Rauchgasentstaubungsanlagen

R. sind Anlagen zur Abscheidung von Stäuben aus dem Rauchgas. R. können heute in allen Industriezweigen zur Verminderung der staubförmigen Emissionen eingesetzt werden.

Es werden verschiedene Verfahren eingesetzt:

  • Beim Massenkraftabscheider (Zyklonabscheider) wird das Rauchgas umgelenkt, wobei die Staubpartikel der Umlenkung schlecht folgen können und so abgeschieden werden. Dieses Verfahren wird überwiegend in kleineren Betrieben eingesetzt, wo keine so weitgehende Entstaubung wie bei Großanlagen gefordert wird (z.B. Entstaubung von holzstaubhaltiger Abluft in der Holzindustrie). Der Abscheidegrad (Abscheidung) der Stäube ist gering, und die gesundheitsgefährdenden Feinstäube (Staub) werden kaum zurückgehalten.
  • Beim Naßabscheider wird Flüssigkeit in das Rauchgas gesprüht, deren Tropfen die Staubpartikel binden und so aus dem Abgas waschen. Naßarbeitende Abscheider sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da die mit dem Staub ins Abwasser eingetragenen Schwermetalle Probleme bei der Abwasserreinigung mit sich bringen.
  • Besonders geeignet zur Entstaubung von Rauchgasen sind Gewebefilter (filternde Abscheider) oder Elektrofilter (elektrische Abscheider).

Siehe auch: Staub, Stäuben, Emissionen

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgasentschwefelungsanlagen

R. (REA) sind Anlagen, bei denen Schwefeloxide (Schwefeldioxid SO2 und Schwefeltrioxid SO3) aus Rauchgasen abgeschieden werden.

R. können außer bei Kohle- und Ölkraftwerken auch zur Reinigung in anderen Industriezweigen (z.B. Eisen- und Stahlindustrie, chemische Industrie) eingesetzt werden. Es wird zwischen trockenen, nassen und trocken-regenerativen R. unterschieden. Bei den trockenen Verfahren wird i.d.R. gemahlener Kalk in die Feuerung eingeblasen, wo er sich mit SO2 zu Sulfit verbindet und dadurch der natürliche Einbindungsgrad von SO2 in der Asche erhöht wird (Trocken-Additiv-Verfahren).

Bei den nassen Verfahren werden die SO2-haltigen Rauchgase in einer speziellen Anlage mit feinen Kalkschlammtröpfchen besprüht, wobei sich SO2 und Kalk zu Gips verbinden (REA-Gips). Anstelle von Kalkschlamm können auch Ammoniaklösungen (Walther-Verfahren) oder Natriumsulfit (Wellmann-Lord-Verfahren) verwendet werden. Der Abscheidegrad für Schwefeloxide liegt bei trockenen Verfahren bei nur 50%, bei nassen bei über 95%. Aufgrund der Großfeuerungsanlagenverordnung mußten alle deutschen Kraftwerke mit einer Wärmeleistung von mehr als 300 MW bis zum 1.7.1988 mit nassen R. ausgerüstet werden.

Aufgrund der neuen TA Luft von 1986 müssen auch Kohlekraftwerke mit einer Wärmeleistung von weniger als 50 MW mindestens nach dem trockenen Verfahren entschwefelt werden.
Durch den Einsatz von R. fielen 1989 in westdeutschen Steinkohlekraftwerken rd. 1,8 Mio t Gips an, in Braunkohlekraftwerken rd. 1,2 Mio t. Der Gips aus Steinkohlekraftwerken wird zu 100% verwertet, vorwiegend in der Bauindustrie (REA-Gips).

Der in Braunkohlekraftwerken anfallende Gips kann derzeit verfahrensbedingt aufgrund seiner Sulfit- und Sulfidbelastung nicht in der Bauindustrie eingesetzt werden, sondern wird in den Tagebaugruben (Braunkohle) deponiert.

Siehe auch: Wirbelschichtfeuerung, DESONOX-Verfahren

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgas

Unter dem Begriff R. werden die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie der Müllverbrennung entstehenden und in die Atmosphäre abgeleiteten Stäube und Gase (z.B. Schwefeldioxid und Stickoxide) zusammengefasst.

Siehe auch: Verbrennung, fossiler Brennstoffe, Atmosphäre, Stäube, Gase

Autor: KATALYSE Institut

Photosmog

Siehe Sommersmog.

Autor: KATALYSE Institut

Photooxidantien

Luftschadstoffe werden durch Sonnenlicht oxidiert, wodurch in der Atmosphäre neue Schadstoffe wie Ozon, Peroxyacetylnitrat (Leitsubstanzen) und Wasserstoffperoxid entstehen. Vorläufersubstanzen sind Stickoxide und Kohlenwasserstoffe.

Gemeinsam sind alle Stoffe für die heute meist allein dem Ozon zugeschriebenen Reizungen von Augen und Atemwegen verantwortlich. Bei Inversionswetterlagen kommt es zur Bildung von photochemischen Smog, der durch verstärktes Auftreten der o.g. Substanzen geprägt ist. V.a. das ständig steigende Verkehrsaufkommen und der daraus resultierenden Zunahme der Vorläuferemissionen und als Folge häufig Auftreten kritischer Ozonkonzentrationen von mehr als 100 ppbv (200 µg O3/m3). Paradoxerweise findet man die höchsten Konzentrationen nicht in den Ballungsgebieten, sondern in den Rand- und Reinluftgebieten, die im Abwind der Emissionsquellen liegen, da es erst beim Luftmassentransport zur Bildung von P. kommt.

In Deutschland gibt es inzwischen ein bundesweites, engmaschiges Ozon-Messnetz. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz soll die Bevölkerung bei Konzentrationen >180 µg/m3 Ozon informiert und ab 360 µg/m3 Ozon gewarnt werden. Ab 240 µg/m3 Ozon können Verkehrsbeschränkungen eingeleitet werden.

Siehe auch: Atmosphäre, Schadstoffe, Ozon, Wasserstoffperoxid, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Partikelfilter

P. (auch Rußfilter genannt) vermindern die bei der dieselmotorischen Verbrennung entstehenden Rußpartikel (Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz) um bis zu 90%.

Das Prinzip der meisten bisher eingesetzten Systeme ist ähnlich: Die Partikel werden in einem Keramikfilter mit großer Filteroberfläche gesammelt. Da die Abgastemperatur zur Verbrennung der Partikel nicht ausreicht, müssen die Filter regelmäßig durch Abbrennen des Rußes regeneriert werden. Dies geschieht entweder im Stillstand nach der Fahrt (Standregeneration), etwa mit Hilfe einer Glühkerze und eines Gebläses unter Kraftstoffzufuhr oder - technisch aufwendiger - während des Fahrbetriebes.

Dies ist z.B. mit Hilfe eines Doppelfilterssystems möglich, bei dem der Abgasstrom durch einen Filter geleitet wird, während der andere regeneriert wird. Andere Systeme arbeiten mit dieselbetriebenen Brennern, die das Abgas kurzzeitig auf ca. 600 Grad C erhitzen, so daß die Partikel abbrennen. Zum Einsatz kommen auch katalytische Verfahren, wobei eine Kupferschicht die Selbstzündungstemperatur von 600 oC auf ca. 250 oC reduziert. Zur Regenerierung wird nach Abkühlung des Motors Acetylaceton eingespritzt, das beim Wiederanlassen des Motors den Abbrennprozess einleitet, sobald 250 oC erreicht werden.

Eine andere Ausführung des P. ist die als elektrostatischer Filter. Rußpartikel, die mit den Abgasen durch das Rohr strömen, werden im elektrostatischen Feld negativ aufgeladen, fliegen in Richtung des an Masse gelegten Gehäuses und brennen dort in der katalytisch beschichteten Stahlwolle ab.
Die meisten der bisher entwickelten Systeme sind aufgrund der großen Bauweise lediglich für Lastkraftwagen und Busse geeignet und v.a. für den Einsatz im Stadtverkehr konzipiert, da die Beanspruchungen im Langstreckeneinsatz höher sind.

In einem von 1990 bis Ende 1992 laufenden Großversuch des Bundesumweltministeriums werden Rußfiltersysteme in etwa 1.500 Nutzfahrzeugen (Lkw und Busse) getestet und zum Nachweis der Serienreife über zwei Jahre messtechnisch betreut.
Der sog. Cityfilter für Lkw-Dieselmotoren ist im Prinzip ein P., der zusätzlich die Emissionen von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid um 50-60% reduziert, indem er diese zu Wasser und Kohlendioxid oxidiert.

Siehe auch: Rußfilter, Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz

 

Autor: KATALYSE Institut

Ozonschicht

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonloch

Siehe Ozonabbau.

Autor: KATALYSE Institut

Ozonabbau

In der Stratosphäre (Atmosphäre) wird unter dem Einfluß von UV-Strahlung in einer Höhe von etwa 20-50 km die sog. Ozon-Schicht gebildet, die ein lebensnotwendiges Schutzschild gegen UV-Strahlung darstellt.

Durch den Eintrag von Schadstoffen, insb. von FCKWs, kommt es zum O. in der Stratosphäre; wird die Ozonschicht zu über 50% verringert, wie dies unter den speziellen Bedingungen am Südpol auftritt, spricht man vom Ozonloch.

Ausmaß des O.: Weltweit hat sich die stratosphärische Ozonkonzentration seit 1970 im Sommer um 3-4% und im Winter um 5-6% verringert. Berechnungen nach werden für das Jahr 2000 in mittleren Breiten Ozonverluste von 5-10% erwartet (Sommer). Den stärksten O. finden wir über der Antarktis; er stellt die gravierendste Störung in der chemischen Zusammensetzung der Erdatmosphäre dar. Die maximale Ausdehnung des antarktischen Ozonlochs trat bislang am Ende des antarktischen Winters in den Jahren 1987 und 1989 auf. Der O. betrug in einer Höhe von 15-20 km mehr als 90%. Am Nordpol wurde 1989 ein maximaler O. von 17% beobachtet.

Ursachen: Für den O. sind über 150 verschiedene, komplexe chemische Reaktionen verantwortlich. Hauptverursacher ist das über verschiedene Schadstoffe (insb.FCKW) in die Stratosphäre eingetragene Chlor, dessen Gehalt sich von 1,3 ppb (1970) auf 3 ppb (1990) erhöht hat. Chlor wirkt bei der Umwandlung von Ozon in normalen Sauerstoff als Katalysator, d.h., es geht unbeschadet aus der Reaktion hervor und kann, solange es sich in der Stratosphäre (Atmosphäre) befindet, immer neue Ozonmoleküle umwandeln. Hierdurch wird in der Gesamtbilanz mehr Ozon abgebaut, als durch UV-Strahlung nachgebildet wird. Der katalytische O. ist quadratisch von der Chlor-Konzentration abhängig.

An den Polen finden wir einen besonders starken O., da die wichtigsten ozonzerstörenden Reaktionen erst unter Temperaturen von -80 Grad C ablaufen, die an den Polen schon in geringerer Tiefe vorliegen (-Atmosphäre}). Der O. wird zusätzlich beschleunigt durch Reaktionen an Eis- und Eis-Salpetersäure-
Teilchen. Der extreme Abbau am Südpol wird v.a. auf spezielle meteorologische Bedingungen, wie z.B. geringer Luftaustausch durch stehenden Luftwirbel, zurückgeführt. Das antarktische Ozonloch beeinflußt durch "Auffülleffekte" die gesamte Südhemisphäre (O. von bis zu 10%), wovon insb. Australien und Neuseeland betroffen sind (Hautkrebs).

Weitere Einflüsse, die den O. begünstigen, z.B. dadurch, daß sie den atmosphärischen Bereich, in dem der O. stattfindet, ausdehnen: Kühlung der Stratosphäre infolge der verstärkten Wärmeabsorption in der Troposphäre (Treibhauseffekt), Zunahme des Stickoxidgehalts durch wachsende Distickstoffoxidkonzentrationen (N2) und Flugverkehr und Zunahme des Wasserdampfgehalts durch zunehmende Methan-Konzentrationen (Treibhauseffekt) und Flugverkehr.

Folgen: Ozonmoleküle absorbierem nahezu die gesamte Solarstrahlung (Globalstrahlung) im Wellenlängenbereich von 230 bis 320 nm, also v.a. die gefährliche UV-B-Strahlung (UV-Strahlung). Für jedes Prozent weniger Ozon in der Stratosphäre nimmt die UV-Strahlung um etwa 2% zu. Die Folgen zunehmender UV-Strahlung sind insb. Hautkrebs und Grauer Star, beides Krankheiten die bereits in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben und weiter stark zunehmen werden (Hautkrebs, Grauer Star).

Gegenmaßnahmen: Wichtigste Maßnahme ist die drastische Reduzierung von Schadstoffemissionen, die in der Stratosphäre Chlor freisetzen. Wichtigste Stoffgruppe sind die FCKWs, die insb. als Lösemittel, Treibgase, Kühlmittel und Aufschäum-/Isoliermittel (FCKW, Spraydosen, Kühlschrank) eingesetzt werden. Obwohl seit 1974 der Mechanismus des O. bekannt ist, wurden wirksame Gegenmaßnahmen immer wieder verzögert. Erst 1992 einigte sich bei den Vereinten Nationen eine Mehrheit auf ein FCKW-Verbot bis Ende 1995 (FCKW).

Die Erblasten dieser verspäteten Reaktion werden Menschen, Tiere und Pflanzen in den nächsten Jahrzehnten zu spüren bekommen, da noch Jahrzehnte später FCKWs aus z.B. Altgeräten freigesetzt werden, der FCKW-Eintrag verzögert stattfindet und FCKWs und Folgeprodukte (v.a. Chlor) sehr lange Verweilzeiten in der Stratosphäre haben (über 100 Jahre). Viele der geplanten FCKW-Ersatzstoffe gelten als klimarelevante Spurengase (FCKW, Treibhauseffekt).
Ozon am Boden: Während die lebensnotwendige Ozonschicht abgebaut wird, wachsen die Konzentrationen an bodennahem, schädlichem Ozon (Ozon, Sommersmog).

Autor: KATALYSE Institut

Ozon

O. (O{t3) ist ein Sauerstoffmolekül aus drei Sauerstoffatomen, es wirkt als sehr starkes Oxidationsmittel mit typischem, leicht stechendem Geruch (Geruchsschwelle bei 10 ppb, entspricht 20 µg O. pro m3 Luft).

O. zerfällt nach kurzer Zeit in normalen Sauerstoff (O2). Die aggressive Sauerstoff-Form O. wird überall dort gebildet, wo durch Energiezufuhr O2 in Sauerstoffatome (O) zerlegt wird, die mit weiterem O2 zu O. reagieren können. Dies kann geschehen durch UV-Strahlung, Blitzschlag, Schweißen und auch elektrische Entladungen von Hochspannungen, wie sie in Photokopierern (Kopieren), Laserdruckern und Luftionisiergeräten auftreten.

Die Umweltauswirkungen von O. sind sehr unterschiedlich, je nachdem in welchem Bereich der Atmosphäre es sich befindet. In der Stratosphäre (Atmosphäre) wird unter dem Einfluß von UV-Strahlung in einer Höhe von etwa 20-50 km die sog. O.-Schicht aufgebaut, die ein lebensnotwendiges Schutzschild gegen {-UV-Strahlung darstellt. Der durch Schadstoffeintrag bewirkte Abbau der O.-Schicht stellt eine große Gefahr für das irdische Leben dar (Ozonabbau, UV-Strahlung, Hautkrebs, Grauer Star).}

In den unteren Schichten der Atmosphäre wird O. bei gleichzeitigem Auftreten von Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen, Kohlenmonoxid und Sonnenlicht gebildet. O. ist Hauptbestandteil des Sommersmogs, der v.a. aus Autoabgasen (Schadstoffe aus Kfz) unter Sonnenlichteinwirkung entsteht (Ausmaß, Schäden und gesundheitliche Folgen s.u.).

Troposhärisches (Atmosphäre) O. gehört mit Kohlendioxid, Methan und FCKWs zu den vier wichtigsten klimarelevanten Spurengasen, die den Treibhauseffekt verursachen und damit das Klima bedrohen.

Belastung durch bodennahes O.(Sommersmog): Der natürliche O.-Gehalt bodennaher Luft beträgt etwa 20 µg/m3 und kann sommerliche Spitzenwerte von 60-80 µg/m3 annehmen. In Deutschland liegen die Werte im Sommer häufig bei 80-100 µg/m3, mit Spitzenwerten bis zu 300 µg/m3.

Die höchsten O.-Werte finden sich in den Sommermonaten, am frühen Nachmittag. Fast jeden Sommer treten in Deutschland regelmäßig O.-Richtwertüberschreitungen nach Sommersmog-Gesetz von 1985 auf. Wenn der Schwellenwert von 240 µg/m3an mindestens drei auseinanderliegenden Messstellen überschritten wird und die Wetterprognose für den nächten Tag ein Weiterbestehen der O.-Belastung erwarten lsst, tritt ein 24-stündiges Fahrverbit für nicht schadstoffarme Kraftfahrzeuge (ohneDrei-Wege-Katalysator) in Kraft.

Zu einem tatsächlichen Fahrverbot ist es jedoch in der Praxis nicht gekommen und die Wirkungen sind auch als eher gering einzuschätzen, da der überweiegende Kraftfahrzeugbestand mit geregeltem Katalysator ausgerüstet ist und viele Ausnahmen existieren. Seit Juli 2000 ist die Sommersmogregelung außer Kraft.

In Metropolen in sonnigen Gegenden werden sogar Werte von 700-1.000 µg/m3erreicht. In Mexico City liegt der O.-Gehalt an 300 Tagen im Jahr über 220 µg/m3(internationaler Richtwert).

In ländlichen Gebieten liegen die O.-Konzentrationen im Durchschnitt oft mehr als doppelt so hoch wie in Ballungsgebieten. Das liegt v.a. daran, dass in Ballungsgebieten auch nachts infolge weiterer Stickoxidzufuhr O. durch Stickoxide abgebaut wird, während gleichzeitig mangels Sonnenlicht keine Neubildung erfolgt. So finden wir zwar tagsüber in den Städten O.-Spitzenbelastungen, während nachts der O.-Pegel weit unter Landniveau absinkt. In Waldgebieten kommt hinzu, dass der Wald selbst organische Kohlenwasserstoffe emittiert (Terpene), die wie Stickoxide unter Sonnenlichteinfluss O. produzieren.

Bodennahes O. stellt wie auch das stratosphärische O. einen UV-Filter dar, der bei hohen O.-Konzentrationen lokal die Intensität der UV-Strahlung bis auf Normalniveau abschwächen kann.
Richtwerte: International und national gelten eine Reihe verschiedener Richt- und Grenzwerte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Acht-Stunden-Mittelwert von 100 bis 120 µg/m3 als Luftqualitätsrichtlinie fest.

In Innenräumen sind meist nur geringe O.-Konzentrationen nachweisbar, da es mit den meisten Oberflächen feste Verbindungen eingeht. Am Arbeitsplatz gilt der MAK-Wert von 200 mg/m3 (Laserdrucker, Kopieren) und in der Außenluft der MIK-Wert von 120 µg/m3.

Schäden durch bodennahes O.: Bei 20-30 Prozent aller Menschen beeinträchtigen bereits O.-Konzentrationen zwischen 90 und 120 µg/m3 die Gesundheit, z.B. durch Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Bei Bäumen und Pflanzen wirkt O. als Zellgift, führt zur Hemmung von Wasseraufnahme und Photosynthese, zum Absterben der Blätter und mindert das Wachstum. Als Dauerbelastung für Pflanzen empfiehlt die WHO 60 µg/m3. In Europa und den USA werden 5-15 Prozent der Ernteverluste auf O. zurückgeführt. Bei einer Konzentration von 180 µg/m3 geht der Ernteertrag z.B. bei Soja um 30 Prozent zurück. Das bodennahe O. gehört neben Schwefeldioxid und Stickoxiden zu den Hauptverursachern des Waldsterbens.

O. greift als starkes Oxidations- und Bleichmittel Autoreifen,

Gummi, Leder, Textilien und Anstriche an.

Schäden beim Menschen: O. beeinträchtigt v.a. die Lungenfunktion, und zwar abhängig von Konzentration und Expositionsdauer. Geringe Konzentrationen verursachen, wenn sie entsprechend lange eingeatmet werden, denselben Schaden wie hohe mit einer kurzen Einwirkzeit. Immer mehr Menschen leiden an der sog. Sommerbronchitis: Atembeschwerden, Reizung und Trockenheit im Rachen, Husten, verstärkte Schleimbildung der Bronchien. Befunde lassen auf die Entwicklung eines chronischen Lungenschadens durch O. schließen. Zusammen mit der Lungenfunktion mindert O. die körperliche Leistungsfähigkeit. Weitere Folgen: Augenreizungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, abnorme Müdigkeit und Schwächung des Immunsystems.

Medizin: Der Einsatz von O. in der Medizin sowie die Geschichten von der gesunden, O.-reichen Waldluft beruhen weitgehend auf Fehlinterpretationen des 19.Jahrhunderts. Die Eigenschaft von O. in hohen Konzentrationen, Bakterien abzutöten, und der in der Tat hohe O.-Gehalt in Waldgebieten (durch Stickoxideintrag der Ballungsgebiete und Terpene (s.o.)) schaffte den Mythos vom gesunden O., der Geruch von O. wurde mit frischer Waldluft gleichgesetzt. Aus heutiger Sicht muß vor O.-Kuren und Luftionisiergeräten gewarnt werden, denn außer einer kurzfristigen Stimulation des Immunsystems treten obengenannte Schädigungen auf.

Aufgrund seiner starken Oxidationswirkung kann O. als Desinfektionsmittel gegen Bakterien und andere Erreger eingesetzt werden, so z.B. zur Entkeimung von Wasser (Ozonierung).

Die größte Quelle für bodennahes O. ist der Verkehr (Stickoxide); es folgen Feuerungsanlagen aller Art (Stickoxide und Kohlenmonoxid, Kraftwerke), Herstellung und Verwendung lösemittelhaltiger Produkte (Kohlenwasserstoffe) sowie Treibgase wie Butan und Propan. Aber auch Rinderhaltung (Massentierhaltung) und Mülldeponien (Deponiegas) tragen durch Emission des Kohlenwasserstoffs Methan bei.

Gegenmaßnahme zur Reduzierung der O.-Belastungen ist v.a. die Einschränkung des mit Verbrennungsmotoren (Straßenverkehr) ausgestatteten Individualverkehrs bis hin zu Fahrverboten. Sinnvoll ist v.a. die verstärkte Benutzung von öffentlichem Personennahverkehr und Fahrrad. In Kalifornien muss inzwischen ein bestimmter Anteil der Neuwagen elektrisch betrieben werden (Elektroauto).

Literatur: Bodennahes OZON - Verbraucherinformation zum Sommersmog; KATALYSE Nachrichten Sonderausgabe 1995

 

Autor: KATALYSE Institut

Orkane

Winde mit Geschwindigkeiten über 118 km/h (ab Windstärke 12).

O. gehören allgemein zu den Wirbelstürmen. Sie kommen als tropische O. und als die Tornados Nordamerikas in den Außertropen vor. Von geringerer Bedeutung sind die mit ihnen verwandten, in anderen Teilen der Erde auftretenden Wind- und Wasserhosen (Tromben).

Tropische O. entstehen nur über dem Meer, wo die Luftmassen besonders feucht sind und die Wassertemperatur mindestens 27 Grad Celsius beträgt. Die meisten tropischen O. beobachtet man deshalb im Spätsommer und Frühherbst der betreffenden Halbkugel. Die Häufigkeit der tropischen O. ist je nach Gebiet unterschiedlich. Der Wind erreicht oft Geschwindigkeiten von 200 km/h und mehr.

Verläuft die Zugbahn über Inseln und Küstengebiete, bilden neben der zerstörenden Wirkung des Windes meterhohe Flutwellen eine zusätzliche Gefahr. Beim relativ seltenen Übertritt auf das Festland verlieren die tropischen Wirbelstürme rasch an Energie. Am bekanntesten sind die westindischen Hurrikane und die Taifune der Gewässer Chinas und Japans.

Tornados des subtropisch gemäßigten Klimas entstehen über dem Festland. Sie hinterlassen auf einem schmalen Band aufgrund ihrer Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h und ihres starken Unterdrucks große Zerstörungen.
In den letzten Jahren sind O. vermehrt und heftiger aufgetreten; manche Wissenschaftler sehen hierin erste Anzeichen des Treibhauseffektes.

Gerade für die dichtbesiedelten Küsten- und Flussdeltagebiete der Entwicklungsländer bilden die O. im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Meeresspiegels eine große Gefahr. Beispiele: September 1988, heftigster Wirbelsturm dieses Jahrhunderts über Jamaica; April 1991, Sturmflut mit Tausenden von Toten in Bangladesh. Vorhersagen für den indirekten Treibhauseffekt, dazu gehören auch die O., sind in der Wissenschaft noch äußerst unsicher.

Autor: KATALYSE Institut

Mikroklima

Das Klima im Bereich der bodennahen Luftschichten bis etwa 2 m Höhe.

Es entsteht durch die Nähe der Bodenoberfläche. Hier herrschen schwächere Luftbewegungen, aber größere Temperaturunterschiede. Die Verschiedenheit des Bodens, des Geländes und des Pflanzenbewuchses kann auf engem Raum große Klimagegensätze entstehen lassen. Das M. ist besonders für niedrige Pflanzen von entscheidender Bedeutung, da sie ihr klimaempfindlichstes Lebensstadium in der bodennahen Luftschicht durchlaufen.

Siehe auch: Stadtklima, Klima

Autor: KATALYSE Institut

Lungenfibrose

Die L. besteht in einer Vermehrung des Lungenbindegewebes, wodurch die Dehnungsfähigkeit der Lunge bei der Atmung eingeschränkt wird.

Gleichzeitig wird durch eine bindegewebige Verdickung der Zwischenwände in den Lungenbläschen der Gastaustausch behindert, wodurch das Blut nur noch unzureichend mit Sauerstoff gesättigt wird. Im Endstadium treten Entzündungen der Lunge mit narbigen Umbau des Gewebes auf. Die L. kann im Verlauf verschiedener Grundkrankheiten entstehen, häufiger wird sie jedoch durch Einatmen schädigender Substanzen verursacht. Die wichtigsten Substanzgruppen sind:

1. Gase (z.B. Ozon) und Dämpfe

2. Anorganische Stäube z.B.Quarzstaub, Asbest

3. Organische Stäube wie Schimmelpilzsporen,
Bakterien, tier. Eiweiße, Strohstaub usw.

4. Toxische Substanzen wie Herbizide oder ionisierende Strahlung.

Autor: KATALYSE Institut

Luftverschmutzung

Der Begriff Luftverschmutzung fasst eine Vielzahl von Verunreinigungen der Luft mit umwelt- und gesundheitsgefährdender Substanzen zusammen, die sich unterteilen lassen in:

    • organische Verbindungen (Kohlenwasserstoffe),
    • staubförmige anorganische Stoffe (z.B. Schwermetalle),
    • dampf- oder gasförmige anorganische Stoffe, (z.B. Schwefeldioxid (SO2)
    • Stickoxide (NOX),
    • Kohlenmonoxid (CO),
    • Kohlendioxid (CO2),
    • Fluor-, Chlor- und Schwefelwasserstoffe usw.

Emittenten sind neben Verkehr, Industrie, Kraftwerke und Müllverbrennung auch Landwirtschaft, Dienstleistungsbetriebe und die privaten Haushalte (Heizung). Während die Luftverschmutzung durch Kraftwerke in den letzten Jahrzehnten drastisch reduziert wurde (Großfeuerungsanlagenverordnung), haben die Emissionen des Verkehrs teilweise weiter zugenommen (Schadstoffe aus Kfz).

Luftverschmutzung trägt u.a. zu den Phänomenen des Waldsterben, Treibhauseffekt und Ozon bei und wird für den Schadstoffeintrag in Gewässer (Saurer Regen) und Boden(Bodenbelastung) als auch für gesundheitliche Schäden (z.B. Allergien) verantwortlich gemacht. 

Die Überwachung der Luftverschmutzung erfolgt EU-weit durch ein Netz von Luftmessstationen. Die Bundesländer sind nach Bundesimmissionsschutzgesetz in Ballungsgebieten zur Feststellung des Standes und der Entwicklung von Luftverschmutzung verpflichtet. Hunderte von Messstationen von Bund und Ländern im gesamten Bundesgebiet messen täglich die in der Luft vorkommenden Schadstoffe. 

Das Umweltbundesamt erstellt täglich von 7.30 bis 22.30 Uhr Karten der Stundenmittelwerte der Schwefeldioxid-, Stickstoffdioxid- und Ozon-Konzentration stündlich aktualisiert (im Winter 3-stündlich). Die Karten der Stundenmittelwerte der Nacht sowie die Auswertungen für den jeweiligen Vortag stehen täglich ab 7.30 Uhr bereit. 

Die Bundesländer geben Immissions-Berichte, Luftreinhaltepläne und Schadstoffkataster heraus. Weitere Messungen werden von den Ländern in Gebieten vorgenommen, in denen in den letzten Jahrzehnten Waldschäden aufgetreten sind (Waldschadenserhebung). 

Bereits 1991 formulierte der Europäische Gerichtshof Kritik an der deutschen Gesetzeslage, wonach die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) nur die Emissionsgrenzwerte für Schadstoffe aus Verbrennungsanlagen und Kraftwerken festlege, nicht aber verbindliche Immissionsstandards für die gesamte Fläche (auf die weitere Schadstoffquellen wie z.B. der Verkehr einwirken) per Rechtsverordnung fixiere.

Autor: KATALYSE Institut

Luftschall

Schall, der sich in der Luft ausbreitet. Ausschließlich L. innerhalb des Hörbereichs ist für das menschliche Ohr hörbar.

Siehe auch: Körperschall, Schalldämmung, Schalldämpfung, Hörbereichs

Autor: KATALYSE Institut

Luftreinhaltepläne

Nach Artikel 47 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), sind L. für solche stark belasteten Gebiete ("Untersuchungsgebiete") aufzustellen, in denen die Immissionswerte nach TA Luft (gegenwärtig für Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlendioxid, Stäube und Ozon) überschritten werden.

Zu berücksichtigen sind die Grenzwerteder Richtlinien der EG (SO2, Staub, NO2), deren Umsetzung nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) von 1991 erhebliche Mängel aufweist. 
L. sind Sanierungspläne für "Untersuchungsgebiete", die ähnlich den Smoggebieten auf Landesebene bestimmt werden. Nach der Novellierung des BImSchG wurde mit dem Vorsorgeplan eine weitere Art des L. eingeführt. 

Der L. enthält die Darstellung von Emissionen und Immissionen, festgestellte Wirkungen auf Mensch, Natur, Bauten etc., Angaben über Verursacher, Prognosen sowie Maßnahmen zur Verminderung der Luftverunreinigungen. Obgleich rechtlich unverbindlich sollten die Landesbehörden die Vorgaben der L. bei Raumordnungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP), Planfeststellungsverfahren oder bei "sonstigen schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen" berücksichtigen.

Die alten Bundesländer haben seit Ende der 70er Jahre in unterschiedlicher Weise von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Besonders ausgearbeitet sind die Luftreinhaltepläne von Untermain/Hessen, den baden-württembergischen Belastungsgebieten (Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim), den acht nordrhein-westfälischen Untersuchungsgebieten, den drei rheinland-pfälzischen Untersuchungsgebieten, den Stadtstaaten Hamburg und Berlin. 

Unzureichende und unvollständige L. weisen auf: Bayern, Bremen, Schleswig-Holstein. Vorsorgepläne wurden v.a. in Baden-Württemberg ausgewiesen. I.d.R. wurden die teilweise über 15 Jahre alten L. wenn überhaupt, so nur verspätet und halbherzig aktualisiert, so daß die Daten veraltet und in der Praxis kaum verwendbar sind.

Siehe auch: Bundesimmissionsschutzgesetz, TA Luft, Schwefeldioxid, Stickoxide,Kohlendioxid, Stäube, Ozon

Autor: KATALYSE Institut

Luftqualitätskriterien

L. oder auch Umwelt- und Gesundheitskriterien werden für eine Reihe von Luftschadstoffen von verschiedenen nationalen und internationalen Organisationen veröffentlicht.

Ziel derartiger Dokumente ist eine Sammlung und Bewertung aller vorliegenden Informationen über Emission, Verbreitung und ökologische und gesundheitliche Auswirkungen von Luftschadstoffen sowie eine Beurteilung der von diesen Faktoren ausgehenden Umweltgefahren und Gesundheitsrisiken. Die Veröffentlichungen sollen wissenschaftliche Grundlagen für politische Entscheidungen schaffen.

Es liegen z.B. vor die WHO-Environmental-Health-Criteria-Programme (Weltgesundheitsorganisation), die amerikanische Umweltbehörde (EPA) oder auch L.-Dokumente des Umweltbundesamtes für Blei, Cadmium, Quecksilber, Asbest, Benzol und Arsen sowie die von der VDI-Kommission "Reinhaltung der Luft" in Form von Richtlinien veröffentlichten MIK-Werte.

Siehe auch: Immissionsgrenzwerte, Umwelt

Autor: KATALYSE Institut

Luft

Die Luft besteht hauptsächlich aus den Gasen Stickstoff (ca. 78 Vol.-%), Sauerstoff (ca. 21 Vol.-%), ca. 0,03 Vol.-% Kohlendioxid, unterschiedlichen Edelgasen (weniger als 1 Vol.-%) sowie verschiedenen Schadstoffen.

Die wichtigsten Schadstoffe sind Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid und Staub. Die historisch ersten Gesetze im Umweltbereich galten der Luftverschmutzung, wie z.B. das Verbrennungsverbot für raucherzeugendes

Holz im mittelalterlichen London (Holzverbrennung). Auch heute sind sowohl der Stand der Technik der Luft-Reinhaltung als auch das bestehende Regelwerk von Gesetzen und Verordnungen auf diesem Gebiet weiter entwickelt als die entsprechenden Vorschriften für die Medien Wasser und Boden (Bodenbelastung).

Die gesetzlichen Grundlagen der Luft-Reinhaltung sind im Bundesimmissionsschutzgesetz festgelegt. Die konkrete technische Ausführung des Gesetzes findet sich in der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) sowie in den Richtlinien der VDI-Kommission Reinhaltung der Luft (VDI-Richtlinien). Dort werden auch moderne Anlagen zur Abgasreinigung (Abgasreinigungsverfahren) beschrieben. In der TA Luft sind Grenzwerte für die Schadstoffbelastung der Luft (Immission) und Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Luft-verunreinigenden Anlagen (Emission) festgelegt.

Siehe auch: Atmosphäre, Sauerstoff, Kohlendioxid

 

Autor: KATALYSE Institut

Kohlensäuredüngung

K. wird hauptsächlich in Glashauskulturen angewandt.

Man versteht darunter die Anreicherung der Luft mit Kohlendioxid auf etwa 1% (Normalgehalt etwa 0,03%). K. erhöht die Photosyntheseleistung der Pflanzen und steigert dadurch die Erträge.

Siehe auch: Landwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Kohlenmonoxid

K. (CO) ist ein Gas ohne Farbe, Geruch und Geschmack; Hauptquelle sind Verbrennungsprozesse.

Eingeatmetes CO verdrängt Sauerstoff aus dem Blut, da seine Bindung an das Hämoglobin ca. 300-mal stärker als die von Sauerstoff ist. Die Symptomatik, die Folge der verminderten Sauerstofftransport-Kapazität des Blutes ist, ist stark konzentrationsabhängig: zwischen 5 und 30 Prozent Hb-CO zeigen sich Sehstörungen, Kopfschmerz, Mattigkeit und Schwindel; höhere Konzentrationen bedingen Lähmungen, Bewußtlosigkeit und schließlich den Tod (ab 60 Prozent Hb-CO). Aufgrund der sehr allgemeinen Symptome sind CO-Vergiftungen nur schwer als solche erkennbar. Anfällig für CO-Effekte sind Herz-Kreislauf-Patienten, da sie einen Sauerstoff-Mangel schlechter ausgleichen können.

Entscheidend für die Risikobeurteilung von CO ist die aktuelle Konzentration. Der MAK-Wert liegt bei 30 ml/m3 (=33 mg/m3). In schlecht belüfteten, verkehrsreichen Straßenfluchten besonders bei austauscharmen Wetterlagen (Wintersmog, Inversionswetterlage) werden Spitzenkonzentrationen von 1 bis 10 ppm gemessen. In Reinluftgebieten werden K.-Konzentrationen zwischen 100 und 150 ppb. Die Smogverordnung sieht als Vorwarnstufe 30 mg/m3, als Alarmstufe 1: 45 mg/m3 und als Alarmstufe 2: 60 mg/m3 vor.

Rund 98 Prozent aller K.-Emissionen sind natürlichen Ursprungs. Anthropogene Hauptemissionsquelle von K. ist der Straßenverkehr. Hohe spezifische K.-Emissionen weisen Ofenheizung und kleine Anlagen zur Holzverbrennung (Heizung)auf. Die Emissionen an CO können durch Nachverbrennung und Katalysatoren vermindert werden. 1990 wurden über 10 Mio. Tonnen K. in Deutschland emittiert; durch gesetzliche Reglungen im Kraftfahrzeugbereich und die Umstellung auf flüssige und gasförmige Brennstoffe bei kleinen Feuerungsanlagen konnten die K.-Emissionen auf 6,7 Mio. Tonnen K. reduziert werden. Fast 2/3 der heutigen CO-Emissionen entfallen auf den Strassenverkehr.

Autor: KATALYSE Institut

Kohlendioxid

Farbloses, unbrennbares, schwach säuerliches riechendes und schmeckendes Gas (CO2). In freiem Zustand natürlicher Bestandteil von Luft (0,03 – 0,036 Vol.-Prozent) und Mineralquellen.

Kommt in flüssiger Form in Stahlflaschen (Kohlensäure) und fest als „Trockeneis“ (-78,5 °C) in den Handel. K. ist ungiftig und bis zu 2,5 Vol. Prozent in der Luft unschädlich, 4-5 Prozent wirken betäubend und mehr als 8 Prozent tödlich (Erstickung). Der MAK-Wert beträgt 9.000 mg/m3.

Der K.-Kreislauf ist einer der wichtigsten Naturkreisläufe. Er transportiert den für alle Lebewesen notwendigen Kohlenstoff zwischen Luft, Boden und Wasser. Der K.-Gehalt der Atmosphäre weist einen ausgeprägten Jahreszyklus auf: Ende April ist er im globalen Mittel um ca. 6 ppm höher als im Oktober. Die Pflanzen der Nordhemisphäre entziehen der Luft während der Vegetationsphase (Frühjahr bis Herbst) durch Photosynthese soviel K., dass die Konzentration zum Herbst hin abnimmt, während zum Ende des Winters die K.-Konzentration aufgrund des geringeren K.-Verbrauchs und dem Zersetzen von Biomasse K. freigesetzt wird.

Von den Pflanzen wird K. mit Hilfe des Sonnenlichts in Kohlenstoff und Sauerstoff zerlegt (Photosynthese). Der Kohlenstoff bleibt in der Pflanze und der Sauerstoff wird an die Umwelt abgegeben. Tierische Organismen gewinnen Energie, indem sie Kohlenstoff mit Sauerstoff zu K. verbrennen. Durch den intensiven K.-Austausch zwischen Atmosphäre und Biosphäre treten Tages- und Jahresschwankungen im K.-Gehalt der Luft auf.

Gegenüber dem biologischen K.-Kreislauf sind die geochemischen Umsätze, Vulkanausbrüche und v.a. die Verbrennung fossiler Brennstoffe, zwar verschwindend klein, aber um so folgenreicher: K. ist als wichtiges klimarelevantes Spurengas maßgeblich an der Regulation des irdischen Wärmehaushalts beteiligt. K. verändert den Strahlungshaushalt der Erde, indem es die kurzstrahlige Sonnenstrahlung fast ungehindert auf die Erdoberfläche passieren lässt und die langwellige, von der Erde emittierte Wärmestrahlung teilweise absorbiert.

Nur etwa 4 Prozent des jährlich emittierten K. stammt aus anthropogenen Quellen; die natürlichen K.-Emissionen betragen ca. 600 Mrd. Tonnen/Jahr. Greift der Mensch durch zusätzliche K.-Emissionen in den K.-Kreislauf ein gefährdet er das Weltklima.

Eine weitere Erhöhung der K. in der Atmosphäre lässt eine Zunahme der globalen Temperaturen erwarten. Im Vergleich zu den letzten 250.000 Jahren der Erdgeschichte ist der K.-Gehalt der Erdatmosphäre heute am höchsten; die jährliche Konzentrationszunahme liegt bei etwa 0,4 Prozent. Der anthropogen bedingte Anstieg der K.-Konzentration wird weniger auf industrielle Aktivitäten, sondern vielmehr auf die Umwandlung von Wald- in Ackerflächen (Europa, USA, Ostasien) zurückgeführt. Rund 80 Prozent der K.-Emissionen stammen aus den Industrieländern, in denen nur etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung leben. 1994 hat Deutschland mehr als 600 Mio. t K. in die Umwelt emittiert.

K. ist mit einem Anteil von 50 Prozent das wichtigste anthropogene Treibhausgas. Deutschland hat daher Reduktionsziele von minus 25 Prozent zum Jahr 2005 und 50 Prozent Reduzierung zum Jahr 2020 beschlossen.

Autor: KATALYSE Institut

Klimaxstadium einer Biozönose

Ökosysteme zeigen Veränderungen, die auf einen Endzustand hin gerichtet verlaufen (Biozönose, Sukzession).

Dieses unter gleichbleibenden klimatischen Bedingungen dann stabile Gleichgewichtsstadium nennt man Klimax. Entscheidende Veränderungen des Artenbestands finden dann nicht mehr statt, der Artenreichtum ist hoch. Das System befindet sich im ökologischen Gleichgewicht.

Die zuletzt auftretende Pflanzengemeinschaft, die am Ende eines natürlichen Vegetationswechsels innerhalb eines Ökosystems steht, bezeichnet man als Klimaxvegetation. Beispiele für Klimaxgesellschaften (alte Ökosysteme) sind die arktische Tundra, tropische Regenwälder, Prärien, Korallenriffe.

In Mitteleuropa wäre ein differenzierter Mischwald die natürliche Landschaft. Durch die Eingriffe des Menschen gibt es hier jedoch kaum echte Klimaxgesellschaften. Die Ökosysteme sind weniger stabil, die Selbstregulation ist durch Umweltbelastungen beschränkt.

Siehe auch: Ökosysteme, Biozönose, Sukzession

 

Autor: KATALYSE Institut

Klimawandel

In Grönland hat der bedrohliche Prozess bereits begonnen. Nicht nur die Gletscher schmelzen, auch das Permafrost - das "ewige Eis", das deren Grundlage ist, bildet sich langsam zurück. Der Boden verliert an Stabilität. Die Abschmelzrate hat dramatisch zugenommen: Allein Grönland verliert seit 2003 dreimal soviel Eis pro Jahr, wie in den Jahren zuvor. Geht diese Entwicklung ungebremst weiter, verschwinden viele Gletscher bereits in wenigen Jahrzehnten komplett.

Nach Datenerhebungen der NASA stieg die Temperatur auf der Erde in den vergangenen einhundert Jahren um 0,8 Grad Celsius. Hauptursache für diesen dramatischen Klimawandel in den letzten 100 Jahren ist der Treibhauseffekt: Mit der Industrialisierung wurde der Grundstein für die Klimakrise gelegt: Vor allem die Verbrennung fossiler Energieträger wie Braunkohle, Erdgas und Erdöl auf allen Kontinenten setzt enorme Mengen an Kohlendioxid frei. Der Regenwald wird abgeholzt und kann kein Kohlendioxid mehr aufnehmen.

Das Treibhausgas reichert sich deshalb überwiegend in der Atmosphäre an, setzt sich fest. Und wirkt wie ein Glasdach. Das verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt in ungesundem Maße. Die Emission, also der Ausstoß dieser Treibhausgase war in den letzten dreißig Jahren des vergangenen Jahrhunderts unverhältnismäßig höher als zu Beginn. Das Klimasystem reagiert zeitversetzt und träge. Der Planet heizt sich auf. Die Konsequenz: Der von Menschenhand gemachte Treibhauseffekt wird zur Bedrohung.

Autor: KATALYSE Institut

Klimaveraenderung

K. umschreibt eine langfristige Veränderung des Klimas auf der Erde. Eine Klimaveränderung kann eine Erwärmung oder Abkühlung der Oberflächentemperatur sein.

Die aktuelle globale Erwärmung ist dagegen eine weltweite Klimaänderung, der gerade mal die letzten 150 Jahre gemittelten bodennahen Lufttemperaturen zugrunde liegen. Für die Kliamveränderung werden natürliche und anthropogene Ursachenverantwortlich gemacht.

Noch in den 80er Jahren war man überzeugt, dass die Erdoberfläche und die allmähliche Klimaveränderung mit Abkühlung einhergeht.

Klimabeeinflussende Faktoren sind u.a.:

  • Sonne
  • Kontinentaldrift
  • Vulkanische Aktivitäten
  • Treibhauseffekt
  • Atmosphärische Schwebstoffe, sog. Aerosole
  • El Niño
  • Menschliche Aktivitäten (v.a. die Verbrennung fossiler Rohstoffe)

Autor: KATALYSE Institut