Limnologie

L. ist die Wissenschaft von den Binnengewässern (Seen, Fließgewässer, teilweise auch Grundwasser) und ihren Organismen. Sie ist ein Teilgebiet der Ökologie und ist aus der Seenkunde der Geographie entstanden.

Die L. beschäftigt sich mit den biologischen Abläufen in Seen und Teichen, die durch die biotischen und abiotischen Umweltfaktoren und v.a. auch durch die Eingriffe des Menschen bestimmt werden.

Von zentraler Bedeutung für die biologische Prozesse in Binnengewässern ist die Schichtung der Gewässer in unterschiedliche Temperaturzonen, die in engem Zusammenhang mit der jahreszeitlichen Zirkulation eines Sees oder Teichs stehen.

Ein großes Problem ist die zunehmende Eutrophierung der Binnengewässer durch hohe Nährstoffeinträge. Die angewandte L. beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Fischereiwirtschaft und dem Schutz und der Nutzung der Gewässer

Autor: KATALYSE Institut

Lignin

L. ist hochmolekularer aromatischer Stoff, der in verholzten Pflanzen vorkommt und die Räume zwischen den Zellmembranen ausfüllt und zu Holz werden lässt.

Der L.-Gehalt von getrocknetem Pflanzenmaterial wird für Laubholz mit rund 22% angegeben. L. fällt als Nebenprodukt bei der Zellstoffgewinnung an und gelangt bei der Papierherstellung als Holzinhaltsstoff in das Abwasser. Beim Aufschluß des Holzes entstehen durch die Reaktion von L. mit schwefliger Säure sog. L.-Sulfonsäuren. Die hieraus isolierten Produkte finden breite technische Anwendungen. Bedingt durch den Restgehalt an L. ist Papier natürlicherweise hellbraun und wird bei der Neuproduktion häufig einer Bleiche (Zellstoffbleiche) unterzogen.
Papierindustrie, chlorfreies Papier

Autor: KATALYSE Institut

Lichtlenkung

L. soll Tageslicht in Innenräume bringen und dabei Kunstlicht ersetzen (Licht, Tageslichtnutzung).

Die L. macht sich bis zu drei verschiedene physikalische Phänomene nutzbar:
- Reflexion, durch Einsatz von Reflektoren (Spiegel), reflektierenden Lamellen,
- Brechung, durch Einsatz von Prismen,
- Beugung, durch Einsatz von Beugungsgittern auf der Glasebene (holographische Beschichtungen, z.Z. noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium).
Der Einsatz von lichtlenkenden Elementen bedingt hohe Reflexionsgrade der Raumflächen (z.B. die Decke), auf die das gelenkte Tageslicht trifft.

Autor: KATALYSE Institut

Lewisit

Hautkampfstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Leukämie

Griechisch: Weißblütigkeit.

Allgemein ist Leukämie eine bösartige Entartung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Leucos ist griechisch und heißt weiß; -ämie, -häm  kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet Blut. Zusammengesetzt heißt es also in etwa „Weißblütigkeit“. Damit ist nicht gemeint, dass das Blut weiß aussieht, sondern diese Bezeichnung entstand, weil im Falle dieser Erkrankung (meistens) sehr viele weiße Blutkörperchen im Blutausstrich gefunden werden.

Alle Blutzellen werden im Knochenmark gebildet, sowohl weiße als auch rote (Erythrozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Dort befinden sich so genannte Stammzellen, aus denen über mehrere Zwischenstufen die reifen Zellen heranwachsen. Die Leukozyten werden in verschiedene Arten unterteilt: Lymphozyten (T- und B-Zellen, für die Immunabwehr zuständig), Granulozyten und Monozyten (kleine und große Fresszellen, die für die Beseitigung von Eindringlingen, Fremdstoffen und Zellschrott zuständig sind).

Im Prinzip kann jede Zelle entarten, ob Stammzelle, unreife Zwischenstufe oder reifeZelle. Entartete Zellen sind Zellen, die sich ungehemmt vermehren und die nicht korrekt funktionieren, so dass im Falle der Leukämie das Blut mit Zellen überschwemmt wird, die ihre Aufgaben nicht erfüllen können. Die funktionsfähigen gesunden Zellen werden in den Hintergrund gedrängt, und das führt zu mangelnder Abwehr gegen schädliche Einflüsse von außen.

Leukämie kann daher in verschiedenen Formen vorkommen.
1. Akute Lymphatische oder Lymphoblastische Leukämie (ALL), eine bösartige, schnell verlaufende Form, bei der die Reifung der B-Zellen verhindert wird; die häufigste Form im Kindesalter.
2. Akute Myeloische Leukämie (AML), die zweithäufigste Form bei Kindern, die aber auch bei älteren Personen vorkommen kann.
3. Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), die gehäuft bei älteren Menschen von etwa 60 bis 70 Jahren Auftritt:
4. Chronische Myeloische Leukämie (CML), die bei jungen Erwachsenen bis zu älteren Menschen (20 bis 60 Jahre) vorkommt.

Der Verlauf der akuten Formen ist bösartiger und schneller als bei den chronischen Formen, allerdings sind die Heilungschancen bei Kinderleukämie in den letzten Jahrzehnten gestiegen.

Die Ursachen für die Entstehung von Leukämie ist bis heute nicht richtig geklärt. Man geht davon aus, dass bestimmte Chemikalien (z. B. Pestizide), ionisierende Strahlen (Röntgen- und Gammastrahlen, radioaktive Strahlung), Tumorviren (onkogene Viren), das Zellwachstum hemmende Medikamente, Zigarettenrauchen und genetische Faktoren und einige andere Bedingungen Auslöser sind. Zu den genetischen Faktoren zählt auch das so genannte Philadelphia-Chromosom, das man bei Patienten mit CML findet. Dieses Chromosom entsteht durch den Austausch von Genen zwischen den Chromosomen 9 und 22, wodurch neue genetische Eigenschaften entstehen. 

 Schäden der Immunabwehr (Immunsystem) führen zu Anfälligkeit gegen Infektionen, zu Geschwürbildungen und Pilzbefall. Durch Aussaat entarteter Zellen kommt es zur Bildung leukämischer Herde (Metastasen) in allen Organen, insb. im Zentralnervensystem und in der Haut. Früher oder später führt L. i. d. R. zum Tod. Medikamentös läßt sich die Erkrankung kaum beeinflussen.

Häufig gelingt es, durch Zytostatikabehandlung den Krankheitsverlauf zu verzögern. Bei Kindern läßt sich heute häufiger sogar eine endgültige Heilung erzielen. Die Ursachen für die Entstehung von L. sind noch nicht vollständig geklärt.

Bekannte auslösende Faktoren für L. sind ionisierende Strahlung (somatische Strahlenschäden, Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitungsanlage, Strontium, Plutonium), verschiedene chemische Substanzen (Benzol) und eventuell auch elektrische und magnetische Felder (Hochspannungsleitung, Elektrosmog). Darüber hinaus wird der Einfluß bestimmter Viren diskutiert. Jährlich erkranken 40-50 Personen pro 1 Mio Einwohner.

Autor: KATALYSE Institut

Letalität

Verhältnis der Zahl der Todesfälle zur Zahl der an einer bestimmten Krankheit erkrankten Personen.

Autor: KATALYSE Institut

Leitbild

Der Begriff Leitbild stammt aus der Raumplanung und koordiniert das Handeln auf zukünftige Ziele.

Ein Leitbild besteht daher aus Zielaussagen zu einer angestrebten Organisationskultur in Institutionen oder Organisationen. Es stellt die Strategie und das Selbstverständnis, die Philosophie und die einzuschlagende Entwicklung und die zu erreichenden Ziele dar. Leitbilder können Teilziele in komplexen Prozessen und Organisationen koordinieren und besitzen eine Orientierungsfunktion für Entscheider und die Öffentlichkeit.

 

Autor: KATALYSE Institut

Zinn

Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Symbol Sn, Ordnungszahl 50, Schmelzpunkt 232 Grad C, Siedepunkt 2.270 Grad C, Dichte 7,29 g/cm3, in mehreren Modifikationen auftretendes Schwermetall.

 

Bei Raumtemperatur ist Z. silberglänzend und sehr leicht verformbar. Unterhalb von 13,2 Grad C wandelt es sich in eine andere Modifikation, das sog. graue Z., um. Das ist ein graues Pulver mit Halbleitereigenschaften und einer Dichte von 5,75 g/cm3. Bei tiefen Temperaturen (-48 Grad C) vollzieht sich die Umwandlung in wenigen h , so daß Z.-Geräte schließlich völlig zerfallen (Z.-Pest). Durch Legierung mit geringen Mengen Arsen, Germanium, Indium, Blei, Antimon oder Bismut wird die Z.-Pest verhindert. Geringe Zusätze von Aluminium, Cobalt, Magnesium, Mangan oder Zink beschleunigen die Umwandlung erheblich. Z. ist ein essentielles Element (als ADI-Wert gelten 2 mg/kg Körpergewicht, kann Haarausfall, Appetitlosigkeit und Akne bei Mangel hervorrufen) und gilt als Metall als ungiftig. Es überzieht sich an Luft mit einer sehr dünnen, schützenden Oxidschicht. Unter Luftabschluß wird Z. von schwachen Säuren nicht angegriffen (Verwendung von verzinntem Eisenblech in Konservendosen; Weißblech), kann aber unter Einwirkung von Luft in Lösung gehen (Vergrauen von Kondensmilch in geöffneten Dosen). Lebensmittel sollten daher nie in geöffneten Konservendosen aufbewahrt werden! Z.-Verbindungen zeigen toxische Wirkung: MAK 2 mg/m3 für anorganische bzw. MAK 0,1 mg/m3 für

organische Verbindungen. Die Produktion liegt bei ca. 200.000 t/Jahr und muß wegen rascher Erschöpfung der Lagerstätten immer mehr aus dem Recycling bestritten werden. Anwendung findet Z. überschlägig zu 40% für Weißblech, 20% für Weichlote, 18% für Z.-Geräte, 18% für Z.-Legierungen und 4% für Sonstiges.

Autor: KATALYSE Institut

Zink

Chemisches Element, Symbol Zn, Ordnungszahl 30, Schmelzpunkt 419,5 Grad C, Siedepunkt 907 Grad C, Dichte 7,13 g/cm3. Schwermetall, das für Mensch, Tier und Pflanze essentiell ist.

Z.-Gehalt im menschlichen Körper: 1,4-2,3 g. Normale Z.-Aufnahme: 10-15 mg/Tag. Natürlicher Begleiter von Z. ist das Cadmium. Im Vergleich zu Cadmium und Quecksilber, mit denen Z. chemisch verwandt ist, ist Z. relativ ungiftig. Gefährlicher ist das Einatmen von Z.-Verbindungen. Einatmen von Z.-Oxiddämpfen führt zu Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, Frieren, Husten, Schweißausbrüchen u.a. (Z.-Fieber). Z.-Chromat ist krebserzeugend (MAK-Werte-Liste III A1). Die Wirkung beruht auf dem Chromatanteil. Der Einfluß von Z. auf das Krebsgeschehen (im Tierversuch wurden Hemmung und Krebsauslösung beobachtet) muß weiter untersucht werden.
Normale Böden enthalten zwischen 10-300 ppm Z., durchschnittlich 50 ppm. Böden in der Nähe von Straßen (Reifen enthalten Z.-Oxid) können erheblich belastet sein. Unverschmutzte Gewässer enthalten i.a. 10 mycrog/l. Klärschlamm darf in Deutschland max. 2.200 ppm Z. enthalten (Schottland, Niederlande: 2.000 ppm; Klärschlammverordnung). Trinkwasser-Grenzwerte: WHO: 5 mg/l, UdSSR: 1 mg/l, Japan: 0,1 mg/l. BRD: Trinkwasserverordnungs-Wert für Z. von 2 mg/l, 1986 gestrichen (Wasser).
Weltjahresproduktion: ca. 6 Mio t. Verwendung: Galvanisieren von Eisen und Stahlprodukten, für Legierungen, Z.-Bacitracin als wachstumsförderndes Mittel in der Schweine- und Geflügelzucht. Wichtigste Verbindung ist Z.-Oxid: Fotokopierer (kopieren), Laserdrucker, Glasuren u.a.
Emissionen in Westdeutschland: ca. 7.000 t/Jahr, v.a. aus Eisen- und Stahlproduktion und Autoverkehr 23% (Reifengummi enthält 1,5% Z.; Abrieb). Bei der Z.-Herstellung ca. 250 t Staub/Jahr, hauptsächlich Z.-Oxid und Bestandteile des Z.-Erzes, ferner Schwefeldioxid und Stickoxide sowie Schwefelsäure und Sulfat im Abwasser.

Autor: KATALYSE Institut

LD50

Letale (tödliche) Dosis, bei der 50% aller Versuchstiere, denen eine bestimmte Giftmenge verabreicht wurde, sterben.

Es handelt sich um einen Begriff aus dem Bereich der Toxikologie, der ein Maß für die Giftigkeit einer Substanz darstellt. Nach dem Chemikalien- und dem Arzneimittelgesetz ist die Einstufung von chemischen Stoffen/Arzneistoffen in vorgeschriebene Bereiche (s. Tab.) als Ergebnis der Prüfung auf akute Giftigkeit vorgesehen (Angaben in mg/kg Tierkörpergewicht bei oraler Verabreichung).

Der Sinn ist umstritten, da er durch Verabreichungsform (auf/unter die Haut, einatmen, verschlucken, in Muskel) und das Versuchsobjekt (welches Tier, Geschlecht) beeinflußt wird. Akute L. reicht z.B. für 2,3,7,8-TCDD (Dioxine und

Furane) von 0,001 mg/kg beim Meerschweinchen bis zu 5 mg/kg beim Hamster.

Die Übertragbarkeit auf den Menschen wegen unterschiedlicher Verteilung des Giftes in den Gewebearten und Stoffwechselunterschieden (Abbau, Verweildauer) ist stets ungewiss, da unsicher ist, welche Tierart bei welchem Gift in der Giftwirkung dem Menschen am ehesten entspricht. Langzeitwirkungen sind meist nicht erfaßbar. L. dient neben dem no-effect-level zur Festlegung von Grenzwerten.

Autor: KATALYSE Institut

LC50

Letalkonzentration in Wasser, Boden oder Luft, bei der 50% der Versuchsorganismen innerhalb eines bestimmten Beobachtungszeitraumes sterben.

In Kontrollen darf eine definitionsgemäß festgelegte Mortalitätsrate nicht überschritten werden. Die L. erlaubt eine ungefähre Einschätzung der tatsächlichen Toxizität eines Stoffes.
L. wird u.a. zur Bewertung von chemischen Kampfstoffen verwendet.

Autor: KATALYSE Institut

Lavaerde

Shampoo

Autor: KATALYSE Institut

Lautheit

Die empfundene Intensität eines Schallereignisses wird als L. bezeichnet.

Gemessen wird die L. mit der Einheit Sone. Im Gegensatz zur Lautstärke, die sich auf physikalische Größen wie den Schalldruckpegel bezieht, handelt es sich hierbei um eine empirisch ermittelte Schallempfindung. Die Ermittlung der L. von Geräuschen ist dabei ein messtechnisch sehr kompliziertes Verfahren. Leider ist auch dieses Verfahren nicht in der Lage, die Lästigkeit von Geräuschen zu bestimmen.

Autor: KATALYSE Institut

Zigaretten

siehe Tabakrauch.

Autor: KATALYSE Institut

Laugen

Wässrige Lösung von Basen. Der pH-Wert liegt über 7. Starke L. sind z.B. Natron-L. (Natriumhydroxid) und Kali-L.

L. sind gefährlicher als Säuren, da sich bei Kontakt mit der Haut oder beim Verschlucken Fett- und Eiweißbestandteile des Gewebes lösen. Die L. dringen dadurch immer tiefer ein und können in der Speiseröhre und im Magen zu schweren Zerstörungen (Perforationen) führen. Selbst 1-2%ige Lösungen haben noch eine deutliche Ätzwirkung.
In der Technik werden häufig wäßrige Lösungen als L. bezeichnet, die Nutz- oderBallaststoffe enthalten, z.B. Sulfit-Ablauge. Der pH-Wert spielt hierbei keine Rolle.
L. werden zusammen mit Lösemitteln zum Abbeizen von Farben eingesetzt (Abbeizmittel).

Autor: KATALYSE Institut

Latentwärmespeicher

L. sind Wärmespeicher, bei denen ein Speichermedium während einer Zustandsänderung, z.B. der des Aggregatzustandes, Wärmeenergie bei konstanter Temperatur aufnimmt bzw. abgibt.

Grundsätzlich handelt es sich hierbei um die Freisetzung von Bindungsenergien. Die meisten L. beinhalten als Speichermedium ein Salz (z.B. Glaubersalz, Natriumacetat) oder eine organische Verbindung (z.B. Paraffine, Fettsäure), bei dem der Phasenwechsel des Aggregatzustandes von fest nach flüssig ausgenutzt wird. Ähnliche Konzeptionen liegen chemischen Speichern zugrunde (Zeolith).
Der Vorteil von L. gegenüber anderen Speichern (Warmwasserspeicher) besteht darin, dass sie bei sehr geringer Temperaturdifferenz eine relativ große Wärmemenge pro Speichervolumen aufnehmen und diese Energie über einen beliebigen Zeitraum verlustfrei speichern können. Die spätere Wärmeabgabe erfolgt auf dem ursprünglichen Temperaturniveau.
Bei der technischen Realisierung treten eine Reihe von Schwierigkeiten auf. So sind aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Speichermedien relativ große Wärmetauscherflächen erforderlich, die Medien sollen umweltverträglich, nicht korrosiv und zyclenfest und zudem kostengünstig sein.
Da jeder L. nur bei einer festgelegten Speichertempertur arbeitet, sind für verschiedene Anwendungen verschiedene L.-Konzepte erforderlich. L. wurden bisher in erster Linie im Niedertemperaturbereich für die Speicherung von Solarenergie und Abwärme (Wärmepumpe) eingesetzt. Bis auf Spezialanwendungen, wo kein anderer Speicher einsetzbar ist, konnten L. noch nicht konkurrenzfähig realisieren werden.
Chemische Speicher, physikalische Speicher

Autor: KATALYSE Institut

Ziegeleien

siehe Keramische Industrie.

Autor: KATALYSE Institut

Kunststoffkomission

Die K. erstellt Positivlisten für Additive(Weichmacher, Zusatz- und Hilfsstoffe) in Verpackungsmaterialien.

Sie spricht Empfehlungen für den maximalen Übergang (Migration) vonVerpackungsinhaltsstoffen (und Restmonomergehalten) auf Lebensmittel aus. Die Empfehlungen haben gesetzesähnlichen Charakter und ihre Einhaltung wird durch die amtliche Lebensmittelüberwachung überprüft. Die K. ist industrienah besetzt und ihre Aussagen sind entsprechend mit Vorsicht zu genießen.

Autor: KATALYSE Institut

Lambda-Sonde

Die L. misst das Luftverhältnis (Sauerstoffgehalt) im Abgas eines Ottomotors mit Drei-Wege-Katalysator und dient der Verbesserung des Abgasverhaltens (Schadstoffe aus Kfz).

Eine im Abgasstrang angeordnete L. erfasst das Luftverhältnis und gibt ein entsprechendes Signal an eine elektronische Steuerung weiter. Diese regelt den Vergaser oder die Einspritzung so, dass das Luftverhältnis Lambda in einem engen Bereich um eins bleibt (Ottomotor). Dadurch wird eine gleichzeitige Verminderung der drei Schadstoffkomponenten Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff und Stickoxide im Drei-Wege-Katalysator erreicht.
Ottomotor

Autor: KATALYSE Institut

Lastmanagement

Zielgerichtete Handlungsweisen, die das Ziel verfolgen, Energieangebot und Energienachfrage durch eine zeitliche Entkopplung möglichst zu vergleichmäßigen, werden als L. bezeichnet.

L. spielt in der Energiewirtschaft eine wichtige Rolle, da hierdurch Kraftwerkskapazitäten besser ausgelastet bzw. der Neubau weiterer Kraftwerke vermieden werden kann.
Eine Möglichkeit zum L. stellt die Speicherung dar. Eine andere Methode besteht darin, die Gleichzeitigkeit verschiedener Energiewandler (Energieverbraucher) durch organisatorische Maßnahmen wie das zeitliche Verlegen einzelner Produktionsabläufe oder das kurzzeitige Abschalten unkritischer Verbraucher z.B. von Kältemaschinen, Klimaanlagen, Öfen etc. zu verringern.
Auch im Haushaltsbereich gibt es Versuche, ein L. zu praktizieren. So schreibt die Bundestarifordnung (BTO) für Elektrizität vor, daß ein sog. Schwachlasttarif (Stromtarife) angeboten werden muss; d.h., dass unter bestimmten Voraussetzungen ein L. auch für Haushalte interessant ist. Dies bedeutet, dass große "Verbraucher" wie Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine etc. mittels Zeitschaltuhren nach Möglichkeit während der Schwachlastzeit betrieben werden.

Autor: KATALYSE Institut

Zeolith A

Dieses wasserunlösliche, synthetische Natriumaluminiumsilikat (Handelsname: Sasil) ist der weltweit erfolgreichste Phosphatersatzstoff und wird als Gerüststoff in einer Vielzahl von Waschmitteln eingesetzt.

Die Einzelpartikel bestehen aus würfelförmigen Hohlräumen, in denen sich Natriumionen befinden, die sehr leicht gegen die Härtebildner des Wassers (Wasserhärte), nämlich v.a. Calcium-Ionen ausgetauscht werden können.
Z. gehört also zu den Ionenaustauschern im Unterschied zum löslichen Komplexbildner Phosphat. Die Substanz ist chemisch inert und nur wenig toxisch. Angesichts des Masseneinsatzes wurde Z. wie kaum ein anderer Waschmittelinhaltsstoff auf seine Umweltverträglichkeit untersucht. Es wird in mechanisch-biologischen Kläranlagen zu 95% eliminiert ( Abwasserreinigung ), remobilisiert keine Schwermetalle (Remobilisierung) und wirkt auch nicht eutrophierend ( Eutrophierung ). Die landwirtschaftliche Nutzung von Klärschlamm wird durch Gehalte an Z. nicht behindert.

Autor: KATALYSE Institut

Lastkraftwagen

In den letzten Jahren gerieten L. als Verursacher von Luftverschmutzung, Lärm (Straßenverkehrslärm) sowie aus Gründen der Verkehrssicherheit (Verkehrsunfälle) zunehmend in die öffentliche Diskussion.

Obwohl nur etwa 5% aller Kraftfahrzeuge L. sind (1991: rd. 1,8 Mio) und auch die L.-Fahrleistungen nur 10% der Pkw-Fahrleistungen ausmachen, sind L. an den verkehrsbedingten Schadstoffemissionen in hohem Maße beteiligt: 31% der Stickoxide und sogar 62% der krebserregenden Dieselrußpartikel wurden 1989 von L. emittiert (Schadstoffe aus Kfz). Der L. wird bis 1998 zur größten Stickoxidquelle Deutschlands überhaupt werden, da der Ausstoß aus Kraftwerken, Industrie und Haushalten weiter zurückgeht und die Katalysatortechnik beim Pkw zu einer Verringerung um ca 50% führen wird. Bei 64% aller tödlichen Unfälle auf den Autobahnen der alten Bundesländer waren im Jahr 1990 L. beteiligt. Im Stadtverkehr erzeugt ein L. soviel Lärm wie 9 Pkw.

Trotz massiver Vorteile des Schienenverkehrs in bezug auf Umweltbelastung und Sicherheit, wird der L.-Verkehr infolge der Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes 1993 drastisch anwachsen (Lkw-Verkehr, Güterverkehr,Schienenverkehr, Alpentransitverkehr). Zur Verringerung der L.-bedingten Emissionen wurden EG-weit Grenzwerte für L. festgelegt (Emissionsgrenzwerte für Kfz).

Zusätzlich forderte das europäische Parlament Anfang 1991, L. mit einer Vorrichtung zu versehen, die ein Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h verhindert (Durchschnittsgeschwindigkeit von L. auf bundesdeutschen Autobahnen 1990: 87 km/h). Aufgrund der hohen Schadstoffbelastungen durch L. in Großstädten planen z.B. Berlin und München ab 1995 nur noch L. in die Innenstadt fahren zu lassen, wenn diese dieselben Abgasnormen wie Pkw erfüllen. Zunächst soll dies nur für L. unter 3,5 t gelten, ab 1996 auch für schwere L..

Technische Maßnahmen zur Emissionsminderung: Da beim herkömmlichen Dieselmotor nicht gleichzeitig Stickoxid-, Rußemissionen und Kraftstoffverbrauchoptimiert werden können, sind zusätzliche Maßnahmen wie Dieselkatalysator (Dieselkat) und Rußfilter (Ruß, Partikelfilter) notwendig. Eine neue, noch nicht serienreife Technologie stellen keramikfaserverstärkte Motorkolben dar, die dank verbesserter Kolbengeometrie und höher belastbarer Materialien eine vollständigere Verbrennung erzielen, die die Rußbildung bereits im Zylinder minimiert. Eine weitere Möglichkeit ist die deutliche Verbesserung der Dieselkraftstoffqualität, so z.B. die Senkung des Schwefelgehalts zur Reduzierung der Schwefeldioxid-Emissionen (Schwefelgehaltsverordnung, Diesel).

Sinnvoller als technische Maßnahmen ist die Verlagerung der Transporte auf die Schiene (Schienenverkehr). Ein Schritt in diese Richtung stellt der kombinierte Verkehr dar.

Autor: KATALYSE Institut

Laserdrucker

Laser-, LED- und LCS-Drucker sowie Fotokopierer (Kopieren) geben beim Drucken Ozon an die Raumluft ab.
Die elektrischen Entladungen an der Fotowalze spalten Sauerstoffmoleküle in atomaren Sauerstoff, der sich mit anderen Sauerstoffmolekülen zu Ozonverbindet. Wieviel Ozon in die Raumluft entweicht, hängt von der elektrischen Spannung an der Fotowalze und von der Effektivität des internen Kohlefilters ab.
Grenzwerte für den Betrieb von L. in Räumen: Die Hersteller orientieren sich an der Maximalen Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Werte), nach der eine Ozonkonzentration von 0,1 ppm (200 mycrog/m3) als unbedenklich gilt. Der MAK-Wert stützt sich auf Untersuchungen von 1973, eine Neubewertung steht an. Neben dem MAK-Wert gibt es die schärfere Maximale Immissionskonzentration (MIK), die für Ozon 0,06 ppm (120 mycrog/m3) beträgt.
Untersuchungen zeigen, daß auch neue Drucker in unmittelbarer Druckernähe selbst den MAK-Wert von 0,1 ppm überschreiten. Die
Ozonabgaben neuer Drucker können sich um mehr als den Faktor
200 unterscheiden.
Schäden durch erhöhte Ozonkonzentration Ozon.

Tips für Kauf und Gebrauch von L.:
-Ozonemissionen des L. sollten unter den strengeren MIK-Werten liegen;
-Kohlefilter muß eigenhändig und einfach zu wechseln sein;
-Kohlefilter einmal im Jahr auswechseln;
-L. in gut belüftetem Raum aufstellen;
-niemals Drucker so aufstellen, daß der Luftstrom aus dem Lüfter auf den Anwender zeigt.
Tipp für den Betrieb älterer L.:
-der Ozonausstoß kann durch (teure) externe Zusatzfilter deutlich reduziert werden. Gefahr durch L.-Toner: Kopieren

Autor: KATALYSE Institut

LAS

Abkürzung für Lineare Alkylbenzolsulfonate siehe Stichwort

Autor: KATALYSE Institut

Lärmschwerhörigkeit

L., auch als chronisches akustisches Trauma bezeichnet, ist eine weitgehend seitengleiche Einschränkung des Hörbereichs infolge einer Schädigung des Innenohres.

L. ist das Symptom einer Stoffwechselerschöpfung der Hörsinneszellen des Innenohrs mit degenerativen Veränderungen. Die Folgen einer akustischen Überbelastung sind zunächst noch reversibel. Bei fortgesetzter Lärmbelastung kommt es jedoch zu einer bleibenden Schädigung durch den Zerfall der Sinneszellen. Am Anfang bildet sich die Schwerhörigkeit nur in einem eng begrenzten Frequenzbereich um 4000 Hz aus.

Durch diese sog. C5-Senke ist die L. deutlich von der Altersschwerhörigkeit zu unterscheiden. Bei weiterer Lärmexposition nimmt das Außmaß der L. zu, so daß auch andere Frequenzen betroffen werden. Häufig bildet sich in den von L. betroffenen Frequenzbereichen ein Tinnitus, ein permanentes Pfeifen oder Klingeln im Ohr.

Das Risiko einer L. steigt mit der Höhe des Lärmpegels, der Dauer der Einwirkung und dem Alter der betroffenen Person. Bei besonders empfindlichen Personen kann ein Hörschaden u.U. schon durch einen Lärmpegel ab 75 dB(A) verursacht werden (Dezibel). Außerdem spielen die Ruhezeiten und die Lärmbelastung während der Ruhezeiten eine sehr große Rolle (Lärm). Gerade durch die starke Zunahme von Verkehrslärm und Freizeitlärm wird dem Innenohr immer weniger Chancen gelassen, sich zu regenerieren.

Etwa 9 Mio Bundesbürger (BRD 1985) im Alter von 15 bis 75 Jahren leiden unter einer nicht heilbaren Beeinträchtigung des Hörvermögens. 11% klagen über Ohrenklingeln (Tinnitus), und 2% tragen eine Hörhilfe. L. ist die zweithäufigste Berufskrankheit.

Autor: KATALYSE Institut