Geotope befaßt. Gefahren für Geotope gehen vor allem vom Abbau von Rohstoffen, von einer Bebauung oder der Verfüllung mit Abfällen aus.

Nicht zuletzt können Geotope durch natürliche Verwitterungseinflüsse oder einer zu dichten Vegetationsdecke unwiederbringlich verloren gehen.

Bekanntes Beispiel für eine einstmals geplante Nutzung als Deponie ist die Grube Messel bei Darmstadt. Die Grube Messel ist wegen ihrer ungewöhnlich gut erhaltenen fossilen Wirbeltierfunde aus dem Tertiär weltweit bekannt. Dieses Geotop ist 1995 von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgewiesen worden und konnte vor einer Verfüllung verschont bleiben.

Ziel des G. ist die Erhaltung von geologischen Aufschlüssen als "Archive der Erdgeschichte" für Lehre und Forschung, sowie für die interessierte Öffentlichkeit zu sichern. Dabei werden nur
solche Geotope geschützt, die sich durch besondere erdgeschichtliche Bedeutung und/oder Seltenheit sowie durch landschaftsästhetische Gesichtspunkte hervorheben.

Heute sind bundesweit über 15 000 schützenswerte Geotope von den Geologischen Diensten der Länder in sogenannten GeoSchOb*-Katastern (*Geologisch schützenswerte Objekte) erfaßt. Durch die
reine Erfassung erhält das Geotop jedoch noch keinen rechtlichen Schutzstatus.

Der G. trägt zum Erhalt der Geodiversität bei. Die Geodiversität ist die abiotische Lebensraumgrundlage für die Arten und ausschlaggebend zum Erhalt einer größtmöglichen Biodiversität.

Autor: KATALYSE Institut

Glasfasertapeten

G. sind eine spezielle Art von Tapeten, mit dem Grundstoff Glas bzw. Glasfasern (Mineralwolle).

Die einzelnen Glasfasern werden zu Garnen unterschiedlicher Dicke gesponnen und dann flächig verwoben. Durch kurzes Erwärmen des Glasfasernetzes wird eine Verbindung der einzelnen Fasern erreicht. Die Herstellung und Verarbeitung der Glasfasern ist allerdings mit gesundheitlichen Risiken behaftet. Es kann zu einer karzinogenen Wirkung, verursacht durch die lungengängigen, faserförmigen Feinstäube, kommen (MAK-Wert, Mineralwolle).
Speziell beim Tapezieren und noch mehr beim Renovieren, wenn die Tapete entfernt wird, kann es zu einer Feinstaubbelastung kommen. Meist werden die G. mit einer völlig geschlossenen flächigen Kunstharzfarbe beschichtet, welche die Faserfreisetzung während der Nutzungszeit verhindert, aber gleichzeitig das Raumklima verschlechtert (Diffussionswiderstand).

Autor: KATALYSE Institut

Geotop

G. sind erdgeschichtliche Bildungen der abiotischen (unbelebten) Natur, die Kenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln.

Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralen und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen wie Quellen, Höhlen, Gletscherspuren und natürliche Landschaftsteile.

Der Begriff G. besitzt im Vergleich zu dem Begriff „Biotop“ einen wesentlich geringeren Bekanntheitsgrad. In Deutschland wurden in der Vergangenheit noch weit vor Biotopen gefährdete geologische Einzelbildungen oder ganze Landschaftsteile als Natur- oder Bodendenkmäler unter Schutz gestellt.

Das erste überhaupt in Deutschland unter Naturschutz gestellte Objekt ist ein G. Es handelt sich hierbei um den im Jahr 1836 von der preußischen Regierung amtlich geschützten, südlich von Bonn gelegenen Drachenfels am Rhein, einer vulkanischen Quellkuppe.

G. können durch natürliche Prozesse oder genauer ausgedrückt endogen (durch Kräfte des Erdinneren, wie z.B. durch Vulkanismus) oder exogen (durch Kräfte, die auf der Erdoberfläche einwirken, wie z.B. durch Verwitterung) während der Erdgeschichte entstanden sein. Als aktive G. werden diejenigen bezeichnet, deren Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist (z.B. Tropfsteinhöhlenbildung).

Eine große Vielzahl von G. wurde durch anthropogene Prozesse geschaffen. Seit der Antike und im ganz besonderen Maße seit dem Mittelalter wurden ganze Landschaftsteile flächenhaft, linear oder punktuell durch Menschen verändert. Der seit der Antike betriebene Erzbergbau florierte im Mittelalter auf Grund der Bevölkerungszunahme. Noch heute zeugen Pingen (Pingen sind kleinflächige Vertiefungen in der Landschaft, die häufig durch Schurfarbeiten von Bauern zum Abbau von Eisensteingeoden ausgehoben wurden), Gruben und Halden von diesen Bergbauaktivitäten und stellen künstlich geschaffene, wertvolle G. dar.

In Deutschland sind Bergbaufolgelandschaften durch den Erzbergbau im Harz oder die Basaltlava-Steinbrüche in der Eifel entstanden (Mayen, Mendig und Maria Laach). Bahntrassen-Einschnitte wurden besonders im 19. Jahrhundert dort angelegt, wo sich ein Tunnelbau als zu aufwendig erwies, und sie schneiden tiefgreifend linear in die Landschaft ein. Der G.-schutz sieht seine Aufgabe neben der Pflege und dem Schutz natürlicher G. auch darin, die durch menschliche Handlungen entstandenen Geotope sowohl unter naturwissenschaftlichen als auch unter kultur- und montanhistorischen Gesichtspunkten zu bewerten und zu erhalten.

Autor: KATALYSE Institut

Geothermie

G. ist die unterhalb der festen Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie. Man nennt sie daher auch Erdwärme. G. ist eine Energieform, die höchsten Umweltansprüchen gerecht wird. Als G. oder Erdwärme bezeichnet man die gesamte unterhalb der festen Erdoberfläche gespeicherte Wärmeenergie, zurückzuführen auf die Zeit der Erdentstehung und den ständigen Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente in Erdmantel und Erdkruste.

99 Prozent unseres Planeten sind heißer als 1.000°C und nur 0,1 Prozent sind kühler als 100°C. Je tiefer man in die Erde vordringt, um so heißer wird es: unterhalb der oberflächlichen Erderwärmung durch die Sonne nimmt die Temperatur pro 100 Meter Tiefe 3,5 bis 4°C, in einigen Gebieten sogar zwischen 5 bis 8°C, zu.

Aus dem Inneren der Erde fließt ein kontinuierlicher Wärmestrom zur Erdoberfläche. Rund 30 Prozent des Wärmeenergiestroms kommt aus dem heißen Erdkern und etwa 70 Prozent entstehen durch den ständigen Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente in Erdmantel und Erdkruste.

Mit den heute entwickelten Technologien ist es fast überall möglich, diese umweltfreundliche und klimaschonende Energiequelle zu nutzen. G. hat viele Vorteile:

  • sie steht jederzeit, das heißt unabhängig von Tag und Nacht, Klima und Jahreszeit zur Verfügung,
  • kann direkt dort erschlossen werden, wo die Energie benötigt wird, dadurch entfallen lange Transportwege zum Verbraucher,
  • ist nach menschlichem Ermessen unerschöpflich,
  • ist eine einheimische und krisensichere Energiequelle,
  • beansprucht wenig Platz und die Nutzung erfolgt ohne massive Eingriffe in Natur und Landschaft,
  • hat deutlich geringere Emissionen und Umweltwirkungen als fossile Energieträger und kann zu einer Reduzierung des Schadstoffausstoßes beitragen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein Großteil unserer Endenergie durch Erdwärme gedeckt werden könnte. In Deutschland und den Nachbarländern gibt es umfangreiche geothermische Ressourcen. Heute können mit Bohrungen Tiefen von 3000 bis 5000 Meter für die G. problemlos genutzt werden. In dieser Tiefe findet man Temperaturen von über 150° C, örtlich auch von über 200° C vor.

In der Europäischen Union gibt es bereits fast 800 MW an geothermischer Kraftwerkskapazität; dazu kommen rund 5000 MW in der Nah- und Fernwärmeversorgung, für Wärmelieferung in der Landwirtschaftlich usw. In fast 100.000 kleineren, dezentralen Anlagen der oberflächennahen G. sind in der EU etwa weitere 1000 MW installiert, der größte Teil davon in Schweden, Deutschland und Österreich. 1999 lieferten die in Deutschland installierten geothermischen Anlagen rund 400 MWth, davon etwa 340 MWth in kleinen, dezentralen Systemen unter 100 kW.

Mit den heute bekannten Ressourcen der hydrothermalen G. könnten etwa 29 Prozent des deutschen Wärmebedarfs, mit denen oberflächennahen G. noch einmal etwa 28 Prozent gedeckt werden.
Bei der Wärmeversorgung mit geothermischer Energie ist ein wirtschaftlicher Betrieb auch bei heutigen Energiepreisen zu erwarten. Auch die Gebäude des Berliner Bundestages (Reichstagsgebäude und umgebende Büroblöcke) nutzen oberflächennahe G. im Rahmen der Wärme- und Kälteversorgung. Ein wissenschaftliches Begleitprogramm wertet in den nächsten Jahren die Erfahrungen dieses weltweit einmaligen Energiekonzeptes aus.

Die verschiedenen Nutzungsformen der G.:

  • In vulkanischen Regionen nutzt man die Dampf- oder Heißwasserlagerstätten.
  • Wasserführende Schichten (Aquifere) gibt es in vielen Bereichen der Erdkruste Man teilt sie ein in heiße (über 100 °C), warme (40 bis 100 °C), oder solche mit Niedrigtemperaturwasser (25 bis 40 °C). Wasser mit einer Temperatur ab 20 °C gilt als Thermalwasser. Anlagen, die das Energieangebot dieser Schichten nutzen, zählt man zur hydrothermalen G. In Deutschland gibt solche Bereiche z. B. in der Norddeutschen Tiefebene zwischen der polnischen und der niederländischen Grenze, im Oberrheintal und in Süddeutschland zwischen Donau und Alpen oder etwa auf der Schwäbischen Alb. Ab etwa 100 °C lassen sich Aquifere auch zur Stromerzeugung nutzen.
  • Hot-Dry-Rock-Kraftwerke kommen zukünftig auch ohne unterirdische Heißdampflagerstätten aus. Sie produzieren Strom und Wärme auch aus heißem, trockenen Gestein. Die Grundlagen dieser Technologie sind entwickelt. Pilotkraftwerke können errichtet werden.

Oberflächennahe G. nutzt das Temperaturangebot im Bereich unterhalb der Erdoberfläche bis etwa 400 Meter, zum Heizen meist in Verbindung mit einer Wärmepumpe. Man kann den Untergrund aber auch direkt als Quelle für Klimakälte nutzen und spart dabei aufwendige Kälteerzeugung.

Unter den erneuerbaren Energien nimmt die G. wegen ihrer Eigenschaften eine besondere Stellung ein: Sie steht unabhängig von Witterung, Tag- und Nachtzeiten immer bedarfsgerecht zur Verfügung.

Im Mai 2000 ist Deutschland dem G.-Abkommen der Internationalen Energie-Agentur beigetreten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert die G. Forschung von 2001 bis 2003 mit rund 12 Millionen Euro und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (
EEG) garantiert für die Einspeisung von Geostrom eine Mindestvergütung. In Deutschland gehört das GeoForschungsZentrum Potsdam in Groß-Schönebeck zu den führenden Forschungseinrichtungen.

Siehe auch: Geothermische Energie.

Autor: KATALYSE Institut

Glas als Fenstermaterial

Normales Bauglas absorbiert fast völlig UV-Strahlung. Quarzglas und einige Kunststoffgläser sind dagegen durchlässig für UV-Strahlen.

Manche Baubiologen empfehlen UV-durchlässiges Glas als Südverglasung, um das natürliche Lichtspektrum (Licht) weitgehend unverändert zu erhalten. Hierbei ist allerdings zu beachten, daß von UV-Strahlung auch Gesundheitsgefahren ausgehen (Ozonabbau, UV-Strahlung, Hautkrebs, Grauer Star).

Farbig getönte Absorptionsgläser und metallbedampfte Reflexionsgläser (Wärmeschutzverglasung) sind energie- und schadstoffintensiver in der Herstellung, teurer, absorbieren mehr Tageslicht als normales Glas und sind schlechter einem Recyclingsprozeß zu unterziehen. Unbeschichtetes Glas läßt sich unter Einsparung von 30% des Primärenergieeinsatzes wiederverwenden (Altglas).

Für Bürohäuser wurden in den letzten Jahren Glasfassaden mit integrierten Solarzellen vorgestellt.
Fenster, Schadstoffemissionen bei der Glasproduktion: Glas

Autor: KATALYSE Institut

Gipsputz

Der G. besteht aus den Bindemitteln Naturgips oder REA-Gips und aus den Zuschlägen Sand und Kalk.Zusätze, z.B. Methylcelluslose, oder Füllstoffe, z.B. Perlite, werden v.a. den Fertigputzen beigemischt.

Der G. wird als Innenputz eingesetzt. Er lässt sich gut und einfach verarbeiten und wird meist maschinell als Maschinenputz aufgetragen. Es ist ein sehr langlebiger Putz, der jedoch nicht in Feuchträumen eingesetzt werden darf. Der G. zeichnet sich durch sein gutes Sorptionsvermögen, hohe Wasseraufnahme und Wasserabgabe aus. G. sollte, um seine Eigenschaften voll entfalten zu können, nicht geglättet, sondern abgefilzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Gasbeton

Alte Bezeichnung für Porenbetonstein

 

Autor: KATALYSE Institut

Grüner Punkt

Der G. kennzeichnet Verpackungen, die zur Verwertung geeignet sind und durch das duale System entsorgt werden, d.h. die Beschaffenheit der Verpackungen muß eine Abnahme und Verwertung außerhalb der kommunalen Abfallbeseitigung garantieren.

Für den G. wird eine Nutzungsgebühr erhoben, über die Erfassung und Sortierung finanziert werden. Kosten, die darüber hinaus entstehen, müssen von den Verpackungsherstellern getragen werden.
Die Vergabe erfolgt an inländische und ausländische Firmen. Kritisch zu sehen ist allerdings, daß Mehrwegverpackungen keinen G. tragen können und somit diskriminiert werden.

So könnten Einwegverpackungen mit dem G. vom Verbraucher möglicherweise als besonders umweltfreundliche Verpackungen angesehen werden, was schließlich zu Lasten etablierter Mehrwegverpackungen geht. Der G. dient somit auch der Absatzförderung.

Siehe Auch Duales System, Umweltzeichen.

Autor: KATALYSE Institut

Grüne Tonne

Gefäß zur getrennten Sammlung von Wertstoffen (Altpapier, Altglas, Weißblechdosen, Kompost o.ä.) aus dem Hausmüll.

Siehe auch Holsystem.

Autor: KATALYSE Institut

Grüne Liga

Die GRÜNE LIGA – Netzwerk ökologischer Bewegungen – hat die Wurzeln in der DDR. Die in der Grünen Liga engagierten Bürger der ehemaligen DDR forderten die Offenlegung von Umweltdaten.

Da aber aktives Umweltmanagement seitens der Regierung kritisch betrachtet wurde (die staatliche GNU – Gesellschaft für Natur und Umwelt war seit 1980 für umweltpolitische Fragen zuständig) organisierten sich die Mitglieder erst nach der Wende, endgültig wurde die GRÜNE LIGA Anfang 1990 gegründet. Das Ziel ist es, die Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen unter besonderer Berücksichtigung der Situation in den neuen Bundesländern zu koordinieren und zu unterstützen.

Die Schwerpunktthemen bilden dabei:

  • Reinhaltung von Wasser, Boden und Luft
  • Vermindung von Verkehr
  • Umweltverträglicher Tourismus
  • Umwelterziehung- und beratung
  • Müllvermeidung
  • Nachhaltiges Wirtschaften
  • Ökolandbau und gesunde Ernährung
  • Flächenpflege und Artenschutz

Inhaltlich setzt sich die Grüne Liga in vielen Bereichen ein, z.B. legt sie nahe, die Veräußerbarkeit von Grund und Boden neu zu überdenken. Ebenso setzt sie sich dafür ein, die Stoffkreisläufe zu Regionalisieren (Nahrung wie auch Energie), die Ökonomie mehr mit der Ökologie zu verflechten, und nicht zuletzt die Konfliktlösungsmechanismen zu überdenken, da die physische und /oder psychische Gewalt nicht im Einklang mit der ökologischen Lebensweise steht. Kurz: Die Grüne Liga will den gewohnten und verschwenderischen Lebensstil der Industrienationen so kritisch hinterfragen (und verändern) und auf konkrete Aktivitäten der wirtschaftlichen und politischen Gruppen besonders außerhalb der BRD hinweisen, dass sich positive Auswirkungen auf die Situation der Entwicklungs- und Schwellenländer ergeben.

Kontakt:
GRÜNE LIGA e.V. Bundesverband
Greifwalder Straße 4
10405 Berlin
Telefon: 0 30/ 2 04 47 45
Telefax: 0 30/ 2 04 44 68
E-Mail: bundesverband@grueneliga.de
www.grueneliga.de

Autor: KATALYSE Institut

Greenpeace Deutschland

Greenpeace Deutschland e.V. wurde 1980 mit Hauptsitz in Hamburg gegründet. Der Verein ging aus dem 1979 gegründeten "Verein zur Rettung und Erhaltung von Walen und Robben" hervor. In Deutschland sind etwa 1800 ehrenamtliche und 115 hauptamtliche Helfer aktiv, welche in regionale Gruppen unterteilt sind. Heute gibt es Jugend-AG`s (JAGs) und das "Senioren-Team" Fünfzig PLUS.
Es kristallisieren sich drei Arbeitsweisen heraus, nämlich zum einen die langfristig orientierte Arbeit (Öffentlichkeits-, Informations-, Lobby- und Recherchearbeit), die mittel- und langfristige Arbeit (mit Themen kombinierte Projektarbeit, z.B. Umstellung auf Recyclingpapier in Copy- Shops) und zum dritten die kurzfristig orientierte Arbeit (Aktionen, Informationsveranstaltungen, Unterschriftensammlungen, etc.)
Aktuelle Kampagnen und Aktionen richten sich gegen Konzerne (z.B. Bayer), die in ärmeren Ländern gegen europäische Umweltstandards verstoßen, gegen den Ausstoß von Umweltgiften, v.a. Dioxinen (Besetzung einer Müllverbrennungsanlage in der Türkei) und gegen Atommülltransporte.
Gegen das US-Amerikanische Raketenabwehrsystem und die damit verbundene Gefahr eines atomaren Wettrüstens wird und wurde genauso wie gegen den Import von tropischen Hölzern protestiert, was auch den Schwerpunkt des zukünftigen Engagements von Greenpeace sein soll.
Die Greenpeace-Nachrichten sind nur für Mitglieder erhältlich. Das Greenpeace-Magazin hingegen erscheint alle zwei Monate und ist an allen größeren Kiosken für € 4,50 zu erhalten. Diese werden im eigenen „Greenpeace Umweltschutzverlag GmbH“ publiziert.

Kontakt:

Greenpeace e.V.
Große Elbstr. 39
22767 Hamburg
Tel. 040/30618-0
www.greenpeace.de

Autor: KATALYSE Institut

Global 2000

Global 2000 ist eine unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation mit Sitz in Wien, welche Umweltthemen auf internationaler Ebene zur Sprache bringt. Das Ziel von Global 2000 ist es gewaltfrei und unter Ausschöpfung aller demokratischer Mittel, nicht nur die Symptome (End of Pipe- Lösungen) zu behandeln, sondern auch Ursachenbekämpfung zu praktizieren.

Die Umweltschutzorganisation setzt sich kritisch mit der Globalisierung auseinander, macht sich gegen die Nutzung der Gentechnik und Atomkraft stark. Sie unterstützen die indigenen Völker, mit dem Ziel den Regenwald zu erhalten und setzten sich kritisch mit dem
Klimawandel und dem Treibhauseffekt auseinander. Ebenso wird im Projekt NAWARO für die verstärkte Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen gekämpft. Global 2000 setzt sich gegen den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft ein und zeigt als Alternative den ökologischen Landbau auf. Der Umgang mit Wasser, Strom und Verkehr wird ebenfalls kritisch hinterfragt und Anregungen gegeben, wie jeder seinen Beitrag leisten kann, um die Ressourcen der Erde zu schonen. Für genauere Informationen sendet Global2000 kostenlose Broschüren zu.
Viermal jährlich erscheint das Magazin „Global News“
Global 2000 ist österreichisches Mitglied im „Friends Of The Earth International“.

Kontakt:
Flurschützstraße 13
1120 Wien
Tel. 01/812 57 30-0
Fax 01/812 57 28

E-Mail: office@global2000.at
www.global2000.at

Autor: KATALYSE Institut

Glas

Glas ist ein anorganisches Schmelzprodukt, das sich, ohne merklich zu kristallisieren, abkühlen lässt und erstarrt.

Die Rohstoffe für die Glasherstellung sind Sand (70 Prozent), Kalkstein/Dolomit, Feldspat und Soda. Für diese Materialien sind sowohl in Deutschland als auch weltweit ausreichend Ressourcen vorhanden. Auch die flächendeckenden Altglas-Sammlungen sind inzwischen zu einer guten Rohstoffquelle bei der Herstellung bestimmter Glassorten v.a. farbiger Gläser geworden. Je nach Glas-Sorte und Verwendungszweck sowie Herstellungsverfahren variiert die Zusammensetzung der Rohstoffe und Zusätze. Die Erzeugnisse der Glasindustrie bestehen aus Flachglas (Fenster), Glasfasern, Mineralwolle), Schaumglas und Hohlglas. Letzteres umfasst vor allem die Kategorie Behälter-Glas (z.B. Flaschen), die etwa 2/3 der gesamten Glasproduktion ausmacht.

Autor: KATALYSE Institut

Giftmüllexport

Geschätzte 5-6 Mio t Sonderabfall fallen in Deutschland alljährlich an, die Tendenz ist steigend.

Die Menge könnte sich mit Inkraftreten der neuen TA Abfall auf 11-18 Mio t erhöhen. In Deutschland kostet die Entsorgung 1 t Sonderabfall 280-350 DM, im Einzelfall können die Preise jedoch erheblich höher liegen (bis zu 4.000 DM z.B. für die Verbrennung PCB-haltiger Abfälle). Stärker noch als beim "normalen" Müll, der z.T. auch legal aus finanziellen Gründen ins Ausland gebracht wird (Abfalltourismus), ist beim G. der Gewinnanreiz ausschlaggebend.

Der "Handel" folgt dem bekannten Wirtschaftsgefälle aus den westlichen Industrieländern in die armen und ärmsten Länder der Welt, die im Extremfall für die Annahme 1 t Sonderabfall 100 DM und weniger erhalten. Während sich vor allem die afrikanischen Staaten gegen diese Geschäfte zu wehren beginnen, entsteht in Osteuropa gerade ein aufnahmewilliger, weil devisenbedürftiger Markt.

Ein Überblick über die Menge der anfallenden Sonderabfälle und damit eine Einschätzung des Ausmaßes illegaler Exporte ist nicht vorhanden. Es existieren allenfalls offizielle Daten, die niedriger sind als die wirklichen. G. ist in Deutschland wie in anderen westlichen Industrieländern offiziell geächtet, Kontrollen greifen allerdings nur im Einzelfall.

Nach Schätzungen von Greenpeace haben die westlichen Industrieländer von 1986 bis 1991 10 Mio t hochgiftigen Müll exportiert, weitere 160 Mio t versuchte man vergeblich loszuwerden. Die Profite dieser illegalen Geschäfte lassen sich nach Schätzungen mit denen im Drogen- und Waffenhandel vergleichen.

Lit.: C.Grefe/A.Bernstorff: Zum Beispiel Giftmüll, Göttingen 1992

Autor: KATALYSE Institut

Giftmüll

Siehe Sonderabfälle.

Autor: KATALYSE Institut

Gewerbeabfälle

In industriellen Betrieben fallen Abfälle an, die wegen ihrer Mengen oder Schadstoffgehalte nicht gemeinsam mit Hausmüll entsorgt werden.

Die Tab. gibt Mengen von industriellen Abfällen und deren Verbleib an. Bei einer Eigenentsorgung verfügen die Betriebe über eigene Abfallbehandlungsanlagen, und bei Fremdentsorgung werden die Abfälle von einem Fremdunternehmen abgeholt und entsorgt.
Man erkennt, daß die Verwertungsgrade für G. sehr gering sind. Durch verschiedene Maßnahmen wird versucht, die Gewerbemüllmenge zu verringern:

  • Recycling innerhalb eines Produktionsprozesses oder einer Firma (Beispiel: Wiederaufarbeitung von Dünnsäure),
  • Recycling zwischen Industriebetrieben (Fremdentsorgung) vermittelt über Abfallbörsen,
  • Verwendung rohstoffsparender Technologien (Beispiel Runderneuerung von Altreifen).

Mit ca. 95 Gew.-% kommt ein Großteil der G. aus der verarbeitenden (chemischen) Industrie und aus dem Baugewerbe.
Ein Problem bilden die in großen Mengen anfallenden Sonderabfälle, die i.d.R. auf Sondermülldeponien gebracht werden, da in Deutschland keine ausreichenden Behandlungsanlagen vorhanden sind. Besonders hervorzuheben sind dabei das verarbeitende Gewerbe und Krankenhäuser.
Hausmüllähnlicher Gewerbemüll

Lit.: UBA (Hrsg.): Berlin, Daten zur Umwelt (erscheinen in zweijährigen Abständen)

Autor: KATALYSE Institut

Getrennte Sammlung

Durch die G. können die im Abfall enthaltenen Wertstoffe sortenrein erfaßt und einer Wiederverwertung zugeführt werden.

Nahezu flächendeckend werden in der alten BRD Papier und Glas getrennt gesammelt, in kleinerem Umfang auch Kunststoffe, Metalle, Textilien und Biomüll. Zur Erfassung der Wertstoffe werden in der Praxis verschiedene Sammelsysteme angewendet, wobei man zwischen Holsystemen (grüne Tonne,

Biotonne, Mehrkammermüllsystem) und Bringsystemen (Container, Recyclinghöfe) unterscheidet. Durch die G. ist theoretisch eine Reduzierung der Hausmüllmenge um 15 bis 75 Gew.-% zu erzielen. Mit der G. erfaßte Wertstoffe können i.a. gut verwertet werden.

Getrennt gesammeltes Mischglas ist relativ unproblematisch zur Erzeugung von Buntglas einsetzbar. Um auch Weißglas als Recyclingprodukt herstellen zu können, sollte die Glassammlung möglichst nach Farben getrennt (Weiß-, Grün- und Braunglas) erfolgen. Aufgrund der Recyclingschwierigkeiten sollte der Einsatz von Weißglas jedoch ganz vermieden werden, zumal Lebensmittel (z.B. Milchprodukte) in Buntglas länger haltbar sind und lediglich aus optischen Gründen in Weißglas verkauft werden. Kunststoffe sind nur dann verwertbar, wenn sie sortenrein getrennt sind (Kunststoffe, Kunststoffabfälle, Kunststoffrecycling).

Diese sortenreine Trennung ist jedoch für häusliche Abfälle nur schwer und unter erheblichem Sortieraufwand zu bewerkstelligen. Aluminium ist gut verwertbar, sollte jedoch aufgrund des hohen Energieeinsatzes möglichst vermieden werden. Probleme bereitet auch das Recycling von Weißblechdosen, da sie mit Zinn legiert sind. Getrennt gesammelter organischer Müll läßt sich zu hochwertigem Kompost verarbeiten, der im Gegensatz zu Kompost aus Hausmüllsortieranlagen wenig mit Schadstoffen belastet ist. Daher ist er gut für einen Einsatz als Bodenverbesserungsmaterial geeignet (Kompostierung).

Eine kostensparende und ökologisch sinnvolle Alternative zur G. von organischem Material stellt die Eigenkompostierung dar, deren Förderung durch entsprechende Maßnahmen der
Abfall- und Umweltberatung anzustreben ist. Um möglichst hohe Verwertungserfolge zu erzielen, ist eine ausführliche Aufklärung der Bevölkerung zu Fragen der G. notwendig.
Bei allen Bemühungen zur G. ist es jedoch besser, Müll zu vermeiden, als ihn zu verwerten.

 

Siehe auch Abfallvermeidung, Abfallverwertung

Autor: KATALYSE Institut

Geplante Obsoleszenz

‚Geplante Obsoleszenz‘ beschreibt die Strategie von Unternehmen/Herstellern, die Lebensdauer ihrer Produkte absichtlich zu verkürzen, damit der Verbraucher/Käufer schneller ein neues Produkt kaufen muss.

Dabei werden die Produkte so geplant und hergestellt, dass minderwertige Qualität (z.B. Plastik anstatt Metall) oder Schwachstellen eingebaut werden und einzelne Teile des Produkts nach relativ kurzer Zeit funktionsuntüchtig werden. Dies führt dazu, dass das Produkt nicht mehr im vollen Umfang oder gar nicht mehr benutzt werden kann. Zudem kann der Verbraucher/Käufer die fehler- oder schadhaften Teile nicht oder nur teuer ersetzen. Der Neukauf zahlt sich dadurch für den Käufer mehr aus als die Reparatur, da diese meist zu teuer bzw. nicht möglich ist. Viele Hersteller bieten bewusst keine Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteile oder Anleitungen (erschwert die Eigenreparatur) an. Durch fest eingebaute Teile, wie z.B. Akkus, müsste man bei der Reparatur das ganze Bauteil ersetzten. Dies ist schwieriger und teurer als der Neukauf.
Allerdings muss auch der Verbraucher beim Kauf auf diese Merkmale (eingebaute Akkus, etc.) und auf die Qualität der Bauteile achten. Ein Indikator ist der Preis: Billige Produkte versprechen meist nie die gleiche Qualität wie teurere Produkte, da für diesen Preis nur minderwertige Materialien mit einer geringeren Lebensdauer eingebaut werden.

Eine weitere Möglichkeit der Obsoleszenz besteht darin, dass bestimmte Anwendungen oder Zubehör nicht mehr mit einem Vorgängermodell kompatibel sind und daher nicht benutzt werden können. Dies ist vor allem bei Computern, Handys und anderen Elektrogeräten der Fall. Neue Anwendungen, Features, angeblich leistungsfähigere Modelle oder ein neues Design führen dazu, dass in den Köpfen der Verbraucher die Produkte schnell 'veraltet' sind (Bedarfweckungsgesellschaft). Hier muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden, so dass der Markt langlebige Produkte mit hoher Qualität anbieten müssen.

Die schnelle Alterung der Produkte wird heute fast in allen Produktbereichen beobachtet. Dies lohnt sich insbesondere in der Elektroindustrie. Doch auch die Autoindustrie scheint 'geplante Obsoleszenz' anzuwenden. Beweisen lässt sich die 'geplante Obsoleszenz' nur schwer, doch die Häufigkeit der verfrühten Alterung weißt daraufhin, dass diese Praktik in der Industrie angewendet wird. Zudem gibt es einige Produkte, die vor einigen Jahrzehnten länger gehalten haben als heute (bekanntes Beispiel ist die verkürzte Lebensdauer der Glühbirne von 2500 auf 1000 Stunden).

Die ‚geplante Obsoleszenz‘ bewirkt nicht nur, dass der Verbraucher häufiger ein Produkt neu kaufen muss, sondern auch, dass der damit verbundene hohe Ressourcen- und Energieverbrauch und das steigende Müllaufkommen ein Problem für die Umwelt bedeutet. An der ‚geplanten Obsoleszenz‘ verdienen vor allem die Produzenten/Unternehmen.

Viele Verbraucher wehren sich inzwischen gegen diesen Betrug und die damit verbundene Umweltverschmutzung und bilden Repair Cafés, Reparatur-Communities (z.B. iFixit) und Austausch-Plattformen. Auf murks-nein-danke.de kann man auffälligen Verschleiß melden und so für andere Verbraucher sichtbar machen. Auch die Grüne Informationstechnologie (Green IT) versucht eine Alternative zur Strategie der 'geplanten Obsoleszenz' zu bieten.

Siehe auch Green IT

Lit.

  • Felstermann, Guido (2013): ZDF Zoom: Kaum gekauft, schon kaputt - Der Ärger mit den Elektrogeräten. [Reportage]. ZDF: Mainz.
  • MEDIA 3.14 – ARTICEL Z (2011): Kaufen für die Müllhalde. Strasbourg: Arte. [Stand: 15.05.2013].
  • Poprawa, Peter (2012): Geplante Obsoleszenz. [Stand: 16.05.2013].

Autor: KATALYSE Institut

Gelbe Tonne

Mülltonne zur Sammlung von Verpackungsmüll, die vom Dualen System bereitgestellt und entleert wird.

Siehe auch Verpackungsverordnung, Grüner Punkt.

Autor: KATALYSE Institut