Holzschutzmittel

Chemische, Konservierungsmittel, die Holz vor der Zerstörung durch Pilze (Schimmelpilze), Bakterien, Insekten u.a. Tiere schützen sollen.

H. kommen zum Einsatz bei frischgefälltem Holz und zum Schutz von Bauteilen. H. werden unterteilt in wasserlösliche Salze und ölige Mittel. Die Salze umfassen Chrom-, Fluor-, Kupfer-, Arsen und Borverbindungen, die öligen Mittel Teerpräparate und H. auf Lösemittelbasis. Nur die Borverbindungen sind "relativ ungefährlich". Die anderen H. können zu chronischen Vergiftungen führen, meist durch Ausgasen von giftigen Bestandteilen (Pentachlorphenol, Lindan).
Problematisch ist die Verwendung von Fluorsalzen wegen der damit verbundenen Fluorwasserstoff-Emissionen sowie von Fungiziden wie Pentachlorphenol, Tributylzinn-Verbindungen, Endosulfan, Dichlorfluanid, Phenylquecksilberoleat u.a.
Nach den Umweltleitlinien der Chemischen Industrie wird Pentachlorphenol seit 1985 nicht mehr in H. eingesetzt. Bei der Verwendung von Chrom-, Kupfer- und Arsensalzen besteht die Gefahr des Auswaschens bzw. Ausblühens. Nach neuen Untersuchungen sind chemische Holzschutzmittel in Gebäuden nur in seltenen Fällen notwendig.
Insgesamt werden bei HSM-Salzen etwa 25, bei den übrigen HSM 50 verschiedene Biozide eingesetzt. Gehäuft treten dabei Borverbindungen, Chromsalze und Pyrethroide auf.
In modernen Wohnungen herrscht ein Raumklima, das einer Ausgleichsfeuchte von 8 Prozent des Holzes entspricht. Unter 20 Prozent Holzfeuchte ist kein Pilzbefall möglich und unter 10 Prozent kein Insektenbefall. Nur im nicht ausgebauten Dachstuhl herrscht eine Holzausgleichsfeuchte von durchschnittlich 15 Prozent, weshalb dort ein Insektenbefall nicht ausgeschlossen werden kann. Schädlinge können hier mit Fliegengittern etc. vom Holz ferngehalten werden.
Bei einem ausgebauten Dachgeschoß kann im völlig mit Wärmedämmstoffen eingehüllten Holz kein Befall auftreten (DIN 68800). Im öffentlichen Bau müssen für statisch beanspruchte Bauteile H. verwandt werden, die amtlich geprüft und zugelassen sind (ca. 300 Mittel). Weiterhin gibt es etwa 2.000 nicht überprüfte Mittel auf dem Markt.
Eine Überprüfung der Wirksamkeit, sowie der Gesundheitsgefährdung ist laut Gesetz nicht vorgeschrieben. Sinnvoller als der Einsatz von H. und ausreichend sind konstruktive Maßnahmen zum Holzschutz (Konstruktiver Holzschutz). Im Falle eines Schädlingsbefalls sollte möglichst nur das zugelassene Heißluftverfahren durchgeführt werden.

Autor: KATALYSE Institut

KATALYSE Institut

Das kölner KATALYSE Institut ist eines der ersten unabhängigen Umweltinstitute Deutschlands. Seit 1978 engagieren sich unsere Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen für den Schutz von Umwelt und Gesundheit sowie für eine nachhaltige Entwicklung in Nord und Süd.

Der Name KATALYSE versinnbildlicht unseren Anspruch, Vorgänge zu beschleunigen oder in eine andere Richtung zu lenken.
Das KATALYSE Institut versteht sich als „Denkfabrik“ für zukunftsfähige Konzepte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Unsere Arbeit ist dem Ansatz der sozial-ökologischen Forschung verpflichtet. Methoden und Instrumente aus der klassischen Umweltforschung werden bei der Bearbeitung der komplexen Fragestellungen einer sich globalisierenden Umwelt- und Entwicklungsproblematik hinzugezogen.

Die Unabhängigkeit des KATALYSE Instituts gewährleistet unsere kritische Arbeit in den Bereichen Umweltforschung und Verbraucherschutz. Als gemeinnützige Organisation finanzieren wir uns durch Zuwendungen für Projekte, Spenden, Fördermitgliedschaften und Auftragsarbeiten.

Das KATALYSE Institut berät Unternehmen, öffentliche Institutionen, Medien, Verbände und Privatpersonen. Unsere Teams werden problembezogen aus Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen zusammengestellt. Auf der Basis langjähriger Erfahrungen erarbeiten wir Grundlagen- und Fallstudien ebenso wie individuelle Lösungen im Bereich des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung.

Unsere Arbeitsfelder sind:

Sozialökologische Forschung
Die sozialökologische Forschung wurde zur Stärkung einer transdisziplinär orientierten Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung im Rahmen des Programms des Bundesforschungsministeriums (BMBF) "Forschung für die Umwelt" eingerichtet.

Der neue Förderschwerpunkt “Sozialökologische Forschung” trägt der Erkenntnis Rechnung, dass ökologische, ökonomische, soziale und technische Problemlagen eng mit einander verschränkt sind und zu ihrer Lösung transdisziplinäre, problemorientierte Forschungsansätze gefragt sind. Solche Ansätze, die naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche, universitäre und außeruniversitäre Forschung miteinander verzahnen, werden im Rahmen des neuen Förderschwerpunktes gezielt gefördert.

Das KATALYSE Institut stellte bereits 1994 erste Impulse für eine sozialökologische Forschung vor. Aber erst im Jahr 1999 wurde im Auftrag des BMBF mit den deutschen Ökoforums-Instituten (ISOE, Ökoinstitut, IÖW, KATALYSE) der neue Forschungsschwerpunkt erarbeitet.

Im Jahr 2001 hat das KATALYSE Institut eine der Sondierungsstudien (Biodiversitätsmanagement) zur Vorbereitung des neuen Forschungschwerpunktes erstellt. Mitte des Jahres 2002 nimmt der Arbeitsbereich Landwirtschaft und Ernährung mit vier anderen Ökoforumspartnern ein dreijähriges BMBF-Verbundvorhaben "Ernährungswende - Transformationen für eine nachhaltige Ernährung" auf.

Landwirtschaft und Ernährung
Im Zentrum des Arbeitsfeldes steht die Entwicklung von Strategien für eine nachhaltige Ernährung. Wir beraten Politik und Wirtschaft bei der Umsetzung der Agrarwende und nachhaltiger Ernährungskonzepte.

  • Wir erstellen Konzepte für eine nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen,
  • beraten Sie bei der Konzeption gesundheitlich und ökologisch verträglicher Verpflegungssysteme,
  • führen Untersuchungen durch zur Risikokommunikation und
  • entwickeln Strategien für eine nachhaltigere Ernährungskommunikation.

Konkrete Beispiele aus dem aktuellen Beratungs- und Dienstleistungsangebot des KATALYSE Instituts sind:

  • die Ausrichtung des "Förderpreis Ökologischer Landbau" für das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMVEL) und
  • die Entwicklung von Strategien für eine Ernährungswende im Rahmen des Förderschwerpunkts: Nachhaltige Entwicklung im Spannungsfeld „Umwelt-Ernährung-Gesundheit“ des Bundesforschungsministeriums (BMBF).

Bio- und Gentechnologie
Die Erkenntnisse und Methoden der klassischen Bio- und der neuen Gentechnologien bilden als Life Sciences heute die Grundlagen für eine Fülle technisch neuer, oft heftig umstrittener Anwendungen in Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion sowie in der Medizin und im Umweltschutz.

Unsere Wissenschaftler beteiligen sich seit Jahren aktiv an der kontroversen öffentlichen Diskussion um die Gentechnik. In Studien, Vorträgen und Publikationen beziehen unsere Experten Stellung in den aktuellen Debatten.

Als Beratungsunternehmen stehen wir zivilgesellschaftlichen Organisationen, staatlichen Institutionen und Unternehmen bei Projektbewertungen sowie Entscheidungsfindung und Positionierung zur Seite.

Typische Beispiele sind etwa die „Untersuchung biotechnologischer Innovationspotenziale für das Land NRW“ oder Risikoabschätzungen gentechnologischer Anwendungen.

  • Wir erstellen für Sie Risikostudien, Technikfolgenabschätzungen sowie Erhebungen und Umfragen, begutachten neue Verfahren und Produkte in Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung
  • entwickeln biotechnologische Anwendungen in Textilveredelung und Biogastechnik und konzipieren
    Weiterbildungsmaßnahmen.

Bauen und Wohnen
Im Mittelpunkt des Arbeitsfeldes steht die Entwicklung und der Einsatz energie- und ressourcenschonender, umwelt- und gesundheitsverträglicher Baumaterialien und Bau-weisen. Unsere Experten beraten Institutionen, Unternehmen und private Kunden in allen Fragen nachhaltigen Bauens und Wohnens. Unsere Leistungen für Sie:

  • Begutachtung umweltbezogener, gesundheitlicher und material-technischer Anforderungen an Baustoffe und Bauprodukte
  • Entwicklung von Schulungsmaterialien und Praxisleitfäden, wie z. B. im Praxisratgeber „Bauteilplanung mit ökologischen Baustoffen“
  • Bewertung und Zertifizierung von Gebäuden auf der Basis der von unseren Experten entwickelten Kriterien.

Wir beraten und begleiten Sie fachlich bei der Auswahl geeigneter Baustoffe für Neubau-, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen, der Planung und Durchführung ökologisch orientierter Bauvorhaben
und unterstützen Sie bei der Auswahl von Einrichtungsgegenständen durch Qualitäts- und Schadstoffprüfungen und die Vergabe des ÖkoControl-Zeichens des Europäischen Verbandes ökologischer Einrichtungshäuser für schadstoffgeprüftes Mobiliar sowie die Produktprüfungen der Arbeitsgemeinschaft kontrolliert, deklarierte Rohstoffe (ARGE kdR).

Raumluftqualität und Elektrosmog
Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schadstoffe und elektromagnetische Felder im Wohn- und Arbeitsumfeld gewinnen immer mehr an Bedeutung. Die Ermittlung und Verringerung von Umweltbelastungen in Innenräumen ist eines unserer Kernarbeitsfelder.

Öffentliche Träger, gewerbliche Nutzer und private Bewohner von Gebäuden profitieren von der langjährigen Erfahrung unserer Teams im Bereich Innenraumschadstoffe und damit verbundener Gesundheitsprobleme. Unsere Mitarbeiter

  • beraten Sie zu Innenraumschadstoffen und Elektrosmog,
  • identifizieren für Sie Schadstoffquellen in öffentlichen Gebäuden, Büros und Wohnungen,
  • beproben und analysieren Innenraumschadstoffe (z. B. PCB, Asbest, Schimmelpilze),
  • messen elektromagnetische Felder,
  • bewerten Meßergebnisse und Belastungssituationen und
  • geben Handlungsempfehlungen zur Reduzierung und Vermeidung von Belastungen,
  • erstellen Sanierungskonzepte und begleiten deren technische Durchführung.

Umweltmanagement
Zielsetzung des Umweltmanagements ist es, Produkte, Herstellungsverfahren und Arbeitsabläufe hinsichtlich ihrer Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit so zu optimieren, dass Stoff-, Energieströme und Schadstoffbelastungen minimiert werden.

Das KATALYSE Institut unterstützt Unternehmen und Institutionen bei Schwachstellenanalyse, Entwicklung von Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen und allen Fragen des betrieblichen Umweltschutzes. Wir qualifizieren Ihre Mitarbeiter durch Fortbildungsmaßnahmen und unsere Experten begleiten Sie bei der Ausarbeitung von Kriterien und der Umsetzung von:

  • Öko- und Qualitäts-Auditing (ISO 14.000/EMAS),
  • Umweltcontrollingsystemen und betrieblichem Benchmarking/Umweltmanagementsystemen und
  • bereiten Sie auf die entsprechenden Zertifizierungen vor.

Wir erarbeiten für Sie:

  • Produkt- und produktlinienbezogene Ökobilanzen,
  • Konzepte zur umweltbezogenen Verfahrensoptimierung,
  • Konzepte zu umweltverträglichem Logistikmanagement,
  • Umweltverträgliche Beschaffung im Büro- und Baustoffbereich.

KATALYSE Institut e.V.
Institut für angewandte Umweltforschung
Beethovenstr. 6
50674 Köln
Tel: 0221-94 40 48-0
Fax: 0221-94 40 48-9
Email: info@katalyse.de
Internet: www.katalyse.de
Facebook
www.umweltjournal.de

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Holzfaserplatte

Die H. ist ein Holzwerkstoff. Der Ausgangsstoff der H. ist zum größten Teil Restholz aus Sägewerken und anderen Holzwerken sowie Schwachholz von Durchforstungen.

Je nach Endprodukt kann auch Altholz, z.B. Obstkisten, Palettenholz, zugegeben werden. Aus diesem Grund ist die H. zum größten Teil ein Recyclingprodukt.

Je nach Dichte des Holzwerkstoffes unterscheidet man Hartfaserplatten, mitteldichte Faserplatten und Holzweichfaserplatten.
Herstellung: Der Rohstoff Holz wird in einem Hacker zu kleinen Holzstücken der Größe ca. 30x30 mm zerkleinert, unter Druck und Dampf gekocht und im Refiner zu Fasern gemahlen. Nach der Beleimung und Trocknung wird ein Faserkuchen gestreut, der dann zu Platten gepreßt wird.
Die Problematik der H. liegt im Zusatz des Leimes. In den meisten H. wird Formaldehyd als Bindemittel verwendet. Wenn die Platten wie üblich in Innenräumen verbaut werden, müssen diese der E-1 Klassifikation entsprechen (Spanplatte).
Die Hartfaserplatte ist die dichteste aller H., da sie mit dem größten Druck verpreßt wird, die Holzweichfaserplatte hat die geringste Rohdichte und ist somit die leichteste aller H. und die mitteldichte Faserplatte liegt schließlich mit ihrer Rohdichte zwischen den beiden Erstgenannten.

Autor: KATALYSE Institut

Heizung

Im Jahr 2000 waren die privaten Haushalte mit fast 28 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch Deutschlands beteiligt; 1990 waren es erst 25 Prozent. Damit stehen die privaten Haushalte an zweiter Stelle hinter dem Verkehr (mit rund 30 Prozent), aber noch vor der Industrie (26,5 Prozent). In den privaten Haushalten liegt der Anteil der H. am Energieendverbrauch sogar bei 76 Prozent und 11 Prozent für Warmwasserbereitung.

Wie viel Energie ein Haus zum Heizen benötigt, hängt in erster Linie von seiner Wärmedämmung (k-Wert) ab, die den Wärmebedarf bestimmt und bei guter Ausführung Umweltbelastungen und Energieverbrauch mehr als halbieren (Niedrigenergiehaus; Passivhaus,) oder sogar ganz vermeiden kann (Nullenergiehaus). Seit 1.02.2002 gilt die Energie-einsparverordnung für Gebäude (EnEV) und verbreitet die Niedrigenergie-Bauweise als Standard.

Die H.-Systeme unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Primärenergieverbrauch und Emis-sionen. Eine große Rolle spielt zudem das Nutzerverhalten (Raumklima, Lüften, Stoßlüften). Umweltschonende H.-Systeme, die geringe Energieverluste aufweisen und wenig Schadstoffe emittieren, sind v.a. Nahwärme, Fernwärme und Erdgas-Brenner. Moderne Gasfeuerungen erreichen Wirkungsgrade von über 90 Prozent im Winterbetrieb (Sommerbetrieb 50 bis 60 Prozent, Sonnenkollektoren). Bei den Gasbrennern stellt der Brennwertkessel in Verbindung mit Niedertemperatur-Heizsystemen die optimale Lösung dar. Auch Ölbrenner arbeiten heute mit hohen Wirkungsgraden und auch mit Brennwerttechnik. Probleme bereiten aber die relativ hohen Schwefeldioxid-Anteile im Abgas von Heizöl. Wobei Strom die am leichtesten zu transportierende Energie ist und die Risiken von Tankwagentransporten, Erdgaspipelines und die Folgen der Transporte (Umweltbelastung durch Abgase, Straßenbau usw.) entfallen.

Ökologisch ungünstig sind v.a. elektrisch Heizen (Elektrospeicherheizung), Ofenheizung, und alte Erdöl-Brenner. Alte Zentral-H. haben oft nur einen Wirkungsgrad von unter 70 Prozent, bedingt durch hohe Wärmeverluste über die Abgase, Überdimensionierung der Anlagen und falsche Brennereinstellung. Die Anschaffung einer neuen H. kann sich schon innerhalb weniger Jahre amortisieren. Viele Hausbesitzer müssen in den nächsten Jahren ihre H. austauschen, weil sie mehr Schadstoffe auspustet als zulässig. Mit der neuen Energiespar-verordnung, die im Februar 2002 in Kraft trat, will die Bundesregierung technisch veraltete H. (Einbau vor dem 1.10.1978) spätestens bis zum Jahr 2008 aus dem Verkehr ziehen.

Die Staubemissionen aus Hausfeuerungen als auch der Abgasverlust werden in den Verordnungen zum Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchV) begrenzt. Nach der BImSchV gilt der Abgasverlust, der im Schornsteinfegerprotokoll ausgewiesen ist, als Maß der Dinge: bei H. zwischen 4 und 25 Kilowatt Leistung darf er maximal 11 Prozent betragen, bei 25 bis 50 Kilowatt Leistung maximal 10 Prozent. Werden diese Werte überschritten, muss die H. bis zum 1.11.2004 nachgerüstet oder still gelegt werden.

Literatur:
Knieriemen, Heinz; Frei Peter: Heizen mit Holz - ökologisch und gesund; Das Praxisbuch für traditionelle und moderne Öfen, Herde und Heizsysteme; AT Verlag 2003; ISBN 3855029296; EUR 27,90
Richtig heizen - Heizsysteme und Warmwasser; Konsument extra; ISBN 3901359427; Verein für Konsumenteninformation Verlag 1998; EUR 11,48
Fröse, Heinz-Dieter: Elektrische Heizsysteme; ISBN 3790506982; Pflaum Verlag 1995; EUR 27,61

 

Autor: KATALYSE Institut

Hausfeuerung

siehe Heizung, Ofenheizung, Brennwertkessel

Autor: KATALYSE Institut

Hartschaumplatten

siehe Polystyrol, Polyurethan, Wärmedämmstoffe, k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Hartfaserplatte

Die H. ist eine Holzfaserplatte, deren Einsatzgebiet in der Möbelindustrie, im Innenausbau und in der Verpackungsindustrie gegeben ist.

In der Möbelindustrie werden die 3 bis 5 mm starken H. hauptsächlich als Rückwände in Kastenmöbel (Schränke, Küchenzeilen, Kommoden usw.) und als Schubladenböden eingesetzt. Für Billigstmöbel werden H. auf einen Holzrahmen geleimt und dienen als Grundkörper für Seitenwände, Regalböden, Ober- und Unterteile von Kastenmöbeln.
Im Innenausbaubereich werden H. für die Zimmertürenherstellung (beidseitig auf einen gefüllten Holzrahmen geleimt und überfuniert) verwendet.

Die H. enthalten, wie Spanplatten und Mitteldichte Faserplatten, als synthetisches Bindemittel Harnstoff-, Melamin- oder Phenolharz-Formaldehyd. Auch H. können Formaldehyd abgeben und unterliegen der E-1-Klassifikation.

Autor: KATALYSE Institut

Glaswolle

siehe Mineralwolle

Autor: KATALYSE Institut

Glasfasertapeten

G. sind eine spezielle Art von Tapeten, mit dem Grundstoff Glas bzw. Glasfasern (Mineralwolle).

Die einzelnen Glasfasern werden zu Garnen unterschiedlicher Dicke gesponnen und dann flächig verwoben. Durch kurzes Erwärmen des Glasfasernetzes wird eine Verbindung der einzelnen Fasern erreicht. Die Herstellung und Verarbeitung der Glasfasern ist allerdings mit gesundheitlichen Risiken behaftet. Es kann zu einer karzinogenen Wirkung, verursacht durch die lungengängigen, faserförmigen Feinstäube, kommen (MAK-Wert, Mineralwolle).
Speziell beim Tapezieren und noch mehr beim Renovieren, wenn die Tapete entfernt wird, kann es zu einer Feinstaubbelastung kommen. Meist werden die G. mit einer völlig geschlossenen flächigen Kunstharzfarbe beschichtet, welche die Faserfreisetzung während der Nutzungszeit verhindert, aber gleichzeitig das Raumklima verschlechtert (Diffussionswiderstand).

Autor: KATALYSE Institut

Glas als Fenstermaterial

Normales Bauglas absorbiert fast völlig UV-Strahlung. Quarzglas und einige Kunststoffgläser sind dagegen durchlässig für UV-Strahlen.

Manche Baubiologen empfehlen UV-durchlässiges Glas als Südverglasung, um das natürliche Lichtspektrum (Licht) weitgehend unverändert zu erhalten. Hierbei ist allerdings zu beachten, daß von UV-Strahlung auch Gesundheitsgefahren ausgehen (Ozonabbau, UV-Strahlung, Hautkrebs, Grauer Star).

Farbig getönte Absorptionsgläser und metallbedampfte Reflexionsgläser (Wärmeschutzverglasung) sind energie- und schadstoffintensiver in der Herstellung, teurer, absorbieren mehr Tageslicht als normales Glas und sind schlechter einem Recyclingsprozeß zu unterziehen. Unbeschichtetes Glas läßt sich unter Einsparung von 30% des Primärenergieeinsatzes wiederverwenden (Altglas).

Für Bürohäuser wurden in den letzten Jahren Glasfassaden mit integrierten Solarzellen vorgestellt.
Fenster, Schadstoffemissionen bei der Glasproduktion: Glas

Autor: KATALYSE Institut

Gipsputz

Der G. besteht aus den Bindemitteln Naturgips oder REA-Gips und aus den Zuschlägen Sand und Kalk.Zusätze, z.B. Methylcelluslose, oder Füllstoffe, z.B. Perlite, werden v.a. den Fertigputzen beigemischt.

Der G. wird als Innenputz eingesetzt. Er lässt sich gut und einfach verarbeiten und wird meist maschinell als Maschinenputz aufgetragen. Es ist ein sehr langlebiger Putz, der jedoch nicht in Feuchträumen eingesetzt werden darf. Der G. zeichnet sich durch sein gutes Sorptionsvermögen, hohe Wasseraufnahme und Wasserabgabe aus. G. sollte, um seine Eigenschaften voll entfalten zu können, nicht geglättet, sondern abgefilzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Gasbeton

Alte Bezeichnung für Porenbetonstein

 

Autor: KATALYSE Institut

Fußbodenheizung

Eine F. besteht meist aus innerhalb bzw. unterhalb des Fußbodenestrichs angeordneten Heizschlangen, die von Heizwasser durchflossen sind.

Da geringe Vorlauftemperaturen von maximal 60 Grad C ausreichen, eignet sich die F. zur Kopplung mit Sonnenkollektoren, Wärmepumpen bzw. generell Niedertemperatur-Heizsystemen. Bei Fußbodenoberflächentemperaturen von über 25 Grad C ergeben sich negative Auswirkungen wie Staubaufwirbelungen und Begünstigungen des Auftretens von Schweißfüßen und Krampfadern.
Nachteilig ist auch die thermische Trägheit, d.h. schlechte Regulierbarkeit des Systems. Durch moderne Heizungsanlagen mit großflächigen Heizkörpern und Niedertemperatur-Heizsystemen wird bei gleicher Vorlauftemperatur eine größere Wärmeabgabe als bei der F. erzielt. Solche Anlagen machen die F. überflüssig. Eine weitere Variante der F. ist die Elektro-F. In diesem Falle werden Elektroheizplatten auf den Estrich mit einem Spezialkleber verlegt.
Zu den o.g. negativen Eigenschaften kommt hier noch die Belastung durch auftretende elektrische und magnetische Felder (Elektrosmog) hinzu sowie die prinzipielle Frage, ob eine Elektroheizung aufgrund des sehr hohen Energieaufwandes sinnvoll ist (Elektrisch Heizen).

Autor: KATALYSE Institut

Fensterrahmen

F. bestehen meist aus den Rahmenmaterialien Holz, Kunststoff oder Aluminium.

Holz und Kunststoff haben heute einen Marktanteil von ca. 42%, 14% entfallen auf Aluminium. Von der konstruktiven Seite her genügen alle drei F.-Werkstoffe den generellen Ansprüchen an die Gebrauchstauglickeit von Fenstern. Große Unterschiede in der Beurteilung der Rahmenmaterialien gibt es aber bei den Kriterien Rohstoffgewinnung, Herstellung, Energieverbrauch, Nachnutzung und Entsorgung (s. Tab.). So ist der Primärenergiebedarf zur Herstellung eines F. aus Aluminium trotz seines geringen Gewichts ca. 45mal höher als bei einem F. aus
Holz und 3-4mal höher als bei einem Kunststoff- oder Aluminium-Holz-F. (Aluminiumherstellung). Heimisches Holz ist das ökologisch günstigste Material für F. (Europäisches Holz). Kunststoff-F. werden aus dem Grundstoff PVC unter Berücksichtigung besonderer Rezepturen, die die produktspezifischen Erfordernisse gewährleisten, erstellt. So werden 64% aller verarbeiteten Stabilisatoren (Blei, Organozinnverbindungen, Cadmium/Zink, Barium/Zink, Barium/Cadmium und Zink) in der Hart-PVC-Herstellung eingesetzt.

Bis 1991 wurden in Westdeutschland pro Jahr bis zu 450 t Cadmium als PVC-Stabilisatoren verbraucht, welche heute vorwiegend durch bleihaltige Stabilisatoren ersetzt werden. Ebenfalls sehr problematisch sind die bei der Verbrennung von PVC freiwerdende Dioxine und Furane. Die Aluminiumherstellung ist energieintensiv und verursacht große Umweltbelastungen durch die Deponierung von toxischem Rotschlamm und das bei der Herstellung entweichende hochtoxische Fluor.

Autor: KATALYSE Institut

Fensterfolie

F. dient dazu, die Wärmeverluste einfachverglaster Fenster preiswert zu verringern.

Die F. wird innen auf den Rahmen angebracht, wodurch ein Luftraum zwischen F. und Außenscheibe entsteht. Der Einsatz von F. amortisiert sich innerhalb weniger Winter, auch wenn nicht die k-Werte einer Doppelverglasung erreicht werden (Fenster).
Infolge des besseren Dämmwerts kondensiert weniger Wasserdampf am Fenster.

Autor: KATALYSE Institut

Fenster

Fenster sind Teile der umschließenden Außenhaut eines Gebäudes und damit Grenzflächen zwischen innen und außen. Das charakteristische Merkmal des Fensters ist die Transparenz des Glases.

Das F. dient als Einfallsmöglichkeit für das natürliche Licht und ermöglicht dem Nutzer des Gebäudes den Kontakt zu seiner Außenwelt. Gleichzeitig schützt das Fenster vor den anderen äußeren Einflüssen wie Wind, Regen, Hitze, Kälte, Lärm und Einbruch. Das Bauteil F. besteht aus den Fensterrahmen, Glas und Dichtungsstoffen.

Zu den formalen Anforderungen an die Konstruktion zählen in der Hauptsache:
- Größe, Format, Teilung
- Öffnungsart
- Rahmenwerkstoff und
- Oberflächenbehandlung.

In der Grobgliederung unterscheidet man folgende Fensterarten:
Einfachfenster mit Einfachverglasung, Einfachfenster mit Mehrscheiben-Isolierglas und Wärmeschutzverglasung, Verbundfenster und Kastenfenster (vgl. Tab.). Der Wärmeverlust der verschiedenen F.-Typen ist sehr unterschiedlich (vgl. Tab.) (k-Wert). Es ist 1992 geplant, in der neuen Wärmeschutzverordnung die Wärmeschutzverglasung für Neubauten vorzuschreiben.

Gerade in bezug auf Wintergärten ist zu beachten, daß aber auch beste Fenster in ihrem k-Wert kaum an selbst ungedämmtes Mauerwerk herankommen. So hat z.B. eine ungedämmte 36,5 cm dicke Leichthohlziegel-Wand inkl. Putz einen k-Wert von 0,36.

F. können sich je nach Konstruktion und Lage im Haus (Himmelsrichtung) für den Energiehaushalt positiv oder negativ auswirken. Nach Süden orientierte F. lassen die Sonnenstrahlen in den Innenraum und erwärmen ihn. Durch sonnenabgewandte F. hingegen wandert die Wärme aus dem Innenraum nach draußen.

Tips für die Fensterinstallation in einem energiebewußt gebauten Haus:
- große Fensterflächen nach Süden und Südwesten hin orientieren,
- kleine Fenster nach Norden mit hohem Wärmedämmwert,
- Anbringung und Benutzung von gedämmten Fensterläden,
- Fenster nach Süden sollten im Idealfall als Kastenfenster konstruiert sein (so kann bei Sonnenschein ein Flügel ausgehängt werden, damit die Lichtdurchlässigkeit/Aufheizfaktor größer wird).

Wenn neue Fenster mit Fugendichtungen eingebaut werden, muß aufgrund des dadurch geringeren Luftaustauschs öfter gelüftet werden, um die Innenraumluft zu verbessern (Stoßlüften). Superdämmfenster benötigen eine aufwendige Technologie, höheren Energieeinsatz bei der Herstellung, höhere Anteile an synthetischen Stoffen auch im Verbund miteinander, und ergeben dadurch größere Probleme beim Recycling.

Autor: KATALYSE Institut

Fassadenbegrünung

Die Nutzung von Fassaden als Bewuchsflächen hat positive Auswirkungen auf das Klima des Gebäudes und der Umgebung.

Die F. bietet Schutz vor Witterungseinflüssen wie Wind, Sonne, Regen und dient der Luftverbesserung durch Binden von Schadstoffen und die Produktion von Sauerstoff. Sie absorbiert Schall und hat klimaregulierende Wirkungen durch Wärmedämmung im Winter und Sonnenschutz und Kühlung im Sommer. Der Bewuchs stellt zudem bei intakt verputztem Mauerwerk einen Schutz der Fassade selbst dar.

Fassaden können direkt durch selbständige Wurzelkletterer, mit Hilfe von Rankgerüsten oder Spalieren bewachsen werden. Die Auswahl der Pflanzen ist abhängig von der jeweiligen Lage zur Sonne, den Bodenverhältnissen, Klima und Material der Außenwand. Für Süd-, Südwest- und Südostseiten eignen sich blattabwerfende Pflanzen, für West-, Ost- und Nordseiten eignen sich immergrüne Pflanzen.

Autor: KATALYSE Institut

Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Dieses Gesetz trat an die Stelle des früheren Stromeinspeisegesetzes und gilt unter Experten als das weltweit mit Abstand fortschrittlichste staatliche Programm zur Markteinführung erneuerbarer Energien.

Seit April 2000 fördert die Bundesregierung den Ausbau und die Entwicklung der erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG). Durch das
EEG sollte eine CO2-neutrale Energieerzeugung gewährleistet und die Abhängigkeit von Rohstoff-Importen verringert werden.

Die Ziele des EEGs sind u.a. einen marktwirtschaftlichen Ausgleich zu schaffen und durch eine Planungs- und Investitionssicherheit Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu liefern, da die erneuerbaren Energien ohne Förderung gegenüber konventioneller Energieerzeugung noch nicht wirtschaftlich sind.

Dies liegt an mehreren Gründen:

  • Fossile Energien werden bis heute subventioniert. Die geschätzten Energiesubventionen laut IEA von fossilen Energieträgern beliefen sich weltweit 2010 auf 409 Mrd. Us-D für fossile und 66 Mrd-UsD für erneuerbare Energien. (vgl. Belschner &  Westphal 2012; IEA 2011)
  • Die Kosten durch Umweltverschmutzung, hervorgerufen durch konventionelle Energien, werden nicht berücksichtigt.
  • Entwicklungsbedarf bei Wirkungsgrad und Speicherung der erneuerbaren Energien

Die wichtigsten Bausteine des EEGs:

  • Feste Vergütung (über einen Zeitraum von 20 Jahren) für eingespeisten Strom aus erneuerbaren Energien an private und gewerbliche Stromerzeuger. Dieser Vergütungssatz ist abhängig von Technologie, Standort und Jahr. Jährlich sinkt die Vergütung um einen bestimmten Prozentsatz, so dass sich eine frühe Inbetriebnahme von erneuerbaren Energien auszahlt (Vergütungsregelung).
    Die einzelnen Vergütungssätze (
    EEG-Novelle 2012) kann man hier nachlesen.
  • Die Erneuerbaren-Energien-Anlagen werden sofort ans Stromnetz angeschlossen und die Abnahme des Stroms ist garantiert (Abnahmeregelung).

Dies wird vor allem durch die
EEG-Umlage finanziert. Die Berechnung der
EEG-Umlage ist (seit 2010) wie folgt geregelt: „Die erwartete Differenz zwischen den Verkaufserlösen an der Strombörse und den Kosten für die Vergütungszahlungen an die
EEG-Anlagenbetreiber sowie der Vermarktung des EEG-Stroms werden über die EEG-Umlage anteilig auf den gesamten EEG-pflichtigen Stromnetzverbrauch umgelegt. Mögliche Über- beziehungsweise Unterdeckungen des EEG-Kontos aufgrund einer von der Prognose abweichenden Marktentwicklung sind dann im jeweiligen Folgejahr auszugleichen.“ (BMU 2012, S. 42).

Gesetzesnovellen in den letzten Jahren sollten die Förderung den wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen. So hat der Gesetzgeber zum 1.1.2004 ein Photovoltaik - Vorschaltgesetz zum
EEG verabschiedet. Es regelt die Vergütung für Solarstrom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen. Seit 2009 wird die Vergütung an den Solaranlagenausbaus abhängig gemacht. Dabei gilt, dass die Vergütung sinkt, je mehr Anlagen ans Stromnetz gehen.
Durch die Energiewende angeregt ist seit Anfang 2012 die „Novelle des erneuerbaren-Energien-Gesetzes“ in Kraft getreten, die u.a. eine „Flexibilitätsprämie und eine optionale Marktprämie beinhaltet, die einen bedarfs- und marktorientierten Betrieb der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien anreizen soll“ (BMU 2012, S. 9). Doch die Novelle wird als „Ergebnis heftiger Lobby-Kämpfe“ (Werner Eckert 2012) kritisiert. Zum Beispiel wird die höhere Vergütung der Offshore-Anlagen (Windenergie im Meer) negativ bewertet, da diese größtenteils nur von großen Energiekonzernen finanziert und gebaut werden können und die hohe Vergütung die
EEG-Umlage vermutlich weiter steigen lassen wird. Dagegen sind z.B. die Vergütungen der Onshore-Anlagen (Windenergie an Land) geringer.
Auch in Zukunft wird das
EEG Erneuerungen und Veränderungen erfahren.

Kritik:

Häufig werden das EEG und der Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Strompreissteigerungen verantwortlich gemacht. Doch gerade die erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren für eher sinkende Großhandelspreise an der Leipziger Strom-Börse verantwortlich (aber auch das Überangebot an kohlebasierter Grundlast und der niedrige CO2-Preis sind dafür mitverantwortlich). Diese sinkenden Preise führen aber dazu, dass die EEG-Umlage steigt (Differenz zwischen dem an der Börse erzieltem Erlös und der garantierten Einspeisevergütung wird größer). Von den niedrigen Börsenstrompreisen profitieren in erster Linie die Stromeinkäufer und Großabnehmer, die den Strom direkt an der Börse kaufen. Da aber gerade energieintensive Unternehmen von den Netzentgelten und der EEG-Umlage befreit sind, muss der private Stromverbraucher überproportional die Last der wegen der geringeren Börsenpreise steigenden EEG-Umlage tragen (die EEG-Umlage beträgt für das Jahr 2013 5,277 ct/kWh. 2004 betrug die Umlage nur 0,35 ct/kWh, 2010 2,047 ct/kWh und 2012 3,592 ct/kWh).

Energieintensive Unternehmen profitieren somit doppelt, da sie preiswerten Strom einkaufen können und gleichzeitig von der
EEG-Umlage und Netzentgelten befreit werden, während die BürgerInnen einerseits eine höhere
EEG-Umlage bezahlen und die eigentlich niedrigeren Stromeinkaufspreise nicht ausreichend an sie weitergereicht werden, oder anders formuliert: der Kleinverbraucher subventioniert die Strom-Großverbraucher.

Die Strompreissteigerung der letzten Jahre muss aber auch den gestiegenen Brennstoffpreisen der fossilen Energieträger (z.B. bei Öl und Gas) und politischen Beschlüssen angelastet werden. So hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Umlage indirekt durch folgende Beschlüsse erhöht: Zu einem werden nun Unternehmen schon ab einem Verbrauch von 1 Gigawattstunde/Jahr (anstatt 10 Gigawattstunden) als energieintensive Unternehmen von der Umlage befreit und zum anderen hätten schon in den letzten Jahren die Umlagen erhöht werden müssen. Die
EEG-Umlage war für die Jahre 2010 - 2012 zu niedrig kalkuliert. Doch die Kanzlerin hatte im Wahlkampf 2009 eine stabile Umlage versprochen. Diese Unterdeckung muss nun durch eine besonders starke Erhöhung der Umlage ausgeglichen werden. Da die Preisgarantien jährlich sinken (siehe Vergütungsregelung) sagen Prognosen allerdings voraus, dass die Umlage nur bis etwa 2020 weiter ansteigt.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass (unflexible) Grundlastwerke (z.B. Atomkraftwerke) das schwankende Stromangebot der Erneuerbaren Energien nicht ausgleichen können, so dass die Erneuerbaren-Energien-Anlagen (z.B. Windkraft) gerade dann teilweise vom Netz genommen werden müssen, wenn besonders viel erneuerbare Energie erzeugt werden könnte (ein Überangebot an eingespeister Energie würde zu einem instabilen Stromnetz führen). Im
EEG ist allerdings eine Entschädigungszahlungen an die Betreiber dieser Anlagen für die so entstehenden Verluste geregelt und diese Kosten fließen auch in die
EEG-Umlage mit ein. Dies bedeutet, dass der Verbraucher teilweise durch die
EEG-Umlage Atomstrom finanziert. Auch über die Steuern bezahlen die BürgerInnen die Atomsubventionen der Bundesregierung (in Höhe von 127 Mrd. Euro oder 2,6 ct/kWh) (vgl. Wurzbacher 2013).

Ein weiterer Kritikpunkt am
EEG ist, dass trotz der Förderung der Solarenergie deutsche Solaranlagen-Hersteller nicht profitieren konnten. Das
EEG unterstützt nur die Betreiber der erneuerbaren-Energien-Anlagen, die wiederum die Hardware vor allem von billigeren chinesischen Solar-Herstellern beziehen.

Bei der
EEG Förderung steht unter anderem die Förderung von Bioenergie und Biogasanlagen in der Kritik. Durch diese Förderung ist es für Landwirte profitabler geworden z.B.
Mais für die energetische Biomassennutzung auf ihren Anbauflächen anzubauen, anstatt Nahrungsmittel oder Tierfutter zu produzieren.  Daher muss
Mais für Tierfutter inzwischen importiert werden, z.B. aus den Tropen, wo der Regenwald für diesen Anbau abgeholzt wird, oder aus Ländern mit geringeren Umweltstandards als in Deutschland. So sorgte Anfang 2013 der Import von mit Schimmelpilzen belasteten
Mais aus Serbien, der hier zu Tierfutter weiterverarbeitet wurde, für Aufsehen, während die Bauern vor Ort
Mais zur Energiegewinnung anbauten. Die hohen Pachtpreise, die durch den wachsenden Wettbewerb um Ackerflächen entstehen, sorgen für einen teuren, sich für die Bauern nicht mehr lohnenden Getreide-Anbau. Des Weiteren gefährden die vielen
Mais-Monokulturen die Biodiversität und sind auch für steigende Lebensmittelpreise mitverantwortlich. Umweltschutzorganisationen fordern daher eine Änderung in der Biogasförderung, so soll z.B. die Biogaserzeugung vor allem aus Reststoffen (Gülle, Schnittgut) gewonnen werden und ein Biomassen-Anbau für die energetische Nutzung soll auf Mischkulturen beruhen. In der
EEG Novelle 2012 wurde teilweise schon auf diese Forderungen eingegangen. Es gibt nun zwei Rohstoffvergütungsklassen (nachwachsenden Rohstoffe sowie ökologisch vorteilhafte Einsatzstoffe (z.B. Gülle oder Landschaftspflegematerial)). Weiterhin wurden bei der Grundvergütung eine Wärmenutzungverpflichtung eingeschlossen und die Begrenzung des Einsatzes von
Mais und Getreidekorn geregelt. Inwieweit diese Regelungen die Probleme der Bioenergie lösen, bleibt abzuwarten.

Das
EEG ist in vielen Punkten inkonsequent und ineffektiv. So müssen z.B. Sonderregelungen für die Wirtschaft, durch die nicht der Wirtschaftsstandort Deutschland erhalten wird, sondern die Unternehmen auf Kosten der privaten Stromkunden profitieren, abgeschafft werden. Trotzdem ist das
EEG ist für die benötigte Energiewende unerlässlich. Deshalb muss das
EEG verbessert und gestärkt werden.

Trotz der Kritikpunkt weist das
EEG auch einige wichtige Erfolge auf:

  • Steigender Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch (setzt sich aus den Energieprodukten, die in Industrie, Verkehr, Haushalten, im Dienstleistungssektor, in der Landwirtschaft sowie in der Energiewirtschaft benötigt werden, zusammen). Im Jahr 2011 betrug der Anteil 11,3%.
  • Durch
    EEG geförderte Erneuerbare-Energien-Anlagen eingesparte CO2 Emissionen betrugen im Jahr 2008 53 Millionen Tonnen (Vgl. BMU 2009)
  • Technologieentwicklung in Deutschland (z.B. höherer Wirkungsgrad der Erneuerbaren-Energein-Anlagen und deutsche Windenergiehersteller mit weltweit leistungsstärksten Windenergieanlagen)
  • Förderung eines wichtigen Wirtschaftsfaktors in Deutschland (über 382.000 Arbeitsplätze in der Branche der erneuerbaren Energien) (vgl. BMU 2012)
  • Vermeidung von Umweltschäden
  • Vermeidung von Energieimporten

siehe auch: Bioenergie, Regenerative Energiequellen, dezentrale Energieversorgung, Photovoltaik, Windenergie, Strom, Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermische Energie

Lit.

  • Aachener Stiftung Kathy Beys (2012): Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). [Stand: 23.10.2012].
  • Belschner, Tobias und Westphal, Kirsten (2012): Weltweite Energiesubventionen auf dem Prüfstand. - In: ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE TAGESFRAGEN, 62. Jg. , Heft 3, S. 51-58. [Stand: 23.10.2012]
  • BMU (2009): BMU-Stellungnahme zur erneuten RWI-Kritik am EEG: Altbekannt und längst widerlegt. [Stand: 31.01.2012]
  • BMU (2012): Erneuerbare Energien in Zahlen – Nationale und Internationale Entwicklung. S.42-43. [Stand: 31.01.2013]
  • Bundesverband WindEnergie e.V. (2012): Vergütung der Windenergie an Land. [Stand: 31.01.2013]
  • IEA (2011): IEA analysis of fossil-fuel subsidies. [Stand: 23.10.2012]
  • IWR (2013): Strompreise für Verbraucher steigen - Börsen-Strompreise sinken auf Rekordtiefs. [Stand: 18.03.2013].
  • Eckert, Werner (2012): Argumente werden oft ausgeblendet. [Stand: 23.10.2012]
  • Übertragungsnetzbetreiber (2012): EEG-Umlage 2013. [Stand:30.10.2012]
  • Wurzbacher, Karin (2012): EEG-Umlage: Preistreiber oder Zukunftsinvestition?. [Stand: 18.03.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Erdfarben

Mineralische Pigmente, die durch Brennen und Mahlen von eisenoxidhaltigen Erden gewonnen werden.

E. sind ungiftig und werden von Naturfarbenherstellern insb. in Dispersionsfarben eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Energiepass

Der E. gibt in Form standardisierter Kennzahlen an, wie hoch der Energieverbrauch eines Hauses bzw. einer Wohnung ist.

Sinn des E. ist es, bei Hauskauf bzw. Vermietung die zukünftigen Energiekosten (Nebenkosten/Warmmiete) transparent zu machen: Häuser bzw. Wohnungen mit schlechtem Heizungs-System und spärlicher Wärmedämmung lassen sich für weniger Geld verkaufen bzw. vermieten als energiesparende Häuser. Dadurch soll der E. energiesparende Investitionen fördern.

Der E. wurde vor etlichen Jahren erstmals in der Schweiz eingeführt. In Deutschland gibt es den E. in Berlin und Hamburg; in NRW wird er im Rahmen der Förderung ökologischer Aspekte im sozialen Wohnungsbau eingeführt.

Seine eigentliche Wirkung kann der E. aber erst dann erzielen, wenn es obligatorisch wird, bei Kauf oder Vermietung eines Hauses bzw. einer Wohnung einen E. vorzulegen.

Autor: KATALYSE Institut

Elektrosensible

Als Elektrosensible werden Menschen bezeichnet, die körperliche Beschwerden auf das Vorhandensein von elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Feldern (EMF) zurückführen.

Hierbei kann es sich um vielfältige ineinander übergehende Beschwerdebilder handeln, welche unter dem Begriff der Elektrosensibilität zusammengefasst sind.
Als konkrete Beschwerden werden regelmäßige Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen etc. benannt, aber auch diffuse Beschreibungen, die nicht näher spezifiziert werden können, aber die eine subjektive innere Logik erkennen lassen.
Für diese Definition spielt es keine Rolle, ob die Betroffenen genaue und denkbare Wirkmecha-nismen beschreiben oder naturwissenschaftlich „falsche“ Zusammenhänge konstruieren.

Autor: KATALYSE Institut

Dispersionsfarben

Dispersionslacke können mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden.

Dispersionswandfarben sind wegen ihrer Lösemittelarmut umweltschonend. Neue Entwicklungen, auch aus den Naturharzdispersionsfarben-Sektor (Naturfarben) haben zu nahezu emissionsfreien Dispersionswandfarben geführt.

Autor: KATALYSE Institut