Category Archives: Boden
Bodentypen
Die unterschiedlichen B. sind durch bestimmte Bodenhorizont-Kombinationen gekennzeichnet.
Da der Boden einer ständigen Veränderung (Bodenentwicklung) unterliegt, sind die Übergänge zwischen den B. fließend.
In der Bodensystematik Deutschlands unterscheidet man u.a.:
Rendzina: flachgründiger, basischer A-C-Boden (Bodenhorizonte) z.B. an Berghängen;
Braunerde: typischer Boden mitteleuropäischer Wälder mit ausgeprägtem A-B-C-Profil ohne scharfe Übergänge, stellt oft nur kurze Zwischenstadien dar;
Schwarzerde: dunkelgefärbter Boden der Steppe und Waldsteppe mit einem mächtigen humusreichen Mineralhorizont im Oberboden;
Bleicherde (Podsole): saurer Boden in Nadelwäldern oder Heidegebieten, der im A-Horizont durch Auswaschungen ausgeblichen und im B-Horizont durch Einwaschungen bis zur Wasserundurchlässigkeit verfestigt ist;
Gleyboden: grundwasserbeeinflußter Boden, der im Bereich des Grundwassers (Reduktionszone) grau-schwarz und oberhalb der Grundwasserlinie (Oxidationszone) rostartig gefärbt ist.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenschutzprogramm
Mit dem B. von 1985 hat die Bundesregierung einen Handlungsrahmen für bereichsübergreifende Maßnahmen festgelegt, deren grundlegende Zielsetzung der Schutz der Bodenfunktionen für den Naturhaushalt wie auch für die dem Menschen dienenden Nutzungen ist.
Zum Schutz des Bodens werden Maßnahmen zur Reinhaltung von Wasser und Luft, zur rationellen Entsorgung, flächensparende Nutzungen, die den standorteigenen Gegebenheiten angepaßt seien, umweltschonende Wirtschaftsweisen, v.a. im Bereich Land- und Forstwirtschaft, sowie verstärkte Bemühungen um Naturschutz und Landschaftpflege als erforderlich angesehen.
Zu diesem Zweck wird die Minimierung qualitativ oder quantitativ bedenklicher Stoffeinträge aus Industrie, Gewerbe, Verkehr, Landwirtschaft und Haushalten angestrebt, aber auch ein verantwortungsvolleres Verhalten bei der Flächennutzung.
Siehe auch: Bodenbelastung, Bodenschutzgesetz.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenschutzgesetz
Ein, seit einem Jahrzehnt kontrovers diskutiertes, jedoch bisher noch nicht bestehendes B. müßte fast alle übrigen Regelungsbereiche des Umweltrechts zu einem Konvolut bodenschützender oder bodenschutzrelevanter Normen in konsistenter Weise zusammenführen.
Hier kämen aus dem derzeit geltenden Recht u.a. in Frage: Teile des Bundesnaturschutzgesetzes: 1, 2 Abs.1 Nr.1-5 BNatSchG, des Raumordnungsgesetzes (Raumordnung): 2 Abs1 Nr.5 ROG, des Baugesetzbuches: 1 Abs.5, 5 Abs.3 Nr.3,9Abs.5 Nr.3, 202 BauGB, des Chemikaliengesetzes: 3 Nr.3 lit. n ChemG, des Pflanzenschutzgesetzes: 6 PflSchG, des Düngemittelgesetzes: 2 DMG, des Abfallgesetzes: 2 Abs.1 Nr.3 AbfG, der (
Abfall-) Klärschlammverordnung: 3 Abs.2-5, 4 AbfKlärV und des Strafgesetzbuches: 326, 329f. StGB.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenschutz
Siehe Bodenbelastung.
Autor: KATALYSE Institut
Bodensanierung
Bei der B. wird eine Bodenbelastung entweder behoben oder gemildert.
Ziel der B. ist die Verhinderung einer Schadstoffaufnahme durch Kulturpflanzen, einer Grundwasserkontamination und/oder einer Schädigung von Pflanzenbewuchs und Bodenorganismen. Die Schadstoffe werden entweder aus dem Boden entfernt oder im Boden eliminiert, immobilisiert bzw. verdünnt (Remobilisierung).
Die Entfernung erfolgt durch Auswaschen löslicher Stoffe mit Wasser (z.B. Auswaschen von Salzen bei einem versalzten Boden) oder Absaugen flüchtiger Stoffe.
Die Eliminierung erfolgt durch biologischen Abbau (z.B. von organischen Schadstoffen). Dieser läßt sich durch Verbesserung der Lebensbedingungen der Bodenorganismen fördern, d.h. durch organische und ggf. mineralische Düngung, Belüftung oder Bewässerung. Die Effizienz des Abbaus wird z.T. durch eine Bodenimpfung mit schadstoffadaptierten Bakterien oder Pilzen erhöht.
Die Immobilisierung erfolgt durch Pufferung, d.h. durch Adsorption an Austauschern oder Fällung nach Reaktion mit bodeneigenen Stoffen. Der Zusatz von Adsorbentien (Humus, Tonminerale, Sesquioxide) oder Fällungsmitteln (z.B. Phosphat für Blei-Ionen) verbessert die Immobilisierung. Adsorption und Fällung sind oft abhängig vom pH-Wert, da eine pH-Erhöhung z.B. durch Kalkung die Mobilität der Schwermetalle senkt.
Die Verdünnung (Senkung der Konzentration) erfolgt durch Mischen kontaminierter Bodenlagen mit nichtkontaminierten, z.B. durch (Tief)pflügen oder durch Auftrag eines Fremdbodens.
Alle B.-Schritte erfordern den Einsatz aufwendiger und kostenintensiver Technologien und bergen die Gefahr, daß zusammen mit den Schadstoffen auch Bodenorganismen vernichtet werden.
Altlasten
Lit.: BMU: Maßnahmen zum Bodenschutz, Bonn 1987; BMI: Bodenschutzkonzeption der Bundesregierung, Stuttgart 1985
Siehe auch: Bodenbelastung, Bodenschutz.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenorganismen
B. bilden eine Biozönose, die in ihrer Gesamtheit als Edaphon bezeichnet wird.
Sie stehen in engen Wechselbeziehungen zueinander und bilden ein Gleichgewicht, das durch mechanische oder chemische Eingriffe (z.B. Pestizide) empfindlich gestört werden kann.
Man unterscheidet bei den B. Bodenfauna und Bodenflora. Zur Bodenfauna gehören u.a. Asseln, Spinnen, Milben, Vielfüßler, Springschwänze, Ameisen, Schnecken, Regenwürmer sowie Maulwürfe und Nagetiere, die abgestorbene Pflanzenreste und Tierleichen zerkleinern und zersetzen (Destruenten).
Außerdem sorgen sie für die Durchmischung, Durchlüftung und Lockerung des Bodens. Die Bodenflora bilden Bakterien, Pilze, Algen und Flechten, die für die Humifizierung (Humus) und Mineralisierung organischen Materials (u.a. auch den Kot der Bodenfauna) verantwortlich sind. Dieser Abbau organischen Materials ist für die Nährstoffversorgung der Pflanzen von zentraler Bedeutung. Ihnen fällt auch die Aufgabe der Erstbesiedlung von Gestein und anderen Extremstandorten zu.
Die Aktivität und Zusammensetzung der B. hängen stark von der Größe und Zahl der Bodenhohlräume, der zur Verfügung stehenden Nahrung sowie den Wasser-, Luft-, Temperatur- und Säureverhältnissen ab. Pilze dominieren z.B. auf sauren und Regenwürmer auf kalkhaltigen Böden.
Siehe auch: Biozönose, Edaphon.
Autor: KATALYSE Institut
Bodennutzung
Siehe Flächennutzung.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenluft
B. ist die gasförmige Phase des Bodens, die alle Teile des Porenvolumens des Bodens erfüllt, die kein Bodenwasser enthalten.
Die B. wird durch die biologischen Vorgänge im Porenraum beeinflußt, wodurch ihre Zusammensetzung oftmals von der der atmosphärischen Luft abweicht. Der Kohlendioxid-Gehalt der B. ist i.d.R. höher; außerdem reichern sich bei hoher Bodenfeuchte (anaerobe Bedingungen) die Gase Methan und Schwefelwasserstoff an.
Die Durchlüftung des Bodens ist abhängig vom Bodengefüge, den Wasserverhältnissen, der Korngröße der Bodenpartikel und ihrer Lagerungsdichte. Eine gute Durchlüftung fördert die Aktivität der Bodenorganismen und damit die Humusbildung (Humus) und Mineralisierung, was die Bodenfruchtbarkeit verbessert. Zudem ist ihr Vorhandensein notwendig für die Atmung der Pflanzenwurzeln.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenlösung
Die B. ist die wäßrige Phase des Bodens, aus der die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen, die darin gelöst als Ionen vorliegen.
Die Konzentration an Nährstoffen in der B. ist relativ konstant, da ein Gleichgewicht zwischen dem Nährstoffentzug und der Nachlieferung von Nährstoffen, die an die Bodenaustauscher gebunden sind, besteht. Des weiteren ist die B. neben den Bodenaustauschern das Medium des Bodens, in dem sich Schadstoffe anreichern.
Siehe auch: Ionen
Autor: KATALYSE Institut
Bodenhorizonte
Führt man einen senkrechten Schnitt durch einen Boden, so wird ein Profil erkennbar, das von unterscheidbaren Schichten, den B., gebildet wird.
Die B. sind verschieden in Farbe, Grad der Verwitterung und Mineralisierung wie auch Humifizierung (Humus) und stellen oftmals innerhalb eines Bodenprofils unterschiedliche Zustände der Bodenentwicklung dar. Die B. werden je nach ihren chemisch/physikalischen Eigenschaften und ihrer Lage im Bodenprofil mit definierten Buchstabensymbolen benannt:
L = Laubstreu aus weitgehend unzersetztem organischen Material;
O = Horizont bestehend aus organischem Material;
A = Mineralhorizont im Oberboden;
B = Mineralhorizont im Unterboden;
C = Ausgangsgestein der Bodenbildung;
h = humusreich;
v = verwittert.
Autor: KATALYSE Institut
Bodengefüge
(Bodenstruktur) Je nach räumlicher Anordnung der festen Bodenbestandteile und dem Anteil der Bodenporen, unterscheidet man verschiedene Gefügeformen, die nicht nur den Wasser-, Luft-, und Wärmehaushalt direkt, sondern darüber hinaus indirekt die Aktivität der Bodenorganismen, die Bodenentwicklung und die Ertragsfähigkeit des Bodens beeinflussen:
Einzelkorngefüge: Alle Partikel des Bodens liegen isoliert nebeneinander vor; Kohärentgefüge (Verbundgefüge): Bodenpartikel werden durch Kohäsionskräfte zusammengehalten und bilden eine ungegliederte Masse dichtester Packung, die für Wasser, Luft und Wurzeln undurchlässig ist; Aggregatgefüge (Krümelgefüge): Bodenpartikel bilden unter Einfluß hoher biologischer Aktivität und intensiver Durchwurzelung lockere Aneinanderlagerungen, zusammen mit luft- und wassergefüllten Poren, die als Krümel bezeichnet werden.
Siehe auch: Bodenbestandteile, Wasser, Luft, Aktivität, Bodenorganismen, Bodenentwicklung.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenerosion
Siehe Erosion.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenentwicklung
B. ist die Veränderung der Eigenschaften der Bodenbestandteile und ihrer Schichtung in Abhängigkeit von der Art des Ausgangsgesteins (weich, hart; basisch, sauer) und der Dauer und Art des Einflusses der Klimafaktoren, des Grund- oder Stauwassers, der Flora und Fauna sowie menschlichen Einwirkungen.
Diese Einflüsse bestimmen die Prozesse der B., die zu einer Ausdifferenzierung eines Bodenprofils und damit zur Entwicklung bestimmter Bodentypen führen: Verwitterung und Mineralbildung, Humusbildung (Humus), Gefügebildung (Bodengefüge), Tonverlagerung, Vernässung, Versalzung etc.. Die Bodentypen stellen jeweils kein Endstadium der B. dar, sondern sie können sich in bestimmter Art und Weise ineinander umwandeln, wie die Graphik zeigt (Erklärung der Kürzel s. Bodenhorizonte.
Siehe auch: Bodenbestandteile, Flora, Fauna.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenentseuchung
Bodendesinfektion. Schnelle und vollständige Abtötung von Schädlingen und Krankheitserregern im Boden.
Die B. wird bei Blumen und Anzuchterden sowie beim Auftreten von Nematoden (Bodenälchen) im Zuckerrübenanbau aufgrund zu enger Fruchtfolgen angewandt. B. erfolgt physikalisch durch Heißdampf oder Flammen sowie chemisch durch Biozide wie Chlorpikrin, Methylbromid, Dazomed, Varpan, Tropex, Chlornitrobenzol und
Lindan.
Die Bodendämpfung, d.h. das Einleiten überhitzten Dampfes in den Boden, kann im Gegensatz zu chemischen Mitteln auch unmittelbar vor dem Pflanzen oder Säen angewendet werden. Nachteile der chemischen B. sind neben der hohen Toxizität der verwendeten Biozide und der Gefahr für den Anwender die Schädigung des Bodenlebens (Edaphon) (Bodenorganismen) und damit der Bodenfruchtbarkeit.
B. bzgl. radioaktiver Stoffe: Dekontamination
Lit.: BMU: Maßnahmen zum Bodenschutz, Bonn 1987, BMI: Bodenschutzkonzeption der Bundesregierung, Stuttgart 1985.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenbestandteile
Der Boden ist der Teil der belebten, obersten Erdkruste, der nach unten durch festes oder lockeres Gestein und nach oben durch die Vegetationsdecke bzw. die Atmosphäre begrenzt wird.
Er ist kein homogenes Gebilde, sondern setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen: anorganische, mineralische Bestandteile, organische Bestandteile, Bodenorganismen, Bodenluft und Bodenwasser.
Anorganische, mineralische B. werden durch die Verwitterung von Gesteinen gebildet. Es treten dabei z.T. Moleküle in Form von Oxiden oder Hydroxiden auf, die sich dann wieder zu komplexen Mineralverbindungen (Tonminerale) verbinden können.
Es entstehen zudem auch Gesteinsbruchstücke unterschiedlicher Größe, die als Ton (0,2-2 mycrom), Schluff (2 mycrom-0,6 mm), Sand (0,6-2 mm) und Kies (2-60 mm) bezeichnet werden.
Organische B. sind alle in und auf dem Boden befindlichen, abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Stoffe sowie deren organische Umwandlungsprodukte.
Es besteht im Boden ein Gleichgewicht zwischen der Anlieferung (z.B. Laubstreu) und dem Abbau (Humifizierung, Mineralisierung) organischer Substanz. Humus ist als organischer B. von großer Bedeutung für die Mineralstoffversorgung von Pflanzen.
Organische Bestandteile bilden die einzige natürliche Stickstoffquelle im Boden und sind somit unverzichtbar für die Pflanzenernährung. Sie stellen zudem die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Bodenorganismen dar und verbessern den Wasser-, Luft- und Temperaturhaushalt des Bodens.
Je nach Ausgangsgestein, Klima und Pflanzenbewuchs ist das Verhältnis der Bestandteile unterschiedlich. Bei einem Anteil von mehr als 30% organischer Substanz spricht man von einem organischen Boden. Im gemäßigten mitteleuropäischen Klimaraum liegt der Anteil an organischer Substanz meist in einem Bereich von 3-10%.
Siehe auch: Atmosphäre.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenaustauscher
Die Tonminerale und die organische Substanz des Bodens tragen negative Ladungen, an die sich Kationen anlagern (Sorption).
Die sorbierten Kationen, die zum großen Teil pflanzliche Nährstoffe bilden (z.B. Mg2+, Ca2+, K+), können gegen andere ausgetauscht werden (z.B.: gegen Wasserstoff-Ionen aus Pflanzenwurzeln oder gegen Kalium-Ionen aus Dünger), so daß sie in pflanzenverfügbarer Form in der Bodenlösung vorliegen. Diesen Vorgang nennt man Kationenaustausch. Das Ausmaß des Austausches (Austauschkapazität) wird von der Anzahl der Ladungen der Bodenbestandteile und ihrer räumlichen Anordnung bestimmt.
Umweltbelastungen wie z.B. die Ansäuerung des Bodens (saurer Regen) können die Austauschverhältnisse erheblich beeinträchtigen, da eine deutliche Senkung des pH-Werts der Bodenlösung die Zerstörung der Tonminerale, die Ausschwemmung von Nährstoffen und die Freisetzung pflanzengiftigen Aluminiums zur Folge hat.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenatmung
Als B. bezeichnet man die Kohlendioxidabgabe und Sauerstoffaufnahme durch die Atmung der Bodenorganismen und Pflanzenwurzeln in die bzw. aus der Bodenluft.
Vor allem die Bodentemperatur, aber auch wechselnde Wasser-, Luft- und Nährstoffangebote, verändern die Aktivität der Bodenorganismen und verursachen damit Schwankungen in der B.. Das Ausmaß der B. ist bei feinkörnigen Böden höher als bei grobkörnigen, bei feuchten höher als bei trockenen und in Jahreszeiten mit lebhafter biologischer Aktivität höher als in Jahreszeiten mit trägem Bodenleben.
Die Kohlendioxidabgabe als Indikator der B. ist ein Maß für die biologische Aktivität eines Bodens. Von Wald- und Kulturland werden im Durchschnitt etwa 4.000 m3 (8.000 kg) Kohlendioxid je Hektar und Jahr an die Atmosphäre abgegeben, von denen etwa 2/3 aus der Atmung der Bodenorganismen und 1/3 aus der Wurzelatmung stammen.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenanzeigende Pflanzen
Siehe: Zeigerpflanzen, Bioindikatoren.
Autor: KATALYSE Institut
Bodenabsenkung
Siehe: Erosion, Bergbau, Steinkohle.
Autor: KATALYSE Institut
Boden
Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste.
Er ist nach unten durch festes oder lockeres Gestein und nach oben durch eine Vegetationsdecke bzw. die Atmosphäre begrenzt. Böden bestehen aus Mineralien unterschiedlicher Art und Größe, sowie mehr oder minder zersetzten organischen Stoffen, dem so genannten Humus. Minerale und Humus bilden ein Bodengefüge.
Ein Boden ist ein Naturkörper, bei dem ein Ausgangsgestein unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen und einer bestimmtem Vegetation durch bodenbildende Prozesse (Verwitterung, Mineralbildung, Zersetzung, Humifizierung, Gefügebildung und Verlagerung) umgewandelt wurde bzw. immer noch wird.
Autor: KATALYSE Institut
Biosphäre II
B. ist der Versuch, eine lebensfähige, künstliche Biosphäre zu schaffen.
B. besteht aus einem gigantischen Glashaus, das 13.000 m2 in der Wüste von Arizona bedeckt. 3.800 verschiedene Tier- und Pflanzenarten leben in fünf künstlichen, von der Außenwelt luftdicht abgeschlossenen, Klimazonen: Tropischer Regenwald, Ozean mit Korallenriff, Savanne, Wüste und landwirtschaftliche Anbauflächen. Mit Hilfe modernster Technik werden der Natur nachempfundene Kreisläufe zwischen Luft, Wasser und Boden zu einem selbstregulierenden System.
1991 ließen sich acht Wissenschaftler für zwei Jahre in die B. einschließen. Sie wollen untersuchen, wie eine derartige künstliche Welt bzgl. Stabilität, Luftqualität und Artenentwicklung funktioniert und ob mit Hilfe optimaler Rohstoffnutzung und vollständigem Recycling eine Selbstversorgung und damit Überleben möglich ist.
B. dient damit als Modell für spätere Weltraumsiedlungen.
Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob B. ein wissenschaftliches Experiment oder ein Öko-Disneyland darstellt. Kosten: 100 Mio US-Dollar.
Umweltprobenbank
Lit.: Bild der Wissenschaft, 12/90
Autor: KATALYSE Institut
Erdfarben
Mineralische Pigmente, die durch Brennen und Mahlen von eisenoxidhaltigen Erden gewonnen werden.
E. sind ungiftig und werden von Naturfarbenherstellern insb. in Dispersionsfarben eingesetzt.
Autor: KATALYSE Institut
Biosphäre
Die B. ist der von Lebewesen bewohnte Raum, die Gesamtheit der belebten Umwelt.
Sie umfaßt als Schicht von ca. 20 km nur einen dünnen Gürtel der Erde. Als globales Ökosystem unterliegt sie ständigem Wandel. Alle Bereiche und Glieder der B. sind durch ein komplexes, auf Wechselwirkungen gründendes System von abiotischen und biotischen Stoffkreisläufen untereinander verkettet: Wasserkreislauf, Gaskreisläufe (z.B. Kohlenstoff, Sauerstoff), Feststoffkreisläufe (z.B. Phosphor) (= abiotisch - unbelebt), Beziehungen zwischen Organismen verschiedener Art und Ordnung, (= biotisch - belebt, Biozönose, Nahrungskette). Der Mensch greift durch eine Vielzahl von Tätigkeiten in die B. ein:
- Nutzung von Landschaft für Im B. fördert man aus der Erde Metallerze, Salze, Gesteine und fossile Brennstoffe. Bergbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft,
- Erschließung von Landschaft durch Besiedlung, Industrieansiedlung und Verkehr (Flächennutzung),
- Verschmutzung und Zerstörung von Boden, Wasser und Luft (Deponie).
Jeder Eingriff des Menschen in die B. bringt eine Fülle von gewollten und ungewollten Auswirkungen von lokalem bis hin zu weltweitem Ausmaß mit sich: z.B. Klimaveränderungen, Waldsterben, Eutrophierung von Gewässern. Das Schema zeigt die Einteilung der B. in die Bereiche (untere) Atmosphäre, Hydrosphäre (Gewässer), Pedosphäre (Boden) und (oberste) Lithosphäre (Gesteinsschicht).
Verlandung, Biotische Umweltfaktoren
Lit.: F. Klötzli: Ökosysteme, Stuttgart 1988
Autor: KATALYSE Institut
Bakterien
Große Gruppe einzelliger, haploider (einfacher Chromosomensatz, Chromosomen) Organismen, oftmals mit Plasmiden, aber ohne echten Zellkern.
Nach ihrer äußeren Gestalt werden Bakterien in Kokken (Kugeln), Stäbchen und gekrümmte Stäbchen eingeteilt. Die Größe von Bakterien liegt in einem Bereich von 0,2-5 Mikrometer. Sie vermehren sich durch Zellteilung und haben unter optimalen Bedingungen eine Generationszeit von etwa 20 min (E.coli). Bakterien existieren fast überall, sowohl in arktischen Gebieten wie auch heißen Schwefelquellen und in hohen Luftschichten. Unter ungünstigen Lebensbedingungen können einige Arten Dauerformen ausbilden, die sogenannten Sporen.
Bakterien sind für die Stoffkreisläufe in der Natur und den Stoffwechsel vieler Organismen unentbehrlich wie z.B. Luftstickstoff-bindende Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchte oder die Darmbakterien des Menschen (E.coli). Einige Bakterien-Arten verursachen schwere Infektionen wie z.B. Tuberkulose, Typhus, Syphilis oder Lebensmittelvergiftungen.
Die Mehrzahl lebt heterotroph (nicht selbständig) und ernähren sich:
Saprophyten spalten die organischen Stoffe von toten Tieren und abgestorbenen Pflanzen. Im Fäulnisprozess zersetzen sich die Eiweißstoffen unter Luftabschluss oder im Verwesungsprozess unter Sauerstoffverbrauch oder im Gärungsprozess unter Energiegewinnung durch Spaltung energiereicher Stoffe.
Parasiten sind Krankheitserreger und zerstören Gewebe und vergiften den Organismus des Wirtes mit ihren Stoffwechselprodukten.
Symbionten leben z.B. im Darm von Pflanzenfressern und zerlegen dort die Zellulose.
Die selbstständigen (autotroph) Bakterien ernähren sich:
Mit Hilfe der Photosynthese können sie Chlorophyll assimilieren. Diese Photosynthese funktioniert nur unter anaeroben Bedingungen.
Bei der Chemosynthese oxidieren bestimmte Bakterien anorganische Verbindungen und gewinnen so Energie.
Die Bekämpfung schwerer bakterieller Infektionskrankheiten wurde mit der Entdeckung der
Antibiotika möglich; eine zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika ist zu beobachten.
Der hohe Stoffumsatz und die große Vielfalt der Stoffwechselreaktionen machen die Bakterien in vielen Bereichen nutzbar, so z.B.
- zur Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Käse, Sauerkraut, Joghurt etc.),
- zur Klärung von Abwässern in der biologische Stufe von Kläranlagen (Abwasserreinigung) oder
- zur biotechnischen Produktion von Arzneimitteln und Lebensmittelzusatzstoffen (z.B. der Geschmacksverstärker Glutamat oder Vitamine).
Die vergleichsweise einfachen genetischen Strukturen, die Möglichkeit zur Übertragung genetischen Materials mit Hilfe von Plasmiden und die kurze Generationszeit haben Bakterien zu bevorzugten Objekten der Gentechnologie werden lassen.
Allgemein bekämpft man Bakterien, indem man sie abtötet oder in ihrer Entwicklung hemmt. Abtöten, keimfrei machen oder sterilisieren kann durch Ausglühen, Auskochen, mit Desinfektions- und Konservierungsmittel erfolgen. Pasteurisiert wird durch mehrmaliges Erhitzen auf 60°C und Abkühlen auf 10°C. Ungünstige Lebensbedingungen für Bakterien schafft man durch niedere Temperaturen (Kühlschrank), Räuchern, Einsalzen und Einlegen in Essig oder einer Zuckerlösung.
(Stand 08.2022)
Autor: KATALYSE Institut
