Akkumulation

In der Ökologie: Anreicherung eines Schadstoffes in einem Organismus.

Siehe auch: Bioakkumulation, Anreicherung

Autor: KATALYSE Institut

Akarizide

Substanzen zur Bekämpfung von Milben.

A. werden bevorzugt eingesetzt zur Bekämpfung von Spinnmilben im Obst-, Gemüse- und Weinanbau.

Siehe auch: Pestizide, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Agrochemikalien

Oberbegriff für die in der Landwirtschaft verwendeten Chemikalien.

Besonders Pestizide und synthetische Düngemittel.

Siehe auch: Ökologischer Landbau, Konventioneller Landbau

Autor: KATALYSE Institut

Aggregatzustände

Physikalische Erscheinungsform der Stoffe, die durch die Beweglichkeit der Teilchen in einem Stoff festgelegt wird.

Die Aggregatzustände können fest, flüssig oder gasförmig sein.

Siehe auch: Plasma

Autor: KATALYSE Institut

Agent Orange

Bezeichnung für ein 1:1-Gemisch der n-Butylester von Dichlorphenoxyessigsäure(2,4-) und Trichlorphenoxyessigsäure(2,4,5-) nach der militärischen Farbkennung.

Agent Orange wurde im Vietnamkrieg von den USA als Entlaubungsmittel eingesetzt. Agent Orange enthielt das Dioxin 2,3,7,8-TCDD (Dioxine und Furane) als Verunreinigung.

Siehe auch: Dichlorphenoxyessigsäure, Trichlorphenoxyessigsäure

Autor: KATALYSE Institut

Aerob

= in Gegenwart von Sauerstoff.

Aerobe biologische bzw. chemische Prozesse sind z.B. Atmung, Oxidation und Verbrennung. Gegenteil: anaerob.

Autor: KATALYSE Institut

Additive

Stoffe, die Produkten in (kleinen) Mengen zugesetzt werden, um deren Eigenschaften zu verändern.

Beispiele: Wasserenthärter zur Trinkwasseraufbereitung; Inhibitoren in Korrosionsschutzmitteln (Korrosion); Weichmacher, Stabilisatoren, Antioxidantien, Flammschutzmittel und Pestizide in Kunststoffen; Antiklopfmittel in Kraftstoffen.
Bei Lebensmitteln und Körperpflegemitteln spricht man von Zusatzstoffen. Toxikologisch gesehen sind Produkte mit einer Vielzahl von A. bedenklich.

Siehe auch: Wasserenthärter, Trinkwasseraufbereitung, Inhibitoren, Weichmacher, Stabilisatoren, Antioxidantien, Flammschutzmittel, Pestizide

 

Autor: KATALYSE Institut

Adaption

(=Anpassung); u.a. ein Begriff in der Biologie. Adaption ist eine im Laufe der Evolution entwickelte, erbliche Anpassung von Organismen an eine bestimmte Umweltbedingung.

Voraussetzung für die Ausbildung einer Adaption ist das Auftreten von Mutationen und ihrer phänotypischen Ausprägung, die dem Lebewesen unter bestimmten Umweltbedingungen eine erhöhte Vermehrungs- und Überlebensrate sichern. Z.B. ermöglichen die Adaption bestimmter Pflanzenrassen ihr natürliches Vorkommen auf schwermetallhaltigen Böden.

Autor: KATALYSE Institut

Acrylsäurenitril

Acrylsäurenitril auch als Acrylnitril bezeichnet, ist eine farblose, stechend riechende Flüssigkeit. Es wirkt auch als Atemgift und kann über die Haut resorbiert werden.

Es besitzt etwa 1/30 der Giftigkeit von Blausäure. In Tierversuchen hat sich A. als carcinogen (krebserregend) erwiesen. Auch für den Menschen besteht ein karzinogenes Risiko. Acrylsäurenitril dient als Ausgangsstoff für zahlreiche Kunstfasern und Kunststoffe.
Zu den größten A.-Produzenten zählen die USA, Japan und Deutschland. Aufgrund großer Kapazitäten und technischer Eignung werden auch heute noch Teile der Rohstoffe für Umweltzeichenprodukte z.B. Acryllackdispersionsfarben aus Acrylsäurenitril hergestellt.

Autor: KATALYSE Institut

Absorption

Absorption von Stoffen: Aufnahme eines Stoffes in einen anderen und dessen gleichmäßige Verteilung. Beispiel: Kohlendioxid in Mineralwasser.

Das Aufsaugen von Flüssigkeiten oder Gasen durch die Haut (z.B. Hautcremes). Absorption von Strahlung: Schwächung von Strahlung beim Durchgang durch Materie. Zur Absorption von ionisierender Strahlung dient die Abschirmung. Nicht zu verwechseln mit Adsorption.

Autor: KATALYSE Institut

Abscheidung

Durch Absorption und Adsorption (Abgasreinigungsverfahren) können Schadstoffe aus Rauchgasen abgeschieden werden.

Der Abscheidegrad von Rauchgasreinigungsanlagen (Elektrofilter, Rauchgasentschwefelungsanlage, Rauchgasentstaubungsanlage, Rauchgasentstickungsanlage) gibt an, wieviel Prozent des im Rauchgas enthaltenen Schadstoffes durch die Abgasreinigungsanlage zurückgehalten werden.

Siehe auch: Abgasreinigungsverfahren, Schadstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Abklingbecken

Siehe Brennstoffkreislauf.

Autor: KATALYSE Institut

Abiotisch

Unbelebt; z.B. die a. Synthese organischer Stoffe in der Uratmosphäre aus kleinen anorganischen Molekülen mit Hilfe von Strahlungsenergie, Wärme und elektrischen Entladungen.

Abiotische Umweltfaktoren, z.B. Wasser, Licht, Temperatur, Boden nehmen neben den biotischen Umweltfaktoren (z.B. Feinde, Konkurrenten, Beutetiere) Einfluß auf die Organismen innerhalb ihrer Ökosysteme.

Autor: KATALYSE Institut

Abfackeln

Als Abfackeln wird das Verbrennen von Abgasen beim Austritt aus einem Rohrleitungssystem bezeichnet.

Das Abfackeln wurde in Raffinerien und in der Chemischen Industrie häufig zur billigen Beseitigung von Abgasen benutzt sowie zur Beseitigung großer austretender Gasmengen in Störfällen. Diese Fackeln sind als sog. Hochfackeln mit ihrem Feuerschein weithin sichtbar.
Nach der TA Luft von 1986 müssen nun Gase, die in Raffinerien bei An- oder Abfahrvorgängen sowie durch Druckentlastungs- und Entleerungseinrichtungen austreten können, generell einer Nachverbrennung oder einer Verbrennung in Prozeßfeuerungen zugeführt werden.
Soweit dies nicht möglich ist, dürfen die Gase nach wie vor einer Fackel zugeführt werden, wobei allerdings für organische Stoffe ein Emissionsgrad von 1% - bezogen auf Gesamtkohlenstoff - nicht überschritten werden darf.
Deponiegas aus Mülldeponien wird oft ebenfalls abgefackelt. Sinnvoller ist in vielen Fällen die Nutzung der austretenden Gase z.B. in Blockheizkraftwerken.

Autor: KATALYSE Institut

ABC-Waffen

Sammelbezeichnung für atomare (Atomwaffen), biologische (biologische Waffen) und chemische Waffen (chemische Kampfstoffe)

Die Pariser Verträge von 1945 verbieten Deutschland Herstellung, Anwendung oder Besitz von ABC-Waffen.

Autor: KATALYSE Institut

Abbeizmittel

Alkalische, saure oder neutrale Mittel zur Entfernung von Anstrichfarben.

  • 1. Alkalische A., z.B. Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Salmiakgeist (Ammoniak), ätzend, zum Abbeizen von Kunstharzfarben (nach Anwendung zum Schutz des Untergrundes Neutralisation mit schwachen Säuren).
  • 2. Lösende A.: Mischungen aus organischen Lösemitteln, stark giftig: hauptsächlich Dichlormethan (Methylenchlorid) und Methanol, Beimischungen von Wachsen und Celluloseesthern, verhindern schnelles Verdunsten. Herabsetzung der Entflammbarkeit durch Zusatz von chlorierten Kohlenwasserstoffen (Dichlorethan, o-Dichlorbenzol). Handelsüblich sind kombinierte A..

Gesundheitsschädigende Wirkung bei Hautkontakt, durch Verschlucken und Inhalation. Bei Hautkontakt und Augenspritzern treten starke Rötungen und Blasenbildung auf (mit viel Wasser abspülen, Kleidung wechseln). Bei Verschlucken und Inhalation: Husten, Erbrechen, Atemnot, Schwindel, Koma (Arzt rufen! Frischluftzufuhr als Sofortmaßnahme). Schwere Inhalationsvergiftungen können in kleinen ungelüfteten Räumen durch Dichlormethan auftreten.

Vorsicht: In Gegenwart von offenen Flammen oder heißen Heizkörpern entsteht aus Dichlormethan das außerordentlich giftige Phosgen!
Aufgrund der starken Giftigkeit lösender A. sollten möglichst "Ablaugmittel" benutzt werden. Bei sachgemäßem Gebrauch (Hautkontakt meiden, lüften, mit Schutzbrille arbeiten!) sind Ablaugmittel relativ ungefährlich.

Nach Gebrauch gehören Laugen und A. mit den darin aufgelösten Farben/Lacken zum Sonderabfall.
Anstelle von A. ist auch thermisches Ablösen mit einem Heißluftfön möglich; allerdings können auf diese Weise Gase freigesetzt werden, die die Atemwege belasten und möglicherweise krebserregende Stoffe enthalten. Das Absaugen über Aktivkohlefilter oder das Tragen von Masken ist anzuraten.

Zum Abbeizen alter Möbel (keine Kunstharzlacke) können Soda oder Pflanzenseifen Verwendung finden. Bei mechanischer Entfernung durch Abhobeln, Schleifen das Einatmen des Farb- und Holzstaubes vermeiden. Auch das Abziehen mit dem "Abzieher" ist ökologisch unbedenklich, eignet sich aber nur für große, ebene Flächen. Werden trotzdem handelsübliche A. verwandt, ist bis zur Neutralisation (z.B. mit Zitronen- oder Essigsäure) auf ausreichende Belüftung zu achten. Es ist zu bedenken, daß neben Gesundheitsschäden auch Materialschäden entstehen können.

Siehe auch: Alkalische.

Autor: KATALYSE Institut

Abbaubare Kunststoffe

Kunststoffe zerfallen unter dem Einfluß von Sonneneinstrahlung in kleinere Bruchstücke (H2O und O2). Sind die Bruchstücke genügend klein, kann ein sehr langsamer biologischer Abbau von der Oberfläche her stattfinden.

Die Witterungsbeständigkeit der abbaubaren Kunststoffen wird durch Zusatzstoffe erhöht. Die meisten Kunststoffe sind innerhalb eines kurzen Zeitrahmens nicht abbaubar.
Die einzigen biologisch abbaubare Kunststoffe sind aliphatische Polyester. Hierzu gehören Polycaprolacton, das in der Landwirtschaft für Saatgut-Anzuchttöpfe verwendet wird, die nach 6 Monaten zu 40 Gew.-% und nach 12 Monaten zu 95 Gew.-% abgebaut sind, Polyglykolaten, das zur Herstellung von Wundfäden dient, die vom Körpergewebe resorbiert werden können, Polyhydroxybuttersäure und
Biopol.
Neben den biologisch abbaubare Kunststoffe gibt es eine Reihe auf Abbau getrimmter Kunststoffe:

  • Folien aus Polyethylen (PE), die Stärke enthalten (z.B. für Einkaufstüten). Wenn die Stärke jedoch biologisch abgebaut ist, bleiben feine PE-Partikel zurück, die zu groß sind, um biologisch abgebaut werden zu können.
  • Für die Landwirtschaft sind spezielle PE- und PVC-Abdeckfolien hergestellt worden, die u.a. Maisstärke enthalten. Sie zerfallen unter Abbau der Maisstärke innerhalb einer Vegetationsperiode zu nicht sichtbaren Rückständen, die eingepflügt werden. Daten zur Umweltverträglichkeit der Rückstände, bei einer Anreicherung über viele Jahre im Boden, liegen bislang nicht vor.
  • Die Polymere PE, Polystyrol und PVC können empfindlich gemacht werden für den Zerfall bei UV-Strahlung (Einpolymerisieren von Ketonen; Beimischung radikalbildender Substanzen). In den USA liefern PE-Hersteller Getränke-Sechserpackungen, die nach dreistündiger Einwirkung von Sonnenlicht zu einer bröckeligen Masse zerfallen. Verwendung finden Polymere dieser Art auch als Packmittel, Trinkbecher, Einweggeschirr, Eierverpackungen.

Die Verwendung von abbaubare Kunststoffe ist in Deutschland bislang nur eingeschränkt möglich, da sie zur Verpackung von Lebensmitteln nicht zugelassen sind. Unter den Umweltbedingungen, die auf einer Deponie gegeben sind (geringe Licht-, O2-, H2O-Zufuhr), werden selbst biologisch leicht abbaubare Kunststoffe nur geringfügig abgebaut.

Siehe auch: nachwachsende Rohstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Abbau

  • 1. Photochemischer Abbau: Durch die Einwirkung von UV-Strahlen können bestimmte reaktive Bindungen polymerer Kunststoffe "geknackt" werden, so daß vielfach ein weiterer Abbau möglich wird.
  • 2. Chemischer Abbau.: Chemische Reaktionen, wie z.B. die Spaltung von Bindungen unter Einwirkung von Säuren (saure Hydrolyse) können zum Abbau synthetischer und organischer Substanzen beitragen.
  • 3. Physiologischer Abbau: Dabei werden im Stoffwechsel stufenweise energiereiche Nährstoffe (z.B. Stärke) in energieärmere, einfachere Moleküle (z.B.Traubenzucker) zerlegt. Die dabei frei werdende Energie wird für die ununterbrochene Stoffwechselarbeit des Organismus benötigt.
  • 4. Biologischer Abbau im Boden: Der endgültige Abbau der in den lebenden Systemen festgelegten organischen Materie erfolgt in erster Linie durch Bakterien und Pilze (Destruenten) oder Zersetzer im Boden (Bodenorganismen).

Kohlenstoffhaltige Verbindungen werden zu Kohlendioxid und Wasser, Stickstoffhaltige Verbindungen zu Ammoniak, Nitrit und Nitrat abgebaut.
Oft kann jedoch eine Bakterien- oder Pilzart nur einen Abbau-Schritt vollziehen, es ist also meist die Zusammenarbeit von zahlreichen verschiedenen Lebewesen nötig, um eine Verbindung in die Endbestandteile zu zerlegen (Biozönose). Gut abbaubar sind die meisten in der Natur vorkommenden oder nur wenig veränderten Verbindungen wie z.B. Seife.

Synthetische Verbindungen können ebenfalls gut abbaubar sein. Je weiter jedoch der Molekülaufbau von in der Natur vorkommenden Stoffen abweicht, desto schwerer abbaubar werden die Verbindungen i.a. Dies kann so weit gehen, daß sie sogar den Abbau anderer Stoffe verhindern, also giftig wirken.

Mit Hilfe des biologischen Abbaubarkeitstests kann gemessen werden, wieviel einer organischen Substanz von biologischen Systemen abgebaut werden kann. Dabei gibt man Bakterien zusammen mit der Prüfsubstanz als Energiequelle in einen Reaktionsbehälter. Der Abbau der gelösten organischen Substanz wird z.B. durch die CO2-Produktion bzw. O2-Abnahme gemessen. Dabei ist zu prüfen, ob Stoffe vollständig abgebaut werden oder ob stabile Zwischenprodukte entstehen.

Bei Abwasser erhält man aus dem Verhältnis von BSB zu CSB einen Anhaltswert für die Abbaubarkeit der organischen Verbindungen. Gut abbaubar ist eine organische Verbindung dann, wenn BSB gleich CSB ist.

Siehe auch: Mikrobielles Transformationsvermögen.

Autor: KATALYSE Institut

Atolle

A. ist dieser ringförmige Rifftyp vor allem aus der Südsee und von den Malediven im Indischen Ozean. Die größten A. haben einen Durchmesser von über hundert Kilometern.

Sie bestehen aus einem ringförmigen Riffkranz, der eine Lagune umschließt. Der Riff-Außenhang fällt manchmal mehrere tausend Meter steil ab, während die Lagune je nach Größe des A. eine Tiefe von wenigen Metern bis zu knapp 100 Metern erreicht. Oft bilden sich im Laufe der Zeit Inseln aus Sand und Korallenschutt auf dem Riffkranz.

Die einzige plausible Erklärung für die Entstehung der Ringriffe liegt in der Plattentektonik: den unendlich langsamen Veränderungen und Bewegungen der Erdkruste. Sie türmten im Lauf der Erdgeschichte nicht nur Gebirge wie Himalaja oder Alpen Tausende Meter hoch, sondern ließen an anderer Stelle auch vulkanische Inseln aus dem Tiefsee-Meeresboden sprießen und manchmal später wieder versinken.

Weil diese Prozesse sehr langsam abliefen, konnten die Korallenriffe, die anfangs als Ufersaumriffe die Inseln umgaben, ebenso langsam in die Höhe wachsen. Die Lebensbedingungen im Innern der sich bildenden Lagune sind für Korallen ungünstiger als auf den Außenseiten. Durch den geringeren Wasseraustausch wird weniger Plankton angetrieben und das Wasser erwärmt sich teilweise über das für Korallen verträgliche Maß. Damit wuchsen die Korallen zwar am Riffrand in die Höhe, ließen aber im Innern weitgehend korallenfreie Lagunen entstehen. Typisch für Lagunenböden sind Sandflächen, Algenteppiche und Seegraswiesen mit nur vereinzelten Korallenkolonien.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM:

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
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Autor: KATALYSE Institut

Aquarienhandel

Der Handel mit Zierfischen und wirbellosen Tieren für die Aquarienausstattung erreicht mittlerweile einen jährlichen Umsatz von mehreren hundert Millionen Euro. Die Stückzahl jährlich gehandelter Tiere hat die 20-Millionengrenze vermutlich bereits überschritten.

Momentan stammen nur etwa zwei Prozent der gehandelten Meerwasserfische aus Zuchten, 98 Prozent sind Wildfänge aus dem Meer. Daran wird sich so schnell nicht viel ändern, weil die Nachzucht der meisten Arten wesentlich schwieriger ist, als bei Süßwasserfischen. Wer den Fang von Wildfischen nicht unterstützen, aber trotzdem ein Aquarium einrichten will, sollte sich für ein Süßwasserbecken mit Zuchtfischen entscheiden. Diese Alternative ist außerdem wesentlich billiger, erfordert weniger technischen Aufwand und ist für Anfänger deutlich besser geeignet.

Die oft unkontrollierte Entnahme der begehrten Zierfische aus dem Meer ist nur ein Aspekt beim Wildfang. Zum Teil werden immer noch Fangmethoden eingesetzt, die noch weitergehende Schäden verursachen. Dazu gehört vor allem der Einsatz von Natrium-Cyanid und anderen Giften, mit denen die Fische betäubt werden sollen, um sie leichter fangen zu können. Viele Fische sterben durch Überdosierung sofort oder verenden später während des Transports. Für den Aquarienbedarf uninteressante Fische, Korallen und andere wirbellose Tiere werden ebenfalls Opfer des Gifteinsatzes.

Beispiel "Nemo" (Westliche Clownfische) mit der Prachtanemone Heteractis magnifica
Ein Meerwasseraquarium mit Clownfischen ist schon wegen der schwierigen Haltung kein geeignetes Geschenk für Kinder. Wenn Sie daheim ein Aquarium haben und Ihre Kinder den Film "Findet Nemo" gesehen haben, sollten Sie ihnen erklären, dass die Fische über den Ausguss nicht in die Freiheit gelangen, sondern den sicheren Tod finden. Das ist leider kein Scherz, sondern schon tausendfach passiert!

Angesichts der Armut und Bevölkerungszunahme gerade in den unterprivilegierten Ländern der Welt wird immer deutlicher, dass ein Naturschutz, der sich nur auf Nutzungsverbote stützt, scheitern wird. Für den Schutz von Korallenriffen und anderer einmaliger Lebensräume ist die Unterstützung der Bevölkerung vor Ort zwingend notwendig.

MAC-Zertifikat für umweltverträglich gefangene Aquarienfische
Den Handel mit Zierfischen aus dem Meer unterbinden zu wollen, ist nicht nur unrealistisch. Es wäre auch reichlich unfair und zynisch der Bevölkerung der Tropenstaaten gegenüber, ihnen diese Einnahmequelle verbieten zu wollen. Schließlich sind es die reichen Industrieländer, die mit ihrem globalen Klimaexperiment auch für Korallenriffe die größte Gefahr darstellen. Dringend notwendig ist aber, diese Nutzung naturverträglich und nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört auch ein Netz von Schutzgebieten, in denen jegliche Nutzung untersagt ist. Sie sind notwendig, weil von dort aus Larven verschiedenster Meerestiere verbreitet werden die andere, auch genutzte Gebiete wiederbesiedeln können. Eine auf den Zierfischhandel zielende Lösung in dieser Richtung könnte das Zertifizierungs-Modell des Marine Aquarium Council (MAC) darstellen. Sein Erfolg wird in erster Linie durch die Kaufentscheidungen der Aquarienbesitzer entschieden werden, die zu 90 Prozent in den USA und der Europäischen Union leben.

Das Marine Aquarium Council hat dazu Standards entwickelt, die alle am Handel beteiligten Parteien einbezieht, vom Fänger in den Herkunftsländern bis zum Einzelhandel. Das beginnt bei der Zertifizierung der Fanggebiete, nachdem unter Beteiligung anderer Industrien, Behörden und Umweltschützern Entwicklungsleitpläne erstellt wurden. Dadurch soll eine Übernutzung verhindert und für die Bevölkerung eine dauerhafte Einnahmequelle gesichert werden. Von Seiten der Fänger ist zum Erhalt der Zertifizierung beispielsweise der Verzicht auf Zyanid und sonstiger Gifte beim Fang, die Einhaltung von Fanggebietsgrenzen und Schonzeiten Voraussetzung.

Mehr Informationen zum MAC-Zertifikat erhalten sie auf den Internetseiten des Marine Aquarium Council: www.aquariumcouncil.org (in Englisch).
Auf den Internetseiten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen können Sie den 65 Seiten starken Report: From Ocean to Aquarium: The Marine Aquarium Trade Worldwide" downloaden.

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM:

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
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Autor: KATALYSE Institut

Abfallkatalog

Der von der EU aufgestellte Abfallkatalog enthält alle Abfälle nach Herkunft in Abfallarten differenziert und mit einem sechsstelligen Abfallschlüssel gekennzeichnet.

Der Abfallschlüssel dient für den Vollzug abfallrechtlicher Regelungen der Verordnung zur Bestimmung von besonders überwachungsbedürftigen Abfällen (BestbüAbfV).

Autor: KATALYSE Institut

Autonomes Haus

Die Idee des A. beruht darauf, mittels der Naturelemente Erde-Wasser-Luft-Feuer die Ver- und Entsorgung eines Hauses weitestgehend im Kreislauf zu organisieren.

I.d.R. muss lediglich Brennstoff zugeführt und anfallender separierter
Abfall zur Weiternutzung abgegeben werden. Auch um die Kosten, die mit denen eines konventionell erstellten Wohnhauses vergleichbar sind, zu reduzieren, sollte eine einfache Konstruktion gewählt, Selbstbau ermöglicht und örtlich verfügbare Naturstoffe hinzugezogen werden. Zur Realisierung eines A. werden folgende Systeme verwendet: Solaranlage, Solararchitektur, Wärmedämmung, Niedrigenergiehaus, Wintergärten, Wärmepumpe, Regenwassernutzung, Komposttoilette, Pflanzenkläranlagen, Gartenteich

Autor: KATALYSE Institut

Asbestsanierung

Aufgrund der von Asbestprodukten in Gebäuden ausgehenden Gesundheitsgefährdung sind in vielen Fällen Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Nach Schätzungen müssen allein in den alten Bundesländern ca. 200.000 Gebäude auf Asbest untersucht werden, um die Sanierungsdringlichkeit festzustellen. Die Sanierungskosten werden mit ca. 60 Mrd DM beziffert. In der Asbest-Richtlinie werden drei grundsätzliche Sanierungsverfahren genannt: Entfernen (Methode 1); Beschichten (Methode 2); räumliche Trennung (Methode 3).

Mit Abstand bevorzugt wird das Entfernen des Asbestproduktes, weil es als einzige der zulässigen Methoden eine endgültige Problemlösung darstellt. Beim Abriß eines Gebäudes müssen auch beschichtete oder räumlich getrennte Asbestprodukte vorher sachgerecht entfernt werden. Die Vorgehensweise bei Asbestsanierungen, insbesondere der Schutz des Sanierungspersonals und der Nutzer asbestbelasteter Räume, wird im wesentlichen durch die
TRGS 519 und die Asbest-Richtlinie geregelt.

    Zentrale Kriterien für Asbestsanierungen sind:

  • Sanierungsarbeiten müssen als in sich geschlossenes Konzept vom Beginn der Arbeiten bis zur Entsorgung der Abfälle entsprechend den geltenden Regelungen geplant werden (Sanierungskonzept).
  • Sanierungsarbeiten dürfen nur von speziell dafür ausgerüsteten und geschulten Firmen (u.a. Sachkundenachweis) durchgeführt werden.
  • Sanierungsarbeiten sind vorher bei der Gewerbeaufsicht anzumelden.
  • Das Arbeitsverfahren ist so zu gestalten, daß Asbestfasern nicht frei werden, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist (Minimierungsgebot).
  • Im Anschluß an die Sanierungsarbeiten schwachgebundener Asbestprodukte ist eine Raumluftmessung erforderlich (Ausnahme: "Arbeiten minderen Umfangs"). Nur bei Unterschreitung der in den Verordnungen genannten Konzentrationswerte darf der Raum wieder genutzt werden.
  • Asbesthaltiger
    Abfall muß sachgerecht transportiert und entsorgt werden.
    Elektrospeicherheizung

Autor: KATALYSE Institut

Asbestersatz

Asbest ist aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften und der daraus resultierenden Verwendungsmöglichkeiten einmalig.

Kein anderes Produkt ist daher in der Lage, Asbest in allen Einsatzbereichen zu ersetzen. Bei zahlreichen Verwendungen von Asbest ist die Faserform das entscheidende technische Produktmerkmal, so daß als Ersatzstoffe insbesondere faserförmige Materialien in Frage kommen. Dies sind grundsätzlich synthetische anorganische und organische sowie natürliche anorganische und organische Faserstoffe.

Anorganische Faserstoffe sind z.B. textile und nichttextile Glasfasern (
Glaswolle, Gesteinswolle, Schlackenwolle, keramische Wolle, Kohlenstoffasern, Metallwollen, s.a. Mineralwolle). Zu den organischen Faserstoffen zählen Polyacrylnitril, Polyvinylalkohole, Polyolefine, Polytetrafluorethylen und Polyamidfasern. Als Ersatz für Asbest in Faserzementprodukten werden Polyacrylnitril- und Polyvinylalkohol-Fasern verwendet.

Vom gesundheitlichen Gesichtspunkt (krebserzeugende Wirkung) kommt den geometrischen Abmessungen und der Auflösbarkeit der Fasern im biologischen Gewebe die größte Bedeutung zu. Bei bestimmten Keramikfasern (insbesondere für den industriellen Ofenbau) wird ein ähnlich hohes krebserzeugendes Potential vermutet wie bei Asbest. Andere Faserstoffe wie z.B. Künstliche Mineralfasern stehen im Verdacht Krebs auslösen zu können (Mineralwolle).

Autor: KATALYSE Institut